"Richtige" Brennweite für meine Kamera bei Deep Sky-Aufnahmen?!

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Recoxx

Aktives Mitglied
Hallo erstmal ((o:

Ich habe mal mich schlau gemacht, denn ich wollte wissen mit welcher Brennweite meine Kamera (Canon eos 1200D - Pixelgröße 4,3 μm) die besten Deep Sky Bilder macht. Also ich meine wenn ich kein Oversampling bzw. Undersampling bekomme. Natürlich habe ich das alles auch mit den komplizierten Formeln gerechnet, aber die einfache Formel "f=137 x p" wobei f für die Brennweite des Teleskops steht und p für die Pixelgröße und alles kommt in mm heraus, kommt man sehr gut hin. In meinem Fall f=137x4,3 μm als gerundet 590 mm.
So nun meine Fragen:
Ist dieser theoretische Wert wirklich zu beachten?
Mache ich wirklich viel schlechtere Bilder, wenn ich z. B. mit 1000 mm Brennweite Bilder mache?
Wenn ja, kann man da etwas bei der Bildaufnahme oder Bildnachbearbeitung korrigieren?
Hat vielleicht sich jemand die Mühe gemacht und das gleiche Objekte mit der gleichen Kamera aufgenommen, aber mit unterschiedlichen Brennweiten? Wenn dann bitte man zeigen.
Ich habe auch schon einen erfahrenden Hobby-Astronomen gefragt. Er hat gesagt, dass diese Betrachtung nicht so wichtig ist. Was denkt ihr? Hat da jemand Erfahrungen gesammelt?

CS
Andreas
 
Hallo Andreas,

Nein - so richtig Ahnung habe ich davon leider auch nicht, habe mich aber schon ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt und kann zumindest Spekulationen beitragen;-)

Zum einen ist Oversampling (zumindest wenn wir von Faktor 2 sprechen) definitv nicht schlimm, sondern teilweise sogar hilfreich. So bringen z.B. viele hilfreiche Schärfungs-Methoden (z.B. Deconvolution) nichts, wenn das Bild nicht etwas (oder sogar etwas mehr) oversampled ist.

Undersampling macht viereckige Sterne. Oversampling kann hilfreich sein. Nur nicht übertreiben - 2m Brennweite wären sicher zu viel. Oder.....?

Tja - evtl. wären auch 2m genau richtig. Wir reden hier ja über eine Farbkamera...

Die ganzen Formeln bzgl. Pixelgröße und Brennweite beziehen sich nämlich definitv auf S/W-Kameras. Das muss nicht zwingend bedeuten, dass sie für Farbkameras nicht gelten - aber genau hier kommt meine Spekulation:

Man kann schließlich überall nachlesen, dass eine S/W-Kamera ggü. einer Farbkamera einen „erheblichen“ Auflösungsgewinn bringt. Leider habe ich noch keine klare Aussage gefunden, wie hoch dieser Auflösungs-Gewinn ist. Eins ist aber klar: Wenn eine S/W-Kamera eine um Faktor x höhere Auflösung hat, kann man die perfekte Brennweite für die entsprechende Farbkamera (gleich Pixelgröße) mit exakt diesem Faktor multiplizieren;-)

Anders gesagt: Deine Farbkamera macht aus jew. 4 Pixeln ein Farb-Pixel. Würde beim Umrechnen auf das Farbbild (debayern) genau das gemacht, wäre der Fall klar: Dein „wirksames“ Pixel für die Brennweiten-Optimierung wäre exakt doppelt so groß. Und dein Bild hätte nach dem Debayern nur noch ein Viertel der Pixel. Es gibt auch Algorithmen, die es genau so machen...
Die klassische Bayer-Interpolation interpoliert aber nunmal und heraus kommt ein Bild mit der vollen (eigentlich S/W-) Pixelzahl. Wenn das aber perfekt wäre und nicht irgendwelche Details verwischen würde, wäre a) der Debayer-Algorithmus ein unsagbar geniales Programm, welches Informationen herbeizaubert, die es nicht geben kann und b) würde niemand einen Auflösungsgewinn bei S/W-Kameras propagieren;-)

Also gibt es diesen Faktor - ich kann nur nicht sagen, wie groß er ist. 2 wird es wohl nicht sein, sonst wäre Debayern ja komplette Augenwischerei. 1 natürlich auch nicht - also würde ich mal grob von der Mitte (1,5) ausgehen, um die Du getrost auch die Brennweite verlängern kannst, ohne ins Oversampling zu geraten...

Wie gesagt - Spekulatius;-)
Klaus
 
Hallo Andreas
Probier mal das kostenlose Programm Astronomy. Tools
Damit kann man unter anderem alle möglichen Kameras, Reducer und Teleskope kombinieren und dann sieht man ob man mit der jeweiligen Kombination im Over oder Undersampling ist. Das Programm ist wirklich sehr hilfreich.
VG Walter
 
Hallo Klaus und Walter,

erstmal danke für eure Antworten!
@Klaus: Das das alles (die Formeln) für S/W-Kameras sind, war mir gar nicht bewusst.
Obwohl mir das mit der Bayer-Matrix, also die "Aufteilung" der Pixel in die einzelnen Farben bekannt ist, aber ich habe das in diesem Zusammenhang gar nicht bedacht.
Daher kann das, was du schreibst stimmen oder auch nicht! Also sind wir leider nicht weitergekommen. )o:
Aber trotzdem war es gut, dass du mir das geschrieben hast. DANKE!
@Walter: Danke für den tollen Tip! Ich habe mir die Sache jetzt mal angesehen und bin mir nicht ganz sicher, ob ich das jetzt alles richtig verstanden habe. Okay, ich habe jetzt mal ein paar Objekte mit meinem "System (Teleskop und Kamera) eingegeben und bekomme auch alles angezeigt und habe das auch mit meinen Bilder verglichen z. B. M13. Es kommt zwar nicht richtig hin, aber schon ganz gut. Man kann also gut damit planen!
Aber wo kann ich sehen, ob es Over- oder Undersampling gibt? Kannst du mir das bitte sagen? Und noch wie wichtiger, kannst du mir was sagen, ob das nun "schlimm" ist, und wenn ja, was man dagegen tun kann? Ich weiß Fragen über Fragen. SORRY! ((o;

Gruß
Andreas
 

Anhänge

  • M13neu_bearbeitet.jpg
    M13neu_bearbeitet.jpg
    255,1 KB · Aufrufe: 146
Also ich verstehe Astronomy-Tools nicht so richtig. Wie kann der Bildausschnitt bei F5 größer sein als bei F4,8? Also ich meine z. B. ein Newton 200/1000 auf 250/1200. Ist wohl schon spät! Ich gehe lieber schlafen. Gut Nacht! (o;
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben