NGC 1499 mit H-beta 5,5nm am Vorstadthimmel?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Korrektur zu meinem Post #28: Jiri's Zeichnung zeigt die Region östlich, nicht westlich des Rosettennebels. Das passiert mir immer noch ständig, diese Ost-West-Vertauschung ...
Christopher
 
Hallo Peter,
hallo in die Runde,

Hi Claus,

ich will schon lange mal den Pferdekopfnebel erhaschen (Traum meiner Kindheit ;) ). Bisher nicht geschafft.

Man darf sich mM nicht von den positiven Berichten täuschen lassen. Der ist echt schwierig.
Diese Beobachter haben entweder einen super Himmel, einen Riesenspiegel und/oder super Beobachtungsfähigkeiten.

Jedenfalls habe ich ihn bisher mit dem Astronomik H-Beta Filter weder in meinem 20 Zöller geschweige denn im 12 Zöller gesehen.
Allerdings unter Vorstadthimmel und ohne besondere Beobachtungsvorkehrungen oder Fähigkeiten.

mittlerweile nenne ich den Astronomik H-Beta-Filter mein Eigen. Gestern habe ich zum zweiten Mal versucht, den Pferdekopfnebel mit dem 12-Zöller zu beobachten.

Erst einmal war komplett Fehlanzeige. Dann nach langem indirekten Sehen und Schwenks des Dobson konnte ich ganz schwach die Nebelbank IC 434 ausmachen, das Ganze bei 50-facher Vergrößerung und mit dem Filter (UHC reichte nicht, 75-fach ließ den Nebel verschwinden). Ich habe lange hingesehen und auch Veränderungen in der Transparenz abgewartet. Von Barnard 33 als Ausbuchtung war leider nie etwas zu sehen.

Beobachtet habe ich unter ländlichen Bedingungen bei fst ca. 5 mag und durchschnittlicher Transparenz. Ich werde es demnächst noch einmal bei hoffentlich besseren Bedingungen versuchen.

Der Californianebel hingegen war recht einfach, obwohl die Bedingungen in der Nacht (andere Beobachtungsnacht) wirklich schlecht waren. Der Nebel war über die komplette Länge, wenn auch schwach und strukturlos, erkennnbar.

M42/M43 zeigte mit dem H-Beta-Filter ein etwas anderes Bild als sonst. M43 konnte ich mit dem H-Beta erstmals kommaförmig wie auf Fotos sehen. Mit den übrigen Objekten wie Lower's Nebula, Barnards Loop usw. hatte ich noch kein Glück bzw. habe es noch nicht ausreichend probiert.

Ich halte euch über meine Erfahrungen mit dem H-Beta-Filter auf dem Laufenden!

Viele Grüße

Claus
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ronny,

Hallo Claus,

die meisten H-Beta-Objekte sind ja eher in sternreicher Gegend, da finde ich es nicht so schlimm, wenn die Sterne stärker unterdrückt werden.

Mein Himmel ist mit Bortle 5 bis 6 vermutlich etwas heller als bei dir. Im direkten Vergleich fand ich den 5,5nm H-Beta bis jetzt eigentlich bei allen H-Beta-Objekten merklich besser als den 12nm Filter.

Zumindest bei meinen Himmel würde sich der Aufpreis zum engeren Filter auf jeden Fall lohnen. Ob das bei Bortle 4 auch noch so ist, kann ich nicht beurteilen.

den Astronomik H-Beta-Filter habe ich jetzt in zwei Nächten testen können und muss sagen, dass ich - auch wenn mir der direkte Vergleich fehlt - nun doch froh bin, keinen engbandigeren Filter genommen zu haben.

Ich finde, dass schon dieser 12-nm-Filter den Hintergrund bereits störend abdunkelt, wie übrigens auch der OIII, der ja die gleiche Halbwertsbreite hat. Mag sein, dass die Kontrastwirkung beim Baader usw. noch besser ist. Aber m. E. leidet der Gesamteindruck durch die Abdunkelung ziemlich.

Ich spreche hier vom 12-Zöller, 1500 mm Brennweite, mit einem 30-mm-Okular. Beobachtet habe ich bei fst ca. 5 mag und durchschnittlicher Transparenz. Ich werde sehen, wie meine Langzeiterfahrungen sind!

Viele Grüße

Claus
 
Zuletzt bearbeitet:
Den Kaliforniennebel begegnete ich gestern wärend meiner Streifzüge, neben den anderen DSOs auf meiner Liste.
Fernglas 10.5x70 (BA8), Baader H-beta 5,5nm (CMOS optimiert) in den Augenmuscheln des Fernglases befestigt.
Wieder einmal musste ich mich dessen bewusst werden, wie lang sich dieser Nebel erstreckt. Der Nebel wirkt durch die sehr schmalbandigen H-beta Filter richtig beeindruckend.

Sonst war der späte Abend unter dem Nachthimmel den OIII Objekten gewidmet.

Für mich war es jetzt ein Start in mein Astronomiejahr 2023, nach einer langen, wetter(unwetter)bedingten Pause, die sich wohl insbesondere in Nordbayern in die Länge streckte.

Liebe Grüße,
Jiri
 
Hallo Claus,

ich finde es interessant, daß ein abgedunkelter Himmel bei der Nebelbeobachtung als störend empfunden wird. Ich denke, ein solcher Filter wird jenen Beobachtern Nutzen bringen, die wirklich ausschliesslich den Nebel sehen wollen ohne ästhetische Sternfelder drumherum. Ich bin immer sehr dafür, ein Objekt möglichst in einem ästhetischen ansprechenden Sternfeld, idealerweise mit kontrastierenden blauen und roten Sternen, zu sehen.

Aber bei den galaktischen Nebeln verabschiede ich mich gänzlich davon und suche stattdessen einen möglichst hohen Kontrast zum Himmelshintergrund - der folglich idealerweise gerade noch hell genug sein sollte, um zwecks Orientierung den Feldrand zu sehen. Wenn das Feld heller als dieses Kriterium ist, werde ich unruhig und sinniere über noch engere Filter nach. Das ist beim Baader 5,5nm H-Beta nicht der Fall, da finde ich die Balance zwischen Objekthelligkeit und Hintergrunddunkelheit unter 6mag Landhimmel sehr ästhetisch.

Unter aufgehelltem Vorstadthimmel geht noch was. Bei Chroma gibt es ein 3nm H-Beta Filter - wenn eins erschwinglich daher käme, wäre ich dabei, 5,5nm H-Beta muß nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Gruß, Christopher
 
H-beta Filter (1,25") in meinem Zubehör für die Ferngläser:
Astronomik 12nm (Paar), Astronomik "stack" 10nm (1), Baader 5,5nm CMOS-optimiert (paar)

OIII Filter (1,25") in meinem Zubehör für die Ferngläser:
Astronomik 12nm (1 - es war ein Paar, der zweite liegt irgendwo im Garten), Baader visual 10nm (Paar), Astrodon 5nm (1), Astrodon 3nm (1)

Zusammen mit den 2" Filtern für die großen Astronomieokulare, und mit den UHC Filtern, und mit den weiteren Spezialfiltern für die anderen Nebel, wie für die Reflexionsnebel, Molekülwolken und IFN, sind es momentan etwa 20 Filter.

Es gibt auch weitere H-beta und OIII Filter in meiner Sammlung, die ich mehr oder weniger als Sammelstücke zunächst behalte. Aber diese zählen nicht zu den 20.

Die breitbandigen (12nm) Filter und die UHC Filter erzielen nicht den hohen Kontrast. Jedoch, sie machen einen Sinn, wenn neben der Linienemission auch das spektrale Kontinuum der Molekülwolken, die einen diffusen Nebel hin und wieder begleiten, zu der gesamten Sichtbarkeit des Nebels beitragen. So ist es zum Beispiel bei dem "Running Man Nebula" in Orion, der Fall.

Und die extrem schmalbandigen Filter machen viele Nebel zunächst überhaupt erkennbar, und darüber hinaus, mit kleinen Optiken, wozu man sonst große Dobs einsetzen würde.

Liebe Grüße,
Jiri
 
Astronomik 12nm (1 - es war ein Paar, der zweite liegt irgendwo im Garten), Baader visual 10nm (Paar), Astrodon 5nm (1), Astrodon 3nm (1)
........
Die breitbandigen (12nm) Filter und die UHC Filter erzielen nicht den hohen Kontrast. Jedoch, sie machen einen Sinn, wenn neben der Linienemission auch das spektrale Kontinuum der Molekülwolken, die einen diffusen Nebel hin und wieder begleiten, zu der gesamten Sichtbarkeit des Nebels beitragen. So ist es zum Beispiel bei dem "Running Man Nebula" in Orion, der Fall.
Beim 12nm "es war ein Paar" musste ich breit schmunzeln. Bei mir sind Stellschrauben und Okularkappen diesen Weg gegangen, ein Filter noch nicht.

Du sagst was Wahres bzgl. Mischnebel. Gerade gestern habe ich in einem 16-Zöller mit dem 5,5nm H-Beta überrascht gesehen, daß der Running Man mit H-Beta unterlegt ist. Es war auch im 10x70 Fernglas mit diesen Filtern zu erkennen bei FST >6.0.

Und der Flammennebel ist mit Restlichtverstärker plus H-Alpha Filter einer der hellsten am Himmel, müsste ergo auch in H-Beta strahlen.

CS, Christopher
 
Hallo Peter,
um die Wahrheit zu sagen kann ich nicht über Erfahrungen mit dem Pferdekopfnebel berichten. Dies liegt daran, dass ich kleine Öffnungen benutze und bei Linienfilternutzung gerne eine große Austrittspupille habe. Das reduziert z.B. bei 100mm Öffnung und 6mm Austrittspupille die Vergrößerung auf 16x. Das führt wiederum zu einer Vorliebe für große Objekte. Der Pferdekopf ist etwa 4x6 Bogenminuten klein, was nicht zu meinem Beuteschema passt.
Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe es noch nie versucht!
Gruß, Christopher
....geht unter dunklem Himmel tatsächlich mit 60mm Öffnung und Astronomik-H-beta-Filter...

CS,
Stefan
 
Hallo zusammen,

ich denke die Erkennbarkeit des Pferdekopfnebels hängt auch sehr stark von der Transparenz in der Atmosphäre ab. Schon ein wenig zu viel Wasserdampf verwischt den notwendigen Kontrast und der Nebel ist trotz H-Beta Filter nicht erkennbar. Ging mir auch schon verschiedene Male so.

Bei klarer Luft und ausreichend dunklem Himmel reicht ja schon eine relativ kleine Optik aus (siehe Stefan oben). Die Erkennbarkeit schwächster Sterne ist oft individuell sehr verschieden und nicht immer aussagekräftig genug für die Beschreibung der gerade vorherrschenden Bedingungen. Wenn ein Beobachter beispielsweise gerade so Sterne mit 5,5 mag erkennt, sieht ein anderer direkt daneben Sterne schwächer als 6,0 mag.

Viele Grüße
Werner
 
ich denke die Erkennbarkeit des Pferdekopfnebels hängt auch sehr stark von der Transparenz in der Atmosphäre ab. Schon ein wenig zu viel Wasserdampf verwischt den notwendigen Kontrast und der Nebel ist trotz H-Beta Filter nicht erkennbar. Ging mir auch schon verschiedene Male so.
ja, das ist auch mein Problem, trotz 20 Zöller, denke ich.
Hier am Bodensee ist die Luft selten sehr transparent und dann habe ich noch im Süden eine Lichtglocke.

Gruß
Peter
 
Hallo Christopher,

ich finde es interessant, daß ein abgedunkelter Himmel bei der Nebelbeobachtung als störend empfunden wird. Ich denke, ein solcher Filter wird jenen Beobachtern Nutzen bringen, die wirklich ausschliesslich den Nebel sehen wollen ohne ästhetische Sternfelder drumherum. [...]

Aber bei den galaktischen Nebeln verabschiede ich mich gänzlich davon und suche stattdessen einen möglichst hohen Kontrast zum Himmelshintergrund - der folglich idealerweise gerade noch hell genug sein sollte, um zwecks Orientierung den Feldrand zu sehen.

deine Ansicht kann ich schon nachvollziehen. Schließlich geht es ja im Zweifelsfall um das Erkennen oder Nicht-Erkennen eines galaktischen Nebels. Vielleicht hätte ich mit dem 5,5-nm-Filter von Baader am Pferdekopfnebel Erfolg gehabt, wohingegen mir mit dem Astronomik die Beobachtung nicht gelang.

Mir ging es beim oben Gesagten auch eher um das Kriterium der ästhetischen Bildwirkung, und die ist natürlich durch ein möglichst schönes Sternumfeld geprägt.

Wenn ich langfristig die gewünschten Objekte nicht erkennen kann, sollte ich meine Entscheidung noch einmal überdenken und vielleicht doch eher einen engbandigeren Filter nehmen. Wir werden sehen, ob sich der Astromomik unter den bei mir vorherrschenden Beobachtungsbedingungen als gute Wahl erweisen wird.

Viele Grüße

Claus
 
Lieber Claus,

offenbar habe ich deine Post #34 nicht genau genug gelesen: Ich habe gedacht, Du hättest den 12nm und den 5,5nm Filter verglichen und Dich dann für 12nm entschieden. Jetzt verstehe ich: beim Einstieg in die H-Beta Beobachtung ist es wirklich ein Verlust, daß die gewohnte Sternästhetik fehlt, ob 12nm oder 5,5nm. Das ist noch ausgeprägter als bei OIII, wo der Verlust der Sternfarben ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist.

Falls Du überhaupt bei H-Beta Beobachtung bleibst, kann ich nur empfehlen, 12nm und 5,5nm von Anfang an zu vergleichen. Sonst ärgerst Du Dich vielleicht später, daß Du jahrelang den Vorteil von 5,5nm - sofern unter Deinen Beobachtungsbedingungen und mit Deinen Augen vorhanden, es muß ja nicht sein - versäumt hast.

Es wäre für mich persönlich ein bißchen so, als ob ich jahrelang einen Achromaten benutze obwohl ich mir die ganze Zeit ein Apo leisten und den Gewinn hätte genießen können, dies aber gar nicht ausprobiert hätte. Es gab für mich einige solche Momente im Hobby: jahrelang mit Spektiven herumgemacht bevor ich mir ein gescheites Teleskop beschaffte; jahrelang mit alten mittelmäßig-schlechten Ferngläsern hantiert bevor ich mir den Stand der Technik leistete; ditto bei den Filtern.

CS, Christopher
 
Den von Christopher erwähnten 5,5nm hbeta Filter habe ich mir nach einer gemeinsamen Beobachtungsnacht am 13.2. im Odenwald bei Darmstadt (ca. 6mag fst) gleich besorgt. Die Transparenz war nicht optimal, dennoch konnte ich im 16"er mit 7mm AP den IC 434 deutlich und im Ansatz den Kopf (Teil von B33) erkennen (im 12nm Astronomik nicht). Bei meiner ersten Sichtung vor einem Jahr in Stumpertenrod (ca. 6,3mag fst) mit 12nm Astronomik Filter musste ich eine Weile suchen. Das lag aber überwiegend daran, dass ich kein Gefühl für die Größe und Lage des Objekts im Okular hatte.
 
Ein Forumsteilnehmer hat mich per PN gefragt, wie kleinere Austrittspupillen (AP) sich auf die H-Beta-Beobachtung auswirken. Das hatte ich bisher noch nie systematisch untersucht, da ich bei H-Beta immer gleich mit AP >6mm rangehe. Also nutzte ich eine der aktuellen Neumondnächte um dieser Frage nachzugehen. FST an meinem vorstädtischen Standort betrug >5m0. Ich konzentrierte mich auf den Kaliforniennebel.

Da ich kein Gerät mit 5mm AP habe stieg ich mit einem 10x42 Fernglas ein, d.h. bei 4,2mm AP. Mit dieser Austrittspupille waren die relativen Unterschiede zwischen den H-Beta Filtern (12nm, 8,5nm und 5,5nm Halbwertsbreite) so, wie ich sie hier mit 7mm AP berichtet habe. Durch die 5,5nm Filter gelang eine angenehme Beobachtung des Nebels in 2° Ausdehnung wie auf der Sternkarte – mit den anderen nur eine Ahnung des mittigen Teils des Kaliforniennebels, bestenfalls konnte ich die hellsten Nord- und Südränder des Nebels erfassen.

Dann zu 3mm AP (34x im 100mm Doppelteleskop). Jetzt zeigte der Astronomik 12nm gar nichts mehr, der Baader 8,5nm fast nichts. Der Baader 5.5nm zeigte ein für mich als Nebelliebhaber sehr interessantes Bild: die Nordostkante des Kaliforniennebels ganz isoliert als schmaler, gut abgegrenzter Nebelstreifen. Für mich sehr spannend, das so zu sehen – für die meisten vermutlich weniger interessant.

In Summe ist zu sagen, daß unter 5mag-Himmel bei 3mm AP langsam Schluß mit H-Beta ist, bei 4mm AP geht was, folglich wohl auch bei 5mm.

Die Austrittspupille ist das A und O. Die Öffnung der Optik an sich - ob 2 Zoll oder 16 Zoll - spielt bei ausgedehnten Nebeln keine Rolle, das kann man gar nicht oft genug betonen. Die kleinere Öffnung erlaubt eine bessere Einrahmung in größerem Feld. Die größere Öffnung erlaubt eine höhere Vergrößerung, die für kleine Objekte von Vorteil ist. Für den Kontrast zum Himmelshintergrund, worauf es bei galaktische Nebel entscheidend ankommt, spielt Öffnung an sich keine Rolle.

Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
In Summe ist zu sagen, daß unter 5mag-Himmel bei 3mm AP langsam Schluß mit H-Beta ist, bei 4mm AP geht was, folglich wohl auch bei 5mm.

Die Austrittspupille ist das A und O. Die Öffnung der Optik an sich - ob 2 Zoll oder 16 Zoll - spielt bei ausgedehnten Nebeln keine Rolle, das kann man gar nicht oft genug betonen. Die kleinere Öffnung erlaubt eine bessere Einrahmung in größerem Feld. Die größere Öffnung erlaubt eine höhere Vergrößerung, die für kleine Objekte von Vorteil ist. Für den Kontrast zum Himmelshintergrund, worauf es bei galaktische Nebel entscheidend ankommt, spielt Öffnung an sich keine Rolle.
Danke, spannendes und interessantes Resumee.

Uwe
 
Lieber Manne,

die Vergrößerung spielt tatasächlich für die Detektion oder Detailerkennbarkeit eine erhebliche Rolle. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass an diffusen flächigen Objekten eine scheinbare Größe im Okular (tatsächliche Winkelgröße x Vergrößerung) von 2° optimal sei, und mehr besser. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen.

7x50 begrenzt somit die Anzahl erreichbarer diffuser Nebel, 8x56 ebenso. Deshalb bin ich zu 10x70 gekommen. Da geht mehr, alle Objekte die noch in 5° Gesichtsfeld passen sind besser zu sehen als mit 7x. Besser wäre noch mehr Vergrößerung, aber das kann ich nicht mehr handgehalten mit voller AP betreiben (z.B. ein 14x100 Fernglas), da beginnt das Reich der Doppelteleskope und Mono-Teleskope. Wobei ab 3° Gesichtsfeld abwärts die wirklich großen Objekte, die ich am spannendsten finde, langsam herausfallen weil sie nicht mehr im Feld eingerahmt werden können.

Jiri Gardavsky benutzt ein 15x80 Fernglas mit Schulterstütze im Liegestuhl. Ungefähr dort, oder vielleicht mit einem leicht gebauten 20x100 mit Schulterstütze, ist Ende der Fahnenstange, wenn man kein Stativ aufbauen will.

Was die Menge der Objekte betrifft, redet Jiri von mehreren Hundert. Ich werde ihn jetzt bitten, das hier ein wenig auszuführen. Da weiss er mehr als ich.

Gruss, Christopher
Hallo Christopher,

da ja hier zumeist die okularseitige Anbringung der h-beta präferiert wird (und das objektivseitige so ab 50mm eh sich erledigt hat mangels 'Hardware'), wäre auch hinsichtlich der Anbringung bei 20x100 mit Wechselokularen ja die Wahl recht einfach (2x Baader 1,25"). Meine AP mit den 24mm Panoptic ist dann bei knapp 4,7mm, das Feld bei unter 3° (2,9° mit 68°/22,9x und 2,8° mit bek. Feldblende 27mm x 57.3 / 550mm). Allein von den Daten ist das nicht die optimale Lösung; Stativaufbau ist da nicht so das Problem. Aber man könnte sie noch in's 7x50 dröseln.

csm
 
Dort, wo ein Himmelsobjekt sowohl in OIII und H-Beta stark emittiert, macht UHC Sinn, z.B. am Orionnebel und Nordamerikanebel, um beide Emissionslinien zu erwischen.
Hallo!
Da es nun ja doch mal wieder richtig klar wurde, habe ich "mal schnell" versucht, IC 434 mit Pferdekopf zu finden. 12" f/5, H-beta 5.5nm und 18mm bzw 30mm Okular. Nicht einen Hauch davon gesehen - der Mond ist wohl schon viel zu heftig. Zeta Ori blendet ja auch. Und der Hintergrund war nicht schwarz... Muss das bei mondlosem Himmel wiederholen.
Aber M42 ist nicht weit. Da er in H-beta und O III strahlt (siehe Zitat), habe ich mal den Anblick mit O III (10nm) und dem besagten H-beta verglichen. Es ist ein komplett anderer Nebel! Die Helligkeitsverteilung ganz anders, andere Filamente, andere Größe... O III lag bei Details in Filamenten übrigens vorne.

Solche Filter-Experimente lohnen sich ganz offensichtlich sehr...

CS,
Niko
 
ich will schon lange mal den Pferdekopfnebel erhaschen (Traum meiner Kindheit ;) ). Bisher nicht geschafft.
Jedenfalls habe ich ihn bisher mit dem Astronomik H-Beta Filter weder in meinem 20 Zöller geschweige denn im 12 Zöller gesehen.
Apropos Pferdekopf:

Doch, doch das geht schon. In 20" mit Astronomik Hbeta unter gutem Himmel 21.3+mag/sqarcsec geht das, sogar ganz gut. Man muss halt sehr sehr aufmerksam sein und genau lokalisieren ! - und es ist natürlich ungewohnt weil man einen dunklen Schatten auf einem (nur etwas) helleren Gebiet sucht.

Ich hab ihn, später als ich ihn schon in 20" gesehen hatte, auch erfolgreich in 8" + Hbeta ( alles Astronomik) gesehen. Nicht so deutlich natürlich, nur angedeutet aber reproduzierbar. Im C11 ebenso...

Ausserdem noch: bei grossen Viechern wie z.B. California (definitiv Hbeta) hilft auch field sweeping, also Bewegung senkrecht zu den Kanten !!! Beim Pferdekopf kann das auch helfen die helle Kante zu sehen, auf der er liegt.

Ja und Tuch über den Kopf hilft auch, sehr richtiger Hinweis !!

Auch wichtig: bei Dämmerung mal in den leeren oaz, oder auch vorne ins Teleskop gucken ob man irgendwas sieht, was NICHT geschwärzt ist !!! Alles sorgfältig schwärzen! Maximaler Kontrast ist gefragt, also kein Streulicht von irgendwelchen Teleskopteilen. Gleiches gilt für die notwendige Blende gegenüber des Oaz beim Gitterrohr-Newton, zumindest eine Socke braucht man, evtl auch mehr... Auch evtl eine rundum Blende hinter dem Hauptspiegel, insbesondere bei Schnee am Boden !

Mond geht natürlich GAR NICHT, sorry... (ts, ts :) )

Von schmalbandigen Hbeta Filtern wusste ich noch nichts, interessant ! :y:

Noch etwas härter als Pferdekopf allerdings:
(Alle) 'Säulen der Schöpfung' im Adlernebel IC 4703 (Neb, Ser) :)
Mit Oiii/Uhc

Gruss,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben