Moinmoin,
also ich hab mir den Gaßner jetzt mal dazu angeschaut. Oh liebe Zeit! Der gute ist ja sehr sympatisch, aber rhetorisch eine Katastrophe! Sein Rede"fluß" läßt jeglichen roten Faden vermissen und er schweift ständig in irgendwelche "Seitenstraßen" ab, von der er gleich in die nächste abbiegt. Grau-en-haft!
Ok, dann hätte ich mal ein paar Fragen zur Sonnensegel-Hypothese:
1. dieselbe Beschleunigung durch Sonnenwind hätte Oumuamua auch auf dem Hinweg zur Sonne erfahren müssen, denn der SW bläst statistisch ja in alle Richtungen gleich ab (meine Annahme). Wurde diese Bremsbeschleunigung auch gemessen?
2. dünne Struktur, große Fäche (vglb. Blatt Papier): ein solches Gebilde könnte sich tatsächlich nahezu ungebremst durch SW auf die "Windquelle" zubewegen, indem es ihr die schmale Seite zeigt. Diese Orientierung wäre aber nur dann stabil, wenn das "Blatt" um seine trägste Achse rotiert. Rotiert es nicht, klappt es um und präsentiert der SW-Quelle die größte Fläche, erführe also maximalen Widerstand. Durch die etwa rechtwinklige Bahnänderung durch den Grav-pull der Sonne und die stabilisierende Wirkung der Rotation würde sich die große Fläche der SW-Quelle präsentieren und tatsächlich maximal den SW abschöpfen. Dann hätte man aber diese Lichtschwankung nicht so beobachten können, wie man es beobachtet hat UND beim Abflug hätte das "Blatt Papier" einen dramatischen Helligkeitszuwachs zeigen müssen. Hat es das?
3. man lasse mal ein Blatt Papier aus dem Fenster fallen und beobachte den Sinkflug. Was passiert? Es überschlägt sich und will stets die Breitseite in den Wind stellen. Man mache dasselbe mit einer Holzlatte. Die kommt sogar ins Rotieren. und zwar um ihre Längsachse (Weltall ist kein absolutes Vakuum!). Das würde zu den periodischen Helligkeitschwangungen passen. Aber dann hätte dieselbe, positive Beschleunigung, die das Objekt beim Abflug erführe, auch beim Anflug gewirkt haben müssen, nur eben abbremsend. Hat man das gemessen? (siehe 1.)
Das Segel halte ich für einigermaßen unwahrscheinlich. Natürlich nicht ausgeschlossen. Alternative, Magnus-Effekt: der angeschnittene Fußball, Tennisball, etc. fliegt in einer gekrümmten Bahn, das kennen wir alle. Voraussetzung: ein Medium, in dem es sich bewegt. Das Objekt muß dazu auch nicht eine exotische Zigarrenform haben, sondern dürfte klassisch ründlich bleiben, was die wohl einfachere Bauform da draußen ist. Wäre die Partikeldichte in einem Sonnensystem hoch genug, um eine Bahnänderung erklären zu können? Dazu müßte der Ball nur schnell genug rotieren und auf einer Seite heller, auf der anderen dunkel sein (im Verhältnis 9/1 wie ja gemessen wurde). Im eigenen Sonnensystem haben wir solche Objekte. Dann wären auch die Helligkeitschwankungen erklärt. Aus der gemessenen Frequenz der Schwankung und der gemessenen Bahnabweichung könnte man ja die nötige Oberflächengeschwindigkeit ausrechnen (bei gegebener Mediendichte um die Sonne) und daraus die Größe des Objekts. Oder?
Gruß,
Okke