Neptun - mit Strukturen

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Ich merke hier sind ne ganze menge Hobby Theoretiker am Werk. Warum sich Holgers Aufnahme mit der der des VLT deckt ist dennoch nicht erklärt.
Und wenn gesagt wird, dass dieses Detail / Artefakt im Glauben liegt, ist es mir auch recht.

Warum kann die Hummel fliegen?
 
Hallo,

ich bin rein praktisch unterwegs und versuche ohne spezielle theroetische Kenntnisse für mich ansehnliche Ergebnisse zu erzielen. Dennoch finde ich die hier bisher genannten theoretischen Aspekte sehr interessant und möchte mich dafür bedanken.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

auch wenn ich (wir) Dein Neptun-Ergebnis kritisch verfolgen, sind Deine bisher gezeigten Planeten- und Mondaufnahmen schon sehr beeindruckend. Gerade deshalb finde ich es wichtig, auch die Grenzen des Machbaren aufzuzeigen. Es soll Dir auch weiter Ansporn sein, Deine Ergebnisse hier zu präsentieren. ich sehe sie mir immer wieder gerne an.

Gruß,
Peter
 
Danke Peter,

ich bin aber schon gespannt wie der Unterschied im Vergleich IR-Neptun versus Sperrfilter Uranus erklärt wird.
Warum zeigt Neptun Strukturen und Uranus nicht obwohl beides identisch bearbeitet wurde ?

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

das weiß ich auch nicht, warum Dein Neptun diese Strukturen zeigt. Vielleicht liegt es am Seeing, zum anderen ist Uranus auch größer (3.7") im Vergleich zu Neptun (2.35"). Das Bild der ESO ohne adaptive Optik (siehe Link von DocHighCo) zeigt bei wesentlich größerer Teleskopöffnung auch keine Strukturen, wie Du sie herausgearbeitet hast. Deshalb tippe ich auf Bearbeitungeffekte.

Gruß,
Peter
 
wieso treten diese dann nicht bei der Uranus-Bearbeitung in Erscheinung ?

Tun sie!
Nicht herausgearbeitet, aber da stecken viele Helligkeitswerte drinnen, die man im Zoom sehen kann. Ein leicht rauschendes "Pumafell" oder wie immer man es nennen möchte. ;)

Bildschirmfoto 2019-08-28 um 17.53.57.jpg
Bildschirmfoto 2019-08-28 um 17.55.04.jpg
lg
Niki
 
Hallo Holger,

wenn man genau hinschaut sieht man auf mindestens deinen letzten 2 Aufnahmen auch hier kleine Flecken bzw. Artefakte.

Gruß
Werner
 
Hallo,

naja eher ein Rauschen, ich weiß auch nicht mehr wie viele Frames da gestackt wurden aber das sieht doch immer noch deultich anders aus. Bei der ESO Aufnahme bin ich gerade im Internet am Lesen. Die Vergleichsbilder mit und ohne adaptive Optik sehen ja extrem unterschiedlich aus. Wäre auch interessant zu sehen, was da aus dem unscharfen Bild (Summenbild ?) noch herausgearbeitet werden könnte. Außerdem kann ich da nicht finden, ob die Aufnahme im IR oder nur im sichtbaren Licht gemacht wurde.
Meine auf jeden Fall im IR, da wirkt sich ja unter anderem das Seeing nicht so stark aus.

Gruß,
Holger
 
Warum soll die helle Struktur nicht real sein? Ähnliche Strukturen sind auch auf Vergleichsbildern zu sehen. Was alle vergessen, ist die starke Kontraststeigerung beim Schärfen. Damit kann man auch Strukturen hervorheben, die visuell nicht wahrnehmbar sind. Und wenns an die Auflösungsgrenze geht, sind es die Kontraste die zählen. Die helle Struktur ist so groß, dass ein 12"er, die zeigen können sollte. Es ist ja nicht so, dass es nicht Leute gibt, die das mit ähnlich großen Instrumenten auch hinbekommen hätten.

Calsky zeigt auch eine Simulation des visuellen Eindrucks ohne Kontrastverstärkung. Calsky zeigt auch kein IR, was das Sichtbarmachen von Strukturen auf Neptun überhaupt erst möglich macht.

Dass ein VLT mit 8m Öffnung ohne adaptive Optik beim Neptun nur Matsch zeigt, ist jetzt auch nicht wirklich ein Wunder...

Kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, weshalb man nicht in der Lage ist Holger einfach seinen Erfolg zu gönnen.
 
aber das sieht doch immer noch deultich anders aus.

Nun, ganz folge ich dieser Ansicht nicht, Holger, wenn man die beiden Bilder nebeneinander stellt, gibt es zwar beim Neptun-Foto einen helleren Bereich rechts unten, aber insgesamt zeigt der Rest recht ähnliche Helligkeitsschwankungen... da das Seeing wie ein Löffel mit der Größe des halben Durchmessers im Planten rührt, halte ich eine Abbildung von Details hier für nicht möglich.

Vergessen wir nicht, dass das rechte Bild auch nicht mehr nativ ist, sondern bereits auf 200 % vergrößert und geschärft wurde, was die Pixelbereiche mit vergrößert - und ein verschwommener Bereich außerhalb ebenfalls bereits entfernt wurde. Auch diese "Verschmierung" muss sich auch im Bild wiederfinden, da sich hier verschobene Bereiche überlagert haben...

lg
Niki

Links Uranus, rechts Neptun:
Vergleich.jpg


Das untenstehende war das bereits leicht geschärfte Ausgangsbild mit 200% - man sieht, wie das Seeing zugeschlagen hat. ;)

Bildschirmfoto 2019-08-28 um 22.40.26.jpg
 
Kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, weshalb man nicht in der Lage ist Holger einfach seinen Erfolg zu gönnen.

Wir sind - denke ich - durchaus "in der Lage", Holger seinen "Erfolg" zu gönnen (was immer der Erfolg in diesem Fall darstellt), wir sollten aber auch in der Lage sein, jedem auch etwaige Zweifel zu gönnen.

Dass Holger ein hervorragender Astrofotograf ist, ist für mich trotzdem unbestritten. :coffee:

lg
Niki
 
Langsam riecht es hier nach neidischen Gelaber. Holger hat es doch mehrfach nachgewiesen, dass es keine Artefakte oder sonst was ist. Basta!
CS JIzef
 
Langsam riecht es hier nach neidischen Gelaber. Holger hat es doch mehrfach nachgewiesen, dass es keine Artefakte oder sonst was ist. Basta!
CS JIzef

Wenn Du das sagst.

....ich lenke mal den Blick auf die wirklich hervorragenden Aufnahmen von Damian Peach...
Damian Peach Uranus und Neptun bitte etwas runterscrollen. Dort sind Aufnahmen zu sehen, aufgenommen
mit einem C14.
CS, Arne

Prima. Das Neptunbild vom 19. Sep. 2015 ist ja vergleichbar mit dem, was ich weiter oben simuliert habe aus dem ESO-VLT Bild. Das Bild von Damian kommt dem Wolkenstreifenmuster auf Neptun schon sehr nahe. Und im Rahmen seiner Teleskopauflösung geht es auch nicht besser. In der Karibik stehen die Planeten immer sehr hoch am Himmel und vermutlich ist das Seeing auch besser.

 
Hallo,

eine kritische Diskussion finde ich absolut in Ordnung und jeder kann seine Meinung dazu äußern. Eigentlich leuchten mir die theoretischen Aspekte auch ein, dennoch sehe ich persönlich in der Praxis etwas anderes.
Beim Uranus sehe ich ein verstreutes undefinierbares Muster. Eher ein verpixeltes Bild, was übrigens absolut typisch ist wenn man zu wenig Frames zu viel schärft. So ein Muster entsteht irgendwann auch beim großen Jupiter wenn man z.B. viel mit kleinen Radien schärft.
Das ist beim Neptun aus meiner sicht völlig anders. Die Helligkeitsunterschiede haben eine viel größere Form und sind nicht einfach nur wahlos verstreut.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der IR Bereich. Z.B. beim Uranus habe ich mich immer geärgert, dass ich mit der Asi120mc und dem Sperrfilter keine richtigen Strukturen gewinnen konnte. Und die Seite von Damian Peach kenne ich nur zu gut, ist ein großes Vorbild und hat mich auch zur Anschaffung der Asi120mm & RG610 Rotfilter gebracht.
Ja und dann der erste Vergleich beim Uranus mit der Kombi Monokamera ohne Sperrfilter mit Rotfilter. Schon im Livebild meinte ich leichte Helligkeitsunterschiede zu sehen und so ergab das fertige Endergebnis auch eindeutige Strukturen. Die sind durch die Schärfung allerdings ebenfalls überbetont. Der Konrast ist natürlich zu hoch und nicht ganz realistisch.
Hier zum Uranus ein Beispiel: https://forum.astronomie.de/threads/uranus-infos-zu-moeglichen-details.268772/

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

hervorragendes Ergebnis! (y) Da sind eindeutig bandartige Strukturen zu erkennen. Dies deckt sich auch mit visuellen Eindrücken, welche schon vor längerer Zeit auf dem ITT 2012 (Emberger Alm) am 18" gewonnen wurden.

Uranus mit Strukturen

Viele Grüße
Werner
 
Langsam riecht es hier nach neidischen Gelaber.

Deine Meinung sei Dir unbenommen, trotzdem ist das hier per se auch kein Beweihräucherungs-Portal, sondern soll meines Erachtens auch Nachdenken und Diskussionen zu unseren Überlegungen und Ergebnissen und Schlüssen fördern. Ich würde jetzt mal keinen Grund sehen, neidisch zu sein oder zu werden, ich kann in der Sternwarte jederzeit meine 183MMC oder auch meine 120er oder was auch immer hinter einen 40cm Spiegel hängen und einen Planeten filmen. Oder mit meinem Zeug. Mehr als Scharfstellen, ggf. Filter auswählen und den Auslöser zu drücken ist beim Lucky Imaging nicht wirklich notwendig. Also gibt es hier wenig zu beneiden.

Die Herausforderung ist lediglich, ein gute Seeing zu erwischen, exakt zu fokussieren und dann mit der EBV herumzuspielen. Rede ich mit Astronomen (die es tatsächlich hier auf den Sternwarten gibt ;) ), so sind auch die geteilter Meinung zu den erzielbaren Ergebnissen. Interessanter Weise wäre die optische Abbildungsqualität von Großteleskopen auch nicht immer gerade berauschend, da diese auf Datengewinnung ausgelegt sind und schon von den Instrumenten her ganz andere Anforderungen erfüllen müssen. Dort hängt keiner eine 120er ASi rein.

Da ich sicher viele Stunden mit Wavlet-Filterungen verbracht habe und seit 20 Jahren Photoshop auch als Grafiker nutze bin ich sicher nicht der dümmste anzunehmende User, aber sicher ein sehr interessierter User. Wenn ich von Holger lernen kann, wie man Wolken auf Neptun herausschärfen kann, dann ist das fein. Wenn ich aber von anderen hier und anderswo im Netz gelernt habe, wie Seeing, Airy Scheibchen, Auflösung und Beugung und Tubusseeing und statistische Fehler, Chip-Rauschen und all die anderen Dinge hier mit hereinspielen, dann widerspricht das der Machbarkeit dieses Unterfangens.

Statt also andere des Laberns zu bezichtigen, wäre ein eigener, sachlicher Betrag zur Physik oder Optik oder Bildverarbeitung hier durchaus interessanter. Welche Helligkeitsunterschiede herrschen auf dem abgelichteten Planeten und in welcher Größe treten sie auf? Auf welche Fläche wird ihr Licht bei einem bestimmten Seeing und Equipment verteilt? Was generiert also die gesamte Kette für Ergebnisse und was die EBV?

lg
Niki
 
Hallo Niki,

ich glaube man muß auf solche unqualifizierten Äußerungen gar nicht eingehen. Ein Forum lebt vom Disput und da kann man auch schon mal Ergebnisse, die einem unwahrscheinlich erscheinen, in Frage stellen. Daraus lernen alle Seiten. Offensichtlich fühlt sich der ein oder andere dadurch persönlich angegriffen, oder er meint, andere verteidigen zu müssen. Wenn dann aber die Argumente fehlen, wird er leicht ausfallend im Ton.

Ich glaube auch, die größe "Leistung" bei der Planetenbeobachtung ist die Geduld mitzubringen, auf gutes Seeing zu warten. Das ist mehr als die halbe Miete. Dann sei auch noch die Leistung derer erwähnt, die die Programme entwickeln und zur Verfügung stellen (z.B. autostakkert). Es gehört aber auch Können dazu, die Programme richtig anzuwenden. Das meine ich jetzt nicht ironisch.

Ich habe mir schon oft selber die Frage gestellt, wenn ich meine Astrobilder anschaue, welche Leistung eigentlich von mir erbracht wurde und welche von denen kommen, die das Teleskop, die Montierung, die Nachführung und komplette Software entwickelt und gebaut haben. Ich sitzt dann nur noch im warmen Wohnzimmer und drücke auf den Knopf, warte ab (wahlweise gehe ich schlafen) und bearbeitet dann wiederum die Bilder mit Software, die ich teilweise gekauft oder umsonst heruntergeladen habe. Dann schreibe ich aber am Ende mein Copyright darunter. Irgendwie peinlich, finde ich für mich selbst. Deshalb lasse ich das mit dem Copyright weg.

Gruß,
Peter
 
Ich habe mir schon oft selber die Frage gestellt, wenn ich meine Astrobilder anschaue, welche Leistung eigentlich von mir erbracht wurde und welche von denen kommen, die das Teleskop, die Montierung, die Nachführung und komplette Software entwickelt und gebaut haben.

Diese Reflexion ehrt Dich. Tatsächlich ist der Sprung der Technologien verblüffend, und im Prinzip liegt der Schwerpunkt heute m.E. gerade bei Planeten auf Videofilmchen und Wavelet-Filtern. Das gab es ja vor einiger Zeit noch gar nicht. Und plötzlich sehen die Amateurfotos alle großartig (und leider auch ziemlich gleich) aus, je nachdem, wieviel Muße man hineinsteckt. Der fadeste Teil der Sache ist das Lesen so mancher Bedienungsanleitung. Oder man lernt etwas über Over- und Undersampling... dann muss man sein Zeug verstehen anzuwenden, und ggf. Mgens oder Pointingmodelle in den Griff bekommen.

Aber letztlich: Absolut, wir sind User, wir haben weder wie Fraunhofer die Optik verstanden, nicht wie Schott die Tücken der Glasschmelzerei erlernt, wissen wenig von Gehäusematerialien und Alu-Spritzguss, haben keine Bildverarbeitungssoftware programmiert, haben meist Null Ahnung von Abtasttheoremen und Fourier-Transformationen, achten nicht auf den Verlauf der Maserung der Holzbeine an unseren tollen Stativen, Haben weder die Beyer-Matrix noch einen Sensor-Chip erfunden, wissen nicht, wie unsere Tuben kaltgezogen oder gerollt werden, könnten nie im Leben einen Kollimationslaser bauen oder eben auf die Schnelle ein GoTo-System auf die Beine stellen oder eine Datenbank mit 48.000 Objekten füttern.

Wir schrauben das alles zusammen, stellen scharf und und drücken aufs Knöpfchen. Nachher machen wir, was alle machen, und wenn wir besser werden wollen, lernen wir PixInsight und kaufen gekühlte Kameras, und irgendwann war's das dann. Keiner werkelt an der Punktspreizfunktion oder mathematischen Matrizen in den Eingeweiden unserer Software, wir sind froh, wenn wir die richtigen Regler schieben, bis etwas so aussieht, wie wie denken, dass es aussehen sollte. Oder könnte. Oder müsste. Bei Jupiter haben wir da auch wenig Zweifel. ;)

Nun, und das gilt dann auch für alles andere im Leben. Wir bauen auch nicht unsere Autos selbst. Oder unsere Zahnkronen. Es genügt ja, dass wir all das Zeug irgendwie beherrschen lernen, es anwenden können und irgendwann mal das Erlebnis Sternenhimmel entweder visuell oder fotografisch genießen können. Ich darf mal schätzen, dass 90% der Amateure und Liebhaber hier keine Astronomen sind, und dass 90% alles User nicht alle Details hinter den Kulissen ihrer Geräte und Software kennen. Auch ein Internist muss nicht die Filtermembranen für zur Blutwäsche kennen, ein Gastronom muss nicht die Frequenz seiner Mikrowelle kennen, ein Pilot nicht die Wirbelschleppe seiner Flügelspitzen berechnen können.

Eigentlich ist es recht erstaunlich, was man als Anwender zusammenbringt, denn die meisten Entwickler sind wiederum Spezialisten, die all das in Summe auch wieder nicht zusammenbringen. :D

Zurückgehend müssten wir also bei Copyright "Adam und Eva" mit angeben, oder, wer lieber glaubt, den Schöpfer dessen, was wir in den Nächten so betrachten...

lg
Niki
 
Letztlich kann man das so zusammenfassen: wir haben das "Gerödel" gekauft und haben damit auch den "Anspruch" erworben, Eigentümer zu sein und uns diese "Leistung" auf die eigene Fahne zu schreiben.
 
Hallo,

auf jeden Fall finde ich es wichtig, dass hier ruhig mehrere Sichtweisen dargestellt werden. Ich kenne mich mit der Theorie nicht so aus und fand die Erklärungen hilfreich. Nur so kam ich ja allein auf die Idee eine ältere Uranusaufnahme mit Sperrfilter exakt identisch zu bearbeiten um das mit Neptun zu vergleichen. Für mich könnte zumindest die helle Stelle auf 5 Uhr real sein. Die Wolken, keine Ahnung, die lassen sich aber nicht vermeiden wenn man den hellen Fleck hervorheben möchte.
Und die vielen Beispiele auf der alpo japan Seite zeigen mir, dass ich mit der Herangehensweise nicht alleine dastehe.
Ob da minimale Helligkeitsunterschiede verstärkt, vergrößert oder verformt werden oder ob es wirklich alles nur Artefakte sind, kann sich ja jeder selbst durch die differenzierten Beiträge ein Bild machen. Deswegen ist es ja auch wichtig, dass hier in alle Richtungen diskutiert wird, danke dafür.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

auch einige Neptun-Bilder von Damian ähneln Deiner Aufnahme. Durch die hellen Wolken entsteht auch möglicherweise irreguläre Struktur auf den Bildern. Was ich nur zu bedenken gebe, ist die Tatsache, dass Du nur wenige unabhängige Pixel vom Neptun im Summenbild hast. Neptun-Druchmesser 2.35", Auflösung Deines Teleskop 0.45", damit erhälst Du 2.35/0.45 ~ 5 Airy-Scheibchen Auflösung. Auf die Kreisfläche bezogen macht das auch nur 21 Airy-Scheibchen für die Neptunscheibe. Das ist nicht viel. Da wird es dann eng, meiner Meinung nach. Da nützt auch hochzoomen nichts, weil dadurch die Auflösung nicht verbessert wird. Dadurch entstehen vielleicht nur neue "Strukturen".


Nachtrag: Benutzt Du eigentlich die Drizzeling Funktion in autostakkert? Das würde das Ergebnis vielleicht noch was verbessern, weil damit nicht einfach nur "blind" hochgezoomt wird.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,

nein, da ich bisher bei den anderen Planeten damit keine Verbesserung gegenüber dem Vergrößern in fitswork feststellen konnte.
Das Vergrößern um 1,5 oder 2 fach hat sich inzwischen bei den kleineren Planeten bewährt, da so z.B. die Wavelet-Detailverstärkung feiner wirkt. Layer 1 & 2 wären für die winzige Neptun oder Uranusscheibe schon recht grob.

Spielt neben der Teleskopauflösung eigentlich auch noch die Pixelgröße der Kamera eine Rolle ?
Und dazu natürlich die Brennweite ?
Der Faltor der Barlow ist durch den größeren Abstand zum Sensor durch Steckhülse und Filter deutlich höher.
Ich würde sagen grob knapp über 4000mm, also F13-14. In Kombinantion mit der Asi120mm hoffe ich da nah am Optimum zu liegen. Außerdem reichen dann 100ms Belichtungszeit und so kann ich in 5 Min. wenigstens 3000 Frames sammeln.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
nein, da ich bisher bei den anderen Planeten damit keine Verbesserung gegenüber dem Vergrößern in fitswork feststellen konnte.
Das Vergrößern um 1,5 oder 2 fach hat sich inzwischen bei den kleineren Planeten bewährt, da so z.B. die Wavelet-Detailverstärkung feiner wirkt. Layer 1 & 2 wären für die winzige Neptun oder Uranusscheibe schon recht grob.

Spielt neben der Teleskopauflösung eigentlich auch noch die Pixelgröße der Kamera eine Rolle ?

Mit dem Drizzlen erreichst Du ein besseres Sampling. Im Grunde wird jede Einzelaufnahme bei Drizzleing-Faktor 2 um einen Faktor zwei gezoomt und dann aufaddiert. Durch das Seeing wabert z.B. ein Kraterrand von einem Pixel zum anderen in aufeinanderfolgenden Bildern. Wenn die Pixelanzahl durch zoomen verdoppelt wird, bekommt man so eine bessere Verteilung des Kraterrands auf das Summenbild. Besonders wenn Du leicht Undersamplet hast (also in Deinem Fall nur eine 2x Barlow gewählt hast), kann man das durch Drizzleing ausgleichen. Aber auch sonst würde ich das in autostakkert mal probieren.

Spielt neben der Teleskopauflösung eigentlich auch noch die Pixelgröße der Kamera eine Rolle ?

Ja, das habe ich hier mal beschrieben. In dem alten Thread ist auch ein Link gesetzt, wo Du das nachvollziehen kannst.
In Deinem Fall ist die Pixelgröße mit 3.75µm vorgegeben, dann brauchst Du ein Öffnungsverhältnis von mindestens 11. Also eine 2.5fach Barlow tut es schon.

Gruß,
Peter
 
Hallo,

ich bin erstaunt, was das teilweise hier an Emotionen weckt. Ich hatte ja angefangen zu hinterfragen, ob die Strukturen, die man auf Holgers Neptunbild sieht, echt sind. Es fiele mir aber im Traum nicht ein, irgend etwas Holger nicht zu gönnen. Sorry dafür Holger, Du weißt, ich habe große Achtung vor dem was Du mit Deinen Teleskopen machst. Alleine Neptun im Blickfeld der ASI120 zu halten mit der manuellen Nachführung und dem 12 Zöller ist eine Leistung.
Ich bin ja ein Freund des praktischen Versuchs. Ein Durchmesser von 2,7" beim Neptun entspricht z.B. einem Kreisdurchmesser von ca. 1,3 cm auf 1 km. Vielleicht hat ja einer, der einen 12 Zöller o.ä. hat, Lust ein kleines Experiment zu machen und zu versuchen eine kleine helle Scheibe (oder mehrere) in ca. einem Kilometer Entfernung aufzunehmen und definierte Strukturen darin zuzuordnen (z.B. Linien, Punkte, Kreuz, helle/dunkle Hemisphäre, gar nichts). Dann könnte man mal unter definierten Verhältnissen abschätzen, was man an Strukturen wirklich auflösen oder zumindest detektieren kann.
Wäre das so abwegig?

Gruß

*entfernt*
 
Hallo Heiko,

wie gesagt, ich bin ja froh über eine kritische Diskussion und habe das nicht als Neid aufgefasst.
Für mich zeigt gerade mein Vergleich mit dem Sperrfilter Uranus, dass da beim Neptun mehr vorhanden ist als nur Artefakte, aber ich kann auch die andere Sichtweise akzeptieren.

Peter:
Danke für die Hinweise. Ich werde das demnächst nochmal testen, 3x Drizzling und dann in fitswork x0,67 um auf die 200% zu kommen. Wahrscheinlich werden sich die Unterschiede in Grenzen halten, aber versuchen kann man es ja mal.
Meine Baader Q-Turret Barlow hat ja den Faktor 2,25. Ich hatte das mal bei Mondaufnahmen verglichen. Also Kratergröße ohne und mit Barlow. Durch das Auflagemaß der Asi120 kam ich grob auf einen Faktor von 2.65. Jetzt habe ich das nochmal bei meinen Jupiteraufnahmen vom 25.08.19 berechnet. Der Jupiter mit Barlow war 2,7 mal so groß wie ohne.
Bei einem Filter kommt noch der Faktor 1,07 dazu (insgesamt: ca. 2,9)

Hier verwende ich ja den RG610 Rotfilter und komme so ca. auf 4350mm Brennweite (ca. F 14,5). Das sollte ganz gut passen.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

ich habe mir Deine Ausrüstung mal angschaut, nachdem Heiko geschrieben hat, dass Du manuell nachführst. Alle Achtung! Ich gehe immer davon aus, das man heute alles vollautomatisch macht. Gerade bei der nötigen Vergrößerung ringt mir das Respekt ab. Hut ab vor Deiner Konstruktion. Vorallem bei der ISS stelle ich mir das Nachführen schwierig vor.

Mit einem Öffnungsverhältnis von 14.5 bist Du aber auf der sicheren Seite. Warum willst Du denn auf genau 200% kommen? 300% ginge doch auch. Kann aber sein, dass das Bild dann "matschig" aussieht.

wie gesagt, ich bin ja froh über eine kritische Diskussion und habe das nicht als Neid aufgefasst.
Für mich zeigt gerade mein Vergleich mit dem Sperrfilter Uranus, dass da beim Neptun mehr vorhanden ist als nur Artefakte, aber ich kann auch die andere Sichtweise akzeptieren.

Wie ich schon geschrieben habe: Bei den wenigen Airy-Scheibchen wird es kritisch, ist aber möglich, dass Wolkenbänder dann zu "Klumpen" werden, wegen der geringen Auflösung. Die sind dann schwer von Artefakten zu unterscheiden. Wenn Du den Neptun mal so erwichst, dass das dicke weiße Wolkenband zu sehen ist (Damina 19.9.2015) wird das sicher was werden.

@ Heiko: Experimente sind immer gut. Aber ich glaube horizontnah gibt das nix. Da ist der umgekehrte Weg einfacher: Man nimmt z.B eine 1 Cent Münze. Skaliert die auf 2.35" und faltet das Bild mit einer Airy-Scheibe. Näherungsweise ist das eine 2D-Gaußkurve mit einer Halbwertsbreite von 0.45", der Auflösung von Holgers Teleskop. Dann sieht man, was maximal herauskommen kann.

ich hatte das ja mit diesem Bild schon mal probiert. Da hat sich aber keinen rangetraut:
Smiley.png

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

bei der ISS nutze ich ja die Plattform nicht. Die ist auch sehr schnell und da heißt es dann dran zu bleiben und manuell mitzugehen. Beim Neptun steht der Dobson natürlich auf dieser selbst gebastelten Kreissegment-Plattform: https://forum.astronomie.de/threads/manuelle-eq-plattform-mein-duerftiger-selbstbau.264235/
Das ist noch echte Handarbeit, denn ich muss ja permanent am Hebel ziehen um den Planeten bei 100ms Belichtungszeit scharf abzulichten.
Warum nur max. 200% ?
Das sind Erfahrungswerte, bei 300% wird es beim Schärfen schnell verpixelt. Das ist dann oft zu viel des Guten. Normalerweise hatte ich bisher nur 150% verwendet aber die letzte Merkurphase zeigte, dass auch 200% noch gute Ergebnisse liefern kann.
Beim Merkur kann ich aber in kürzester Zeit weit über 10000 Frames sameln. Das geht bei 100ms natürlich nicht. Länger als ca. 5 Min. wollte ich eigentlich nicht aufnehmen, so dass ich mir jetzt die Grenze von 3000 Frames pro Avi gesetzt habe.
Ob Winjupos Neptun derotieren kann, weiß ich noch nicht. Ich sehe gerade, dass Deine angesprochen Aufnahme von Damian Peach 50 Min. beinhaltet. Von Derotieren steht da nichts, vielleicht kann ich ja noch etwas länger aufnehmen, mal sehen.

Gruß,
Holger
 
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