Re: Komakompensierendes Okular: Klee`s 28mm Pretoria
Hallo Leute,
und wieder einmal wird euch hier Mist erzählt.
Die Hoffnung das Problem in einem Forum aufzuklären habe ich verloren,
das klappte schon vor Jahren nicht, weder hier noch bei CN.
Aber für alle die versuchen wollen es zu verstehen und dabei
nicht davor zurückscheuen auch mal einen Link anzuklicken
oder gar in einem Buch zu lesen versuche ich es trotzdem.
Koma ist eine off-axis Aberration. Sie tritt also abseits der
optischen Achse auf. Wöhrend ein Parabolspiegel paralleles Licht
welches parallel zur optischen Achse einfällt perfekt auf einen Punkt
bündeln kann schafft der Parabolspiegel dies nicht bei Licht
welches in einem Winkel zur optscischen achse einfällt.
Siehe dazu folgende Seite:
http://www.telescope-optics.net/coma.htm
Und auf der Seite dann folgende Abbilduubng:
http://www.telescope-optics.net/images/11d.PNG
In blau das Strahlendurchstoßdiagramm und in weiß das was
daraus Aufgrund der Beugungsphenomene wird und was man dann
am Okular sehen kann.
Wenn man nun die (off-axis) Koma kompensieren will,
dann kann man das tun indem man ein optisches Element einfügt
welches die gleiche Summe Koma aber mit dem umgekehrten Vorzeichen addiert.
Die Gesamtsumme für die Koma von Parabolspiegel und koma-
kompensierendem Linsenelement beträgt Null.
Genau das macht ein Komakorrektor.
Da tut auch eine komakorrigierende University Optics Klee Barlow.
Und das tut ein komakompensierendes Pretoria Okular.
Aber ein Nagler Okular tut das nicht.
Was würde geschehen wenn man ein komakorrigierdendes Element
an einem komafreien Teleskop wie etwa einem lichtstarken Apochromat
wie etwa einem Takahashu FSQ einsetzen würde? Dessen Gesamtsumme für Koma ist ja schon Null.
Die Gesamtsumme der Koma wäre nicht mehr Null.
Es würde sich nun Koma abseits der Achse zeigen,
und zwar mit umgekehrtem Vorzeichen.
Der Komaschweif würde nicht wie beim Parabolspiegel ohne Korrektor
nach außen zeigen, sondern beim FSQ + Komakorrektor nach innen.
Wäre das Nagler tatsächlich komakompensierend dann würde es Koma
an einem komafreien Teleskop einführen. In dem Fall würde
das Komaschweifchen nach innen zeigen.
Warun zeigt das Nagler denn dann an einem lichtstarken Newton
eine bessere Randabbildung als ein althergebrachtes Weitwinkelokular
wie ein Erfle?
Das Erfle Okular reagiert auf die schräg einfallenden of-axis Strahlenbündel
mit starkem
Astigmatismus.
Siehe dazu das Buch
Rutten/vanVenrooij: Telescope optics. Fig. 16:18
Dieser Astigmatismus degradiert die of-axis Abbildung weit stärker
als es die Koma des Spiegels tut.
Das Nagler zeigt aber selbst an einem lichtstarken Teleskop
wie f/5 nur einen recht geringen Astigmatismus.
Deshalb fällt die Abbildung der Kombination f/6 Parabolspiegel + Nagler
wesentlich besser aus als die Kombination f/6 Parabolspiegel + Erfle
Vergleiche dazu die Abbildungen Fig. 16:24 oben und 16:26 oben
im Buch Telescope Optics.
Die Kombination mit dem Nagler zeigt sehr schön die Koma,
die Kombination mit dem Erfle einen fetten Matschfleck.
CS,Karsten