Refraktor - korrekte Tubuslänge berechnen/messen

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WOBAFGKMRN

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Hallo

Werde in diesem Jahr mein erstes Selbstbauprojekt mit einem langbrennweitigen Refraktor wagen. Nun bin ich schon ein wenig am Planen und stehe bereits an ;) .
Mir ist soweit schon klar, dass zum Scharfstellen die Bildebene des Okulars mit der Fokusebene des Teleskops zur Deckung gebracht werden muss. Die Ausleuchtung muss freilich auch stimmen. Nur was genau muss ich ausleuchten? Die Öffnung des Zenitspiegels, den Eintritt in den Binoansatz oder aber die Feldblende der verwendeten Okulare?
Oder komme ich mit der folgenden "Milchmädchenrechnung" auch klar: Tubuslänge = Brennweite - Länge des OAZ - optischer Weg von Zentspiegel und Binoansatz - ein paar cm Reserve?

Wäre nett, wenn mir jemand ein wenig Licht ins Dunkel bringen würde :) .

LG Michael
 
Hallo Michael,
Dein Milchmädchen rechnet schon richtig, das sollte passen.
Die Brennweite des Objektivs aber bitte nachmessen, kann Toleranzen haben.

Die Ausleuchtung misst man in der Tat an der Feldblende (bzw. in der Fokusebene des Okulars, was nicht immer das gleiche ist) und die Durchmesser bis dahin (OAZ, ZS, Bino, ...) bestimmen die Vignettierung, wenn sie zu eng sind.
 
Hallo Michael,

Das löst man immer noch am besten mit einer 1:1 Zeichnung am Computer erstellt und ausdrucken lassen, oder selbst per Hand aufgezeichnet!


Dort lassen sich alle vorher berechneten Blenden und Durchgänge zum 3 - 4" OAZ und Zenitspiegel am besten kontrollieren!

Wenn man es so macht wie Lichtenknecker, dann sollte man 1 oder 2 Stück
4" Große herausnehmbare Zweischenrohre vor dem großem OAZ einplanen, mit Brennpunktlage FL= 352mm ab dem z.B Dm 120 mm Schnellwechsler am hinteren Tubusanschluss.
Fertigungsspezialisten für solche Teile sind ja hier im Forum bekannt!

Siehe hier, ziemlich weit unten:
Kosmus Katalog

http://www.g2-astronomie.de/phpbb2/userpix/3_Zubehr_1_1.jpg

Sowas aber in 4" vor dem OAZ
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/835622/Lichtenknecker_FM1_mikrometris
Links ist der Tubusanschluss.

http://www.g2-astronomie.de/phpbb2/userpix/3_System_64___Schnellwechseleinrichtung__Funtionsschema_1.jpg
http://www.g2-astronomie.de/phpbb2/userpix/3_System_64___Schnellwechseleinrichtung__Funtionsschema_1.jpg

Dass beim Binoeinsatz abgenommen werden kann, denn ein langer Refraktor brauch nicht auch noch einen Lichtwegausgleich.
Der Bino Einsatz ist aber gerade am Planeten von Vorteil!


Gruß Günter


 
Hallo Ralf und Günter,

danke schonmal für euren Input und eure Tipps :) .

@Ralf: Beim OAZ dachte ich an einen mit 3" - da sollte dann keine Vignettierung auftreten. Werde ich aber trotzdem abchecken. Brennweite der Linse werde ich auf jeden Fall ausmessen. Gibt es dafür eine einfachere Methode, als das Objektiv auf den Mond zu richten und den Abstand bis zur "Projektionsleinwand" zu messen?

@Günter: Das System von Lichtenknecker schaut sehr interessant und durchdacht aus, aber ich werde ziemlich sicher einen Gitterrohrtubus bauen - da funktioniert das dann mit den Zwischenrohren nicht. Die Tubuslänge werde ich aber auf jeden Fall so bemessen, dass mein Binoansatz ohne GWK passt - wird ja schließlich in erster Linie ein Mond- und Planetenteleskop werden und da mag ich auch nicht mehr ohne Binoansatz beobachten.

LG Michael
 
Hallo Michael,

ein langer und aufwendig zu bauender Gitterrohrtubus, hilft nur bei der Sonnebeobachtung siehe UNIGRAPH,
http://www.unigraph.de/Aktivitaeten.htm#Anchor-De-54756

Für Mond und Planetenteleskopen ist ein langer oder gefalteter geschlossenes System aus Hartpapier Tubus, ala Dieter Lichtenknecker besser, der baute solche bis 250mm.
Der sagte mir bei Abholung meines Refraktors, es gibt kaum Besseres, dass so wenig auf Temperatursprünge reagiert, wie dieses druckfeste Material. Ideal für Sternwarten - Instrumente, minimalste Tubusturbulenzen!


Gruß Günter
 
Hallo

So aufwendig wie beim Unigraphen will ich es nicht machen. Inspirationsquelle ist dieses Teil hier -> http://www.telescopenews.net/de/rifrattore-istar-optical-perseus-tcr-150-12/

In erster Linie geht es mir um Gewichtsersparnis, ansonsten wäre für mich ein klassischer Tubus auch erste Wahl. Aber bei 150/1800 würde das ein recht schweres Teil abgeben und ich kann den Refraktor zur Zeit nicht stationär betreiben sondern der wird immer aus dem Keller in den Garten und auf die Monti gewuchtet - da werde ich dann froh sein über jedes Kilo weniger. Sollten die Blenden gegen Streulicht nicht ausreichen, oder aber lokales Seeing durch den offenen Tubus stören, könnte ich später immer noch eine "Socke" anbringen, wie sie bei Gitterrohrdobsons üblich ist.

LG Michael
 
Zitat von WOBAFGKMRN:
Brennweite der Linse werde ich auf jeden Fall ausmessen. Gibt es dafür eine einfachere Methode, als das Objektiv auf den Mond zu richten und den Abstand bis zur "Projektionsleinwand" zu messen?

Hallo Michael,

die Brennweite zu bestimmen ist relativ aufwendig und mit der Projektionsmethode nicht zu schaffen. Das Letzte was du zur Konstruktion benötigst ist die Brennweite ?) Große Optikfirmen haben in ihren Katalogen die Brennweite oft mit +-10% angegeben.
Zur Konstruktion benötigst Du die Schnittweite, das ist die Entfernung vom letzten Linsenscheitel zum Fokus und die wird bei Objektiven immer sehr genau angegeben.

CS *entfernt*
 
Hallo

@Günter: So was ist auf jeden Fall eine Alternative. Meine erste Idee war ebenfalls ein Faltrefraktor in Fagottfaltung, so wie ihn der Jan gebaut hat. Nur sehe ich da als Minuspunkt (für mich) den Einblick - möchte im Sitzen beobachten.
Mein nächster Gedanke war dann ein Schaer-Refraktor, aber die dafür nötigen großen Planspiegel in hoher Qualität und hohem Reflexionsgrad kosten eine schöne Stange Geld. Außerdem hätte ich da die Sorge, dass es durch die Umlenkspiegel zu Tubusseeing kommen könnte.
Zudem will ich so wenig zusätzliche Spiegel wie möglich haben und da geht nur der klassische Aufbau: Linse vorne und Zenitprisma hinten.

@Bernd: Danke, mal schauen ob der Hersteller mir diese Schnittweite nennt. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass der Unterschied zwischen Brennweite und Schnittweite arg groß sein wird.

LG Michael
 
Zitat von WOBAFGKMRN:
@*entfernt*: Danke, mal schauen ob der Hersteller mir diese Schnittweite nennt. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass der Unterschied zwischen Brennweite und Schnittweite arg groß sein wird.

Hallo Michael,

die Schnittweite ist das genaue Maß, welches man für die Konstruktion benötigt. Daher ist sie auch genau definiert. Die Brennweite ist die "optische Wirkleistung", die ein Objektiv hat. Wird z.B. für die Berechnung dar Vergrößerung gebraucht.
Das fängt doch schon damit an, dass man nie genau weiß, von wo man messen soll: Von der letzten Linse, von der ersten Linse oder gar vom Luftspalt?
Glaub mir, die Schnittweite ist das Konstruktionsmaß, welches Du benötigst.

viel Erfolg und CS *entfernt*
 
Hallo Michael,


Überleg Dir das noch mal.
Dämlicher kann man einen Refraktor nicht konstruieren :smiley55:
Damit gibst Du den entscheidenden Vorteil des Refraktors auf: der Lichteintritt liegt weit oben, was das Seeing (teilweise deutlich!) verbessert. (Die letzten 6m vor dem Boden stellen bis zu 50% zum Seeingfehlers!)

Wegen der Bestimmung der Brennweite:
Wenn das Objektiv vor Dir liegt, ist das absolut kein Problem sowas zu bestimmen.
Für die Grob-Planung einfach das Rohr länger lassen und dann absägen, fertig! :smiley47:

Viele Grüße
Kai
 
Hallo

Bin die letzten Tage nur mehr am überlegen ;) . Du hast auf jeden Fall recht, dass ein großer Vorteil des Refraktors der geschlossene Tubus ist, in dem es aufgrund der vorne liegenden Linse nicht wirklich zu Tubusseeing kommen kann (wenn das Teil mal temperiert ist). Aber wenn man diesen Gitterrohrtubus mit z.B. Stoff ummanteln würde, wäre es ja praktisch ebenfalls ein geschlossener Tubus - oder habe ich da einen Denkfehler?

Was genau meinst du mit "Die letzten 6m vor dem Boden stellen bis zu 50% zum Seeingfehlers!"?


Mittlerweile denke ich eh, dass es evtl. klüger wäre zunächst einfach einen simplen geschlossenen Hartpapiertubus zu nehmen. Macht nicht viel Aufwand und wenn ich weiß, dass das Objektiv von der Qualität her die Arbeit wert ist, geht's dann an die gewichtsoptimierte Version. Falls Hartpapier - welche Wandstärke sollte es denn sein? Länge des Tubus wäre ca. 1500mm bei 170mm Innendurchmesser. Vorne würden ca. 3,5kg (Linse in justierbarer Fassung) dranhängen und hinten ca. 3kg (OAZ + Zenitprisma + Binoansatz). Reichen da 4mm, wenn ich auch noch Blenden als zusätzliche Versteifung einbauen würde?

LG Michael

 
Hallo Bernd
Zitat von *entfernt*:
Zitat von WOBAFGKMRN:
Brennweite der Linse werde ich auf jeden Fall ausmessen. Gibt es dafür eine einfachere Methode, als das Objektiv auf den Mond zu richten und den Abstand bis zur "Projektionsleinwand" zu messen?
die Brennweite zu bestimmen ist relativ aufwendig und mit der Projektionsmethode nicht zu schaffen. Das Letzte was du zur Konstruktion benötigst ist die Brennweite Große Optikfirmen haben in ihren Katalogen die Brennweite oft mit +-10% angegeben. Zur Konstruktion benötigst Du die Schnittweite, das ist die Entfernung vom letzten Linsenscheitel zum Fokus und die wird bei Objektiven immer sehr genau angegeben.

die Schnittweite ist das genaue Maß, welches man für die Konstruktion benötigt. Daher ist sie auch genau definiert. Die Brennweite ist die "optische Wirkleistung", die ein Objektiv hat. Wird z.B. für die Berechnung dar Vergrößerung gebraucht.
Das fängt doch schon damit an, dass man nie genau weiß, von wo man messen soll: Von der letzten Linse, von der ersten Linse oder gar vom Luftspalt?
Glaub mir, die Schnittweite ist das Konstruktionsmaß, welches Du benötigst.
Bei astronomischen Objektiven kann man sehr wohl die Brennweite der Herstellerangabe verwenden. Von Schnittweite habe ich bist jetzt nur im Zusammenhang mit dem Farbfehler gehört. Vielleicht verwechselst du da was? Mit Astro-Optiken beobachtet man mit unendlicher Gegenstandsweite. Das bedeutet in der Gleichung für dünne Linsen verschwindet der Term 1/g und es ergibt sich b = f (Bildweite = Brennweite). Ich weißt nicht wie du auf Schnittweite kommst, bei astronomischem Optik-Selbstbau war jedenfalls schon immer die Brennweite (unendliche Gegenstandsweite) das Maß der Dinge, bei Spiegeln und bei Linsen. Die Brennweite sollte natürlich vom Optikhersteller ziemlich genau angegeben werden. Das sollte ja wohl nicht zu schwierig sein.

Bei der Konstruktion wird es natürlich immer Unsicherheiten geben, die man mit einem entsprechendem Puffer abfangen muss. Da hilft auch die Schnittweite nicht weiter. Und nein, die Brennweite ist nicht nur zur Berechnung der Vergrößerung nützlich. Ich würde ja sogar mal vermuten, dass deine Schnittweite mit der Brennweite bei unendlicher Objektentfernung übereinstimmt. Wie dick ist denn so eine Linse so? Man nimmt natürlich erst mal die Mitte der Linse als Maß, wo die Brennweite anfängt. Dann hat man maximal eine Unsicherheit von +-1cm. Ich denke, das wird man gerade im Selbstbau locker abfangen können. Das ist letztlich eine kurze Drehung am OAZ-Rädle.




Viele Grüße,
Christian
 
Hallo Michael,

um die Brennweite musst du dir weniger Gedanken machen zumal der OAZ bei einem Refraktor eh reichlich Weg bietet so das es auf ein paar mm mehr oder weniger absolut nicht ankommt.
Auch für das Blendensystem ist es irrelevant ob es nun paar mm mehr oder weniger Brennweite sind.
In der Regel stimmen die Brennweitenangaben zu den Refraktoren auch sehr genau, sie sind ja für diese Brennweite gerechnet und die Krümmungsradien der Linsen müssen genau eingehalten werden sonst gibt es heftige Probleme.
Natürlich muss die Händlerangabe dann auch korrekt sein, hier kann man sich leider nicht immer zu 100% drauf verlassen.

Die Ausleuchtung muss freilich auch stimmen. Nur was genau muss ich ausleuchten? Die Öffnung des Zenitspiegels, den Eintritt in den Binoansatz oder aber die Feldblende der verwendeten Okulare?

Die Feldblende des Okulares bzw. ein Teil davon.
Visuell ist es nicht zwingend nötig die gesamte Feldblende zu 100% auszuleuchten.
Auf der anderen Seite hat man bei einem Refraktor keine Not und muss hier nicht so knapp kalkulieren wie beim Spiegel wo die Ausleuchtung ja auch die Obstruktion beeinflusst.

Beim Refraktor bedeutet ein größeres zu 100% ausgeleuchtetes Feld halt mehr Aufwand bei dem Blendensystem.
Es muss dann entweder die Anzahl der Blenden oder der Tubusdurchmesser erhöht werden oder beides.

Grüße Grerd
 
Hallo Bernd,

die Schnittweite ist das genaue Maß, welches man für die Konstruktion benötigt. Daher ist sie auch genau definiert.

so wie ist denn deine Schnittweite definiert?

Die Brennweite ist die "optische Wirkleistung", die ein Objektiv hat.

So so eine Wirkleistung hat also ein Objektiv? ?)
Scheinst Elektriker zu sein. ;)

Das Problem ist hier wohl der Begriff „Schnittweite“ und das was du darunter verstehst.
Wie ich dich interpretiere meinst du damit wohl das Maß vom Scheitel letzte Linse bis zum Brennpunkt.
Also keine Wirkleistung sondern einen optischen Weg.
Das Optisch steht vor dem Weg falls sich noch ein Glasweg im Strahlengang befindet der diesen Weg verändert.
Dann stimmen der geometrische und der optische Weg nicht mehr überein.
Hier taucht dann in der Tat der Begriff Schnittweite auf.
Man berechnet diese wie folgt.

s=t*(n-1)/n
s…….Schnittweite
t……..Länge des Glasweges
n…….Brechzahl für die jeweilige Wellenlänge

siehe zb. Telescope Optics s.18 Formel 3.4.1

Beispiel 50mm BK7 Glasweg für 546nm ( FH e Linie)

ne…1,51872
se = 50mm *(1,51872-1) /1, 51872 = 17,0775mm

Das bedeutet das 50mm Glasweg den Fokus 17mm weiter nach draußen legen.
Der optische Weg ist hier also 17mm länger wie der geometrische Weg.

Befindet sich nur Luft im Strahlenghang hinter dem Objektiv dann ist natürlich n=1 und (1-1)/1 = 0 und damit ist hier dann der optische Weg mit dem geometrischen Weg identisch.

Ich denke auch die 50mm Glasweg verändern mit 17mm den optischen Weg jetzt nicht so dramatisch das man deswegen gleich den Tubus verlängern müsste.

Also man darf die Kirche ruhig im Dorf lassen und muss die Verlängerung wegen eines 50mm Glaswegs nicht zwingend berücksichtigen.

Grüße Gerd
 
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Hallo Gerd und Christian,

euch beiden auch danke für die genauen Erklärungen und Tipps. Gut, dann werde ich also schauen, dass die Feldblende des Okulars mit der längsten Brennweite (wäre dann ein 55mm Plössl) ausreichend ausgeleuchtet wird. Wobei mir meine bisherige Erfahrung an Refraktor und Schiefspiegler gezeigt hat, dass wenn der Backfocus für einen Binoansatz passt, es auf jeden Fall für einen 2" Zenitspiegel + 2" Okular reicht. Vermutlich werde ich den Binoansatz auch mit einem 1,7x GWK einsetzen - dann erhalte ich 3060mm Brennweite und könnte meine bisherigen Okulare weiterverwenden.

Mittlerweile habe ich meine Idee zum Refraktorselbstbau, mit Hilfe des Inputs von Günter, ein wenig weitergesponnen. Habe mal eine kleine Skizze gezeichnet, wie ich mir das vorstelle - die ist bitte nicht maßstäblich und nur als Gedankenstütze zu verstehen.
Würde dann einen Hartpapiertubus mit 4 oder 5mm Wandstärke mit dreieckigen Aussparungen versehen, wobei im Bereich für die Montage der Rohrschellen freilich nichts ausgespart wird. In diesen Bereichen kämen dann auch zwei Blenden als zusätzliche Versteifung unter. Vom OAZ bis zur ersten Blende würde ich ein weiteres Hartpapierrohr als zusätzliche Blende verlegen bzw. dieses sollte dann auch evtl. aufsteigende Körperwärme im OAZ-nahen Bereich ableiten. Vorne und hinten kämen freilich die aus Alu gedrehten Aufnahmen für Linse und OAZ dran.

Was wären eure Ideen/Bedenken dazu?

LG Michael
 

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Hallo,

ich gehe hier mal nicht auf Details ein... ist mir ein bisschen zu blöd.
Ich war fast 15 Jahre in der Optikkonstruktion für die Mechanik zuständig. Da gibt es keine "Unsicherheiten" oder es wird dem Kunden gesagt "wir haben etwas länger gelassen- zum Anpassen bitte absägen". Die Schnittweite ist der Abstand vom letzten Linsenscheitel zum Brennpunkt. Was bitte schön ist denn daran nicht zu verstehen? Zur Konstruktion benötigt man noch den Radius der letzten Linse zur Berechnung der Pfeilhöhe.
Noch ein Wort zu den nötigen Blenden: Die werden natürlich nicht geometrisch oder zeichnerisch bestimmt. Das sind Berechnungen an spiegelnden Flächen und Durchmesser, Anzahl und Abstand werden genau bestimmt. Da ist nicht eine zu viel oder zu wenig.
Und zuletzt: Wenn ich in "" schreibe, sollte man das auch berücksichtigen. Nein, ich bin kein (ausgebildeter) Elektriker, daher meine optischen Umschreibungen vielleicht etwas unglücklich.

CS *entfernt*
 
Hallo Bernd,

ich gehe hier mal nicht auf Details ein... ist mir ein bisschen zu blöd.

wird wohl auch besser sein denn wenn du die Pfeiltiefe der letzten Linse benötigst um die erforderliche Tubuslänge eines Refraktors hier speziell eines FH zu ermitteln würdest du dich nur blamieren.

Zur Konstruktion benötigt man noch den Radius der letzten Linse zur Berechnung der Pfeilhöhe.

Wobei der Unterhaltung wegen wär‘s ja mal ein netter Schwank gewesen.

Die Schnittweite ist der Abstand vom letzten Linsenscheitel zum Brennpunkt. Was bitte schön ist denn daran nicht zu verstehen?

Da hat sich wohl in den 15 Jahren ein Tunnelblick entwickelt.
Eine Schrittweite ist grundsätzlich erst mal ein Abstand zu einem Bezugspunkt.
Der Bezugspunkt kann vielfältig sein, ein Linsenscheitel ist nur eine von vielen Möglichkeiten.
Oft ist zb. ein Brennpunkt der Bezugspunkt von dem aus die Schnittweite zu einem anderen Brennpunkt angegeben wird.

Im Falle des Farblängsfehlers ist es im Normalfall zb. der Brennpunkt für die FH Linie e oder für 550nm.
Die Schnittweite ist dann der Abstand zu den Brennpunkten anderer Wellenlängen.

Im weiter oben erwähnten Fall Glasweg ist der Bezugspunkt der Brennpunkt ohne Glasweg und die Formel
s=t*(n-1)/n
s…….Schnittweite
t……..Länge des Glasweges
n…….Brechzahl für die jeweilige Wellenlänge

gibt die Differenz der Lage des Brennpunktes mit Glasweg dazu an.
Auch das ist eine Schnittweite.

Es gibt also nicht die Schnittweite schlechthin die sich mit der Selbstverständlichkeit die du hier annimmst auf einen Linsenscheitel als Bezugspunkt bezieht.
Darum kannst du dir deine Überheblichkeit mit der du uns das hier verklickern willst durchaus sparen.

Das Letzte was du zur Konstruktion benötigst ist die Brennweite Große Optikfirmen haben in ihren Katalogen die Brennweite oft mit +-10% angegeben.
Zur Konstruktion benötigst Du die Schnittweite, das ist die Entfernung vom letzten Linsenscheitel zum Fokus und die wird bei Objektiven immer sehr genau angegeben.

Dir scheint nicht klar zu sein das die Brennweite und der Abstand Linsenscheitel zum Brennpunkt miteinander verknüpft sind.
Die Brennweite hat nur einen anderen Bezugspunkt nämlich die Hauptebene des Objektivs.
Wohlgemerkt des gesamten Objektivs als System.

Es kann nicht sein das das eine sehr exakt bekannt ist und das andere nur mit +/-10% Toleranz angegeben werden kann.

Wenn ich ein Objektiv entwerfe ist mir selbstverständlich dessen Brennweite exakt bekannt, genauso exakt wie der Abstand eines beliebigen Linsenscheitels zum Brennpunkt.

Noch ein Wort zu den nötigen Blenden: Die werden natürlich nicht geometrisch oder zeichnerisch bestimmt.
Na das wird ja immer lustiger.
Ist dir nicht bekannt das es sowohl einen graphischen als auch einen rechnerischen Lösungsweg gibt.
Ich glaube das lernt man schon recht zeitig in der Schule.

Selbstverständlich lässt sich das erforderliche Blendensystem auch Graphisch ermitteln.
Das ist die schnellste Lösungsvariante zumal ja eh das erstellen eine Zeichnung ganz hilfreich ist.
Es wäre geradezu ein Schildbürgerstreich dann nicht auch gleich die graphische Lösungsvariante zu wählen.
Besonders wenn man mit einem CAD Programm arbeitet

Anzahl und Abstand werden genau bestimmt. Da ist nicht eine zu viel oder zu wenig.

Ja selbstverständlich für wie blöd hältst du uns eigentlich?

Und zuletzt: Wenn ich in "" schreibe, sollte man das auch berücksichtigen.

Na ja für einen der so neunmalklug daherkommt ist es aber schon recht merkwürdig wenn er nicht mal die Brennweite vernünftig definieren kann.
Eventuell hilft das hier ja weiter.
http://de.wikipedia.org/wiki/Brennweite

Genauer gesagt ist sie der Abstand zwischen der Hauptebene der Linse bzw. des Spiegels und dem Brennpunkt.

Ich verstehe da beim besten Willen nicht wie man eine so simpel zu erklärende Sache mit einem hierfür so unpassenden Begriff zu erklären versucht, egal ob nun mit oder ohne Anführungszeichen.

Grüße Gerd
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Bernd,

hier geht es doch um die Berechnung der korrekten Tubuslänge aus den Daten des verwendeten Objektivs. Ich kenne den von dir verwendeten Begriff "Schnittweite" eben nicht bzw. in einem völlig anderen Zusammenhang (Farblängsfehler). Deswegen meine Frage, inwieweit dieser Begriff mit der Brennweite (meinetwegen für 550nm) bei astronomischen Optiken übereinstimmt. Schau noch mal auf die obige Herleitung aus der Gleichung für dünne Linsen. Das Ergebnis ist Brennweite = Bildweite für astronomische Optiken. Kennt man also die Brennweite oder eine vergleichbare Angabe und kennt man dann noch den Referenzpunkt an der Objektivfassung, kann man die Tubuslänge entsprechend auslegen. Ich weiß nicht was daran so gerne mit Begrifflichkeiten, die offensichtlich nur Experten kennen, immer verkompliziert wird.


Viele Grüße und viel Erfolg Michael! :)
 
Hallo

Da es nicht eilt und der Bau des Refraktors als "Sommerprojekt" geplant ist, werde ich erst mal abwarten, bis ich die Linse habe. Dann gedenke ich ein einfaches Gestell zu bauen, mit dessen Hilfe ich die Linse mit unterschiedlichem okularseitigem Zubehör direkt ausprobieren kann. So werde ich wohl am sichersten herausfinden, wie lange der Tubus optimalerweise sein soll.

Bin mir mittlerweile auch ziemlich sicher, dass ich den Tubus fürs erste ganz simpel aus einem 5mm Hartpapierrohr mit 170mm Innendurchmesser bauen werde. Zusammen mit OAZ sollten sich dann ca 11.5kg ausgehen. Wie viel wiegen eigentlich solche Rohrschellen aus Multiplex?

Rund um den OAZ habe ich mir auch schon ein paar Gedanken gemacht. Meine Idee dazu wäre folgende:
- einen passenden Adapter drehen lassen mit einem M90x1 Außengewinde
- auf dieses Gewinde kommt dann für die spätere Justage dieses Teil -> http://www.teleskop-express.de/shop...uer-Feldjustage---Gewindeanschluss-M90x1.html
- ans andere Ende der Justiervorrichtung käme dann dieser OAZ -> http://www.teleskop-express.de/shop...-Zubehoer-bis-6kg---Verstellbereich-80mm.html

LG Michael
 
Hallo Michael,

der Verstellbereich ist für lange Refraktoren recht klein!


Gruß Günter
 
Hallo

Meinst du den Verstellbereich des OAZ? Da habe ich eh noch keine Entscheidung getroffen. Zweite Möglichkeit wäre dieser OAZ hier mit 110mm -> http://www.teleskop-express.de/shop...ladungen-bis-6kg---Verstellbereich-110mm.html

Wäre auch vom Gewicht her besser, damit das Teleskop nicht zu kopflastig wird. Einen Auszug mit einem viel größeren Verstellbereich habe ich ansonsten nicht gefunden.


Mich beschäftigen zurzeit auch die Aluteile, mit denen ich die Linse und den OAZ justierbar am Tubus anbringen werde. Die Maße der Linsenfassung habe ich bereits. Diese hat im Bereich, der für die Aufnahme der Druck- und Zugschrauben gedacht ist, einen Durchmesser von 192mm. Bohrungen bzw. Gewinde für die Schraubenpaare sind bereits vorhanden. Nun habe ich mal eine schnelle Skizze/Schnittzeichnung gemacht, wie die Konterzelle (wenn es dafür einen anderen Namen gibt, dann bitte sagen ) aussehen könnte. Die angegebenen Maße beziehen sich nur auf die Konterzelle.

Dazu hätte ich jetzt folgende Fragen:
- Reicht der eingeplante 1mm Abstand zwischen Linsenfassung und Konterzelle/Tauschutzkappe für eine evtl. nötige Justierung?
- Als Zugschrauben kämen M5-Schrauben zum Einsatz, die ich um 10mm in der Konterzelle einschrauben würde. Reicht das, oder sollte ich das Gewinde in der Konterzelle tiefer auslegen?
- Die Konterzelle würde den Tubus außen umfassen. Anschrauben würde ich sie mit vier M5-Schrauben von innen so, dass die Schrauben mit dem Außendurchmesser der Konterzelle bündig abschließen - will nämlich die Tauschutzkappe abnehmbar gestalten. Reichen die 30mm Überlappung mit dem Tubus oder sollte es mehr sein? Die Befestigungsschrauben würden in der Konterzelle 7mm "Fleisch" vorfinden - genug für eine stabile Verbindung?

LG Michael
 

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Hallo,

das Projekt ist nicht eingeschlafen. Mittlerweile habe ich die Linse bekommen und auch schon vom Tommy testen lassen. Das Objektiv ist beugungsbegrenzt, aber auch nicht viel mehr. Zumindest kann man damit arbeiten ;) . Tommy meinte, dass es sich auszahlen könnte, die beiden Linsen gegeneinander zu verdrehen um evtl. den aktuell vorherrschenden Fehler zu minimieren. Diesen Tipp werde ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.

Den ersten Aufbau habe ich bewusst sehr günstig gehalten, da ich zunächst einmal überhaupt wissen möchte, wie zufrieden ich mit der Linse in der Praxis sein werde bzw. um auszuprobieren, wie lange der Tubus sein muss. Als Tubusmaterial habe ich Lüftungsrohre verwendet, wobei diese mit einem max. Innendurchmesser von 148mm freilich nicht wirklich optimal sind. Aber wie gesagt - Versuchsaufbau.

Beim Bauen habe ich auf jeden Fall vieles gelernt :D :
- So ein Selbstbauprojekt ist der beste Grund der Werkstatt neues Werkzeug zu gönnen.
- Bei Lochsägen wird der Außendurchmesser angegeben :pfeif: .
- Lüftungsrohre aus dem Baumarkt sind nicht wirklich rechtwinklig abgelängt.
- Rohrschellen für den Tubus (so wie ich es gemacht habe) sollte man erst dann bauen, wenn man weiß wo ungefähr der Schwerpunkt sein wird.
- Zug- und Druckschrauben für die Justage ohne Federunterstützung sind ein bissl ein Krampf.
- Mein 150/3000 Schiefspiegler scheint mir plötzlich richtig handlich zu sein ;) .

Das fertige Teleskop hatte heute dann seinen ersten Einsatz, aber das schlechte Seeing in Verbindung mit Hochnebel ließ keine aufschlussreiche Beobachtung zu. Fortsetzung folgt ...

LG Michael
 

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hallo Wolfgang,

da schau her, da ist jetzt was Beachtliches draus geworden! :super:
Das bissl Asti drückt den Strehl in der Auswertung gleich runter, aber beim Beobachten wird es dich kaum stören. Es ist ja gut beugungsbegrenzt im Grün.

Ich bin gespannt wie es tut wenn du mal taugliche Bedingungen hast, da drück ich dir die Daumen und wünsch viel Freude mit dem langen Lulatsch.

lg Tommy
 
Servus Tommy,

bin zwar der Michael, aber das hatten wir ja schon mal ;) .
Ja, am künstlichen Stern konnte ich ja bereits beobachten und da schaut das fokussierte Sternscheibchen gut aus. Defokussieren darf man halt nicht :pfeif: .

Einen Nachteil des verwendeten Rohrmaterials habe ich jetzt leider entdeckt - der Tubus hängt durch das Gewicht der Linse scheinbar leicht durch und dadurch verändert sich die Justage je nach Lage des Gerätes. Die erste Justage erfolgte mit dem Tubus liegend auf einem Tisch. Werde das Teleskop das nächste Mal auf der Montierung justieren und schauen wie es dann tut. Durch die azimutale Montage, sollte ja die Belastung relativ gleichbleibend sein und dadurch die Justage besser halten.

LG Michael
 
Servus,

tja, wir werden halt alle nicht jünger ;) .
Das mit dem Tubus habe ich schon in den Griff bekommen - auf der Montierung justiert hält das Teil dann die Justage so wie es sein soll.

Ansonsten kann ich bisher sagen, dass ich mehr Farbfehler sehen kann als gewünscht (wer hätte das gedacht *gg*). Den korrekten Fokus zu finden ist durch besagten Farblängsfehler nicht einfach. Lustigerweise kann ich den blauen Saum wegfokussieren, nur ist das Bild dann leicht unscharf.

Werde bei der nächsten Beobachtung einen Gelbfilter einsetzen und außerdem den Achromaten gegen meinen 100/900 ED (mit wirklich ausgezeichneter Optik) an Jupiter antreten lassen. Außerdem werde ich schauen, wie sich der FH im H-Alpha Bereich schlägt.

LG Michael
 
Servus zusammen,

mittlerweile habe ich zwei schicke lackierte Hartpapiertuben hier nebst fein eloxierten Aluteilen. Mit dem Bohren der Löcher für letztere bin ich fast schon fertig und nun hätte ich noch zu den Blenden eine Frage.

Die Klassiker-Anleitung dazu ist ja diese hier -> http://www.berfield.com/baffles.html


Nun hätte ich dazu nur eine Verständnisfrage:

Wenn ich das richtig verstehe, soll ich bei der Skizze ebenfalls die optische Länge des verwendeten Zubehörs einzeichnen. Das wären dann bei mir Zenitprisma, Filterrad und Binoansatz.
Dazu addiere ich noch die Tubuslänge, die Länge des OAZ + den Auszug des OAZ um mit einem Okular mit 28mm Feldblende in den Fokus zu kommen. Und alles zusammen ist dann die Länge des Lichtkonus mit einem Durchmesser von 150mm vorne und 28mm hinten - korrekt?

LG Michael

 
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