Hallo Jan,
nun, die Erkenntnis, dass man mit geringerer Blende als f/11 oder f/16, längeren Belichtungszeiten, geringerer Bildfrequenz und weniger Bildern am Ende durchaus gute Ergebnisse erzielen kann. Das wird ja auch schon lange so praktiziert. Vorraussetzung hierfür ist natürlich in ERSTER Linie gutes Seeing. Früher erzielte ich bei gutem Seeing
mittels Filmemulsion und 2 Sekunden Belichtungszeit und nur einem Bild fantastische Ergebnisse bei der Saturnbedeckung 2001. Damals lag die Blendenzahl bei etwa 50!
Auch habe ich vor einiger Zeit (16.10.) Jupiter- und Mondaufnahmen mit längerer Belichtungszeit und einer äußerst geringen Bildfrequenz hier eingestellt, nur halt nicht mit f/40, sondern mit f/23, weil mit meinem optischen System auf diese Weise genügend Brennweite zustande kommt. Nur bei Mars ist es für mich ohne weiteres möglich, mit noch geringerer Blendenzahl als f/40 zu arbeiten, weil hier genügend Licht zur Verfügung steht und weil das Marsscheibchen sonst einfach zu klein ausfällt, deffinitiv zu klein bei 8 Zoll und f/16.
Meiner Meinung nach ist es besser, so gut als möglich auszubelichten mit eben nur soviel Gain als nötig, wozu unter Umständen längere Belichtungszeiten nötig sind.
Je geringer der Signal/Rauschabstand ist, desto mehr Bilder benötige ich, um das Rauschen in Zaum zu halten beim Schärfevorgang. Ich habe schon mit Streams unter 500 Bildern überraschend gute Ergebnisse erhalten.
Wie ich ja schon mal erwähnte, beurteile ich das ganze live am Laptop-monitor. Hier entscheide ich, welche Bildfrequenz
und welche Belichtungszeit das beste Bild liefert.
Mit einer Bendenzahl von 10 und anschließendem Nachvergrößern komme ich zu keinem gleichwertigen Endergebnis, vielleicht liegt es hier einfach an der zu kurzen Brennweite für meine Pixelgröße der DMK31, bei dir sind es immerhin 3,75er, das ist schon ein gewaltiger Sprung zu 4,65mü.
Je geringer die Pixelgröße, desto mehr hungern diese allerdings auch nach Licht, also ist es hierfür schon schwieriger, jenseits von f/20 zu operieren, ausgenommen wohl wieder Mars, Mond, Sonne und Jupiter.
Mit dem Aufnehmen bei f/10 und anschließendem nachvergrößern
erkenne ich irgendwie eine Ähnlichkeit zu Aufnehmen mit digitalem Zoom. Optischer Zoom ist aber definitiv besser
als digitaler Zoom. Und mit der Bildermenge, um das Rauschen zu reduzieren, verhält es sich irgendwann auch ziemlich heftig, da ich stets die vierfache Menge brauche, um das Rauschen zu halbieren. Wenn ich jetzt hier die 1000 nehme, müßte ich auf 4048 steigern, dann auf
16192 usw. Dann brauch ich aber eine sehr schnelle Cam,
einen sehr leistungsstarken Lap usw.
Gruß Manfred