Leichtes Teleskop für Balkon

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Curly8

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Hallo,

ich schaue mir schon seit einer Weile den Sternenhimmel mit einem 50 Jahre alten Fernglas (7x50) an. Jetzt bin ich auf Teleskope aufmerksam geworden, da ich auch gerne mal etwas mehr sehen würde. Die Andromedagalaxie sehe ich mit dem Fernglas nur als milchigen Fleck und andere Objekte, wie z. B. M13 lassen sich nur erahnen.
Das Problem bei der Auswahl eines Teleskops ist das Gewicht. Ich werde wohl meistens vom Balkon aus schauen, er misst 2,25m x 4,80m, aber ab und zu auch mal vom Garten. Was z.B. gehen würde wäre ein Dobson mit 150/750mm, den habe ich aber nur als push+ Variante mit leichter Rockerbox gefunden. Eine andere Montierung wird wahrscheinlich zu kompliziert vom Aufbau, denke ich mal. Kann man dieses push+ denn gebrauchen oder ist das eher nichts?
Dann hätte ich noch eine Frage zur Bildansicht in einem Teleskop. Sieht man in einem Newton-Dobson Teleskop das Bild um 180 Grad gedreht? Hatte hier nämlich schon viel Unterschiedliches gelesen, von gedreht über gespiegelt und seitenverkehrt. Sieht man dann im Sucher das Bild genauso wie durch das Teleskop? Wenn nicht, müsste man ja ständig umdenken.
Vielen Dank für Eure Antworten!

Viele Grüße
Sabine
 
Hi Sabine,

wie hoch ist dein Budget?

Sieht man in einem Newton-Dobson Teleskop das Bild um 180 Grad gedreht
Ja, 180° gedreht.
Sieht man dann im Sucher das Bild genauso wie durch das Teleskop?
In einem "normalen Geradsichtsucher" ja. In einem Sucher mit Zenitspiegel aufrecht, spiegelverkehrt,
in einem Sucher mit Amiciprisma "normal aufrecht" wie mit bloßem Auge.

Letzteres ist praktisch, weil es auch der Ansicht in Sternkarten entspricht.
Viele Objekte kann man direkt im Sucher sehen.
Dass sie dann im Teleskop gedreht sind ist (für mich) nicht so entscheidend.

Dein Balkon ist mehr als groß genug auch für einen 200mm Newton/Dobson.

Gruß Martin
 
Hi Sabine,

wie hoch ist dein Budget?


Ja, 180° gedreht.

In einem "normalen Geradsichtsucher" ja.

Was ist denn ein „normaler Geradsichtsucher“ :D? Ich meinte so ein 6x30 Sucherfernrohr, wie sieht man damit? Auch 180 Grad gedreht? Ich hätte die Ansicht nämlich gerne in beiden Geräten gleich, sonst ist mir das zu kompliziert.
Über das Budget habe ich noch nicht konkret nachgedacht, ich weiß das man noch jede Menge Geld beim Zubehör ausgeben kann.
Der 8 Zoll Dobson ist mir einfach zu schwer, die „normale“ Rockerbox wiegt ca. 15kg und auch das Teleskop ist schwer.
Ich muss das ganze ja auch auf den Balkon schleppen und wollte auch ab und zu unten von der Terrasse aus schauen. Es muss also leichter sein, finden konnte ich nur dieses Set von Skywatcher 150/750mm mit push+, weiß allerdings auch nicht ob der kurze Tubus ausreichend ist.

LG
Sabine
 
Wenn "Geradsichtsucher" dabei steht bedeutet, dass du gerade von hinten durchsiehst.
In diesem ist das Bild dann identisch wie im Teleskop um 180° gedreht.
Die anderen sind "Winkelsucher" du siehst im Winkel von 90° durch.
Die gibt es mit Spiegel (seltener) oder mit Amiciprisma (häufiger).

Wenn du einen Geradsichtsucher hast und mit Sternkarten arbeitest,
kannst du die Karten einfach um 180° drehen, dann siehts du das gleiche wie im Sucher.
 
Hallo Sabine,

willkommen in der Astronomen-Familie!

Bitte denk dran, dass Du von Andromeda unter einem Stadthimmel kaum mehr als winen milchigen Fleck wirst sehen können. Strukturen nur unter sehr dunklem Landhimmel und diese schönen farbigen Bilder aus dem Internet niemals. Da stecken stundenlang Belichtungszeit und nochmal so langen Aufbereitung des Materials dahinter.

Fürcdie Auswahl des Teleskops bzw entsprechender Tipps dafür wäre also erstmal wichtig wie Deine Bedingungen sind, genauer, ib Su sehr viel Lichtverschmutzung hast oder eher unter Landhimmel beobachtest, wenn Du auf dem Balkon bist.

Wenn in der Stadt, dann ist die nächste Frage, ob Du auch rausfahren willst, um unter dunklem Himmel zu beobachten, was die Transportfrage nach sich zieht. Einen 8" Dobsten die treppe runter zu tragen ist erheblich mühsamer als einen 6- Zöller.

Ich würde Dir empfehlen, mal einschlägige Webseiten zu besuchen wo Du erfahren kannst was man mit einem Teleskop überhaupt sehen kann. Einfach gensu das googeln!

Im Übrigen gibt es auch schöne Richfield-Linsenteleskope, die nicht sooo teuer sein müssen und sehr einfach zu bedienen sind.

CS.Oli
 
Hallo,

Die Andromedagalaxie sehe ich mit dem Fernglas nur als milchigen Fleck und andere Objekte, wie z. B. M13 lassen sich nur erahnen.
möglicherweise ist der Himmel nicht dunkel genug oder die Augen waren an die Dunkelheit noch nicht angepasst. Die Andromedagalaxie ist eigentlich ein gutes Objekt für ein Fernglas.

Zum Teleskop + Montierung:
Vielleicht wäre eine Kombi aus 130/650 PDS Newton, TSAZ5 und einem Astrostativ eine Möglichkeit.
Der Newton wiegt etwa 4 Kg und ist zwar für die Fotografie optimiert, aber ich habe mit dieser Kombi gerne beobachtet. Dazu kämen dann halt noch Okulare und weiteres Zubehör.

Gruß
Ronald
 
Hallo,

ich habe den 130/650 PDS. Für's Fotografieren ist der Klasse für den Preis. Wenn es aber nur für's Visuelle sein soll, dann ist der große Fangspiegel und der große Backfokus aber eher nachteilig. Dann müßte es der eigentlich tun:

Gruß

*entfernt*
 
Hallo Sabine,

schau Dir bitte diese Lösung an:


Habe ich selbst in Benutzung - trägt mindestens 5 kg schwere, kurzbauende Teleskope mit zuverlässiger Nachführung und punktgenauem GOTO zum Suchen lichtschwacher Objekte.

Ideal für spontane Beobachtungen. Im Bild mit Refraktor 100/460 Bresser Polaris und im EAA Einsatz mit CMOS-Kamera und Klappspiegel auf Balkon mit 1,50 m Tiefe. Andere benutzte Optiken im 2. Bild, dort mit montiertem Skywatcher 150/750 Startravel Refraktor.

Im Refraktor mit Diagonal am Okularauszug (gilt auch für den Finder) ist das Bild immer aufrecht (Du kannst also die Beschriftung der Sternkarten lesen, die Du nicht umdrehen musst!). Und bei Einsatz eines geeigneten Diagonals auch seitenrichtig. Letzteres insbesondere für den Finder zu empfehlen. Beim Teleskop selbst mindert die Bauart der seitenrichtigen Diagonale den Kontrast bzw. fügt Astigmatismus hinzu.

Gruß,
Peter

Was z.B. gehen würde wäre ein Dobson mit 150/750mm, den habe ich aber nur als push+ Variante mit leichter Rockerbox gefunden. Eine andere Montierung wird wahrscheinlich zu kompliziert vom Aufbau, denke ich mal. Kann man dieses push+ denn gebrauchen oder ist das eher nichts?
 

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Hallo Sabine,

neben einem 150/750 Newton auf einer Dobson Montierung habe ich u.a. auch einen Richfield Refraktor 102/500.

Zum schnell mal gucken nehme ich das Linsenfernrohr deutlich öfter, denn es braucht keine Zeit zum auskühlen. Große Objekte wie der Andromeda Nebel, offene Sternhaufen etc. machen damit viel Spaß, aber auch den Mond, Doppelsterne und einige Planeten kann man damit schön beobachten. Bis so 50 fache Vergrößerung stört der Farbfehler der Linse (mich) kaum. Wenn ich etwas mehr an Mond oder Planeten vergrößern will, nehme ich nur den kleinen Deckel vom Fernrohr und habe dann eine Öffnung von 50 mm. Dann schafft man gut auch eine 80 fache Vergrößerung ohne dass der Farbfehler merklich stört.
Das ganze ist klein und leicht und passt auf eine leichte AZ3 Montierung und es war günstig.

Den Dobson kann man auch am Stück nach draußen tragen, mich stört hier aber kein Balkongeländer. Das kann beim Dobson ein Problem werden. Der Newton sammelt mit 150 mm Öffnung mehr Licht, bei schwachen Vergrößerungen wird das Bild am Rand aber unscharf. Das liegt am System und lässt sich bei so einem kurzen Newton nur mit einem Komakorrektor verbessern; der kostet allerdings.

Dein armes 7x50 Fernglas hat es übrigens in der Stadt nicht einfach. Da "saufen" Objekte wie der Andromeda Nebel in dem hellen Himmelshintergrund ab. Mit einem 10 x 50 oder 8 x 40 würdest du dort sicher mehr sehen.

CS Gerhard
 
Hallo Heiko,

ich habe den 130/650 PDS. Für's Fotografieren ist der Klasse für den Preis. Wenn es aber nur für's Visuelle sein soll, dann ist der große Fangspiegel und der große Backfokus aber eher nachteilig. Dann müßte es der eigentlich tun:
hat dieser Newton einen 2" OAZ? Den finde ich schon sehr praktisch wegen des Gesichtsfelds.
Wobei ich gesehen habe, dass es einen 150/750er gibt. Das war ja der ursprüngliche Wunsch. Ob der nur fotografisch ausgelegt ist, weiss ich nicht.

Gruß
Ronald
 
Hallo Ronald,

der PDS hat einen 2"-Auszug, beim PS bin ich mir nicht sicher. Sabine meinte, es sei höchsten Platz für einen 150/750er Dobson, hat sich aber nicht darauf beschränkt. Ein 150er Newton bräuchte dann mindesten eine EQ-5-Klasse Montierung. Das wird dann wieder schwerer, teurer und braucht mehr Platz. Und dann noch 2-Zoll Objektive? Das geht ins Geld.

Gruß

*entfernt*
 
da musste ich ja einiges in euren Antworten erstmal googeln :). Diese Montierung auf einem Stativ sieht sehr kompliziert aus, glaube nicht dass ich das hinbekomme (1000 Schrauben und Rohre), muss man das jedesmal alles zusammenbauen? Habe leider von sowas keine Ahnung, will nur Sterne gucken. Diese Dobson-Montierung sieht einfacher aus. Allerdings hat hier jemand was von Balkongeländer geschrieben, unseres ist 90cm hoch, da ist die Frage ob man da vom Boden aus etwas sieht oder alles auf einen Tisch stellen müsste. Unser Balkon geht nach Südwest, Lichtverschmutzung ist sicher vorhanden, wir wohnen am südöstlichen Rand des Rhein-Main-Gebietes, Richtung Südosten (Odenwald) ist der Himmel am besten.
Mein Fernglas ist sicher nicht so optimal, es ist von meinem Vater und wiegt 1500 Gramm, das wird nach ein paar Stunden schon anstrengend, besonders wenn man direkt nach oben schaut. Muss mich nochmal nach Ferngläsern umschauen.
Eine automatische Ansteuerung zum Zielobjekt brauche ich nicht, bzw. glaube ich nicht, dass mir das dann Spaß machen würde. Wie lange muss denn ein Newton-Teleskop auskühlen bis es bereit ist?
Weiß jemand was es für einen Unterschied macht ob das Teleskop eine Brennweite von 750mm oder 1200mm hat?

Viele Grüße
Sabine
 
Hallo Heiko,

der PDS hat einen 2"-Auszug, beim PS bin ich mir nicht sicher. Sabine meinte, es sei höchsten Platz für einen 150/750er Dobson, hat sich aber nicht darauf beschränkt. Ein 150er Newton bräuchte dann mindesten eine EQ-5-Klasse Montierung. Das wird dann wieder schwerer, teurer und braucht mehr Platz. Und dann noch 2-Zoll Objektive? Das geht ins Geld.

Sabine hat bisher noch kein Budget genannt. Ich dachte, dass Sabine eher etwas Dobsonartiges wollte. Daher hätte ich erstmal keine EQ-5 gewählt.
Aber dieser 150er müsste noch von der TSAZ5 getragen werden. Damit kann sie das Teleskop hoch, runter, links rechts....wie beim Dobson bewegen.

Gruß
Ronald
 
Hallo Sabine,

wie wäre es mit einem Heritage 150p? Der ist klein, leicht, gut zu transportieren und zusammen geschoben leicht zu verstauen. Der Streuschutz kann mit ein paar Handgriffen verbessert werden und die Auskühlung geht auch schnell.
Nachteil: sehr schwere Okulare wird es wahrscheinlich nicht tragen.

Oder den von Bresser. Der hat einen Volltubus und einem 2"-Okularauszug, den man mit einem Adapter auf 1,25" reduzieren kann. Und du musst bei den Okularen nicht auf die Gewichte achten.
 
Hallo Sabine,

der ins Bildfeld passende Himmelsausschnitt ist grob gesprochen proportional zum Okularanschluss (also 2 oder 1,25 Zoll) und umgekehrt proportional zur Brennweite. Mit 750mm und 2 Zoll Anschluss erreichst du bis zu 3,5 Grad, mit 1200mm und 2 Zoll 2,2 Grad. Der Mond hat übrigens 0,5 Grad, die Andromeda-Galaxie visuell soweit ich mich erinnere über 3 Grad Ausdehnung. Und daran siehst du, wofür kürzere Brennweiten gut sein können. Nämlich, um größere Objekte oder schöne Objektkonstellationen auf einen Blick sehen zu können.

Nachteilig wirkt sich das schnelle Öffnungsverhältnis von f/5 beim 150/750 Modell auf die Randabbildung an einfachen Okularen aus, zB Plössl.

Wenn es dir eh nicht ums Push+ geht, könnten die Heritage Dobsons eine Alternative sein. Die haben nur leider lediglich einen 1,25 Zoll Anschluss, so dass ihr erreichbares Gesichtsfeld auch nicht viel über 2 Grad beträgt.

VG Klaus
 
Hallo Sabine,

da musste ich ja einiges in euren Antworten erstmal googeln :). Diese Montierung auf einem Stativ sieht sehr kompliziert aus, glaube nicht dass ich das hinbekomme (1000 Schrauben und Rohre), muss man das jedesmal alles zusammenbauen? Habe leider von sowas keine Ahnung, will nur Sterne gucken. Diese Dobson-Montierung sieht einfacher aus.
so ein Dobson lässt sich intuitiv bedienen. Auf dem Balkon müsste man ihn schon auf einen Tisch stellen, damit man über das Geländer kommt. Das fände ich zu wackelig.
Daher meine Idee, eine Montierung zu wählen, die sich ähnlich wie ein Dobson bedienen lässt und die mit Stativ hoch genug ist.

Auf dieser Seite findest Du viele Infos zur Teleskopwahl usw.

Gruß
Ronald
 
Hallo Sabine,

der ins Bildfeld passende Himmelsausschnitt ist grob gesprochen proportional zum Okularanschluss (also 2 oder 1,25 Zoll) und umgekehrt proportional zur Brennweite. Mit 750mm und 2 Zoll Anschluss erreichst du bis zu 3,5 Grad, mit 1200mm und 2 Zoll 2,2 Grad. Der Mond hat übrigens 0,5 Grad, die Andromeda-Galaxie visuell soweit ich mich erinnere über 3 Grad Ausdehnung. Und daran siehst du, wofür kürzere Brennweiten gut sein können. Nämlich, um größere Objekte oder schöne Objektkonstellationen auf einen Blick sehen zu können.

Nachteilig wirkt sich das schnelle Öffnungsverhältnis von f/5 beim 150/750 Modell auf die Randabbildung an einfachen Okularen aus, zB Plössl.

Wenn es dir eh nicht ums Push+ geht, könnten die Heritage Dobsons eine Alternative sein. Die haben nur leider lediglich einen 1,25 Zoll Anschluss, so dass ihr erreichbares Gesichtsfeld auch nicht viel über 2 Grad beträgt.

VG Klaus

das hast du gut erklärt. Was für ein Okular bräuchte ich dann denn für diesen großen Bildausschnitt? Gibts bei den Okularen auch bessere Marken und schlechtere? Wahrscheinlich schon, was wäre denn da zu empfehlen? Bis zu welcher Vergrößerung bekommt man denn bei einem 150/750mm Dobson noch ein scharfes Bild? Habe gelesen, dass 300fach auf jeden Fall zu viel wäre.

Viele Grüße
Sabine
 
Gute Frage. Mit dem Explore Scientific 30mm 82 Grad kommst du auf etwa 3,3 Grad. Das Okular soll auch gut mit f/5 klarkommen, ich habe es aber nicht ausprobiert.

Man sollte das mit dem großen realen Gesichtsfeld aber auch nicht überbewerten. Die absolute Mehrheit der für 6 oder auch 8 Zoll zugänglichen Objekte lässt sich auch bei 2 Grad im Wesentlichen überblicken, und da würde ich auch den Andromeda-Nebel zu zählen, den man dann halt abschwenkt.

Ein für mich immer wieder erstaunliches Extrembeispiel ist dagegen Nordamerikanebel nebst Pelikannebel. In den 3,5 Grad, die ich bei 16x aus meinem popeligen 80/400 Refraktor quetsche, springen sie direkt ins Auge (mit UHC Filter bei Landhimmel). Mit 200/1200 Dobson bei 2 Grad Blickfeld kriege ich die Nebel nicht so recht zusammengepuzzelt. Dann noch der gesamte Citruskomplex, der braucht auch viel Feld, aber danach muss ich auch schon überlegen, um nicht Objekte zu nennen, die nicht schon (bei vernünftigen Bedingungen) in deinem Fernglas was hermachen.

VG Klaus
 
Hallo Sabine,

um auf deine konkreten Fragen von gestern Abend einzugehen:

Für den 150/750 Newton muss ich so 1/2 Stunde einplanen, wenn ich etwas mehr vergrößern will. Wenn es rechtzeitig absehbar ist, stelle ich ihn zeitig zum Auskühlen in den Innenhof. Voll spontan, weil es z.B. plötzlich aufreißt, funktioniert halt nicht gut.

Der Unterschied zwischen dem 150/750 und einem 150/1200 ist erst einmal das Gewicht und die Länge. So 15 Jahre hatte ich in meiner Dobson Montierung (Eigenbau unseres Vereins zu meinem 50ten Geburtstag) einen 150/1200 Skywatcher mit 2 Zoll Okularauszug. Der hatte eine gute Abbildungsleistung, mit einem 40 mm Okular kam ich auf 30 fache Vergrößerung (5 mm Austrittspupille) und er war bei den Okularen sehr tolerant. Hohe Vergrößerungen waren auch gut erreichbar.
Leider wollte ich irgend wann nicht mehr alles auf ein mal nach außen tragen, Rockerbox und Tubus wurden mir zu schwer und sperrig. Außerdem war bei Beobachtung in großer Höhe die Okularposition zum Sitzen zu hoch und zum Stehen zu niedrig. Das war nichts für meine morsche Hüfte.
Deshalb habe ich einen 150/750 von Vixen in der Dobson Montierung. Da kann ich in allen Höhen bequem auf einem ganz normalen Hocker sitzend beobachten und alles auf ein mal nach draußen tragen. Für die 30 fache Vergrößerung verwende ich jetzt ein 25 mm Superplössel Okular. Das bringt etwas mehr Gesichtsfeld als das 2 Zoll Okular am langen Newton dafür aber längliche Sterne am Bildfeldrand. Auch beim Versuch stark zu vergrößern lässt es so ab 150 fach deutlich nach. Man kann nicht alles auf ein mal haben erst recht nicht als verarmter Rentner, der nicht bereit ist für das Okular ein Vielfaches des Fernrohrpreises zu zahlen.

CS Gerhard
 
Der Unterschied zwischen dem 150/750 und einem 150/1200 ist erst einmal das Gewicht und die Länge.

Ein weiterer Unterschied ist die Justiertoleranz. Bei f/5 hast du eine Toleranz auf den optischen Achsen von ca. 1mm, damit das Teleskop noch beugungsbegrenzt abbilden kann. Nur mit Laser wird das schon schwierig. Bei f/6 ist die Toleranz schon mehr als ein halber cm. Das muss sich dann schon arg verstellen, und wenn reicht eine einfache Justage aus. Außerdem braucht man sich ab f/6 über die Okularwahl keine großen Gedanken machen.

Bei einem Newton würde ich deshalb für Anfänger und Zwischendurchspechtler NIE unter f/6 empfehlen. Das wären in dem Fall 150/900. Da ist das Feld immer noch groß genug, man kann alle sinnvollen Austrittspupillen einfach erreichen und hat die ganzen Nachteile nicht.

CS Joachim
 
Hi Sabine
so ein kleiner Newton mit 5 oder 6 Zoll ist ein recht universelles Gerät, insbesondere wenn er einen 2" Okularauszug hat. Selbst wenn Du jetzt noch nichts in der Richtung kaufen würdest hättest Du die Option hier irgendwann mal z.b. mit dem genannten 30 mm ES 82 Grad große Areale beobachten zu können.
Das hat auch einen Reiz aber es ist auch nur ein Teilaspekt, den jeder für selbst bewertet. Ich mag es sehr gerne, andere nicht.
Balkon ist bequem aber oft eine Seeingfalle, weil es dort durch die Temperaturunterschiede, Haus außen und innen und Außenluft zu thermischen Luftbewegungen kommt. Diese wiederum verursachen scheinbare Bewegungen der Sterne, die Du durchs Teleskop geschaut, mit vergrößerst. Insofern würde ich Garten oder freies Feld vorziehen vor allem wenn hoch vergrößert werden soll. Damit geht für mich einher, Dich auf das Thema Transportabilität aufmerksam zu machen. Ohnehin ist ein nur leicht dunklerer Himmel visuell auch für Deepsky ein oft deutlich erkennbarer Gewinn.
Zurück zum Balkon. Ich würde das Gerät erhöht aufstellen. Ich habe u.a. einen 130/650 Newton und habe diesen mit einem Stahlrohrstativ wie es sie für die EQ5 gibt und einer Giro XXL Montierung montiert. Über das Stativ mti den ausziehbaren Beinen kannst Du die gewünschte Höhe einstellen und dann zum Beobachten bequem sitzen - ein nicht zu unterschätzender Komfortgewinn.
Zu den Okularen ohne das Teleskop zu kennen schwer was sagen. Die Beigaben die man beim Neukauf hat, sind verwendbar aber mehr auch nicht. Es ist also fast zwangsläufig dass man i.S. Okulare früher oder später investieren wird. Oft mehr als für das eigentliche Teleskop. Klingtfür manche komisch ist aber so. Und wenn man es live erlebt hat und mal vergleichen konnte wird man es zumeist auch selbst erkennen. So zumindest meine Erfahrung mit zahllosen Einsteigern.

All dessen ungeachtet, meine ich RheinMainGebiet gelesen zu haben. Wie immer gilt aus meiner Sicht: Probekucken und eigene Meinung bilden ist mind. genauso wichtig wie die Theorie.
Sofern Du möchtest und mobil bist, bist Du gerne eingeladen mit mir/uns mitzubeobachten.
CS
 
wisst ihr denn wie hoch die Einblickhöhe eines 150/1200 Newton mit Dobsonmontierung? Habe mir jetzt erstmal zwei Deep Sky Bücher (Reiseführer und Atlas) bestellt.

Viele Grüße
Sabine
 
danke, das geht ja von der Höhe. So wie es aussieht hat eine kurze Brennweite einige Nachteile, wäre denn der 150/1200mm Dobson besser oder ist da die Brennweite zu groß?

Viele Grüße
Sabine
 
Hallo Sabine,

nö ist nicht zu groß. Außer man will fotografieren, da gilt um so länger desto schwieriger. Ich sehe dann nur keinen großen Grund mehr, nicht gleich auf 200/1200 zu gehen. Okay ein bisschen handlicher und leichter ist der 150er schon, und etwas günstiger. Aber das Mehr an Öffnung bei fast gleicher Tubuslänge ist wirklich nicht zu verachten.

VG Klaus
 
ja, größer wäre natürlich schon schön. Leider wiegen die 8“ gleich fast doppelt so viel und so ein rutschiger Tubus ist sicher nicht so handlich, ist ja auch kein Griff dran :) . Bleibt denn der Tubus wenn man ihn in die Rockerbox hebt einfach so stehen, so dass man dann die Schrauben festziehen kann oder muss man gleichzeitig noch das Teleskop halten? Ich bin gerade dabei mir die verschiedenen Sucherarten anzusehen und überlege ob nicht doch ein aufrechtes, seitenrichtiges Bild am Sucher einfacher wäre, da es dann mit Sternenatlas und Himmelansicht übereinstimmt. Es gibt auch solche Winkelsucher, da kann man evtl. besser reinsehen? Leider gibt es überall Lieferprobleme mit den Teleskopen, so dass ich noch genügend Zeit habe alles gründlich zu überdenken und überlegen kann, was ich noch alles benötige (Justierlaser oder Mondfilter, welche Okulare?).

Viele Grüße
Sabine
 
Die Dobsons sind nicht alle genau gleich gebaut.
Es gibt Unterschiede zB wie diese auf die Rockerbox gesetzt werden.
Ich würde raten, eine "klassische" Bauweise zu nehmen mit einfachen Höhenrädern, so wie hier im Bild:
Link zu TS
Den kannst du einfach rein setzen und gut. Danach die Federn einhängen.
Von den "Friktionslagern" halte ich persönlich nicht so viel.
Man kann den Tubus auch festhalten, in dem man hinten etwas hineingreift bzw. hinten am Rand festhält und mit der anderen Hand den Tubus. Das ist prinzipiell kein Problem.
Ein 8" ist leicht zu schaffen.

Justierlaser oder andere Justierhilfe ist anzuraten.
Bei 8" an hellen Planeten auch ein oder 2 Graufilter.

Okulare hängt sehr vom Budget ab.
Am Dobson besser großes Gesichtsfeld ...

Gruß Martin
 

das ist relativ...der von die verlinkte Tubus wiegt 13kg, das ist mir leider zu schwer. Dann werde ich mal schauen wie die einzelnen Dobsons „eingehängt“ werden. Habe mir jetzt erstmal ein leichtes Fernglas bestellt, mit meinem 1,5kg Brocken bekomme ich Augenschmerzen.

Viele Grüße
Sabine
 
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