Zitat von ESEurope:
Hallo Lajos,
genau das Aufschwingen ist ein Problem, und das mit bezahlbaren Motoren hinzubekommen ist natürlich genau die Kunst. Bei Servos ist das aber weniger eine Frage der Motorqualität, sondern eine Frage der Encoderqualität - man hat ja bei einem Servo einen Regelkreis. Bei einem Schrittmotor ist das (meistens) anders - man schickt ein Kommando "gehe 14/32 Schritte in die Richtung x" und glaubt dann, daß der Motor das auch macht. Also nur eine Steuerung, keine aktive Regelung. Was man dadurch aber an Komplexität bei der Motoransteuerung verliert, muß man bei der Qualität der Motoren und der Untersetzung wieder reinstecken - Geschenke gibt es auch hier nicht. Deshalb - und aufgrund der besseren Dynamik der Servos- verwenden wir Servomotoren.
Clear skies
Tassilo
Hallo Tassilo,
das die Wahl von guten Servos mit Encodern besser ist, als einen einfachen Schrittmotor zu verwenden (der wohlmöglich mit Encoder ein vielfaches mehr kostet). Daran lasse ich keinen Zweifel.
Was die Ansteuerung des Schrittmotors anbelangt, dann ist Deine Darlegung irreführend.
All die Steuerungen FS2, Pulsar, Skyscan würden keine siderische Geschwindigkeit realisieren können, wenn sie keinen Regelkreis implementieren würde. Dieses zeitliche Thema bekommt man nur dann hin, wenn man mit einer gewissen Schrittfrequenz einen Motor ansteuert, in dem man Positionen eher abfragt (ob man sie implizit in der Software mitzählt oder aus einem Encoder ermittelt).
Ich kann einen Schrittmotor auf "logischer" Ebene ähnlich ansteuern, wie einen Servo motor. Genauer:
- Beim Servo kann die Steuerung eine gewisse Drehfrequenz vorgeben (
- Beim Stepper eine gewisse Schrittfrequenz (Steps per Second)
Beide kommt aufs gleiche raus.
- Beim Servo muß die Logik die Positionsabfrage des Encoders machen
- Beim Stepper muß die Logik Schritte zählen
Beim Schrittmotor hat man den entscheidenden Nachteil, daß die auf logischer Ebene gezählten Schritte nicht unbedingt dem entsprechen müssen, was physikalisch wirklich gelaufen ist. z.B. Wenn eine Motor blockiert oder respektive des Drehmoments Schrittverluste hat. Das ist der entscheidender Nachteil. Zumal sich das Drehmoment des Motors mit abnehmender Mikroschrittskalierung nachteiligt entwickelt. Das ist ein weiterer Nachteil.
Abhilfe / Mittel gegen Schrittverluste: Aufrüstung Motoren und der Steuerung durch Encoder und entsprechender Logik diesen Sensor zu berücksichtigen.
Die Schrittverluste können beim Schrittmotor also bei kleinen Drehfrequenzen auftauchen. Das kann man von der Laufzeit her beim Servo prima abfangen. Das ist sein Vorteil. Ein einfacherer Motor, evtl. besseres Drehmoment und durch den Encoder hat man ein genaueres System als "Schritte" prediktiv zu erwarten.
Bei hohen Drehfrequenzen kann es sein, daß selbst ein Servo-System Fehler im Tick-Management hinnehmen muß, warum? Weil die Steuerung nicht mehr hinterher kommt die Positionen in Echtzeit auszulesen. Dann muß man die Drehfrequenz entsprechend anpassen.
Grundsätzlich läßt sich zur Steuerungslogik hin diese Sicht auf Servo UND Stepper anwenden. Steuerungen, die ein Tick-Management auf logsicher Ebene Closed-Loop Realisieren sind:
* Treiberstufen von Nanotec (steuert BDLC Motoren und Stepper, Beispiel SMCI 35, ca. 50 Volt und im Peak 6 A)
* Die Pulsar 2 Steuerung von Andras DAN (Brushed DC's)
Ob dann später ein Torque-Motor mit hochgenauen Encodern drann hängt ist völlig periphär.
Oder ob man wie im TDM einen PIC-Prozessor mit Encoder-Gimmiks mißbraucht (;-)), um den Autoguider-Anschluß zu verwurschteln.
Aus den letzten beiden Ansätzen wird klar, ich brauche nicht mal einen Servo-Motor mit Encoder auf der Antriebsachse. Und die Materialkosten sinken in der genannten Reihenfolge von mehrern 1000 Euro bis zu 100 Euro.
Zu Deiner Aussage: Man hat mit einem Servo noch lange keinen Regelkreis. Die Steuerungslogik machts aus, genauso wie eim Stepper, wie beim Torque-Motor mit Renishaw-Motoren oder beim PIC-System mit Heidenhain-Encodern.
Ob man Schritte zählt oder Encoder auswertet. Oder ob man einen Stepper mit Encoder bestücke. Auf logischer Ebene ist es einerlei. Phyikalisch gesehen ist der Servo im Vorteil (sofern es kein Rappelprodukt für Nähmaschinen ist)
Die Qualität beider Verfahren unterscheidet sich in der Verlusten der Ticks. Und die kann bei einem Encoder System durch verschiedene Arten der Auswertung variieren. Das man auch hier mit gewissen Fehlerquoten zu zun haben kann, die man aber beherrschen kann, zeigt eine der besten Servo-Steuerungen auf dem Markt (die es sogar erlaubt, den Fehler einzugrenzen).
CS