Neues 102mm F11 ED Doublet auf dem Level eines erstklassigen F8 Triplets.

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Und das ist ja mein Tenor in diesem Thread: Sofern eine Optik in höherer Anzahl existent ist, x-mal am Himmel benutzt und getestet wurde, kaum Serienstreuung aufweist und auch immer ein IFG hat, kann nichts mehr passieren (außer Beschädigung).
Genau das war auch der Entscheidungsgrund bei mir für meinen Evostar 120ED

es geht mir generell um versprochene/berechnete Werte egal ob Linse oder Spiegel.
Das Forum hier ist über die vielen Jahre reichhaltig gefüllt mit Berichten über nicht eingehaltene Werte.
Ja, das stimmt leider
Ich beobachte z.B. Sternhaufen oder Doppelsterne mit meinem Refri beispielsweise in aller Regel nicht mit Grün- oder sonstigen Filtern.
Das macht niemand, aber es hilft beim selbst testen der Qualität doch ungemein

Mir reicht völlig, dass ich keine störenden Abweichungen an den Sternen sehe und damit bin ich vollauf zufrieden und glücklich.
Wenn das so ist, stellt man keine Fragen mehr sondern benutzt einfach die Optik. Das ist ja auch zum Glück meistens so.

LG
Olli
 
@Steinheil Na das ist zwar eine Ecke von Hannover weg, aber ich könnte das mit einem Besuch von Freunden in der Region verbinden, also könnte das durchaus eine Idee sein, einen Test bei Euch zu organisieren.
Dann muss das gute Stück ja nur noch in den Handel kommen und nicht ganz unverschämt bepreist werden :cool:.
Das würde mich sehr freuen.

Alternativ beim nächsten ITV; da hätte man eine kleine Chance auf die absolute 4"-Referenz-Optik, FLT 105/1000, die leider keiner von uns hat...
 
Hallo Werner,

Das Forum hier ist über die vielen Jahre reichhaltig gefüllt mit Berichten über nicht eingehaltene Werte. Woher das kommt ist streng genommen auch zweitrangig, wenn die Abbildung am Ende dann doch passt. Wenn nicht, hilft es dem Sternfreund wenig, wenn das I-Meter und deren Auswertungen wenig professionell bedient wurde.

deshalb verlässt man sich besser nicht auf nur einen Test sondern macht mehrere verschiedene um zu prüfen ob das Ergebnis plausibel ist und sich bei anderen Tests bestätigt.
So wird es ja auch zb. vom Wellenform und Tommy gemacht.
Da gibt es immer auch einen Ronchi, einen Foucault und einen Sterntest zum Test am I-Meter.
So kann man prüfen ob das Testergebnis am I-Meter plausibel ist.
Das Ganze gilt aber natürlich auch anders rum.
Auch ein Sterntest ist nicht der heilige Gral und kann zb. ein durch einen Farbfehler verfälschtes Ergebnisse bringen oder vom Tester falsch interpretiert werden.
Auch ein Sterntest sollte daher durch andere Tests verifiziert werden.
Dem Sternenfreund der keine optische Bank hat stehen dann der Sterntest mit Grünfilter und der Ronchi Test zur Verfügung.

Ich beobachte z.B. Sternhaufen oder Doppelsterne mit meinem Refri beispielsweise in aller Regel nicht mit Grün- oder sonstigen Filtern.
Mir reicht völlig, dass ich keine störenden Abweichungen an den Sternen sehe und damit bin ich vollauf zufrieden und glücklich.

Natürlich, allerdings beobachtest du diese Objekte ja sicherlich auch im Fokus.
Von daher ist die Abbildung außerhalb des Fokus für dich erst mal genauso wenig relevant wie die Abbildung mit Grün oder sonstigem Filter.
Den defokussierten Stern beobachtet man ja üblicherweise nur zu Testzwecken.
Wenn der Test ein zuverlässiges Ergebnis bringen soll kann es nun mal nötig werden bei einer Optik mit Farbfehler einen Grünfilter zu verwenden.
Der Farbfehler kann das Testergebnis sonst verfälschen oder die Interpretation zumindest wesentlich schwieriger machen.
Wenn man also ein verlässliches Testergebnis möchte dann sollte man den Test auch ordentlich machen sonst kann man sich den Test auch gleich sparen.
Und dazu gehört eben auch dass man Störfaktoren wie den Farbfehler möglichst gering hält.

Ein ED Doublet zeigt außerhalb des Fokus am defokussierten Stern meist recht viel Farbe.
Im Fokus ist davon aber wenig zu merken, da hat der ED nur einen kleinen Restfarbfehler.
Es ist also vollkommen unsinnig sich hier an der recht farbigen Abbildung am defokussierten Stern zu stören wenn man üblicherweise im Fokus beobachtet und dort die Farbkorrektur recht gut ist.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

für den Sterntest am ED Doublet magst du recht haben, dass Farbfilter etwas mehr Aussagekraft mit sich bringen.

Am erwähnten F9 APO ist das unnötig. Auch für einen Spiegel reicht in aller Regel ein Test im Weißlicht völlig aus. Wenn ich Intra- und Extrafokal in geeignetem Abstand vom Fokus so gut wie identische Abbildungen ohne sichtbare Abweichungen von der Idealnorm bekomme sowie im Fokus alles passt, konzentriere ich mich lieber auf die eigentliche Beobachtung. Da muss ich nicht mehr weitertesten oder mir Sorgen um einen irgendwie gearteten Strehl machen. Denn der wird mit ziemlicher Sicherheit ohnehin erstklassig sein.

Um die Seele zu beruhigen könnte man eine solche Optik natürlich noch am I-Meter vermessen lassen, doch wozu in solchen Fällen, wenn die Optik genau das zeigt, was sie im Idealfall auch zeigen soll? Ich brauche da nix mehr weiter…:)

Klar ist der Sterntest nicht der heilige Gral, behauptet ja hier auch niemand, das I-Meter aber auch nicht bedingungslos, speziell dann, wenn es um z.B. um Rauhigkeiten in bestimmten Größernordnungen geht oder die Messungen inkl. der Auswertungen schlicht unprofessionell vorgenommen werden.

Viele Grüße
Werner
 
Der Sterntest im Weißlicht im Minimal-Format (meistens reicht das um grobe Optikfehler zu erkennen; beim guten Apo darf auch keine Farbe sein...):

StarTest1.gif
 
Von einem Test den ich ernst nehmen soll, egal welcher erwarte ich das er gewisse Standards erfüllt.
Dazu gehört beim Stentest nun mal die verlässliche Interpretation der in und extrafokalen Sternabbildung.
Das glingt im Weißlicht am Refraktor nun mal nicht immer.
Auch wenn der Tester noch so sehr von sich und seinen Fähigkeiten diesbezüglich überzeugt ist.
Standards müssen erfüllt werden.

Grüße Gerd
Frage: Weil dort der Begriff "Standards" auftaucht - welche Industrienormen werden da eigentlich angewandt? Das hat mich immer schon einmal interessiert, es gibt ja eine ganze Reihe davon, aber was passt hier zum Thema?

Besten Gruß,
Stefan Korth
 
Hallo Werner,

Am erwähnten F9 APO ist das unnötig. Auch für einen Spiegel reicht in aller Regel ein Test im Weißlicht völlig aus. Wenn ich Intra- und Extrafokal in geeignetem Abstand vom Fokus so gut wie identische Abbildungen ohne sichtbare Abweichungen von der Idealnorm bekomme sowie im Fokus alles passt, konzentriere ich mich lieber auf die eigentliche Beobachtung. Da muss ich nicht mehr weitertesten oder mir Sorgen um einen irgendwie gearteten Strehl machen. Denn der wird mit ziemlicher Sicherheit ohnehin erstklassig sein.

ich denke ich habe oft genug darauf hingewiesen das ich den Grünfilter nur bei Optiken mit Farbfehler für notwendig halte und auch da nicht immer. Ich schräke die Notwendigkeit für einen Grünfilter ja immer auch ein und schreibe nicht ohne Grund kann und nicht muss oder an anderer Stelle nicht immer usw.
Natürlich muss man da von Fall zu Fall schauen inwieweit ein Grünfilter notwendig wird.
Wenn im Weißlicht alles bestens ist muss man nicht den Grünfilter bemühen. Das hatte ich ja schon ausdrücklich geschrieben.
Insofern musst du mir jetzt nicht noch mal erklären was ich genauso selber schon geschrieben hatte.

Sicherlich gibt es Fälle wo auch ein Sterntest im Weißlicht ausreichend ist.
Wenn sich schon im Weißlicht ein ordentliches Ergebnis zeigt wird es mit Grünfilter natürlich nicht viel anders aussehen, in dem Fall kann ich mir den Filter sparen.

Der Grünfilter wird dann notwendig wenn sich Probleme bezüglich SA andeuten und dann muss man eben schauen ob das was man da im Weißlicht gesehen hat wirklich so problematisch ist oder ob die SA hier wegen dem Farbfehler wesentlich schlimmer aussah als sie eigentlich ist.
Außerdem haben wir es ja in der Praxis mit einem Konglomerat verschiedenster Fehler zu tun.
Dadurch wird die Beurteilung eh deutlich schwieriger als wenn ein Fehler schön in Reistform vorliegt so wie in den Simulationen oben.
Wenn dann zu dem Konglomerat noch der Farbfehler hinzukommt wird es halt noch schwieriger und wenn dann auch noch Seeing mit von der Partie ist dann kann man’s gleich ganz vergessen.
Also warum so stur den Grünfilter beim Sterntest einer Optik mit Farbfehler ablehnen?
Das ist doch albern.
Schaden tut er auf gar keinen Fall und oft ist er hier eben doch recht hifreich.

Um die Seele zu beruhigen könnte man eine solche Optik natürlich noch am I-Meter vermessen lassen, doch wozu in solchen Fällen, wenn die Optik genau das zeigt, was sie im Idealfall auch zeigen soll? Ich brauche da nix mehr weiter…:)

Wenn der Strentest toll aussieht brauch ich keinen weiteren Test um die Sele zu beruhigen. Wenn dem aber nicht so ist und man unsicher ist ob da ein echtes Problem vorliegt oder eher nicht dann sollte man dem halt auch mal etwas genauer nachgehen.
Was hältst du denn von dieser Optik hier.
Es können hier natürlich gerne auch noch andere eine Einschätzung abgeben.

2b.jpg


Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

Also warum so stur den Grünfilter beim Sterntest einer Optik mit Farbfehler ablehnen?
Das ist doch albern.
Schaden tut er auf gar keinen Fall und oft ist er hier eben doch recht hifreich.

Nun denn, jetzt wird‘s halt doch wieder ein wenig persönlich. Schade eigentlich, denn ich schätze sonst deine Beiträge vom fachlichen Inhalt her.
Könntest du hier bitte aufklären, an welcher Stelle ich hier bei einer Optik mit Farbfehler Filter angeblich stur ablehne?

Um es gleich vorweg zu nehmen, Gerd: Fachdiskussionen immer gerne, aber keine persönlichen Anfeindungen. Habe ich keine Lust drauf.

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist deutliche sphärische Aberration.
(eine solche Apo-Optik würde ich nicht haben wollen...;))

:teleskop:

ja die Optik ist nicht vollkommen perfekt und es ist da etwas SA im Spiel, allerdings nur SA höherer Ordnung (3. bis 6. Ordnung) und die sieht im Sterntest bedeutend schlimmer aus als sie eigentlich ist.
Trotzt des auf den ersten Blick nach deutlich SA aussehenden Sterntests hat diese Optik Strehl 0,971.

2.jpg

Sie ist damit zwar nicht perfekt aber sehr gut.
Und zwar so gut das sie am Himmel so scharf und kontrastreich abbildet dass sie von einer perfekten praktisch nicht zu unterscheiden ist.
Die MTF also die Kontrastübertragung liegt hier sehr nahe der Ideallinie.

Völlige Perfektion mit Strehl 1,0 gibt es ja leider nicht , nicht mal bei Zeiss und co.
Auch bei Zeiss soll es ja schon mal vorgekommen sein das da ne Optik „nur“ Strehl 0,97 hatte.
Also ich würde die Optik mit Strehl 0,971 haben wollen.
Und wenn das preisgünstige Chinaware ist bei der Strehl 0,971 jetzt nicht unbedingt die Regel ist wäre ich sogar recht froh das Glück zu haben eine so gute zu erwischen.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

Kurze Nachfrage: Warum wurde in der Auswertung bei den Zernike Termen x-Asti deaktiviert?

Viele Grüße
 
Weil er sowieso null ist könnte ich mir denken.
Balancierte SA höherer Ordnung hätte ich auch getippt vom sterntest her, auch auf einen Kantenfehler, den man extrafokal sehr deutlich sieht. Aber dieser ist derart schmal dass er sich im Fokus nicht sichtbar auswirkt so wie auch die SA. Das saubere Fokusbild deutete schon auf einen guten Strehl hin. Kenn ich so tatsächlich von MCTs, nur halt dann mit Obstruktion.

LG
Olli
 
Hallo Gerd,

Kurze Nachfrage: Warum wurde in der Auswertung bei den Zernike Termen x-Asti deaktiviert?

Viele Grüße

Hallo Werner,

es ist ja keine Auswertung einer realen Optik sondern einfach nur eine Simulation mit der ich zeigen möchte wie SA höherer Ordnung im Sterntest aussehen kann und ich wollte den entsprechenden Wellenfrontfehler und den Strehl dazu zeigen.
Die Simulation des Sterntests beruht ausschließlich auf den Fehlern die ich eingegeben habe und die aktiviert sind.
In der Auswertung wird aber nicht die ganze Liste angezeigt, die Liste ist länger und geht bis zur SA 7. Ordnung.
Ich habe wie schon geschrieben bei SA Fehler 3. bis 6. Ordnung eingegeben.
Du kannst dir also absolut sicher sein das alle Fehler die du im Startest siehst auch im Wellenfrontfehler und Strehl berücksichtigt sind.
Denn es ist ja anders rum, nicht der Wellenfrontfehler beruht auf dem Sterntest sondern die Sterntestsimulation beruht auf dem Wellenfrontfehler.
Auch Messfehler sind ausgeschlossen da es ja eine reine Simulation ist.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

alles klar. Dann wird das verständlich.

Vielleicht noch eine kurze Ergänzung: Ich hatte das Glück, auf diversen Teleskoptreffen hierzulande und auch in Übersee über lange Jahre vergleichsweise viele Teleskope am Stern sehen zu können. Die von dir geschilderten Fehler SA höherer Ordnung sind nicht so häufig im Vergleich zu den „herkömmlichen“ Abweichungen, die man normalerweise findet (wobei man hier natürlich je nach Teleskoptyp und Größe unterschiedliche Häufungen bestimmter Fehler vorliegen hat).

Natürlich gab es auch einige Geräte (egal ob Spiegel oder Linse) darunter, welche ich als quasi „perfekt“ bezeichnen würde.

Viele Grüße
Werner
 
Newtons und Doublet Refraktoren haben in der Praxis meist Kantenfehler, Zonenfehler oder Zentralberge, manchmal überlagert mit einer gesamten einfachen SA, das kann man alles noch ganz gut identifizieren.
SA höherer Ordnungen finden sich bei Zwei-Spiegelsystemen, oder Refraktoren mit mehrer Linsen, dann meist am Roten/Blauen Ende des Spektrums, selten bei Grün. Im LSA Diagram sieht man das sehr schön, wenn die Linien einen S-Schlag haben. Idealerweise ist es ausbalancierte SA höherer Ordnung, 4th-6th Order zum Beispiel, dann ist es in der Regel auch so beabsichtigt.
Gerade letzteres zeigt sich im defokussierten Stern recht stark, kann aber im Fokus nahezu perfekt sein, alles eine Frage des Verhältnisses der SA zur wellenoptischen Schärfentiefe.

LG
Olli
 
Hallo Olli,

Zusätzlich zu deinen geschilderten Abweichungen findet man in der Praxis (zumindest so wie ich das erfahren habe) viel häufiger als man denkt erst einmal Komafehler, bedingt durch nicht ausreichende Kollimation. Das kann auch Linsen betreffen, welche nicht korrekt zentriert wurden.

Desweiteren erkennt man vor allem an schnellen größeren Systemen mit vergleichsweise dünnen Optiken und unzureichender Lagerung Asti in unterschiedlichen Größenordnungen. Auch Verspannung habe ich vergleichsweise häufig an Linsen sowie an Spiegeln entdeckt.

SA erkannt man am Sterntest bei fast allen Systemen, selbst wenn es sich bisweilen nur um äußerst geringe Abweichungen handelt. Hier ist der Sterntest bekanntermaßen sensitiv. Sehr oft hat das auch mit thermischen Effekten im Abkühlprozess je nach verwendeten Gläsern zu tun.

Viele Grüße
Werner
 
Komafehler, bedingt durch nicht ausreichende Kollimation.
dünnen Optiken und unzureichender Lagerung Asti in unterschiedlichen Größenordnungen.
Auch Verspannung habe ich vergleichsweise häufig an Linsen sowie an Spiegeln entdeckt.
Nun gut, das sind alles mechanische Probleme die sich durchaus ändern lassen, weshalb ich darauf keinen Bezug genommen habe.
Das man vor einer ernsthaften Testrunde dafür sorgt, dass die Optik justiert und spannungsfrei sowie austemperiert ist, sollte selbstverständliches Basic sein.

LG
Olli
 
Hallo Olli,

nein, läßt sich in vielen Fällen nicht ohne weiteres beheben:

- Linsen schlecht zentriert, läuft auf eine Rückgabe hinaus. Nur Experten können hier etwas ändern.
- Systeme mit zu dünnen großen Spiegeln, hierzu zählen auch FS, welche Asti verursachen können, läuft in aller Regel ebenfalls auf eine Rückgabe hinaus, da eine geeignete Lagerung entweder zu kostspielig ist oder das Problem nicht beheben kann, wenn z.B. durch Rotation des HS feststeht, dass der Asti im Glas ist.

Andere mechanische Probleme lassen sich im Prinzip beseitigen, wenn man sie denn erkennt, bzw. die nötigen Mittel/Know-how hat, dies vorzunehmen.
Dass dies in vielen Fällen nicht geschieht oder das nötige Wissen fehlt, zeigen die vielen Berichte im Forum über Justageprobleme bzw. das Vorhandensein der geschilderten Komafehler in der Praxis auf Treffen.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,

Die von dir geschilderten Fehler SA höherer Ordnung sind nicht so häufig im Vergleich zu den „herkömmlichen“ Abweichungen, die man normalerweise findet (wobei man hier natürlich je nach Teleskoptyp und Größe unterschiedliche Häufungen bestimmter Fehler vorliegen hat).

ich finde so selten ist das gar nicht.
Zum einen kann praktisch bei jedem Teleskoptyp durch die Politur SA höherer Ordnung verursacht werden und zum anderen gibt es Teleskope die haben schon von Haus aus im Design eine geringfügige SA höherer Ordnung.
Bei MAKs ist das zb. so und da kommt es eben auch sehr häufig zu Fehleinschätzungen beim Sterntest.
Da gab es schon öfter Diskussionen und Roland Christen hatte da mal einen Artikel geschrieben.
Den finde ich allerdings gerade nicht aber vielleicht kennt ihn ja jemand setzt hier mal einen Link dazu.

Auch bei APOs kann schon von Haus aus im Design eine kleine SA höhere Ordnung vorkommen.
Das kommt hier auf die Eckdaten und besonders auf die verwendete Glaspaarung an.
Bei einigen APOs/ Halb APOs muss sie mittels Asphäre korrigiert werden.

Die Zeiss AS sind zb. so ein Fall. Aber auch einige ölgefügte Triplets brauchen eine Asphäre.
Meist versucht man aber mit rein sphärischen Flächen auszukommen und muss in einigen Fällen dann eine kleine SA höherer Ordnung in Kauf nehmen.
Gerade bei einem ED/SD Doublet ist das keine Seltenheit.
Es gibt auch die Möglichkeit eine kleine SA höherer Ordnung gegen Koma im Feld zu tauschen.
Bzw. hier einen Kompromiss einzugehen. Also etwas Koma im Feld gegen etwas weniger SA höherer Ordnung.
Das ist zb. bei den kleinen SDs von TS der Fall die eine ausgeprägte Koma im Feld zeigen. Entsprechende Diskussionen darüber gab es hier ja schon öfter.

Auch der hier von Presto angesprochene SD 140/980 (man kann sich ja denken welcher das ist) hat von Haus aus im Design eine leichte SA höherer Ordnung.
Der Tausch SA höherer Ordnung gegen Koma im Feld wie bei den kleinen TS wurde hier nicht gemacht, daher funktionieren hier universelle Flattener Reducer ohne spezielle Komakorrektur gut.
Bei ED/ SD Doublets ist SA höherer Ordnung also durchaus oft ein Thema und muss hier daher dann auch bei der Interpretation des Sterntest berücksichtigt werden.
Vor allem die Kombination geringfügige SA höherer Ordnung + kleiner Restfarbfehler sieht im Sterntest wesentlich schlimmer aus als sie eigentlich ist.
Das sollte man hier schon wissen.

Es ist daher zumindest bei Verdacht auf nennenswert SA zweckmäßig hier wenigstens den Farbfehler als Störfaktor mittels Grünfilter zu mindern.
Am besten macht man dann auch mal einen Ronchitest.
Auch den Ronchitest bei spürbarem Gaußfehler besser mit Grünfilter.
Das ergibt dann ein klareres Bild ob da nun ein Problem vorliegt oder nicht.
Der Ronchitest zu der Sterntestsimulation oben sieht so aus.

2d.jpg


Das Ronchigitter hat 10L/mm, die Öffnungszahl ist F6
Der Strehl ist hier wie gesagt 0,971.
Man erkennt hier also im Ronchi sehr schön die SA höherer Ordnung.
Dann hat man Klarheit um welche Art SA es sich hier handelt.

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Gerd,

Dass man hier beim Sterntest aufpassen muss, damit es nicht zu Fehleinschätzungen besonders bei bestimmten Typen/Designs kommt, versteht sich glaube ich von selbst. Da gehe ich mit dir mit. Dies gilt auch für fälschlicherweise dedektierte SA, welche nur durch thermische Effekte induziert wird und im Laufe des Temperaturausgleichs zum größten Teil wieder verschwindet. Ein erfahrener Tester kennt diese potenziellen „Fallstricke“. ;)

Du schreibst zur SA höherer Ordnung außerdem: „ich finde so selten ist das gar nicht….“
Ich schrieb: „… Die von dir geschilderten Fehler SA höherer Ordnung sind nicht so häufig im Vergleich zu den „herkömmlichen“ Abweichungen…“

Das sind zwei unterschiedliche Dinge und beide widersprechen sich nicht zwangsläufig.

Wenn man im Feld beispielsweise fast ausschließlich bestimmte Mak’s stehen hätte, welche so gut wie alle designbedingt SA höherer Ordnung haben, würdest du wohl richtig liegen. Jedoch stehen dort meist auch jede Menge Dob‘s unterschiedlicher Größe und Apo‘s bei denen du wohl vergeblich SA höherer Ordnung klar ausmachen kannst. Andere Fehler, wenn sie denn vorhanden sind, dominieren. Deswegen schrieb ich ja, dass man andere herkömmliche Fehler häufiger antrifft.

Viele Grüße
Werner
 
Nun denn, jetzt werde ich rausgehen und noch bisschen Planeten mit dem 130er schauen. Ist schnell aufgebaut und es wurde überraschend doch klar.;)
 
Nun denn, jetzt werde ich rausgehen und noch bisschen Planeten mit dem 130er schauen. Ist schnell aufgebaut und es wurde überraschend doch klar.;)
Das Beste, was man machen kann.

Der 5" (130/1120 mm) f/9.25 APM/LZOS wäre mein Traum. Bin allerdings schon mit zu vielen Teleskopen "gesegnet", um das vertreten zu können. Weiß nicht, ob dieser schöne Refraktor neu noch zu haben ist. Habe gerade lediglich die Linse in Fassung gefunden.
 
nein, das etwas weiche kommt durch überlagerung der Beugungaxima am Gitter. Die SA höherer Ordnung erkennt man an der leichten Welligkeit der Linien.
SA höherer Ordnung ist ja nix weiter als eine bestimmte Folge von Zonenfehlern.

LG
Olli
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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