Kamera habe ich eine Sony Alpha 7C.
Hab mir nicht den ganzen Thread durchgelesen. Falls es noch niemand gesagt hat: Vollformat wird prinzipiell teuer.
Man braucht mindestens einen 2,5" Auszug um das voll auszuleuchten. Dazu ist die größere Diagonale empfindlicher für Verkippungen. D.h. am besten ist da nichts gesteckt, sondern alles verschraubt. Die Korrektur ist anspruchsvoller. Das kostet und vor allem das wiegt etwas.
Da ist es dann relativ, ob ein Teleobjektiv für die Kamera teuer ist. Denn auch vollformattaugliche Teleskope mit kurzer Brennweite fangen erst um die 1000€ an.
Für das was du vorhast, muss die Kamera zwingend parallaktisch nachgeführt werden. Denn alles andere führt dir bei den notwendigen Integrationszeiten Feldrotation ein. Abgesehen davon, dass dir das dein Feld verkleinert, nagelt es dich bei kurzen Belichtungszeiten fest, da dir die Rotation sonst die Sterne in den Ecken verschmiert. Das mit der Feldverkleinerung würde ich nicht unterschätzen. Wenn man ein 3:2 Format rotiert, bleibt nicht viel in der Mitte übrig.
Der Effekt ist unabhängig von der Brennweite. Pro Zeit wird das Bild um einen bestimmten Winkel gedreht. Wenn deine Kamera einen Modus hat, der nur den elektronischen Verschluss einsetzt, kannst du das prinzipiell machen. Ansonsten kriegst du Unmengen an Auslösungen auf den Verschluss. Aber auch mit elektronischem Verschluss musst du mit du endlosen Datenmengen klar kommen.
Planeten kannst du damit vergessen. Dafür sind Consumer Kameras nichts. Dafür muss man Videos im Rohformat aufnehmen und den Aufnahmebereich auf ein ROI beschränken können. Die großen Pixel bräuchten in dem speziellen Fall zusätzlich auch extreme Brennweiten.
Natürlich soll es kein 50€ Kaufhaus-Schrott sein, aber ich bin auch nicht bereit weit 4-Stellig zu investieren.
Meiner Meinung schließen sich diese beiden Randbedingungen gegenseitig aus. Galaxien brauchen einfach Brennweite. Bis auf eine Ausnahmen sind die alle klein. Für sowas braucht man eine parallaktische Montierung mit entsprechend Tragkraft, um auch mit etwas Brennweite längere Belichtungszeiten zu erlauben.
Für einige große Gasnebel, Sternbilder, Milchstraße kannst du mit kurzer Brennweite auf einem Tracker arbeiten. Für den Rest brauchst du Brennweite. Je mehr desto besser. Ich persönlich würde mir sowas nicht auf einen Tracker setzen. Da bist du auf kleine Brennweiten festgenagelt, weil alles andere das Teil an die Grenze bringen. Die Kamera schreit mit ihren großen Pixeln und dem großen Chip aber nach Brennweite. Sowas fängt bei so 400mm Brennweite erst richtig an loszulegen. Ein Tracker kann nur kleine Brennweiten, eine größere Montierung führt dagegen auch kleine Brennweiten nach.
Aber wie gesagt...Vollformat stellt höhere Ansprüche. Sowohl vom Gewicht als auch von der Mechanik und der Abbildungsleistung. Das wird immer teuer, egal was du machst
Grüße,
Joachim