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Okulare für die Planetenbeobachtung.

Quanten

Mitglied
Hallo Gerd

Wahrscheinlich bist du schon fündig geworden?!

Ich möchte nur noch was zu deiner Eingangsfrage schreiben.

Okulare für die Planetenbeobachtung gibt es eigentlich nicht.

Diese Bezeichnung wird nur gerne für bestimmte Okulartypen hergenommen, was dann dazu führt, dass der Sternfreund glaubt er müsse sich vielleicht zwei paar Sätze Okulare zulegen, einmal für DeepSky und einmal für die Planeten Beobachtung?

Bei den Okularen verhält es sich wie mit den Teleskopen, es gibt für alles eine Grenze.

Und diese Grenze ist die Auflösungsgrenze des Auges:
Das gesunde Durchschnittsauge kann noch zwei Punkte als getrennt voneinander erkennen, wenn deren Abstand größer/gleich, als eine Bogenminute ist.
Ein Okular wird also als "Scharf" wahrgenommen wenn es eine Auflösung von einer Bogenminute liefert.
Eine noch höhere Auflösung kann das gesunde Durchschnittsauge gar nicht wahrnehmen.

Danach kommen alle weiteren Parameter welche man versucht mit Linsen- und Blendenanordnungen, sowie mit Einsatz von Gläsern, Vergütungen und Fertigungstechniken in den Griff zu bekommen.
Wie z.B.:
- Gesichtsfeld
- Schärfe über das Gesichtsfeld
- Farbfehler und Farbtreue
- Reflexe
- Geisterbilder
- Augenabstand
usw.

Die modernen Antireflexbeschichtungen wie T*, SMC, HD und wie sie alle heißen, sind heute so gut, dass sie laut Hersteller, pro Glasfläche 99,8-99,9% des Lichts im visuellen Spektrum durchlassen.

Das entspricht bzw. übertrifft sogar z.T. den Reintransmissionsgrad von optischen Gläsern.

So sind heute Okulare und Fotoobjektive mit 9 und mehr Linsen möglich, mit einer rechnerischen Gesamttransmission von 96-97%, ohne Reflexe und Geisterbilder.

Mit solchen Beschichtungen ist man für die Transmission an eine Grenze gelangt die eigentlich nur noch Messtechnisch nachweisbar bzw. von belang ist.

Ob ein Okular also ein "Planetenokular" ist, hängt mehr an der angewendeten Technik und an der Fertigungsqualität, als an dem Typ, oder an der Anzahl der Linsen.
Und natürlich wie das Okulardesign zum Teleskoptyp passt.

Es wird also sehr schwer sein, überhaupt einen Unterschied auf der Achse zu erkennen, zwischen einem perfekten Ortho Okular und einem perfekten WW-Okular.
Das wäre als wolle man einen Unterschied zwischen Strehl 0.95 und Strehl 0.99 ausmachen können.

Was man jedoch merken wird, ist ein komfortabler Augenabstand, ein bis an den Rand gleichbleibend scharfes Gesichtsfeld ohne Tunnelblick und natürlich am leichter werdenden Geldbeutel ;)

CS
 
Hallo,

das "Totalversagen" macht sich in erster Linie durch mangelnde Schärfe ggü. den Festbrennweiten bemerkbar.
Wie oben geschrieben, an den Apos hingegen kein auffälliger Unterschied zu den Festbrennweiten, nur am C11EHD nahezu unbrauchbar.
Es wurde schon einmal die Vermutung geäußert, dass dies am internen Korrektor liegen könnte, aber warum sollte der nur das Zoomokular "ausknocken" und die anderen Okulare nicht?

VG
Günter
 

arago

Mitglied
Hallo Günter

Das Leica-Zoomokular ist ein Spezial-Okular welches in erster Linie für extrem kurzbrennweitige, zweilinsige Refraktorobjektive entwickelt wurde. Dieses Okular muß also die Schwächen und Unvollkommenheiten solcher Objektive kompensieren, als da währen in erster Linie eine kräftige Bildfeldwölbung in Verbindung mit einer im Vergleich zu F10-Optiken extrem geringen Tiefenschärfe so wie der bei schnellen Refraktoroptiken häufig vorkommende Farbfehler. Und nicht vergessen, der schräge Lichteifall wie er bei schnellen Optiken aus der Objektivrandzone obligatorisch ist. All diese Korrekturfaktoren die sich aus der Spezialisierung auf solche schnellen Optiken ergeben können dazu führen, daß sich bei einer langsamen F10-Optik mit 2800mm Brennweite eine Überkorrektur einstellt da die eben genannten Fehler schlicht und einfach bei einer F10-Optik nicht in dem gleichen Ausmaß vorhanden sind.
Ich habe auch so einen Kandidat, es ist das 17mm Ethos. Es ist auch für den Bereich der schnellen Optiken optimiert und schwächelt etwas bei meiner F20- Optik. Das gleiche habe ich mit einem Kowa-Spektiv-Okular bei F10 erfahren müssen.
Am anderen Ende der Fahnenstange habe ich ein 80mm Okular. Das besteht nur aus eine stark asphärischer Sammellinse so wie einem Dublett. Das ist also so ähnlich wie ein Reversed-Kellner aufgebaut. Bei einer F20-Optik funktioniert das selbst bei einer 70mm Feldblende bis zum Rand hin gut aber schon bei F10 kannste das vergessen!

Gruß Peter
 
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ws_mak12

Mitglied
Hallo Gerd,

nachdem du schon viele sehr interessante Empfehlungen bekommen hast, wollte ich eigentlich nichts mehr schreiben. Nun aber doch....
Mir fällt auf, dass beispielsweise folgende Okulartypen bisher gar nicht genannt wurden. Vielleicht habe ich das auch bei der Fülle der Berichte übersehen:

1611134024814.png


Die originalen TMB-Supermono Okulare bieten meiner Meinung nach einen kompromisslos guten Kontrast und unübertroffene Schärfe, sowie Farbneutralität.
Erst vor wenigen Wochen konnte ich im 5er Deimos zweifelsfrei erkennen, was mir bei den TV Delos nicht gelungen ist.

Natürlich muss man Abstriche hinsichtlich Gesichtsfeld und Verwendbarkeit machen (eher ungeeignet für Brillenträger).

Desweiteren gibt es noch eine Topp-Alternative, im Falle du mit Bino beobachtest:
Brandon Okulare beispielsweise die 32er (u.a. in Verbindung mit dem Baader FFC). Absolute Farbneutralität und ebenfalls einen tierisch guten Kontrast. Die letztgenannten sind auch für Brillenträger hervorragend geeignet und bieten ein ausreichend großes Gesichtsfeld.

Nachdem ich nach beinahe 40 Jahren Planetenbeobachtung auch schon einen ganzen Okularpark gesehen habe, fahre ich derzeit am besten damit.

Viele Grüße
Werner
 
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marcus_z

Mitglied
Hallo Günter

Das Leica-Zoomokular ist ein Spezial-Okular welches in erster Linie für extrem kurzbrennweitige, zweilinsige Refraktorobjektive entwickelt wurde. Dieses Okular muß also die Schwächen und Unvollkommenheiten solcher Objektive kompensieren, als da währen in erster Linie eine kräftige Bildfeldwölbung in Verbindung mit einer im Vergleich zu F10-Optiken extrem geringen Tiefenschärfe so wie der bei schnellen Refraktoroptiken häufig vorkommende Farbfehler. Und nicht vergessen, der schräge Lichteifall wie er bei schnellen Optiken aus der Objektivrandzone obligatorisch ist. All diese Korrekturfaktoren die sich aus der Spezialisierung auf solche schnellen Optiken ergeben können dazu führen, daß sich bei einer langsamen F10-Optik mit 2800mm Brennweite eine Überkorrektur einstellt da die eben genannten Fehler schlicht und einfach bei einer F10-Optik nicht in dem gleichen Ausmaß vorhanden sind.
Ich habe auch so einen Kandidat, es ist das 17mm Ethos. Es ist auch für den Bereich der schnellen Optiken optimiert und schwächelt etwas bei meiner F20- Optik. Das gleiche habe ich mit einem Kowa-Spektiv-Okular bei F10 erfahren müssen.
Am anderen Ende der Fahnenstange habe ich ein 80mm Okular. Das besteht nur aus eine stark asphärischer Sammellinse so wie einem Dublett. Das ist also so ähnlich wie ein Reversed-Kellner aufgebaut. Bei einer F20-Optik funktioniert das selbst bei einer 70mm Feldblende bis zum Rand hin gut aber schon bei F10 kannste das vergessen!

Gruß Peter
Hi Peter,
Deine Ausführung kann ich sehr gut nachvollziehen, beim 17mm Ethos wundere ich mich jedoch etwas, da die Ethos soweit ich weiß für Petzval und Newton-Systeme ausgelegt wurden, welche keine oder nur geringfügige Bildfeldwölbung haben. Kann es sein, dass Deine F/20-Optik eine Bildfeldwölbung, vielleicht auch eine negative hat?
Viele Grüße,
Marcus
 

arago

Mitglied
Hallo Markus

Das 17er Ethos soll überwiegend auch noch an einem F5-Newton bestens funktionieren. Aber nicht nur da auch noch an Optiken mit F 4,5 und schneller. Bei diesen Optiken haben wir auch wieder das Problem mit den schrägen Lichteinfall aus der Optikrandzone. Des weiteren haben diese Optiken eine Bildfeldwölbung die größer ist als die Tiefenschärfe die hier nur etwa 0,015 bis maximal 0,03mm beragen dürfte. In der Diskrepanz aus Bildfeldwölbung und Tiefenschärfe dürfte in erster Linie die schlechte Randabbildung von Billigokularen zu finden sein weniger als das auftreten des Feldkoma zum Bildfeldrand hin.
Bei der F20-Optik handelt es sich um einen 250mm Schiefspiegler bei dem mit zwei Menisken Restastigmatismus und Restkoma korrigiert wird. Bei dieser Optik steht die Bildebene ohne Neigung rechtwinkelig im Strahlengang und die Bildfelwölbung ist selbst bei einem Bildkreis von 70mm geringer als die Tiefenschärfe die hier mit vergleichsweise weitreichenden 0,4mm großzügig vorhanden ist. Das einzige was man dieser Opik anlasten könnte ist eine leichte Unterkorrektur die aber auf Grund des Öffnungsverhältnises und der daraus ergeben Tiefenschärfe völlig unerheblich ist. Aus diesen Gründen funktionieren hier auch einfachste Okulare hervorragend.
Nun, das 17er Ethos schneidet hier nicht miserabel ab aber es fehlt hier halt der letzte Kick. Man sollte auch nicht vergessen das man sich hier mit 5 Meter Brennweite bereits bei einer 294 fachen Vergrößerung und 0,85mm Austrittspupille bewegt. Hier kann bereits einem eine leichte Überkorrektur die "Petersilie verhageln".
Kurioser Weise funktionieren hier das 13er und das 21er sowie das 30mm / 100° von Es doch merklich besser! Also es kann sich hier auch an Herstellungstolleranzen beim Okularhersteller liegen!
Ähnliche aber deutlich stärkere Schwierigkeiten habe ich hier mit Reducern und Shapleylinsen die bei F20 einen ausgesprochen deutlichen Okularastigmatismus verursachen da auch hier wieder Bildfehler von F10-SC-Optiken überkompensiert werden die beim Schiefspiegler nicht vorhanden sind. Die Ergebnisse sind damit schlicht unbrauchbar.
Anbei mal die Spots des Schiefspieglers sowohl der auf der Achse und die 0.25° oder etwa 22,3mm außerachsial also für ca. 44,6mm Bildkreis. Die Spots sind für die drei Grundfarben / Frequenzen gerechnet!

spot1.jpg


Gruß Peter
 
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Quanten

Mitglied
Was mir persönlich bei einigen "Planetenokularen" nicht gefallen hat:

Das 12mm EO-RKE, darin habe ich einen super Saturn gesehen. Jedoch die fehlende Gummiaugenmuschel hat im Winter doch sehr genervt, wenn man bei Minusgraden mit dem Auge an das kalte Metall gekommen ist.

Das 15mm TV-Plössl war auch sehr scharf, zeigte jedoch am Mond, als helles Objekt, einen Pupillen/Augenreflex, welcher bei Augenbewegung immer mitwanderte.

Ein Kasai 6mm, war ein total Ausfall und zeigte nur flaue Bilder.

Die APM-Supermonos, wahren wirklich Super, jedoch nur auf der Achse und machten somit eine Nachführung unabdingbar.
Auch fand ich das Gesichtsfeld etwas gewöhnungsbedürftig und am Mond letztlich unbefriedigend.
Am Mond wahren dann auch die Randfehler auffälliger zu sehen, da das Gesichtsfeld schon recht eng war.

Pentax SMC Orthos ebenfalls perfekt, jedoch die 0.96" machten immer einen Adapter notwendig und irgend wann wahr mir der Komfort sprich der größere Augenabstand wichtiger als die letzten 2-3%.

Mein Okular-Weltbild wurde 2013 gewaltig erschüttert, als ich Binokular in einem 16mm TV-Nagler, einen Jupiter mit einem 12" Newton gesehen habe, welcher übersät war mit Details und unterschiedlichsten Farben und mir das 16mm APM-Supermono kein besseres Bild lieferte.
Danach habe ich die Linsenzählerei aufgegeben.

Auch habe ich es aufgegeben aus Öffnung XY das maximale heraus holen zu wollen, denn die nächste Öffnung zeigt einem schon wieder deutlich mehr, auch wenn der Strehl nicht so hoch ist.

CS
 

roblindau

Mitglied
Hallo Gerd,

hast Du dir schon ein neues Planetenokular angeschafft?

Sehr gelobt für optische Perfektion und Beobachtungskomfort werden die Televue Delite Okulare. Die gibt es in vielen Brenweitenabstufungen.

Vielleicht musst Du dir aber gar keine neuen Okulare kaufen, wenn Du ein bisschen basteln willst.
Du kannst mal versuchen, das Ende der Okularhülse, also vom Filtergewinde aufwärts innen mit Velourfolie zu bekleben.
Wenn das nicht hilft, dann kannst Du dir alternativ aus schwarzen Karton, Moosgummi oder aus einem schwarzen Dichtungsring eine Blende basteln und diese ganz am Ende der Okularhülse, also beim Filtergewinde, einsetzen. Die Bohrung der Blende machst Du gleich groß wie die bereits vorhandene Blende/Öffnung der letzen Linse. Das sollte gegen Reflexionen und Geisterbilder helfen.
Nachteil ist, dass Du in das Okular keinen Filter mehr einschrauben kannst. Treten die Probleme bei eingeschraubtem Filter ebenfalls auf?

Gruß Robert
 

Gerd-K

Mitglied
hast Du dir schon ein neues Planetenokular angeschafft?

Hallo,

Bisher habe ich mir noch keine Okulare angeschafft, denn das hat noch Zeit.
Die beiden großen Planeten sind derzeit nicht beobachtbar und werden im Sommer erst wieder interessant. So bleibt mir noch genug Zeit, hier mitzulesen und Ideen aufzugreifen.

Die Bohrung der Blende machst Du gleich groß wie die bereits vorhandene Blende/Öffnung der letzen Linse. Das sollte gegen Reflexionen und Geisterbilder helfen.

Das werde ich auch noch versuchen, den Zenitspiegel werde ich ebenfalls auf Reflexe überprüfen. Ich befürchte die Geisterbilder entstehen in den Okularen.
Es ist bei diesen Okularen so, als könnte ich bei hellen Objekten die einzelnen Glasoberflächen sehen. Die Venussichel hatte ich visuell mehrfach gesehen, als ich sie anschließend direkt Fokal fotografierte war von den Reflexen nichts zu sehen.
Ich denke deshalb, das die Reflexe nicht vom Teleskop selbst kommen sondern entweder vom:
  • Zenitspiegel,
oder den
  • Okularen.
Noch etwas an den ES Okularen am f12 Cassegrain ist mir aufgefallen:
Sie haben am Mond eine extreme Bildfeldwölbung. Dieser Effekt ist bei der Beobachtung, besonders wenn ich den Terminator abfahre sehr deutlich zu sehen.

Viele Grüße
Gerd
 

Gerd-K

Mitglied
Dazu fällt mir noch ein:

Ich benutze am 80/400mm Refraktor ein 32mm Fadenkreuzokular vom Typ Erfle. Bei diesem Okular habe ich noch nie Reflexe gesehen. Wenn mal wieder das Wetter passt setze ich das Okular zum Vergleich der ES Okulare im Cassegrain ein.

Viele Grüße
Gerd
 

Quanten

Mitglied
Hallo Gerd

Für den Mond haben wir jetzt optimale Bedingungen, das erste Viertel bis zum Vollmond kulminiert im Winter so hoch wie die Sonne im Sommer steht, noch vor Mitternacht.
Erst im Herbst kulminiert dann wieder das letzte Viertel nach Mitternacht bei über 60°.

CS
 

roblindau

Mitglied
Hallo Gerd,

heute Abend war es zeitweise klar und das Seeing war sehr gut. Ich habe daher einen kleinen Okulartest am Mond durchgeführt. Als Teleskop hatte ich gerade mein Celestron C5 mit f/10 aufgebaut. Ich habe Schärfe, Kontrast, Bildfeldwölbung, Streulicht, Reflexe/Geisterbilder und Komfort (ohne Brille) von 4 Okularen von 11 bis 13mm Brennweite im Schelltest verglichen. Diese Brennweiten ergeben bei den 3m Brennweite deines Cassegrain eine gute Vergrößerung für Planeten und Mond bei normalem bis gutem Seeing.

Pentax XF 12mm (60°): Das Pentax ist in jeder Hinsicht ein hervorragendes Okular, bei dem ich in allen Punkten eine Bestnote vergeben würde, außer bei der Bildfeldwölbung, die am Bildfeldrand deutlich sichtbar ist.

BST Starguider ED 12mm (60°): Das BST Starguider ist eines meiner liebsten Okulare im Binoansatz und macht auch Mono eine sehr gute Figur. Es steht dem Pentax XF 12mm kaum nach, was Schärfe, Kontrast und Komfort angeht. Am Mond ist kein auffälliges Streulicht sichtbar. Reflexe konnte ich ebenfalls keine sehen. Bildfeldwölbung ist sehr gering.

Explore Scientific 11mm (82°): An diesem Okular habe ich ebenfalls nichts wesentliches auszusetzen. Schärfe, Kontrast und Komfort sehr gut. Streulicht nicht auffällig. Keine Reflexe. Kaum Bildfeldwölbung bei deutlich größerem Gesichtsfeld als beim XF und BST. Im Vergleich dazu hatte mein ES 8,8mm (82°) deutlich sichtbares Streulicht und Reflexe. Mein ES 14mm habe ich dummerweise vergessen zu testen.

Baader Hyperion 13mm (68°): Immer noch eines meiner Lieblingsokulare bei f/6 und größer. Schärfe, Kontrast sehr gut und klasse Komfort mit langem Augenabstand. Streulicht sehr gut kontrolliert. Keine Reflexe. Bildfeldwölbung gering. Etwas laterale Farbe am Bildfeldrand.

Fazit: Alle 4 Okulare kann ich an Teleskopen mit großer Brennweite als "Planetenokulare" empfehlen. Testsieger wäre das Pentax XF 12mm, wenn es denn keine so deutliche Bildfeldwölbung hätte. Preis-/Leistungssieger ist das BST Starguider 12mm, das man in der „Bucht“ günstig bekommt, allerding Versand aus GB. Beim ES 11mm 82° und dem 13mm Hyperion gibt es ebenfalls nichts wesentliches zu beanstanden. Sie bieten sehr solide Leistung bei großem Gesichtfeld.

Dieser Vergleichstest dauerte weniger als 2 Stunden bei sehr guten Beobachtungsbedingungen, dann zogen Wolken auf. Er ist nicht als Profitest anzusehen, sondern gibt lediglich meinen subjektiven Eindruck wieder. Ich schätze mich als erfahrenen Beobachter ein.

Gruß Robert
 

Gerd-K

Mitglied
Hallo Robert,

Vielen Dank für deinem Erfahrungsbericht.
Ein Baader Hyperion hatte ich vor einigen Jahren, so weit ich mich zurück erinnern kann, kam ich mit diesem Okular gut zurecht. Bei diesen Okularen würde auch die Abstufung der Brennweite zu meinem Teleskop passen.

Ich denke, das ich so Ende Februar/März konkreter an die Okulare herangehe, wenn das Wetter stabiler wird und auch hoffentlich wieder Beobachtet werden kann.

Viele Grüße
Gerd
 

roblindau

Mitglied
Hallo Gerd,

hast Du auch das ES 11mm 82°? Zeigt das bei Dir Streulicht oder Reflexe? Mit meinem Exemplar war nichts auffälliges zu sehen am Mond, auch nicht, wenn man den Mond aus dem Gesichtsfeld schwenkt.

Gruß
Robert
 

Gerd-K

Mitglied

Hallo,

Nein, das habe ich nicht.
Ich habe die 82° Serie in:
  1. 4,7mm
  2. 6,7mm
  3. 8,8mm
  4. 14mm
  5. 18mm
  6. 24mm
  7. 30mm
  8. 40mm
Der Brennweitenbereich ist deshalb so umfassend, da ich die Okulare am f4 Newton und am f12 Cassegrain einsetze.
Wenn es mal wieder mit dem Wetter wird schaue ich auch noch mal mit meinem Okularen nach Streulicht und Reflexen.

Viele Grüße
Gerd
 

ws_mak12

Mitglied
Hallo Quanten,

Die APM-Supermonos, wahren wirklich Super, jedoch nur auf der Achse und machten somit eine Nachführung unabdingbar.
Auch fand ich das Gesichtsfeld etwas gewöhnungsbedürftig und am Mond letztlich unbefriedigend.
Am Mond wahren dann auch die Randfehler auffälliger zu sehen, da das Gesichtsfeld schon recht eng war.

Mein Okular-Weltbild wurde 2013 gewaltig erschüttert, als ich Binokular in einem 16mm TV-Nagler, einen Jupiter mit einem 12" Newton gesehen habe, welcher übersät war mit Details und unterschiedlichsten Farben und mir das 16mm APM-Supermono kein besseres Bild lieferte.
Danach habe ich die Linsenzählerei aufgegeben.

Die Supermonos waren nicht nur super, sondern sind es immer noch. Allerdings bekommt man diese nicht mehr ohne weiteres. Sicherlich kommt es auch darauf an, an welchem Gerät und mit welchem Öffnungsverhältnis diese eingesetzt werden (trifft auch auf andere Okulartypen zu). Nicht alle Kombinationen funktionieren.

Ich habe jedenfalls kein anderes Okular gesehen, welches in punkto Schärfe und Kontrast mehr überzeugen konnte. Bestenfalls waren diese in etwa knapp ebenbürtig.

Du hast natürlich recht, wenn du die größte Schwäche (Gesichtsfeld) ansprichst. Da können die Supermonos wirklich nicht punkten und am Mond würde ich sie auch nur für Detailbeobachtung an kleinsten Strukturen einsetzen. Für die Planetenbeobachtung ist ein möglichst großes Gesichtsfeld nicht ganz so relevant. Mir kommt es hier auf maximalen Kontrast, Schärfe und Farbreinheit an. Es macht halt schon einen Unterschied, ob ich schwächste Möndchen nahe der hellen Planetenscheibe noch wahrnehmen kann oder eben nicht (siehe mein letztes Statement).

So macht jeder seine individuellen Erfahrungen., welche durchaus unterschiedlich sein können. Die Beobachtungsziele sind ja auch nicht immer vergleichbar. Das 16er Supermono kenne ich jetzt nicht, möchte ich an dieser Stelle noch bemerken, kann daher auch nichts dazu sagen.

Viele Grüße
Werner
 

Kerringa

Mitglied
Das Leica-Zoomokular ist ein Spezial-Okular welches in erster Linie für extrem kurzbrennweitige, zweilinsige Refraktorobjektive entwickelt wurde.
Hallo Peter, woher stammt deine Kenntnis, dass das Leica Zoomokular für zweilinsige Objektive entwickelt wurde? Die entsprechenden Leica APO Spektive haben zumindest dreilinsige Objektive. Insofern denke ich nicht, dass es speziell für zweilinsige Objektive entwickelt wurde.
Es wäre von Leica unvernünftig, es für die zweilinsigen, einfacheren Spektive zu rechnen, um dann die Kunden der dreilinsigen APO-Objektive zu verprellen.
Ich benutze es sowohl terrestrisch an einem dreilinsigen Leica APO-Televid als auch astronomisch an verschiedenen Spiegel- und Linsenoptiken von f/4,8 bis f/12.
Am Spektiv erscheint es mir ab 50-fach nicht mehr ganz so scharf. Allerdings mit meinen Intes Mak 6" f/12 empfinde ich es bei der Planeten- und Mondbeobachtung mit rund 250-fach als scharf und kontrastreich.

VG Hans-Jürgen
 

klaus_lehmann

Mitglied
@Quanten: ich weiß genau was Du meinst, deshalb beobachte ich Planeten nur noch binokular. (Ich bin mir aber nicht sicher, ob Gerd das befriedigt wenn die Schlusfolgerung lautet: kauf Dir ein Bino. :)) Die Ausgangsfrage von Gerd drehte sich um Reflexe im Okular, die übrigens auch bei meinen Edmund RKEs immer wieder mal auftreten. Insofern ist eine sehr gute Vergütung und evtl. die Reduktion von Glas-Luft-Flächen sicher ein guter Ausgangspunkt. Ich kann mich tatsächlich bei den Pentax XF Okularen an keinerlei Reflexe erinnern, weder am C8 noch an anderen Geräten. Und im Gegensatz zu den Monocentrics sind diese auch noch offiziell erhältlich und bezahlbar.

CS Roman
 
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