Bochumer1981
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Beobachtung vom 29.08.2026
Hallo zusammen,
die Sonne zeigt sich heute mäßig aktiv. Auf der sichtbaren Sonnenscheibe sind mehrere aktive Regionen zu sehen, wobei die zuvor noch auffällige AR 4513 inzwischen deutlich zerfällt. Die Beobachtungsbedingungen waren schlecht - Wolken zogen bei starkem Wind durch und minderten die Qualität der Aufnahmen.
Ich habe heute wieder den quasi-simultanen Einsatz von VIS-SHG und NUV-SHG fortgeführt (Δt = 28 s). Dabei ist mir schon beim Einstellen und Fokussieren aufgefallen, dass mir die Rekonstruktion der Ca-II-H-Linie momentan etwas sauberer erscheint als die der Ca-II-K-Linie. Deshalb überlege ich gerade, mit meinem NUV-SHG künftig gezielt Ca II H bei 3968,47 Å aufzunehmen.
Dafür sprechen aus meiner Sicht mehrere Punkte. Die etwas längere Wellenlänge gegenüber Ca II K ist bei der NUV-Aufnahme durchaus interessant. Sie ist hinsichtlich des Seeings etwas günstiger, und auch das Objektiv meines Teleskops dürfte bei dieser etwas längeren Wellenlänge vermutlich besser korrigiert sein. Zudem vermute ich, dass auch die Empfindlichkeit der ASI678MM einschließlich Sensor und Schutzglas bei 3968 Å etwas günstiger ist als bei der noch kürzeren Ca-II-K-Wellenlänge.
Was mich an Ca II H aber vor allem reizt, ist der spektrale Informationsgehalt. Wie bei Ca II K kann man sich nicht nur den Linienkern anschauen, sondern die gesamte Struktur mit H1v/H2v/H3/H2r/H1r untersuchen. Damit bekommt man je nach Abstand vom Linienkern unterschiedliche Einblicke in die Sonnenatmosphäre. Mit meinen 0,065 Å/Pixel lässt sich die Linie dabei recht fein abtasten.
Und dann gibt es bei Ca II H noch die unmittelbare Nähe von Hε bei 3970,07 Å. Damit kommt neben der Calcium-Linie noch eine Wasserstofflinie ins Spiel. Gerade bei aktiven Regionen und Dingen wie Ellerman Bombs finde ich das ziemlich spannend.
Ca II K bleibt sicherlich die stärkere und kontrastreichere Linie. Aber je länger ich mich gedanklich mit Ca II H beschäftige, desto mehr sehe ich darin momentan eine günstigere Alternative zu CA II K.
NUV-Spektroheliogramme
Die Ca II H Linie zeigt magnetisch aktive Plage-Gebiete sowie das chromosphärische Netzwerk:
Die einzelnen Linienkomponenten ermöglichen einen Blick auf unterschiedliche Bereiche der Chromosphäre: Das Absorptionsminimum des blauen Flügels H₁ᵥ (links) bildet sich in etwa 0–500 km, der Emissionspeak H₂ᵥ (Mitte) in etwa 1000–1500 km Höhe, während das zentrale Absorptionsminimum H₃ (rechts) in einer Höhe von über 2000 km entsteht (nach Buil & Desnoux, 2026):
Das Hε - Spektroheliogramm:
Zur Validierung der Beobachtung wurde das CA II H Linienprofil mit dem BASS2000 Referenzprofil und das CA II H Spektroheliogramm mit einer Aufnahme vom SDO/HMI abgeglichen:
H-alpha-Spektroheliogramme
Das H-alpha Spektroheliogramm im Linienkern( rechts) zeigt kleinere Protuberanzen und mehrere ausgedehnte ruhende Filamente bei deutlich geminderter Abbildungsqualität, die Linienflügel bieten einen Blick auf tiefere Schichten:
Zur Validierung der Beobachtung wurde das H-alpha Linienprofil mit dem BASS2000 Referenzprofil und einer Aufnahme aus dem GONG-Netzwerk abgeglichen. Die Referenzaufnahme veranschaulicht deutlich den qualitätsmindernden Einfluss der Beobachtungsbedingungen:
CS
Stephan
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