(Relativ) teures Okular an (relativ) günstigem Teleskop sinnvoll?

Nockenfell

Mitglied
So, da bin ich schon wieder.

Bei meinem gebrauchten Meade ETX 125 waren zwei Okulare dabei: Ein Meade MA 9mm Kellner und ein Meade 26mm Super Plössl. Ein SVBony Ultra Flat Field 18mm 65° FMC ist inzwischen auch noch dazu gekommen. Das ist also der momentane IST-Stand.

Auf der direkten Wunschliste ist jetzt noch ein "besseres" 9 oder 10mm zur Planetenbeobachtung und ein 32mm für die große Übersicht, und zum "finden" der Sterne.

Jetzt habe ich hier und auch anderswo schon mehrfach gelesen das man sich lieber ein paar "gute" Okulare kaufen soll, anstatt einen ganzen Haufen "billige". Das ist so weit verstanden und auch logisch. Wer billig kauft, kauft oft zweimal.
Aber ich frage mich ob ich den "Unterschied" zwischen einem 50€ Okular und einem 170€ Okular mit meinem Teleskop überhaupt wirklich bemerke. Oder ob der da vielleicht so marginal ist das sich der doch mehr als dreifache Preis da vielleicht kaum bemerkbar macht und erst bei einem höherwertigen Teleskop wirklich zum tragen kommt.
Ich weiß schon, 170€ für ein Okular sind auch noch nicht DER große Wurf. Das geht noch ganz anders. Aber wenig ist es halt auch schon nicht mehr.

Nicht das es so ist als würde ich auf einen alten Fiat Panda Rennreifen mit geschmiedeten Magnesiumfelgen aufziehen. Denn das würde den Panda auch nicht wirklich schneller machen. ;-)

Mit meinem 9mm Kellner bin ich irgendwie halt nicht so ganz glücklich. Da wäre jetzt die Idee entweder das TS-Optics 9mm UWW 66° für 57€ oder eben das Baader Hyperion 10mm 68° für 165€ zu kaufen. Nur frage ich mich halt ob es sinnvoll ist den dreifachen Preis für das Baader auszugeben. Also ob es das Wert ist an meinem Teleskop.

Beim 32mm hat mir ein netter Mitforianer hier vor einiger Zeit schon zum TS-Optics 32mm Super Plössl geraten. Dieses ist ja mit 49€ vom Preis her noch überschaubar. Hier wäre der erste Gedanke, dass ich das 32er eh nur für den Überblick und zum Aufsuchen nutze, da müsste es dann ja auch nichts besonderes sein. Oder schaut man mit so einem 32er mit der relativ geringen Vergrößerung dann auch mal größere Gebilde an und sollte daher auch auf etwas mehr Qualität achten? Wobei ich hier nicht wüsste welches. Gerade bei 32mm oder größer finde ich auch nichts weitwinkeligeres mehr.

Vielen Dank schon mal für eure Meinungen und Erfahrungen.

Grüße,
Oli.
 
Hi!

Ja, bessere Okulare lohnen sich. Die Klasse 68°/Hyperion ist auch der Bereich, mit dem man "Gelegenheitsbeobachter", der nicht nur Astronomie als Hobby hat, endgültig glücklich sein kann. Ein guter Kompromiss aus Komfort, Gesichtsfeld und Qualität. Nur nicht durch High-End-Okulare schauen ;)

Das Übersichtsokular halte ich dabei für das wichtigste, Deep-Sky-Objekte sind groß, und da willst du ein helles Bild. Hohe Vergrößerungen sind eher was für Mond und Planeten.

Ich würde dir ein 36er Hyperion empfehlen, oder ein 35mm Eudiaskopisches Okular, falls du da noch eines auf dem Gebrauchtmarkt findest. Die quetschen noch ein bissen mehr Feld aus der 1,25"-Steckhülse raus als ein 32er Plössl, und haben noch ein etwas helleres Bild. 32er Plössl passt aber auch.

Für Komfort würde ich vielleicht über ein Hyperion Zoom 8-24 mm nachdenken, auch wenn das bei 24mm noch nicht das große Weitwinkel-Feld hat (das ist am C8 meine Standard-Ausstattung, wenn ich unterwegs bin und wenig Okulare mitschleppen will). Oder, wenn du mit dem SVBony zufrieden bist: Nimm das 36er Hyperion für Deep Sky und Übersicht und z.B. ein 10mm Classic Ortho. Das hat dann kein besonders großes Bildfeld, aber die Bildschärfe ist besser als bei einem relativ einfachen Weitwinkel wie dem Hyperion, und das ist dann perfekt für Mond und Planeten.

Was das Bildfeld angeht: Spiel mal mit dem Okularplugin von Stellarium oder dieser Webseite
rum, das gibt dir einen Eindruck vom Bildfeld am Himmel und einigen Deep-Sky-Objekten.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Oli,

ich denke schon, dass Du mit besseren Okularen ein besseres Bild haben wirst. Oft ist die Optik des Teleskops gar nicht mal so schlecht, nur eben "günstig" verpackt.

Bei mir hat die Anschaffung von Baader Hyperions jedenfalls einiges gebracht.

Gruß
Thomas
 
Hallo Oli

es macht Sinn sich bessere Okulare zu beschaffen, als die meist mitgelieferten .
Bei der Auswahl kommt es auf die Vergrößerung und das Gesichtsfeld an , dass du erreichen möchtest.

Eine niedrige Vergrößerung nutz man, wie du schon fetsgestellt hast, meist zur Übersicht.
Bei flächenmäßig großen Objekten (M31 Andromeda-Galaxie) auch zur Beobachtung.

Mit meinem 9mm Kellner bin ich irgendwie halt nicht so ganz glücklich. Da wäre jetzt die Idee entweder das TS-Optics 9mm UWW 66° für 57€ oder eben das Baader Hyperion 10mm 68° für 165€ zu kaufen.
Ich habe ein WW-Okular 9mm (Goldkante) und bin damit ganz zufrieden. Das Preis/Leistung Verhältnis stimmt.
Auf jeden Fall ist es (der Bauart wegen) besser als ein 9mm Kellner.

CS Dieter
 
Hallo Oli,

Mein AC 70/900 ist ein recht günstiges Exemplar. Die mitgelieferten Kellner Okukare haben bei hoher Vergrößerung schön den Farbfehler gezeigt. Und das bei einem Öffnungsverhältnis von f12,8.
Bei der Nutzung von recht einfachen Plössl Okularen war von einem Farbfthler nichts mehr bemerkbar.

Meine Erfahrung: bessere Okulare lohnen schon. Ob es ein extrem teures sein muß, weiß ich nicht.

Viele Grüße Mark
 
Moin zusammen,

"extrem teuer" sicher nicht - aber die schon angesprochene gute Mittelklasse ist den Aufwand (finanziell) wert - Teleskope kommen und gehen eher als gute Okulare. Das, was das "eigentliche" Bild macht, ist nunmal das Okular, hier eine zumindest akzeptable Qualität zu haben, macht einiges aus.
Ich bin auch nicht mit High End unterwegs, aber die Hyperions machen schon an meinem Lidlscope (70/700 Einfachst-Refraktor, wer's noch kennt) einen ziemlichen Unterschied zu den damals mitgelieferten Kellner-Typ-Okularen. Natürlich kann man hier Glaubenskriege über gute, bessere, noch viel bessere, und ultimative Okulare vom Zaun brechen - aber auch wenn ich das Hobby schon lange betreibe, war ich hinsichtlich Ausgaben doch auch eher zurückhaltend ;)
Das 32mm Super-Plössl benutze ich mit Spaß auch am Lidlscope, am 6" Newton und am 8" Schmidt-Cassegrain, werde es aber bei der nächsten Bestellung durch ein 36mm Hyperion ersetzen (auch mit Blick auf 2"-Auszug am SCT). Das bessere ist immer des guten Feind, aber das 32mm Plössl ist schon lange bei mir und in Preis/Leisung mehr als akzeptabel.

In diesem Sinne, mögen die Nächte klar sein, bevor sie wieder hell werden,
Micha
 
Die teuren Okulare dienen einzig und allein dem Komfort des Beobachters. Anfänger meinen immer sie würden ein schärferes Bild bekommen und mehr sehen. Aber nein, ein Objekt wie zB. der Saturn sieht im 1000€ Ethos genauso aus wie im 30€ Plössl.

So, und jetzt dürfen wieder 50 Leute posten wo jeder seinen eigenen Fuhrpark empfielt.
 
Die teuren Okulare dienen einzig und allein dem Komfort des Beobachters. Anfänger meinen immer sie würden ein schärferes Bild bekommen und mehr sehen. Aber nein, ein Objekt wie zB. der Saturn sieht im 1000€ Ethos genauso aus wie im 30€ Plössl.
Absolut nein.
Der Unterschied zwischen einem 30€ Plössl und einem 250€ Plössl ist schon ganz enorm.
Ein Ortho in dieser Preisklasse ist dann nochmal etwas besser.
Delites sind dann wie Orthos mit 62°.
Ein 1000€ Ethos ist einfach nur für extremes Weitfeld, und nur deshalb so teuer weil es auch bei 100° scharf bis zum Rand ist, aber wer beobachtet Planeten achon absichtlich am Rand des Bildes.

LG
Olli
 
Nur dass ein teureres Okular mehr Feld bei gleicher Vergrößerung, weniger interne Reflexe, durchaus mehr Kontrast und einen angenehmeren Augenabstand (gut, das ist Komfort) bietet. Wobei ein 30€-Plössl schon ein Fortschritt gegenüber vielen Beipack-Okularen ist.

Ich sehe am Planet einen Unterschied zwischen Ortho, Mittelklasse-Weitwinkel und Highend-Weitwinkelokularen (und empfehle für den Planet durchaus das preiswerte Ortho gegenüber dem Hyperion – wobei es schon interessant ist, wenn man im 10mm-Beipackokular nur ein paar Mondkrater sieht, während ein 5mm Hyperion am selben Teleskop den ganzen Mond zeigt. Da wirkt das 10mm viel eindrucksvoller, obwohl es weniger zeigt ;) ).

Das Okular ist die halbe Optik, das Teleskop die andere, und der Zenitspiegel kann auch noch viel kaputtmachen.

Beste Grüße,
Alex
 
...Ich weiß schon, 170€ für ein Okular sind auch noch nicht DER große Wurf. Das geht noch ganz anders...
Das sehe ich etwas anders...
"DER große Wurf" wäre in Deinem Fall schon z. B. die TeleVue Radian-, Pentax XL- oder Vixen LVW-Serie.
Diese Okulare - nur noch gebraucht erhältlich - sind für je +/- 170 EUR erhältlich. Mal suchen...
Sie bringen z. B. an unserem 127 Mak eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu Plössls und Orthos (größeres Feld und angenehmerer Einblick bei hoher opt. Qualität).
 
Hallo,

vor drei Tagen durfte ich ein Radian 8 mm erwerben, das die Skywatcher Goldkante 9 mm ersetzen wird. Zumindest was Kontrast betrifft, handelt es sich bei den ersten Trockenübungen tagsüber um eine deutliche Verbesserung. Und es wurde deutlich unter 170 EUR erworben...

Sofern Geduld vorhanden ist, einfach mittelfristig suchen...

Viele Grüsse

Markus
 
Cool, wie viele Antworten hierauf gekommen sind. Danke euch. Aber ich bin wohl auch nicht der Einzige der vor der Entscheidung steht/stand, günstiges Okular, oder doch etwas mehr ausgeben.

Ich hatte es ja schon in etwa so geahnt, dass ihr mir eher zum höherwertigen ratet. Aber innerlich doch noch gehofft, dass etwas weniger Geld anlegen doch auch OK ist :cool: .

Was mich wundert ist, dass ihr eher beim Planeten-Okular Abstriche machen würdet. Gerade bei der hohen Vergrößerung hätte ich gedacht das es da auf gute Qualität beim Okular ankommt.

Naja, wie es scheint werde ich da noch etwas in mich gehen müssen. So ein 36er Hyperion kostet doch mal schnell 205€. Evtl. doch auch noch das anfangs genannte 10er Hyperion dazu, dann sind es zusammen schon 370€. Doch gleich ein schöner Batzen Geld.

Das 36er Hyperion ist ja eigentlich ein 2" Okular. Bringt das dann mit dem 1,25" Adapter dann noch die selbe Abbildungsleitung und das gleiche Gesichtsfeld?
 
So ein 36er Hyperion kostet doch mal schnell 205€. ...
Das 36er Hyperion ist ja eigentlich ein 2" Okular. Bringt das dann mit dem 1,25" Adapter dann noch die selbe Abbildungsleitung und das gleiche Gesichtsfeld?
Nach meiner Erfahrung ist das 31 Hyp insgesamt optisch etwas besser als das 36 Hyp.
Beide zeigen mit 1.25" Adapter nahezu die gleiche Abbildungsleistung aber ein kleineres Gesichtsfeld als mit 2".
So etwas kauft man aber möglichst gebraucht...;):
 
Gute Okulare schaden jedenfalls nicht.

Ich hatte früher auch ein ETX 125 und nein, ich würde dir dafür zu keinem 2" Okular raten. Das bringt bei einer 1,25" Okularaufnahme keinen Mehrwert.
Das Geld für einen Adapter von 2" auf 1,25" kann man sparen.

Ich würde das Geld eher in ein Okular investieren, das in seinem Brennweitenbereich an deinem Gerät auch gut funktionieren kann, und da ist bei 1,25" und gutem Gesichtsfeld bei etwa 24 - 28 mm Brennweite das Mögliche erreicht. Das vorhandene Meade Super Plössl 26 mm ist da gar nicht so schlecht. Mich würde dabei am ehesten eine fehlende gute Augenmuschel / Auflage des Auges zum ruhigen längeren Beobachten und Abschirmung von seitlichem Streulicht stören.
 
Absolut nein.
Der Unterschied zwischen einem 30€ Plössl und einem 250€ Plössl ist schon ganz enorm.
Ein Ortho in dieser Preisklasse ist dann nochmal etwas besser.
Delites sind dann wie Orthos mit 62°.
Ein 1000€ Ethos ist einfach nur für extremes Weitfeld, und nur deshalb so teuer weil es auch bei 100° scharf bis zum Rand ist, aber wer beobachtet Planeten achon absichtlich am Rand des Bildes.

LG
Olli
Leute die mit relativ hohen Vergrößerungen mit manueller Nachführung tun so etwas :)
 
Hi!

Hyperion 36 und Baader Eudiaskopisch 35mm zeigen etwas mehr Feld am Himmel als ein 32er Plössl, weil die Feldblende weiter hinten liegt; das Hyperion hat dann noch 30mm Feldblende und 50° – also ähnlich wie ein Plössl, nur mit etwas hellerem Bild und größerem Himmelsausschnitt. Wegen der Randschärfe würde ich mir bei deinem f/15-Teleskop keine Sorgen machen, da bin ich schon bei f/7,5 happy, und mit 1,25" sowieso ;)

Das 35mm Eudiaskop ist ähnlich, ist aber von Haus aus ein 1,25"-Okular und kleiner. Hier gibt's grad eines im Bieteboard, wenn auch nicht zum Schnäppchenpreis. Den Preis von 150,- würde ich aber nur zahlen, wenn die Augenmuschel und die Kunststoff-Verlängerung für die Augenmuschel dabei sind - das Okular hat einen recht großen Augenabstand; mit Augenmuschel und Verlängerung passt es. Die gibt es leider auch nicht mehr als Ersatzteil. Um die 100€ wäre eher ein fairer Preis für ein Eudiaskopisches Okular (und dann ist da auch ein sinnvoller Abstand zum Neupreis vom Hyperion 36).

35/36mm würde ich vor allem wegen der Austrittspupille anpeilen, das Bild ist heller, und du siehst lichtschwache Ziele etwas besser. Aber wie gesagt, ein gutes 32er Plössl ist auch okay und kann später auch durch ein 40mm 1,25" ersetzt werden – falls du doch etwas mehr Deep Sky sehen willst und mit dem dann noch kleineren Bildfeld leben kannst. Vorteil: Die zwei Okulare wären billiger als ein 36er Hyperion;)

Vorsicht:
Was mich wundert ist, dass ihr eher beim Planeten-Okular Abstriche machen würdet. Gerade bei der hohen Vergrößerung hätte ich gedacht das es da auf gute Qualität beim Okular ankommt.
Drauf achten, wo die Abstriche gemacht werden! Für Planeten willst du ein helles und kontrastreiches Bild. Das liefern dir Orthos, ich bin mit den Classic Orthos ganz zufrieden. Hier gibt's grad eins für 50€, neu sind sie bei 73,- – da lohnt sich Gebrauchtkauf eher nicht. Der Nachteil eines Orthos ist das kleine Gesichtsfeld - aber für die Planetenbeobachtung und an einem Teleskop mit Nachführung brauchst du das nicht, da ist es nur nice to have (Mond profitiert schon wieder von mehr Feld).

Die Weitwinkel-Mittelklasse hat mehr Augenabstand und mehr Bildfeld, aber nicht ganz die Bildschärfe und ist daher nicht die erste Wahl für Planeten. Wenn du beides willst – Schärfe und Kontrast in der Mitte plus großes Feld – wird es halt richtig teuer. Dann bist du in der Klasse Morpheus aufwärts, also Neupreis von 275€ bis nach oben offen. Da sind die Unterschiede dann wieder recht gering, die letzten paar Prozent Leistung kosten das meiste Geld.

Wenn es neu sein soll und nicht zu dringend ist: Anfang Mai ist ATT, dann gibt es bei vielen Händlern auch online Aktionen, wobei man 10% oft auch so raushandeln kann, vor allem wenn man in einer Sternwarte Mitglied ist. Das relativiert auch manches Angebot im Bieteboard, das nah am Neupreis liegt.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo

Die 1,25" Okulare haben vorn M28 Gewinde mit 27,4mm Innendurchmesser, was will man da noch mit einer Feldblende?
Du wirst bei den langbrennweitigen Olularen immer das selbe Bild sehen, nur eben größer oder kleiner.
Es ist mehr die Frage der AP? Das mag bei sehr großen flächigen Objekten helfen wenn der Himmel dafür passt.
Wichtiger sind Reflexionen und Einblickverhalten, da hilft eine Augenmuschel manchmal schon.

Gruß Frank
 
M28,4x0,6
Von der Kernbohrung her ist idR 28mm frei.
Die Steckhülse dahinter kann schon wieder weiter sein, und der Strahlenkegel hat ja nicht nur Mitte, sondern auch Rand, und diese Randatrahlen kommen hinter die Engstelle.
Deshalb braucht man dennoch eine Feldblende, und deshalb funktionieren größere Feldblenden, wenn sie weiter hinten liegen.
Das Hyperion 24 hat übrigens 28,5mm Feldblende.

LG
Olli
 
Hallo Frank,

nicht ganz - die Frage ist, wo das Bild entsteht, das wir im Okular anschauen. Wenn das Bild hinter der Steckhülse entsteht, kann es etwas größer sein als das Filtergewinde. Bei den Eudiaskopischen und den Hyperion Aspheric in 1,25" muss der Okularauszug deshalb auch weiter reingedreht werden als üblich.

Zugegeben, der Unterschied zwischen 32mm/50° (2,1mm Austrittspupille bei 59x und 0,84° am Himmel) und 36mm (2,36mm Austrittspupille bei 53x und 0,95° wahrem Feld) ist auch am ETX mit 125/1900 nicht so extrem, kann aber den Unterschied machen, ob einem OIII-Filter schon das Licht ausgeht. Ein 40mm/43° 1,25"-Okular wie das Omni liefert 2,6mm AP bei 47,5x und nur noch 0,9°. (Vorausgesetzt, dass die Herstellerangaben stimmen, und da sind nicht zu viele Rundungsfehler in den Angaben.)

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Oli,

Vielen Dank schon mal für eure Meinungen und Erfahrungen.

Für mich in der Beobachtung ist es nicht nur wichtig, das ein Okular ein helles und scharfes Bild liefert. Sehr wichtig ist für mich eine bequeme Einblickposition, die ich nicht erst suchen muss. Ebenfalls ist für mich eine Augenmuschel wichtig, die sich gut an die Augenhöhle anlegt.

Ich habe schon Okulare gehabt, bei denen sofort das "Kidney Beaning" auftrat und diese somit einen unruhigen Einblick hatten. Bei den Baader Hyperions habe ich die unangenehme Erfahrung gemacht, das sich die Augenmuschel sehr schnell aus der schmalen Nut lösen kann. An diesen Okulare gefiel mir persönlich die Augenmuschel nicht so sehr.

Ich habe neben der 82° Serie von EXPLORE SCIENTIFIC auch ein günstiges 20mm/68° EXPLORE SCIENTIFIC. Mit dem Okular komme ich sehr gut zurecht, sowohl bei der Sonnenbeobachtung mit geeigneten Filter und auch in der Nachtbeobachtung.
Meiner Meinung nach müssen es nicht unbedingt die hochpreisigen Okulare sein. Es tun auch günstigere Okulare, die ein gutes Einblickverhalten haben. Da meiner Meinung nach Okulare etwas sehr individuelles sein können, ist es am besten eine Messe oder ein Teleskoptreffen zu besuchen und durch verschiedene Okulare zu blicken.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo,

Rund 150€ für das billigste der Serie ist aber auch eher Mittelklasse als billig.
Ich sprach von günstig:

Der unterschied zwischen "billig" und "günstig" sollte hoffentlich geläufig sein.

Das angesprochene 20mm/68° Okular gibt es derzeit für -günstige- 115€:

Das 16mm/68° Okular gibt es derzeit für -günstige- 110€:

vor allem, wenn man noch andere Hobbies hat
Was hat das mit der Frage nach Okulare zu tun?

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Gerd,

Wenn du günstig und preiswert (sein Geld wert) gleich setzt, sind wir d‘accord.

Ich habe die Preise bei Astroshop nachgeschaut. Schön, wenn es sie auch für weniger Geld gibt. Der Begriff günstig ist bei mir zugegeben durch die Werbung verbrannt, da steckt zu oft auch eine Herstellungsqualität dahinter, die nur für die Produktion günstig ist.

Die Preisfrage kam ja ganz am Anfang auf.
Aber ich frage mich ob ich den "Unterschied" zwischen einem 50€ Okular und einem 170€ Okular mit meinem Teleskop überhaupt wirklich bemerke. Oder ob der da vielleicht so marginal ist das sich der doch mehr als dreifache Preis da vielleicht kaum bemerkbar macht und erst bei einem höherwertigen Teleskop wirklich zum tragen kommt.
Ich weiß schon, 170€ für ein Okular sind auch noch nicht DER große Wurf.
Gegenüber den 50€ ist das schon ein spürbarer Mehrpreis, auch wenn er sich lohnt.

Wer viel Zeit in Astro investiert, für den lohnen sich die letzten 10 Prozent Leistung, weil er das Zeug oft benutzt und den Unterschied sieht. Wenn Beobachten nur ein Hobby ist, braucht es kein Highend, dann langen solide Okulare, die Spaß machen, aber nicht perfekt sein müssen. Da sind wir in dem Bereich, den ich als Mittelklasse ansehe. Bei Weitwinkel also etwa ab 100 Euro aufwärts.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Oli,

auch ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass sich gute Okulare auch bei preiswerten Teleskopen lohnen:

An meinem Skywatcher 70/900 FH nutzte ich lange einfache Plössls. Als ich diese gegen die damals erhältlichen Baader Genuine Orthos austauschte, hatte ich das Gefühl, ein neues (größeres) Teleskop zu nutzen. So stark war der Gewinn an Schärfe und Auflösung. Und der 70/900er ist nun wirklich kein High-End-Gerät (aber trotz viel Plastik zum Schnellspechteln von der Bildqualität her wirklich gut).

Das Okular ist halt das halbe Fernrohr und eine Kette immer nur so stark wie das schwächste Glied (hier die schlechteste optische Komponente des Gesamtsystems).

CS, Christian
 
Hallo Oli.
Nur als Ergänzung....
Ideal wäre, in deinem Umfeld einen Astronomie Verein oder weitere Mitbeobachter zu suchen, und da verschiedene Okulare (eventuell auch an einem zweiten Teleskop ) auszuprobieren.
Dabei würde man gut erkennen ob/wo eventuell das eigene Teleskop eine Verbesserung der Abbildung begrenzt (justage opt. Mängel...), oder ob bzw. wieviel höherwertige Okulare noch bringen.
Weiters lernt man so verschiedene Okulartypen kennen und einschätzen, ein Vorteil für spätere Einkäufe.

VG Hermann
 
Wahnsinn, was der Thread für ein Ausmaß angenommen hat und wie viele sich hier beteiligen. Ein ganz großes DANKE dafür!

Viele Meinungen, viele Erfahrungen, viel Wissen. Ich versuche möglichst viel davon aufzunehmen bzw. zu verarbeiten. Wobei ich so manches (zB Feldblende?) noch nicht gar verstehe. Aber das wird schon noch :)

Das mit den Okularen scheint wirklich ein Art Mischung aus Wissenschaft und Religion zu sein. Kommt mir jedenfalls so vor.
Wie es scheint muss ich wirklich schauen das ich vielleicht bei anderen vorhandenes Material mal ausprobieren und dann selbst urteilen kann.
Diese ATT Messe wäre sicher auch super. Aber Essen ist hier leider nicht gerade "ums Eck". Ich bin hier in Niederbayern heimisch (ursprünglich aus Österreich).

Aber um ein paar "etwas" bessere Okulare werde ich wohl kaum herum kommen... ;-)

Schöne Grüße und CS,
Oliver
 
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