Refraktor mit Amici oder Spektiv?

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RaBaeh

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Hallo,

ich habe eine Frage an euch Spezialisten :)
Ein Bekannter von mir braucht etwas um sein Schussbild zu Überprüfen.Sportschütze auf 600m keinerlei Jagdambitionen ;)
Er hatte mal ein 90mm Spektiv, das aber wohl kein ordentliches Bild lieferte...
Spektive sind ja recht kompakt und meist auch wasserdicht, davon abgesehen - wäre ein Refraktor mit Amiciprisma besser, gleich gut, oder schlechter geeignet?
Über Anregungen und Hinweise würde ich mich freuen :)

Grüße Rainer
 
Hallo Rainer,

Ein Refraktor in guter Qualität könnte ein besseres Bild liefern, ist aber vermutlich schwerer und benötigt ein stabileres Stativ. Wenn das 90mm Spektiv kein gutes Bild geliefert hat, hat er beim Kauf vielleicht am falschen Ende gespart. Wenn er sein Schussbild über 600m prüfen will, muss er recht hoch vergrößern, da benötigt man gute optische Qualität, egal ob als Refraktor oder als Spektiv. Wieviel hat er denn für das 90er bezahlt? Wie hoch ist seine angestrebte Vergrößerung? Ich denke mal 60x sollte die Optik in guter Bildqualität leisten können, damit holt er die Scheibe auf 10m ran. Ein ED sollte das dann schon sein und da ist man in der Regel in beiden Fällen über 1000,-.

Ich denke für einen Sportschützen wäre ein ED-Spektiv besser geeignet weil unkomplizierter und robuster. Wenn er auch astronomische Ambitionen haben sollte, kann er ja über einen Refraktor nachdenken. Gehen tut beides. Teuer wird auch beides.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Marcus,

vielen Dank schonmal für deine Einschätzung.
Montiert wird das ganze auf einem Vermessungsstativ mit robustem Neiger.Hersteller unbekannt aber das Teil ist schon solide.
Das Spektiv war aus der 200€ Klasse und sicher kein HighEnd ;)
Er würde gerne auf 90x Vergrößerung kommen, wobei ich ihn schon dahingehend vorbereitet habe, dass das Seeing das kaum zulassen wird, egal wie teuer die Optik ist...
Ich habe halt so gar keine Ahnung von Spektiven.Ich könnte mir zB. einen 100/660 Achromaten mit Amici vorstellen.
Auch wenn da der Farbfehler schon böse zuschlägt.

Grüße Rainer
 
Hallo Rainer,

200,- für einen Refraktor mit Umlenkprisma, Innenfokussierung und Zoomokular. Es ist natürlich klar, dass er da eher am unteren Ende der Qualitätsskala gekauft hat.
Hast Du nicht einen Refraktor, den Du ihm mal zeigen könntest? Und da Du den Farbfehler schon ansprichst, könnte er damit leben? Hat er ihn vor allem schon mal gesehen? Wenn er bei wirklich scharfes Bild bei 90x haben will, muss er halt etwas tiefer in die Tasche greifen. Eine billige 90mm Optik hat er ja schon und ist damit nicht zufrieden. Ein 4" f/6,6 FH hat schon einen üblen Farbfehler und ein 7mm Okular mit angenehmem Einblick gibt´s auch nicht für lau. Vielleicht wäre ein kleiner ED-Refraktor wirklich eine geeignete Lösung, denn ich kenne auch spontan kein Spektiv, dass mit dem eingebauten Okular 90x vergrößert.
Wobei 60x bei guter optischer Qualität mehr zeigt als 90x bei schlechter.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Marcus,

Wobei 60x bei guter optischer Qualität mehr zeigt als 90x bei schlechter.
Da bin ich 100% bei dir ;)
Ich hab nur einen kleinen 65er APO zum Fotografieren und einen 6" Achromaten für Sonne...
Vielleicht schreibe ich den Händler meines Vetrauens an,ob er mir beide Möglichkeiten zum Testen zusenden würde...

Grüße Rainer
 
............. m.E. wird das angestrebte Ziel auf dieser Entfernung mit an sich keiner Optik zufriedenstellend überprüft werden können. Luftunruhe aus Bodennähe ist hier mal ein Stichwort, und die begrenzt die Auflösung. Ich denke egal welches Gerät an Überprüfung eingesetzt würde, sogar 4".

Anderer Ansatz: kleine Cam am Ziel installieren und mittels WLAN (kenne mich nicht gut mit diesen Möglichkeiten aus) auf einem Tablet, L-Top o.ä. am Schussstandort kontrollieren.

Gleiche Problematik: Optische und elektronische Geräte Jülich - Bonn - Forum :: Fernglas - Spektiv - Tagesbeobachtung
 
Ich würde mir einen günstigen MC (90er oder 100er) holen und mit einem Amici-Prisma ausstatten. Das sollte von der Bildqualität her auch funktionieren und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Ob die Lichtstärke dann genügt ist natürlich eine andere Frage.
Seeing ist allerdings immer ein Problem. Insofern ist leicam62003 mit seinem Ansatz 'WLAN-Cam' sicher auch bedenkenswert..

VLG
Stephan
 
Guck mal in CN-Forum (oder woanders) nach ELR-Shooting.

Die Luft nimmt Dir keiner ab, dennoch schafft (außer bei 30°) eher ein MC sowas (z.B. Intes MC1800, da sind die Okus auch nicht so kurzbrennweitig und kritisch). Amicis, die das noch gut packen sind auch nicht günstig; ein Binokularansatz macht das Ganze erträglicher - die sind am MC jedoch recht gut anzuschließen.

treffender Gruß
Manfred
 
Hallo in die Runde,

warum kein Maksutov? Die werden dich generell als Spektiv empfohlen was sich auch mit meinen Erfahrungen deckt.

Mit meinem Bresser Maksutov MC 100/1400 kann ich auf 3-4 km Problemlos Autonummern lesen und die Leute auf dem 8 km entfernten Fernsehen
 
Mist... aus Verehen abgeschickt...sorry.

... auf dem Fernsehturm zählen.

Kostete 200 Eur plus ca 100 Amici und nochmal 100 fürcein Zoomokular 8 - 24 mm.

Gruß Oli
 
Oh nee - und ich (und andere Deppen-Ornis) kaufen sich die offenbar nur bedingt brauchbaren LeiZeiSwarikon-Spektive, um in 1km Entfernung Gefiederdetails in Autokennzeichennummerngröße auszumachen. Dabei geht das mit der o.g. Kombi auf 4km - Hammer… :eek:
Werde ich gleich im Tagbeobachterforum empfehlen. :geek:

optophiler Gruß
Manfred
 
Tu das, Manfred ...

@Rainer:
Wenn Du zufällig aus dem Raum Stuttgart kommst leih ich Euch die Sachen gerne zum Test aus.

Schönen Abend
Oli
 
Doch - und auch im Birdforum, und bei CN. Die werden alle Augen machen - und der Gebrauchtmarkt wird überquellen mit vordem völlig überteuerten Edelspektiven. :oops:

Aber vorher kauf' ich mir den MC - ein 2" Amici hab' ich ja, und irgendwo noch 8mm-Plössl-Okus.
Und dann könnt' ihr eure ATXe und Fluorite und Harpien einpacken… :cry:

weitsichtiger Gruß vom Gefiederdetailbegutachter (y)
Manni
 
Ein Bekannter von mir braucht etwas um sein Schussbild zu Überprüfen.Sportschütze auf 600m keinerlei Jagdambitionen
Auf so große Entfernung braucht ein Sportschütze ja wohl sicherlich ein gutes Zielfernrohr auf seinem Sportgewehr. Wenn das von ordentlicher Qualität ist, sollte das doch auch zur Auswertung vom Schussbild taugen. Also, wozu dann überhaupt noch eine weitere Optik?
 
Hallo zusammen,

da kam ja noch einiges an Beiträgen :)
Das Problem des Bodenseeings hatte ich meinem Bekannten bereits erklärt (siehe mein zweites Post hier)
Einen Mak oder ähnliches würde ich ausschliessen.Der Fangspiegelschatten dürfte bei Tagbeobachtung zu sehr stören - Stichwort "schwebender Schatten" dieser Effekt tritt ja auch bei Newtons auf und ist mir durchaus aus eigener Erfahrung bekannt.
Mein Bekannter hat mittlerweile mit einem Budget rausgerückt - 500€ max, damit dürfte die Richtung klar sein...ED fällt raus...
So ein Zielfernrohr zeigt bei weitem kein so detailreiches und genaues Bild, wie das in den ganzen Actionstreifen zu sehen ist - vielmehr ist das Ziel ein kleines etwas... ;)

Grüße Rainer
 
Naja, ich habe einen bzw. zwei kleine 71/400er Apos, die sind nicht übel und vertragen einiges an Vergrößerung. Aber wenn nicht gerade strahlender Sonnenschein ist, wird es oberhalb von ca. 60-fach schnell recht dunkel. Und für das Budget sind die auch nicht zu kriegen.

Ich hatte letztens probehalber ein Baader Amici dran, das führt schon zum Rand hin deutliche Bildfehler ein, die mit dem gleichen Okular und einem EMS-Bildaufrichter nicht zu sehen sind.

Dennoch sähe ich in dem Budgetbereich am ehesten einen 5“ Mak oder SC mit Amici und 20er Plössl. Alles bessere sprengt den Preisrahmen.

Viele Grüße,
Sebastian
 
Es muss kein 72er sein. Ein 80er ist auch gut oder ein kurzer 90mm.
Für 500 € sollte er ein gebauchtes Celestron Regal M2 80ED Spektiv finden. Das ist erheblich besser als andere Spektive in seiner Preisklasse.

Celestron Regal M2 80ED
 
warum werden bei Sportwettbewerben von der Richter wie z.B. beim Biatlon Spektive von Leitz, Zeiss oder Swarovki eingesetzt wenn sie hier in der Diskusion mehr oder weniger abqualifiziert werden? Die Ausgangsituation war die Schussbildbetrachtung eines Sportschützen.
 
In der ersten Mitteilung wird über eine Unzufriedenheit mit einem Spektiv berichtet und die Frage gestellt, ob ein Refraktor eine Alternative sei.
Die von dir genannten Spektive sind sehr teuer und ich habe selbst diverse davon getestet. Ich finde ihr Preis-/Leistungsverhältnis erbärmlich.
Mit ist mein Sky-Watcher ED 80 Pro lieber, auch wenn er mehr wiegt.

Auf 600 m käme auch ein 127 mm Maksutov in Frage. Das von Skywachter ist ja billig und bisher ist mir nie ein schlechtes untergekommen.
 
Hallo zusammen,

als Bogenschütze bin ich zwar andere Distanzen gewohnt, aber dazu nutze ich meinen kleinen ED und eine ASI120 mit Tablet. Ein elektronisches Okular ist halt bequemer, da man nur rüberschauen muss. Prinzipiell müsste man sich soetwas ja auch mit anderen Optiken zusammenstellen können und kommt wohl billiger weg, als mit einem brauchbaren Prisma nebst Okular.

cs
Jürgen
 

Klar - die bestens beleumundeten und von Orni-Generationen genutzten Spitzenspektive von Leica, Swaro, Zeiss und Kowa sind allesamt markant, weil erbärmlich. Was soll man zu so einer Aussage überhaupt noch schreiben? (n) Glauben Sie wirklich, wir Ornis wären alle blöd, oder hätten Tomaten vor den Augen? :geek: Worauf gründen Sie ihre Aussage?

Mag ja nicht selten so sein (auch markenabhängig), dass sie für die originäre Astro-Anwendung nicht flexibel genug sind - das weitestgehend geschlossene System setzt da schon Grenzen, klar. Aber die Schlussfolgerung, die seien alle 'erbärmlich' sehe ich schon als Herabwürdigung eines nicht unbeträchtlichen Anteils von vogelkundlichen Zeitgenossen an, von denen nicht wenige auch nicht unwesentliche fernoptische Kenntnisse zu ihrer Kaufentscheidung geführt haben.

csm
 
Richtig lesen hilft! Das Preis-/Leistungsverhältnis der teuren Spektive empfinde ich erbärmlich. Ich ergänze zum besseren Verständnis: ... im Vergleich mit kleinen und guten Teleskopen.

Daraus zu schließen, dass die Spektive als erbärmlich bezeichnet werden, ist weit dahergeholt. Ich schätze beispielsweise das Kowa TSN-883, würde es mir aber wegen seines hohen Preises nicht kaufen.

Übrigens gibt es erst seit ca. 15 Jahren kurz gebaute Refraktoren mit ED Objektiven. Das ist in Ornikreisen relativ unbekannt. Ich erlebe das oft im Rhinluch beim Beobachten von Kranichen oder Gänsen. Wenn ich dort mit einem 80mm Refraktor mit Bino stehe oder schnell mal eine Kamera adaptiere, sind die Augen der High-End-Spektiv-Benutzer groß.

Letztlich muss das jeder für sich entscheiden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Glauben Sie wirklich, wir Ornis wären alle blöd, oder hätten Tomaten vor den Augen? :geek: Worauf gründen Sie ihre Aussage?
Nun sind wir ja hier nicht in einem primär ornithologisch orientierten Forum und für astronomische Anforderungen haben solche Edelspektive, egal wie teuer, nun mal ihre wohlbekannten Limitationen, nicht zuletzt wegen der dort üblichen Dachkanten. Das treibt das Preis/Leistungsverhältnis natürlich systembedingt in die Höhe. Ob man das dann akzeptiert oder "erbärmlich" findet, ist eine sehr subjektive Angelegenheit. Da hat jeder seine individuellen Ansprüche und Erwartungen. Soweit ich weiß setzt Tom (sindbad) seine Optiken auch bei anspruchsvollen ornithologischen Projekten ein.
 
Stimmt - das 'erbärmlich' war nicht auf ein nicht dezidiert ornithologisches Thema bezogen, jedoch auch nicht auf ein astronomisches, denn hier ging's wohl ursprünglich um Beobachtungen einer Schießscheibe. Dass Spektive spezielle Erdbeobchtungsfernrohre sind (mit all' ihren Limitationen), ist klar - und (Edel)Refris Himmelsfernrohre mit ebensolchen Einschränkungen beim Gebrauch am See ist auch wohlbekannt. Hinfahren, aufbauen und Kraniche gucken ist damit sicher beinahe uneingeschränkt und genussvoll möglich. Nur ist das nicht unbedingt nicht das allgegenwärtige Einsatzgebiet - ein Spektiv ist da eher auf Trasportabilität, Dichtheit und Robustheit konzipiert - alles Dinge die Geld kosten und daher sehe ich auch nicht das Kosten-/Nutzen-Verhältniss eines Premiumspektivs als 'erbärmlich' an. Die Wortwahl ist eben völlig unpassend. Den Edelrefraktor ähnlich abzudichten, mit gescheiter Umkehroptik (kein 89€-Amici) zu bestücken, und das Ganze dann auch noch über mehrere Kilometer (auf der Schulter) tragbar zu gestalten, wird sicherlich ein kostenintensives Unterfangen…

Mag sein, dass gerade die Binobeobachtung das noch schöner macht - jedoch flexibel ist man mit einem angesetzten Ansatz sicher nicht. Dass die Fotomöglichkeiten an Spektiven durchaus noch Verbesserungspotential birgt, ist klar. Aber da kann auch jemand aus der Fotofraktion kommen, und fragen was die Spiegelkiste da an dem Refri soll, fokussieren ist da ja eher anstrengend - außer wenn da ruhig ein Graukranich steht. Oder ich stelle mich mit einem 100er-APM daneben, und erzähle wie toll entspannend die Binobeobachtung ist , die Monos wären doch Mist. Wenn's dann noch anfängt zu fisseln, packen wir unser Astrogerödel aber sowas von schnell ein - da müssen dann die Ornis sicher grinsen… o_O
Ich denke, dass für den Zweck der mobilen Beobachtung weiter entfernter Vögel so ein geschlossenes Spektivsystem ganz ansehnlich und auch seinen (nicht gerade geringen) Preis wert ist.
(Btw: die Zitierung war nicht ganz glücklich von mir gewählt, hätte da eher bei sindbad was auswählen müssen.)

Flattergruß
Manfred
 
zwecklose Debatte über die Preis-Leistung eines Spektives, wie die eines eines ED oder APO.
Ein Optikfreund mit Sachkenntnis sollte ggf. die adäquaten Faktoren einer Kalkulation berücksichtigen (auch das Herstellerland) und dann analytische Aussagen treffen. Sind selbstredend dann auch subjektiv.

Fakt ist m.E., ich packe nicht ein wenn es regnet. Auch nicht, wenn wie mir passiert, das Einbein mit Edelspektiv aus 1,6m Auszugshöhe radial der Schwerkraft und meiner verzögert nicht rettenden Reaktinoszeit dem Boden zum Opfer fällt. Ich hebe ich es auf und schaue weiter.
Geht mit Refri nicht. Muss er auch nicht können, setzt aber konstruktive andere Kostenparameter.
In der Preis-Leistung Betrachtung sollte das Lastenheft des Einsatzzweckes integriert sein.
Serviceleistung und Ersatzteilvorhaltung der Premiumhersteller erwähne ich nicht.
 
Wie groß ist eigentlich so eine Zielscheibe? Die 'Löcher' dürften wohl so im Bereich von 8-10mm sein. Damit könnte man dann mal anfangen zu rechnen. Wobei ich davon unabhängig dennoch die ASI mit Tablet empfehle - falls ein Tablet oder zumindest OTG-Smartphone vorhanden ist, wäre das am komfortabelsten und auch billiger als Amici + Okular. Zudem könnte man sich damit auch einfach einen billigen 6" Newton mit 1,25" daneben in eine Kiste mit ein paar Stellschrauben legen, also noch primitiver als ein Dobson. Die üblichen Newtonprobleme bei der terrestrischen Beobachtung gibt es 'elektronisch' ja nicht. Nebenbei hat man von seinem Schussbild auch gleich noch ein Bild...

cs
Jürgen
 
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