Neues Astrofernglas: Mal wieder eure Kommentare ;)

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

lukeflo

Aktives Mitglied
Moin,

wie schon in einem anderen Thread diskutiert, überlege ich derzeit mein Teleskop wegen Nichtnutzung abzugeben und durch ein Astrofernglas zu ersetzen bzw. bei passendem Preis letzteres hinzuzuerwerben.

Ich habe jetzt dank meines Gesuchs hier im Forum einige interessante Angebote erhalten, bin aber noch unschlüssig. Daher freue ich mich, über kurze Erfahrungen und/oder (selbstverständlich subjektive) Nutzungseindrücke zu den folgenden Geräten. Ich weiß natürlich, dass mein Teleskop vielseitiger ist als alle diese FG, aber der Aufwand ist halt auch größer, weshalb ich es kaum nutze.
Falls einige derjenigen mitlesen, die mir die Gläser anbieten, könnt ihr natürlich auch gerne euren Senf dazu geben ;)

Diese Ferngläser stehen aktuell zur Auswahl:

Miyauchi 20x77 oder Miyauchi BJ100 ED
+ 45° Einblick
+ für Schrägeinblick sehr transportabel
+ 100er mit ED (aber unterschiedliche Onlineberichte bezüglich der Glassorten)
+ Klassiker aus Japan
- Nur Miyauchi-Okulare nutzbar (selten verfügbar und kommen nicht so gut weg bei vielen Rezensionen)
- Design ist schon älter, soll ggü. modernen China-BT mehr Farbe aufweisen (laut Internet)
- 100er eigentlich schon etwas unhandlich

Omegon Brightsky 15x70 oder Bresser Spezial Astro SF 15x70 bzw. NightExplorer 15x70
+ Schutzgasfüllung
+ Augenabstand
+ Robust (nehme ich an, kenne nur ein Omegon Argus aus eigener Erfahrung)
+ leicht und schnell aufgebaut
- eigentlich wollte ich Vergrößerung >20x
- gradsichtig

Fujinon FMT-SX 1 15x70
+ Hohe Qualität (laut diverser Berichte)
+ sehr langlebig und stabil (laut diverser Berichte)
+ Original Nebelfilter dabei
+ Klassiker
- Augenabstand soll etwas gering sein
- Vergrößerung usw. (s.o.)

TS-Optics 20x80 Triplet
+ Vergrößerung und Öffnung passen gut
+ trotzdem leicht
+ Preis-/Leistung (wenn letztere denn stimmt)
- ist natürlich kein ED und auch kein APO, wie von TS beworben
- kein Schutzgas
- von allen vermutlich billigste Fertigungsart, damit nicht so stabil/langlebig
- Hatte schon mal eins, das hatte optische Mängel (Spiegelbilder)

So, da gibts natürlich einige Unterschiede. Schrägeinblick mit Wechselokularen wäre natürlich fein. Aber das ist auch eine Preisfrage und bei den Miyauchis ist man halt wegen der speziellen Okulare sehr eingeschränkt. Zudem sind die Berichte recht unterschiedlich.

Die gradsichtigen sind meistens günstiger. Bei Omegon und Bresser erschließt sich mir der Unterschied beim Neupreis nicht so sehr. Die kommen doch vermutlich alle aus einer ähnlichen/gleichen Fabrik in China (Kunming?). Oder kennt jemand da optische Unterschiede?

Das Fuji wird in manchen Rezensionen teils als bestes Astroglas seiner Klasse gelobt. Aber es ist natürlich auch schon ein älteres Modell, dem eventuell technische Neuerungen fehlen, welche die modernen China-Gläser aufweisen. Tendenziell habe ich aber eine Schwäche für Klassiker ;)

Das TS schließlich wäre preislich am niedrigsten und erhält eigentlich auch viele gute Rezensionen. Aber es ist das einzige, dass ich schon mal in der Hand und vorm Auge hatte und da hat es mich halt nicht überzeugt. Vll. lag das aber auch am Einzelstück (war eine verbilligte Retourenware bei einem Astrogroßhändler).

Freue mich auf eure 5 Cents.

Gruß
Florian
 
Hallo Florian,

sagst Du uns auch noch was für ein Teleskop Du hast, dann kann man die Differenz zum Fernglas besser einschätzen.

Klar sind die Myiauchis überholt, aber wenn man es günstig bekommt und vielleicht auch noch Wechselokulare dabei sind würde ich es nicht verachten.
Gab es dafür nicht auch Okularadapter, eventuell auf dünnere Mikroskopokulare?
Ganz dunkel erinnere ich mich da an was?

Grüße Jochen
 
Hi Jochen,

ich habe aktuell dieses Teleskop. Aber dann ratet ihr mir alle, das Teleskop zu behalten, da es vielseitiger ist usw., wie dort in der anschließenden Diskussion auch schon geschehen ;)
Mir ist klar, dass keines dieser Gläser das Teleksop ersetzen kann. Dafür bräuchte es ein APM SD 82 oder größeres. Für sowas fehlt mir aber die Kohle. Und ich ziehe es aktuell vor, mit weniger flexiblem Fernglas dafür häufiger auch kurz mal zu beobachten, als 0-1mal im Monat das Teleskop auszupacken.
Mich (wieder mal) vergrößern, kann ich immer noch, wenn die Kids größer sind, mehr Zeit da ist und dann hoffentlich auch mehr Erspartes.

Gruß
Florian
 
erhält eigentlich auch viele gute Rezensionen.
Rezensionen sind oft bias-verfälscht.

Das günstige bzw billige Zeug wird vorwiegend von Einsteigern mit wenig Erfahrung gekauft. Keine Vergleichsmöglichkeit aus eigener Erfahrung, keine großen komplexen Ansprüche, wiegt viel muss also hochwertig sein, man sieht mehr als mit dem bloßem Auge, zack 5 Sterne. Oft genug wird auch nur wegen der schnellen Lieferung und weil es "einen wertigen Eindruck macht" 5 Sterne gegeben.

Das teure/hochwertige Zeug wird meist von Menschen mit viel Erfahrung nach langen Jahren im Hobby gekauft. Viele Vergleichsmöglichkeiten, hohe Ansprüche, jedes noch so winzige unliebsame Detail führt sofort zu Punktabzug in der Bewertung.

Soviel also dazu.


Bezüglich Astro-Großferngläser:
Es ist halt wie immer, You get what you pay for.

Teile doch den Preis eines Fernglases mal durch zwei und überlege, welches Teleskop gleicher Öffnung und Okular dazu du für diesen Preis bekommen würdest.
Selbst bei 1000€ für ein 20x80
macht 500€ pro Seite, 150€ für ein halbwegs gutes Weitwinkelokular.
Bleiben 350€ über für Fokussiermechanik, Prismensystem und Objektiv. Und der Hersteller sagt dir dann, das sei ein 80mm ED Obektiv? Da muss man schon Humor haben.

LG
Olli
 
Gab es dafür nicht auch Okularadapter, eventuell auf dünnere Mikroskopokulare?
So eine Lösung wäre natürlich ein ziemlicher Bonus. Habe auch schon dran gedacht. Die Aufnahme der Miyauchis scheint um die 29 bis 30mm. Aber die Fokuslage ist wohl bei Adaptionen problematisch...

Kennt jemand einen Link zu einem Bericht in dieser Richtung? Habe da bisher nix gefunden.

LG
 
Aber dann ratet ihr mir alle, das Teleskop zu behalten.
Hi Florian,

ich bin mit Sicherheit der Letzte, der Dir empfehlen wird ein Teleskop anstatt einem Bino zu benutzen :)
Wenn es aber was größeres so ab C8 gewesen wäre, wäre der Unterschied halt noch dramatischer gewesen.
Einen 80er Refraktor durch ein Bino zu ersetzen sehe ich als unproblematisch, nur würde ich halt gleich was mit Wechselokularen nehmen.

Ich hatte mal das wirklich tolle APM 25x100ED, aber nur eine Vergrößerung zu haben ist doch eine gewaltige Einschränkung.
Schon die 2-3 Vergrößerungen der Myiauchis sind da ein echter Vorteil.

Es gibt sehr gute 30mm Mikroskopokulare, aber wie Du schon schreibst wird die Fokuslage das Problem.
Ohne Drehbank im Keller kommt man da wahrscheinlich nicht weit ...

Grüße Jochen
 
Mir ist klar, dass keines dieser Gläser das Teleksop ersetzen kann. Dafür bräuchte es ein APM SD 82 oder größeres. Für sowas fehlt mir aber die Kohle. Und ich ziehe es aktuell vor, mit weniger flexiblem Fernglas dafür häufiger auch kurz mal zu beobachten, als 0-1mal im Monat das Teleskop auszupacken.
Hallo Florian,
wegen Nichtbenutzung das aktuelle Teleskop zu verkaufen ist mir soweit nachvollziehbar. Deine anvisierten Ferngläser in der 70-80mm Liga brauchen ebenso eine Montierung. Wie viel Ersparnis an Aufwand/Hemmschwelle siehst du in der Praxis beim Aufbau im Vergleich zwischen deinem Teleskop und solchen Ferngläsern bei deiner Art der Benutzung?
Wie ließe sich der Aufwand mit deinem jetzigen Teleskop verringern, so dass du mehr ein Grab&Go-Setup erlangst?
 
Hallo Florian,

es wäre wirklich eine Überlegung wert, dein Teleskop zu behalten und ein gutes Fernglas für die freihändige Beobachtung dazu zu erwerben. Hier wären z.B. die 8x40 Ferngläser eine gute Lösung, die auch am Tag sehr gut nutzbar sind. Je nachdem, wie ruhig du es halten kannst, könntest du auch über ein 10x50 nachdenken, aber das muss man freihändig schon probieren. Bei diesen Gläsern kann man richtig Geld investieren, aber aus meiner Sicht lohnt es sich eher, 1000+ Euro in ein gutes 8x40 zu stecken als in ein mittelmäßiges 20x80 oder etwas in der Richtung.

Gruß

Carsten
 

Sowas zB?
Wiegt Alles zusammen inkl Prisma und Okular etwa 6kg. Wenn das Morphes nächste Woche noch durch das APM Super Zoom ersetzt wird brauch ich auch keine 3 zusätzlichen Okulare mehr mitnehmen.
IMG_20220611_204432.jpg
IMG_20220611_204241.jpg


LG
Olli
 
Moin,

Wie viel Ersparnis an Aufwand/Hemmschwelle siehst du in der Praxis beim Aufbau im Vergleich zwischen deinem Teleskop und solchen Ferngläsern bei deiner Art der Benutzung?
Na ja, um das Fernglas festzuschreiben, brauchts halt eine Schraube. Das Teleskop muss mit allen Adaptern usw. zusammengesetzt werden, Okulare auspacken einsetzen usw. Klar, das dauert auch nicht ewig, aber schon deutlich länger und ist halt viel Gefummel und auch zusammengebaut deutlich fragiler als ein kompaktes Gerät.

ein gutes Fernglas für die freihändige Beobachtung dazu zu erwerben. Hier wären z.B. die 8x40 Ferngläser
Hab schon ein Nikon E 8x30. Da ist also alles gut ;)

aus meiner Sicht lohnt es sich eher, 1000+ Euro in ein gutes 8x40 zu stecken als in ein mittelmäßiges 20x80 oder etwas in der Richtung.
So viel Geld habe ich nicht mal ansatzweise zur Verfügung :D

Sowas zB?
Wiegt Alles zusammen inkl Prisma und Okular etwa 6kg
Möchte eigentlich ohne Stativ bei maximal 3kg bleiben. Beim Scopos wiegt das Objektiv alleine knapp 1kg.

Der wichtigste Faktor ist also tatsächlich Schnelligkeit. Koffer auf, mit einer Schraube am Stativ festmachen, fertig. Das ist mit dem Scopos Setup (explizit für mich ;) ) nicht drin. Einfach zu viele Teile und insgesamt auch für Aufbau und meine Montierung etwas zu schwer. Aber das mag bei anderen anders sein.

Gruß
Florian
 
Ich hatte meine "kleineren" Ferngläser, also bis 100mm geradesichtig, immer komplett montiert auf dem Stativ rumstehen und hab das ganze Geraffels an einem Stück raus - und reingetragen.
Dadurch muss man dann gar nichts mehr zusammenbauen und kann sofort loslegen zu Beobachten.
Bei einem 60mm oder 80mm Glas ist das völlig unproblematisch

Grüße Jochen
 
Hi Jochen,

ja, so denke ich mir das auch. Aber das geht, zumindest in meiner Wohnsituation, nur mit einem kompakten Gerät, das nicht aus diversen Einzelteilen zusammengesetzt ist bzw. werden muss und zudem am besten unter 3kg wiegt.

Daher der Tausch von Scopos zu Fernglas. Weiterer Grund ist natürlich auch, dass letzteres in den o.g. Fällen günstiger ist als das Teleskop-Setup, für das ich mich finanziell schon ein wenig übernommen hatte.

Gruß
 
Möchte eigentlich ohne Stativ bei maximal 3kg bleiben. Beim Scopos wiegt das Objektiv alleine knapp 1kg.
Genau das hab ich da ja, 3kg Apo+Prisma+Okular, und dann nochmal 3kg Stativ mit Neiger, also 6kg für ALLES.
Der wichtigste Faktor ist also tatsächlich Schnelligkeit. Koffer auf, mit einer Schraube am Stativ festmachen, fertig. Das ist mit dem Scopos Setup (explizit für mich ;) ) nicht drin.
Exakt so funktioniert mein Setup auf dem Bild.

LG
Olli
 
Zu dem Miyauchi - ich hab das 15x60, das ist ein Lüttchen, und funzt auch bei 22x locker auf dem 3er-Gitzo mit Videoneiger, wiegt ja weniger als das sonst thronende DiaScope. Aber wenn du unter 3kg bleiben willst, vergiss das 100er, das ist schon ein Brocken - allerdings im AB-Vergleich mit dem 15er sieht dieses bei Flächenobjekten wie z.B. M27 keine Sonne. Mit dem 15er ist 'da was', mit dem 100er ist klar die Form erkennbar, und deutlich heller. Ja, das 100er hat auch bisschen Farbe, na und? Auch nach 19Jahren fasst es sich immer noch toll an, nix ist porös oder wackelt. Aber es will montiert sein, weißt du ja - meins sitzt ganz solide im FG-Schwerpunkt mit seinem abklappbaren Zapfen in der ICS-Hülse, kompakter geht es nicht. Und auch kaum schwingungsärmer - das APM100 schaukelt in der Gabel schon bei 44x wie ein Lämmerschwanz, zeigt aber natürlich dann auch z.B. einen echt tollen Vollmond im 1,5°-Feld mit den 84°-Okus. Das ist halt die Downside des Miyau, die 20x haben ein vgw. enges Feld, was sich aber ohne Vergleich mit WW doch recht brauchbar und einblickskonform zeigt. Die 37x sind die gleichen wie die 22x am 15x60, nur andere Steckhülse, WW-ähnlichem Feld, aber mit merklich weniger AP-Abstand (Brille kann man vergessen). Ist eben ein Klassiker mit der Technik seiner Zeit, spaziert aber immer noch unbeeindruckt durch's Sternenmeer.

csm
 
Für den Fall dass es ein Geradesicht-FG wird: siehst du für deine Situation und Beobachtungsort es kommen, dass du zwar schneller aufbaust, aber auch schneller wieder abbaust weil dir dein Nacken schmerzt im Zenit? Oder ist das Thema der Haltung bereits bequem gelöst mit passender Sitzgelegenheit?
 
1667028078967.jpeg
Hi!

Ich bin da ganz bei Olli: Du wirst mit einem Großfernglas kaum schneller sein.

Ich habe ja auch einen ED80, auf Porta-Montierung:
  • Stativ aufbauen: Genauso schnell wie beim Fernglas, nur dass ich ggf noch die Stativablage einclipse
  • Montierung aufs Stativ setzen: Prinzipiell kann ich sie drauf lassen, ansonsten ist es zugegeben eine Schraube mehr – durch die GP-Aufnahme am Stativ sitzt sie aber schneller als ein Kugelkopf, bei dem ich erst das Gewinde zum Aufschauben treffen muss.
  • Teleskop draufsetzen: Schnellklemmung für die Prismenschiene, also nur eine Schraube anziehen. Das geht tatsächlich schneller, als mit einem unhandlichen Großfernglas das kleine Fotogewinde zu treffen.
  • Übersichtsokular und Zenitspiegel sind bei mir als Einheit im Koffer, also auch nur eine weitere Schraube. Auch ein Bino-Ansatz kann mit Okularen am Stück gelagert werden.
Zumindest mit dem Miyauchi bist du nicht schneller oder kompakter – vor allem, wenn der Koffer so dämlich ist wie bei unserem 20+40x100 Omegon: Das passt nur mit den höhervergrößernden Okularen in den Koffer; vor dem ersten Beobachten und beim wieder einpacken müssen also erst beide Okulare getauscht werden.

Und 100er Großfernglas mit entsprechender Montierung schaut dann so aus:
Morpheus-Nightstar.jpg

Das ist massiver als der ED80. Bei der Gabel haben wir die Befestigungsschrauben übrigens durch eine Prismenklemme ersetzt, weil die Schrauberei aufwändig war und es so besser austariert werden kann.

Zeitlich ist es bis zur ersten Beobachtung kein großer Unterschied zum ED80; auch nicht, als ich ihn ganz zu Beginn noch auf einem Zweiwege-Neiger genutzt hatte.

Fujinon-P1270236.jpg
Aus deiner Liste würde ich wohl das Fujinon nehmen – im Verein haben wir ein Fujinon 16x70 wohl aus den 90ern, schwer, aber robust und immer noch gut. Braucht halt auch ein gutes Stativ drunter, die Nebelfilter von deinem wären ein Bonus. Wir haben das Astro&Nature-Stativ von Baader drunter, oder uralte Holzstative, die aber weniger stabil sind.

Alternativ das kleinere Miyauchi, wegen Schrägeinblick und weil ich das schon haben wollte, als ich es zum ersten Mal im Intercon-Katalog gesehen hatte ;)

Mein eigener Fernglasfavorit ist übrigens das nicht mehr verfügbare Celestron Cometron 12x70, weil ich das noch freihand recht gut halten kann.

Von daher will ich dir das Fernglas gewiss nicht ausreden – aber Schnelligkeitsvorteil, den du dir erhoffst, liegt beim Großfernglas im Sekundenbereich (außer, du zerlegst das Teleskop immer komplett – aber dafür gibt es keinen Grund). Psychologisch mag es was anderes sein;)

Beste Grüße,
Alex
 
Hmm... Recht habt ihr natürlich auch.
Vielleicht liegt es auch daran :)
Irgendwie stresst mich dieses ganze zusammengeschraubte Zeug immer: Adapter, Spiegel, ggf. GWK, Bino, Okulare. Aber das ist dann halt sehr subjektiv.

Das große Miyauchi ist raus. Zu teuer und unhandlich.

Es sind genau die zwei Geräte, die du, Alex, erwähnst, die mich reizen. Das kleine Miyauchi und das Fujinon. Haben irgendwie auch Klassiker-Bonus. Muss mal schauen, aber da auch beide Geräte zusammen preislich unter dem Teleskop plus Zubehör bleiben, bin ich da entspannt.

@Kerste Wie verhält es sich denn mit dem Augenabstand bei dem Fuji? Kannst du da was zu sagen.

Gruß
Florian
 
Finanzielle Gratwanderungen zu machen würde mich zu sehr stressen. Lieber länger sparen und dann etwas fundiertes erwerben, was man langfristig gesehen wohl nicht wieder zu Geld machen muss.
Für die spontanen kurzfristigen Beobachtungen schlage ich vor dass du das Maximum aus deinem Nikon ausreizt:
- Montierung auf vorhandenem Stativ
- alternativ DIY-Monopod/Stütze bzw. Schulterstativ
- DIY-Bino-Bandit (oder doch das Original?)
- bei Bedarf für die kalte Jahreszeit etwas gegen beschlagene Oberflächen dazu (kleines Heizband+Powerbank, XYZ, ...)
 
Hi!

Ja, man ist nicht unbedingt immer mit der logischsten Lösung am glücklichsten, kann ich nachvollziehen ;)

Wir haben im Verein ja ein 16x70-Fuji ohne Möglichkeit für Filter, also ein anderes Modell. Aber mit dem Augenabstand hatte ich keine Probleme, wobei ich auch nicht mit Brille beobachte. Die Einzelokularfokussierung finde ich immer etwas störend, ist bei Astro und wenn nur man selbst beobachtet kein Problem und trägt zur Stabilität bei – und man muss bei Astro ja nur einmal auf unendlich fokussieren.

Ich würde wohl das Miyauchi bevorzugen, wegen dem Schrägeinblick. Auch wenn dann noch ein Leuchtpunktsucher dran muss. (Den habe ich bei der APM-Gabel von unserem 100er auch nachgerüstet: Bei 20x und Schrägeinblick ist es schwer, Ziele zu finden, auch wenn unseres ein Nexus PushTo-System hat – aber auch da muss man erst mal die Referenzsterne finden.)

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Florian,

Diese Anforderungen sind mir gut bekannt. Ich habe das APM 20x70mm gekauft, (mittlerweile 750€, 2,1kg) und bin optisch damit sehr zufrieden.

IMG_20221029_114709  n.jpg
IMG_20221029_114735  n.jpg


Allerdings: der gerade Einblick ist ab 45° höhe immer unangenehmer, alles was auf oder unter der Ekliptik ist geht gut.
Wichtig ist (wie immer) das Stativ. Durch den geraden Einblick sollte es weit ausziehbar sein.
Wenn es einigermaßen leicht und geringem Packmaß sein soll, kostet das nochmal. Bei 20x reicht ein einfach Videoneiger.
Wenn man weiter pimpen will: den Bino-Bandit kann ich auch nur empfehlen und
vor allem: die Verbindung Fernglas - Staitiv ist mit dem im Link auch abgebildeten Fotostativadapter (20€) für Ferngläser ein Zumutung,
das ist nicht fest zu bekommen. Der Fernglashalter von Farpoint (90€) ist etwas besser und man kann einen Sucher nutzen, aber der Hit ist es auch noch nicht.
(hat wer Empfehlungen?)

VG - Frank


 
Der von Berlebach ist ganz geil und easy to use. Hab da aber nur Erfahrung mit normalen Ferngläsern a la 10x42.
Keine Ahnung wie der mit den Großen ist.

LG
Olli
 
Ah, danke für die Info
 
Hallo Frank,

das Glas ist natürlich schön.
Ein hoch ausziehbares und leichtes Stativ habe ich schon, mit Mittelsäule. Der Neiger, den ich habe ist nicht der Hit, geht aber erst mal.

Dass Zenit damit schwierig wird, ist klar. Aber zu bestimmten Zeiten kommen die meisten Objekte ja auch mal in angenehme Höhe. Da bin ich pragmatisch.

Das Fujinon geht ja in eine ähnliche Richtung.

Gruß
Florian
 
Mahlzeit allerseits,

Ich nutze das Fujinon 16x70 (altes Modell) auf dem Berlebach Fernglashalter. Das Gummiband lässt sich so arretieren dass das Glas mehr oder weniger unverrückbar an Ort und Stelle bleibt. Bei 90° gibt es ein klein wenig nach. Und selbst in dieser Stellung hätte ich keine Bedenken.

Das ganze ist montiert auf einer Berlebach 520/V Montierung. Kostengünstiger und stabiler geht es meiner Meinung nach nicht.
Alternativ benutze ich noch einen Berlebach Fernglashalter flex. Ein Prototyp des erhältlichen Berlebach deluxe Fernglashalters. Als weiteres eine Parallelogramm - Montierung.

Übrigens zum Thema geradesicht Fernglas.
Dass ein entsprechendes Stativ mit Mittelsäule und entsprechender Höhe verwendet werden sollte ist selbsterklärend. Es gibt immer eine Möglichkeit die Beobachtung halbwegs angenehm auszuführen. Mit Pausen dazwischen etc.
Also auch bei ungünstigen Höhen.
Fragt mal einen Extrem - Bergsteiger ob er einen Achttausender noch besteigen würde wenn er den Berg gar nicht besteigen müsste.

Gruß

Mike
 
Außerdem ist insb. bei größeren/ schweren Gläsern mein Vertrauen in das Gummiband doch begrenzt.
Nunja, ich habe mir eine Multifunktions-Platte von CAMVATE und zwei Zurrgurte von FixPlus geschnappt. Die vorgefertigten Löcher im Zurrgurt passen perfekt um ohne in das Material zu schneiden die typischen Kamera-Gewinde-Schrauben hindurchzuführen. Die Platte selbst bietet diverse Anbaumöglichkeiten. Der gesamte Foto/Video-Bereich hat tolles Zubehör. Das fertige Ding von Berlebach ist in meinen Augen zwar nett, aber nicht so recht preiswert wie ich finde.
Außerdem: die Schnellwechselplatten aus dem Bereich Video sind tatsächlich schnell. Fernglas auf die zwei Zurrgurte spannen ist eine Sache von Sekunden.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin,

jetzt komme ich natürlich doch wieder ins grübeln. Der Scopos ist immer noch da, weil wenig Interesse besteht. Zudem bin ich von dem Miyauchi nur so mittelmäßig über zeugt. Kriege am Montag noch die passenden 30x Okulare, aber ob die was ändern, bezweifle ich eher.

Also kommt doch die Idee auf, den Scopos zu behalten. (Ich weiß, haben die meisten eh geraten ;) )

Wiegt Alles zusammen inkl Prisma und Okular etwa 6kg
Da ich den Scopos dann auch für Natur nutzen würde, wäre ein 45° Amici angesagt. Wie schlägt sich das denn mit Bino und auch bei etwas höheren Vergrößerungen? Da ist irgendwann bauartbedingt Schluss oder?

Gruß
Florian
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben