Hallo Frank,
ich finde den Saturn sehr gelungen, nicht stark übertrieben bzw. überschärft, sehr rauscharm, dezent bearbeitet. Bänder und Details gut definiert.
Das mit den Farben ist grundsätzlich ein kritisches Thema bei der Nachbearbeitung von Planetenaufnahmen.
Es fängt ja eigentlich schon bei der Aufnahme an: Man muss sich von er Erwartung verabschieden, dass die Kamera den Planeten farblich so sieht und abbildet wie unser Auge. Jede Kamera/Sensor ist von Werk her unterschiedlich kalibriert, hat unterschiedliche Empfindlichkeitskurven in den einzelnen Farbkanälen. Man kann versuchen, die Kanäle schon bei der Aufnahme möglichst ausgewogen einzustellen, so dass es ein stimmiges Bild gibt, möglichst ohne starken Datenverlust in Kauf zu nehmen, z.B. durch untersteuerten Blaukanal... Im Histogramm schaue ich, dass die Auslastung aller Farbkanäle möglichst zwischen 70 und max. 80 Prozent bleibt. Einerseits ist die Belichtungszeit so zu wählen, dass eine brauchbare Framerate möglich wird (z.B. 10-12ms -> bei mir bekomme ich dann ungefähr 80-100 fps raus, je nach ROI) und andererseits aber das Rauschen minimiert wird. Den Rest füllt man mit dem Gain auf - auch dann immer mit gutem Augenmaß, was das Rauschen angeht.
Bei der Nachbearbeitung kann man dann noch gut an der Farbbalance und Kontrastverhältnisse arbeiten. Bei Saturn hab ich aber die Erfahrung gemacht, dass das mit sehr viel Gefühl und Vorsicht passieren muss: Schon kleinste (!) Veränderungen können dazu führen, dass feine Farbbänder / Farbkontraste gänzlich geschluckt werden!
Persönlich versuche ich mich immer an bekannten Referenzen zu orientieren: NASA/Cassini, bekannte Fotografen… und selbst da gibt es gravierende Unterschiede.
Viele Grüße und weiter viel Erfolg,
Peter