Ursus corpulentus
Aktives Mitglied
Liebe Altglassammler,
die Realität ist grausam.
Irgendwann werden alle (!) alten Teleskope einfach weg sein und entweder in irgendeiner Sammlung verstauben - oder auf dem Wertstoffhof vor sich hin oxidieren.
Punkt.
Doch wann genau dieser Punkt erreicht sein wird, weiß kein Mensch (Nicht mal die vom Forum "Astronomie alternativ" - und DAS sind die richtig cleveren Jungs hier!).
Die Devise heißt deswegen: Man muss an die Zukunft denken!
Und aus diesem Grund habe ich mir letztes Wochenende einen seehr l a n g s a m e n alten japanischen Refraktor gekauft (noch einen
).

Wer genau das Instrument gebaut hat, ist noch nicht endgültig raus. Vermutlich ist es ein PALOMAR 75/1200, f/16. Leider ist das Typenschild nicht mehr auf dem OAZ.
Über schlüssige Hinweise diesbezüglich wäre ich sehr dankbar ! (@Michael Aaron ; @hasebergen )
Insgesamt ein schöner und sehr wertiger Klassiker. Alles ist aus Metal, Manches sogar aus dem Vollen gearbeitet, wie es scheint. Die Montierung ist sehr schwer und massiv gebaut und komplett plastikfrei. Wie geil!

Leider sieht es so aus, als ob sie nicht ganz komplett wäre. Eine Aufnahme (- eine Art Bügel aus blankem Metall, rechts unter dem unteren "Achsschenkel" Richtung Ausgleichsgewicht) ist "leer". Es könnte sein, dass da die Motorisierung dran hing ... keine Ahnung. Auch war die Montierung offensichtlich schon mal offen - die schönen alten Kreuzschlitzschrauben des Deckels sind furchtbar versaut - hoffentlich sind die metrisch! Wobei ich mir angesichts ihres Baujahrs wenig Hoffnung mache.
Der Okularauszug ist traditionelle japanische Hausmannskost aus der Zeit, einfach und solide gefertigt aus hochwertigen Materialien (- alles im Lichte der damaligen Zeit; ja Leute, ich weiß, dass wir heute weiter sind. Aber ich bin schliesslich Teleskopiker).

Der Burner hingegen ist der Sucher (der im Englischen ja finder, also "Finder" heißt, was so viel schöner und positiver klingt, als im Deutschen ... doch ich schweife ab). Und dieser Sucher ist an sich schon ein hochwertiges, kleines und sogar fokussierbares Fernrohr mit Luftspalt-Objektiv!

Seine Montage unterstreicht die hohe Qualität der ganzen Konstruktion!
Die Hauptoptik ist ein unvergüteter Achromat mit Luftspalt, die Taukappe verbogen.

(Aber nur ein bisschen. Und der Fotograf sollte zum Friseur ...)
Er stand quasi bei mir "um die Ecke" am Hochrhein (- dachte ich; aber das ziiieeehhhht sich!) und war einige Wochen für zu viel Geld in den Kleinanzeigen angeboten - was aber keine böse Absicht seitens des Verkäufers, sondern seiner Unwissenheit geschuldet war. Der Erbauer sei unklar, hieß es weiter. Nach einigen Wochen wurde der Preis um mehr als die Hälfte reduziert und als sein offizieller Vater die Firma PALOMAR ausgerufen - woraufhin ein einschlägig bekannter Teleskopiker aus Südbaden nicht mehr schlafen konnte.
Dabei dachte ich, ich sei viel zu langsam gewesen und hatte das Teil innerlich schon abgehakt. Und mit meiner Therapeutin besprochen.

Dann, nach weiteren Tagen, als das Ding noch immer drinstand, schrieb ich eine freundliche Mail und siehe da: er war noch da, der Verkäufer (wie so oft bei so Aktionen) ein unglaublich freundlicher Mensch, der sein eigenes Bier braut, und der Urs um einen schönen alten Behälter für Eßstäbchen reicher.
Ganz klar: Win-Win.
Schöne Grüße,
Urs
P. S. Hat noch jemand ein paar alte Zollschrauben in der "Hurenkiste" 'rumfahren?
die Realität ist grausam.
Irgendwann werden alle (!) alten Teleskope einfach weg sein und entweder in irgendeiner Sammlung verstauben - oder auf dem Wertstoffhof vor sich hin oxidieren.
Punkt.
Doch wann genau dieser Punkt erreicht sein wird, weiß kein Mensch (Nicht mal die vom Forum "Astronomie alternativ" - und DAS sind die richtig cleveren Jungs hier!).
Die Devise heißt deswegen: Man muss an die Zukunft denken!
Und aus diesem Grund habe ich mir letztes Wochenende einen seehr l a n g s a m e n alten japanischen Refraktor gekauft (noch einen

Wer genau das Instrument gebaut hat, ist noch nicht endgültig raus. Vermutlich ist es ein PALOMAR 75/1200, f/16. Leider ist das Typenschild nicht mehr auf dem OAZ.
Über schlüssige Hinweise diesbezüglich wäre ich sehr dankbar ! (@Michael Aaron ; @hasebergen )
Insgesamt ein schöner und sehr wertiger Klassiker. Alles ist aus Metal, Manches sogar aus dem Vollen gearbeitet, wie es scheint. Die Montierung ist sehr schwer und massiv gebaut und komplett plastikfrei. Wie geil!

Leider sieht es so aus, als ob sie nicht ganz komplett wäre. Eine Aufnahme (- eine Art Bügel aus blankem Metall, rechts unter dem unteren "Achsschenkel" Richtung Ausgleichsgewicht) ist "leer". Es könnte sein, dass da die Motorisierung dran hing ... keine Ahnung. Auch war die Montierung offensichtlich schon mal offen - die schönen alten Kreuzschlitzschrauben des Deckels sind furchtbar versaut - hoffentlich sind die metrisch! Wobei ich mir angesichts ihres Baujahrs wenig Hoffnung mache.
Der Okularauszug ist traditionelle japanische Hausmannskost aus der Zeit, einfach und solide gefertigt aus hochwertigen Materialien (- alles im Lichte der damaligen Zeit; ja Leute, ich weiß, dass wir heute weiter sind. Aber ich bin schliesslich Teleskopiker).

Der Burner hingegen ist der Sucher (der im Englischen ja finder, also "Finder" heißt, was so viel schöner und positiver klingt, als im Deutschen ... doch ich schweife ab). Und dieser Sucher ist an sich schon ein hochwertiges, kleines und sogar fokussierbares Fernrohr mit Luftspalt-Objektiv!

Seine Montage unterstreicht die hohe Qualität der ganzen Konstruktion!
Die Hauptoptik ist ein unvergüteter Achromat mit Luftspalt, die Taukappe verbogen.

(Aber nur ein bisschen. Und der Fotograf sollte zum Friseur ...)
Er stand quasi bei mir "um die Ecke" am Hochrhein (- dachte ich; aber das ziiieeehhhht sich!) und war einige Wochen für zu viel Geld in den Kleinanzeigen angeboten - was aber keine böse Absicht seitens des Verkäufers, sondern seiner Unwissenheit geschuldet war. Der Erbauer sei unklar, hieß es weiter. Nach einigen Wochen wurde der Preis um mehr als die Hälfte reduziert und als sein offizieller Vater die Firma PALOMAR ausgerufen - woraufhin ein einschlägig bekannter Teleskopiker aus Südbaden nicht mehr schlafen konnte.
Dabei dachte ich, ich sei viel zu langsam gewesen und hatte das Teil innerlich schon abgehakt. Und mit meiner Therapeutin besprochen.

Dann, nach weiteren Tagen, als das Ding noch immer drinstand, schrieb ich eine freundliche Mail und siehe da: er war noch da, der Verkäufer (wie so oft bei so Aktionen) ein unglaublich freundlicher Mensch, der sein eigenes Bier braut, und der Urs um einen schönen alten Behälter für Eßstäbchen reicher.
Ganz klar: Win-Win.
Schöne Grüße,
Urs
P. S. Hat noch jemand ein paar alte Zollschrauben in der "Hurenkiste" 'rumfahren?
Zuletzt bearbeitet:


