Megrez 88 APO auf Fotostativ

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ReneM

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Guten Tag,

Ich war dank Eurer Hilfe letztes Jahr soweit und hätte mir fast einen für Anfänger günstigen und auch els Erstgerät richtigen 8" Dobson angeschafft. Nun habe ich ein wenig gewartet, meine Meinung doch wieder geändert und gespart und habe mir (mit Erstunterstützung des hier nicht genannten aber zu erratenden Händlers) folgendes Paket zusammenstellen lassen:

William Optics Megrez 88 ED apo Apo
2 Kit deluxe mit
Stativ Triton FGX1
Montierung GiRo Mini
1. Okular 32mm-70--TS WA ERFLE
2. Okular HR4HR-Planetenokular
3. Okular TSWA12

Leider ist jetzt langes Wochende und mir brennen noch eine Fragen unter den Nägeln, die ich im Nachgang größtenteils sicher noch den Händler stellen könnte, aber ich freue mich auch auf Meinungen unabhängiger Dritter:

Ist die Montierung auch praktikabel bei höheren Vergrößerungen?

Benötige ich bei dem Apo ggf. Gegengewichte für die GiRo?

Bei den Okularen habe ich selbst die Brennweiten 32 und 4 mm vorgeschlagen.
Nach einigem Durchblättern auf den Seiten des Herstellers würde ich aber eher zu dieser Staffelung tendieren

William Swan 33 mm 72 Grad, 2
William Swan 9 mm 72 Grad, 1,25
Antares 4,3 mm 70 Grad, 1,25

Die Okulare sind zwar etwas teurer, das 9er hat aber einen deutlich besseren Augenabstand, als das 12er (uns sinnvollere Vergrößerung?).
Muß man bei der Okularwahl in meinem Fall ggf. das Gewicht berücksichtigen?

Achso: Thema Sucher - notwendig oder nicht?

Ich bin für jeden Meinung und jeden Rat dankbar, auch für konstruktive Kritik.

Vielen Dank vorab und sternenklare Grüße

Rene
 
Zitat von Daniel_Guetl:
...warum nicht der Dobson? Versteh ich nicht, willst du nix sehen am Himmel oder warum versenkst dein Geld bei nem kleinen APO?...

Das war doch gar nicht die Frage! :mauer:

Hallo Rene,

ich besitze selbst einen 80/480mm Apo und würde das gerät nur ungerne wieder hergeben. Deshalb herzlichen Glückwunsch und viel Freude an deinem Refraktörchen. Ich habe bzw. werde meine Okulare so optimieren, dass sie die folgende Staffelung haben.

1. Übersichtsokular = bei mir ein 31mm Nagler, das mir 5° am Himmel mit einer AP von 5mm bietet. Ein 30mm Okular ist somit eine gute Wahl.

2. Okular für optimale Vergrösserung = 6mm Ethos entsprechend 80-fach entsprechend Optikdurchmesser in mm. Hier solltest du auch ein entsprechendes Weitwinkelokular für 80-fache Vergrösserung wählen.

3. Okular für höchste Vergrösserung entsprechend AP etwa 0,6 wird bei mir ein 3,5mm Nagler. Hier solltest du bei einer Schuppsmontierung auf ein weitwinkligeres Okular in diesem Bereich nehmen. 4mm ist schon ok.

Warte lieber mit dem einen oder anderen Okular und kaufe dir dort etwas höherwertigeres.

Die MiniGiro ist super. ich habe sie selbst auf einem Kohlefaserstativ und habe schon einige Flugreisen damit gemacht. Tipp: Hänge in die Mitte unter das Stativ ein kleines Säckchen mit Steinen. Das macht das Stativ wesentlich stabiler.

Einen Sucher benötige ich im Fall der weitwinkligen Okulare nicht. Das Gewicht spielt bei Flugreisen eine Rolle. An die kleine Giro kannst du einen Ochsen hängen :cool:

Gruss aus Bonn
Wilhelm
 
hallo Rene,

ich habe auch den WO 88/498 und da habe ich vor allem einen Tipp: Mit einem echten Zenitprisma statt Spiegel wird er erheblich farbreiner! Mit Spiegel kriegt alles einen Rotsaum im Fokus, besonders bei höherer Vergrösserung natürlich.

Pass auf die Madenschrauben des Rotationsadapters auf, die sind aus Plastik und lösen sich relativ leicht und der OAZ verkantet. Eine ist bei mir schon ausgenudelt und wurde ersetzt. Mit den Madenschrauben kann man auch Restkoma wegjustieren, falls vorhanden, oder sich eben eins einhandeln. Wenn das Bild mal komisch unscharf ist, denk dran.

Hinter dem Rotationsadapter ist eine weitere Madenschraube, die aber nichts hält. Dort hab ich mir einen Standard-Sucherschuh draufgeschraubt. Ohne Sucher finde ichs ätzend. Ich verstehe nicht, wieso da keine Vorrichtung on Haus aus dabei ist.

Ich verwende ihn gern tagsüber mit Binoansatz und 1,6xGWK als Super-Fernglas für gefiedertes Volk, oder aber für die Reise. Da ist er mit 3,2kg schon ziemlich schwer, aber was soll man machen - dafür ist er schön kurz. Auf einem Fotostativ ist das nicht mehr lustig, und die EQ1 auf der letzten Reise nehm ich auch nicht mehr. Aber ohne Feintrieb mag ich auch nicht mehr gucken.

Okulare kriegt er alle zu sehen die ich habe (viele!). Am liebsten das 8-24mm Hyperion Zoom. Das 32mmTSWA und das WO 33mm tun sich meiner Meinung nach nichts, sind beides Erfle mit Randunschärfe.

Wünsche dir viel Freude mit dem Kleinen!

lg und cs Tommy

 
Hallo Rene,

ich bin ganz froh, dass ich mich an nichts erinnern kann. Sonst wär mir vielleicht komisch dabei.
Denn wenn man sich mit Beratung für einen 8" Dobson entscheidet und dann nach laanger Bedenkzeit einen 88/498 ED, dann muss sich in der Zeit die Vorstellung was man beobachten will und/oder die Vorstellung, wie man beobachten will heftig geändert haben.
Aber das kann ja vorkommen, nicht? Hoffentlich ist das bei Dir der Fall. Du hast nun ein Teleskop geordert, mit dem Du wunderbar ausgestattet bist für Übersichtsbeobachtungen und somit Milchstraßenspaziergänge. Auch die Beobachtung größerer Kometen (die nicht ganz so häufig sind) ist mit so einem Gerät traumhaft schön, ebenso wie die offenen Sternhaufen der Messier-Liste damit Spaß machen. Um die hohen Vergrößerungen musst Du Dir eigentlich keine Sorgen machen, denn die erreichst Du ja mit dem Gerät gar nicht. Wie man es auch dreht und wendet, ist bei 160x Schluss und man wird meistens zu der Erkenntnis kommen, dass weniger mehr ist. Wenn man nicht gerade Doppelsterne trennen will, dann fährt man eher bis 120x ganz gut.
Daher ist ein 4mm Okular keine schlechte Wahl. Verwunderlich sind aber Deine beiden Optionen dafür. Ein 4mm Planetary HR ist ein 4mm, bei dem man eine gute Sternabbildung hat und einen guten Augenabstand, was etwas Kontrast kostet. Beim Antares 4,3mm W70 hat man wegen der 70° ein Okular vor sich, das eher auf ein großes Feld und weniger auf eine saubere Sternabbildung getrimmt ist. Das sollte noch etwas mehr Kontrast kosten. Es kann natürlich trotzdem sein, dass Du damit zufrieden bist. Nur eigentlich meint man, dass man mit 4mm Okularbrennweite eher kleine, helle Objekte beobachtet und da wird dann das scheinbare Gesichtsfeld zunehmend unwichtig.
Ob nun 9mm oder 12mm - am Augenabstand machst Du das fest? Ich dachte eher man schaut, welche AP oder Vergrößerung man sinnvoll einsetzen kann. Eigentlich kann es ja nur um Deepsky gehen bei diesen Okularen, denn für Planetenbeobachtung hätte man eher ein Ortho angeschafft. Tja, dann sind 9mm nur 1,5mm AP, das ist schon recht duster. 12mm ergeben 2mm AP und das ist eine Bildhelligkeit, die für viele Deepsky-Objekte gerade den richtigen Kompromiss zwischen Helligkeit und Vergrößerung darstellt. Das wäre wohl besser gewesen.
Ob dann SWAN 33 oder TS-WA 32 - das tut sich nicht so viel. Könnte sein, dass das SWAN etwas bessere Transmission hat, aber die Randabbildung wird bei beiden nicht perfekt sein, sogar in ähnlichem Maße schlecht. Nur bekommt man besseres nur gegen sehr viel Geld.
Tja, und Geld ist letztendlich auch so ein Punkt. Dein Link sagt 681 Euro und ich sehe mir so Deine Okularauswahl an und finde sie dürftig.
Wenn ich schon nicht nach dem Newton frage, dann frage ich aber doch, warum denn unbedingt der recht teure Willie her muss, anstatt sich mit einem normalen ED 80/560 für etwas mehr als die Hälfte oder ein 80/600 ED für ziemlich genau die Hälfte hätte sein dürfen.
Dann wäre nämlich Geld da, um die Okularpalette deutlich runder zu machen. Je nachdem was man vor hat, kann man zum Beispiel mit dem UWAN 28mm eine bessere Bildqualität erzielen, als mit dem TS-WA 32. Es kostet natürlich auch mehr und hat auch seine Probleme mit der zum Rand hin abnehmenden Schärfe, aber als ich dieser Tage diese beiden Okulare (am Newton 8" f/6) vergleichen konnte, war die Abbildung des UWAN am Rand noch deutlich besser als die des TS-WA, auch wenn das absolut scharfe Feld bei beiden vergleichbar war. Die 28mm Brennweite sind aber wieder ein Schritt zu mehr Vergrößerung. Weniger wahres Feld wage ich zu bezweifeln, ich traue den Feldblendenangaben dieser Okularklasse nur noch per nachvollziehbarer Durchlaufmessung. Beim UWAN habe ich die gemacht, da kommen 39,6mm bei heraus. Das TS-WA 32 ist nominell mit 40mm gelistet. Was aber definitiv ist, ist das nachlassen der Bildhelligkeit. Nützlich an schlechtem Standort, sicher nicht so schön an einem guten. Am guten Standort würde man eh zu mehr Okularbrennweite greifen, TS-WA 38 als Verlegenheitslösung, da wohl Panoptic nicht in den Geldbeutel passt. Aber es fehlt nicht viel, wenn man mal nachhakt, dass man eben ein ziemlich teures Teleskop anschafft.

So, an der Stelle höre ich mal auf. Es wäre eben gut, die Gründe für den Entscheidungsumsturz zu wissen, damit man überhaupt erst sinnvoll darauf eingehen kann, welche Okulare man wozu anschaffen könnte.
Natürlich ist so ein ED mit f/6 ein nettes Gerät, ich habe auch eine ähnliche Optik, 110mm f/6. Aber ich habe die als Spezialoptik für große wahre Gesichtsfelder und niedrige Verrgößerungen. Nicht, dass ich damit nicht auch ab und an höher Vergrößere, aber mir ist eben auch bewusst, dass die Optik dazu nicht die beste Wahl ist. Bei Dir hingegen ist sie das erste und einzige Teleskop. Das bedeutet eigentlich andere Anforderungen.
Aber kann ja gut sein, dass Du das alles so bedacht hast. Dann wäre es trotzdem wichtig zu wissen, was Du mit den Okularen vorhast und was Du von den einzelnen Brennweiten erwartest.

Clear Skies
Sven
 
Hi Rene
ich verstehe den Wechsel wahrhaft nicht, aber es ist Dein Geld.
In jedem Fall favorisierst Du nun ein völlig anderes Gerät.
Mir dient ein 80mm Willi als Schnellspechtler oder für die Sonne und ab und an bei Reisen, aber nie für wirklich ernsthaft DS.
natürlich sieht man damit auch bei DS bischen was, aber ein 8er Dob ist was anderes.

Noch betürzender finde ich, die vorgeschlagende Kombi.
Die Giromini habe ich auch und am Ende macht sie für den 80iger nicht so viel Spaß, vor allem wenn hoch vergrößert wird. Die Willi sind mit ZS und Okus alle nicht in der Balance, d.h. Du muß die Giro klemmen, damit das Ding nicht durchsaust. Nun klemmen mal dauernd weil Du bei 150fach Planeten gucken willst. Das machst einmal, vllt zweimal und dann explodierst, weil Du gar nicht zum beobachten kommst.

Dein Händler mag ein guter Verkäufer sein, aber von der Praxis will er scheinbar wenig wissen oder weiß nichts.
Beides wäre schlimm.

btw, mein Willi sitzt inzwischen auf ner Porta und das ist wesentlich besser. Die Mini nutze ich nur noch fürs Fernglas.

CS
 
Vielen vielen Dank für die schon fast zu erwartenden ausführlichen Antworten und wirklich guten Anregungen.
Zum besseren Verständnis: Ich habe mir zunächst ein Angebot machen lassen, Änderungen sind also noch möglich.

Mir hätte natürlich klar sein müssen, dass ich meine Überlegungen zur Entscheidung „Megrez 88 Apo“ schonungslos offen legen muß. Ich habe das in meinem ersten Post bewusst außen vor gelassen, weil es kaum Argumente gegen einen 8“ Dobson und für ein anderes Erstteleskop gibt.

Also will ich Sven und Armin einen Teil meines Innersten offen legen.

Ich habe auf meinem Grundstück recht gute Voraussetzungen - freie Sicht nach Süden, Norden, Osten, aber ich müsste für jede Himmelsrichtung einen anderen Standort suchen - Grenzgröße 6 mag. Nach gut einem Jahr spechteln (eigentlich mag ich diese Wort nicht) mit meinem 10x50 Fernglas ohne Stativ nun also Stufe 2 ... ein größeres Gerät.
Deine Beschreibung Sven zum meinen Ambitionen kommt meinen angestrebten Gewohnheiten schon sehr nahe (nette Space Walks, Blick auf die Planeten ohne High End-Gedanken, die gängigsten ds-Objekte - halt von allem etwas, wichtig auch: schnelles auf- und Abbauen).
Am Ende haben folgende Überlegungen Ausschlag für den Refraktor gegeben:
1. Fotostativ – auch gut für meine Kamera und meinen Fotoapparat zuletzt habe ich hier ein Stativ schmerzlich vermisst)
2. schneller Auf- und Abbau – ich möchte, wie mit meinem Fernglas praktiziert, spontan entscheiden ... Dobson hier mit Auskühlzeit
3. Nutzung als Spektiv möglich
4. leichteres Umstellen,
5. Ausrüstung insgesamt kompakter – ich müsste das Dobson im mein Zimmer stellen und meine Tochter – jetzt 4 Jahre alt – spielt trotz Verbot am liebsten in meinem Zimmer und mit meinen Sachen (leider auch schon mit meinem Computer)

Wenn ich viel Freude an meinem Refraktor haben werde, werde ich sicher auch irgendwann Stufe 3 – und dann mehr Öffnung – zünden.

Deine Anregung Sven zu einem 80/560 ED möchte ich gern in meine Überlegungen einbeziehen ... im Blick wäre mir der Astro Professional 80/560 ED ... mir sagt aber die Firma nichts. Ich habe hier kein Gefühl.
Ich habe auch den Zenithstar 80 von William im Blick, der mir aber von der Ansicht nicht gefällt. Da ich aber ein sehr visueller Mensch bin, habe ich mich deshalb vorerst für den nächstgrößeren von William mit 8 cm mehr Öffnung, der mir wieder gefällt, entschieden. Jetzt werden die Experten wieder lachen. Vielleicht hilft die nachfolgende Hilfskrücke aber, um meine Überlegungen etwas plausibler zu machen. Warum kaufen sich viele einen VW Golf, wenn sie doch ein Auto mit gleicher Ausstattung zu einem deutlich besseren Preis erhalten könnten. Oder - Meade verkauft laut Interstellarum auch die meisten Teleskope, obwohl die Zufriedenheit anderer Teleskope mit gleichem Preis-Leistungs-Verhältnis besser ist. Meade leuchtet einem halt häufiger in der Werbung entgegen. Ich präferiere halt William, weil ich bei der Firma anhand der bilsang gewonnenen Eindrücke (und sicher auch mangels ausreichendem Wissen) einfach ein gutes Gefühl habe.

Zu den Okularüberlegungen
Ich hatte mich bislang nur auf folgende Schwerpunkte beschränkt – ein gutes Übersichtsokular mit max. AP 6; ein Okular für aus meiner Sicht sinnvolle Maximalvergrößerung, also 4 mm und ein Okular dazwischen.
@Sven - Ich habe das 9mm nicht dem 12 mm wegen dem Augenabstand vorgezogen, sondern, weil ich die Vergrößerung für sinnvoller hielt und mir gleich eines mit größerem Augenabstand ausgesucht. Deine Argumente zur Okularwahl haben mir natürlich wieder um einiges die Augen geöffnet

@Antares – die Porta hatte ich auch schon im Blick. Da aber ein Stativ mit Neigekopf meine ersten Alternativvorstellungen waren, hat mich der Preis etwas abgeschreckt. Da ich jetzt auf Empfehlung des Händlers aber bis zum GiRo gekommen bin, werde ich die Porta in die engere Wahl ziehen.
Eine Frage nur: Der Megrez ist mit Aufsatzplatte für Fotostativanschluß. Benötige ich hier die L-Halterung bzw. sofern ich mich für den ED 80/560 von Astro Professionel (Rohrschellen) entscheide, wie sieht es dann aus? Ich werde die Okularwahl sich noch einmal überdenken und würde mich zu gegebener zeit sehr freuen, nochmals von Deinem umfangreichen Wissen prfitieren zu dürfen.

An dieser Stelle auch Dank an Wilhelm und Tommy für die Unterstützung und die Tipps für die Handhabung des Megrez.

So – nun habe ich mich fast komplett offengelegt ... die Hosen runtergelassen, wie man so schön sagt. Ich freue mich über jeden, der weiterhilft und bin auch nicht unempfindlich, wenn einer über die runtergelassenen Hosen lacht.

Einen schönen ersten Mai und ein schönes verlängertes Wochenende

Rene
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Rene,

ich hab gerade nicht die Zeit, hier ist gleich TdoT, da muss ich zum Aufbau. Aber soviel doch in aller Kürze: Was Beobachtungsgewohnheiten angeht, kann man ja noch entfernt die Gedankengänge nachvollziehen, wenn ich auch die Herangehensweise an Öffnung in Stufen usw. für falsch halte.
Was aber Gerätewahl und Hersteller angeht drückt das einen meiner Zünder!
Ich will Dich jetzt mal nicht anexplodieren, aber ich sage Dir halt klipp und klar: Wenn Du (und Du hast davon angefangen) so ein Auto kaufen gehst, dann gehst Du nicht zu VW Schulze sondern zu Rote Autos Meier. Und ich sage Dir eins: So fährt es sich dann auch!
Es ist immer gut, zum eingewöhnen einen tiefergelegten Corsa zu nehmen, wenn man weiß, dass man öfters viel transportieren muss und einen Kombi braucht.

Clear Skies
Sven
 
Hi Rene,

habe selber das kleienere den 72mm William und bin sehr zufreiden damit. Ich nutze es am einer EQ-2 Monti.

Zum Triton Stativ + Giro Mini kann ich dir leider nichts sagen, aber zu den Okularen.

Ich benutze für Vmax das 4mm Planetary UWA (108x) und das geht noch sehr gut. Ein kleiner Farbfehler ist natürlich sichtbar hält sich aber in Grenzen. (Bin sehr pingelig da ich seit 5 Jahren nur Spiegel und deshalb natürlich kein Farbfehler!)
Deiner hat glaubich f/5.6 von daher denke ich das 4mm gut geht. Was die SWAN Okus anbelangt so sidn sie schon bei f/6 nicht mehr randscharf, geschweige den bei f/5.6. Das TSWA12 natürlich auch nicht.
Hier würde ich dir raten lieber in etwas höherwertige Okulare zu investieren.
Die Abstufung 32 - 9 -4 ist aber gold richtig für die Minimalausstattung!

Gruß
Lots
 
Hallo nochmal,

dank Dir Lothar für Deinen Beitrag.

ich habe alle bislang gegebenen Hinweise in meine Überlegungen eingebunden und bin zu folgendem (Zwischen)ergebnis gekommen.

Die Option ED 80/560 oder 80/545 habe ich geprüft, werde aber nach reiflicher Überlegung beim 88er Megrez bleiben.

Satt Giro Mini und Stativ werde ich die Porta nehmen (beide Lösungen sind preislich dicht beieinander). Bleibt immer noch die Anfängerfrage, ob zusätzlich eine Prismenschiene oder ähnliche Halterung wegen der Aufsatzplatte mit Fotostativanschluß am Megrez notwendig ist.

Da ich auf lange Sicht nicht an Televue vorbeikommen werde, will ich anfangs zumindest im Zwischenbereich (9 oder 11 mm) ein Nagler bestellen, da ist der Preis noch erträglicher, als bei den hohen Brennweiten.
Hinsichtlich des 2“ Übersichtokulars zumindest noch eine Frage an Sven. Du hast alternativ das UWAN 28mm vorgeschlagen, welches preislich knapp an meiner Schmerzgrenze liegen würde. Das Okular hat am Megrez aber eine AP von nur knapp 5 mm. Habe ich Deine Ausführungen richtig verstanden, dass Deine Zweifel an „weniger wahrem Feld“ ggü. den 32 mm Erfle den fehlenden 1 mm AP wieder ausgleicht?
Na, hoffentlich nicht wieder ein Zünder, sonst muß ich Dir demnächst ein Hemd mit Kragenweite 46 kaufen?

Achso noch eine Frage: Tommy, du hast ein Zenitprisma vorgeschlagen. Ist hier mit einem Reflektions- oder anderem Nachteil gegenüber dem Spiegel zu rechnen?

Beste Grüße

Rene

PS: Sven ... hast du vielleicht hellseherische Fähigkeiten? Ich kaufe in der Tat meine Autos beim hiesigen VW Schulze :) . Na gut, Schulze ist ja auch kein selterner Name :biggrin: .
 
Hallo Rene,

wir reden nun über knapp 90 mm Öffnung und 500 mm Brennweite.
Das sind von Auflösung und Vergrößerung her wesentlich kleinere Schritte als beim zuvor eventuell schon durchgekauten 200/1200er.
Dennoch ist es von der AP her das gleiche Spiel, für die Okulare mit F/5,7 (gegenüber F/6) auch vergleichbar.
Die beiden Okulare 28er UWAN/32er WA unterscheiden sich vom Feld her nicht. Die resultierenden Vergrößerungen (17,8/15,6)unterscheiden sich kaum, die resultierende AP (5/5,7mm) bringt den bemerkenswertesten Unterschied neben der nach meinen Vergleichen wesentlich bessere Abbildungsleistung des UWAN.
Wie ich zu dieser Einschätzung komme und was man damit dann auslöst steht hier:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/540218/1

Nun gut, AP 5 (4,9irgendwas) ist eigentlich für jedes Teleskop unter landläufig erreichbaren Bedingungen ideal für die Übersicht und zum Suchen/Finden im Rahmen der gegebenen Öffnung.
Wer es APmäßig ernst meint und mit Filtern (OIII/UHC) an großflächige Nebel heran will, braucht auch noch ein Okular nahe 7 mm AP, also 38 bis 40 mm Okularbrennweite.
Damit bist Du aber an der kleinen Röhre schon sehr nahe an gängigen Ferngläsern (12-13fach).

Wenn es nun wirklich nicht an Televue vorbei geht, dann sehe ich das eben auch und gerade im Übersichtsbereich am ehesten als sinnvoll an, denn ein 31er oder 26er Nagler bringt gegenüber einem 28er UWAN deutlich mehr Randschärfe mit.
Zu den kleineren Brennweiten hin hat man mehr Auswahl, gerade in dem für Dich interessanten Bereich um 10 mm Okularbrennweite. So hat die Antares Speers Waler Reihe (hier 13,4 oder 9,4 mm) auch Nagler-Feld zu bieten und man bezahlt für nicht ganz so perfekte Fertigungsqualität bei sehr ähnlicher Abbildungsleistung auch weniger Geld.
Wir bewegen uns dann immer noch bei "nur" 35/50fach, das muss man bei solchen Teleskopen auch immer im Auge haben, aber ca. 2 mm AP sollte schon wenigstens besetzt sein.

Gruß und CS
*entfernt*
 
hallo Rene,

ich verwende am 88er Willi ein vergütetes Baader Prisma 1,25". Unvergütete Billigprismen haben schlechtere Transmission, und wenn die Oberfläche nicht glatt ist wird das Bild auch schlechter. Gelegentlich verwende ich auch ein 2" Amiciprisma für Übersicht.

Das Baader T2 Prisma muss man nur in der Fassung mit Schaumstoff unterlegen, weil die es nicht schaffen das passgenau einzubauen. Wenn du es schüttelst, merkst du was ich meine. War bei allen 5 so die ich bislang geschüttelt habe...

Die Verwendung des Prismas verbessert die Farbkorrektur meines 88er WO enorm (ob da in jedem dieselben Linsen drin sind?). Ich habe auch schon 72er WO getestet wo es was bringt. Am Volksapo und Equinox bringt es dagegen gar nichts.

Weil es in keinem Prospekt steht, schildere ich dir meine Erfahrungen mit dem 88er Willi und den Farben:

Der 88er WO hat eine etwas andere Farbkorrektur als die meisten ED-Apos, wenn du unscharf stellst bekommst du intrafokal rote und extrafokal grüne Säume, statt gelb-blau wie üblich. Das wirkt sich etwas ungünstig auf die Schärfe beim Vergrössern aus wenn man einen Spiegel nimmt, oder bei Fotos bekommen die Sterne leichte rote Säume (laut Berichten im Netz).

Mit Prisma bessert sich dieses Verhalten aber sehr, sodass man ihn auch für einen gelegentlichen Blick auf Planeten oder Mond benutzen kann. Er ist halt sehr kurz und relativ klein um da viel zu sehen. Aber als Schnellspechtelgerät voll ok. Seltsamerweise wirkt ein Binoansatz offenbar nicht auch so stark als Glasweg, wie ich gerade ausprobiert habe (muss ich mal bei Nacht wiederholen).

Ein anderes ist der übliche Farbfehler-Rest im Blauen: Der ist beim 88er WO einen Tick stärker ausgeprägt als beim 80/600 Volksapo, etwa wie beim 80/500 Equinox (gleiche Länge!). Ich habe die drei parallel getestet.

Du hast bei Verwendung eines Prismas also bei Tagbeobachtung im Fokus leicht bläuliche Schattenränder, bei Nacht fällt das nur an den hellsten Objekten auf.

Der 88/598 WO ist also wegen des Farbverhaltens nicht ganz pflegeleicht, und auch der rotierbare OAZ muss unter Kontrolle gehalten werden wegen der Zentrierung. Der Sucher sitzt bei mir übrigens nicht am OAZ wie oben beschrieben, sondern weiter vorn ist am teilbaren Tubus noch eine andere Blind-Madenschraube die ich dafür missbrauche.

BTW: Als Erstinstrument würde ich auch schwer den Dobs favorisieren.

na dann, viel Freude sei gewünscht!

lg Tommy

PS: Ich bin grad an so ner kleinen vergleichenden Farbfehlerstudie bei verschiedenen EDs und Achros, aber wenns Wetter so schön bleibt dauert das noch ein bisserl.
 
Hallo Tommy,

genau die gleiche Erfahrung habe ich mit dem kleinen WO 66 SD auch gemacht, mit dielektrischem Zenitspiegel habe ich intrafokal einen deutlich sichtbaren roten und extrafokal einen deutlich sichtbaren grünen Farbsaum, mit dem Baader Prisma ( sitzt bei mir auch ohne Schaumstoff paßgenau ) reduzieren sich die Farbsäume bis auf einen kleinen sichtbaren Teil, wenn ich dann noch meine 2,8X Klee-Barlow dazwischen setze, ist der Farbsaum visuell nicht mehr wahrnehmbar, auch bei 180 fach am ( 6 mm Genuine mit 2,8x Klee-Barlow ) Mond ist im Fokus kein Farbsaum am Rand zu erkennen und das Bild wirkt noch scharf und kontrastreich, mit Zenitspiegel ist bei etwa 100 fach Schluss mit Schärfe und Kontrast!

Gruß Uwe
 
Hallo Rene,

Deine Anforderungen an ein Teleskop kann ich verstehen, für diese Fälle habe ich ebenfalls ein 80mm-Refraktor, wenngleich auch einen Achromaten mit f/5, welcher Planeten und hohe Vergrößerungen an sich nahezu ausschließt.

Was diesem Gerät abgeht ist aber mitunter Öffnung bei DS. Das genüssliche Spechteln ist schon gut - aber es funktioniert bei mir nur, wenn ich nicht zu oft und nicht zu engagiert unter freiem Himmel bin. Ansonsten würde ich befürchten, schnell an die Grenzen zu stoßen, wäre es mein einziges Gerät - der abstand zu einem 50mm Feldstecher ist nämlich nicht allzu groß.

Aber die Freude, mal wieder unter dem Sternenhimmel gestanden und ein paar Objekte eingefangen zu haben - vielleicht noch mit Filter, die stellt sich jedesmal ein.

Wenn das reicht und höhere Ambitionen nicht binnen kurzer Zeit aufkommen, dann könnte ein 88mm-WO als Erstgerät okay sein.

Aus Gefühl hätte ich für diesen Preis eine problemlosere Optik erwartet. Also, die Verwendung von bestimmten Amiciprismen, um Farbrein zu sein, täte mich ein wenig nerven. Das macht das Gerät 'unrund' - bei dieser Größe und Flexibilität würde ich eher Richtung 'Fire&Forget' tendieren.

Außerdem würde ich bei den Okularen schon welche verwenden, die auch an f/6 ein schönes Bild abgeben. Der Eingangsoptik angemessen, sozusagen. Wenn bei Übersichtsokularen eine schlechte Randschärfe besteht, dann glaube ich immer ein nicht-stellares Objekt zu sehen - das wäre für mich bei dem Endpreis deiner vorgeschlagenen Kombination nicht akzeptabel. Das geht auch billiger ...

In Summe halte ich das Gerät aufgrund seiner Eigenschaften für teuer bei deiner Verwendung und die Okulare für einen schlechteren Abschluss, als bei dem Preis zu erreichen wäre.

Überlege dir das Gesamtpaket nochmals - ein paar Alternativen hattest du zwar bereits verworfen (warum?), aber die Gründe für diese Geräte fand ich überzeugender. Die 8mm Öffnung reißen es nicht raus, wenn du auf 80mm Öffnung gehen solltest.

Viel Erfolg,
Stefan
 
HI Rene
also für den Willi brauchst ne gescheite Befestigung.
Ich bin nicht sicher ob der 88er 2 Bohrungen im Fuß hat, dann geht ne Primenschiene. Hat er dort nur eine Bohrung wie meiner
so mußt Du entweder ne 2. Bohrung und Gewinde schneiden - mit einer Schraube hält das schlecht - oder aber doch das L als Halter nehmen.

Ganz ketzerisch komme ich aber noch mal mit was anderem als Idee
Wenn Du ne Porta nimmst und gibst ja u.a. an auch Deepsky machen zu wollen, warum nimmst nicht einen preiswerten Newton wie einen 130/650? Geht zwar als Spektiv nicht aber er ist leicht und geht auf der Porta. Nachteil ist vllt der 1.25 OAZ aber mit einem LFW22 oder PanO ist das Feld auch riesig - genug für Großfeldbeobachtungen. Der geringe Preis würde Dir ermöglichen
gescheite Okulare gleich zu kaufen und ggf. auch noch ein Spektiv searat je nach Erfordernis.
Vorteil ist in jedem Fall die Farbfehlerfreitheit, größere Brennweite für Planeten und mehr Öffnung bei DS.

Vllt sind ein paar Gründe dabei die aus Deiner Sicht sowas überlegenswert machen

CS
 
Hallo,

ich bin glaube ich durch und danke allen, die mir bereitwillig und/oder mit hochgezogenenen Augenbrauen geholfen und über die Unzulänglichkeiten von Anfängern ohne Probleme hinwegesehen haben.

Endstand: Equinox 80/500 auf Vixen Porta
Okulare für den Anfang: William Swan 33 mm 2", Nagler 13 mm, HR Planetary 4 mm ... sicher passt da später noch ein Speers Waler Zoom zwischen, aber jetzt heißt es erst einmal, Erfahrung zu sammeln.

An alle Dobson-Befürworter: sicher wäre der "Erstschlag Dosbon" die bessere Alternative, aber wenn ich die Grenzerfahrung 80er ED durchstehe, dann folgt sicher irgendwann ein Teleskop mit größerer Öffnung.

In diesem Sinne allseits sternenklare Nächte

Rene



 
Hallo Rene,

herzlichen Glückwunsch zum neuen Equipment. Ich freue mich auch schon auf die ATT, um meinen 80/480 wieder aufzurüsten. Das Gerätchen wird dann mit einem 6mm Ethos und einem 3mm Nagler versorgt. Dein 13mm wird sicherlich auch bald gegen ein etwas kurzbrennweitigeres ausgetauscht ... vielleicht ein 8mm?

Gruss aus Bonn
Wilhelm
 
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