NGC 5477 - H-alpha und die Kontinuumsubstraktion

Dane Vetter

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich beisse mir gerade an der Bearbeitung meiner M 101 Galaxie die Zähne aus, und weiss nicht mehr weiter. Und zwar befindet sich ja direkt neben M101 noch die Zwerggalaxie NGC 5477. In meiner H-alpha Aufnahme ist die kleine Galaxie fast komplett gesättigt. Wenn ich die H-alpha Daten auf das RGB Bild trotz Kontinuumsubstraktion drüberlege, ist die Galaxie natürlich komplett eingefärbt. Ich schätze, dass die Substraktion hier in dem kleinen Ausmaß nicht effektiv arbeiten kann.

Hat da jemand einen Trick auf Lager, was ich hierbei machen kann?

Hier die H-alpha Aufnahme, bei der ich die Kontinuumsubstraktion schon deutlich angewendet habe. In M101 wurde hier schon viele abgeschwächt, aber die Zwerggalaxie ist weiterhin ziemlich prägnant.
1747820604148.png


1747820613689.png
 
Hi Dane,

Ich sach ma ganz salopp - einfach separat bearbeiten?

LG Michael
 
Hallo Dane,

die Strahlung der Ha-Gebiete ist bereits in vollem Umfang und im richtigen Helligkeitsverhältnis
in den RGB-Aufnahmen enthalten (im Rotkanal natürlich), und daher erzielst Du mit jedem
Versuch, sie noch ein zweites Mal in das Bild einzubauen, eine Entfernung vom farbrichtigen
Aussehen. Vielleicht erzeugt das die "Störgefühle" bei Dir....
Selbst wenn Du das Kontinuum komplett und exakt aus dem Ha-Stack herausrechnest (was sehr
schwer sein dürfte), hast Du immer noch das Ha einmal im Rotkanal, ein zweites Mal im hinzugefügten Ha.
Das kann man ja eventuell machen, wenn man bestimmte Strukturen gesondert zeigen will,
aber streng genommen erzeugt man damit eine Art "Falschfarbenbild". Selbstverständlich
ist es legitim, sich dafür zu entscheiden, denn Du als Bildautor kannst Dein Bild so gestalten, wie es Dir gefällt.

Aber je mehr man eine Galaxie mit zusätzlicher Ha-Verstärkung schmückt und "schminkt", desto grösser wird
in meinen Augen die Gefahr, dass man - vor allem wenn man übertreibt - irgendwann im Kitsch landet,
rein ästhetisch betrachtet.
Letzteres ist natürlich subjektiv, und das sehen vermutlich viele ganz anders als ich, daher musst
Du nicht etwa auf mich hören... ;-)
Also wäre mein (radikal salopper) Tip:
Laß es doch einfach bleiben ;-)

(Oder etwas weniger "salopp": blende Ha, da Du es nun mal hast, so vorsichtig ein, dass die Präsenz der betreffenden Gebiete
gerade etwas erhöht wird. Das wäre einfach eine Frage der Stärke der Einblendung.
Auch bei der Bildbearbeitung macht ja die Dosis das "Gift".)

Grüße
Matthias
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

ich muss mich wohl entschuldigen, was meine Angaben angehen. Es handelt sich hier wohl nicht um NGC 5477, sondern um NGC 5471. Das habe ich wohl falsch identifiziert.

Und wenn ich mir die verschiedenen Beispiele anschaue, wird diese Galaxie generell als ziemlich grell dargestellt: M101 Magnificent Cosmic Vortex - AstroBin oder hier: NGC 5471 - HII Ionized region in Ursa Major | TheSkyLive

Ich muss wohl allgemein etwas aggressiver mit der Kontinuumsubstraktion vorgehen, vielleicht auch besonders in dieser Galaxie, und dann wie auch schon vorgeschlagen, etwas dezenter einblenden.
 
H-alpha ist nicht immer H-alpha! Das sollte man sich vor Augen halten, zbsp bei der Galaxie M82 stellt der outburst aus dem galaktischen Zentrum nicht H-alpha Strahlung dar, sondern es ist Synchrotron Strahlung im Bereich von 656nm.
Wie erscheint die Galaxie denn im RGB Bild überwiegend farblich?
VG Frank
 
Hallo Dane,

irgendwas ist bei der Kontinuumsubtraktion noch nicht richtig. Der Hintergrund müsste tief schwarz sein also wirklich 0,0,0 Und dann fügst Du ja nicht da Halpha bild ein sondern das Ergebnis der Subtraktion. Ich denke letzteres meintest Du auch, oder?
 
Bei NGC 5471 handelt es sich doch eher um ein Sternentstehungsgebiet mit vorwiegend bläulichem Licht!? Siehe Sinbad Link.
Das Gebiet ist eher ein Continuum Strahler mit Maximum im bläulich violettem Bereich. M101 ist mir als blau leuchtend bekannt. Ich glaube auch das deine K.subtraktion nicht das richtige Ergebnis liefert. Wie gehst du vor bei der Subtraktion?

Viele Grüße Frank
 

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Hallo zusammen,

entschuldigt die späte Rückmeldung. Ich habe das Thema so ein bisschen lustlos in die Ecke geworfen. Zum Teil geht mir dieses Try&Error in der Bildbearbeitung ziemlich auf den Sack. Als hätte man das nicht schon genug mit der Hardware...

Für die KS nutze ich das Script "Substract Continuum v1.10". Ich nutze zur Substraktion den entsternten Rotkanal, da ich RGB über eine Mono aufgenommen habe.


Nebenbei: Selbst wenn ich dort den Regler auf volle Pulle setze, bleibt die kleine Galaxie in der gleichen Form existent:

1748284311613.png


Danach nutze ich das Script "ImageBlend Version 1.7", um RGB mit Ha zu überblenden. Wie gesehen, hat die Variante nach der KS noch keinen schwarzen Hintergrund, über den Schwarzpunkt beim Überblenden gleiche ich das aus, so, dass eben der Hintergrund nicht rot wird.



Was mir jetzt aufgefallen ist, in der entsterten RGB Version schaut die Galaxie ziemlich merkwürdig entstellt aus.

2025-05-26 20_42_23-PixInsight.jpg


So nach dem direkten zusammenfügen von RGB:

1748285072889.png


Als Luminanz:

1748285136516.png


Und hier noch RGB mit der Farbkalibrierung, noch ohne L.

2025-05-26 20_49_51-PixInsight.jpg


Ich weiß nicht so recht, was ich machen soll. Was ich sehe, dass die Galaxy alleine schon im Breitband ziemlich grell ist, und auch im Ha ziemlich hell, und die KS hier auch nicht viel bewirkt. Und am Ende einfach Helligkeit in Heligkeit zusammenkommt. Im ersten Video sieht man ja ganz gut, dass sich M101 bei der KS stark verändert, aber der kleine grelle Punkt unten ziemlich unverändert bleibt.
 
Hallo Dane,
Toms Hinweis könnte ein Punkt sein. Nachfolgend mal meine Daten, die ich bei 700 mm aufgenommen habe für dich im Vergleich aus dem Eck.
Alle Daten sind bereits nicht linear und gestretchte Ergebnisse.
RGB:
RGB.jpg


Ha (Continuum Substraction):
HaNB_Stretch.jpg


Finale Kombination:
Combine.jpg


Ich würde auch tippen, dass die Continuum Substraction irgendwie fehlerhaft ist.
Viele Grüße, hoffe es hilft!
Ben
 
Hallo zusammen,
ich verstehe die Diskussion eigentlich nicht. Die KS macht man, weil man möchte das H-alpha isolieren, um später ein Bild mit roten Pickeln zu machen. O.K. Und dann macht man das und erhält einen dicken roten Pickel. Ja, dann ist da viel H-alpha. Wo ist das Problem? Das ist eine GX, die vermutlich mit M101 gewechselwirkt hat und nun "angeregt" ist und viele HII Regionen hat, mit viel Sternentstehung.
VG ralf
 
Hallo Ralf,

O.K. Und dann macht man das und erhält einen dicken roten Pickel.
Aus der Sicht, habe ich im Grunde ja alles richtig gemacht.

Ja, dann ist da viel H-alpha. Wo ist das Problem?
Aber das ist genau, das, was ich hinterfrage. Denn diesen roten Pickel, scheine nur ich zu haben. Bei anderen Aufnahmen, in denen H-alpha aufgenommen wurde, sieht das nicht so aus. Deswegen Zweifel ich an meinem Ergebnis. Und wie man sieht, auch andere scheinen hier ihre Zweifel zu haben. Was ist, wenn das anstatt viel H-alpha einfach viel Kontinuum ist, welches bei mir durchschlägt, und stark, dass die KS da auch nichts mehr bewirken kann?

Mir erscheint einfach komisch, dass der rote Pickel irgendwie nur bei mir so ist.
 
Hallo Dane,
ich werfe mal ein paar Dinge in den Raum, ohne sie zu bewerten oder zu sortieren:
- Hat die Mehrheit recht? Leider kommen wir genau da hin. Man scrollt ein bisschen bei Astrobin herum und glaubt, man liegt falsch. Wenn aber alle mit derselben Software arbeiten und nach den gleichen Videos subtrahieren, dann kommt auch das gleiche dabei heraus.
- KS ist ein ganz einfacher Prozess. Du hast einen Rotkanal, der idealerweise knapp neben der H-alpha Linie liegt oder meistens breit darüber. Du willst aber nur das reine H(a) haben, ohne den Rotanteil aus dem Kontinuum. Deshalb nimmst du das H(a) Bild und subtrahierst davon das Rotbild. Da gibt es keinen Regler oder Schieber oder irgendwas.
Was genau PI macht, weiß ich nicht, aber es ist keine saubere KS. Die wäre mit einer Farbkamera ohnehin nicht möglich, Matthias oben hat es ja auch erwähnt.
- Du hast eine Farbkamera. H(a) beleuchtet die roten Sensorpixel. Aber nicht nur die. Auch die Grünen werden belichtet und die Blauen. Und blaues und grünes Licht fällt auch in den roten Sensor und wir gemessen. Hinzu kommt der Debayer-Algorithmus, der nutzt auch die Umgebungspixel zur "Farbgestaltung".
- dann ein bisschen echte Physik. Es gibt keine H-alpha Regionen am Himmel, es gibt nur HII Regionen. Das bedeutet H-a, H-b, H-c ... usw. H-beta ist z.B. blau. Hinzu kommt, dass Sternentstehungsregionen heiße Sterne beinhalten. Aus der Ferne ist der blaue Stern daher u.U. sichtbarer als das rote, selbstleuchtende, Gas. Und, es gibt auch weiteres Gas, das nicht angeregt ist und das ist i.d.R. dann blau.
Wo jetzt genau der Unterschied zu den anderen Bildern liegt, kann ich nicht sagen. Vielleicht einfach darin, dass du im Ausgangsbild einen gesättigten Rotkanal hast, oder vielleicht auch die anderen alle.
Wenn du wissen willst wie hell das Objekt im H(a) Licht leuchtet, dann gibt es Kataloge bei den Profis, aber bitte nimm als Referenz nicht die gequirlte Matsche, die ich immer öfter in den Foren und bei A-Bin sehe.
Viele Grüße
ralf
 
KS ist ein ganz einfacher Prozess. Du hast einen Rotkanal, der idealerweise knapp neben der H-alpha Linie liegt oder meistens breit darüber. Du willst aber nur das reine H(a) haben, ohne den Rotanteil aus dem Kontinuum. Deshalb nimmst du das H(a) Bild und subtrahierst davon das Rotbild. Da gibt es keinen Regler oder Schieber oder irgendwas.
Was genau PI macht, weiß ich nicht, aber es ist keine saubere KS.
Hallo Ralf,
die Frames für H-alpha und Rot sind ja Stacks (und daher Additionen) aus mehreren Bildern, typischerweise sogar mit unterschiedlichen (Einzel-) Belichtungszeiten. Daher macht eine lineare Anpassung der Bilder aus meiner Sicht schon Sinn, einfach eine 1:1-Subtraktion wird diesem Sachverhalt nicht gerecht.
Genau das macht auch das PI-Skript meines Wissens...
LG Wolfgang
 
Hallo Dane,
ich habe nochmal in meinen Aufnahmen nachgeschaut. Die kleine Galaxie ist einfach eine helle Lampe. Ihre Helligkeit ist bei mir bei allen Filtern ca. doppelt so hell wie die helleren Knoten in den Armen der Galaxie - Ha, RGB und Lum.
Jetzt juckt's mich natürlich in den Fingern, denn bei meiner letzten Bearbeitung war ich etwas schlampig mit der kleinen.
LG Wolfgang
 
Hallo Dane,
bei mir sieht es ähnlich aus wie bei Ben, die Kleine leuchtet stärker in Blau und hat eine rote Ha-Mütze:
1748381567968.png


LG Wolfgang
 
Daher macht eine lineare Anpassung der Bilder aus meiner Sicht schon Sinn,
Hallo Wolfgang,
ich kenne PI nicht und hatte die Grafik oben, wo die GX rot maskiert ist, womöglich falsch interpretiert. Das sah für mich sehr selektiv und eben maskiert aus. Es scheint tatsächlich so, dass der Vorgang der KS korrekt durchgeführt wird, da hatte ich mich wohl geirrt.
Viele Grüße
ralf
 
Hallo zusammen,

die blauen HII Regionen in Galaxien mit extrem hoher Sternentstehung kommen wie Ralf erklärt hat von den hellen, blauen Sternen und den damit einhergehenden Reflexionsnebeln. Das kann man in Grenzen auch im Orionnebel sehen. Da ist auch ein hoher Blauanteil drin, obwohl das meiste gar nicht von OIII kommt. Das sind Reflexionsanteile.

Wie man das dann in seinem Bild zusammen mischt, ist jedermanns Sache. Wenn man nur H alpha dazu mischt, werden die Gebiete logischerweise rot. Nimmt man noch 10% blau mit rein und 5% grün bekommt man die schöne Lachsfarbe, die die HII Gebiete im RGB haben anstatt dem Knallrot.

Wenn man beide Kanäle separat streckt und dann zusammen führt bekommt man den aufgeklebten Astrobin Style mit dem durchgebrannten Rotkanal. Meins ist das nicht, zumal da in der Regel das Kontinuum gar nicht voll abgezogen wird und die HII Gebiete aussehen wie aufgeklebte Flecke wo die Farbe ausgelaufen ist. Aber das ist ja wie gesagt jedermanns Sache.

Es gibt aber noch andere Methoden, wie man H alpha ohne Kontinuumsubtraktion einmischen kann. Kontinuumsubtration hat den Nachteil, dass man Kontinuum verwenden muss um den im Schmalband enthaltene Anteil des Kontinuums zu eliminieren. Das kann alleine deshalb nicht funktionieren, weil der Rotfilter bis 600nm bis 700nm offen ist. Ha liegt genau in der Mitte, aber das meiste Signal kommt von der höher energetischen Seite, wo zusätzlich noch die Kamera empfindlicher ist. Das kann nicht genau passen. In der Regel müsste man um nur H alpha freizustellen, so stark subtrahieren, dass die hellen Kontinuumsbereiche zu Löchern werden. Das macht aber keiner, weil dann unspektakulär wenig vom Ha übrig bleibt. Wenn man das so macht, hat man aber diese auslaufenden Flecken nicht mehr.

Zusätzlich kann man die Rohstacks addieren. So kann man steuern, wie stark man Ha gewichtet, ohne dass etwas ausbrennt oder aufgeklebt aussieht. Das macht man am besten vor der Farbkalibration.

Es funktioniert sogar erstaunlich gut, wenn man gar kein Rot aufnimmt und stattdessen einfach den H alpha Kanal verwendet. Man muss den H alpha Kanal nur entsprechend multiplizieren. Ja, das rauscht dann mehr auf dem Rotkanal, aber heutzutage mit den KI Tools ist das doch eh egal. Je breitbandiger der Ha Filter desto besser funktioniert es.

Das habe ich z.B. hier gemacht. Da wurde kein Rotkanal aufgenommen und statt dessen H alpha verwendet. Das HalphaGB Sterne. Wenn es keiner sagt, merkt man es nicht.

Aber auch einfach die Rohstacks von Rot und Halpha zu addieren funktioniert erstaunlich gut. Ja, das ist das nicht so penetrant und man bekommt weniger Ahs und Ohs. Aber da sollte man sich überlegen, was man will. Ahs und Ohs oder dezente und ausgewogene Bilder. Bloß weil der Amerikaner es über Astrobin und co geschafft hat, das ganze Genre zu verderben, heißt nicht, dass man das mitmachen muss. Ich persönlich mag das nicht, obwohl ich meine Bilder auch gerne etwas bunter mache. Es sollte aber zumindest noch so viel Spielraum sein, um Farb- und Helligkeitskontraste innerhalb der HII Gebiete gut erkennen zu können. Ist aber wie gesagt nur meine Meinung. Wenn man die Rohdaten zusammen mischt bekommt man das automatisch, da durch das Strecken die hellen HII Gebiete automatisch ins Rosa gehen.

Ich habe von M101 noch einige Aufnahmen aus den vergangenen Jahren rum liegen, die ich nicht fertig bearbeitet habe. Eins davon ist ein Bicolor. Da könnte ich mal schauen, wo die Farbe von dem auffälligen HII Gebiet herkommt.

Grüße
Joachim
 
Hallo Dane,

ein interessantes Objekt hast du ausgebuddelt, es ist auch im Kontinuum sehr hell und kompakt.

Ich habe mal etwas recherchiert:
NGC 5471 ist in Simbad als "Emission-Line Galaxy" gelistet und hat auch die PGC/ Leda 165629 Nummer für Galaxien. In New catalogue of Wolf-Rayet galaxies and high-excitation extra-galactic Hii regions spricht man sogar von einer "Wolf-Rayet Galaxie". Diese Klassifikation höre ich zum ersten mal, kannte bisher lediglich die Wolf-Rayet Nebel. Alle weiteren Quellen, vor allem die neueren, klassifizieren das Objekt jedoch als HII-Region mit eingebettetem Sternhaufen von M101, so wie Frank (Sternbrot in #5 und andere bereits geschrieben haben. Die unregelmäßige Erscheinung deutet ebenfalls ziemlich eindeutig auf eine HII- Region hin und nicht auf eine Galaxie.

Quellen:
A Remarkable Feature in the Giant Extragalactic H II Region NGC 5471 von 1990
The 100 myr star formation history of NGC 5471 from cluster and resolved stellar photometry.
https://ui.adsabs.harvard.edu/abs/2020MNRAS.495.4347B/abstract
und viele andere

Auf meinem M101 Bild mit der Supernova SN 2023ixf, auf Gert's aktuellem M101 Bild, auf Pete XLs Detailansicht sowie auf vielen anderen erscheint das Objekt türkis, was auf eine starke OIII- Strahlung und/oder helle heiße blaue Sterne hindeutet. Das Hubble Bild zeigt einen Sternhaufen mit Nebel. Ich meine, es visuell im Dobson als kompakten hellen Nebel gesehen zu haben, habe jedoch keine expliziten Aufzeichnungen bei mir finden können. Hier die NGC 5471 Zeichnung von Uwe mit 27" bei 1172-fach. Das Ding ist somit nicht lediglich knallrot vom H-alpha!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe mal schnell in Siril das Bicolor (HOO) bearbeitet. Die Kanäle sind bewusst so gelassen, wie sie waren. Also keine Farbkalibration oder Verstärkung eines der beiden Kanäle. NGC 5471 ist im OIII brutal hell. Das ist in dem Bicolor schon mehrfach heller als der Galaxienkern. Im RGB ist der Galaxienkern das hellste Objekt. Von daher kann das eigentlich nur OIII sein. H beta lässt der Filter nicht durch.

1748443721579.png


Hier noch der Ausschnitt als 200% crop. Das HII Gebiet ist schon in der Sättigung im Blauen, obwohl das von der Streckmethode her eigentlich schon fast ein HRD ist. Ich habe mit Lichterschutz auf den oberen zwei Dritteln des Histogramms gestreckt. Ich denke, in dem Bicolor sieht man generell auch innerhalb der Galaxie gut, was H alpha Emission und was Kontinuum ist.

Auch in der Galaxie selbst sind noch einige richtig helle Sternentstehungsregionen. Teilweise auch blau. Interessant finde ich die beiden Wasserstoffemissionen beiderseits des Kerns.
1748443766758.png


Hier noch das reine OIII...
1748444769910.png


...und das reine H alpha. Das einfach nur gestreckte Bild. Also kein Entrauschen, Schärfen, Lichterschutz oder ähnliches. Das OIII ist absolut knapp 3x so stark wie das H alpha. Wenn man die höhere Empfindlichkeit der Kamera bei 500nm mit einrechnet, ist das OIII immer noch etwa doppelt so hell. Ansonsten sind die Strukturen aber sehr ähnlich.
1748445071680.png


Grüße,
Joachim
 
Hallo zusammen,

ich habe noch mal komplett von vorne begonnen, und aktuell habe ich bei mir ganz ohne KS, einfach mal festgestellt, dass jetzt das entfernen der Ha Aufnahme irgendwie anders verläuft. Wie hier zu sehen, wird beim entsternen mit SXT einfach der ganze Bereich als ein großer Stern erkennt, und einfach entfernt. Das löst natürlich das Problem mit dem großen roten Klecks. Ist ja aber irgendwie auch nicht ganz korrekt.



Irgendwie komisch, ich habe es auch mal mit und ohne "Large overlap" in SXT ausprobiert, es entfernt nun immer den ganzen klecks. Allzu viel kann ich ja bei SXT nicht wirklich einstellen. Wie aber im Video oben zu sehen, war zu Beginn auch bei der entsternten Ha Version immer da.

Ein anderes Problem ist der hohe Dynamikumfang mit dem grellen Klecks. Da müsste ich wohl mal selektiv noch mit HDR Methoden herumspielen. Da kenne ich mich noch nicht so aus.

2025-05-28 21_26_36-PixInsight.jpg


Wenn ich einfach mal alles abdunkle, bis auf den Kern und sein näheres Umfeld, erscheint das weiterhin ausgebrannt.

2025-05-28 21_27_33-PixInsight.jpg


Zusammengefügt schaut das dann so aus.

1748460937786.png
 
Sehr schön rausgearbeitet, Dane!!
 
Finde ich auch Dane! Die Auflösung ist in jedem Fall genial in den Daten! M101 ist schon ziemlich beeindruckend! Mit welchem Scope ist das Bild eigentlich aufgenommen? Hattest du das schonmal wo geschrieben? Ich habe im übrigen in meinem Bild auch OIII Daten verwurschtelt und mir jetzt die einzelnen Ebenen aus meiner Channel Kombination in dem Bereich nochmal extrahiert...nachfolgend das ganze aufgeschlüsselt:
RGB:
RGB.jpg

Ha:
Ha.jpg

OIII:
OIII.jpg

RGBHaOIII:
RGBHaOIII.jpg


Für mich sieht das auch eher nach einem Sternenhaufen mit starken Emissionsnebeln aus und nicht nach Galaxie...allerdings ist das natürlich bei ´4" Öffnung nur bedingt zu beurteilen. Deutlich wird jedoch finde ich schon die typische "topografie" von Emissionnebelgebieten mit Sternenhaufen im Zentrum mit OIII Dominanz im Zentrum und Ha als "Schale" außenrum.
Aufgenommen wurden die NB-Daten übrigens mit 6 nm Astronomik DeepSky NB Filtern und einer IMX571 Mono. Die RGB Daten stammen aus einer IMX571 OSC Cam ohne Filter.
Viele Grüße Ben
 
Hi Wolfgang und Ben,

danke euch, aber euer Lob kann ich bis jetzt noch nicht annehmen. Ich habe einfach alles neu angegangen, nur dass diesmal SXT bei der Ha Aufnahme ziemlich viel entfernt hat. Ich kann nicht einmal sagen, ob das durch mein Zutun geschehen ist. :D

Es ist immerhin mal nicht mehr dieser übertriebene rote Klecks, wie zu Beginn. Warum auch immer der nun rausgerechnet wurde! Die einzige Erklärung, was auch anders im Vergleich zur ersten Version war, dass ich diesmal bei BXT die Halos minimal reduziert habe.

Mit was ich auch gerade das erste Mal arbeite, ist das HDRMultiscaleTransform. Zusammen mit einer Game Maske lässt sich der Bereich noch dezent abdunkeln, wodurch wieder etwas Struktur reinkommt.


Eher als Gag noch kurz der Wechsel zwischen Nebel und Sterne. Wobei ich wohl sagen muss, dass hier BXT wohl trotz schwacher Anwendung wohl was generiert hat. Das wird wohl nicht passen. :D


Bezüglich, wie ich meine Daten eingefangen habe: CF-155 Apo mit ASI2600MM (IMX571 Mono) mit Astronomik Filter, Ha mit 6nm.
 
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