Selbstbau eines Refraktors 5,6/400

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas KayAlf
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KayAlf

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Hallo zusammen. Schon seit längerem experimentiere ich mit diversen Fotoobjektiven als Refraktoren herum, u.a. auch mit einem T-NOFLEXAR 5,6/400 mm. Der bislang genutzte provisorische Aufbau hat doch recht brauchbare Ergebnisse gezeigt, die mich animiert haben, das Projekt weiter zu verfolgen. Die NOFLEXARE wurden zu analogen Zeiten von NOVOFLEX als sog. Schnellschuß-Objektive in verschiedenen Brennweiten angeboten, das T-NOFLEXAR 5,6/400 war aber das einzige 3-linsige Objektiv und ist von Typ her ein Cooke Triplet.
Hier mal der provisorische Aufbau:

T_NOFLEXAR_2.jpg


So war es an der Zeit, das Teleskop mal vernünftig unter Verwendung eines stabilen RAP-Fokussierers zu designen. Hier fiel meine Wahl auf den RAP2DEL von Wolfi, der einen sehr soliden Eindruck vermittelt. Gestern ist er nun eingetrudelt und ich bin sehr zufrieden mit der Qualität. Die zuvor mit der Technik bei Wolfi abgeklärten mechanischen Abmessungen habe ich dann nochmal im CAD mit dem Modell abgeglichen und die letzten Feinkorrekturen vorgenommen. Das Resultat ist nun ein handliches kleines Teleskop mit einem Triplet-Objektiv und 2" Anschluß.

T_NOFLEXAR_2D_1_kl.jpg


Der Backfokus ist mit 141,2 mm recht üppig bemessen, der Fokusbereich von knapp unter 33 mm beim RAP2DEL reicht gerade eben, um meine Okular-Palette zu bedienen. Zum Glück können M54 Verlängerungstuben angeschraubt werden, wenn es mal nötig wird. Ausgehend vom Fokuspunkt muss ich einen Bereich zwischen -20 mm (also zum Objektiv hin) bis +10 mm (also vom Objektiv weg) abdecken (das sind die konzentrischen Kreise beim Zenitspiegel in der Zeichnung).
Hier noch ein paar Imprssionen in 3D, halbtransparent:

T_NOFLEXAR_3D_1_kl.jpg


T_NOFLEXAR_3D_2_kl.jpg


Material für den Verbindungstubus zwischen Objektiv-Tubus und Fokussierer ist im Zulauf, ich schätze nächste Woche geht es ans Zerspanen. Ich habe zum Glück einen guten Freund und ehemaligen Kollegen (er war wie ich auch Kamera-Konstrukteuer bei Rollei), der eine gut ausgestattete Hobbywerkstatt hat. Wir wollen das Projekt zusammen durchziehen und bei Erfolg winkt ihm das 2. Teleskop, die Optik liegt dafür schon bereit.
Ich werde über den Fortschritt weiter berichten...

Viele Grüße Kay
 
Hallo Kay,

das schaut klasse aus.
Ich besitze auch ein T-Noflexar 5,6/400 in der 3-linsigen Version mit Balgen zur
Feineinstellung der Schärfe und für Makroaufnahmen. Novoflex bietet auch heute noch eine Vielzahl an
Anschlussringen an. Ich habe z.B. Contax/Canon, Pentax und M42 wodurch sich so ziemlich alles adaptieren lässt.
Am Pistolengriff befindet sich eine Schraube um den Anschlag von terrestrisch auf astronomisch Unendlich
zu verstellen.
Meist verwende ich es bei f/8 da die unglaublich vielen Blenden ein tolles Bokeh zaubern.
Wünsche viel Freude mit dem aussergewöhnlichen Teil.

Grüße Klaus
 
Hallo Klaus, danke für Deinen Zuspruch. Ich habe natürlich auch schon die weiteren Objektivvorsätze angeschaut. Der Vorteil meines kleinen Refraktors liegt darin, dass ich nur durch Anpassung des einen Drehteils auch die anderen Noflexare einsetzen könnte, sofern sie sich lohnen. Auf das 600er z.B. schiele ich ein wenig, hast Du eventuell Erfahrungen damit?
Weiterhin ist mir bei meiner Recherche im Netz aufgefallen, dass es eigentlich gar keine typische Schnittzeichnung oder ein Schnittbild durch die Objektive gibt. Mir ist zumindest bislang noch nichts über den Weg gelaufen. Aber vielleicht hat ja jemand, der hier mitliest, soetwas im Fundus oder kennt einen zielführenden Link. Ich würde mich sehr darüber freuen.
Viele Grüße Kay
 
Hallo Kay,

das 400er ist m.W. das einzige dreilinsige Objektiv wobei es eigentlich
ein Zweilinser mit Bildfeldebnung ist.
Beim 600er war mir die Anfangsblende von F/8 zu lichtschwach.
Wenn, dann verwende ich manchmal am 400er ein Zeiss C/Y Mutar II oder Kenko 2x CX Teleplus MC7
Es gab aber auch Objektivköpfe von Leica welche in diversen Fotoforen sehr gelobt werden.
Dazu hier:

Und zu Novoflex welche das Schnellschussobjektiv immer noch unterstützen:

Evtl. haben die auch Schnittbilder für Dich.

Und ein paar Tests:

Das Teil taucht eigentlich in fast jedem Fotoforum irgend wann einmal auf, oft mit der Warnung,
es bitte niemals z.B. bei Fussballspielen oder überhaupt in der nähe von Polizei etc.
zu verwenden. In den 70ern war es „die“ Sportoptik.

Viele Grüße Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
P.S. der Kenko hat für die 400er Optik einen etwas besseren Kontrast als die Zeiss Mutar.

CS Klaus
 
Hallo und guten Morgen, wenn ich es richtig überblicke, sind die Telyt-Objektive immer 2-linser. Preislich sind alle Telyt-Objektive deutlich oberhalb der NOFLEXARe...ich glaube, da muss mir erstmal eine Telyt in angemessenen Preisrahmen zulaufen, bevor ich damit experimentiere. Ich habe leider noch nie eins in der Hand bzw. vor der Kamera gehabt und kann ein Telyt daher nicht von der optischen Leistung einordnen. Hast Du Klaus eventuell Erfahrung mit einem Telyt oder einer der weiteren Mitleser?
Vielen Dank für weitere Hinweise und viele Grüße
Kay
 
Guten Abend, Ihr Astro-Optiker.

Hier tut sich gerade eine neue Welt für mich auf. Wieder einmal, es ist fast erschreckend ...

Holy cow! Cooler thread, das sieht echt gut aus! Und wie ich Euch Jungs kenne, funtionieren die ganze Kanonen auch. Was mich auf eine Idee bringt. Vor vielen Monden habe ich einem alten weißen Mann im Elsaß seine Leica-Ausrüstung abgekauft. Er war ein guter, mittlerweile verstorbener Freund von mir. Der Body war eine analoge SL2, den ich irgendwann verkauft habe, weil ich keine Diafilme mehr bekommen konnte.

Die Objektive fahren alle noch irgendwo in meinem Fundus 'rum. Darunter ist ein Tele mit 400 mm Brennweite (soweit ich mich erinnere). Ein Riesenrohr mit Schulterstütze. Das wollte niemand haben.

Aaaaber: könnte man da nicht was Feines draus bauen, um Sterne zu gucken? Kay, wenn ich mir Dein erstes Bild ansehe, erinnert mich das ziemlich an das große schwarze Teil, das hier noch irgendwo in einer (originalen) Schachtel schlummert. Ich gehe es mal suchen. Wenn ich es auf Anhieb finde - was schwer wird, ich bin vor einem Jahr umgezogen - mache ich mal ein, zwei Bilder und dann sehen wir weiter.

Tally ho!
Ursus leicii
 
... gefunden: es ist ein Leitz Telyt 1:6.8 400

P1310186.JPGP1310193.JPG

Das Objektiv hat 60 Millimeter Durchmesser. Aus wie vielen Linsen es besteht, kann ich nicht genau sehen.

Der Tubus ist insgesamt 370 Millimeter lang, er besteht aus zwei zusammenschraubbaren Teilen und lässt sich um ziemlich genau 60 Millimeter in Längsrichtung verschieben, wenn man auf einen kleinen Knopf drückt, der den Mechanismus sonst sperrt.

Wenn ich das Ding so sehe, dann vermute ich, dass es seinerzeit - vor 50 Jahren - ein halbes Vermögen gekostet haben muss. Und es ist nahezu ungebraucht. Glaubt Ihr, da könnte man etwas halbwegs Vernünftiges für die Reise draus bauen?

Ich selbst habe absolut keinen Plan, es würde mich aber interessieren, wie man ein Teleskop plant.

Any takers?

Schöne Grüße,
Urs
 
Moin,

kürzer als die Brennweite, also 4 Linsen, Tele-Design mit Front- und Hintergruppe...

CS Jörg
 
Hi Jörg,

eben nachgelesen: "Number of lenses/groups 2/1", "A simple two-element cemented archromat".
Produziert 1977.

Behalten und was draus basteln oder verkloppen?

Urs us
 
Guten Morgen ihr Macher :cool:
Wie cool ist es, wenn hier noch so ein paar Angefixte unterwegs sind ;)
@Ursus corpulentus : Für mich würde sich die Frage nicht stellen, ob verkaufen oder probieren, was rauskommt...auch wenn es sich 'nur' um einen 2-linser handelt. Einen Versuch ist es alle Male Wert und ich habe da schon schöne und angenehme Überraschungen erlebt. Ich bin glücklicherweise in der Lage, recht schnell einen funktionsfähigen fliegenden Aufbau zu realisieren, der einen ersten Eindruck der Optik gut vermitteln kann, siehe eingangs meinen 'fliegenden Aufbau' mit den Rohrschellen...
Ich würde es probieren und versuchen herauszufinden, wieviel Backfokus das Telyt im Original hat und ob man hinten am Tubus unblutig (also ohne maschinellen Eingriff) noch was vom leeren Tubus entfernen kann. Dann hast Du mehr Potenzial für Zenitspiegel / Prismen / ggf. sogar Bino...

Das Spielen und Pröbeln mit den Linsen macht auf jeden Fall Spass und der Zugewinn an Erkenntnissen zur Optik ist fast grenzenlos :y:

Also ran da...verkloppen kannst Du es später immer noch.
Viele schöne Momente wünsche ich Euch

Kay
P.S.: Ich habe bislang herausgefunden, dass es wohl bei den Telyt's nur eines mit 3 Linsen gab, alle weiteren waren / sind wohl 2-linser
 
Wenn man irgendwie mit dem Tubus was anfangen kann, dass man ein Okular dran bekommt - nur Versuch macht kluch...

CS Jörg
 
Und noch ein kleiner Nachtrag zum 3-linsigen Telyt: Telyt-S 6,3/800
Das gab es offensichtlich auch als Minolta gelabelt und war wohl richtig mächtig teuer und selten. Glücklich der, der so eines sein Eigen nennt :y:
Goldstaub eben...

Viele Grüße Kay
 
Guten Morgen, in aller Kürze (ich muss weg!),

danke für die Aufmunterung! Anbei ein Bild, das mir ein Freund aus Montana gemailt hat:

e6bc25dedba9425e93430e1143026890.jpg

So ungefähr lönnte ich mir das vorstellen.

Heute abend mehr, Grüße vom
Urs
 
Guten Morgen zusammen,

viel los momentan, ich habe fast keine Zeit zum Spielen und drüber Schreiben ...

Das Bild in letzten Post zeigt eine Konstruktion, die offensichtlich nur das Objektiv verwendet. Alles andere ist Astro-Selber-Bau. Das wäre die einfachste Möglichkeit, zumal die Fokussierung des Originalobjektivs über eine Schiebehülse in der Mitte des Tubus' (mit 60 Millimeter Weg) erfolgt. Ob diese Konstruktion für Astro-Zwecke sinnsoll ist, weiß ich nicht, ich bezweifle es aber.

Dieses Bild

P1300864.JPG

zeigt eine Konstruktion von Harald Richter, der ein Asiola-Objektiv in einen vorhandenen Tele-Tubus eingeschraubt hat. Er verwendet praktisch nur die "Infratsruktur" und ein separates Objektiv.

Erneut stellt sich somit die Gretchenfrage: wie hälst Du's mit der Originalität? Lohnt es sich, ein 300 Euro "schweres" Originalteil für eine Bastelei zu zerlegen? (Ob es ohne Sägen geht, weiß ich noch nicht).
Lust hätte ich ja, schon allein im Hinblick auf die potenziellen Nervensägen-Käufer im Netz, die an allem etwas rumzumäkeln haben ("... da ist aber Staub drauf!").

Kommt, Leute, überredet mich!
Ursus dubius
 
Guten Morgen zusammen,

viel los momentan, ich habe fast keine Zeit zum Spielen und drüber Schreiben ...

Das Bild in letzten Post zeigt eine Konstruktion, die offensichtlich nur das Objektiv verwendet. Alles andere ist Astro-Selber-Bau. Das wäre die einfachste Möglichkeit, zumal die Fokussierung des Originalobjektivs über eine Schiebehülse in der Mitte des Tubus' (mit 60 Millimeter Weg) erfolgt. Ob diese Konstruktion für Astro-Zwecke sinnsoll ist, weiß ich nicht, ich bezweifle es aber.

Dieses Bild

Den Anhang 339413 betrachten

zeigt eine Konstruktion von Harald Richter, der ein Asiola-Objektiv in einen vorhandenen Tele-Tubus eingeschraubt hat. Er verwendet praktisch nur die "Infratsruktur" und ein separates Objektiv.

Erneut stellt sich somit die Gretchenfrage: wie hälst Du's mit der Originalität? Lohnt es sich, ein 300 Euro "schweres" Originalteil für eine Bastelei zu zerlegen? (Ob es ohne Sägen geht, weiß ich noch nicht).
Lust hätte ich ja, schon allein im Hinblick auf die potenziellen Nervensägen-Käufer im Netz, die an allem etwas rumzumäkeln haben ("... da ist aber Staub drauf!").

Kommt, Leute, überredet mich!
Ursus dubius
Hallo Ursus, es plagen Dich Zweifel? Warum? Ist doch immer eine Frage der Investition im Vorfeld. Durch einfaches dahinter-Halten eines Okulares kannst Du schon mal in etwa die Lage des Fokuspunktes abschätzen. Ein Blick hinten in den Telyt-Tubus zeigt Dir, ob das nur ein 'Ofenrohr' (also ohne optische Bauteile) ist. Meist sind die langen Metalltuben dann auch noch in kürzere Stücke aufgeteilt, denn Tuben ab einer bestimmten Länge sind einfach schwerer zu fertigen. Beim 500mm Beroflex (die legendäre Wundertüte) z.B. ist der Tubus hinter der Stativklemme geteilt und kann einfach abgeschraubt werden. Das gibt nochmal richtig zusätzlichen Platz (Backfokus) für Zenitspiegel und dgl.
Der Pluspunkt beim NOVOFLEX T-Noflexar 5,6/400, so wie ich es verwenden möchte, liegt genau im modularen Aufbau des Systems. Hier kann man den Optik-Satz mit zugehöriger Iris-Blende einfach vom Rest des Fotoobjektiv-Tubus, der eigentlich auch nur noch ein leeres Rohr mit Griff ist, trennen und an einen anderen Tubus und Fokussierer dranbauen, siehe meine Zeichnungen.
So ähnlich, vermute ich, wird es auch beim Telyt funktionieren, wie auch das Bild Deines Freundes aus Montana zeigt. Wahrscheinlich ist der hintere Tubusteil auch vom Objektivsatz abtrennbar.
Hier nochmal zur Verdeutlichung ein Systembild zur Konfiguration der unterschiedlichen Noflexare...
System Noflexar
Der Tubus mit dem 'Pistolengriff' bleibt immer der gleiche, nur die vorderen Objektivsätze werden gewechselt, je nach gewünschter Brennweite. Und ich vermute, auch das Leitz-System zum Telyt wird ähnlich aufgebaut sein.

Wie oben schon von Optikus gesagt, Versuch macht kluch :)

Viele Grüße Kay
 
Hallo,

ich noch mal. Das "w" bitte durch ein "s" ersetzen > also. Das "r" bei den Lateinern war aber kein Versehen.

CS Gerhard
 
Ihr habt gut reden, Männer ... eben habe ich ein nahezu unbenutztes Leica Teleobjektiv zerlegt.

Erinnert Ihr Euch an Beaker aus der Muppests Show?
"Mi-mi-mi-mi-mi ..."

Das Stückchen Tubus, wo das Objektiv drin ist, habe ich aufs Balkongeländer gelegt und mich freihändig mit einem Okular in der Hand dahinter gestellt. Ich komme relativ problemlos in den Fokus. Dann zwei der abgebauten Segmente ineinander geschoben (die Durchmesser passen richtig gut, das Ganze sieht aber echt Schei$$e aus), einen Zenitspiegel in den Bajonettverschluss gesteckt und siehe da: plötzlich liegt ein sehr kompaktes 60/400er Reiseteleskop vor mir auf dem Tisch.

Zweite Idee: das Objektiv abschrauben und mit einem komplett neu zu fertigenden Tubus "vermählen"; sieht viiieeel schöner aus, als dieses löchrige, schwarze "Mittelgebirge" aus Alu.

Ich habe noch einen schönen kleinen OAZ hier rumliegen, den ich verbauen könnte. Ich glaube, jetzt geht es ans Zeichnen. Muss ich (wieso eigentlich?) irgendwo eine Blende einbauen?

Schöne Grüße,
Urs
 
Hallo Ursus, na also...geht doch :y:

Zeig doch bitte mal ein Foto vom fliegenden Holländer, ich würde gerne sehen, wieviel Platz hinten ist. Eine Blende im Tubus wäre sicherlich hilfreich, beim Noflexar habe ich sogar die originale Iris-Blende mit im Tubus und kann das Öffnungsverhältnis damit noch variieren. Schau mal ob das Telyt auch vorne am Tubus die Blendenverstellung hat.

Oha...der Ursus verfällt dem Basteltrieb ;)
Viele Grüße Kay
 
Hallo zusammen,

da gab es vor ein paar Jahren einen nette Thread hier im Forum
bzgl. dem Umbau eines Beroflex 500mm F8 zu einem kleinen
Teleskop.


Dies nur zur Info ... ;)

Gruß Tom

PS.: hatte das nachgebaut für die Kids - am Mond hat das Teil wirklich eine gute Figur gemacht.
 
Hallo zusammen, es gibt neues aus der Bastelecke...am Mittwoch (09.08.23) war ich zu Besuch bei meinem ehemaligen Rollei-Kollegen und Freund, der mir den Verbindungstubus zwischen Noflexar und Fokussierer dreht, bzw. mittlerweile gedreht hat :)
Es war die Zeit für's First Light gekommen. Also alles am Tisch bei ihm zuhause vorsichtig zusammengeschraubt und dann das fertige Teleskop in meine schon weiter oben zu bewundernden Universal-Schellen meines provisorischen Aufbaus gebaut. Dann alles zusammen auf die Montierung gesetzt, Okular und Zenitspiegel rein und den nächsten Strommast angepeilt...der Anblick bzw. Durchblick entlockte mir dann doch ein nicht zu überhörendes 'Boahhh, wie g... ist das denn...'. Viel weniger als erwartet fielen die bei F5,6 naturgemäß noch leicht sichtbaren Farbränder an den Kontrastkanten auf, das Bild war schön scharf und eine Bildfeldwölbung war auch kaum auszumachen. Alles in allem also vollste Zufriedenheit und ein schönes Gefühl, dass die theoretischen Vorüberlegungen und die Konstruktion so gut geklappt haben.
Auch die vorherige Messung der Fokuslagen meiner Okulare war genau richtig.
Und ein richtig gutes Feature ist die vorne im Tubus eingebaute Blende vom Noflexar...moderat auf 8 - 11 abgeblendet verschwinden dann auch die restlichen Farbsäume. Damit wäre das Teleskop dann auch gut für Mond, Sonne und Planeten nutzbar.
Eine kleine Stelle innen im Tubus musste noch weiter ausgedreht werden, hier kollidierte noch die Zahnstange vom Fokussierer mit der Innenwand des Tubus.
Der Tubus ist innen geriffelt, nach dem nun anstehenden Eloxieren wird zusätzlich innen noch schön schwarz matt lackiert.

Hier der aktuelle Stand beim First Light:
IMG_20230809_172112_kl.jpg


Mein Freund ist natürlich genauso angefixt von dem schönen Teleskop wie ich, zum Glück habe ich ihm ja noch einen 2. Optik-Satz gesichert, den wir nun für ihn aufbauen werden.
Es wird sicherlich nicht langweilig :cool::cool::cool:

To be continued....
Viele Grüße Kay
 
Moin Kay,

schöne Arbeit!

Interessant an dem System finde ich, dass es ja noch das 600mm f8 Noflexar gibt, dass zwar nur ein Achromat ist,
aber auch an dem Blendensystem (PIFAS) anschraubbar ist - dürfte sich also am restlichen Aufbau nichts ändern.

Gelegentlich tuachen diese Objetive ja auch einzeln in den bekannten Verkaufsportalen auf.

Gruß und cs
Tom
 
Hallo Tom, ja, das 600er steht auch schon auf der Wunschliste und ja, es ist sehr einfach gegen das 400er austauschbar. Das war auch mit eine Bedingung beim designen des Tubus.
Aber ich besitze auch eine Mikroskop-Vorsatzlinse von einem Olympus Stereomikroskop, diese ist auch als Negativlinse ausgeführt und hat beidseitig M48 (1x innen, 1x außen) Gewinde. Natürlich hatte ich die beim First Light mit dabei und gleich mal vorne in den Stecktubus des Celestron 2" Zenitspiegles geschraubt. Bei dem Abstand liegt der Barlow-Faktor irgendwo zwischen 1,6 und 1,75, das werde ich beim zusammengebauten Noflexar dann mal mit einer 10x Skalenlupe genauer ermitteln. Auf jeden Fall machte das Teleskop auch mit dieser (Vorsatz-) Barlow-Linse eine ordentliche Figur. Es gibt so viele schöne Spielwiesen und Experimente...leider ist dazwischen immer die Wartezeit auf die neuen Teile :oops::oops::oops:

Aber das übt in Geduld...
Viele Grüße Kay
 
... gugst Du ...


Gruß Tom

PS.: ... und nein, ist nicht von mir oder von nem Bekannten ... ;)
 
Danke...schon einmal ein guter Hinweis zum Marktpreis...aber wie gesagt, erst folgen die Versuche mit der Olympus-Barlow...das ist irgendwie handlicher als ein 2. Noflexar Linsensatz.
Viele Grüße Kay
 
Hallo in die Runde,

ich hab das Thema ab und an schonmal überflogen und bin echt von der idee begeistert, es sieht einfach so gut aus und wenn die Abbildung und die technischen Spielereien erst noch dazu kommen ?

Als ich dann den Startpost nochmal gelesen habe bin ich dann beim Cooke Triplet hängen geblieben, damit hattest du mich, ich fürchte es steht eine Anschaffung bevor ?

Werde den Umbau auf jeden Fall weiter gespannt folgen.

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
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