Saturn mit Speichen u. White Oval vom 20.09.2026 (20" Dobson)

Danke für den Tipp bzgl. Invertieren - das ist tatsächlich interessant als Eindruck und kann man sehr einfach und schnell zwischendrin während der Bearbeitung testen. In AstroSurface, das ich inzwischen lieber zum Schärfen verwende, hab ich dafür die folgende Option gefunden unter "IMAGE TOOLS" / "Invert Levels":

AstroSurface_invert.png


In meinem konkreten Fall konnte ich allerdings noch nichts "Neues" entdecken. Aber der Gedanke, dass schwache Strukturen / Farbunterschiede im dunklen Bereich bzw. nahe an Schwarz schwieriger für unsere Augen zu differenzieren sind als im Hellen, klingt ja grundsätzlich plausibel. Ich werde das gerne weiter testen und ggf. in die Bearbeitungsroutine einbauen!

Bzgl. KI: Das oben GROSS eingefügte, helle Bild ist jetzt natürlich sehr auffällig - da bleibt man gern hängen. War in den ersten zwei Sekunden auch sehr überrascht - vor allem auch wegen dem "neuen Saturnmond"!! :-D ;-)
Aber auch diese KI-Diskussion ist relevant und wichtig in dieser Zeit, wo angeblich nix mehr ohne gehen soll - und anscheinend auch in der Astrofotografie immer mehr damit gearbeitet wird. Da ist Gegenwind vorprogrammiert.
Gemini hat hier offensichtlich versucht, das Bild auch inhaltlich weiterzuentwickeln - perfiderweise scheint es so, dass die hinzugefügten Details sogar tatsächlich aus existierenden Nasabildern abgeleitet wurden... Wahrscheinlich ist es immer nötig, bereits im ersten Prompt ganz ausdrücklich einzufordern, dass wirklich nur eine Invertierung vorgenommen und der Bildinhalt ansonsten pixelgenau beibehalten wird. Den kleinsten Spielraum wird die KI wohl schon zum Anlass nehmen, eigene Interpretationen zu entwickeln. Solange die KI so schwer unter Kontrolle zu bekommen ist, wird sie zumindest in unserer Gemeinde als Bildbearbeitungstool noch für sehr viel Zündstoff sorgen. :beobachten:

Viele Grüße,
Peter
 
Hallo Peter,
tatsächlich war das früher so, dass man durch invertieren schwache Details besser sehen konnte. Damals hatten wir Aufsichtsvorlagen, d.h. Papier. Das wurde von Licht beleuchtet, dieses wurde dann verschieden stark reflektiert und fiel danach in unsere Augen. Diese können nur Licht wahrnehmen, keine Dunkelheit, Dunkelheit nur als die Abwesenheit von Licht. Also kam in unseren Augen nicht viel an, bzw. nach dem Invertieren mehr.
Heute ist das aber anders, wir haben "Durchsichtsvorlagen", d.h. das Licht kommt direkt aus dem Bildschirm und das auch noch mit dem 10-fachen Kontrastumfang. Hier ist es egal oder u.U. sogar umgekehrt. Deshalb halte ich eine Invertierung für nicht sinnvoll.
Aber jeder so, wie er möchte und glaubt, es besser wahrnehmen zu können. Ich persönlich störe mich auch an der Ästhetik. Wenn ich wissen will, was in einem Bild noch ganz schwach drinsteckt, dann kann ich es ganz einfach hochziehen und gucken.
VG ralf
 
das ist das Maxwell Gap und zwar, weil auf der langen Achse eben vor dem Dunklen noch ein wenig Graues ist. Zur kurzen Seite hin geht die Maxwellteilung dann in den "Schärfungshügel" des Beugungsrings über.

Hi Ralf,

coole Sache - offen gesagt hab ich vorher noch gar nichts gewusst von dieser Lücke. :-D Hab erstmal die Ringstruktur von den NASA-Bildern studiert und geschaut, ob es da was gibt in dem Bereich, das "passen" könnte. ;-) Schön zu wissen, dass doch noch so viel mehr Ringdetails möglich sind mit unseren Geräten!

Was die Barlows angeht, wo 2 × draufsteht, steckt u.U. auch 3 x drin. Meine 2x Abbe-Barlow reizte ich bis 2,7 x aus, ohne Probleme. Die von APM teste ich gerade, steht 2,7x drauf, aber bei kleinem Feld (Planeten) geht die bis mind. 3,4 x, vermutlich noch mehr. Die gute alte Okularprojektion ist auch in Vergessenheit geraten. Ein gutes Plössel-Okular schlägt viele billige Barlows.
Ach übrigens, ich bin gar kein Freund von waagerechten Planetenbildern ;-) bisschen Asymmetrie tut dem Auge gut. Das ist jetzt aber keine Kritik.
Dieses kleine APM-Ding hab ich auch tatsächlich - sieht bisschen aus wie ein Fingerhut... hab sie aber leider noch nicht wirklich einsetzen können. Was ich noch nicht ganz kapiert hab ist, wie genau man den Faktor erhöhen kann. Irgendwie durch veränderten Abstand zur Kamera bei der Montage? Und wie ermittelt man dann so genau, dass es statt angegebenen 2,7x dann 3,4x werden? Da bin ich aktuell etwas überfordert.
Vielleicht hast Du mal ein Bild von Deinem Aufbau bzw. dem Zusammenbau im Okularauszug.

Bislang hab ich immer die Televue Powermates verwendet in dem Vertrauen, dass diese qualitativ hochwertig genug sind (zumindest apochromatisch, heisst es).
Die Abbe oder auch Baader FFC würde mich aber auch sehr interessieren. Wenn sich mal eine Gelegenheit ergibt, schlage ich wohl zu.

Beste Grüße,
Peter
 
Hallo Peter,
die Gelegenheit für eine 2x Abbe kann ich dir bieten ;-)
Aber eins nach dem anderen :
Normalerweise kannst du den Abstand zur Kamera verlängern und die Vergrößerung/Brennweite wird größer. Die APM ist aber speziell, weil sie nicht nur vergrößert, sondern auch die Koma korrigiert. bei Newtons ja durchaus wichtig. Die Qualität der Komakorrektur ist aber abstandsabhängig. Es gibt einen besten Abstand, der liegt bei klassischen 55 mm zum Kamerachip. Ich habe aber noch einen ADC dazwischengeschraubt. Der Abstand ist jetzt 85 mm. Nicht optimal für die Ränder des Bildfeldes, aber ich habe einen kleinen Chip und in dem Feld noch eine ROI, also nutze ich nur den inneren Bereich. Ganz offensichtlich klappt das, denn ich habe Saturn und Titan gleichzeitig im Bildfeld und Titan ohne Koma, (die sich durch asymmetrische Beugungsringe bemerkbar machen würde). Um dann die Brennweite zu errechnen, brauchst du 3 Größen. Den aktuellen Durchmesser von Saturn in Bogensekunden (Vorsicht, wird oft ohne Ring angegeben), den Durchmesser in Pixeln – das musst du dann am Bildschirm ausmessen (Vorsicht bei gedrizzelten Bildern) die Größe der Kamerapixel. Dann Kommt eine Konstante dazu: 206265. Zuerst errechnest du die Bogensekunden pro Pixel. (Vorsicht, der Wert weiter oben ist falsch) Also, Saturn hat z. B. 200 Pixel Breite auf deinem Bild und ist aktuell 20" groß. Macht also 0,1" pro Pixel. Dann nimmst du diese komische Zahl und multiplizierst sie mit deiner Pixelgröße in mm. Ich glaube du hast 2,9 µm, das sind 0,0029 mm also 598. Den Wert teilst du durch dein Pixelverhältnis also 0,1. Du erhältst dann 5980 mm als Brennweite. Geteilt durch Öffnung ist die Blendenzahl.
Die Abbe-Barlow ist auch nur ein "Fingerhut" aber die wird von Baader schon so beschrieben, dass sie von 2x bis 3x verlustfrei funktioniert. Ich habe sie auch bei 3,5 x schon eingesetzt. Da ich noch einen FFC (von einem Freund) hier rumliegen habe, wäre die Abbe frei. Ob sich das für dich lohnt, kann ich nicht sagen, die APM gilt als sehr gut. Ich suche aber noch nach der Durchlasskurve bei 890 nm, um im Methanband filmen zu können.
VG ralf
 
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