Oumuamua doch künstlich?

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Ganz im Ernst, Leute, ob jemand ein Märchen-Gläubiger ist oder nicht, werden wir vielleicht morgen, vielleicht erst in 100 oder 1000 Jahren wissen, und bis dahin sollte man nicht den "Ihr-seid-Dummerln-Stempel" schwingen und jedem Andersdenkenden auf die Stirn knallen.

Hier geht es um konkreten Fall: Oumuamua.
Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder ist es natürlichen Ursprungs oder es ist eines außerirdischen Ursprungs. Beide Möglichkeiten kann man nicht überprüfen/widerlegen. Nach Ockhams Prinzip nimmt man die erste Möglichkeit.
Alles andere bleibt nur Märchen glauben.

Und wenn in 100 Jahren wir jeden Tag Besuche von Außerirdischen bekommen, ist es immer noch in Bezug auf Oumuamua ein Märchen-Glauben, denn überprüfen können wir eh nicht und die 1. Möglichkeit bleibt immer noch die bessere nach Ockham.

Viele Grüße
Alex
 

Hm... nach Ockhams Prinzip und Deiner sprachlichen Auslegung war die Erde von 4000 Jahren eine Scheibe, weil keiner die Kugel sah, und wer aus einem völlig unerfindlichen Grund von einer Kugel sprach, war ein Märchenerzähler... ;)

Auch Giordano Bruno wurde auf einem Scheiterhaufen verbrannt, weil die "Ockham-Idee der Kirche" dagegen war, dass die Punkte da oben in der Nacht Sonnen sind...

abgesehen davon gebe ich Dir recht, dass die erste Idee einer Erklärung nicht per se die unwahrscheinlichere sein sollte - aber der Begriff "Märchen" sollte dabei nicht im Sinne von "Gegenteil von wahrscheinlich" verwendet werden... ;)

Das Gegenteil von größerer Wahrscheinlichkeit ist eine statistisch oder logisch weniger wahrscheinliche Alternative, die damit aber nicht automatisch ein Märchen ist, sondern eine andere Möglichkeit. :)

lg
Niki
 
Hallo,

das ist eigentlich ein ganz interessanter Thread hier, finde ich. Mal was anderes hier im Astronomieforum als sich über die mögliche Qualität von 250.-Euro-Refraktoren zu streiten (jetzt bitte keinen Shitstorm - ich will das keinem verleiden).

Niki, ich denke Du wirfst hier etwas durcheinander. Es geht nicht darum, ob wir es prinzipiell für möglich halten, daß es irgendwo, irgendwann raumfahrtreibende Aliens im All gab oder gibt. Das würde ich nicht als Märchen bezeichnen. Sondern es geht konkret darum, ob es wahrscheinlich ist, daß ausgerechnet Oumumua als erstes interstellares Objekt, was wir entdecken, ein außerirdisches Artefakt ist, weil es sich seltsam verhält. Aufgrund unserer Datenlage außerirdische Intelligenzen betreffend ist das mehr als unwahrscheinlich - nicht unmöglich, aber sehr sehr unwahrscheinlich. Und wer so tut, als wäre das auf einem Level wie andere wahrscheinlichere Erklärungsversuche, die schon an anderen natürlichen Objekten beobachtet wurden, erzählt halt Märchen.

Viele Grüße

*entfernt*
 
Heiko, da muss ich trotzdem dagegenhalten. ;)

Das Gegenteil von einer "wahrscheinlichen Erklärung" ist für mich definitionsgemäß eine "unwahrscheinliche Erklärung", das Wort "Märchen" ist für mich ein unnötig (ab)wertender Begriff von anderen Ansichten in diesem Zusammenhang.

Wenn wir alle schon so wissenschaftlich korrekt sein wollen, dann würde ich auch emotional besetzte Wörter wie "Wahrheit" oder "Märchen" herauslassen. Letztlich wissen wir allesamt hier nicht wirklich viel, wir haben eine Datenlage, die als "Faktenlage" bezeichnet wird und nach bestem Wissen und Gewissen mit einer Wahrscheinlichkeit der Auslegung dieser "Fakten" interpretiert wird - dadurch wird es nicht zu einem Wissen, sondern zu einer für uns (Homo sapiens sapiens und mehr auch schon wieder nicht) derzeit plausiblen Erklärung.

Wir leben im Mittelalter von morgen, und sind daher vom Jahre 3500 aus gesehen eine Gesellschaft, die noch in der Eisenzeit lebt. :) Bei allem Respekt für das, was wir in 15.000 Jahren an Erkenntnis (und falschen Hypothesen) hervorgebracht haben. Im Übrigen glaube ich nicht, dass das Objekt ein Raumschiff ist, aber ich bin kein Wissenschaftler und es ist einfach meine persönliche Meinung. ;)

lg
Niki
 
Moin,

ich versuchs mal...
1. die Wahrscheinlichkeit, daß Oumuamua eher rund anstatt stabförmig ist, ist eigtl größer, rein statistisch betrachtet.
2. die periodischen Helligkeitsschwankungen kommen dann am wahrscheinlichsten von einer halbseitigen dunkel/hell "Beschichtung". Entweder schwarzer "Adler" auf hellem Grund oder weißer "Adler" auf schwarzem Grund. Nicht ganz unmöglich wäre auch ein zusammengebackener Hybrid aus je einem hell bzw dunklen Material.
3. sofern man tatsächlich eine Beschleunigung - wie schwach/stark auch immer - beobachtet hat, könnte diese immer dann passiert sein, wenn die dunkle Seite der Sonne zugewandt war und so ebenso dunkles Material gen Sonne gepustet haben. Schnöder Impulssatz. Ganz KI-frei. Und, vllt hat das weggepustete Material in der Hitze kurz aufgeglüht und wurde von uns als Das Aufleuchten beobachtet? Wäre Kohlenstoff ein geeignetes Material, um die o.g. Bedingungen zu erfüllen?
4. Was ist die helle Seite dann? Vrmtl eine Beschichtung, aus... CO2-Schnee, wenn man von C ausgehen will? Der Sauerstoff dafür könnte von jeder beliebigen planetarer Nebel Bildung gekommen sein. Die nur einseitige "Bespuckung" paßt auch zum Szenario. Was passiert mit Brocken in der Oortschen Wolke, wenn denen die Sonne eines Tages um die Ohren fliegt? Da geht bestimmt einiges auf die Reise. Ob sich der Schnee hält? Hmm eher nicht. Natürlich könnte helles Material auch jedes beliebige andere Oxyd sein. Wer weiß was dem Ding unterwegs da draußen so alles widerfahren ist? ;)


Freilich würde obiges auch ganz ohne halbseitige Beschichtung sowohl auf Zigarren-förmige als auch Kartoffelpuffer-förmige Gebilde zutreffen. Nur, wie wahrscheinlich ist eine solche Form bei der vermuteten Größe?

Und, woher und von wann kommt es? Welches Ereignis in der Nähe könnte Oumuamua auf die Reise geschickt haben. Findet man keins, sucht man halt weiter weg. So wirklich in der Nähe gibts glaub ich keine geplatzten Sterne, eher so ab ein paar 1000 LJ. Da ist man so als Drifter schonmal ein paar mio Jahre unterwegs... Die Bewegung da draußen ist ja bekannt, es müßte sich doch rekonstruieren lassen, wo der herkam oder genügen die verfügbaren Bahndaten nicht für eine befriedigende Genauigkeit einer solchen Untersuchung?

Eine Sonde, also eine künstliches Gebilde, halte ich für so unwahrscheinlich, daß ich persönlich die Frage, wenn da einer war, kommt da noch was nach? viel spannender finde. Wie groß ist der Anteil an Teleskopen, die senkrecht zu anstatt in der Ekliptik ausgerichtet sind, besonders jene, die auf Kometensuche aus sind? Ich vermute mal, gering. Ob es wohl interessant wäre, mal in Flugrichtung der Sonne zu schauen? Könnte es sein, daß das Sonnensystem sogar gewissermaßen von allerlei " Gerümpel durchregnet" wird, so alle paar tsnd Jahre mal einer, bald hier bald dort? Kommt der "Regentropfen" nahe an die Sonne, sehen wir ihn. Sonst........? Link zur Grafik: https://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a050.gif ...nicht ? Link zur Grafik: https://www.cosgan.de/images/smilie/frech/e020.gif
Man könnt ja mal gucken... fragt sich, womit? In welchem Spektralbereich würde man die Dinger schnappen können?
Radio war nix, oder? Trotzdem, da bliebe ich mal dran. Haben wir zu Hauf am Planet und ist recht empfindlich. Man warte einen großen CME der Sonne ab und verfolge diesen auf seinem Weg durch den Raum. Er läßt sich wie ein Radarstrahl nutzen, dessen Echo wir auffangen könnten, sobald dieser auf etwas hinreichend großes gestoßen ist bzw damit interagiert. Zb elektrisch, Ladungsaustausch, Radiowelle, bingo!
Nur so als Idee. Je nach Anzahl der Bingos ... kann man dann ja Schlüsse ziehen. Kostet auch "nix", es ist ja alles Equipment vorhanden. Beobachtungszeit halt, klar. Einen Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars, zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars... Link zur Grafik: https://www.cosgan.de/images/smilie/frech/r040.gif


Zumindest kommen einige Zutaten für nen abgefahrenen Kinofilm zusammen!:cool:

Ohgoddogott wasn Roman, sorry

Gruß
Okke ;)
 
Hallo Nikki,

nichts für ungut, aber die Tatsache, daß man früher einige Theorien für falsch hielt, die sich später als richtig heraustellten, heißt nicht, daß eine Theorie die man heute für falsch hält, sich später als richtig heraustellen muß. Die Menge an möglichen falschen Theorien ist deutlich größer als die richtiger Theorien. Da ist es kein Fehler, wenn man versucht die Theorien nach Wahrscheinlichkeit zu sortieren und erst mal den Wahrscheinlicheren nachgeht. Ich könnte ja auch behaupten, Oumuamua sei aus einer Quantenfluktuation materialisiert ähnlich wie ein Boltzmann-Hirn. Müßte man dieser Theorie nachgehen? Kann man sie physikalisch ausschließen - außer mit Wahrscheinlichkeitsüberlegungen?
Einen etwas geltungssüchtigen Harvard-Professor mit einer halbseidenen Theorie auf eine Stufe zu stellen mit Personen, die für ihre Überzeugungen ihr Leben liesen ist auch etwas daneben.

Gruß

*entfernt*
 
die Tatsache, daß man früher einige Theorien für falsch hielt, die sich später als richtig heraustellten, heißt nicht, daß eine Theorie die man heute für falsch hält, sich später als richtig heraustellen muß.

Das hab ich ja auch nicht behauptet - ebensowenig wie das Gegenteil... ;)

Einen etwas geltungssüchtigen Harvard-Professor mit einer halbseidenen Theorie auf eine Stufe zu stellen mit Personen, die für ihre Überzeugungen ihr Leben liesen ist auch etwas daneben.

Ich hätte Deine Formulierung "ist auch etwas daneben" wahrscheinlich etwas empathischer gestaltet, ich sage ja auch nicht, dass Deine Beispiele "daneben" sind. Man muss ja keine persönliche Wertung in die Diskussion bringen, man kann ja auch sachlich bleiben.


Im übrigen: Ich habe auch nicht einen Havard-Professor mit Bruno auf eine Stufe gestellt, sondern geschrieben, dass die Kirche ihn dafür verbrannt hat, weil er die Sterne für Sonnen hielt (und das Weltall übrigens für belebt) - und eben darum, weil die Kirche Brunos Idee für unwahrscheinlicher hielt, als die Idee, dass die Sterne einfach nur "Sterne" waren (was immer das dann auch sein sollte). Der Professor kam in meiner Geschichte also gar nicht vor, Heiko. :)

Ob jener Havard-Professor geltungssüchtig ist, kann ich ebenfalls nicht beurteilen, also unterstelle ich ihm das auch nicht. Ich kenne ihn schlicht und einfach nicht und habe keine Fakten, die das jetzt ad hoc untermauern. ;)

lg
Niki
 
Hi,

ich bin da voll und ganz bei Dir Nikki. Zeitgenossen die polemisieren und diffamieren wirken oft nicht wirklich überzeugend.
Wenn wir uns an die wissenschaftlichen Fakten halten ist Harvard Theorie sogar die wahrscheinlichere.

Gruß Jens
 
Hallo Niki,

in Diplomatie und Emphatie stehe ich als Oberhesse Jörg (Optikus) als Westfale in nichts nach. Da ist man manchmal etwas direkt. Sehe es mir nach :)
Oumuamua ist jetzt durch (im wahrsten Sinne des Wortes). Da wird wohl keiner mehr so schnell etwas feststellen können. Wer daran glauben will, daß Oumuamua ein Lichtsegel war, wird sich davon so schnell sowieso nicht abbringen lassen.Vielleicht erfahren wir dann mehr bei den nächsten interstellaren Kumpen, wenn wir an der richtigen Stelle schauen (ob man CMEs als Radar nutzen kann wie Okke vorschlägt weiß ich nicht).
Was bleibt, ist die Frage was wissenschaftliche Veröffentlichungen (auch und besonders populärwissenschaftliche) heute noch Wert sind, wenn immer mehr der Aspekt der öffentlichen Aufmerksamkeit in den Vordergrund tritt und das dann auch über Wissenschaftsfinanzierung entscheidet. Für mich als interessierten Laien ist es sehr schwer zu unterscheiden ob z.B. eine reißerisch veröffentlichte Idee jetzt der vermeindliche Durchbruch zur "Theorie von Allem" ist oder doch nur eine weitere unbewiesene Idee unter vielen oder ob die zweite Erde gefunden ist oder ob man wirkliche Spuren von Leben woanders gefunden hat oder ob man ab jetzt genaue Wettervorhersagen machen kann oder man ein Heilmittel gegen Krebs gefunden hat oder oder oder.
Wie oft wurden da in den letzten Jahren Ankündigungen gemacht die sich so anhörten "als ob" und dann war nicht viel dahinter. Natürlich geht die Erkenntnis in kleinen Schritten voran, aber muß man das jedes Mal aufblasen als wäre damit jetzt mit Sicherheit das letzte Wort gesprochen? Die wissenschaftlichen Gegenindikationen stehen dann im Kleingedruckten, was kaum einer liest (ich auch nicht).
Das "Lichtsegel Oumuamua" reiht sich da für mich nur ein in immer mehr aufmerksamkeitsheischende Veröffentlichungen. Wenn Dir der Begriff Märchen nicht gefällt, dann einigen wir uns auf das modernere "Science Fiction".

Gruß

*entfernt*
 

... bis einem anderen Menschen eine andere These zur Erklärung der beobachteten Komischkeiten einfällt, die wahrscheinlicher ist. Als Ansporn dafür ist Loebs + Postdoc doch ideal, wie man sogar hier im Thread gut ablesen kann. Und wenn der Ansporn sogar noch dafür ausreicht, mehr und andere Beobachtungsinstrumente einzusetzen um in Zukunft Objekte mit komischem Verhalten genauer studieren zu können - so wie es Loeb ja auch u.a. anstrebte mit dem Artikel, siehe Interview - um so besser.

Es ist extrem nützlich, wenn sich einer aus seinem Harvardchefsessel heraus weit aus dem Fenster lehnt. Das Charakter-Übergewicht von engstirniger Kleinkariertheit, das diesem Fachgebiet wie angezüchtet innewohnt, wird besser ausbalanciert.
 
aber muß man das jedes Mal aufblasen als wäre damit jetzt mit Sicherheit das letzte Wort gesprochen?
Loeb&Co haben das nicht selbst "aufgeblasen".
Das "Lichtsegel Oumuamua" reiht sich da für mich nur ein in immer mehr aufmerksamkeitsheischende Veröffentlichungen.
Bloss, weil was im Spiegel+ZEIT u.ä. nicht-Fachpublikationen darüber steht? Und dass was drin steht und WIE dort was steht, lastest Du wahrhaftig den beiden Autoren an?
Dann ist doch Deine eingenommene Perspektive "Schuld" an Deiner persönlichen Wertung von 'aufgeblasen" und "aufmerksamkeitsheischend" und hat nix mit dem Artikel selbst zu tun. Oder?
 
Indem er damit an die Öffentlichkeit ging und zwar noch bevor die Arbeit in einem Fachjournal publiziert wurde

Wenn Du Dir den peer reviewed status nur z.B. der neuesten Galaxie-Aufsätze anguckst, siehst Du, wie normal genau das ist. Astrophysics of Galaxies authors/titles "new.GA"
Solche Gepflogenheiten müssen wir nicht kennen, die wir uns in dem Gebiet nicht täglich bewegen. Aber jetzt, da ich Dich darauf aufmerksam gemacht habe, kennst Du die Gepflogenheit.


Möchtest Du daraufhin nun Deine Bestätigung des von DocHighCo attestierten "aufgeblasen" zurücknehmen, ja oder nein? Du könntest Dir auch ein weiteres Argument ausdenken, um das "aufgeblasen" aufrecht zu erhalten.

Bleiben wir doch bitte da bei den Tasachen, wo sie offensichtlich sind.

Ja. Sehr gerne.
 
in Diplomatie und Emphatie stehe ich als Oberhesse Jörg (Optikus) als Westfale in nichts nach. Da ist man manchmal etwas direkt. Sehe es mir nach :)

;) ... lege Dich sozusagen nie mit einem Oberhessen an.
Ich sehe es Dir nach - auch wenn ich dann sozusagen das Nachsehen habe... ;)

Für mich als interessierten Laien ist es sehr schwer zu unterscheiden ob z.B. eine reißerisch veröffentlichte Idee jetzt der vermeintliche Durchbruch zur "Theorie von Allem" ist oder doch nur eine weitere unbewiesene Idee unter vielen oder ob die zweite Erde gefunden ist oder ob man wirkliche Spuren von Leben woanders gefunden hat oder ob man ab jetzt genaue Wettervorhersagen machen kann oder man ein Heilmittel gegen Krebs gefunden hat oder oder oder.

Da bin ich großteils bei Dir, die Medien sind Wirtschaftsunternehmen, und wir selbst sind kleine "Ich-AGs", die ihr Schicksal leiten. Die Medien tun jeden Tag so, als wäre mit der aktuellen Schlagzeile alles klar und die Welt endgültig erklärt... bis morgen halt. Morgen ist etwas noch wichtiger, und übermorgen auch...

Wenn Dir der Begriff Märchen nicht gefällt, dann einigen wir uns auf das modernere "Science Fiction".

Das ist besser, aber ich verteidige trotzdem meine Idee, das weniger Wahrscheinliche einfach"vermutlich unwahrscheinlicher" zu nennen. :)

lg
Niki
 
;) ... lege Dich sozusagen nie mit einem Oberhessen an.
Ich sehe es Dir nach - auch wenn ich dann sozusagen das Nachsehen habe... ;)
Niki

Du kannst Dich ruhig mit einem Oberhessen anlegen, der nimmt Dir das nicht übel. Wir balgen uns im Dreck, jeder bekommt eins auf die Glocke und hinterher klopfen wir uns den Staub von der Hose und gehen zusammen einen trinken (alles im übertragenen Sinne). Nur wer damit nicht klar kommt, sollte es lieber sein lassen sich mit "einem Oberhessen anzulegen" ;).

*entfernt*
 
Hallo!

... siehst Du, wie normal genau das is....

Deshalb, dass es für manche „normal“ zu sein scheint, muss es weder gut noch richtig sein (und nein, es noch immer nicht der normale Weg, wissenschaftliche Ergebnisse gleich welcher Art vor der Begutachtung zu veröffentlichen!).

Ob Loeb und Bialy aufgeblasen sind, weiß ich nicht, denn ich habe von der Existenz dieser zwei bis letzte Woche noch nichts gewusst, obwohl ich das Geschehen auf deren Fachgebiet durchaus verfolge. Persönlich finde ich es aber keine gute Art, sich auf diese Weise seine fünf Minuten Ruhm zu verschaffen.

Ich denke es muß mal wieder jemand mit Wucht auf die [zensiert] fliegen so wie seinerzeit Fleischmann&Pons mit ihrer kalten Kernfusion damit diese Unsitte der Vorab-Publikation vor großem Publikum wieder etwas eingedämmt wird.

Grüße
Maximilian
 
Ne ursprünglich in Holland aufgewachsene Arbeitskollegin, 55 Jahre alt, sagte mal so nebenher, sie sei Creationist. "ach guck", sagte ich erstaunt, "ich hab noch nie so jemand getroffen..." und blickte sie gross an. Aber mehr sagte sie nicht zum Thema und wir redeten dann halt über anderen Kram. Ich hab's dann auch wieder vergessen. Hatte ja auch keine Bedeutung für unsere weitere Beziehung.
Einige Wochen später, vll im Zusammenhang mit einem Vulkanausstoss und Flugbetriebbeeinträchtigung?, warf ich so aus der Lameng ein, dass ja der Asteroideinschlag vor 65 Millionen Jahren die Saurier aussterben liess, weils so kalt wurde von dem ganzen Dreck in der Luft um die Erde rum.
Da guckte sie überrascht. Das hatte sie noch nie gehört. Griff nach Smartphone und Wikipedia. (Mir fiel dann auch grad ihr Creationist-Statement wieder ein.) Halbherzig "warf sie mir vor", das sei ja nur eine Theorie und gar nicht bewiesen... "Stimmt, hast Recht.", nickte ich ... sonst nix. Und sie lies dann auch weiter... es hat sie beeindruckt, das hab ich gemerkt. Drauf rumgeritten bin ich nicht, dass 65 Millionen Jahre schon ne andere Hausnummer sind als ihre 10 Tausend.
Mit kleinkarierter Rechthaberei mache ich keinem Menschen seine Lebensphilosophie kaputt, das gehört sich nicht. Zumal ihre auch keinerlei negativen Auswirkungen hatte, soweit ich das beurteilen konnte. Ihre Kids hatten ganz normale Jobs, eine war ebenfalls Krankenschwester geworden, wie sie selbst. Das lernt man ja nicht, wenn man nicht Glauben/Kirche und Alltag trennen kann... Auch als blutdrünstiger Missionar trat sie nicht in Erscheinung, wie ihre geistigen Vorfahren das noch taten. So No damage done.

Märchen? Mir egal. Missionierende Engstirnigkeit wirkt schlimmer als Märchenglaube.
 
"was discovered by Antonio Camargo and Glen Penfield, geophysicists who had been looking for petroleum in the Yucatán during the late 1970s. Penfield was initially unable to obtain evidence that the geological feature was a crater and gave up his search. Later, through contact with Alan Hildebrand in 1990, Penfield obtained samples that suggested it was an impact feature." Wikipedia.
Die damals 55-Jährige, heute 62, hatte davon nix mitbekommen... nicht mal, dass da ein Krater war... schlicht, weil es in Holland vor 40+ Jahren noch nicht zur Schulbildung gehörte und ihre Freizeitinteressen sowas auch nicht umfassen:
Ihren Hausberg in Rekordzeiten erklimmen, den Kakapo vorm Aussterben schützen Link zur Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/aa/Sirocco_full_length_portrait.jpg
:D , Gemeindearbeit mit Menschen, 3 Kids grossziehen, der Krankenschwester-Job und ein Famlienunternehmen nebenher. Ein reiches Leben.

Weiss Gott keine Berechtigung für engstirnige Respektlosigkeiten hinsichtlich Religion oder Unwissen. Stimmt's?
 
Die Frage ist, was das Thema denn ist. Engstirnige Rechthaberei? Intoleranz? Medienkompetenz? Die eigene Perspektive in Frage stellen zu können oder stellen zu lassen?
Zu diesen Themen passt die Anekdote mit "Moral von der Geschicht".


Oumuamua ist ja gar nicht das Thema. Sonst würden wir uns Passagen aus dem Mittelteil von Loeb&Co's Veröffentlichung um die Ohren hauen :)
 
Hmmm,

eigentlich habe ich eher Kreationisten als missionierende Engstirnige erlebt. Aber man soll jedem seinen Glauben lassen. Er darf nur nicht zur Gefahr für andere werden.
Man kann an unsere Wissenschaft und unsere wissenschaftlichen Methoden und Beweise glauben oder nicht. Man muß aber anerkennen, daß sie konsistent sein muß und ist. Darauf basiert unsere moderne Gesellschaft und Technik und darüber kann man nicht abstimmen. Und das müßen auch Alternativen dazu bieten können.
Ich würde mich nicht in ein Flugzeug setzen, in dessen Konstruktionsunterlagen an manchen Stellen steht "Und hier passiert dann ein Wunder!"

Gruß

*entfernt*
 
Hallo!

Sonst würden wir uns Passagen aus dem Mittelteil von Loeb&Co's Veröffentlichung

Würde ich ja gerne. Aber bei jedem Versuch einer Diskussion zur Sache wird einem Engstirnigkeit, Phantasielosigkeit, Rechthaberei und was noch alles vorgeworfen.
Das Problem ist leider, dass wir (und damit meine ich uns alle 7 Milliarden) zur Sache nicht wirklich viel wissen. Drei Tage waren es nur, an denen das Objekt beobachtet wude. Viel zu wenig Einzelbeobachtungen für wirklich genaue Daten. Überhaupt keine Beobachtungen, aus denen sich die Form oder Größe des Objektes bestimmen ließe. Und so weiter. Dadurch werden auch Wissenschaftler (mehr oder weniger zwangsweise) zum Spekulieren angeregt. Nur tun die einen das eher zurückhaltend und die anderen eher medienwirksam. An letzteren kann man Freude haben, es muß aber auch Kritik erlaubt sein!

Grüße
Maximilian

PS: Könnt Ihr die Schrift nicht einfach weiß lassen? Das kann ich viel besser lesen. Für das graue Zeuch muß ich meine Lesebrille aufsetzen. Und ich bin sicher, dass das nicht nur mir so geht.
 
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Ich würde mich nicht in ein Flugzeug setzen, in dessen Konstruktionsunterlagen an manchen Stellen steht "Und hier passiert dann ein Wunder!"

Gruß

Heiko
Waaaas?!?! Echt jetzt?? :oops:
Jaaa... aber... wußtest du denn nicht.... das ist ALLES Magie!! Siehe hier:


Magic makes you fly.jpg

isklaaodda??
:LOL:
 
Man kann an unsere Wissenschaft und unsere wissenschaftlichen Methoden und Beweise glauben oder nicht. Man muß aber anerkennen, daß sie konsistent sein muß und ist.

Ich weiß, was Du meinst. Aber in der Wissenschaftsphilosophie wird deutlich, dass letztlich alles "Wissen" ein Glaube ist, der auf vielen Annahmen und unserem sensorischen Vermögen (oder Unvermögen) beruht, und wir uns mit Erklärungen und Modellen ein Bild machen müssen. Fritjof Capras Buch "Das Tao der Physik" ist ein gutes Beispiel (Fritjof Capra – Wikipedia).

"Die Landkarte ist nicht das Land", und Wissenschaft beruht auf Messungen, Versuchen und Theorien (induktiv oder deduktiv), möglichen Falsifizierungen (man lese Sir Karl Popper) und "handwerklich" zuletzt auf Axiomen. Sie beschreibt Modelle, und Modelle sind nicht die Wirklichkeit. Das nur kurz zu der Annahme, dass unsere "Erkenntnisse" absolut gesehen konsistent seien. Das sind sie nicht, sie sind es systematisch teilweise und solange wir die dunkle Materie und dunkle Energie nicht verstanden haben, wissen wir eigentlich wenig von dem, was wir gerne wissen würden...

Das hat jetzt nicht direkt was mit dem Ding zu tun, das durch unser Sonnensystem geflogen ist, aber man soll nicht vergessen, das Wissenschaft auch eine populäre und sogar theologische Komponente hat, die (lustig!) auch schon gut wissenschaftlich erforscht sind... ;)

lg
Niki
 
PS: Könnt Ihr die Schrift nicht einfach weiß lassen? Das kann ich viel besser lesen. Für das graue Zeuch muß ich meine Lesebrille aufsetzen. Und ich bin sicher, dass das nicht nur mir so geht.

aha... Hm. Ich denke zwar, dass die, die eine Lesebrille brauchen, sie sowieso immer brauchen und deshalb auch immer verwenden, aber es ist ein interessanter Hinweis, wenn es bei Dir so ist. Wäre interessant, ob das auch sonst noch bei jemandem auftritt? (Sonst wärst Du ein Einzel"fall").

Kannst Du mal gucken, ob Dein Schirm auf guten Kontrast eigestellt ist? Darauf tippe ich sonst normalerweise...

lg
Niki
 
Hallo!

Kannst Du mal gucken, ob Dein Schirm auf guten Kontrast eigestellt ist?

Mein Bildschirm ist kalibriert (Spyder) und stellt sich automatisch auf die Umgebungshelligkeit ein. Besser geht es nicht.

Ich komme am Rechner durch das Leuchten des Bildes im allgemeinen ohne meine Brille aus, anders als wenn ich vom Papier lesen muß. Sowohl bei schwarz auf weiß als auch umgekehrt. Solange das Bild insgesamt hell genug ist, um meine Pupillen etwas zu verengen, bekomme ich eine scharfe Abbildung. Wenn das Bild aber insgesamt dunkel ist (wie der schwarze Hintergrund hier) und die Schrift ist dann auch noch dunkel, dann bleiben die Pupillen weit und reicht es leider nicht mehr.

Grüße
Maximilian
 
Hallo Niki,

"Die Landkarte ist nicht das Land", und Wissenschaft beruht auf Messungen, Versuchen und Theorien (induktiv oder deduktiv), möglichen Falsifizierungen (man lese Sir Karl Popper) und "handwerklich" zuletzt auf Axiomen. Sie beschreibt Modelle, und Modelle sind nicht die Wirklichkeit. Das nur kurz zu der Annahme, dass unsere "Erkenntnisse" absolut gesehen konsistent seien. Das sind sie nicht, sie sind es systematisch teilweise und solange wir die dunkle Materie und dunkle Energie nicht verstanden haben, wissen wir eigentlich wenig von dem, was wir gerne wissen würden...

Das ist richtig. Aber mehr als Konsistenz, Falsifizierbarkeit und die Möglichkeit damit in Grenzen Vorhersagen zu treffen, ist von einer Theorie oder der Gesamtwissenschaft erst mal nicht verlangt. Sie ist und wird wahrscheinlich nie komplett sein. Trotz Einstein ist Newton in seinem Geltungsbereich immer noch eine valide Theorie, die darin gültige Vorhersagen erlaubt. Weil wir vieles noch nicht bis ins letzte Detail verstanden haben, heißt das nicht, daß wir nirgends beurteilen können, ob etwas wahrscheinlich (wahr) ist oder nicht - wie z.B. ob es wahrscheinlich ist, daß Oumuamua künstlich ist oder nicht .
Was die "Wirklichkeit" wirklich ist, steht wieder auf einem ganz anderen Blatt.

Der Diskussionsverlauf hat sich zwar etwas von Oumuamua entfernt. Aber ich finde, er passt doch ganz gut in ein Forum, welches sich ASTRONOMIE.de nennt. Und ja, ich gebe Dir recht, gerade Astronomie hat sowohl eine populäre als auch eine theologische (philosophische) Komponente.

*entfernt*
 
Solange das Bild insgesamt hell genug ist, um meine Pupillen etwas zu verengen, bekomme ich eine scharfe Abbildung.

Ah, ok, das heißt, Du verwendest gern viel Helligkeit, um den Lochkamara-Effekt (oder Diopter-Effekt) zu erzielen, statt die Brille zu benutzen - das verstehe ich jetzt, hm... dass alle, die diesen Effekt nicht brauchen oder benutzen, dann eventuell eine für sie wiederum "zu helle" Schrift haben sollen wäre wohl auch keine gute Lösung "für alle"... :unsure:

Für ich jetzt in #ffffff (full full - full full - full full RGB) :)

lg
Niki
 
... wäre wohl auch keine gute Lösung "für alle"...

Das weiß ich nicht. Solange ich dieses Forum besuche (wahrscheinlich schon solange es existiert) war es so und bis vor ein paar Tagen hat sich noch niemand drüber beschwert. Das sagt doch einiges, oder?

Für ich jetzt in #ffffff (full full - full full - full full RGB) :)

Danke!
 
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