Maximale Höhe einer Betonsäule

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Ehemaliger Benutzer (28957)
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Ehemaliger Benutzer (28957)

Hallo,

Ich möchte mir demnächst eine Betonsäule in den Garten stellen. Jetzt stellt sich mir die Frage, da ich etwas durch Häuser abgeschirmt bin, wie hoch ich die maximal machen sollte, im Hinblick auf Schwingungen etc. Je höher desto besser was die Nachbarsdächer angeht.
Die Montierung wird eine EQ6 und würde mir von JD-Astronomie einen Betonsäulenadapter für ein 250er KG Rohr bestellen.
Es soll ausschliesslich Astrofotografie damit gemacht werden und das Teleskop ist ein FSQ106 welches kaum Fehler verzeiht.
 
Hallo,

ich muss meine Montierung ja auch etwas aufbocken, aber aus etwas anderen Gründen. Deshalb habe ich mich vor Baubeginn schlau gemacht was denn so geht und das ist erstaunlich viel. Die höchste Säule war glaube ich so um die sechs Meter hoch und aus Stücken mit verschiedenen Durchmessern zusammengesetzt. Meine "Unterbausäule" ist 2,5 Meter hoch und darauf kommt dann noch eine Stahlsäule mit vielleicht 75cm Höhe.
Ich denke bei dem geringen Gewicht was auf eine EQ-6 geht sollten zwei Meter bei 25cm Durchmesser kein unlösbarer Problem sein. Zur Not wird halt ein größeres Rohr darüber gestülpt und der Hohlraum mit Sand aufgefüllt.


MfG

Rainmaker
 
Vielen Dank Rainmaker. Nächste geh ich das Projekt an. Eventuell sogar schon Samstag/Sonntag. Gute Idee mit dem Sand!
Noch eine kleine Frage. Sollte ich eine Bewehrung mit in Betracht ziehen? So grossen Belastungen ist die Säule nicht ausgesetzt, zumal man auch bei der Bewehrung einiges falsch machen kann und ich bin sicher ich mach es falsch :).
 
Hi Sportsfreunde, ich bin gerade auch am Säulenplanen...gleiches Problem mit Garten und umgebender Bebauung / Bewachsung. Ich habe mir ehrlich gesagt schon Sorgen gemacht ob 1,45m nicht zu hoch ist, aber nicht wegen Stabilität, sondern wegen Zugänglichkeit. Bei den Höhen könnt Ihr einen Newton ja schon mal vergessen...;) Vermutlich habt Ihr BEIDE nicht vor auch visuell zu nutzen ? Und vermutlich plant Ihr keinen Schutzbau? Der wird ja dann auch recht hoch? Falls doch, würde mich mal Euer diesbezüglicher (Schutzbau) Plan interessieren.
PS: Ich habe für mich jetzt entschieden dass die AZEQ6 auf maximal 1,45m aufgeflanscht wird. Sonst bin ich ja nur mit Leiter/Bierkiste unterwegs, vom Newton will ich nicht reden. Die Normhöhe des Stativs ist ja voll ausgefahren eher so bei 1,25m...
CS
Andreas
 
Hallo,

@ sdr_herrmanns,

in die Säule würde ich schon etwas Stahl packen, aber keinesfalls in das Fundament. Solltest Du es jemals entfernen müssen wirst Du diese Entscheidung sonst bitter bereuhen. ;)


@ Andreas,

doch, ich will meinen Newton auch visuell oder besser vor allem visuell nutzen und natürlich wird es auch einen Schutzbau über den Newton geben. Um ehrlich zu sein, der Schutzbau ist der Grund für die unnötig hohe Säule, denn mein gebraucht erworbener 3m Scopedome hat leider keine seitliche Tür, also muss ich von unten reinkriechen. Es gibt also einen Zwischenboden auf dem ich stehe.


MfG

Rainmaker
 
Hallo,

in die Säule muss auf jeden Fall Stahl, Beton ist an sich sprödbrüchig und braucht das "Skelett". Im Fundament nur unter der Säule um diese mit der Masse des Fundaments zu verbinden, man kann sich eine Hilfe für's ausbauen mit einsetzen, in dem man Bügel aus Moniereisen anfertigt, in Styro packt und einbetoniert, wenn man dann das Styro irgendwann entfernt kommt man an die Bügel ran ggf. für einen Kran oder Minibagger.

Wenn Ihr auf eigenem Grund baut setzt auch ins Fundament ein Raster aus Stahl, dann bekommt das Fundament weniger Risse. Wenn das Risiko besteht, dass das Fundament mal raus muss natürlich nicht, wie geschrieben macht das keine Freude bei wegstemmen.

CS
Jörg
 
Hallo,
Beton nimmt nur Druckkräfte auf, keine Zugkräfte. Eine Armierung ist deshalb unverzichtbar. Das hat mir mein Bau-Ing.-Nachbar eingeschärft.
Bei mir habe ich einen Betonpfeiler von 50cm x 50cm, 2,25m hoch über Fundament, gebaut; oben drauf steht noch eine 1,4m Stahlsäule. Achskreuz der Monti ist 3,9m über Fundament-Oberkante.
Fundament: Grundfläche 70cm x 70cm, 1m tief (0,8m unter Gelände=frostfrei), leicht armiert.
Leichte Armierung im Pfeiler: 8 Stäbe BSt 10mm. Die Stäbe in den Ecken gehen bis nach oben durch, die in der Mitte der Seiten nur bis zur halben Höhe. Die Stäbe sind in das Fundament geklebt. Alle 50cm sind Klammern aus 8mm BSt aufgesetzt.
(Bewehrungsanschlüsse im Fundament: 25cm tief, gereinigt mit Spezialbürste und ausgeblasen, geklebt mit 2K Injektionsmörtel. Die Bewehrungsanschlüsse an dieser Stelle sind entscheidend für die Kippsicherheit der ganzen Chose!)

Schalung: OSB-Platte. Beton-Überdeckung der Armierung 5cm (sonst droht auf die Dauer Korrosion und Abplatzung)
Innen in den Ecken Dreiecksleisten für die Schönheit (abgeschrägte Ecken des Pfeilers)... ;)

Blick von oben in die Schalung:
Armierung-Pfeiler.jpg


Dann habe ich Beton (Sackware aus dem Baumarkt) handgemischt und eingefüllt, mit Dachlatte lagenweise verdichtet, vor allem außen an der Schalung!

Beton_pfeiler.jpg

Als die Schalung soweit gefüllt war, kam die nächste Reihe OSB-Platten ran und weiter ging es.
Alles in allem war es ein Tag Arbeit für eine Person (Armierung einbauen, Schalung aufbauen und betonieren).
Der Pfeiler wiegt 1,2t, das Fundament drunter mindestens auch - keine Vibrationen, kein Wackeln.

Die Stahlsäule Marke Eigenbau aus U160-Profilen steht mit einem breiten Flansch auf 8 Stehbolzen (in Pfeilerkopf eingeklebt), nach der Justierung kam eine Minischalung drauf. Dann habe ich den Flansch mit Quellvergussmörtel unterfüttert. Der fließt ganz wunderbar unter den Flansch und schwindet nicht beim Abbinden. Das brachte nochmals einen Kick bei der Stabilität. Ich hatte vor, die Stahlsäule mit feinem, trockenen Pflastersand zu füllen, um Schwingungen zu dämpfen - aber es gibt keine Schwingungen zu dämpfen..! :)

Säulenfuss.jpg


Soweit meine (positiven) Erfahrungen mit Eigenbau-Betonpfeilern...

Frohes Schaffen!
-wunni
 
Hallo,

danke fuer die beteiligung. ich habe bereits angefangen und habe mich fuer einen kleinen kaefig entschieden. mit dem kaefig habe ich noch die bewehrung fuer in das 250er rohr angefertigt. heute kam der beton in den boden und der kaefig ist nun verschwunden. morgen, sofern mein betonsaeulenadapter ankommt, wede ich das rohr ueber die bewehrung stuelpen und ebenfalls beton einlaufen lassen.
ich hoffe bis sonntag fertig zu sein.
entfernen habe ich nicht vor. (denk ich :D)
 
Gibt es eine Methode die ich zur Nordausrichtung des Betonsäulenadapters anwenden könnte?
Ist ein Kompass genau genug? Der zeigt ja "nur" den magnetischen Nordpol an oder sollte ich lieber direkt Polaris anpeilen und eine entsprechende Markierung machen?
 
Wenn Du nachts betonierst, peilste Polaris an. Ich fand die Sonne praktischer. ;)
Über eine Astro-Software (Guide, Easy Sky, C2A...) errechnest Du Dir die Uhrzeit des wahren Mittags Deines Ortes am aktuellen Datum (Wahrer Mittag = Sonne im Süden). Schattenstab möglichst dicht und senkrecht (!) im Süden an die Betonsäule stellen. Zum wahren Mittag hast Du einen Schatten genau nach Norden.

Frohes Schaffen
-wunni
 
Ok mit der Sonne gehts vermutlich einfacher. Ich dachte ich müsse es unbedingt am Polarstern machen, aber das hat sich heute Abend als sehr schwierig herausgestellt. Meine Augen sind auch nicht mehr die Besten. Danke für den Hinweis! Das Hobby macht mich echt Wahnsinnig!
Danke wunni
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Lass Dich nicht entmutigen! Auch ich hatte zwischendurch wochenlang keine Lust mehr.
Wenn Du alles geschafft hast und es funktioniert, bist Du stolz wie der berühmte Schneekönig und kannst den Lohn Deiner Mühen ernten.

Du hast sicherlich auch etwas Toleranz bei der Nordrichtung; Du musst nicht auf ein halbes Grad genau arbeiten.

Einnorden geht auch ohne "Wetter":
1.)
Wie genau siehst Du Deine Baustelle in Google Earth? Siehst Du da eindeutige Landmarken (Gartenzaun...), an denen Du eine Peilung anschließen könntest? Mit Bandmaß und ein bischen Schul-Mathe bist Du schnell auf der Siegerstraße.
Bei mir wäre das gegangen, aber ich wollte mal meinen alten Theodoliten benutzen...

2.)
Noch eine Möglichkeit:
Falls Du um Deine Säule genug Platz hast bzw. Du gut mit Deinen Nachbarn stehst: Nehme ein GPS-Handgerät bzw. Dein Smartphone mit einer GPS-App, die Koordinaten numerisch anzeigt. Nehme am Säulenkopf die Position (mindestens eine Minute lang, die Werte sind nicht stabil) und gehe dann nach Koordinaten mindestens 30m nord- und/oder südwärts (Längenangabe bleibt gleich, nur Breite ändert sich). Dann steckst Du im Norden und Süden je eine Peilstange in die Erde (irgendwas gerades, dass Du auf die Entfernung gut sehen kannst). Wenn Du von einer Peilstange aus in Richtung Säule und dann weiter zur anderen Peilstange schaust, müssen sie in einer Reihe stehen - und zwar in Nord-Süd-Richtung!
Wenn Du sicher sein willst, wiederholst Du nach einiger Zeit (1h?) die Prozedur mit einem zweiten Satz Peilstangen. Die GPS-Satelliten sind jetzt woanders, die Positionen der Peilstangen sollten aber nicht mehr als ein, zwei Dezimeter abweichen.
(Bei 30m Abstand zur Säule entsprechen 50cm etwa 1° in Azimut.)


gutes Peilen wünscht
-wunni
 
Hallo.............................,
(dort, wo die Punkte sind, schreibe ich eigentlich gern einen Namen hin)

Deine ursprüngliche Frage drehte sich um die Höhe,
die für eine Betonsäule zu empfehlen wäre.
Was mir dazu einfällt :

Beton ist schon eine etwas dauerhaftere Angelegenheit,
daher halte ich es für keinen Fehler, über das Jetzt und Heute
hinaus zu schauen. Jetzt nur fotografisch, heute nur ein Refraktor....

Ich bin ein ausgesprochener Freund von Flexibilität,
schließlich ist nichts so beständig, wie der Wandel.

So würde ich in jedem Fall die Höhe der Betonsäule so wählen,
daß jedes Teleskop (auch ein großer Newton) darauf komfortabel
montiert werden kann. *

Dafür müsste der Sockel natürlich niedriger ausfallen, als heute benötigt.
Ein Ensemble von dicken Gewindestangen (M20 aufwärts) würde einerseits
Flexibilität in der Auswahl der Höhe bringen, andererseits sehr gute
Möglichkeiten der Justage.

Die größtmögliche Flexibilität erreichst Du mit einbetonierten, oder später
mit Verbundmörtel eingeklebten Gewindehülsen. Dann definierst Du über die
Länge der zugeschnittenen Gewindestangen die Höhe.
Gut verkontert läßt das in Sachen Stabilität keine Wünsche offen.
Das Material kostet fast nix, und teleskopmäßig kann dann kommen, was will.

Grüße

Dietmar


* Das empfehle ich natürlich nur dann, wenn größere Änderungen an der Teleskopauswahl
nicht ganz und gar ausgeschlossen sind. Hast Du z.B. mit Deinen Urenkeln die erste Mondlandung
live im Fensehen geschaut, dürfte die besagte Flexibilität eine eher untergeordnete Rolle spielen.
 
Danke Dietmar, ja ich hab tatsächlich auch denGedanken der Flexibilität im Kopf. Ich habe noch ein 10" und da macht das heben schon jetzt keinen grossen Spass mehr. Ich bin in der Tat etwas tiefer gegangen, da die 10 oder 20cm höhere Betonsäule in keinem Verhältnis steht zum Arbeitsaufwand. Was ich dann mehr oder weniger belichten kann wären dann wenige Minuten und das ist dann maximal ein Bild weniger.
Ich habe bei einer netten Firma auch eine Säulenverlängerung gesehen, die speziell angefertigt wurde und falls alle Stricke reissen sollten, kann ich trotzdem damit noch etwas erhöhen.
Was mich mit der GPS-Methode zur Kompass-Methode etwas verunsichert, wäre die Nordrichtung, die sich meines wissens ändert. Ein GPS gibt true north und der Kompass magentic north. Da ich mich mit dem Sternhimmel noch nicht so auskenne, bin ich auch in dieser Hinsicht etwas verunsichert.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Da musst Du Dir keine Gedanken machen, welchen Pol Du
mit Deiner Säule ungefähr anpeilst. Dein Montierungsfuß hat ausreichend
Spielraum in der Azimuth-Einstellung. Der Richtige ist aber der „True North“.
Während der magnetische Pol sich langsam aber stetig verändert,
und auch die Achse unserer Erde ein wenig pendelt, (auch sehr langsam)
muß die Zeitachse Deiner Montierung lediglich parallel zur Erdachse stehen,
egal wo diese gerade hinzeigt. Aber alles kein Problem.
Die Feinheiten der Pendelbewegung berücksichtigst Du bei der Ausrichtung
an Polaris schließlich mit der Jahres-Korrekturskala im Polsucher,
oder mit dem Polar-Alignment nach dem normalen Alignment Deiner EQ.
Beim Betonieren oder bei der Montage der Adapterplatte
ist besondere Präzision jedenfalls noch nicht gefragt.

CS

Dietmar
 
Hallo,

für meine Säule habe ich einen Kompass genommen um das Teil dann auch recht genau ausgerichtet bekommen.

Im Netz einfach mal nach magnetischer Missweisung suchen oder hier für Deinen Ort berechnen:
GFZ Potsdam - IGRF Deklinationsrechner

I.d.R. ist die Kompassabweichung gar nicht so groß, wie man glaubt und wie Dietmar schon sagt, in der Azimutausrichtung hat man immer genug Verstellweg.

Gruß,
Jürgen
 
So! Ich bin heute fertig geworden. Mit dem Kompass hats bei mir leider nicht hingehauen. Der war voellig von der Rolle wenn ich ihn ueber die Bewehrung gehalten hab. Irgendwas war da magnetisch. Letztlich hab ich es heute mit der Sonnenmethode gemacht. Ich war auch gerade kurz draussen und ich vermute das hat auch recht gut geklappt. Jetzt muss nur noch der Beton aushaerten :D Danke nochmal and Alle!
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben