Montes Apenninus mit Einarm-Teleskop

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JochenBorgert

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Hallo Sternfreunde,

inspiriert von den Einarm-Teleskopen von Jan Fremerey habe ich mich am langen Wochende daran gesetzt ein solches Teleskop mit konventionellem Newtonspiegel und preiswerten Bauteilen nachzubauen. Das Ergebnis meiner Bemühungen findet Ihr unten angehängt.
Die leichte Konstruktion erlaubt es mir, ein recht großes Teleskop auf einer moderaten Montierung unterzubringen. In diesem Fall ein 10" f/4,8 auf einer Takahashi EM 200. Meine Planetenfotos bislang habe ich mit einem 16"-Dobson auf einer Äquatorial-Plattform gemacht. Die eingeschränkte Belichtungszeit und die nicht ganz sauber laufende Nachführung bei langer Brennweite haben das aber etwas zu einem Glücksspiel gemacht. Zwar habe ich mit der Einarm-Konstruktion bislang "nur" 10", die aber preiswert (etwa 750 Euro inkl. eines laut Herstellerprotokoll recht guten gebrauchten Orion UK-Spiegels) und perfekt nachgeführt. Dies erlaubt es mir große Bildfelder aufzunehmen und die mangelnde Framerate durch Belichtungszeit zu kompensieren. Im Anhang das gestrige First-light mit dem Gerät bei nicht ganz schlechtem Seeing. Montes Apenninus ist es geworden. Das große Bildfeld erlaubt mir am Mond völlig neue Bildkompositionen.
Clear skies

Jochen
 

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Echt super Sache, Jochen!
Müsste ich auch mal probieren! :D:y:

Welche Kamera?

lg
Niki
 
Coole Sache mit dem Einarm Newton. Einfach aber praktisch!!! Hm da wäre ja was für nen großen Spiegel leicht zu handhaben. Abbildung sieht auch gut aus!
 
Hallo Sternfreunde,

danke für Eure Kommentare. In der Euphorie ob des (hoffentlich) gelungenen Selbstbau, habe ich die Selbstverständlichkeit der technischen Daten übersehen.
Ich habe eine QHY 178 5 III mono mit Astronomik Pro Planet 742 und einer 2,7-fach-Düring-Barlowlinse verwendet. Leider spielt das Seeing in den letzten Tagen nicht mehr mit, so dass sich das Teleskop unter seiner Schutzhülle langweilt.

Clear skies

Jochen
 
Hallo

Damals im Sterne und Weltraum .. November 1983 bericht Typ änicher
Baustil, waren damals 2 Herren aus Bayern.

Der bericht kann man bestimmt im internet nachlesen , da ich alle meine Zeitschriften nicht mehr habe.

Manfted
 

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November 1983 bericht Typ änicher
Baustil, waren damals 2 Herren aus Bayern.

Hallo Manfred,
danke für den Hinweis auf diese viel ältere Umsetzung des Konzepts, war mir bislang nicht bekannt. Frage mich nur, warum diese offene Bauform mit einigen offensichtlichen Vorteilen gegenüber geschlossenen Bauformen keine breitere Anwendung findet ...
CS Jan
 
Hallo Manfred,
danke für den Hinweis auf diese viel ältere Umsetzung des Konzepts, war mir bislang nicht bekannt. Frage mich nur, warum diese offene Bauform mit einigen offensichtlichen Vorteilen gegenüber geschlossenen Bauformen keine breitere Anwendung findet ...
CS Jan
Hallo,

Einarmige Newtons wurden auch schon als Dobsons gebaut:
Das Konzept des Einarmigen Teleskops hat sich natürlich bei grössen Teleskopen nicht durchgesetzt, da die Physik dagegen ist. Die Biegesteifigkeit eines Rohres wächst mit der dritten Potenz des Durchmessers.

CS Mike
 
Zuletzt bearbeitet:
... nicht durchgesetzt, da die Physik dagegen ist. Die Biegesteifigkeit ...
Die Biegesteifigkeit des von mir eingesetzten Stahlrohrs ist bereits weit überdimensioniert. Die ganze Konstruktion ist seit dem Firstlight im September 2010 noch nicht nachjustiert worden und muss insbesondere auch nach dem Schwenken des Teleskops nicht nachjustiert werden. Der mechanische Schwachpunkt konventioneller Teleskope ist in der Regel die Nachgiebigkeit der Spiegelzelle, die bei der von mir gewählten Zentralbefestigung entfällt.

CS Jan
 
Die Biegesteifigkeit des von mir eingesetzten Stahlrohrs ist bereits weit überdimensioniert. Die ganze Konstruktion ist seit dem Firstlight im September 2010 noch nicht nachjustiert worden und muss insbesondere auch nach dem Schwenken des Teleskops nicht nachjustiert werden. Der mechanische Schwachpunkt konventioneller Teleskope ist in der Regel die Nachgiebigkeit der Spiegelzelle, die bei der von mir gewählten Zentralbefestigung entfällt.

CS Jan
Hallo Jan,

das ist eine sehr elegante Konstruktion. Das macht wieder Lust auf den Selbstbau. In der Werkstatt liegen noch zwei Spiegelsätze :) Ist das so stabil, dass man auch lange Belichtungszeiten erreichen kann? So 5-10min?

Wenn der Hauptspiegel fest ist, wie justierst du das Ganze eigentlich? Der Fangspiegel muss ja genau zentriert sein, wenn der Hauptspiegel nicht justierbar ist.

Fokussiert wird über einen Helikalfokusser? Gibt es da einen stabilen, der entsprechend leicht ist?

Grüße,
Joachim
 
Ist das so stabil, dass man auch lange Belichtungszeiten erreichen kann? So 5-10min?
Das ist wohl eher eine Frage der Nachführung. Die Justage sollte - wie bereits erwähnt - aufgrund der fehlenden Spiegelzelle beim Schwenken des Teleskops deutlich stabiler bleiben als bei handelsüblichen Teleskopen.
Wenn der Hauptspiegel fest ist, wie justierst du das Ganze eigentlich? Der Fangspiegel muss ja genau zentriert sein, wenn der Hauptspiegel nicht justierbar ist.
Die Hauptspiegelachse wurde im Rahmen des mechanischen Spiels der Befestigungsschrauben des Spiegelträgers am Stahlrohr und durch Einstellung des Anzugsmoments der Schrauben in zwei Achsen exakt parallel zum Stahlrohr justiert und verstellt sich nicht. Der Kamerahalter kann ebenfalls im Rahmen des Spiels der Befestigungsschrauben justiert und fixiert werden. Bei der Justierung wurde ein Laserkollimator in der Kamerafassung verwendet. Alle Schrauben wurden so fest angezogen, dass in den 13 Jahren seit dem Firstlight im Rahmen der Anzeigegenauigkeit des Laserkollimators keine Nachjustierung erforderlich war.
Fokussiert wird über einen Helikalfokusser? Gibt es da einen stabilen, der entsprechend leicht ist?
Bei mir ist ein kurz bauender Schneckenfokussierer von Borg im Einsatz.

CS Jan
 
Hallo

Mm Frage, Wind anfälligkeit,, Vibration normal desto länger ein Rohr mit balast am ende ist, desto mehr vibriert es.
Oder gibt es da Rechnungen dicke länge Gewicht und Material, Aluminium verhält sich anders wie Kunstoff oder Eisen, 150mm länge und 50mm Umfang, 2mm evtl 3mm stärke...

Manfred
 
Jan, ich denke dein Teleskop ist gut durchdacht und wird in genau dieser Größe mit 10" ausgezeichnet seine Dienste leisten, gerade auch mit der neuen ASI715 mit besonders kleinen Pixeln von nur 1.45my
Probleme sehe ich nur in diesen Punkten:
1.) Skalieren auf sagen wir 16" f/5 wird wohl nicht so einfach funktionieren( Gewicht, Durchbiegung)
2.) Wo einen passenden Rohling oder fertigen Spiegel mit Loch auftreiben?
3.) Keine Farbkamera einsetzbar, da kein ADC Platz hat.
CS Mike
 
Jan, ich denke dein Teleskop ist gut durchdacht und wird in genau dieser Größe mit 10" ausgezeichnet seine Dienste leisten, gerade auch mit der neuen ASI715 mit besonders kleinen Pixeln von nur 1.45my
Mit den 2.4 µm der ASI178MM erreiche ich bereits das optische Auflösungvermögen meines f/5 Spiegels
1.) Skalieren auf sagen wir 16" f/5 wird wohl nicht so einfach funktionieren( Gewicht, Durchbiegung)
Bei TS gibt es konische 16" Spiegel mit Zentralbefestigung. Bei dem kurzen Hebelarm bis zur Montierung sollte die Durchbiegung des Stahlrohrs bei entsprechender Querschnittsanpassung im Vergleich zur Nachgiebigkeit der Montierung unbedeutend sein.
2.) Wo einen passenden Rohling oder fertigen Spiegel mit Loch auftreiben?
Z.B. bei TS, siehe oben.
3.) Keine Farbkamera einsetzbar, da kein ADC Platz hat.
Am Kamerahalter kann man beliebiges Zubehör einsetzen. Mit 16" Spiegel lässt sich ohne nennenswerte Obstruktion auch eine größere Fassung als T2 installieren.

CS Jan
 
Fotografisch mag der Einarmnewton interessant sein, visuell gibt es jedoch wenige Positionen bei denen man keine Turnübungen vollführen muss.
Da lässt das Einblickverhalten dann doch zu wünschen übrig.
LG
 
Das schafft zwar einen funktionalen Einblick, erhöht jedoch die Obstruktion, macht asymmetrische Spikes bzw. Sternabbildung und die Atemluft gelangt in den Strahlengang.

Der handesübliche Newton hat das in der Regel alles nicht, man kann diesen einfach in seinen Rohrschellen drehen um die Einblickposition zu verbessern, oder man führt diesen Azimutal nach, dann variiert der Einblick nur in der Höhe.
LG
 
Hallo

Mmm Atemluft in den Stahlengang, kommt darauf an in welche richtung er gelangt.

Ich denke da gerade, wie ist das mit Feinstaub gelagt doch schneller auf den offenen Spiel, als bei herkömmlichen Dobs.

Manfred
 
... erhöht jedoch die Obstruktion, macht asymmetrische Spikes bzw. Sternabbildung
Das haben andere Experten auch schon von meinem Kamerahalter behauptet, ist aber in der Praxis nicht wirklich störend in Erscheinung getreten, siehe z.B. M3.
... und die Atemluft gelangt in den Strahlengang.
Das hat man auch bei Gitterrohrtuben, und es gibt inzwischen Atemschutzmasken.
Der handesübliche Newton hat das in der Regel alles nicht, man kann diesen einfach in seinen Rohrschellen drehen ...
Das erfordert aber wegen der Gewichtsverschiebungen idR eine optische Nachjustierung des Systems.

CS
 
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