Hallo Harald
Das kann sein. Hier kann jetzt diskutieren, ob man das Tubus-Seeing oder Local-Seeing nennt. Seeing ist es in jedem Falle.
Und wie willst Du das mit Lüftung zu 100% vermeiden???
Um eine Sache von deren Ursache und Wirkung umfassend verstehen zu können muss man Differenzieren, weshalb man auch in drei Arten von Seeing differenziert. Nur so kann man etwailige Störquellen beseitigen.
Eine solch undifferenzierte Antwort zeigt nur, dass du entweder nicht verstanden hast, dass mehrere Ursachen die gleiche Wirkung haben können, oder dass es dir eben auch egal ist, da ja eh alles nur Seeing ist, was auch zu deiner Haltung passen würde.
Nur ein zu 100% Tubus-Seeing-freies Teleskop kann auch die bestmögliche Leistung bringen. Einen Newton zu 100% frei von Tubus-Seeing zu bekommen ist keine Kunst. So ist ein korrekt gebauter/belüfteter Newton auch im Winter nach 30 min komplett frei von Tubus-Seeing.
Die Hauptmasse beim Kutter ist auch der Hauptspiegel, welchen man mit Lüfter eben so schnell runterkühlen kann, wie beim Newton.
Das Fangspiegelrohr beim 8" Kutter hat 90mm/D, das braucht auch keine 5h zum durchkühlen.
Nach ca. 1h mit Lüfter, sehe ich in meinem 8" Kutter lehrbuchmäßige Beugungsscheibchen.
Das bisschen Kontrast-Erhöhung durch Vermeidung von 15-20% Obstruktion steht einer wesentlich größeren Kontrast-Minderung durch Seeing-Probleme gegenüber. Es wird beim Kutter als an einer Stelle ein bisschen verbessert und im Gegenzug gewaltige Nachteile klaglos akzeptiert bzw. in Abrede gestellt oder fälschlicherweise als Mythos hingestellt.
Die Kontrastminderung bei 15% Obstruktion, was dann ein reiner Planetennewton wäre ist gegenüber dem Kutter zu vernachlässigen, was bleibt, ist das Streulicht der Fanspiegelhalterung, welche man im Kutter nicht hat.
Wo sollen den bitte Seeingprobleme auftauchen, wenn man alleine auf weitem Feld und Flur beobachtet und das Instrument durchgekühlt ist?
Für die Mythen legst du dich ins Zeug.
Ich zitiere mal die Homepage von AOK, Betreiber ist Beat Kohler:
"Die hohe Leistung wird nur durch die höhere Luftunruheempfindlichkeit bei den grösseren Geräten beeinträchtigt."
@Uwe: Wenn schon der Verkäufer der Geräte darauf hinweist, dann ist da wohl was dran, oder?
Vielleicht solltest Du Herrn Kohler mal anrufen und ihn über seine seit Jahren selbst hergestellten Kutter-Teleskope belehren.
Das du aus dem Zitat nur das Negative rausliest ist mir klar!
Ich hatte durch meinen Kutterkauf schon einige Gespräche mit Herrn Kohler, vielleicht solltest du dich mal mit ihm in Verbindung setzen, damit du dieses Zitat besser verstehst.
Vielleicht kann er dich von deiner Mission etwas abbringen.
Natürlich reagiert der Kutter mit seinem geöffneten Strahlengang anders auf seine Umgebung.
Wenn eine Person unter dem Strahlengang steht, ziehen die Warmluftschlieren durch den Strahlengang.
Wenn aber, sich jemand vor ein Newton stellt oder Refraktor hat man das gleiche Problem.
Für Sternwarten und Kuppeln mag das auch noch eher zutreffen.
Doch wenn das Instrument ausgekühlt ist, die Atmosphäre ein gutes Seeing hergibt und es weit und breit nichts gibt, was warme Luft durch den Strahlengang ziehen lassen kann, wieso sollte ich dann irgend ein Problem mit Seeing haben?
Warum kann ich überhaupt, selbst bei sehr hellen Sternen ein lehrbuchmäßiges Beugungsbild sehen?
Ich weiß nicht warum das keiner versteht, anscheinend nur die, die einen Kutter haben und auch damit umgehen können!
Fazit:
Ein Kutter war zu Zeiten von dessen Erfindung sicherlich eine gute Alternative zu den damals vorhandenen Planetenteleskopen, den Fraunhofern. Ganz einfach, weil die Fraunhofer eben noch viel länger bauen und einen Farbfehler haben. Ich halte heutzutage Kutter-Teleskope für antiquierte Liebhaberteleskope, jedoch keineswegs für besonders geeignete Planetenteleskope - hier gibt es deutlich leistungsfähigere Teleskope. Und ich meine nicht nur hochpreisige Apos, Herr Uwe.
Dein unsachliches Fazit, welches du nur aus Vermutungen und schlechten Erfahrungen heraus ziehst, ist schlicht falsch!
Seit es den Kutter gibt, wird dieser als Hochleistungsinstrument für die Planetenbeobachtung gehandelt, daraus sind einige weitere Untergruppen, wie Wolter, Yolo usw. entstanden, Bernd Flach Wilken und viele Andere wahren die ersten, die die Maßstäbe in der Planetenfotografie mit ihren Kutter und CCD setzten.
Das alleine sollte dir schon zu denken geben. Jeder Fotograf der Spitzenergebnisse liefert, wird dir bestätigen, das es zu einem guten Equipment auch ein gutes Seeing bedarf. Der PC kann zwar viel, doch um Spitzenergebnisse zu bekommen muss auch die Luft stimmen, doch dass stellst du ja systematisch dem Kutter in abrede.
Das nun auch lange Refraktoren für die Planetenbeobachtung nicht geeignet sein sollen ist mir neu.
Natürlich gibt es leistungsfähigere Teleskope, sie müssen nur eine größere Öffnung bei guter Justage und Qualität haben.
Jedoch visuell, wird es schwierig werden ein gleich großes Kutter zu Toppen.
Du weist, dass ich auch ein APO-Liebhaber bin, doch muss man auch so ehrlich sein, dass der APO ab 5-6" kein reales Kosten-Nutzenverhältnis mehr hat.
Wenn ich das Geld hätte, würde ich natürlich auch ein 8" APO haben wollen.
Gruß Uwe