Hallo zusammen und speziell Surfus_1980,
Hier noch Mal meine Erfahrungen mit dem Mgen und OAG an 2000mm/F10.
Der OAG muss in jedem Fall einen rotierbaren T2-Anschluß für die Gudingcam haben. Im anderen Fall ist es reine Glücksache, ob der Sensor des Autoguiders für eine Leitsternsuche ausreichend ausgeleuchtet wird.
Parfokalität herstellen (Autoguider und Fotokamera sollen gleichzeitig in den Fokus kommen):
Das am Besten mit einem hellen Stern, der gut im Sucher der Fotokamera sichtbar ist, damit dieser nach der Fotokamerafokussierung mit der Montierungssteuerung kontrolliert in das Gesichtsfeld des OAG geschoben werden kann. Jetzt den Mgen mit geringst möglicher Verstärkung und Integrationszeit fokussieren.
Jetzt die Leitsternsuche:
Man muss ganz klar die Vorgehensweise zwischen Objekten unterscheiden, die visuell mit F10 sichtbar sind und jenen, die es nicht sind. Ich beschreibe hier den ungünstigeren Fall (nicht sichtbar).
Die Bildlage des Objektes und mögliche Leitsterne werden erst Mal an Hand von Sternkarten erkundet. Dann ist es hilfreich zu wissen, was und in welcher Auflösung auf dem Sensor der Fotokamara und auf dem Sensor des Mgens dargestellt wird (Gesichtsfeldberechnung). Ich habe mir zu diesem Zweck eine Zeichnung angefertigt, auf der ein Kreis das Gesichtsfeld eines 2"-Übersichtsokulars representiert und in diesem Kreis zwei maßstabsgetreue Rechtecke, welche die Sensoren der Kameras darstellen. Das ist ziemlich genau machbar, wenn die Positionen der Sensoren, deren Darstellung (Pixel/Bogensekunde) bekannt sind.
Das ist aber alles halb so wild und nach mehrmaliger Anwendung geht es in Fleisch und Blut über, auf welchem Radius(durchs Okular betrachtet) der Leitstern liegen muss, damit er durch Verdrehen des OAG im OAZ auf den Sensor des Mgens gebracht werden kann. Das war die Vorbereitung.
Jetzt in dieser Reihenfolge vorgehen:
mit einem 2"-Übersichtsokular die gewünschte Sternkonstellation anfahren und ausrichten, so dass der Leitstern wie zuvor beschrieben auf dem richtigen Radius liegt. Dann das Okular raus und den OAG mit Fotokamera und Mgen rein.
Jetzt die Steuerung der Monti sich auf das Objekt kalibrieren lassen. Das dient nur dem Zweck, dass die jetzige Position exakt wieder angefahren werden kann, denn zum Fokussieren muss ich wieder einen helleren Stern anfahren. Ich fokussiere nur auf dem Lifeview der Fotokamara ohne Fokussierblenden.
Dann das Objekt wieder anfahren und den Lifeview des Mgens beobachten. Den OAG drehe ich nun im OAZ so lange (langsam!), bis der Leitstern im Livevie zu sehen ist.
Auf die Verwendung einer vorhandenen 360°-Rotationsmechanik würde ich verzichten. Bei deren anschließenden Fixierung kann durch eine Verkippung der Leitstern wieder weg sein.
An dieser Stelle mache ich eine 30 bis 60 Sekunden Testaufnahme mit hohem ISO-Wert. Das Guiding braucht dazu noch nicht laufen. Ich möchte nur feststellen, dass mein Objekt zu sehen ist und die Bildlage stimmt.
Falls nötig, die Bildlage korregieren und wieder prüfen. Spätestens jetzt wird deutlich, dass die volle Ausleuchtung des Mgensensors notwendig ist. Bei Korrekturen der Bildlage wird sonst der Leitstern sehr schnell in einen abgeschatteten Breich geschoben.
Wenn Alles endlich stimmt, dann erst stelle ich den Fokus exakt ein. Dazu muss die Montierunssteuerung noch Mal auf die aktuelle Position kalibriert werden und danach ein hellerer Stern in der Nähe angefahren werden. Der muss mindestens so hell sein, dass er im Lifeview der Fotokamera zu sehen ist. Nun mit Hartmann- oder Scheinerblende oder sonstugen Fokussierhilfen scharf stellen.
Zurück zum Objekt fahren lassen und der Leitstern sollte exakt an der selben Stelle im Lifeview des Mgens stehen.
Jetzt die so oft diskutierten Parameter einstellen und loslegen.
Die Leitsternsuche mit einer schnelleren Optik oder dem neuen Binning ist natürlich wesentlich komfortabler.
viele Grüße, Bernd