Messenger: Die Merkur-Sonde nach Mariner 10

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Re: Erstes Messenger-Bild ist da!!

Wow, der Merkur hat ja doch ganz schön viel Ähnlichkeit mit dem Mond.
Besitzt der Merkur eigentlich auch Mare?

Grüße und CS
Matthias
 
Re: Erstes Messenger-Bild ist da!!

Wie groß ist dieser Krater auf dem Merkur?

Link zur Grafik: http://img263.imageshack.us/img263/3103/mercury01kr2.jpg
Bild: Messenger/NASA/APL - Narrow Angle Camera (NAC), 2008-01-14 / 18:10 UTC



Originaltext von der Messenger-Homepage:
As the MESSENGER spacecraft drew closer to Mercury for its historic first flyby, the spacecraft’s Narrow Angle Camera (NAC) on the Mercury Dual Imaging System (MDIS) acquired an image mosaic of the sunlit portion of the planet. This image is one of those mosaic frames and was acquired on January 14, 2008, 18:10 UTC, when the spacecraft was about 18,000 kilometers (11,000 miles) from the surface of Mercury, about 55 minutes before MESSENGER’s closest approach to the planet.

The image shows a variety of surface textures, including smooth plains at the center of the image, many impact craters (some with central peaks), and rough material that appears to have been ejected from the large crater to the lower right. This large 200-kilometer-wide (about 120 miles) crater was seen in less detail by Mariner 10 more than three decades ago and was named Sholem Aleichem for the Yiddish writer. In this MESSENGER image, it can be seen that the plains deposits filling the crater’s interior have been deformed by linear ridges. The shadowed area on the right of the image is the day-night boundary, known as the terminator. Altogether, MESSENGER acquired over 1200 images of Mercury, which the science team members are now examining in detail to learn about the history and evolution of the innermost planet.


Credit: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington

Aus einfachen geometrischen Überlegungen bezweifle die Angabe, dass dieser Krater im Durchmesser 200 Kilometer misst, mir erscheint er wesentlich kleiner - warum?

Die Krümmung des Horizonts im Bildausschnitt scheint über den Daumen gepeilt 10° nicht wesentlich zu übersteigen. Das ergibt gemessen am Gesamtumfang des Planeten von rund 15300 Kilometern eine Länge von etwas mehr als 400 Kilometern für die Horizontlinie im Bild. Der Krater ist aber selbst im Vordergrund erheblich kleiner als die halbe Horizontlinie - direkt am Horizont würde er noch kleiner erscheinen. Ein 200 Kilometer großer Krater auf Merkur überspannt schon fast fünf Breitengrade - das ist augenscheinlich aber wohl nicht der Fall. Im Verhältnis dazu erscheint mir auch der Kraterwall erheblich zu hoch zu sein - das wären dann wahrliche Megaberge :gutefrage:

Vielleicht können ja die erfahrenen Mondbeobachter hier noch etwas zu der Abschätzung sagen ?) ;)

Mare wie auf dem Mond gibt es auf Merkur nicht. Die größte Struktur ist das Einschlagbecken Caloris mit knapp 1300 Kilometern Durchmesser.

Gruß
Christoph
 
Re: Erstes Messenger-Bild ist da!!

Hallöchen

Ich habe die Horizontlinie gerade einmal ganz grob nachgemessen und bin auf eine Krümmung von 15-20° gekommen - somit passen dann die Größenverhältnisse.

Zu den Kraterwänden muss man berücksichtigen, dass durch Merkurs geringe Schwerkraft es auf ihm höhere und steilere Berge geben kann, als man von der Erde gewohnt ist.

Gruß
Andy
 
Kratergrößen

Link zur Grafik: http://img171.imageshack.us/img171/8881/mercury02fa2.jpg

An der Gesamtansicht des Planeten lässt sich auch gut beurteilen, dass die angegebenen Größenverhältnisse doch in etwa stimmig sind. Zwar berücksichtigt die 500-Kilometer-Linie die sphärische Geometrie der Kugel nicht, sondern ist eine einfache Projektion auf die Mittelebene, aber zur groben Orientierung und Einschätzung reicht das aus.

Die langen Schatten am Terminator tragen auch dazu bei, dass das Relief überzeichnet wirkt. Auf dem Mond erreichen die höchsten Kraterwände über 11 Kilometer :cool:
 
Re: Erster Merkur-Flyby von Messenger

Hallo,

dunkle Flecken, die auf den Aufnahmen des Merkur zu sehen sind, sollen Hinweise auf Lavaflüsse sein. Darüber hinaus zeigen die Detailansichten scharfe und steile Abbrüche, die Anzeichen dafür sein könnten, dass der Planet infolge seiner Abkühlung geschrumpft ist.

- Has Messenger revealed lava flows on Mercury?

Gruß - Nico
 
Re: Erster Merkur-Flyby von Messenger

Hallo,

langsam wird es wohl Zeit, sich auf den 2. FlyBy der Messenger-Sonde am Merkur einzustimmen.

Am 06.10. um 08.40 MESZ wird die Sonde den Planeten mit einer Geschwindigkeit von 24.140 km/h in einer Entfernung von nur 200 Kilometern passieren.

Für alle Freunde interessanter Fotos : Aus den geplanten mehr als 1.200 Fotos sollen auch 7 Mosaik-Bilder der Oberfläche erstellt werden. Insgesamt sollen 30 Prozent der Oberfläche fotografisch erfasste werden, darunter auch bisher noch nicht beobachtete Gebiete westlich der letzten FlyBy-Zone.
Quelle : http://www.space.com/missionlaunches/081001-mercury-flyby-preview.html

Hier eine Darstellung des geplanten Ablaufes des Überfluges:

Link zur Grafik: http://planetary.org/image/sean02_lg.jpg
Science plans for MESSENGER's second Mercury flyby, October 6, 2008
This map of Mercury includes all of the spacecraft image data taken to date. In 1975 and 1976, Mariner 10 acquired images of about 40 percent of Mercury, covering much of the hemisphere from 180 to 360 degrees east longitude. During MESSENGER's January 2008 flyby, approximately another 20 percent of the planet was revealed in regions west of the Mariner 10 coverage. During the October 2008 flyby, MESSENGER will fill in much of the remaining terrain on the hemisphere opposite the Mariner 10 hemisphere, and will also fill in the gore crossing the northeastern portion of the Mariner 10 map (purple areas). The red and blue lines indicate the ground tracks of the Mercury Laser Altimeter data from the two MESSENGER flybys.
Credit: NASA / JHUAPL / CIW

Welches Instrument was wann beobachtet könnt Ihr hier sehen.

Und hier noch die genaue Timeline des Vorbeifluges , allerdings auf Englisch. Vielen Dank an Emily Lakdawalla/ The Planetary Society. Wie ich meine die besten Infos im ganzen WWW!!!

Als kleinen kleinen Vorgeschmack ein Foto vom 14.01.2008

Link zur Grafik: http://www.nasa.gov/images/content/209526main_north.jpg

Credit: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington




Also, 4 Tage Daumen drücken und dann Spaß haben!!!

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko


 
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Re: Erster Merkur-Flyby von Messenger

Hallo,

im Vorfeld des 2. Merkur-FlyBys von Messenger wird die Sonde mit ihrem optischen Navigationssystem insgesamt 8 Fotos aufnehmen. Die erste dieser Aufnahmen erfolgte gestern um 5.30 MESZ aus einer Entfernung von 1,5 Millionen Kilometern mit einer Auflösung von 37 Kilometer/ Pixel.
Die zweite Aufnahme folgte dann gestern Abend um 18.00 MESZ aus 1,2 Millionen Kilometern. Die Auflösung betrug hier bereits 31 Kilometer/ Pixel.
Einer letzten Meldung zufolge ist die Sonde in bestem Zustand und befindet sich genau auf Kurs.

Die restlichen Aufnahmen und die endgültige Kalibrierungen der Instrumente sollen heute und morgen erfolgen, bevor dann in der Nacht von Sonntag auf Montag 10 Stunden vor der größten Annäherung die Instrumente ihre Arbeit aufnehmen und die wissenschaftlichen Sequenzen abarbeiten.
Diese größte Annäherung wird übrigens erst um 10.40 MESZ erreicht ( Fehler von mir im vorherigen Beitrag ! ).

Hier noch die Timeline und die Website des 2. Vorbeifluges.

Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Re: Erster Merkur-Flyby von Messenger

Hallo,

der 2. Merkur-Vorbeiflug verlief bisher planmäßig und ohne Probleme. Die Beobachtungen werden noch bis morgen Mittag fortgesetzt und erst danach wird der Großteil der Daten zur Erde übermittelt. Erste Fotos sollen aber ab morgen Vormittag zur Verfügung stehen. Daher gibt es bisher leider nur die 8 Fotos des optischen Navigationssystems. Hier das letzte davon, aufgenommen aus einer Entfernung von 270.000 Kilometern mit einer Auflösung von 7 Kilometern/ Pixel.

Die abgebildete Region Merkurs wurde bei diesem Vorbeiflug das erste Mal fotografisch erfasst.


Link zur Grafik: http://planetary.org/image/EN0131717310M_Labels2_lg.jpg

Credit: NASA / JHUAPL / CIW

Die neu gesicherten Gebiete zeigen eine breite Palette von geologischen Eigenschaften. In der Nähe des nördlichen Teils des Planeten befinden sich glatte Ebenen, möglicherweise vulkanischen Ursprungs. In der südlichen Region befindet sich ein großes Becken mit einem glatten Boden, wahrscheinlich auch ein Produkt des Vulkanismus. Durch die Krater schließt man auf ein junges Alter dieser Formationen, so die ersten Vermutungen der Wissenschaftler der Messenger-Mission.

Ein größeres Foto incl. einer detaillierteren Beschreibung auf Englisch findet Ihr hier .

Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Re: Erster Merkur-Flyby von Messenger

Hallo,

dieses Foto wurde ca. 90 Minuten nach der größten Annäherung an Merkur aus einer Entfernung von 27.000 Kilometern aufgenommen und ist eine der ersten Aufnahmen die heute an die Erde zurückgesendet wurden.

Link zur Grafik: http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/pics/CW0131775256F_web.png

Credit: NASA / Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory / Carnegie Institution of Washington

Bei dem hellen Krater unterhalb der Bildmitte handelt es sich um den bereits bekannten Kuiper-Krater. Die meisten Gebiete östlich davon wurden jetzt das erste Mal durch eine Raumsonde fotografiert. Ein markantes Merkmal dieser neu gesicherten Regionen sind die ausgedehnten Strahlen, die sich von der nördlichen Hemisphäre bis südlich des Kuiper-Kraters erstrecken. Ausgangspunkt scheint ein relativ junger Krater am nordöstlichen Bildrand zu sein, der zwar schon durch Radarbeobachtungen von der Erde aus bekannt war, jetzt jedoch das erste Mal direkt gesichtet wurde.

Quelle : http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/image.php?page=1&gallery_id=2&image_id=214

Weitere Bilder, darunter auch höhere Auflösungen mit der NAC-Kamera sollten demnächst in der Messenger-Foto-Gallerie veröffentlicht werden.

Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Re: Erster Merkur-Flyby von Messenger

Wieviel Prozent der Oberfläche sind nach diesem Flyby NOCH NICHT fotografiert worden?

Und können die letzten fehlenden Stellen beim 3. und letzten Vorbeiflug fotografiert werden?
 
Re: Erster Merkur-Flyby von Messenger

Hallo Maetes,

es fehlen jetzt noch etwa 5 Prozent.

Die Mariner 10 - Raumsonde hat während ihrer 3 Merkurpassagen 1974 und 1975 ca. 45 Prozent der Oberfläche fotografiert. Messenger legte beim FlyBy am 14. Januar dieses Jahres noch einmal 20 Prozent nach. Und beim Vorbeiflug am Montag konnten weitere 30 Prozent abgebildet werden.

Zitat von der Messenger-Mission-News-Website vom 07. September :

"When Mariner 10 flew past Mercury three times in 1974 and 1975, the probe imaged less than half the planet. In January, during MESSENGER’s first flyby, its cameras returned images of about 20 percent of the planet’s surface missed by Mariner 10. Yesterday, at 4:40 am EDT, MESSENGER successfully completed its second flyby of Mercury, and its cameras captured more than 1,200 high-resolution and color images of the planet – unveiling another 30 percent of Mercury’s surface that had never before been seen by spacecraft."
http://messenger.jhuapl.edu/news_room/details.php?id=111

Der 3. und letzte Vorbeiflug soll am 30. September 2009 in einer Höhe von ebenfalls ca. 200 Kilometern erfolgen. Ob dann bereits die fehlenden 5 Prozent fotografiert werden können kann ich Dir allerdings nicht sagen. Aber vom 18. März 2011 bis voraussichtlich März 2012 wird Messenger den Merkur für ein Jahr auf einer Bahn in Höhen zwischen 200 und 15.000 Kilometern umrunden und ausführlich untersuchen. Spätestens dann ist der Rest "fällig".

In der Foto-Galerie wurden übrigens mittlerweile wieder neue Fotos veröffentlicht.

Link zur Grafik: http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/picsMed/EN0131766496M.png
Credit: NASA/JHUAPL/CIW

Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Re: Messenger 2. Merkur-FlyBy

Hallo,

es stimmt schon, dass die Oberfläche auf diesem Foto extrem eben erscheint. Auf den ersten Blick war ich der Meinung, das liege wohl an der Perspektive, aber das stimmt nicht.

In der Bildbeschreibung der NASA steht, dass sich im Vordergrund raues, stark zerkratertes Terrain befindet (sieht man ja auch ). Die glatten Ebenen dahinter wurden vermutlich durch tektonische Einflüsse verändert und sind nur mit kleinen Kratern überzogen. Daraus lässt sich ableiten, dass dieses Gebiet jüngeren Ursprungs ist als die Umgebung.
Siehe hier .

Merkurs Oberfläche ähnelt auf dem ersten Blick sehr stark der des Mondes. Dem ist aber nicht so. Während der Mond größtenteils von Impakten geformt wurde, wurde die Oberfläche Merkurs sehr stark durch Vulkanismus geprägt. Beim ersten Vorbeiflug Messengers wurden Vulkane und große Lavaströme entdeckt. Das ca. eine Million Quadratkilometer großen Caloris-Becken z.B. ist komplett mit Lava gefüllt. Dort wurde auch eine Struktur entdeckt, die als Schildvulkan mit 95 Kilometern Durchmesser interpretiert wird. Außerdem fand man innerhalb des Beckens mehrere kleine Krater, die mit einem dunklen Gestein aufgefüllt sind. Auch dieses Material soll vulkanischen Ursprungs sein, was alles in allem auf ein gigantisches Magmareservoir unter der Oberfläche hindeutet.

Link zur Grafik: http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/picsMed/Strom01.jpg

Link zur Grafik: http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/pics/EN0108826877M_labels.jpg
Credit: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington

Siehe hier und hier .

Ich interpretiere „tektonische Einflüsse“ deshalb einfach einmal mal als Lava.

Andererseits wird Merkurs Oberfläche auch von einer Vielzahl von ungewöhnlich langgezogenen und gewundenen Steilhängen und Klippen durchzogen. Dreidimensionale Computersimulationen lassen darauf schließen, dass diese durch das Abkühlen und eine sich daraus ergebende planetenweite Kontraktion sowie Wärmeverlust aus dem Planeteninneren entstanden sein könnten.
Siehe dazu hier .

Link zur Grafik: http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/picsMed/CN0131773984M_web.png
Credit: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington

Siehe hier .

Apropos Arecibo : Es hat in der Vergangenheit diverse Radarbeobachtungen der Oberfläche Merkurs gegeben. Und in den Bildbeschreibungen der bisher veröffentlichten Fotos war mehrmals davon die Rede, dass diese Gebiete zwar das erste Mal direkt fotografiert werden konnten, die Krater jedoch bereits durch erdgestützte Radarbeobachtungen bekannt waren. Bis jetzt fehlen zwar noch 5 Prozent der Oberfläche auf den Fotos, aber große Überraschungen in Bezug auf Oberflächenstrukturen wird es wohl nicht mehr geben.

Am 29.Oktober will die NASA eine Pressekonferenz geben und dabei die ersten Resultate diese 2. FlyBys vorstellen. Vielleicht hört man da ja schon etwas Neues.

Ansonsten kann ich allen nur auf das Wärmste die Bildergalerie von Messenger empfehlen. Es macht echt Spass, sich da mal durchzuklicken.


Schöne Grüße aus Hamburg und CS – Mirko


Ach ja – eine Neuigkeit gibt es noch : Messenger hat einen neunen „Spacerekord“ aufgestellt. Seit ihrem letzten Deep-Space-Manöver zur Bahnkorrektur im März diese Jahres hat die Sonde 668 Millionen Kilometer zurückgelegt. Merkur wurde Montag in einer Höhe von 199,4 Kilometern überflogen. Angepeilt waren 200,0 Kilometer. Das bedeutet eine Abweichung von nur 600 Metern….. Respekt…..
WEITER SO ! ! !
 
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Re: Messenger 2. Merkur-FlyBy

Hallo,

hier ein weiteres gerade veröffentlichtes Foto.

Link zur Grafik: http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/picsMed/CN0131773885M.png
Credit: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington

Es zeigt einen kleine Krater, von dem mehrer Strahlen ausgehen. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Bei vielen Impakten wird durch das ausgeworfene Material ein Strahlensystem erzeugt und nicht nur auf dem Mond, sonder auch auf Merkur kann man beeindruckende Starhlensysteme erkennen.

Das besondere hier ist jedoch, dass diese Strahlen nicht aus einem hellen Material bestehen, sondern aus extrem dunklen. Diese dunklen Strahlensysteme sind zwar keine neue Entdeckung auf Merkur, aber sie kommen dort nur sehr selten vor. Beim Mozart-Krater auf Merkur wurde ihre Entstehung so gedeutet, dass das ausgeworfene Material aus großer Tiefe stammt. Man vermutet, dass dies auch bei dem neu beobachteten Krater der Fall ist. Mit der Wide-Angle-Camera angefertigte Farbbilder sollen nun zur Entschlüsselung dieses "Rätsels" herangezogen werden.

Quelle und größeres Bild : http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/image.php?gallery_id=2&image_id=232

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
 
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Re: Messenger 2. Merkur-FlyBy

Hallo,

vor kurzem wurden weitere Bilder des letzten Messenger-Vorbeifluges am Merkur veröffentlicht. Darunter auch dieses des Thakur-Kraters. Dieser Krater hat einen Durchmesse von 118 Kilometern und wurde aus einer Höhe von 2.500 Kilometern aufgenommen. Die Auflösung beträgt 460 Meter pro Pixel.

Link zur Grafik: http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/picsMed/small_area_color_plus_pc_color.jpg
Credit: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Arizona State University/Carnegie Institution of Washington


Die Aufnahme links ist eine Kombination der Rot-, Grün- und Blaufilter. Rechts ist eine Kombination diverser konrastreicher Bilder quer durch sämtliche Farbspektren der WAC-Kamera zu sehen. Durch diese Abbildungsmethoden erhält man einen besseren Einblick in die subtilen Variationen der Merkuroberfläche sowie in die geologischen Prozesse, die sie geformt haben.

Auf dem Boden des Tharkur-Kraters sind hier sehr gut zwei sich überschneidende Grate zu erkennen - eine Formation, welche man auf dem Merkur jetzt das erste Mal beobachtet hat.

Solche Bilder helfen Geologen, durch Vergleiche mit ähnlichen Formationen auf anderen Körpern des Sonnensystems und der Erde, Rückschlüsse über deren Entstehungsgeschichte und die Abläufe in der Frühzeit unseres Sonnensystems zu ziehen.

Ein größeres Bild findet Ihr hier und die Beschreibung dazu hier .

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Re: Messenger 2. Merkur-FlyBy

Hallo,

hier ein weiteres gerade freigegebenes Bild des 2. Messenger-Vorbeifluges, aufgenommen mit der Narrow Angle Camera aus etwa 16.500 Kilometern Entfernung. Die Bildauflösung beträgt 420 Meter pro Pixel.

Link zur Grafik: http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/picsMed/CN0131766454M.png
Credit: NASA / Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory / Carnegie Institution of Washington

Auf der linken Seite des Planeten ist eine langgezogene, steile Felswand von über 400 Kilometern Länge zu erkennen. Solche Steilhänge sind sehr wahrscheinlich eine Folge der Entwicklung hin zur einzigartigen Oberfläche des Merkur.

Desto länger ein Planet existiert, desto stärker kühlt sein Inneres ab. Allerdings ist der innere metallische Kern Merkurs bedeutend größer als etwa der der Venus oder der Erde und hat deshalb die geologische Evolution Merkurs auf eine andere Weise beeinflusst. Die Steilhänge sind keine Folge einer Plattentektonik, sondern der Abkühlung und der daraus resultierenden Kontraktion, also des Zusammenziehens, der Planetenoberfläche. Dadurch wurde die gesamte Oberfläche zusammengestaucht. Einige Gebiete wurden so nach oben gedrückt, andere sackten ab und die Klippen entstanden.

Die hier abgebildeten Formation ist von einem Krater unterbrochen. Er hat einen Durchmesser von etwa 30 Kilometern.

Quelle : http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/image.php?gallery_id=2&image_id=249

Dort gibt es auch eine größere Version des Bildes.

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Re: Messenger 2. Merkur-FlyBy

Hallo,

um im Jahr 2011 erfolgreich in den Merkurorbit einschwenken zu können, muss die Raumsonde Messenger am 29. September 2009 einen dritten und letzten FlyBy am innersten Planeten unseres Sonnensystems absolvieren. Dazu wurde jetzt planmäßig eine Veränderung der Fluggeschwindigkeit um 247 Meter pro Sekunde erforderlich. Dieses Deep-Space-Manöver wird in 2 Etappen durchgeführt. Als erster Schritt wurden am 4. Dezember um 9:30 MEZ die Haupttriebwerke für 4,5 Minuten gezündet und die Geschwindigkeit Delta v relativ zur Sonne um 219 Meter pro Sekunde auf jetzt 30,994 Kilometer pro Sekunde erhöht. Dies war ausreichend, um 90 Prozent der erforderlichen Geschwindigkeitserhöhung zu erreichen. Die jetzt noch ausstehenden 10 Prozent werden in einen 2. Manöver am Montag hinzukommen.

Hier der gesamte Ablauf der Fluges der Sonde zum Merkur. Das momentan stattfindende Flugmanöver hat die Bezeichnung DSM-4.

Link zur Grafik: http://planetary.org/image/messenger_anim_28days.gif
Image Credit : NASA / JHUAPL / Carnegie Institute of Washington

Seht dazu auch diese Mitteilung des JPL.


Was gibt es sonst so Neues von dieser Mission? Im Grunde läuft immer noch die Auswertung der Daten, welche im Zuge des 2. FlyBys am 6. Oktober gewonnen wurden. Bei der Auswertung der Bilder, bisher sind ca. 95 Prozent der Oberfläche fotografisch erfasst und die verbliebenen "weißen Flecken" konzentrieren sich um die Polarregionen sowie einem Streifen entlang dem 80. Grad östlicher Länge, sind die Geophysiker erfreut darüber, dass mittlerweile weite Gebiete unter unterschiedlichen Beleuchtungsverhältnissen aufgenommen werden konnten. Ein hoher Sonnenstand garantiert eine farbgetreuere Abbildung, niedriger Sonnenstand hingegen ermöglich eine bessere Analyse der topografischen Details der Kraterränder und Bergrücken. In den neu fotografierten Gegenden wurden einige überraschende Strukturen beobachtet, z.B. der hier bereits früher erwähnte Strahlenkrater in der Nähe des Nordpols, dessen Auswurfmaterial sich fast einmal ganz um den Planeten herum bis zum gegenüberliegenden Südpol erstreckt. Ansonsten ist festzustellen, dass Merkur, im Gegensatz zu den 2 Gesichtern der erdnahen und erdabgewandten Seite des Mondes oder der Nord- und der Südhälfte des Mars, über eine sehr gleichmäßig geformte Oberfläche verfügt. Trotzdem erscheint diese Oberfläche im regionalen Rahmen recht komplex. So konnten z.B. weitere eindeutige Anzeichen vulkanischer Aktivitäten ausgemacht werden. Und auch das Material, welches bei verschiedenen Impaktereignissen ausgeworfen wurde, verfügt eindeutig über eine unterschiedliche chemische und mineralogische Zusammensetzung. Besonders gut ist dies auf diesem Foto vom 6.Oktober zu erkennen. Das Auswurfmaterial im Krater rechts oben ist hell, der Krater links dagegen wurde von dunklem Material überzogen.

Link zur Grafik: http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/picsMed/EN0131771993M.png
Image Credit : NASA / JHUAPL / Carnegie Institute of Washington

Ein größeres Bild gibt es hier und einen Kommentar dazu hier. Dass 2 so eng beieinander liegende Krater ein so unterschiedliches Auswurfmaterial hinterlassen ist ein relativ eindeutiges Indiz dafür, dass die Zusammensetzung der Kruste des Merkur keineswegs so homogen ist, wie seine auf den ersten Blick so gleichförmige Oberfläche es vermuten lässt. An manchen Kratern hat das dunklere Material übrigens sogar Strahlen erzeugt. Die genauere Analyse der Zusammensetzung der verschiedenen Bestandteile des Oberflächenmaterials des Merkur wird auf jeden Fall einen Schwerpunkt der Analysen der Raumsonde bilden, nachdem am 18. März 2011 das endgültige Orbiteinschwenkmanöver ausgeführt wurde und die 1-jährige Hauptphase der Mission beginnt.

Aber auch die anderen Wissenschaftsgebiete werden nicht zu kurz kommen. So wurden auch beim 2. FlyBy das Magnetfeld und die extrem dünne Atmosphäre des Merkur und insbesondere ihre Interaktion mit dem Sonnenwind studiert. Aufgrund der Geometrie der Flugbahn der Sonde konnte erstmals die westliche Hemisphäre des Merkur überflogen und so auch erstmals die bisher unbekannte Hälfte des Magnetfeldes vermessen werden. Dabei stellte man fest, dass das Magnetfeld des Merkur fast genau auf seine Rotationsachse ausgerichtet ist - die Abweichung beträgt lediglich 2 Grad. Der magnetische Nordpol der Erde hingegen weicht um immerhin rund 11 Grad vom geographischen Pol ab.

Durch Studien mit dem MASCS-Spektrometer konnten in der Atmosphäre sowohl Natrium als auch Kalzium nachgewiesen werden, welche wie ein von der Sonne wegweisender Schwanz hinter dem Planeten hergezogen werden. Diese beiden Elemente konnten zwar bereits früher nachgewiesen werden, jetzt jedoch ist es möglich, sie besser zuzuordnen. Das Natrium scheint sich so auf die Regionen der mittleren Breiten nördlich und südlich des Äquators zu konzentrieren, das Kalzium wiederum befindet sich direkt über diesem. Warum sich diese beiden Elemente auf so deutlich voneinander abgegrenzte Herkunftsgebieten verteilen ist vorläufig eines der vielen noch zu lösenden Rätsel. Auf jeden Fall steht die unterschiedliche Freigabe in direktem Zusammenhang mit Prozessen, die sich direkt auf bzw. unter der Planetenoberfläche abspielen müssen. Erstmals detektiert werden konnte auch Magnesium.

Die zukünftige Untersuchung der Merkuratmosphäre ist ein weiterer und sehr spannender Aspekt der Mission. Die Oberfläche des Merkur ist alt, uralt sozusagen. Aber die Exosphäre des Planeten ist ständigen Veränderungen unterworfen. Eine regelmäßige Beobachtung, welche sich über Monate erstrecken wird und nicht nur über die wenigen Minuten und Stunden eines FlyBys, wird mit Gewissheit weitere interessante Erkenntnisse liefern.

Seht dazu auch hier bei der Planetary Society.


Die IAU hat außerdem einige weitere Merkur-Krater benannt. Näheres dazu hier. Diesmal kamen dabei Maler, Schriftsteller und Künstler zu ihren Ehren.

Hier noch einmal der Link zur Missions-Seite : http://messenger.jhuapl.edu/

Und zum Schluss noch etwas ganz besonders Nettes. Vom 15. - 19. Dezember findet in San Franzisko ein Treffen der American Geophysical Union statt. Dabei wird es die ganze Woche über Vorträge zu den verschiedensten geophysikalischen Themen geben, welche sowohl die Erde selbst, aber auch die verschiedenen Planeten und Monde des Sonnensystems betreffen. Pro Tag wird einer dieser Vorträge per Webcast im Internet ausgestrahlt. Am 15. Dezember wird das betreffende Thema der 2. FlyBy von Messenger sein.

http://www.agu.org/meetings/fm08/

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Re: Messenger 2. Merkur-FlyBy

Hallo zusammen,

gerade kommen die ersten Fotos des dritten Fly-By auf der Erde an. Zu sehen ist auch die "unbekannte Seite" des Merkur.

Nasas Messenger-Seite

Gruß, Felix
 
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Re: Die Erde in Opposition

Immer wieder beeindruckend, die Erde aus der Sicht der anderen Planeten zu sehen.
Tolles Bild. :super:
 
Re: Die Erde in Opposition

Die Erde stand etwas südlich von k LIB, gute 5° westlich der Skorpion-Schere, aber im Sternbild Waage.
 
Re: Die Erde in Opposition

Hätte nicht gedacht, dass man unseren Mond so deutlich erkennt. Schönes Bild. :)
 
Re: Die Erde in Opposition

Naja,
die Erda hat ja den im Verhältnis zu seinem Mutterplaneten größten Mond im Sonnensystem.

Natürlich gibt es Monde in unserem System, die größer sind, als unser Mond, aber im Verhältnis zur Größe des Planeten, den er umkreist, ist der Mond halt ein wahrer Riese...


Beste Grüße,

Michael
 
Re: Die Erde in Opposition

Hmm, am 6. Mai (dem Datum der Aufnahme) war letztes Viertel, da hatte der Mond also von der Sonne gesehen
seinen größten Winkelabstand, und vom Merkur sollte es ähnlich sein.

Offenbar sind die scheinbaren Durchmesser von Mond und Erde im Vergleich zu ihrem Abstand vermutlich infolge
von Überbelichtung enorm aufgeblasen.

Und noch etwas fällt auf: für einen Mond im letzten Viertel steht er auf der "falschen" Seite der Erde,
jedenfalls für einen Betrachter, für den die nördliche Hemisphäre der Erde nach "oben" zeigt.

Die Aufnahme ist also entweder um 180° verdreht (mit Norden nach unten) oder zumindest seitenverkehrt,
wie in einem Kepler Fernrohr ohne bzw. mit Zenitspiegel.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
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