Lohnt sich ein binokularer Ansatz im Vergleich zu einem Großfernglas?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Joss1
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Joss1

Aktives Mitglied
Hallo Ihr Lieben,

ich weiß nicht genau, ob die Frage in diese Sparte gehört? Hmm...ich probiers einfach mal. ; )

Jedes optische Gerät hat seinen Himmel/Himmelsobjekt.
Mit einem FG den Sternehimmel zu beobachten ist leicht, unkompliziert und immer ein Erlebnis, da ich beide Augen benutzen kann.
Wenn ich jedoch Details oder sehr kleine lichtschwache Objekte betrachten möchte, brauche ich schon mehr Öffnung und eine solide Montierung, um das erreichen zu können. Dies ist dann meistens monokular.

Einen Schritt dazwischen wären dann die Großferngläser mit Wechselokularen, oder halt ein binokularer Ansatz für mein Teleskop.

Lohnt sich ein binokularer Ansatz im Vergleich zu einem Großfernglas?
Mir ist bewußt, dass das von vielen Faktoren abhängt: Art des Teleskops(Refraktor, Spiegel, Schmidt-Cassergrain, Maksutov, usw), Öffnung, Öffnungsverhältnis, ...

Habt Ihr Erfahrungen wie der Unterschied zwischen einem Groß-FG und einem Bino-Ansatz am Teleskop ist?
"Schluckt" der Bino-Ansatz beim Teleskop viel Licht im Vergleich zum Groß-FG?

Freue mich auf Eure Antworten.

CS
Joss
 
Hallo!
"Schluckt" der Bino-Ansatz beim Teleskop viel Licht im Vergleich zum Groß-FG?
Nein, das nicht. Aber er verteilt das Licht von einem Objektiv auf zwei Okulare, von denen dann bei jedem nur die Hälfte der Photonen ankommen. Für gleiche Helligkeit muss ein Fernrohr mit Binoansatz also mehr Öffnung haben als ein Fernglas (ausrechnen kann man das ganz einfach über die Fläche der Objektivöffnungen). Bei größerer Öffnung haben Fernrohre meist auch mehr Brennweite, so dass es dann schnell keinen echten Vergleich zwischen der einen und der anderen Alternative mehr gibt.

Wenn ich es mir leisten könnte, dann hätte ich am liebsten beides. Müsste ich mich für eines entscheiden, dann würde ich das Fernrohr wählen. Das ist insgesamt universeller einsetzbar als ein Großfernglas. Und das Großfernglas braucht für maximalen Nutzen eine spezielle Montierung, die man für nichts anderes verwenden kann, was mich alleine schon abschrecken würde. Inzwischen habe ich mehrere Binoansätze in meiner „Sammlung“, auch etliche Okularpaare. Mein größtes Fernrohr hat 200mm Öffnung. Fernglasmäßig habe ich bei 60mm (Miyauchi 15x60, auch schon mit Wechselokularen) für mich den Schlußstrich gezogen. Das kann ich noch mit einem Fotostativ verwenden.

Viele Grüße
Maximilian
 
Hallo Maximilian,
danke für Deine Antwort.
Wann setzt Du denn den Bino-Ansatz bei Deinem 200mm Teleskop(Dobson?) ein? Mond und Planeten, da ja ausreichend Licht vorhanden ist?

Mein größtes FG ist ein 20x80 von TS. Ist schon ein Brummer, der ein gutes Stativ braucht! Ist aber auch ein wahnsinns Bild, dass Du halt mit beiden Augen hast. Da wäre halt etwas mehr Vergrößerung für Details super. ; )))
Aber...genau wie Du es auch sagst: Es ist eine Frage des Geldes.
 
Prinzipiell ist ein Fernglas oder ein Doppelrefraktor einer Optik mit Binokularansatz für visuellen Einsatz immer überlegen, aber es kommt auf das Kaliber an, ob das dann auch praktikabel ist:
  • Oberhalb einer Öffnung von 80 mm pro Optik wird es zusehends aufwändiger, eine doppelte Optik zu konfigurieren und zu montieren. Und oberhalb von 150 mm trauen sich nur noch eingefleischte Individualisten, sowas umzusetzen.
  • Die Kosten von Binokularansätzen rechnen sich erst für größere und ganz große Optiken. Wegen der Lichtaufteilung werden sie dann vor allem für helle Objekte wie Sonne, Mond und Planeten, aber weniger für lichtschwache Deep-Sky Objekte eingesetzt, zumal es de facto auch kaum Ansätze in 2" gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dank der binucular Summation erscheint das Bild mit Binokularansatz bei gleicher AP NICHT dunkler, als monokular. Ein erheblicher Vorteil besteht darin, dass das Hirn nun das Sensorrauschen der Netzhaut herausrechnen kann. Die Anschaffung eines Binos ist ein wahrer Augenöffner, als hätte man plötzlich ein größeres Teleskop. Einen Weg zurück gibts es nicht.
LG, Olli
 
Danke an Peter und Oli für Eure Antworten.

Das finde ich auch, dass es wesentlich entspannter ist und mehr Details zu erkennen sind, wenn man beide Augen nutzen kann.
Gerade bei Mond, Planeten und hellen DS-Objekten macht sich das bestimmt bezahlt.

Gibt es eine "Untergrenze" an Teleskop-Öffnung, die man für einen Bino nicht unterschreiten sollte(zB 100mm)?

Ein Groß-FG von 100mm, oder größer mit Wechselokularen fände ich auch super, aber das kostet halt auch ne Stange Geld. ; )
 
Hallo!
Hallo Maximilian,
danke für Deine Antwort.
Wann setzt Du denn den Bino-Ansatz bei Deinem 200mm Teleskop(Dobson?) ein? Mond und Planeten, da ja ausreichend Licht vorhanden ist?
Ich nutze den Binokularansatz für alles was ich mit dem Fernrohr (C8) beobachte. Es ist einfach deutlich entspannter mit beiden Augen zu sehen als nur mit einem. Kugelsternhaufen z.B. (auch wenn sie objektiv im Binokularansatz dunkler sind, da stimme ich Peter zu) sehen subjektiv nicht dunkler aus und zeigen beidäugig deutlich mehr Details.

Und wirklich helle Objekte wie den Mond kann ich einäugig gar nicht mehr anschauen. Die extreme Helligkeitsdifferenz zwischen den Augen verursacht schon sowas wie körperliches Unbehagen... wenn man den Mond einmal durch den Binokularansatz betrachtet hat ist man lebenslang darauf festgelegt :)

Viele Grüße
Maximilian
 
Eine gute Optik hat halt ihren Preis, verspricht aber einmalige Erlebnisse.

Das "befürchte/hoffe" ich auch, dass wenn man den Mond mit beiden Augen im Teleskop beobachten kann, man nichts anderes mehr haben will. ; )

Welche Okulare sind denn nach Eurer Erfahrung sinnvoll an einem Bino einzusetzten?
 
Erzähl mir doch nicht, was ich jeden Tag selbst sehe.
Das Gehirn ist so nett und summiert die empfundene Helligkeit beider Augen auf.
Bevor ich ein Bino hatte hab ich auch Gedacht, dass ich neue ND Filter für die Sonne brauche, weils sonst bei Hochvergrößerung vllt zu dunkel würde, aber Nö, nicht mal bei Deepsky ist das Bild dunkler. DAS ist doch gerade DER Vorteil von Doppelfernrohren gegenüber Binokularansätzen, man erkennt im 150er Doppelfernrohr pkötzlich easy Spiralarme an Galaxien, die mit nem 10" Monokular gerade zu erahnen waren.
 
Hallo!
Welche Okulare sind denn nach Eurer Erfahrung sinnvoll an einem Bino einzusetzten?
Für kurzbrennweitige Fernrohre kann ich nicht sprechen, aber bei einem langbrennweitigen geht es eigentlich mit allen Okularen gut, mit denen man auch sonst am Fernrohr beobachtet.
Meine am Binokularansatz meistverwendeten Okularpaare sind diese: Für kleine Vergrößerungen Baader Eudiaskopic 35mm (oder 30?) - gibt es allerdings nicht mehr neu und „Planetary“ 25mm - Chinadinger, allerdings ziemlich gute, die es unter verschiedenen Namen hierzulande gibt, z.B. von TS.
Dann habe ich für höhere Vergrösserungen noch ein Paar angepasste Mikroskop-Okulare von Wild, die sehr gut funktionieren. Manche der einfachen Plössls habe ich auch doppelt, die verwende ich aber eher selten am Binokuaransatz. Momentan suche ich noch ein zweites Celestron Luminos 10mm, denn das gefällt mir ausgsprochen gut. Das könnte allerdings von der Größe schon knapp werden am Bino.

Grüße
Maximilian
 
An Olli,
kannst Du mir/uns Dein Bino-Set-Up vielleicht mal vorstellen(Teleskop,Bino und Okulare)?

Da Du ja viel Erfahrung hast, kannst Du vielleicht mal von Deinen Erfahrungen erzählen?
Auch interessant wäre was man beachten sollte, wenn man ein Bino an sein Teleskop anbringen möchte.

Danke
 
Spätestens an helleren DS Objekten macht sich der aufgeteilte Strahlengang eines Binoansatz bemerkbar.
Für Sonne, Mond und Planeten wahrscheinlich noch kein Problem, an lichtschwachen Nebeln und Galaxien aber schon.

Gruß Horst
 
Super Maximilian, das hilt mir echt weiter.

Hab einen Refri 120/1000 und einen Mak 127/1500.

Bei Refri kann das mit dem Bino wohl schwierig werden, wegen dem Lichtweg. Bei Mak ist das wohl unproblematisch.
 
Hallo!
Bei Refri kann das mit dem Bino wohl schwierig werden, wegen dem Lichtweg. Bei Mak ist das wohl unproblematisch.
Ja. Am Refraktor brauchst Du noch einen Glaswegkorrektor. Ist eigentlich kein Problem, schluckt aber auch ein bisschen Licht und verbessert das Bild nicht unbedingt. Bei Deinen 120mm Öffnung reicht es aber trotzdem noch für viele Objekte.

Grüße
Maximilian
 
Ich habe das TS GF Bino (das Baader ist seit 1,5 Jahren bestellt...) und benutze dies am Skywatcher ED 120/900, welcher mit Baader Steeltrack nachgerüstet ist. Am Baader Herschelkeil brauch ich einen 1,7x GWK, da benutze ich Morpheus Pärchen 12,5mm (120x), 9mm (170x) und 6,5mm (240x).
Am Baader BBHS T2 Zenithspiegel benutze ich für Mond und Planeten die selbe Kombo, da komme ich aber auch mit dem 1,25x GWK in den Fokus, mit Baader Hyperion 24mm bei 47x und 1,5° reales Feld macht das schon tierisch Bock. Der GWK ist bei F/7,5 definitiv nötig, denn ohne bekomme ich durch den Glasweg ordentlich CA, mit GWK bleibts schön farbrein. Wie gesagt, ein Binoteleskop ist nochmal deutlich besser als ein Binokularansatz, aber dennoch, der Gewinn gegenüber Monokular, trotz Aufteilung der selben Photonen, ist unbestreitbar da, und sehr überzeugend. Für mich gibt es jedenfalls kein Zurück mehr.
LG und CS, Olli
 
Danke schön.
Ich denke auch, dass ein Bino kein Ersatz für ein richtiges Groß-FG sein kann, aber es ist ein guter Kompromiss.
Und wie Du sagst, am Refraktor ist ein Glaswegkorrektor erforderlich.
Ich glaube, dass ein Bino schon in bestimmten Bereichen(zBMond) ein Game-Changer sein kann.

Ich würde ja echt gerne mal durch ein 150 mm FG durch den Himmel wandern. ; )
 
Danke Olli,
wie gerade auch schon beschrieben, glaub ich auch, dass ein Bino mit anständigen Okularen nochmal ein Turbo fürs Teleskop/Beobachten ist.
Vor allem ist es finaziell eher zu haben, als ein Groß-FG(100 mm aufwärts, mit Wechselokularen) ; )

Falls der liebe Onkel B. Gates oder E. Musk mitliest...falls Ihr gar nicht wisst, was ihr mir zu Weihnachten schenken könnt,... ; )))
 
Hi!

Ich würde sagen, das kommt darauf an, wieviel Geld du investierst. Dass ein Doppelteleskop/Fernglas prinzipiell besser ist als ein Teleskop plus Bino-Ansatz, lässt sich nicht so allgemein sagen.

Wir haben im Verein den Vorgänger vom Omegon Fernglas Nightstar 20+40x100 Doublet mit wechselbaren Okularen. Nettes Gerät, als Montierung ist entweder eine schwere APM Gabelmontierung auf Berlebach Uni oder eine 10Micron Leonardo im Einsatz. Beide Kombinationen sind auch nicht transportabler als ein Teleskop. Das Fernglas ist hübsch, aber wesentlich höher als die 40x wollte ich damit auch nicht vergrößern. Für Planeten ist das nichts.

Als Bino-Ansatz haben wir ein altes Baader Großfeldbino, am 150/2250-Refraktor mit 1,7x Glaswegkorrektor, macht mit 35mm-Okularen eine Minimalvergrößerung von 110x bei 1,3mm AP, oder am C14 ohne GWK eine ähnliche Vergrößerung bei 3,1mm AP. Tolle Sache an Mond und Planeten, aber ich war da auch der Meinung, dass das Bino für Deep-Sky witzlos ist und nur was für hohe Vergrößerung. Bis ich auf einer Sternennacht mal den Orionnebel im großen Dobson mit Bino sehen konnte.

Für ein Großfernglas, das auch wirklich hohe Vergrößerungen ermöglicht, blätterst du einiges mehr hin als für ein größeres Teleskop mit Bino-Ansatz. Am ED80/600 komme ich mit dem Sternwarten-Bino und 1,25x GWK in den Fokus und bin bei 20x, kann aber auch bis zur Höchstvergrößerung gehen – und habe bei ähnlichem Geldeinsatz (ED80 plus Bino und Zenitprisma ist nicht teurer als das 100er Großfernglas der Sternwarte, aber von besserer Qualität) eine ähnliche Minimalvergrößerung. Von daher ist der Bino-Ansatz flexibler und wäre meine erste Wahl.

Die meisten Ferngläser sind ja auch eher kurzbrennweitig (so um die f/5), da zeigt sich bei hoher Vergrößerung gerne Farbe, selbst wenn das Bild deckungsgleich bleibt. Bei hoher Vergrößerung die selbe Qualität wie im Bino-Ansatz wird teuer. Gut: Spätestens bei Modellen wie dem TEC-Bino z.B. hätte ich keine Bedenken, dass es einen Bino-Ansatz immer versägt; bei bezahlbaren Lösungen schon eher ;) Kommt halt auf die verbaute Optik an.

Beste Grüße,
Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Kerste,

spannend Dir zuzuhör...lesen. ; )

Mit einer guten Kombi aus Teleskop, Bino (+GWK) und Okularen habe ich wahrscheinlich ein besseres "Bino-Erlebnis", als mit einem preislich vergleichbaren oder sogar etwas teureren Groß-FG.
Hmm...klingt gut!
Mit "wenig" Mitteln viel erreichen.

Ich liebe FG. Grab and go. Auch mein 20x80 ist schnell auf ein Stativ gepackt...los gehts!

Mit dem Teleskop kann man halt sehr hoch vergrößern, was genauere Beobachtungen ermöglicht.
Wenn man dann, als extra noch einen Bino-Ansatz am Teleskop genussvoll nutzen kann....ja dann macht das richtig Sinn!

Ladies and Gentlemen...Preis-Leistungs-Sieger ist dann der Bino-Ansatz!!! ; )
 
Das Gehirn ist so nett und summiert die empfundene Helligkeit beider Augen auf.
Anscheinend bemerkst du also einen Faktor 2 im Lichtfluss gar nicht - wie praktisch, da ergeben sich ja schier unerschöpfliche Einsparmöglichkeiten, wenn man das in umgekehrter Richtung fortsetzt. Bei mir funktioniert das leider gar nicht.

Ich würde sagen, das kommt darauf an, wieviel Geld du investierst.
Da wären wir dann bei den berüchtigten Vergleichen von Birnen und Äpfeln oder Gurken angekommen, mit denen sich alles beweisen oder widerlegen lässt.

Für Binokulares Sehen gilt halt wie für alle menschlichen Wahrnehmungen der Spruch von Jean-Jacques Rousseau:

Jamais la nature ne nous trompe,
c'est toujous nous qui nous trompons.


Gruß, Peter
 
Ich habe mir das Denken und Rechnen erspart, und mir einen Binoansatz und ein 100/550er Bino geleistet. Somit brauche ich mich nicht auf eine Seite schlagen. :cool::D

Beides ist toll. Den Ansatz kann ich schnell mal ins Fernrohr stecken (Mond, etc.) und muss das Bino nicht aufbauen. Wenn ich Felder abgrasen will, dann stell ich das Bino auf und lass das Teleskop beiseite. Erst hatte ich natürlich den Ansatz, bevor Markus mit seinen großen EDs ankam...

lg
Niki
 
Anscheinend bemerkst du also einen Faktor 2 im Lichtfluss gar nicht - wie praktisch, da ergeben sich ja schier unerschöpfliche Einsparmöglichkeiten, wenn man das in umgekehrter Richtung fortsetzt. Bei mir funktioniert das leider gar nicht.
Du hast also einzelne Fetzen meiner Aussage rausgepickt, neu kombiniert, und auf einen falschen Zusammenhang angewendet.
Damit wären wir bei provozierendem Blödsinn angekommen.
Schau dir doch mal die Sonne mit Bino an und mach mal abwechselnd ein Auge zu und wieder auf. Du wirst überrascht sein, wie sich das auf die Empfundene Gesamthelligkeit auswirkt.
Auch der Orionnebel ist mit Binoansatz immernoch genauso hell, da an jedem Auge 50% ankommen und das Hirn das dann zu 100% rekombiniert, und dabei praktischerweise auch noch das Sensorrauschen der Netzhaut rausrechnet, weshalb man Details auch noch einfacher erkennen kann als Monokular.
LG, Olli
 
Ich habe zwar recht wenig Erfahrung mit Binoansätzen (war für mich unterm Strich am Dobson Murks), mich hat u.a. erschrocken wie dunkel mir der Orionnebel mit einer AP von ca. 1,5mm im Vergleich zum monokularen beobachten bei etwa gleicher AP vorkam. Außerdem lese ich hier zum ersten Mal von einer Summation der Helligkeit, ansonsten finde ich nur Bestätigungen des Helligkeitsverlusts. Ich kenn die Summation nur als empfundene höhere Vergrößerung bei binokularer Beobachtung...

Gruß Horst
 
Also bei nur 1,5mm AP kommt man bei 50% pro Seite vllt schon an die Reizschwelle des Auges. Ich mache Deepsky eher bei 2,5 bis 3,8mm AP.
Da fällt mir grad ein, dass ich noch nicht mit Bino auf KSH gegangen bin.
Geradezu schändlich von mir.
CS, olli
 
Hi Joss,
Welche Okulare sind denn nach Eurer Erfahrung sinnvoll an einem Bino einzusetzten?
Das 18mm und das 10mm Ortho von Baader gefallen mir am besten und sind meine meistgenutzten für Mond und Sonne am Bino am 4"Refraktor.
Das aktuelle 32mm Plössl braucht gleich nen gutes Bino von Baader ansonsten gibt es da schon kräftig Randabschattung bei den günstigeren, auch der Sehkomfort mit dem sehr langen Augenabstand der 32er Baader ist etwas Gewohnheitsbedürftig. Die 6mm Orthos haben einen sehr kurzen Augenabstand was nicht gerade der größte Komfort ist, bringen es aber sehr gut am nahen Planeten und Sonne und Mond wo es ordentlich Licht gibt.
Helle DS geht auch noch gut in sehr dunkler Umgebung mit dem 32/18/10ern.
Sehr zu empfehlen ist das Baader System für Binos zwecks Lichtweg. Sache die ich noch nachgerüstet habe vor ein par Tagen war ne ordentliche und zuverlässige Clicklock Klemmung am Okular Auszug(OAZ). Jetzt kann ich die ganze Sache drehen wo ich das immer für besten Komfort wünsche, da rutsch nichts mehr weg accidental, und hält das Bino ohne wenn und aber.
Ein Detail!! das meines Ermessens sehr wichtig ist bei Binos, das dein Teleskop ordentlich Backfokus hat, das mit den Glasweg Korrektoren ist nicht gerade der Hit meiner Meinung nach.
Ich beobachte sehr viel Sonne, Mond und Doppelsterne mit dem Bino, und empfinde mit meinen vorzüglichen(machbaren)Targets das Seherlebnis mit dem Bino um einiges gesteigert zu haben.
Wäre ich mehr auf DS aus, klar dan wäre ein 100/150 Qualitäts!-Doppelrohr der Winner....
Ich bin sehr zufrieden mit meinen machbaren Sachen auf nem langen 4"Refraktor unter stark Lichtverschutzten Himmel.

Mit einem Gruß & CS,
- Martin
 
Da wären wir dann bei den berüchtigten Vergleichen von Birnen und Äpfeln oder Gurken angekommen, mit denen sich alles beweisen oder widerlegen lässt.
Die kann ich sogar sinnvoll vergleichen – zum Beispiel, wenn ich Obstler brennen will, den Kilopreis wissen will oder ob sie Allergien verursachen ;)

In der Praxis gibt's halt immer irgendwelche Grenzen.
  • Bin ich Budget-begrenzt? Dann erhalte ich für das Geld eines Teleskops mit Bino ein nicht so hochwertiges Großfernglas, das ggf. trotz mehr Öffnung nicht mehr zeigt.
  • Bin ich Gewichts-begrenzt? Dann bin ich eher bereit, ein etwas größeres Teleskop zu schleppen als ein etwas kleineres Großfernglas, zumindest wenn wir die 100mm Öffnung deutlich überschreiten.
  • Will ich hoch vergrößern? Pluspunkt für den Bino-Ansatz.
  • Will ich bei niedriger Vergrößerung bleiben: Griff zum (gerne auch günstigen) Großfernglas.
  • Ist Geld kein Problem? Dann das große Doppelteleskop, idealerweise plus Personal, das mir das Ganze trägt (150mm monokularobjektivar trage ich noch – als Doppelrohr eher nicht), oder fest aufgebaut irgendwo. Und ein kleines, handliches Fernglas, das immer griffbereit ist;)
  • Ist die Mechanik ein Problem? Wenn ich den Bino-Ansatz justieren lassen muss, kann ich das Teleskop immer noch nutzen; beim Großfernglas stehe ich nur mit der Montierung da (und wir hatten sowohl Bino als auch Großfernglas schon zum Nachjustieren gehabt).
Das schöne ist: Beweisen muss ich gar nichts, im Rahmen der Budget-Limitierung (Low-End-Großfernglas) kann ich beides nutzen. Und nutze es gerne, seit das Großfernglas mit einem Sucher upgegradet wurde. Beides macht Spaß und hat seine Einsatzgebiete. Privat steht der Bino-Ansatz auf der Einkaufsliste, um eine ganze Reihe von Handferngläsern zu ergänzen.

=> Martin: Einen Vorteil haben die GWKs: Der Lichteintritt vom Bino ist dann weiter hinten im Strahlenbündel vom Teleskop, wo es schmäler ist. An schnellen Systemen vignettiert es somit den Strahlengang weniger. An einem langsamen Teleskop, bei dem das Lichtbündel auch zehn Zentimeter vor dem Brennpunkt schmal genug für den Einlass des Binos ist, stört das nicht mehr. Aber der Trend geht ja zu lichtstarken Optiken.

Beste Grüße,
Alex
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben