Banküberweisungen sind ähnlich risikoreich wie Paypal Freunde. Geld ist weg und kann nur auf dem Rechtsweg zurück geholt werden.
Es ist wohl schon über 10 Jahre her, und damals war ich noch recht blauäugig. Ich habe damals über ein größeres Forum zur Fotografie ein Objektiv im Wert von 1500€ erworben, und per Überweisung bezahlt. Was darauf folgten, waren Ausreden und Versprechungen über Wochen, aber das Objektiv ist nie angekommen. Irgendwann wurde auf meine Nachrichten auch nicht mehr reagiert. Ich habe mich dann schlau gemacht, was ich auf dem Rechtsweg erreichen kann. Es begann mit einer Anzeige bei der Polizei, dann habe ich ein Mahnschreiben verfasst, und daraufhin dann ein Vollstreckungschreiben was dann zu einem Gerichtstermin geführt hat. Der Betrüger stamme aus Köln, weswegen ich für den Gerichtstermin auch 5 Stunden nach Köln anreisen musste. Das war durchaus mal ein spannendes Erlebnis, für jemanden wie mich, der bisher rechtlich keine Vorfälle hatte. Besonders Eindruck hat mir der Ablauf in dem Gerichtsgebäude gemacht. An den Türen standen immer die Listen, mit wer gegen wen und die Uhrzeit, so eine richtige Massenabfertigung.
Naja, jedenfalls habe ich mich dann in dem kleinen Raum wiedergefunden, in dem sich vor mir dann Richter & Co gefunden haben. Während wir auf den angeklagten gewartet haben, haben der Richter und ich etwas geplaudert, und eigentlich war der Fall für uns beide klar. Der Angeklagte ist dann nicht mehr erschienen, und der Hammer ist zu meinen Gunsten gefallen. Lustigerweise hatte der Angeklagte trotzdem immer noch mehrere Wochen Zeit, Einspruch einzulegen. Hätte er es getan, hätte ich wohl wieder nach Köln anreisen müssen, was aber glücklicherweise nicht passiert ist.
Ich hatte nun das abgesengte Schreiben, mit dem ich einen Gerichtsvollzieher beauftragen konnte. Und hier habe ich zum ersten Mal gelernt, dass die ganze Energie, welche ich hier rein gesteckt habe, eigentlich umsonst war. Denn auch hier gilt, einem nacktem Mann, kann man nicht in die Tasche greifen. Und da kann man noch so viel Recht haben. Die Gerichtsvollzieherin hatte mehrmals versucht, den Betrüger an seiner Wohnung zu erreichen, anzurufen, jedoch ohne Erfolg. Ich habe meine Beauftragung nach einiger Zeit mit einer Rechnung wieder zurück erhalten, mit dem Hinweis, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt die Beauftragung wieder zusenden kann. Das habe ich auch gemacht, aber wieder ohne Erfolg, der Herr war laut dem letzten Schreiben der Gerichtsvollzieherin nicht auffindbar. Beim dritten Mal konnte die Gerichtsvollzieherin tatsächlich 200-300€ abgreifen, und einmal 150€. Danach gab es nichts mehr. Wenn ich bedenke, dass zu den ursprünglichen 1500€ für das Objektiv, noch mal über 500€ für die Spesen hinzugekommen sind, habe ich im Grunde nichts gewonnen. Damals dachte ich noch zu beginn, da wird gepfändet u.s.w um das Geld rein zu holen. Weit verfehlt. Türe nicht auf machen und Telefon nicht abnehmen reicht schon, um sich zu entziehen....
Also immer gut überlegen ob sich so eine Aktion auf dem Rechtsweg auch wirklich lohnt.