Hallo zusammen,
bevor nun die Ansätze und Vermutungen allzu sehr ins Kraut schießen, könnte es ratsam sein, das zugrunde liegende (oder mögliche) Basiskonzept ein wenig zu beleuchten, denn so manche künftige Entscheidung ergibt sich dabei von selbst bzw. müsste davon stark beeinflusst werden.
Wir haben hier also mit dem 8" f/6 Newton/Dobson einen klassischen visuellen Allrounder vorliegen. Die immer wünschenswerte Okularausstattung zwischen 7 mm AP und 0,7 mm AP ist also locker möglich.
Das bedeutet in etwa:
~ 42 mm, 30 mm, 20 mm, 14 mm, 9 mm 6 mm, 4,5 mm wäre als Okular - "Vollausstattung" anzustreben.
Der Stadtbeobachter wird da natürlich etwas anders einsteigen als der Beobachter unter dunkelstem Alpenhimmel, folglich haben wir das berücksichtigt und verzichten zunächst mal auf die 7 mm AP mit dem 42er Okulr und kombinieren ein Okular mit rund 5 mm AP lieber mit einen optischen und einem Peilsucher, weil wir nur beobachten können, was wir auch finden.
Daraus ergibt sich für die erste Grundausstattung mit drei Okularen in ziemlich logischer Konsequenz die Reihe
30 mm, 14mm, 6 mm.
Jou, so weit okay, aber weil Stadtbeobachter nochmal deutlich schlechtere Bedingungen vorfinden können, als man sie z.B. unter dörflicher oder stadtrandmäßiger Lichtverschmutzung landläufig kennt, rückt möglicher Weise schon sehr bald eher ein sehr weitwinkliges 20 mm Okular in den Fokus, zumindest dann, wenn man dem Hobby etwas abgewinnen kann und seine Ausstattung erweitern möchte.
Das aber sollte und kann man eben selbst erkennen und diese Chance zu nutzen, wäre ein dringender, wichtiger Rat.
Interessanter Weise macht diese Drittelreihe vom 8" f/6 auch gar nichts kaputt, wenn man nun meint, das sei ja schön und gut, aber mehr Öffnung sei besser.
Auch an f/5 oder f/4,5, also bis zu üblichen 10, 12, 14, 16-Zöllern bleibt dass voll auf Linie und nutzbar.
Nur eben dass man dann mit dem 30er nicht mitten drin ist in der Drittelreihe, sondern am oberen Ende und somit rückt natürlich erst recht ein sehr gutes und weitwinkliges 20 mm Okular und darunter natürlich auch das bereits vorhandene 14 mm Okular nochmals stärker in den Fokus.
Also ist da nichts verloren, zumindest nicht, wenn man dem Hobby treu bleibt.
Ähnlich sieht es mit den Filtern aus, wenn das denn mal wichtig werden sollte.
Aus der Stadt heraus kann man sehr gut mit 7 mm AP (also hier mit einem ~40 mm Okular) plus hartem OIII Filter beobachten, aber dieser Filter funktioniert eben auch noch gut bei 5 mm AP und entscheidet auch da unter ganz ungünstigen Bedingungen schon mal zwischen Sehen und nicht Sehen. Je nach Bedingungen kann es dabei um den Orionnebel gehen oder (wenn es doch deutlich besser ist) um den benachbarten Rosettennebel.
Zu noch kleinerer AP (also höherer Vergrößerung) hin kann sich dann sogar unter ungünstigen Bedingungen ein UHC Filter empfehlen.
Man braucht also zur gefilterten Nebelbeobachtung aus der Stadt heraus nicht zwingend das 42 mm Okular für maximale AP. Man kann den passenden Filter auch am 30 mm Okular sehr gewinnbringend einsetzen, aber es ist halt wünschenswert, nicht nur den Filter sondern auch das Okular für die ganz große AP zu haben, wenn man für sich herausgefunden hat, dass man sich näher und intensiver für diese Objekte interesseiert.
Erst dann! Vorher eher nicht.
Meinen Senf dazu gibts hier:
Nebelfilter
Unterm Strich muss man feststellen, dass es unsinnig ist zu unterstellen, man bräuchte aus der Stadt heraus keine große AP und/oder kein universell einsetzbares Fernrohr mit möglichst breitem Anwendungsspektrum.
Im Gegenteil, die erfolgreiche Beobachtung mit breit gefächerter Interessenlage ist aus der Stadt heraus anspruchsvoller und an eine bessere, anpassungsfähigere Teleskop- und eine enger gestaffelte Okular-/Zubehörausstattung gebunden als dies unter besseren Bedingungen der Fall ist.
Dass man dabei auch mit extremen Anstrengungen aus einem 4,5 Mag Himmel keinen 5,5 Mag Himmel machen kann, sondern immer und mit jedem Teleskop, mit allen Okularen, mit jedem Filter genau dort ansetzt, wo nun mal der Himmel die Grenze setzt steht dem nicht entgegen, nein es steht dafür.
Gruß
*entfernt*