Restlichen Sternspuren bei Kometenaufnahme enfernen

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komposer

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Hallo,

hier mein Summenbild auf den Kometen gestackt (fitswork Methode: Median hat die Spuren am besten verwaschen).
Zielbildkomet1medain_2d.jpg

Hat jemand eine einfache Lösung, am besten unter gimp, mit der ich den Rest wegbekomme ohne den Kometen zu beeinflussen ?

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

es gibt einige Möglichkeiten. Einfach ist aber so gut wie keine.

  • Am besten funktioniert wohl die Sterne vorm Stacken aus jedem Frame zu entfernen. Mit Freeware gibt es dafür aber keine praktikable Lösung.
  • Dann kann man aus dem Stack auf die Sterne eine Sternmaske erzeuge und die als Bias bzw. Dark von den Einzelaufnahmen abziehen. Da man die Sternmaske mit Starnet nicht aus linearen Daten erzeugen kann, werden hellere Sterne überkorrigiert. Die Methode entfernt so 90% der verbleibenden Artefakte, wenn man mit winsorized sigma clipping stackt.
  • Das Problem hat man ja nur in den hellen Bereichen des Kometen. Da der recht diffus ist, klappt es auch ganz gut mittels Hintergrundextraktion die schwachen Anteile des Kometen so gut es geht zu entfernen und das vom gestreckten Stack abzuziehen.
  • Ansonsten kann man noch das high Sigma beim Winsorized Sigma Clipping extrem weit runter setzen. Das reduziert das Problem auch etwas.
Ich habe die Artefakte so gut wie komplett weg bekommen in dem ich Sternmaskenbias und Hintergrundextraktionsmaske kombiniert habe. Etwas Signal verliert man allerdings mit allen Methoden. Ist aber nicht die Welt.

Das wurde auch ausführlich in dem generischen Fotothread von C/2022 E3 diskutiert.

Grüße,
Joachim
 
Danke Joachim,

ich habe gestern nochmal aufgenommen bei besseren Bedingungen. Dennoch ist es schwer bei 4 Sek, Belichtungszeit mehr vom Schweif auf den Sesor zu bekommen.

DSS kommt mit meinen Daten nicht zurecht. Also wieder fitswork.
Recht gut hat hier die Stackingmethode Median funktioniert.
Bei Aurichtung auf den Komet waren die Sternspuren schon stark abgeschwächt und beim Stack auf die Sterne der Komet.
Zielbild-komet-median2_2.jpg

Zielbild-sterne-median.jpg

Beim Kometen habe ich die restlichen Spuren in gimp weiter reduziert
Zielbild-komet-median2_2g7.jpg

Und das dann mit dem Sternen Stack kombiniert:
Komet-c2022e3ztf-070223.jpg


Wie viel Wahrheit jetzt noch in dem Bild steckt ???
Da habe ich ja manuell ganz schön viel eingegriffen um den Kometen so herauszuarbeiten. Wenn ich das mit dem Kometenstack vergleiche bleibt da Spielraum für Fantasie aber gut, sieht für meine 76/300mm Selbstbau-Optik ja akzeptabel aus.
Das ist halt auch kein Neowise :D

Gruß,
Holger
 
Recht gut hat hier die Stackingmethode Median funktioniert.
Die Median Methode liefert aber ein deutlich schwächeres Ergebnis als Average. Je mehr Bilder desto deutlicher der Unterschied. Du kannst mit Average Stacking und Sigma Clipping eine ähnlich gute Outlier Rejection erreichen, wenn du den High Sigma Wert deutlich runter setzt. Irgendwann verliert man auch Signal, man hat aber im Gegensatz zu Medianstacking die Möglichkeit mit den Parametern zu spielen.

4s ist eigentlich ausreichend für den Kometen. Der ist schon ziemlich hell. Bei mir sehe ich den schon mit 0.1s in der Preview und nach 1s fängt man an den Schweif zu sehen. Gestern lag die Drift schätzungsweise bei ca. 0,2"/s. Ich habe mal zum Testen 180 belichtet. Da sieht man dann schon einen deutlichen Strich anstatt dem Kern. Also lieber etwas kürzer als zu lange.
 
Danke für die Infos !

Die Methode Sigma gibt es auch in fitswork:
Zielbild-komet-sigma2_2.jpg


Da sind die Spuren stärker zu sehen.
DSS hat ja mit den Daten vom 6.2. nicht funktioniert aber vielleicht versuche ich es da doch nochmal mit denen vom 7.2.

Gruß,
Holger
 
Am besten funktioniert wohl die Sterne vorm Stacken aus jedem Frame zu entfernen. Mit Freeware gibt es dafür aber keine praktikable Lösung.
In der Entwickler-Version von Siril wurde gerade eingebaut, dass man auch Starnet++ auf eine ganze Sequenz ausführen kann.
Bin gerade am Testen, wie gut das mit Kometenbildern funktioniert ;)

Grüße und CS,
Steffen
 
Ich hatte in einem anderen Thread etwas ausführlicher beschrieben, wie ich mit Siril und Starnet den Kometen aus den Einzelframes extrahiert habe: C/2022 E3 (ZTF)

Das klappt also durchaus. Mit der Sequenz hatte ich es zwar nicht probiert, aber man kann Siril ja auch gut per Script steuern. Hatte einfach mit Python die Befehlssequenz für alle Einzelbilder generieren lassen, das Script sieht dann in etwa so aus:

load pcal_bkg_pp_light_00001.fit
starnet -stretch -nostarmask
load pcal_bkg_pp_light_00002.fit
starnet -stretch -nostarmask
...

Aus dem Ergebnis kann man dann wieder eine Sequenz machen. Tatsächlich habe ich dabei etwas gecheatet: die erzeugten Dateien mit einem Mehrfachumbenenntool bearbeiten (weil Siril das "starless" nach der Zahl angehängt hat) und aus der existierenden Stern-Sequence eine Starless-Sequenz gebastelt (einfach die Dateinamen anpassen). Der Vorteil war, dass ich dadurch die Registrierung behalten hatte. Denn sternlose Bilder kann man sehr schlecht registrieren ;)

Denselben Trick habe ich vorher auch angewendet, um alle Einzelbilder photometrisch zu kalibrieren:

load bkg_pp_light_00001.fit
platesolve -platesolve -catalog=tycho2
pcc -catalog=apass
save pcal_bkg_pp_light_00001.fit

etc.
 
Siril speichert die Registrierungsinformationen in den Sequenzdateien, daher kann man sehr leicht mit einem Texteditor die Infos hin- und herkopieren. In diesem Fall, war das aber nicht nötig. Die aufgeführten Dateien ("pcal_bkg_pp_light_00001.fit") wurden registriert, aber die entsprechende Transformation noch nicht ausgeführt, d.h. die Infos standen nur in der .seq-Datei. D.h. der Haken in bei "Save transformation in seq file only" war gesetzt.

1675981923903.png
 
Okay, diese Information macht dein Vorgehen verständlich. Alle Dateien waren auf den Kern registriert.
VG Frank
 
In dem Fall ja, denn ich will ja aus den entsternten Bildern den Kometen stacken. Aber prinzipiell könnte man mit dem obigen Vorgehen auch auf die Sternorte stacken (wobei mir dafür kein Use Case einfällt).
 
um alle Einzelbilder photometrisch zu kalibrieren:

load bkg_pp_light_00001.fit
platesolve -platesolve -catalog=tycho2
pcc -catalog=apass
save pcal_bkg_pp_light_00001.fit
Hallo Benjamin!
Da habe ich noch eine Frage. Diesen step kann man doch weglassen, wenn man über Bilddatei öffnen die erste Bilddatei außerhalb der Sequenz öffnet und photometriert. Anschließend speichern!
Nun im Sequenz Reiter auf "Sequenz erzeugen" gehen und das bearbeitete Bild als Referenz festlegen, alle andere normalisieren auf das ref Bild und als Format Fit klicken. Danach sind doch alle Bilder gleich Farbkalibriert.
???
VG Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich bin gerade etwas genervt vom DSS. Ich habe gestern nochmal die Lights auf den Kometen stacken wollen.
Also brav alle 350 Frames durchgegangen und den Kometen markiert. Toll was ein Zeitaufwand. Nun war überall der kleine Kreis um den Kometen um dann wieder zum selben kastastrophalen Ergebnis ( siehe oben ) zu gelangen.

Was soll denn das. In fitswork geht das mit der Stapelbearbeitung ganz einfach. Einmal eine Markierung um den Kometenkern ziehen und den Stackingprozess starten.
Das läuft dann automatisch durch und nur wenn die automatische Erkennung mal fehlschlägt muss man manuell einmal kurz eingreifen.

Was ist das dagegen im DSS für ein Zeitaufwand mit dem Registrieren der Bilder und vor allem den ständigen Markieren des Kometen. Jedes einzelne Light anklicken und dann im Bild nochmal auf den Kometenkern. 350 mal diese Prozedur, was für eine Zumutung !
Und dann wird man auch noch mit diesem Totalschaden belohnt.
Ihr hört schon, ich bin wirklich genervt. Ich wollte das Kappa Sigma Clipping austesten aber so wird das nichts.

Wenn ich mein Ergebnis so ansehe, weiß ich auch nicht, ob sich der ganze Aufwand lohnt. So wenig vom Schweif ist in den Summenbildern zu erahnen.
Für 250 x 4 Sek. echt eine Enttäuschung. Für mein Equipment schein dieser Komet ein Rohrkrepierer zu sein.
Kein Vergleich zu Neowise, kaum Signal auf dem Sensor und so für mich total unspäktakulär.
Die tollen Fotos von zahlreichen anderen Mitgliedern hier im Forum zeigen ja wie schön C/2022 E3 ZTF sein kann aber leider nicht bei meinem Equipment !

Gruß,
Holger
 
Die tollen Fotos von zahlreichen anderen Mitgliedern hier im Forum zeigen ja wie schön C/2022 E3 ZTF sein kann aber leider nicht bei meinem Equipment !
Hallo Holger,

sei mal nicht so streng zu dir. Hauptsächlich kommt es doch auf die Umgebungsbedingungen an. Bei mir am Stadtrand ist vom Schweif auch nicht so viel zu sehen. Und trotzdem freut man sich auf das eine oder andere Ergebnis.

Für die Bearbeitung habe ich mich durch Siril gekämpft. Und mach den Rest in Affinity Photo.
 

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Hallo Harald,

das sieht ja schon gut aus. Hast Du für das rechte Ergebnis die Sternspuren aus dem linken entfernt ?
Oder wie hast du das so gut hinbekommen ?

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

Ja. Es wird in Siril beim stacken durch veränderte Sigmawerte erreicht. Das muss man ein bisschen ausprobieren. In der anschließenden Bildbearbeitung kann mann die restlichen Sternspuren durch Tonwertkorrekturen fast beseitigen. Aber es gibt immer Signalverluste.

Das linke Bild ist das Ergebnis von Siril nach dem Stacken und das rechte Bild nach der Bearbeitung in Affinity Photo.
 

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Hallo Harald,

kannst Du ein kleines bisschen ins Detail gehen, wie Du die Nachbearbeitung in Affinity Photo gemacht hast? Von den Sternspuren sieht man da ja kaum noch was...

Danke und Gruß
Benjamin
 
Hallo Benjamin,

im ersten Bild ist die Tonwertkorrektur ausgeschalten und im zweiten Bild wieder eingeschalten. Wie du erkennen kannst, ist nur der Schwarzpunkt und der Gammawert verändert wurden.
Im Gesamtbild habe ich als letztes noch einmal eine Tonwertkorrektur durchgeführt, hierbei allerdings nur ein klein wenig den Rot Kanal verschoben.
 

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Hat jemand eine einfache Lösung, am besten unter gimp, mit der ich den Rest wegbekomme ohne den Kometen zu beeinflussen ?
Hallo. Es gibt so viele gute und einfache Möglichkeiten. Auf YT findest du genug davon. Hier ein Beispiel.:


 
In der Entwickler-Version von Siril wurde gerade eingebaut, dass man auch Starnet++ auf eine ganze Sequenz ausführen kann.
Bin gerade am Testen, wie gut das mit Kometenbildern funktioniert ;)

Grüße und CS,
Steffen
Habe es gerade getestet. Das funktioniert nur teilweise. Ich kann zwar die Sequenz entsternen, allerdings speichert er in der neuen Sequenz die Originale und nicht die sternlose Version. Die sternlose Version erhält man nur als zwischengespeicherte Bilder, die voll durchgestreckt sind. Das geht auch, allerdings muss man sich eine neue Sequenz daraus basteln und kann nicht mehr mit den linearen Daten arbeiten.

Grüße
Joachim
 
Das geht auch, allerdings muss man sich eine neue Sequenz daraus basteln und kann nicht mehr mit den linearen Daten arbeiten.
Muss mich korrigieren. Das funktioniert nicht, da die gestreckten Zwischenbilder zum einen als Tif gespeichert werden (die lassen sich nicht mehr auf den Kometen registrieren) und die gestreckten Bilder sich auch nicht mehr artefaktfrei stacken lassen.

Mal sehen, ob das bei einem neueren Commit funktioniert.
 
Mit Starnet++ kann man das auch alles selbst rausbatchen...

Code:
For %%i in ("C:/path/to/your/images/*.tif")do starnet++.exe "%%i" "%%i" 256

Alle Starnet++ Dateien sollten in dem Ordner liegen, und die Bilder sollten Kopien sein, da sie überschrieben werden.

LG Michael
 
Alle Starnet++ Dateien sollten in dem Ordner liegen, und die Bilder sollten Kopien sein, da sie überschrieben werden.
Hallo Michael,

so ist es. Aufgrund eurer Informationen habe ich es gerade mal getestet. Aber da sind noch Problemchen geblieben.

Ich habe eine Sequenz kalibrierter Light genommen und dann die Funktion Sterne entfernen durchgeführt. Im Ergebnis sind Sternlose und die Sternmasken entstanden. Aber alle Dateien sind s/w und enthalten keine Bayermatrix mehr.
 
Habe ich gemacht aber dann ist auch nur im ersten und letzten Frame der Komet markiert und es erscheint bei mir unter Stacking Parameter nicht mehr die Auswahl Komet.

Gruß,
Holger
Hallo Holger,
markiere doch noch einmal zusätzlich bei einer in der Mitte der Bildersequenz liegenden Aufnahme den Kometenkern und wähle dieses Bild dann als Referenzaufnahme aus (s. Kontextmenue), danach erneut stacken. Sollte das immer noch nicht klappen liegt es ggf. daran, dass man ergänzend auf die blaue Diskette als Speicherung der Kometenkernposition drücken muss. Allerdings klappte bei mir das Stacken auch mitunter nicht, könnte vielleicht ein Bug in der DSS Version 4.2.6 sein ?

Gruß und CS
Stefan
 
Mit Starnet++ kann man das auch alles selbst rausbatchen...
Starnet funktioniert allerdings nicht besonders gut mit linearen Daten. Man kann die Bilder natürlich vorstrecken. Das hat aber seine Grenzen, weil ab einem bestimmten Punkt sich die nichtlinearen Daten nicht mehr ohne weiteres stacken lassen. D.h. man müsste die Streckung wieder manuell rückgängig machen. Das wird damit immer aufwändiger.

Ich werde lieber warten, bis die Lösung in Siril richtig funktioniert und meine Daten dann erst neu bearbeiten.
 
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