Pläne für Rückkehr zum Mond der NASA enthüllt

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Hallo!

> Nightshade: Ich dachte, du meinst mit "luftatmender
Unterstufe" so was wie Staustrahltriebwerke.

Die können da durchaus auch dazu gehören. Je schneller und höher die Unterstufe fliegen kann, umso leichter hat es die Oberstufe, in den Orbit zu gelangen. Und wenn man schnell+hoch fliegen will, bieten sich Staustrahltriebwerke an.

> So weit ich verstanden habe, stößt dieses Prinzip bereits
> bei der Pegasus an ihre Grenzen. Viel schwerer darf das
> Teil nicht werden, weil es sonst keine Flugzeuge dafür
> gibt.

Jetzt dann schon bald (A380). Es ist übrigens viel einfacher (und wahrscheinlich billiger), ein grosses Flugzeug zu entwickeln, als eine kleine Rakete (wenn wir "bemannt" dazuschreiben).

> Hier würde es mich nicht wundern, wenn die Herren bei
> der NASA das nicht schon durchgerechnet haben.

Die Damen (nicht vergessen, sonst sind sie beleidigt, wer sitzt denn gerade bei der Discovery am Steuer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ) und Herren bei der Nasa rechnen viele solche Sachen durch, haben aber offenbar Angst, ihre Ergebnisse vorzulegen. Zumindest den Leuten, die ihre Unterschrift unter den Scheck setzen müssen. Dabei wäre es langfristig m.E. billiger, jetzt in die Entwicklung eines grossen Hyperschall-Stratosphärenflugzeugs als Träger/Startplattform für zukünftige Raumfahrzeuge zu invetieren, als Shuttle-Booster und Raumkapseln zusammenzudengeln, bloss damit kurzfristige Budgetvorgaben eingehalten werden. Denn um die Entwicklung dieses Trägerflugzeuges wird die Raumfahrt erst dann reumkommen, wenn endlich jemand den Warp-Antrieb erfindet.

> Dennoch, schon alleine aus PR-Gründen befürworte ich,
> den Mond zumindest im Auge zu behalten.

Also beim letztenmal war der Mond PR-mässig ein ziemliches Fiasko. Hätte Apollo 13 die Zuschauer nicht nochmal an die Fernsehgeräte zurückgeholt, dann wäre nach der ersten Landung das ganze Projekt ohne jedes Publikumsinteresse im Sande verlaufen. Und heute haben die Mondverschwörungsparanoiker ohnehin die bessere PR als alle NASAs und ESAs dieser Welt zusammen.

Ciao, Maximilian
 
@ maximilian

du hast vollkommen recht....entäuschend auf der ganzen linie
man könnte meinen, hier sind nicht nur die finanzskeptiker am werk gewesen, sondern generell die "hose-voll-fraktion". <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

man kann sicher nicht behaupten, dass es angesichts, der in letzter zeit gewonnenen erfahrungen in der bemannten raumfahrt falsch wäre, weniger komplexe systeme zu entwickeln.....nur hätte ich nicht erwartet dass wir hier gleich ne zeitmachine präsentiert kriegen, die uns wohlwollend betrachtet in die 60er jahre zurückversetzt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

ich hatte ja immer noch gehofft. der "orlando sentinel" sei vielleicht doch nicht das richtige sprachrohr , um solche pläne seriös an die öffentlichkeit zu bringen...aber diese hoffnung war spätestens dann pulverisiert, als ich in einem us-raumfahrtforum den post des vermeintlich der nasa nahestehenden admins gelesen hatte, der ebenfalls genau diesen artikel publizierte.
auch in einem anderem zusammenhang hatte er bereits einmal auf nachfrage darüber informiert, dass die derzeit bevozugt verfolgten pläne der NASA vosehen, feststoffbooster als unterstufe für das CEV einzusetzen, in dem er auf folgen webseite hinwies:
Pläne der NASA für die CEV-startkonfiguration

und wenn wir gerade bei den feststoffbosstern sind...mich würde mal interessieren was du (jemand der offensichtlich ein abgeschlossenes hochschulstudium auf diesem gebiet vorweisen kann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) vom generellen gefahrenpotential solcher systeme in bereich der bemannten raumfahrt hälst.
denn offensichtlich haben wir es ja hier nicht mit pulvergefüllten feuerwerkskörperartigen gebilden zu tun, wie man immer wieder gern denken könnte, wenn man die technischen belange dieser antriebsysteme nicht kennt.

so wie ich das sehe, geht die hauptgefahr davon aus, dass man nach einmal erfolgter zündung keinen einfluss mehr auf das brennverhalten des triebwerkes hat, und somit auf bestimmte anomalien während des aufstiegs nicht mehr reagieren kann.

aber kann man sie wirklich als gefährlicher bezeichnen, als konventionelle flüssigtreibstoffsysteme, deren triebwerke aus tausenden ineinandergreifenden apparaturen (hochdrucktreibstoffpumpen,treibstoffleitungen,kühlsystemen,steuermotoren,etc...) und komponenten bestehen, die alle, und jedes einzelne für sich, versagen und so zur katastrophe führen können.

und ist es nicht zigmal gefährlicher während der startphase auf millionen litern flüssigen treibstoffs zu sitzen, bei denen ein funke am falschen ort genügt , alles zur explosion zu bringen, als auf einem quasi-rohr aus einem soliden treibstoffgel, dass nur durch hohe zündungsenergie überhaupt zum abbrand zu bewegen ist ???

ich erinnere dabei auch an die challenger-katastrophe, bei der sich beide booster kurzzeitig direkt im feuerball der abbrennenden flüssigtreibstoffe befanden und nix passierte, ausser dass sie ihren flug unkontrolliert bis zur fernzündung unversehrt fortsetzten.
ich bin mir seit einiger zeit nicht mehr wirklich sicher, ob srb´s wirklich so negativ zu betrachten sind, wie das oft geschieht.
aber vielleicht ist ja dieser gedankenansatz auch falsch...ich glaube jedoch, dass die nasa ein solches konzept nach all den gemachten erfahrungen, nicht ohne wirkliche not, unter ein bemanntes raumfahrzeug schrauben würde....also so gross kann doch die finanznot garnicht sein... ggggg

mal abgesehen von der aufgeworfenen fragestellung, als zukunfunftweisende innovation kann man dieses startprinzip nun wirklich nicht bezeichnen. ;-)
 
Hallo Michael,

zum Thema "bemannte Feststoffraketen": Ich persönlich sehe auch kein größeres Gefahrenpotential bei einer Feststoffrakete als bei einer Flüssigrakete. Gerade beim angesprochenen Challenger: Der FS-Booster hatte ein kleines Loch, na und (salopp gesagt). Wäre er an einer anderen Feststoffrakete befestigt gewesen, hätte die halt auch ein kleines Loch bekommen. So sass er aber an einer großen Sauerstoff-Wasserstoff-Bombe, die er leider zur Explosion gebracht hat...

Das Hauptroblem mit Feststoffraketen ist ein anderes: Der im Vergleich zu Flüssigtreibstoffen (zumindest hochenergetischen wie H2/O2) niedrige spezifische Impuls und die große Wandstärke und das damit verbundene hohe Strukturgewicht (weil die gesamte Rakete unter hohem Druck steht und nicht nur die Brennkammer). Man braucht für dieselbe Nutzlast viel größere und ineffizientere Raketen.
Alleine deswegen ist ein Feststoffbooster unter einem Crew-Vehicle der schlimmste Schwachsinn der bisherigen bemannten Raumfahrt, selbst den Russen in ihren größten Improvisationstagen wäre das zu primitiv gewesen...

Grüße, Maximilian
 
Ohne hier jetzt alles gelesen zu haben, ich finde es unnötig zum mond zu flegen (Genau so wie meine vorsprecher) Das Geld könnte man in sinnvollere sachen stecken. (Grosse Teleskope und ähnliches) Das hätte wenigstens einen Forschungszweck.
 
Michael:
> man könnte meinen, hier sind nicht nur die finanzskeptiker am werk gewesen, sondern generell die "hose-voll-fraktion". <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ich denke, wenn du dort arbeiten würdest, wärst du auch so einer.
Ich meine, was bleibt einem denn heutzutage übrig?

Maximilian:

Nur interessehalber: Weil ich mal annehme, daß die Damen und Herren ( <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) der NASA nicht total hirnverbrannt sind, müssen Feststoffbooster auch irgendeinen Vorteil haben. Wenn man dich so anhört, kann man den Eindruck gewinnen, es gibt gar keinen.
Aber nur aus Spaß an der Freude werden die die Dinger ganz bestimmt nicht benutzen.
Wie sieht es nun damit aus?

 
@Know_Nothing:
Wie wäre es mit einem Grossem Teleskop auf dem Mond! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
hi,

Welches Lenksystem hat den ein Feststoffboster? kann dort die Düse geschwenkt werden oder sind Steuerdüsen vorgesehen?...
die Bahn wird sich sicher nicht so genau einhalten lassen wie man das vieleicht von den Flüssigkeitsraketen gewohnt ist alleine schon nicht durch die von anfang an festgelegte Brenndauer.

würde mich interessieren ob die Oberstufe mit Wasserstoff arbeitet oder ob Hydrazin verwendet wird. (Zündung)


roro
 
Es gibt inzwischen Feststoffbooster mit schwenkbaren Düsen.
Trotz schwenkbaren Düsen bleiben sie recht schwer handbar.
Die Shuttleboosterdüsen sind um 8 Grad schwenkbar.

Über die Art des Treibstoffes wurde glaube ich noch nichts gesagt.
Ich tippe eher auf Wasserstoff.
 
Hallo,
also Ziel der NASA ist ja eine Mondbasis aufzubauen oder hab ich das jetzt falsch verstanden. Denke das dürfte erstmal anspruchsvoll genug werden. Das auf techniken zurückgegriffen wird die schon "beherscht" werden ist dabei sicher nicht verkehrt (sonst verzettelt man sich noch, wer weiß was dann dabei rauskommt)
Ne, ich denke das ist wohl das Hauptansinnen. So gesehen finde ich es auch eine gute Sache. Mal sehen ob wir uns tatsächlich "da draussen" definitiv einrichten können.

Gruss, Greuti
 
Hallo!

> Nightshade: müssen Feststoffbooster auch irgendeinen
> Vorteil haben. Wenn man dich so anhört, kann man den
> Eindruck gewinnen, es gibt gar keinen. Aber nur aus Spaß
> an der Freude werden die die Dinger ganz bestimmt nicht
> benutzen. Wie sieht es nun damit aus?

Da ich nichts konkretes drüber gelesen habe, kann ich nur Mutmassen. Und Ergebnis Nummer 1 dieser Mutmassung heisst: Zeit und Geldersparnis.

Die Shuttle-Booster gibt es bereits, sie sind vielfach erprobt und sofort einsatzbereit und liefern offenbar den benötigten Schub. Dazu kommt, dass sie bereits "man rated", also für den bemannten Einsatz freigegeben sind.
Für solche Vorteile nimmt man den einen oder anderen Nachteil gerne in Kauf, es gibt ja noch genug neue Komponenten zu entwickeln und das Geld wird ohnehin zu knapp sein.

Weiterhin lässt sich Mutmassen, dass sie (die Nasa) aufgrund der ursprünglich geplanten Zahl von Shuttleflügen (und der ursprünglich vorhandenen Zahl von Shuttles, leider!) eine Menge von diesen Boostern übrig haben, und nun eine andere Verwendung dafür suchen. Möglicherweise sind sie auch vertraglich verpflichtet, beim Hersteller eine bestimmte Zahl abzunehmen, oder sie sind ihm einfach nur so einen Gefallen schuldig. Solche Sachen spielen leider bei Multi-Millionen-Dollar-Öffentlichen-Auftragen eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Grüße, Maximilian
 
Genau, was ist eigentlich damit?

Frage: Gab es in den letzen zwanzig Jahren mal eine ernstzunehmende Untersuchung zur Möglichkeit eines Materialtransportes in den Orbit mittels Kanonen?

Die ersten Versuche waren ja noch weit davon entfernt, den Orbit zu erreichen, aber sie fanden ja auch in den 60'ern statt.
Inzwischen sollte sich ja technisch einiges getan haben, gibt es eine Neubewertung dieser Option?

Oft habe ich den Eindruck, daß diese Möglichkeit nur deshalb nicht in Betracht gezogen wird, weil jeder, der so etwas richtig in Angriff nehmen würde, wohl damit rechnen müsste, vom Mossad oder der CIA umgelegt zu werden.
Eine Forschung aus diesen Gründen in diese Richtung abzulehnen, scheint mir nicht gerade wissenschaftlich.
Oder wirtschaftlich. Es wäre doch ein enormer finanzieller Fortschritt, für primitive Sachen wie Treibstoff oder Wasser jedesmal eine Rakete bemühen zu müssen.
 
hi

find es auch gut, dauert mir aber doch zu lange da flieg ich lieber nach Malle <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Hab mir auch gedacht, daß das Teil glühen würde.
Na und, dann brennt es halt ein paar cm Schutzhülle ab.
Vielleicht ist es ja auch wirklich unmöglich.
Allein: Ich weiß es nicht, weil ich noch nichts neueres zu dem Thema gefunden habe.
 
ich denke mal maximilians mutmassungen liegen ziemlich na am punkt der wahrheit.
in erster linie wirds wohl einfach die tatsache sein : " da wissen wir genau was wir haben"...können wir bei der entwicklung schon nix falsch machen.

ein weiterer aspekt ist unter umständen der punkt, dass seitens des herstellers bereits vor der columbia-katastrophe und bush´s "initiative" and grösseren und leistungsfähigeren feststoffboostern entwickelt und gearbeitet wurde...sozusagen ein upgrade der bisherigen modelle....diese entwicklungskosten sollen unter umständen auch nicht einfach in den wind geschossen werden.
 
Hi,

der letzte mit der Kanone war wohl unser aller bekannter Saddam, der Schlächter. Der Konstrukteur der Kanone wurde - soweit ich weiß - umgelegt.

SG
TWR
 
Das Leben (und sterben) von Gerard Bull ist ja sowieso ein Thema für sich und man könnte eine ganze Fernsehserie daraus machen.

Was die moralische Seite angeht, ist für mich Gerard Bull ein identisches Abbild von Wernher von Braun. Um seine wissenschaftliche Vision zu erreichen, war er bereit, alles zu riskieren und mit jedem zu arbeiten. Genau wie bei Wernher von Braun kann man sagen, daß seine Arbeit der Wissenschaft wegen die Kriegsführung revolutioniert hat, und zwar überall auf der Welt.
Seine Tragödie war, daß von Braun am Anfang seiner Karriere auf die Verliererseite gesetzt hat, wärend Bull es am Ende tat.

Vollkommen unabhängig von irgendwelchen moralischen Bedenken halte ich es für eine Schande, daß seine Arbeit nicht weitergeführt wurde. Und er war ja schon sehr weit.

Das HARP Projekt in den 60'ern schaffte es ja schon, ein Projektil von 180 kg in 140 km (oder 180, habe beides gelesen) Höhe zu schießen.
Das ist noch weit entfernt von einem Orbit, aber schon mehr, als ich für möglich gehalten hätte. Außerdem: Sie haben sogar geschafft, elektrische Instrumente darin unterzubringen und funktionsfähig zu halten.

Das Irak-Projekt (Name habe ich vergessen) sollte 2 Tonnen in den Orbit befördern und war bereits voll im Bau als Bull umgebracht wurde.
Bull hat in seinem Leben Artillerie bereits oft so massiv verbessert, wie man es sich kaum vorstellen konnte. Ich habe folglich wenig Zweifel, daß es ihm letztendlich gelungen wäre.

Daß niemand sonst sein Projekt für wissenschaftliche Zwecke aufgegriffen hat interpretiere ich entweder als Ignoranz, Unfähigkeit oder Angst vor Mordanschlägen.
 
Daß niemand sonst sein Projekt für wissenschaftliche Zwecke aufgegriffen hat interpretiere ich entweder als Ignoranz, Unfähigkeit oder Angst vor Mordanschlägen.
Schon möglich, dass alle anderen ignorant, unfähig und mordängstlich sind...es kann aber auch sein, dass Wissenschaftler sich einfach nur fragen, wie diverse Instrumente für potentielle Experimente rund 25.000g aushalten sollen...und ging es hier nicht um bemannte Raumfahrt?
 
HI!

Also wirklich, Thomas, du Ignorant und Nicht-mit-Weisheit-fürs-Große Gesegneter. In die Kanone werden 20 Kissen aufeinandergelegt und schon halten wer's aus. Doch logisch, oder <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ?

Grüße

Thomas WR
 
Ich habe ja auch die ganze Zeit geschrieben, daß man damit Wasser, Treibstoff und andere wenig sensible Materialien hochschießen könnte, die dann oben eingesammelt werden.
Dieses "Billigzeugs" macht ja momentan schon einen großen Teil der Kosten aus. Das ohne Raketen hochbringen zu können würde die Kosten auch für bemannte Raumfahrt doch gewaltig drücken.

Hauptschwierigkeit (sollte es überhaupt machbar sein) sehe ich in der Einsammelprozedur. Es kommt dann halt darauf an, wie genau man mit so einer Kanone zielen könnte.
 
Ja, Michael, vielleicht ist sowas ja prinzipiell möglich, wenn die Projektiele genau plaziert werden könnten. Das weiss ich nicht. Aber durchaus eine interessante Idee.
 
Für Materialtransport von der Mondoberfläche aus
wird das Kanonensystem ernsthaft in Erwägung gezogen.

Von der Erde aus scheint es mir SEHR unrealistisch:

- Irrsinnig hohe Beschleunigung nötig
- Der Luftwiderstand, v.a. im Moment des Austritts aus dem Rohr

Der Vergleich mit der Höhe (140km) hinkt übrigens,
denn für den Orbit braucht man nicht so sehr Höhe,
sondern vor allem Geschwindigkeit.

Ach ja: Selbst wenn die Kanone funktionieren würde,
die Flugbahn des Projektils hätte als Perigäumsdistanz
Höhe null, d.h. ohne Apogäumsmotor (der ja beim Start
zermatscht wurde <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />) macht die "Nutzlast"
maximal eine Runde um die Erde... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Gruss <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Thorsten
 
1.: Irrsinnig hohe Beschleunigung macht zumindest Wasser und viele Treibstoffsorten reichnlich wenig aus. Welche sonstigen Materialien das aushalten würden, da fehlt mir jede Information. Jedenfalls konnten beim 140 km Test sogar elektronische Bauteile funktionsfähig gehalten werden und wenn mir einfach so gesagt worden wäre, daß solche 25000g (das war die Beschleunigung damals) aushalten könnten, hätte ich gesagt "keine Chance". Die Wirklichkeit hätte mich Lügen gestraft. Ich werde garantiert nicht sagen, irgendetwas ist unmöglich für die Orbitbeschleunigung, bis nicht jemand mit genug Fachwissen auf dem Gebiet das Gegenteil bescheinigt.
Und das ist ja gerade das, was ich anprangere: Meines Wissens ist das noch nicht mal angedacht, geschweige denn überprüft worden.
Ist höchste Zeit!

2: Zumindest Bull ist wohl der Meinung gewesen, daß der Luftwiderstand in den Griff zu bekommen sei, sonst hätte er sich gar nicht erst an die Arbeit gemacht.
Und Bull dürfte wohl der Mensch auf der Erde gewesen sein, der von Luftwiderstand und Aerodynamik im Bezug auf Projektile am meisten gewußt hat. (Ich habe mal einige seiner Erungenschaften im Bezug auf Ballistik angeschaut. Der Mann war ein wirkliches Genie. Kein modernes Geschütz basiert nicht auf den Erkenntnissen seiner Arbeit.)

Natürlich hinkt der vergleich mit 140km-Orbit. Das habe ich ja auch geschrieben. Das war ja auch nur der erste Schritt. Und der wurde schon in den 60'ern getan. Seit damals hat sich im Bezug auf Materialforschung und Ballistik enorm viel getan. Wenn die damals schon so weit gekommen sind, wie weit würden sie heute kommen?

Die Sache mit der Perigäumsdistanz scheint ein guter Einwand zu sein. Hier muß ich gestehen, mich nicht genug in der Materie auszukennen.
In dem Fall müsste man wirklich schauen, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, einen einfachen Motor zu entwickeln (z.B. Feststoffbooster) der diese Beschleunigung aushalten würde.
Aber wie gesagt, ich kenne keine Untersuchungen dazu.
 
sorry michael , wenn ich deine gedankengänge zum thema artillerie im weltraum mal kurz unterbreche <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
aber bei space.com habe ich einen artikel gefunden, der sich ebenfalls mit den weiterführenden plänen der nasa in mittelfristiger zukunft befasst.
dabei kommt zumindest auch der chef Mike Griffin selbst zu wort und äussert sich zu den plänen shuttletechnologie als grundlage zu nutzen, sowie zu angedachten zeitschienen.
genau dies wird darüberhinausgehend zusätzlich kritisch beleuchtet.... unter beachtung der derzeitigen sicherheitslage und des startstops für die raumfähren.

zumindest die bilder eines liftingbody-konzepts für das CEV lassen hoffen, dass hier nicht nur auf dem recyclinghof gekramt wurde ggg

Link zur Grafik: http://www.space.com/images/h_lockheed_cev_050503_02.jpg

der gesamte artikel in englisch ist hier zu finden.
 
Das Bild ist bekannt, aber als ich es gesehen habe und die Begründungen dafür habe ich schon richtig Angst bekommen.

Gerade diese flugzeugartige Konstruktion scheint ja nicht mehr gerade bewährt zu sein wenn man das Shuttle anschaut. Auf der anderen Seite ist das Teil ja wesentlich kompakter und wer weiß, vielleicht können sie ja sogar auf diese hochzerbrechlichen Kacheln verzichten.

Richtig schockiert war ich aber über die Begründung, wieso dieses Design wieder propagiert wird: Weil die Kapselkonstruktion "nicht gut aussieht" und deshalb nicht gut ankommt.
Ich habe richtig geblaubt, ich sitze im falschen Film.

Deshalb war ich ja auch so froh, als ich die neuen Pläne mit der Kapselkonstruktion gesehen habe.
 
Michael,

es wurde schon mehrfach in früheren posts daraufhingewiesen.
beim space shuttle system ist es nicht der "geflügelte" orbiter der sich nicht bewährt hat, sondern die kombination der drei komponenten der startkonfiguration.
die bisherigen schweren zwischenfälle wurde alle entweder durch konstruktions- oder materialfehler der feststoffbooster oder dem aussentank verursacht.
mit dem geflügeltem design des orbiter (der ja auch wiedereintritskörper ist) hat all das garnichts zu tun.

die konstruktiven probleme mit dem shuttle liegen am gesamtdesign und dem dadurch notwendigen zusammenspiel aller komponenten und nicht an der art der landung.

zusätzlich ist zu sagen, dass man heute ausserdem schon wesentlich weiter bei der entwicklung von materialien für den hitzeschild ist.
der einsatz von derart hochsensiblen, "zerbrechlichen", sowie aufwendig zu verarbeitenden hitzeschutzkacheln, wie beim shuttle, ist bei zukünftigen wiedereintrittskörpern absolut nicht mehr notwendig, so dass dadurch ein weiteres gefahrenpotential ausgeschalten werden kann.

bei dem hier vorgestellten projekt ist an eine kombination aus ablativen material (verwendet beim hitzeschild beispielsweise der soyuz-kapseln-brennt beim wiedereintritt ab und sorgt so für den abbau von wärmeenergie), einem hitzeschild auf basis einer kompostion aus kohlefaserstoffen und keramischen elementen, der wesentlich unanfälliger für beschädigungen und flexibler ist, sowie einer darunterliegenden hülle aus titan-legierung.

neue derartige kohlefaserverstärkte hitzeschutzkeramiken sind bereits entwickelt und getestet in wiedereintrittsversuchen (zum beisbiel, die in deutschland für die aufgegebene x-38-konstruktion entwickelte schutzhülle).
weitere sicherheiten entstehen dadurch, wenn wie hier endlich wieder vorgesehen, der später zum einsatz kommende wiedereintrittskörper (egal ob kapsel oder liftingbody) beim start an der spitze der startkonfiguration sitzt...von trümmerteilen kann dan nichts mehr getroffen werden und es ist zusätzlich immer möglich einen start-rettungsturm oben aufzusetzen, wie bei soyuz oder apollo .
 
Dass sie bessere Hitzeschilde entwickelt haben, ueberrascht mich jetzt nicht, obwohl ich die Archive hier nicht durchgelesen habe (Analogmodem macht das schwer) und es deshalb nicht sicher wusste.
Zumindest dass sie schon getestet wurden, ist mir neu.

Aber wie gesagt, vor allem die Begruendung dafuer, nicht ein Kapselprinzip zu verwenden, hat mich schockiert.

Mal sehen. Wenn das Lockheed Modell auch haelt, was es verspricht, kann ich damit auch leben. Solange es nur Technologien enthaelt, die schon getestet sind.
Mit beiden Vorschlaegen koennte ich gut leben.

Obwohl ich gegen Lockheed etwas schlecht eingestellt bin, aber das ist rein persoenlich.
 
michael,

ich glaube , dass die formulierung ne spur komplexer war, als die sie hier übersetzt zusammengefasst hast.

es ging glaub ich nicht um das bessere aussehen, als vielmehr den "besseren Eindruck" , dass ein derartiges design sowohl in der öffentlichkeit, als auch bei den zuständigen kremien des us-kongresses hinterlassen würde.
schliesslich haben nicht alle so ein aufgeschlossenens verhältnis, zu veraltet aussehenden technologien wie du ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
aber lockheed hin oder her....wenn ich das richtig verstanden haben, befinden sich derzeit mehere grössere raumfahrtkonsortien im wettbewerb, das spätere konstruktionsprinzip des CEV zu entwickeln.
und das von lockheed ist nur eines davon und garnicht sicher, ob es später von den nasaverantwortlichen auch ausgewählt wird.
wie man sieht schwirren ja durchaus auch wieder kapseldesigns durch den raum.

im moment scheint es jedenfalls so, dass sie sich soweit festgelegt haben, bestehende shuttlekomponenten als grundlage für das design zu verwenden, um auf jeden fall sicherzustellen, dass zwischen stillegung der shuttle-flotte und der einsatzbereitschaft des CEV nicht wie ursprünglich im bush-plan vorgesehen, mindestens vier jahre verstreichen ( die ja dann auch schnell mal sechs sind)- siehe differenz letzter appollo-flug zu sts-1 !

 
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