Optimierung der Obstruktion eines C8 „vor Fastar“ und eines C8 „mit Fastar“

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Ehemaliges Mitglied 78007

Hallo liebe Sternfreunde,

ich wollte mir ein C8 zulegen. Die SCT haben von Hause aus allerdings eine relativ hohe Obstruktion in der Eintrittspupille. Da ich bereits die herstellerseitig ausgelieferte Obstruktion zweier Maksutovs verbessern konnte, wollte ich mir die Option für ein SCT offenhalten. Bei der Suche nach technisch-optischen Informationen zum C8 bin ich auf dieser Seite von Bernard Bayle fündig geworden. Diesen Angaben zufolge hat

(C8 ohne Fastar)
der Sekundärspiegel einen Durchmesser von 52,8mm
das Sekundärblendrohr einen Durchmesser von 71,6mm
die Bohrung in der Schmidt-Platte einen Durchmesser von 67mm

Die herstellerseitige Obstruktion berechne ich dann zu mindestens 203mm : 71,6mm = 35,27%
Optimieren könnte ich bestenfalls auf 203mm : 67mm = 33%

Auf dieser Seite von Roger Vine fand ich zur neueren Generation mit Fastar folgende Informationen.

(C8 mit Fastar)
der Sekundärspiegel hat demnach einen Durchmesser von 64mm
das Sekundärblendrohr demnach einen Durchmesser von 80mm

Herstellerseitig berechne ich die Obstruktion dann zu mindestens 203mm : 80mm = 39,41%

Leider kann ich weder den Bohrungsdurchmesser des Vor-Fastar-C8 verifizieren, noch den des Fastar-C8 in Erfahrung bringen.

  • Wer kann nachmessen? ohne Ausbau, nur ungefähr nach Sicht, so gut es geht?

Die Interpretation von einigen Fotos nährt nämlich den Verdacht, dass die Schmidt-Bohrung für die Fastar-Generation vergrößert wurde.

Vielen Dank schon mal für euer Bemühen.

Grüße, *entfernt*
 
Hallo Reinhold,


ich kann Dir die Frage nicht beantworten hier aber mal ein Hinweis zu einer anderen Engstelle beim C8 evtl macht das eine Optimierung vorne überflüssig.

Abschattung beim C8


Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix,

besten Dank für den link auf das Thema Abschattung. Das habe ich komplett durchgelesen. Sehr interessant.

Der Bohrungsdurchmesser der Schmidt-Platte entscheidet darüber, ob überhaupt was geht. Wenn der Bohrungsdurchmesser bereits so groß ist, dass ich bereits technisch-mechanisch nicht unter 38% komme, dann brauche ich erst gar nicht über Optimierung nachdenken und kaufe was anderes.

Wenn allerdings der Bohrungsdurchmesser so klein ist, wie es für ein Schmidt-Cassegrain gerade noch so optisch möglich ist, dann ergeben sich durchaus Optimierungsmöglichkeiten.

Dann würde ich nicht nur die Eintrittspupille optimieren, sondern auch auch die Gestaltung des hinteren Blendrohres und den Durchmesser der Überwurfmutter des Hauptspiegels optimieren. Davon profittierte auch die Vignette.

Schlußendlich bin ich mir im Klaren darüber, viel mehr lässt sich aus Kontrastübertragungssicht und Vignette aus einem C8 nicht herauskitzeln. Die Grenzen der Möglichkeiten sind mir bekannt. Aber wenn ich eines der verschiedenen Modelle des C8 kaufe, dann das mit dem geringstmöglichen Obstruktionspotenzial für einen SCT.

Viele Grüße, *entfernt*
 
Hallo Reinhold,


ich bin gespannt was sich da noch heraus holen läßt, bei einigen Maks habe ich die Blende gekürzt oder ganz ausgebaut das bringt teilweise einiges, dann bleibt wie Du schreibst Die Überwurfmutter am HS. Beim 6"f12 Cassegrain von TS ragt die zylindrische Blende am Sekundärspiegel etwa 22mm in den konischen vom HS kommenden Strahlenkegel die habe ich entsprechend gekürzt und bin seit dem recht angetan von dem kompakten Teil.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix,

beim C8 mit dem kleinen Sekundärspiegel gehts wegen der Bohrung in der Schmidt-Platte nie besser als ~33%. Kontrastübertragung und Vignette profitieren davon. Allerdings habe ich noch keinen und suche derweil noch.

Aktuell habe ich einen „unbehandelten“ Meade M6, dessen Sekundärspiegelblendrohr auch „zu groß“ geraten ist.

Wie hast du das Blendrohr gekürzt?

Bei den anderen Maksutovs hatte ich den Klebstoff des Blendrohres mit Aceton entfernt. Ich meine auf einem Meniskus Schlieren zu sehen, die ich so ohne weiteres nicht entfernen kann. Deren Entstehungsursache ist mir nicht ganz klar. Unreines Aceton? oder gelöster Klebstoff nicht vollständig mit verdunstet? Und wie bekomme ich die Schlieren jetzt weg? Momentan lebe ich damit, weil in der Durchsicht nicht zu bemerken, nur in der peniblen Schrägsicht.

Daher wollte ich diesmal die komplette Entfernung vermeiden und nur kürzen. Nur wie? dass es sauber ausschaut? hochdrehende Diamantsäge umlaufen lassen?

Viele Grüße, *entfernt*
 
Vorweg, ich habe zwar keine Ahnung von den Einzelheiten, aber ich wollte hier nur mal loswerden, dass ich es extrem erstaunlich und toll finde, dass Menschen wie ihr selbst „Out of the Box“ Systeme noch verändern und verbessern.

Ich persönlich würde mich das niemals trauen. Ich bin deshalb gespannt auf weitere tolle Berichte und Modifikationen!

Vielen Dank.

Noch ein kleiner Nachtrag. Ich habe bisher mit starkem Interesse die „Verschlankung“ von Vixen VC200L Fangspiegelstreben verfolgt und wie sich die effektive Öffnung durch diese Aktion erheblich steigern lässt. Begrüßenswerter Nebeneffekt ist die starke Verringerung der Spikes.
 
Hallo Reinhold,


beim Cassegrain ist die Blende ein Aluteil mit etwa 2mm Wandstärke. Ich hab die ganze Sekundärspiegeleinheit ausgebaut und da der Sekundärspiegel schon ab Werk eingeklebt war (das scheint bei frühen Exemplaren nicht der Fall zu sein) diesen abgedeckt und das ganze Teil in vorsichtig in ein Holzprisma gespannt und mit einer feinen Handsäge abgesägt. Anschließend flachgefeilt und entgratet, Lack drauf getupft und wieder rein. Der Unterschied vorher und nachher an M42 war erstaunlich, ein Bresser 127/1900 Mak diente als Vergleich.

Gefunden habe ich die Engstelle folgendermaßen: eine Glasscheibe auf die Tubusöffnung legen und dann mit einem plan aufgesetzten ganz normalen Justierlaser die Öffnung abfahren. Man sieht dann wo der Laser hängen bleibt und wo nicht. Beim 6"f12 Cassegrain fiel der Laser außen auf die Sekundärspiegelblende wenn ich außen etwa bis 10mm vom Rand entfernt auf den HS geleuchtet habe. Hab die Stelle wo der Laser außen auf die Blende fällt markiert und dann wegen des konischen Strahlenkegels entsprechend der Wandstärke x Öffnungsverhältnis des HS f3 ca 6mm mehr abgesägt - insgesamt etwa 22mm. Streulicht oder so gibt es nicht mehr als vorher, die Verblendung ist ansonsten auf Kante genäht perfekt!

Bei den Maks habe ich zum Meniskus schrubben Nitroverdünnung für 2K Lack verwendet die verdunstet recht rückstandsfrei...:affemund:

Dieser Kleber ist aber auch ein schwabbelige Schweinerei...


Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix,

[…] eine Glasscheibe auf die Tubusöffnung legen und dann mit einem plan aufgesetzten ganz normalen Justierlaser die Öffnung abfahren. Man sieht dann wo der Laser hängen bleibt und wo nicht. […]

so kann man die Obstruktion exakt ausmessen und beziffern. Ich habe dazu auf die Glasplatte eine papiernes Maßband aufgeklebt. Ein Instrument hat derart gemessen ungefähr 35% Durchmesserobstruktion, obwohl rein vom Fangspiegeldurchmesser her gesehen rechnerisch 25% drin wären. Sobald ich das Instrument von seinem Fangspiegelblendrohr befreie, berichte ich hier davon. Das braucht noch etwas, weil in der Prioritätenliste nicht ganz vorne.

Da man Optiken auch mit 90%-Ethanol, reinst, unvergällt, reinigt, will ich mal austesten, ob sich der Kleber auch mit Ethanol lösen läßt. Nitro und Aceton gehen auf jeden Fall. Alles was ich bislang sah, war mit einem doppelseitigen Klebebandring befestigt.

Viele Grüße, *entfernt*
 
Das Fangspiegelblendrohr hat im Regelfall eine wichtige Funktion - es soll u.A. auch Falschlicht, welches am Fangspiegel vorbei in das Hauptspiegelblendrohr/OAZ einfällt, ausblenden. Es gab mal einen Thread zu einem RCassegrain von der Stange, da war das konische Fangspiegelblendrohr zur kurz - mit dem Ergebnis, dass man bei schrägem Blick durch den OAZ am Fangspiegel vorbei den Himmel gesehen hat. Behoben wurde die Sache dann am Hauptspiegelblendrohr, das eine zusätzliche Blende bekam/im Durchmesser reduziert wurde.
Meine Befürchtung wäre, dass mit solchen Umbaumaßnahmen an einem vernünftig(!!) konstruiertem Teleskop man mehr Schaden anrichtet, als dass es hilfreich ist...

viel Erfolg
 
Klar, Eingriffe in die Systemkonstruktion wollen bis zum Ende durchdacht sein. Beispielsweise kann eine verlängerte Taukappe dann Pflicht werden, die der Hersteller vermeiden wollte.
 
Hallo Leute,


bei einem vernünftigen Gerät sollte man schon sehr genau schauen ob man da wirklich was verbessert oder nur für unerwünschtes Licht sorgt. Bei den günstigen Optiken aus Fernost ist oft die Optik am Preis gemessen super aber an der Auslegung der Blenden scheitert es hier und da und da ist manchmal erstaunlich einfach Abhilfe möglich. An einem Mewlon würde ich sicher nicht herumsägen...;)

Beim 127/1900 Bresser Mak gab es nach dem Entfernen der Blende am Meniskus folgendes Phänomen: die Tagblindheit nahm zu was sich aber mit einer sehr langen Taukappe ausschalten läßt. Dafür hat man am Mond nicht mehr die glänzende Kegelförmige Blende an deren Oberfläche das Licht streifend entlang fällt im Blickfeld - der Kontrast verbessert sich da deutlich. Der aufegdampfte Sekundärspiegel ist groß genug so daß der Mond das zentrale Blendrohr nicht von innen beleuchtet.

Reinhold die Idee mit einer Skala auf der Glasscheibe ist gut das werde ich übernehmen! Ich kenne auch nur die Klebebandkringel. Der besagte Thead zum RC ist gerade wieder in Preise und Markt nach oben gespült worden...


Viele Grüße Felix
 
Meine Befürchtung wäre, dass mit solchen Umbaumaßnahmen an einem vernünftig(!!) konstruiertem Teleskop man mehr Schaden anrichtet, als dass es hilfreich ist...

Hallo Roland,

ich wollte deine Befürchtung noch ein wenig vertiefen und am C8 festmachen.

Die eine Generation C8 hätte 36% Obstruktion, die andere Generation hätte 40% Obstruktion. Ich bin gerne visuell unterwegs und bevorzuge kurzbauende Instrumente. Ob dieser Obstruktionswerte zucke ich vor einem Kauf zusammen. Der Instrumentenbauer in mir überlegt vor dem Hintergrund seiner Möglichkeiten, ob er daran etwas ändern kann.

Ein herstellerseitig falschlichtfest ausgelegtes 36% Instrument durch Umbau auf auch falschlichtfeste 33% zu drücken, legt natürlich ob des Aufwandes die Sinnfrage nah.

Ein herstellerseitig falschlichtfest ausgelegtes 40% Instrument durch Umbau auf auch falschlichtfeste 33% zu drücken, rechtfertigt schon eher den Aufwand. Wenn es denn machbar ist und die Bohrung in der Schmidt-Platte nicht zu groß ist.

Und das Ganze spiegele ich noch am Anschaffungspreis. Das an einem neuen OTA für sagen wir 1500€ zu machen käme mir eher nicht in den Sinn. Wenn der OTA gebraucht allerdings nur 450€ kostet, überlege ich mir schon, da noch 200-300€ für Dreharbeiten reinzustecken, um einen 33% Schmidt-Cassegrain zu bekommen.

Die Frage in meinem Thema zielt im Hintergrund darauf ab, welchen Durchmesser die Bohrung in der Schmidt-Platte der neueren Generation hat. Ich finde im aktuellen Gebrauchtmarkt praktisch kaum OTAs der Vor-Fastar-Generation. Praktisch immer mit Gabel und damit zu einem zu hohen Preis.

Viele Grüße, *entfernt*
 
[…] bei einigen Maks habe ich die Blende gekürzt oder ganz ausgebaut das bringt teilweise einiges, dann bleibt wie Du schreibst Die Überwurfmutter am HS […]
Hallo Felix,

am Rande, letzte Woche hatte ich den Meade M6 150/1800 UHTC von der Konusblende am Meniskus befreit. Die effektive (von mir nach Augenschein auf Papier gemessene) Obstruktion sank von ~33,5% auf ~28,5%. Mit SCTn nicht machbar.

Grüße, *entfernt*
 
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Hallo Reinhold,


das ist beim 127/1900 Bresser Mak ähnlich da läßt sich auch einiges holen ich weiß aber nicht mehr wie viel genau. Ich glaube von etwas über 50 auf 42mm oder so ähnlich. Da ist auch die Mutter am HS bzw. die Lände des zentralen Blendrohres ausschlaggebend. Interessant wird das so zwischen f18...f20 das läßt sich sich wirklich mit geringer Obstruktion bauen. Gibt es eigentlich die Spiegelsätze von Ottiche Zen noch, weiß Du da was?


Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix,

der Bresser Mak 127/1900 ist nach allem, was ich in Erfahrung bringen konnte und an Hand von Fotos vergleichen konnte, baugleich mit dem Meade ETX-125 OTA 127/1900. Der Hauptspiegel des ETX hat einen inneren Durchmesser der spiegelnden Fläche von 38mm.

Wenn man mit allen Tricks und mechanischen Möglichkeiten wie Kleben arbeitet, wird die Obstruktion bestenfalls auf 29,92%, also 30% reduziert. Mehr geht nicht. Das wäre schon ein super Wert für einen so kleinen Mak.

Meade hatte stets, relativ zu den Mitbewerbern gesehen, kleinere Spiegelflecke. Daher können ATMler bei diesen Teleskopen durch Entfernen des übergroßen Blendkegels und Neugestaltung des Direktlichtschutzes einiges optimieren.

Ottiche Zen war oder ist mir ein Begriff, weil ich viel im italienischen web unterwegs war. Mehr weiß ich leider nicht. Hier ist so ein Mak mit beschriebenen 25% Obstruktion.


Viele Grüße, *entfernt*
 
[…] Da man Optiken auch mit 90%-Ethanol, reinst, unvergällt, reinigt, will ich mal austesten, ob sich der Kleber auch mit Ethanol lösen läßt. Nitro und Aceton gehen auf jeden Fall. Alles was ich bislang sah, war mit einem doppelseitigen Klebebandring befestigt. […]

[…] Bei den Maks habe ich zum Meniskus schrubben Nitroverdünnung für 2K Lack verwendet […]

Hallo Felix,

also mit Nitro wollte ich das machen, diesmal nicht mit Aceton, und dann dachte ich mir, probiere es mal mit dem 90% Ethanol, da mir die Wirkung von Nitro bereits bekannt ist.

- Um den Konus herum habe ich Papiertaschentücher gelegt, damit beim Durchbruch nichts in den Fassungsrand läuft.
- In den Konus habe ich etwas 90% Ethanol gegeben und dann den Meniskus geschwenkt.
- Es hat etwas gebraucht, und dann konnte ich den Konus abziehen. Es blieb nichts an Klebstoff am Spiegelfleck hängen.

Beim Entfernen des Konus vom Meade ETX-125 mit Aceton, blieb reichlich Klebstoff am Spiegelfleck hängen. Ich vermute, das Aceton hat schneller den Schaumstoff des doppelseitigen Kleberinges aufgelöst hat, als den Kleber zu schwächen.

Viele Grüße, *entfernt*
 
Hallo Reinhold,


ich denke auch daß der Bresser Mak und das Meade ETX bis auf den hinteren Tubusdeckel und die Lackierung vollkommen identisch sind. Ich konnte mir beide OTAs mal auf dem ATT oder so recht genau anschauen da war einfach alles gleich. Ich weiß gar nicht mehr genau ob der Trichter Vignettierung verursacht ich meine aus der Erinnerung heraus paßt das - das heißt beim 127/1900 ließe sich der Becher auch einfach kürzen um auf 42mm Durchmesser zu kommen. Dann fällt das Licht halt immer noch an der glänzenden Innenseite des Trichters entlang.

Das mit dem Äthanol werde ich mal testen das hört sich sinnvoll an. Aceton und auch Nitroverdünnung setzen dem Kleber und dem Schaumstoffkringel gleichermaßen zu das geht zwar sehr schnell ab ist aber immer mit viel vorsichtiger Nachbehandlung verbunden bis der letzte Schmier verschwunden ist.


Viele Grüße Felix
 
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