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Meteor beschaedigt Eisschnelllaufhalle in Tscheljabinsk

Aufräumarbeiten nach Meteoritenschauer

Ein Sprecher von Puschkows Ministerium sagte russischen Nachrichtenagenturen, Taucher suchten im nahen Tschebarkul-See nach Teilen des Meteoriten. Bislang wurden keine Bruchstücke des rund zehn Tonnen schweren Himmelskörpers gefunden, Berichten zufolge soll aber ein Teil davon in den zugefrorenen See gestürzt sein. Das Fernsehen zeigte Aufnahmen eines Lochs in der Eisfläche.

Die tausend Augen und Ohren von Tscheljabinsk
 
Hallo Peter,

die Gesamtenergie ist dann doch in einer recht ordentlichen Größenordnung, verglichen mit dem Hiroshimaabwurf. Erstaunlich!

Das zeigt auch, wie lückenhaft die derzeitigen Überwachungssysteme auf Erden noch sind. Wenn ich ganz grob bei 15 m Durchmesser rechne, wäre es möglich gewesen, dieses Bruchstück theoretisch auch noch mit Amateurmitteln in einer Entfernung von ca. 5 Mio km zu entdecken, als es etwas heller als ca. 22 mag wurde. Ich nehme hierzu geschätzt den Vergleich Entfernung/Helligkeiten des aktuellen 45m Asteroiden und extrapoliere.

Viele Grüße
Werner



 
Zitat von ws_mak12:
Das zeigt auch, wie lückenhaft die derzeitigen Überwachungssysteme auf Erden noch sind.
Hallo Werner, wohl wahr, wobei man auch bedenken muss, dass erdgebundene Systeme immer Lücken haben werden, denn was aus der Sonnenrichtung kommt, können die auch nicht sehen. Langfristig wird man also auch Überwachungssysteme weit draußen im Raum benötigen. - Gruß, Peter

 
Hallo Peter,

das ist natürlich richtig. Aus Richtung Sonne hätte es auch noch viel größer sein können.

Gruß
Werner
 
Das ist eben das Problem der Früherkennung (die ja derzeit in diveresen Boulevardmedien kritisiert wird): Wenn so ein Geschoss aus Sonnennähe kommt, hat man keine Chance. Es schlägt einfach ein. Und selbst wenn man es 2 Tage vorher findet, bis die Bahn so genau berechnet ist, um den Einschlagsort auf 500km genau vorherzuberechnen, ist kaum noch Zeit die Menschen zu evakuieren.
Was wäre, wenn man ein 30m großes Objekt findet, von dem man nur sagen kann, es wird in 36h irgendwo in Mitteleuropa einschlagen. Was und wen will man dann noch evakuieren, denn das Streugebiet bleibt immer noch unsicher, man würde 95% umsonst evakuieren, was logistisch ohnehin kaum machbar wäre.

1908 und 2013, jeweils Russland, vielleicht ist ja damit für die nächsten 100 Jahre wieder erstmal Ruhe. Es gibt definitiv gefährlichere Risiken für das Leben hier...
 
Zitat von Comety:
Sorry, ich verstehe jetzt wirklich nicht, warum eumetsat links auf ihre Bilder blockiert, zumal sie ja deren freie Benutzung bei Hinweis auf copyright ausdrücklich gestattet!? Wie auch immer, hier ist dasselbe nochmal auf Youtube:

Satellite sees Russian meteor explosion from space

 
Re: Tschebarkul Meteorit

Zitat von Burkard:
Und die Bahn des Meteoriten konnte nun auch zurückverfolgt werden:http://blogs.nasa.gov/cm/blog/Watch%20the%20Skies/posts/post_1360985685055.html
Da bin ich aber sehr skeptisch, das ist doch nur ein Blogbeitrag ohne irgendwelche seriöse Quellenangaben. In der NEO Datei gibt's denn auch gar nichts dazu. Ziemlich haarsträubend, dass die NASA sowas hostet, schaut euch nur mal das Niveau solcher Blogbeiträge an ...

 
Re: Tschebarkul Meteorit

Naja ich geh schon davon aus, dass das ein Beitrag von Bill Cooke vom NASA Meteoroid Environment Office (MEO) ist... ?)
Der sollte schon wissen, wovon er schreibt.
 
Re: Tschebarkul Meteorit

Zitat von Burkard:
Naja ich geh schon davon aus, dass das ein Beitrag von Bill Cooke vom NASA Meteoroid Environment Office (MEO) ist... ?) Der sollte schon wissen, wovon er schreibt.
Für den gilt dann aber erst recht, dass er die Quellen offenlegt und nicht einfach einen Orbit eben mal so ins Netz stellt. So wie das da rüberkommt ist das nur Fütterung für den [zensiert]enblog.

 
Hier sind ein paar Updates zum russischen Meteor:

NASA NEO Program - Additional Details on the Large Fireball Event over Russia

Dort wird auch die finale Flugbahn gezeigt. Entgegen anfänglichen Vermutungen kam der Eintritt aus ostsüdöstlicher Richtung, dort wo China, Mongolei, Russland und Kasachstan sich berühren.

Der russische Feuerball ist übrigens der erste Eintrag einer neuen NASA Seite, wo solche Ereignisse in Zukunft systematisch erfasst werden sollen:

neo.jpl.nasa.gov/fireballs/

Und bei Sky & Telescope gibt es auch ein Update:

Update on Russia's Mega-Meteor

Image credit: NASA/JPL

 

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Tscheljabinsk Update

Chelyabinsk Mega-meteor: Status Report

Although the cosmic intruder that exploded over Russia on February 15th had an estimated mass of 10,000 tons, less than 200 kg of it has been recovered to date.

Even simple Russian peasants quickly realized that rocks falling from outer space are worth plenty of rubles. Although deep snow covered the region at the time, winter's blanket actually made finding fragments relatively easy.

Within days, entrepreneurial Russians scavenged all the fragments they could find. Two searches organized by Russian meteorite specialists together turned up about 100 stones. It took Dmitry Nuzhnenko and his search party just five days to locate 160 samples. American and European meteorite hunters rushed to the fall site as well.

Classified as ordinary chondrites containing relatively little iron (LL5), the Chelyabinsk meteorites typically have distinctive light-gray interiors with dark (sometimes red-tinged) fusion crusts. They've been fetching about $20 per gram on eBay and other online outlets.


Rob Wesel (Portland, Oregon)

Svend Buhl (Hamburg, Germany)

What's remarkable about the Russian mega-meteor is how little of it has been found. "Our estimate is that the current total known weight is in a range between 100 and 200 kg," says Buhl.

So what happened to the other 99.997%? It was vaporized and pulverized to dust, say meteor specialists.


Image credit: wikipedia
 

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Re: Tscheljabinsk Update

Und ganz schön überteuert. Laut Aussage vom Meteoritenhändler Stefan König in Interstellarum Sternstunde Juni 2013 liegt der faire Preis für solche Meteoritenart bei 3-5 Euro je Gramm. Auf der Seite gehen die aber für 20-25 €/g weg...
 
Re: Tscheljabinsk Update

Hier gibt's ein kleines Update von mir, da die Bergung der Hauptmasse, die sich im Bodenschlamm des Sees befindet, kurz bevor steht. Die Frist für die Bergungsarbeiten läuft nur noch bis zum 04. Oktober, bis dahin muss das metergroße Fragment oben sein.
 
Tscheljabinsk Meteor - Satellite Tracking

Vereinzelte Satellitenbilder von der Trajektorie des Tscheljabinsk-Meteors tauchten ja schon bald nach dem Ereignis am 15. Februar auf. Die daraus (neben einer Vielzahl von Beobachtungen am Boden) abgeleitete Flugbahn wurde auch hier schon gezeigt. Es gab aber insgesamt eine größere Zahl von Wettersatelliten, welche das Ereignis aus verschiedenen Perspektiven aufgezeichnet haben. Diese Informationen sind jetzt systematisch zusammengestellt und in einem PNAS-Papier veröffentlicht worden:

Earth-viewing satellite perspectives on the Chelyabinsk meteor event

The event was captured by Earth-viewing environmental satellites that provided multiangle views of the debris trail within minutes of formation. This paper documents these observations and their use to derive trajectory details.

Zum Ansehen des kompletten Papiers und insbesondere der dort gezeigten Bilder auf "Full Text (pdf)" am rechten Bildrand vom verlinkten Abstract klicken.

Several Earth-viewing environmental satellites in both geostationary and polar orbits (6) viewed the Chelyabinsk region within minutes of the superbolide, capturing the debris trail left as it passed through the middle atmosphere. The geostationary Systems included several members of the European Organisation for the Exploitation of Meteorological Satellites (EUMETSAT) constellation (Meteosat-7, -8, -9, and -10); the Chinese Meteorological Administration Feng-Yun 2D; the Korean Meteorological Administration Communication, Ocean, Meteorological Satellite; and the Japanese Meteorological Administration Multifunctional Transport Satellite (MTSAT). These satellites, flying 35,786 km along the equatorial plane with orbital periods matching Earth’s rotation rate (geostationary orbits), effectively hover over a given location and provide 15–30-min imagery refresh rate. However, the high-latitude (~55°N) Chelyabinsk region resides near the limb of their views, compromising the spatial Resolution quality of the imagery.

Complementing the geostationary observations was a serendipitously well-timed overpass from the polar-orbiting Defense Meteorological Satellite Program (DMSP) constellation F-16 satellite and its Operational Linescan System (OLS) sensor, which provided a unique west/northwestern perspective on the meteor trail. Considering the nature of the DMSP orbits (inclined ~98° to the equatorial plane, ~830 km altitude, and ~101-min orbital period), which offer global coverage but poor refresh at any given location, the space/time proximity of F-16 to the meteor’s entry (0324:40 UTC, or within 5 min) was as fortunate as it was useful to the meteor trajectory calculations.


Siehe auch

Spiegel - Meteorit von Tscheljabinsk: Satellitenbilder zeigen Flugbahn des Feuerballs

 
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