Projekt EQ Plattform für 12" Dobson

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Micha-C8

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Moin zusammen!
Ich möchte hier eine kleine Bastelei vorstellen, und zwar eine VNS EQ-Plattform für mein 12" f/5 Dobson.
Den GSO-Dobson hatte ich mir 2014 zugelegt. Leider stand er viel zu lange im Keller und hat selten Licht gesehen. Für Mond- und Planetenaufnahmen hatte ich bis dato lieber das C8
hergenommen, mit dem Dobson bin ich erstens nicht in den Fokus gekommen und zweitens ist die Nachführung problematisch.
Irgendwann bin ich auf die Beiträge vom Mitglied @komposer gestoßen, welcher mit eben diesem Dobson und einer zugegebenermaßen recht spartanischen EQ-Plattform doch recht
gute Planeten- und Mondbilder macht. Also habe ich mich endlich an dieses Thema rangewagt und als erstes den HS versetzt und den Tubus von innen ordentlich geschwärzt.
Nun passt die Fokuslage für meine Kameras plus Filterrad. Was jetzt noch gefehlt hat: Eine ordentliche Nachführung.
Nach reichlicher Recherche im Netz bin ich auf die Seite von Reiner Vogel gestoßen. und habe mich ans Planen gemacht, ob das überhaupt mit meinen doch recht beschränkten Mitteln meiner Garagenwerkstatt umsetzbar ist. Die alternative wäre natürlich der Kauf einer fertigen Plattform gewesen, doch wo bleibt dann Spaß und Ehrgeiz? Also selberbauen...... :cool:
Ich hatte Reste einer Siebdruckplatte zur Verfügung allerdings nur in 10mm Stärke, was mir etwas wenig für das Gewicht vorkam. Es sollte der Dob mit den Füßen der Rockerbox drauf, da ich den auch noch ohne Plattform betreiben wollte. Also habe ich die ganze Geschichte doppelt beplankt und im vorderen Teil, wo die Lager verbaut sind, sind Teile der bei Selbstbauern so beliebten Tischplatte eingeflossen:LOL:
Die Nordsegmente hat mir ein Bekannter gefräßt, die habe ich dann noch mit Metallstreifen beplankt. Das Südlager hat mir am meisten Kopfzerbrechen bereitet, da hatte ich eine Teflonbuchse, welche ich in einen Holzklotz eingeklebt hatte, aber kein "Gegenstück". NAch ettlichen Baumarktbesuchen ist mir ein Türknauf in die Hände gefallen, der exakt in die Buchse gepasst hat. Gekauft......verbaut.
Die Nordlagersegmente laufen auf 10mm-Wellen, welche in Lagerböcken stecken, als Antrieb ist mir eine günstige Celestron-Nachführung zugeflogen. Mit dem 9V-Block ist die aber etwas schwach auf der Brust, also hat die Plattform ein externes 9V Netzteil bekommen. Ich habe auch einen Mikroschalter verbaut, damit der Motor am Anschlag stoppt.
Hier nun das Ergebnis:
Link zur Grafik: https://img.webme.com/pic/m/micsastrosite/IMG_04151.JPEG
Link zur Grafik: https://img.webme.com/pic/m/micsastrosite/IMG_03851.JPEG
Link zur Grafik: https://img.webme.com/pic/m/micsastrosite/IMG_0387.JPEG


Die Plattform wird sicher keinen Schönheitspreis gewinnen, aber ich galube, darauf kommt es letztendlich nicht an. Die ganze Geschichte hat mich um die 70€ und ein Wochenende gekostet und läuft für meine Bedürfnisse genau genug. Gekauft habe ich lediglich die Lager, Achsen, das Holz, die Nachführung inkl. Kupplung und besagten Türknauf. alles andere hatte ich noch liegen oder ist aus dem Schrott.
Hier mal ein Beispiel:
Das ist mit der Svbony 305 pro mono aufgenommen, bei 3 Metern Brennweite. Etwas Drift ist noch, aber das kann auch aus der ehr schlampigen Einnordung (Handykompass) liegen.
Fummelig ist aber das Zurückfahren, wenn an der Welle das Schräubchen nach unten steht. Alles in allem bin ich aber zufrieden, ich hätte nicht gedacht, dass das überhaupt funktioniert....:)

Viele Grüße,
Micha
 
Hi Micha,
...
Fummelig ist aber das Zurückfahren, wenn an der Welle das Schräubchen nach unten steht.
...
eine EQ-Plattform dieser Art fährt man eigentlich ganz einfach so zurück, indem man sie an der Seite des Antriebs leicht anhebt und sie dann auf die Ausgangsposition zurückschiebt, dabei rollt sie einfach auf dem anderen, nicht angetriebenem Lager.

Das funktioniert sogar problemlos mit meinem grossen 20 Zoll Dobson.

Ok, vielleicht muss man es ein bisschen üben. ;)

Gruß
Peter
 
Hallo zusammen!
hab vielen Dank! Das macht mal wieder richtig Mut zum Selbstmachen..
Bitteschön! So schwer wars letztendlich selbst für mich nicht, der 2 linke Hände und alles Daumen hat :LOL: Man muss sich nur dazu durchringen und sich die Zeit nehmen, das vorher vielleicht vernünftig aufs Papier zu bringen. Und für die berühmten Improvisationen ist dann immer noch genug Raum:LOL:
eine EQ-Plattform dieser Art fährt man eigentlich ganz einfach so zurück, indem man sie an der Seite des Antriebs leicht anhebt und sie dann auf die Ausgangsposition zurückschiebt, dabei rollt sie einfach auf dem anderen, nicht angetriebenem Lager.
Danke für den Tipp, darauf bin ich so erstmal nicht gekommen. Mir schien es sinniger, die Achsklemmung zu lösen. Das sind ja immerhin > 30kg, die auf der Plattform stehen. Da würde sich eventuell ein kleiner Klappgriff auf der Antriebsseite gut machen. Hinderlich ist da wohl die Rockerbox, welche an den Seiten ein gutes Stück übersteht.

Viele Grüße,
Micha
 
Ich zucke da immer zusammen, wenn ich solche Gewichtsangaben lese. Gitterrohr rules.
Und der 12" GSO Volltubusdobson war zu der Zeit, als ich den gekauft habe, exakt das, was ich mir finanziell leisten konnte.;)
Ich brauche den ja auch nur 10 Meter auf die Terrasse tragen, da brauche ich nichts ultratransportables. Noch bekomme ich den hin und hergewuchtet. Wenn das dann
mal nicht mehr geht -> Gitterrohr.
 
Hallo Micha,

sieht klasse aus, Glückwunsch.
freut mich, dass ich dazu motivieren konnte.
Das Video zeigt doch eine gute Nachführung und was sind das denn für super Bedingungen !!!
Die Luft ist ja total ruhig und schon das Livebild zeigt reichlich Details.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger!
Vielen Dank! Ja, deine wirklich guten Bilder waren der Auslöser, aber auch @*entfernt* war nicht ganz unschuldig. Er hat mal bei Astrobin ein mit dem
C8 gemachtes Bild mit "Du brauchst aber auch mal was größeres" kommentiert. Und recht hat er gehabt:cool:
was sind das denn für super Bedingungen !!!
Ja, an dem Abend waren die Bedingungen gut, aber nur im Hellen, mit IR-Passfilter. Ab Sonnenuntergang wurde es rapide schlechter.
Wir hatten uns ja schonmal bei den Bildkommetaren kurz drüber unterhalten: Du hast doch den gleichen 12´er wie ich. Bist du ohne Modifikationen mit der Kamera
in den Fokus gekommen? Ich musste den Tubus um 6cm kürzen. Kameratechnisch liegt der Fokus jetzt ohne Barlow im zweiten Drittel, mit Barlow im ersten Drittel des Auszugweges. Mit manchen Okularen komme ich jetzt nur noch mit der Verlängerungshülse in den Fokus, die gabs aber damals mit dazu. Nun ist der Dob natürlich sehr kopflastig geworden, da musste ich mir noch sowas basteln:
Link zur Grafik: https://img.webme.com/pic/m/micsastrosite/IMG_0414.JPEG

Viele Grüße,
Micha
 
Hallo Micha,

die Asi120 hat ja ein geringes Auflagemaß. Dennoch habe ich den HS sehr weit nach Innen justiert. Ohne Barlow muss ich den OAZ fast komplett einfahren nur ca. 1mm Reserve. Mit Barlow sind es ca. 5mm.

Mein Dobson stammt aus 2017, da ist der FS Halter gegenüber meinem 8er aus 2015 geändert worden.
Wie ist der denn bei dir ? Aus Metall dreieckig ?

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger!
Der Fangspiegelhalter ist rund und aus Metall, in der Mitte eine größere Zentralkreuzschlitzschraube und dann die drei Justierschrauben rundherum.

Viele Grüße,
Micha
 
Hallo in die Runde, hallo Micha,

ich habe eine Frage zu Deiner Plattform, die Du hier im Thread dokumentiert hast. Ich bastel aktuell ebenfalls an einer EQ-Plattform nach den Plänen von Reiner Vogel. Der Plan, an den ich mich halte, ist dieser hier: Bauplan

Darin steht: height of rollers and drive axle should be chosen to keep the bottom side of the table 50mm above the top of the bottom plate. Ich habe es so gedeutet, dass es der Abstand in der Mittelstellung/Ruheposition ist zw. Bodenplatte-Oberseite und Tisch-Uterseite. Wenn der Tisch aber in Start Position ist, also ganz rechts, dann passt das mehr oder weniger an keiner Stelle mehr. Ebenso auch in der Endstellung der Tisches, wenn nach ganz links verfahren. Liege ich da richtig?

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CS
Andreas
 

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Hallo Andreas!
Ich habe es so gedeutet, dass es der Abstand in der Mittelstellung/Ruheposition ist zw. Bodenplatte-Oberseite und Tisch-Uterseite.
Ich denke mal ja, alles andere würde ja keinen Sinn ergeben. Die 50mm sind ja auch nur, weil der Reiner Vogel da unten drunter an den Seiten noch Leisten angebaut hat. Die würden dann gegen das Unterteil schlagen, wenn weniger als 5cm Platz wäre.

CS
Micha
 
Hi Andreas,

sehe ich das richtig, du machst die Segmente aus Holz?
Warum nicht Alu?

Gruß
Peter
 
sehe ich das richtig, du machst die Segmente aus Holz?
Warum nicht Alu?
Hallo Peter,

ich habe keine Alu-Platte vorrätig. Das Holz würde ich aber noch mit dünnen Blech belegen.

@Micha: bist Du mit dem Motor bei 10mm Wellendurchmesser an irgendeinem Geschwindigkeitslimit, also unten oder oben? Würde gern 12mm nehmen, da muß der Motor dann ja langsamer drehen wg. größerer Strecke pro Umdrehung.

CS
Andreas
 
Moin Andreas,
Bin mit dem Poti tatsächlich irgendwo in der Mitte, da müsste es rein theoretisch mit den 12mm funktionieren.
 
Hallo in die Runde, hallo Micha,

ich habe eine Frage zu Deiner Plattform, die Du hier im Thread dokumentiert hast. Ich bastel aktuell ebenfalls an einer EQ-Plattform nach den Plänen von Reiner Vogel. Der Plan, an den ich mich halte, ist dieser hier: Bauplan

Darin steht: height of rollers and drive axle should be chosen to keep the bottom side of the table 50mm above the top of the bottom plate. Ich habe es so gedeutet, dass es der Abstand in der Mittelstellung/Ruheposition ist zw. Bodenplatte-Oberseite und Tisch-Uterseite. Wenn der Tisch aber in Start Position ist, also ganz rechts, dann passt das mehr oder weniger an keiner Stelle mehr. Ebenso auch in der Endstellung der Tisches, wenn nach ganz links verfahren. Liege ich da richtig?

Den Anhang 295711 betrachten

CS
Andreas

Hallo Andreas!
Deine Plattform sieht sehr gut aus!
Hast du in den Plänen von Reiner Vogel für die Segmente irgendeinen Maßstab gefunden? Ich frage mich, ob beim Druck (also Ausdruck der Bauanleitung) das Segment verzerrt wird und dies dann Auswirkungen auf die Nachführungen hat. Ich würde gerne nachmessen.
Kannst du mir da weiter helfen?

Vielleicht könntest du mir Höhe und Breite deines Segments bei Nennung der Gradzahl schicken.

Ach ja, und wo wir gerade dabei sind: Welchen Wellendurchmesser hat dein Motor? :)

LG und weiter so!
Stefan
 
Hallo Stefan,

ich habe den PDF Bauplan von Reiner Vogel völlig unbedarft ausgedruckt und mir die Segmente (54°) ausgeschnitten und auf die Siebdruckplatte aufgeklebt. (Mein Standort hier in Flensburg ist eigentlich 54°45'56.1 N). Dann mit der Tischkreissäge langsam "rangeschnitten" und am Tellerschleifer dann exakt die Rundung geschliffen.
Die Maße sind:

Breite: 18,6 cm
image_67170817.JPG

Höhe: 5,5 cm
image_67180289.JPG


Beim Motor kommt die Welle mit 5 mm raus, ich gehe mit der Kupplung dann auf 12 mm:
Welle Kupplung.jpg


Die Segmente habe ich noch mit Blech belegt. Eine erster Test mit 2 Getränkekisten als Last war erfolgreich. Der GSO Dobson mit allem Gerödel wird so um die 35 kg wiegen, dass muß also entspannt getragen und bewegt werden können. Ich stelle den Dobson mit der Rockerbox auf die Plattform. Die Plattform ist lackiert und einsatzbereit, warte nur noch auf freien Himmel:
image_16858113.JPG


image_67199489.JPG


CS
Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Andreas @Haueha ,

ist halt die Frage ob die Genauigkeit und Gleichmäßigkeit solcher Segmente ausreicht.
Für rein Visuell wird das ausreichen, aber wenn man, was sich ja anbietet, auch ein bisschen EAA machen will, bin ich mir nicht sicher.
Bin mal gespannt wie deine Erfahrungen sind.

Die Genauigkeit der Segmente ist mM für EAA/AF das wichtigste. Ich glaube nicht, dass zB die kommerziell gelieferten Segmente sehr genau sind.
Ich habe den Plan, dass ich da, wo die Achsen sind, einen Fräser montiere und die Plattform mit dem gewünschten Winkel dann über den Fräser fahre.
Das sollte zu ziemlich genauen Segmenten führen, die auch genau zur Plattform passen.

Gruß
Peter
 
Ich habe den Plan, dass ich da, wo die Achsen sind, einen Fräser montiere und die Plattform mit dem gewünschten Winkel dann über den Fräser fahre.
Hallo Peter,

womit möchtest Du denn über den Fräser fahren, also was soll die Schablone sein, mit der Du den Winkel abfährst? Bei VNS Segmenten ist das ja nicht mehr ein einfaches Kreissegment, sondern eben wie in meinem Fall von einen Kreis mit 54° Neigung auf 90° vertikal gekippt mit der dann neuen Form "irgendwas". Wenn Du allerdings bei der Neigung gemäß Deiner Position der nörd. Breite bleibst, bleibt es beim "einfachen " Kreissegment, dass sollte dann einfach zu fräsen sein. Dann sind die "Auflager"/ Wellenmontage etwas aufwendiger. Und die Kräfte bzw. das Gewicht auf der Plattform wird nicht mehr vertikal abgeführt, da hat man ggf. Einschränkungen. Bin auf Deine Umsetzung und Erfahrung gespannt.

Deep Sky mit Belichtungen >10 Minuten kannst man mit der EQ Plattform m.E. nicht machen, aber Planeten und Mond mit >40 - 50 Frames / Sek. sollten gut gehen. Oder eben Video mit entsprechenden Frame Rate. Da muß das Objekt der Begierde nur ungefähr in der Mitte des Sensors sein. D.h. nach 30 Sek. hat man schon 1500 Frames zum Stacken.

Ich bin da ganz neu unterwegs. Visuell nervt es shon, wenn man mit 300x auf den Jupiter geht und permanent nachführen muß, da hat das Auge nie Ruhe, aber ok. Die Plattform habe ich aber in erster Linie für Astro Aufnahmen gebaut.

CS
Andreas
 
Moin!
Wenn ich dazu auch noch einige Worte verlieren darf:
Meine Segmente hat mir ein befreundeter Möbelschreiner mit einer CNC-Fräßmaschine gefertigt, für einen Zehner in die Kaffekasse. Ich meine, holzverarbeitende Betriebe gibts ja meist irgendwo in der Nähe und da könnte man ja notfalls nachfragen, ob die einem zumindest die Segmente fräßen, wenn man meint, selbst nicht genau genug arbeiten zu können. Das ist für die praktisch ne Kleinigkeit. Meiner hat mir sogar gleich alle Segmente gefräßt, die Reiner Vogel für Deutschland ausgerechnet hat.
Und was die Genauigkeit angeht, auch EAA mit ein paar Sekunden Belichtungszeit geht durchaus:
Ich hab aber momentan ein ganz anderes Problem. Ich nutze einen einfachen EQ1/2-Motor von Celestron, der baugleich mit dem von Andreas sein wird.
Und der bekommt bei zunehmender Kälte "Anlaufprobleme". Erst lief er gar nicht mehr, dann nur sehr langsam und nach ein paar Mal bei maximaler Drehzahleinstellung und ein paar Mal aufNord/Süd umgeschalten lief er wieder. Ich denke mal, da ist reichlich Chinahonig im Getriebe, welches bei Kälte zähflüssiger wird. Ich habe schon versucht, das Getriebe aufzubekommen, aber das ist schön schraubenlos verpresst.

Beste Grüße,
Michael
 
Hi Andreas,

womit möchtest Du denn über den Fräser fahren, also was soll die Schablone sein, mit der Du den Winkel abfährst?
Keine Schablone. Die Plattform wird über einen Adapter an einer festen Achse so montiert, dass sie sich genau mit dem Polwinkel des Standorts dreht, ohne dass sie auf den Segmenten aufliegen muss. So wie im Betrieb. Nur genauer, da die Achse ja fest ist. An den Stellen wo die Segmente auf der Lagerwelle aufliegen, wird dann ein Fräser platziert. Dieser Fräser korrigiert dann das Segment auf die genaue Kurve passend zur Pol-Drehachse. Die Kurve ist natürlich bei senkrecht stehenden Segmenten kein Kreisausschnitt.

Ich hoffe es ist verständlich. ;)

Deep Sky mit Belichtungen >10 Minuten kannst man mit der EQ Plattform m.E. nicht machen, aber Planeten und Mond mit >40 - 50 Frames / Sek. sollten gut gehen. Oder eben Video mit entsprechenden Frame Rate. Da muß das Objekt der Begierde nur ungefähr in der Mitte des Sensors sein. D.h. nach 30 Sek. hat man schon 1500 Frames zum Stacken.
Genau. Man muss zwischen Planeten- und DS-Aufnahmen trennen.
Für Planetenaufnahmen macht man einfach ein Video des Planeten in Minutenlänge mit möglichst kleinen POI.
Das funktioniert bei mir mit dem 12 Zöller und sogar mit dem 20 Zöller auf der Martini Plattform. Der Planet kann auch ruhig ein bisschen wandern.

Interessanter sind für mich DS-Aufnahmen. Da braucht man längere "gestackte" Aufnahmen von mehreren Minuten. Die Einzelbelichtungen müssen aber im Sekundenbereich sein, sonst findet das Live-Stacking keine Sterne und funktioniert nicht. Das bedeutet die EQ-Plattform muss genau genug sein, um einige Sekunden ohne verhunzte Sterne nachführen zu können. Mit einer "ungeguideten" EQ-Plattform gehen nach meiner Erfahrung Einzel-Belichtungen über ca. 10s nicht.

Längere Belichtungen >5min sind mit dann mit Live-Stacking mit Kurzbelichtungen <10s zB mit SharpCap kein Problem.

Ein Problem ist aber, dass die virtuelle Achse der EQ-Plattform einfach nicht genau genug ist, sie wandert, so dass der Ausschnitt auch wandert und immer wieder korrigiert werden muss. Das ist lästig.

Das 2. Problem ist, da die Segmente ungenau/rau sind, dass der Ausschnitt manchmal sprunghaft hüpft.
Solange das nicht sehr oft passiert, wird beim Live-Stacking halt eine Einzel-Aufnahme unbrauchbar.

Ich bin da ganz neu unterwegs. Visuell nervt es shon, wenn man mit 300x auf den Jupiter geht und permanent nachführen muß, da hat das Auge nie Ruhe, aber ok. Die Plattform habe ich aber in erster Linie für Astro Aufnahmen gebaut.
Ja, für visuell ist eine EQ-Plattform hilfreich.

Gruß
Peter
 
Die Einzelbelichtungen müssen aber im Sekundenbereich sein, sonst findet das Live-Stacking keine Sterne und funktioniert nicht. Das bedeutet die EQ-Plattform muss genau genug sein, um einige Sekunden ohne verhunzte Sterne nachführen zu können. Mit einer "ungeguideten" EQ-Plattform gehen nach meiner Erfahrung Einzel-Belichtungen über ca. 10s nicht.
Man sollte halt im Hinterkopf behalten, dass das (zumindest bei mir) immer noch ein Dobson auf Selbstbauplattform < 100€ ist und keine geguidete EQ8.
Und dafür ist die Nachführgenauigkeit der Plattform doch ganz gut (siehe Video in meinem Eingangsbeitrag) und ich denke, bei einer gekauften Plattform wird die nicht so viel besser sein.

Beste Grüße,
Micha
 
Moin,

kleines Update:

Die EQ-Plattform ist jetzt ca. 5 Wochen fertig zum bereit zum Einsatz, wetterbedingt aber bisher nur 2 mal eingesetzt worden. D.h. ich kann nur sagen, die Plattform funktioniert soweit für meine Bedürfnisse. Fürs "Einnorden" habe ich mir noch einen Laser besorgt, aber noch nicht angebaut, geht auch so. Habe mir beim ersten aufstellen Striche auf die Betonplatten gemacht. Der Motor packt das Gewicht. Genauigkeit/Nachführung ist ok. Im Fall der Fälle mit der Motorgeschwindigkeit spielen/am Poti drehen, dann bleibt das Objekt schön mittig und dass verschafft ganz bequem 3 Minuten Videoaufnahmen. Für den Mars eh ausreichend wegen der dann sich auswirkenden Eigendrehung.

In der ersten Nacht habe ich nur den Mond abgelichtet, am zweiten Abend ist mein erstes Marsbild entstanden. Alles so mittelgut, also weiter üben und das Setup kennenlernen. Hier mein Mars: Mars

Hier noch ein paar Bilder meines Setups:
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CS
Andreas
 
Guten Morgen,
ich hänge mich mal mit meinem eigenen Vorhaben an den Thread.
ich habe mir ebenfalls die Pläne von Reiner Vogel heruntergeladen, würde aber gern vor dem Ansetzen der Säge Gewissheit haben,
dass ich den Plan auch richtig verstanden habe.
Dazu folgende Fragen:
@Haueha: Habe mich mal an Deinem Bild bedient.


Rot ist 540mm lang?
Blau ist 515mm lang und endet oben im Bild im Mittelpunkt der Südachse?
Der Abstand ist sicher entscheidend für den richtigen Winkel der oberen Platte zur Bodenplatte nehme ich an.

Grün ist demnach um x länger als 540mm, somit ist Platz für die Montage der äusseren Lager und des Antriebs?
x ist demnach in der Zeichung nicht vorgesehen, nehme ich an.

Auch nehme ich an, dass die Höhe der Gesamtkonstruktion und damit auch die Stärke der Platten keine Rolle spielt.
Ich habe zufällig 2 Multiplexplatten herumliegen, beide 20mm stark.
Die Nordsegmente sind wohl so bemessen, dass man sie bei 18mm Stärke der Oberplatte bündig montiert. ich müsste in diesem Fall also 2mm Platz zur Oberkante lassen.

Habe ich das so richtig zusammengefasst?

Gruß
Frank
 

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Hallo Frank,

leider kann ich Dir da nicht mehr durch Nachmessen helfen, ich habe Dobson samt Plattform Anfang des Jahres verkauft.

Ich mache nur noch Astrofotografie :)

CS
Andreas
 
Kein Problem,
dann frage ich mal ganz allgemein in die Runde:

Ist die Länge der Plattform relevant? Ich frage, weil es eine 540mm und eine 620mm lange Version der Plattform gibt, die anhängenden Segmente aber gleich gross sind, wenn man sie übereinander legt. Ich ging davon aus, dass der Winkel der Trägerplatte zur Bodenplatte mit länger werdender Ausführung verflacht...
 
Kein Problem,
dann frage ich mal ganz allgemein in die Runde:

Ist die Länge der Plattform relevant? Ich frage, weil es eine 540mm und eine 620mm lange Version der Plattform gibt, die anhängenden Segmente aber gleich gross sind, wenn man sie übereinander legt. Ich ging davon aus, dass der Winkel der Trägerplatte zur Bodenplatte mit länger werdender Ausführung verflacht...
Jein. Die Verlängerung der Polachse sollte einigermaßen durch den Schwerpunkt des Teleskops laufen. Je höher der Schwerpunkt liegt, desto länger sollte die Plattform sein. Ansonsten kriegt man je nach Lage des Schwerpunkts in der Auslenkung oder in der Waage ein Drehmoment.

Das Drehmoment sollte zumindest so klein sein, dass die Achsen nicht durchrutschen. Wie genau das bei einer Plattform mit Ellipsensegmenten sein muss, kann ich dir allerdings nicht sagen, da ich eine Kreissegmentplattform gebaut habe. Ich vermute allerdings, dass es schon grob daneben sein muss, weil sonst die kommerziellen Plattformen nicht mit allen Teleskopen funktionieren würden.

Ich persönlich finde es am bequemsten, wenn es genau passt. Da kann man auch mal beim Einnorden das Getriebe abkoppeln und hin und her pendeln, ohne dass man groß aufpassen muss, damit einem das Teil nicht abhaut.
 
Hi,

ich habe eine Plattform von Astro Optik Martini, das ist eine an Reiner Vogel angelehnte Konstruktion.

Zu den Abständen:
Nur der Abstand vom Südlager zu den Segmenten und der Abstand der Segmente voneinander ist relevant. Die Segmente müssen für diese Abstände berechnet sein.
Den Rest kann man bauen, wie man will.

Das Südlager muss ausserdem von der Höhe so gelagert sein, dass die Stellfläche der Plattform waagrecht ist. Auch hier ist der Rest egal, zB Dicke der Platten.
Wobei man sogar waagrecht nicht unbedingt einhalten muss, da das nur einer Kippung der Plattform in Nord/Süd Richtung entspricht.
Eine Nord/Süd Kippung entsteht bei korrekter Pol-Ausrichtung sowieso, nur ist sie wenn die Segmente zum Breitengrad passen relativ klein.

Ich nutze zB auf 47° Breite eine Plattform mit Segmenten für 54°. Die muss ich leider ziemlich (7°) schräg stellen.
Ist unschön aber trotzdem kein grosses Problem.

Zum Schwerpunkt durch Polachse:

Irgendwie hat das bei mir in der Praxis bisher keine so grosse Rolle gespielt. Ich habe auf meine Plattform sowohl einen 12 als auch den grossen 20 Zöller gestellt.
Beides hat funktioniert, obwohl hier die Schwerpunkte bestimmt sehr unterschiedlich waren.

Aber man kann schon feststellen, dass, wenn man den Dobson ganz weit nach Norden oder Süden draufstellt, dann ein Drehmoment entsteht.
Besonders nahe den Endpunkten, kann dann auch noch ein starkes Kippmoment auftreten. Dann ist die Aufstellung definitiv falsch, aber wie gesagt bei mir war das nicht sehr empfindlich und ich habe beide Teleskope durch "normales" Draufstellen betreiben können.

Gruß
Peter
 
Moin zusammen!
Nicht, dass jemand denkt, das Thema interessiert mich nicht mehr oder ich möchte auf Fragen keine Antwort geben, aber ich habe die größere Version der Plattform gebaut, daher konnte ich keine Angaben zu den Maßen machen. Ansonsten hat Peter ja schon alles nötige zu geschrieben.
Ich habe beispielsweise zwischen Ober- und Unterteil etwas mehr Platz gelassen, dadurch hatte ich Raum, noch einen Endschalter und ein stabiles Anschlussterminal auf das Unterteil zu bauen. Zusätzlich habe ich das Unterteil noch mit vier stabilen verstellbaren Füßen ausgerüstet, um die Plattform auszunivellieren.
Zusätzlich suche ich noch nach einer praktikablen Lösung, den Motor vor nächtlichen Fußtritten zu schützen. Den hab ich schon ein paar Mal fast abgetreten.

Beste Grüße,
Micha
 
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