Mars mit Polkappe visuell! Unglaublich!!! | Seite 2 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Mars mit Polkappe visuell! Unglaublich!!!

cajserdakel

Mitglied
Für die Polkappe und enige der Details (dunklere Struktur in der Mitte, zum Pol verjüngender Verlauf) braucht man keine große Öffnung. Gestern gegen Mitternacht gut beobachtbar mit einem 125er Zweilinser und 200x. Vergleich am manuell nachgeführten 200er Newton und ebenfalls 200x mit dem gleichen Ergebnis. Wenn das Seeing und die Durchsicht passt, kann man locker bis 1mm AP gehen - ist ja hell genug. Klar, ein 16er Dobson kann bei guten Bedingungen mehr Deteils hervorheben. Mit meinem 8er und der Linse hatte ich gestern so viel Mond/Planeten/Klassiker-Spaß, dass der Dobson zerlegt im Astrozimmer pausieren dürfte. Untermalt wurde die Nacht durch das Wetterleuchten der Gewitter in den Alpen.
 

ws_mak12

Mitglied
Hallo Ewald,

ich beobachte seit ca. 36 Jahren Planeten mit unterschiedlichsten Teleskopen und habe daher meine Erfahrungen ständig weiter ausgebaut. Sehr glücklich und dankbar bin ich, dass meine Augen selbst im fortgeschrittenen Alter noch einwandfrei funktionieren.

Ehrliche Frage, nicht weil ich Morgen meinen Dobson wegwerfe und was neues kaufen will, was für eine Ausrüstung, grob umrissen braucht es um
Deinen Dob brauchst gewiß nicht wegwerfen. Alles was es braucht um ähnlich schöne Erlebnisse bei der Planetenbeobachtung zu haben, liste ich wie folgt kurz auf. Das Meiste davon haben auch meine Vorredner bereits erwähnt:

- Planetentaugliches Fernrohr - (sehr) gute Optik mit möglichst wenig Obstruktion und möglichst ruckelfreie Nachführung bei hohen Vergrößerungen
- Hochwertige Okulare, welche maximalen Kontrast bieten +geeignete Filter
- Gutes bis sehr gutes Seeing - Pickering 7-10
- An Seeing- und Teleskopbedingungen angepasste Vergrößerung
- Maximaler Horizontabstand des Planeten
- Korrigiertes Beobachterauge - v.a. bei Astigmatismus > 0,5 Dioptrien Beobachtung mit Brille, Kontaktlinsen oder Dioptrx angeraten
- Bequemer und entspannter Einblick am Okular
- Falls möglich Beobachtung mit Bino (Beidäugig erschließen sich häufig mehr Details)
- Geduld bei der Erkennung schwacher Kontraste/Details
- Training durch Beobachtungserfahrung

Vielleicht habe ich noch etwas vergessen. Dann bitte noch ergänzen.

Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg und Spaß bei der Planetenbeobachtung
Werner
 

joetaiga

Mitglied
Selbst bei Planeten zählt nur Öffnung (glauben/wissen Anfänger oft nicht).
Aber da brauchts noch Super-Seeing.
Abgesehen davon muss die Optik natürlich noch eine sehr gute Qualität haben UND perfekt justiert sein. Gerade letzteres ist bei einem f/5 Dobson sicher nicht immer der Fall. Das Teil muss eigentlich jedes mal am Stern justiert werden, wenn man auf Planetenjagt geht.

CS Joachim
 

Anette_Aslan

Mitglied
Hi Marsians,
gestern am 22.09. habe ich Mars durch Cirren beobachtet, hatte mein Geraffel bei sich aufklarendem Himmel aufgebaut, dann zog er mit Cirren zu und ich habe dann vor vor lauter Trotz auf Mars gehalten, weil er immer noch irgendwie gut zu sehen war und schon im 27 Panoptikum durch meinen 120/900ed (5") habe ich geahnt, dass mich da was erwarten wird und dann gleich das 8mm Hyperion drauf, ich war fassungslos, hier schon durch das kleine Teleskop scharf begrenzte Strukturen erkennen zu können, dann sofort das 5mm Hyperion mit leichtem Violettfilter vor: ich war sprachlos! Wie ein Foto, so deutlich habe ich Mars noch niemals selbst durch mein Teleskop beobachten können und dabei stand er gerade mal hoch im Osten und das auch noch von Gewölk und Cirren umgeben.
Das Seeing muss exorbitant gewesen sein! Habe mich dann ernsthaft bemüht noch den Laptop anzuschweissen und die QHY-5- Planetenkamera anzuflanschen. Meine Bildbearbeitungsprogramme sind nicht die tollsten, doch ich bin schon froh, das irgendwie mal festgehalten zu haben. Die Polkappe ist aber im Vergleich zu anderen Beobachtungstagen so klein geworden, kann das sein?
Ist ein kleines Bild, halt durch 120mm Öffnung, aber genau so habe ich ihn gesehen und Mars war für mich immer all die Jahre nur eine Enttäuschung. Das ist wahrlich ein echtes Marsjahr!!!

23_08_27Mars-1.jpg


23_06_18mars2.jpg
 

Martin_B

Mitglied
Ja, das ist wirklich enorm, was geht, wenn man einmal perfektes Seeing erwischt.
Als Gelegenheitsbeobachter kann es sein, dass das nur einmal in 20 Jahren ist, weil man die sonst vielleicht üblichen 3-5x pro Jahr einfach verpasst :)
Eigentlich müsste man jeden Abend raus gehen, sobald es wenigstens Wolkenlücken gibt.
 

Anette_Aslan

Mitglied
23_08_27Mars-1 2.jpg


Scheinbar ist das Wetter auf Mars aber auch ziemlich "clear". Die große Syrte konnte man ja immer nur als Schatten wahrnehmen, nun sieht man wirklich richtig die Umrisse. Also, auch wenn dünne Cirren da sind, haltet einfach mal drauf, das muss nichts zu bedeuten haben.
LG von Anette
 

Henning81

Mitglied
Hallo Marsgucker,

Heute Morgen, den 23.09., ca. 02:00 - 04:00 Uhr, habe ich ebenfalls nochmal auf den Mars gehalten mit allem, was ich an Vergrößerung hatte. Also Hyperion 5mm mit 14mm und 28mm Zoomringen. 461,5x, eigentlich etwas drüber über den 203mm Öffnung meines Dobson.
Dennoch stand das Ding da, bzw. schneite recht schnell durchs Gesichtsfeld, und das melancholische Gesicht erinnerte an 2001:Odyssee im Weltraum, wo am Ende der Fötus gezeigt wird. Guckte so leicht schräg, die Polarhaube am Kinn, die Südpolkappe oben auf dem Schädel. Die dunken Oberflächenstrukturen waren sehr klar zu sehen.
Also nicht, dass Ihr mich im Nachhinein verantwortlich macht: Von mir aus kann es ab jetzt bewölkt sein, ich bin erstmal satt und zufrieden.

CS, oder auch egal,

Henning
 

snoopy1

Mitglied
Hallo Zusammen,

Habe gestern Abend mit meinem 60mm Refraktor beobachtet . Er ist als Reisefernrohr mit im Urlaub am Bodensee unterwegs. Es waren schon Wolken unterwegs aber der Mars war noch komplett frei und so habe ich ihn beobachtet. Südliche Polkappe war deutlich zu sehen ebenso Syrtis Major und weitere Gebiete , die Ansicht entsprach etwa der im Beitrag #36 Bild 2 von Anette. Tolle Bilder Anette . Habe ca . Eine Stunde beobachtet , u.a. h+ chi , Andromeda Galaxie und ein paar Doppelsterne im Delfin , bevor Wolken dem ganze ein Ende setzten. War eine tolle Beobachtung bei wirklich guten Seeing.

Clear Skies

Markus
 

Anette_Aslan

Mitglied
Respekt Markus, mit einem Zweizöller! Hat der eine 1200 mm Brennweite oder ist das der alte Klassiker von janz früha ma mit 900mm Brennweite?
LG von Anette
 

snoopy1

Mitglied
Hallo Anette ,

Danke schön , der hat 530mm Brennweite der FOA 60 von Takahashi ist relativ neu und hat eine bombastische Optik ,mit einem EXplore Scientific 6,7mm gibt das ein ganz schönes Bild. Konnte an dem Abend auch das Takahashi TOE 4mm Okular einsetzten dann bin ich bei 132x Vergrößerung das ging an dem Abend auch. In meinem 100mm Refraktor ist natürlich alles grösser, aber die Bildqualität beim kleinen ist einfach super.

Viele Grüße
Markus
 

Knapp_Manfred

Mitglied
Hallo

Mars Beobachter...Erinnerung.

War Of The World....Sie kommen vom Mars.


Manfred


[Bilder auf Grund fehlender Rechte entfernt. Die Moderation.]
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

NONSENS

Mitglied
Ja, das geht!
Leider bin ich dieses Jahr noch nicht dazu gekommen, den Mars zu bewundern, aber noch isser ja da... Ich habe zwar noch meinen Zweizöller, aber wahrscheinlich werde ich bei der nächsten Gelegenheit mit 6" Richtung Mars unterwegs sein. Deshalb habe ich mal eine uralte Zeichnung rausgesucht - auch 2003 war ein gutes Marsjahr!
Grüße und CS,
Michael

MARS50_540.jpg
 

Anette_Aslan

Mitglied
Kann man eigentlich auch die Rückseite des Mars mal zu Gesicht bekommen oder wackelt der auch nur wie der Mond hin und her? Das weis ich jetzt wirklich nicht.
Fragt Anette
 

NONSENS

Mitglied
Den Mars kannste komplett sehen! Weil er aber eine Rotationsdauer von gut 24 1/2 Stunden hat, sieht man immer etwa das gleiche, wenn man ein paar klare Nächte am Stück hat und üblicherweise zu (astronomisch) "christlichen Zeiten" draußen ist.
Gruß, Michael
 

cajserdakel

Mitglied
Hallo Anette,
wenn Du den Mars eine Nacht lang beobachtest, dann erkennst Du deutlich seine Rotation und die Änderung des Anblicks mit entsprechenden Oberflächenstrukturen (keine gebundene Rotation wie beim Mond). Ab ca. 22 Uhr steht der Mars 20° über dem Horizont und ist praktisch bis kurz vor Sonnenaufgang beobachtbar (ca. 25°). Also sieht man gut 1/3 seiner Oberfläche in einer Session.
Viele Grüße
Robert
 

Anette_Aslan

Mitglied
Vielen lieben Dank für Eure Antworten. Nun weis ich Bescheid. Die Zeichnungen sehen beeindruckend aus! Kann man eigentlich auch mal den Olympus Mons sehen? Also ähnlich wie Kopernikus auf dem Mond?
LG von Anette
 

cajserdakel

Mitglied
Hallo Anette,
Olympus Mons hat an der Basis 600 km. Der Mars hat ein Durchmesser von rund 6700 km und zur Zeit eine scheinbare Größe von 22 Bogensekunden. Also ist der Vulkan an der Basis ca. 2,2 Bogensekunden groß. Das Seeing (gutes) liegt so zwischen einer und zwei Bogensekunden. Der Kontrast der Basis des Vulkans gegenüber der Umgebung ist nicht besonders. Also bewerte es selber, ob man den Vulkan sehen kann oder nicht. Ich habe ein nettes Bildband über HST und darin eine Abbildung vom 27.08.2003 als der Mars dem HST besonders nah kam : auf dieser Aufnahme kannst Du die Struktur deutlich erkennen, es als Vulkan zu klassifizieren kannst Du es nicht. Die Caldera ist ca. 90 km im Durchmesser und auf dem Bild als solche nicht zu erkennen. Das HST kann es sicher noch besser, große adaptive Optik könnte es ebenfalls. Ich kann es mit meinem 16er Dobson nicht.
Viele Grüße
Robert
 

Anette_Aslan

Mitglied
Das war heute vielleicht ein Frust hoch Drei!!!!!
Zunächst klarte es gegen Abend schön auf, ich hatte solch eine Hoffnung auf Mars und nahm noch ein letztes mal Jupiter und Saturn durch meinen 6" FH und der QHY-5 auf, das Seeing war aber grottenschlecht. Konnte fast keine Details an beiden Planeten erkennen, weder am 10ner Dobson noch durch den 6Zöller FH (152/1200) - gegen 23h stand dann Mars endlich vorm Dachgiebel vom Nachbarn und mit Mühe und Not bekam ich ihn in den Screen von SharpCap - dann fiel die Kamera aus, der Laptop soff ab, und Wolken zogen auf ...... da hat mir ein böser Geist aber einen dreifachen Streich gespielt.... Leider zeigte sich Mars durch den Dobson extrem hell, selbst mit Filter konnte ich nichts herausbringen .... auch durch den Fraunhofer am 5mm, 13 oder 8mm kaum Details sichtbar.
Der Himmel ist dicht, der Wetterdienst meldet klaren Himmel - logisch - gibt ja keine visuellen Beobachter mehr und Automaten melden keine Bewölkung.
Freitag auf Samstag haut die nächste Front rein - des wird luschtig .....
gefrustete Grüsse von Anette
 

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snoopy1

Mitglied
Hallo Anette,

das hört sich wirklich frustrierend an . Aber ich denke wir werden noch viele Möglichkeiten bekommen den Mars zu beobachten. Manchmal wird auch schlechtes Wetter vorhergesagt und dann ist es doch klar. Ich hoffe auf ein bischen klaren Himmel am Wochenende ,um nochmal mit meine 60mm Refraktor zu beobachten. Mal sehen wie es wird.

clear skies

Markus
 

silver

Mitglied
Ja, die Stimmung auf dem 2. mit den Zirren hat was richtig Gehässiges. Ist ja dann auch eine treffende Dokumentation des Beobachtungsabends. *Plümchensmiley*
 

Anette_Aslan

Mitglied
Danke Euch für den Zuspruch. Was an Mars ja tröstlich rüberkommt auf dem wolkenverhangenen Bild ist seine kleine Aureole, er ist mit zunehmender Helligkeit kurz vor seiner Opposition nun das vierthellste Objekt am Himmel. Da kann er sogar in Eiswolken einen kleinen Heiligenschein bilden, nicht uninteressant das in den kommenden Tagen mal zu beobachten.
Liebe Grüsse von Anette
 

Oreoluna

Mitglied
mit Mühe und Not bekam ich ihn in den Screen von SharpCap - dann fiel die Kamera aus, der Laptop soff ab, und Wolken zogen auf ......
Hallo Anette.
Na prost, schlimmer geht nimmer! :( aber take easy :coffee:
Bez. Wetter geht es momentan ja allen gleich. Das was Du da erlebt hast, zunächst klarer Himmel aber saumässiges Seeing und dann wenn die Hauptattraktion endlich greifbar wird, macht noch der Himmel dicht, ist ja so die Regel zurzeit. :rolleyes: Es kann also nur besser werden.
CS Jozef
 
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