Hallo Kurt und Leute,
vielleicht liest Harrie ja mit, dann könnte er uns sagen, von welchen Grundannahmen er beim Auge beim Verfassen der Grafik ausgegangen ist.
Diese Annahmen fände ich schon wichtig, da ansonsten in der gesamten Betrachtung meiner Meinung nach von einem "Spezialfall" auszugehen wäre, nämlich von dem, dass man den Strehlwert des Auges bei jeder aufgelisteten AP gleich 1,0 setzen müsste, damit man die Abhängigkeit allein am Seeing und der verwendeten Teleskopöffnung festmachen könnte.
Viele Menschen haben selbst bei 3 mm Pupille einen Strehlwert deutlich geringer als 0,8 und auch bei 2 mm erreichen viele keinen Wert darüber. Das kenne ich aus Befragungen bei der Fa. Rodenstock, bei denen ich wie weiter oben erwähnt, meine Augen sehr intensiv habe vermessen lassen. Desweiteren habe ich noch folgende Quelle nach etwas Recherche gefunden:
RMS-Analyse gesunde Augen
In dieser Dissertation der Uni-Thüringen wurden Wellenfrontmessungen von augengesunden und beeinträchtigten Personen gemacht. Vielleicht kennt ja jemand Quellen, die von einer signifikant größeren Gruppe ausgehen.
Demnach erreichten gesunde Augen (Stichprobe 40 Messungen) über unterschiedliche Altersgruppen hinweg, einen RMS-Wert nach Wellenfrontanalyse der Augen von 0,059 Mikrometern bei 3 mm und 0,113 Mikrometer bei 4 mm Pupille. Wenn ich das auf "Strehlwert" umrechne komme ich selbst bei 3 mm näherungsweise auf einen Wert von nur knapp ca. 0,6. Hoffentlich habe ich mich nicht verrechnet. Entscheidend sind Fehler höherer Ordnung, die sich nicht korrigieren lassen. Die Fehler bei 4 mm sind um den Faktor ca. 2x größer, bei 5 mm Pupille ca. 3,5x größer als bei 3 mm.
Dies hat zur Folge, dass die Wellenfront des Lichts beim Eintritt ins gesunde Auge hauptsächlich von Fehlern höherer Ordnung gestört wird und das umso mehr, je größer die Pupille ist. Das macht sich besonders bei größerer AP und größerer genutzen Fläche der Pupille bemerkbar und muss m.E. in unserer Gesamtbetrachtung mit berücksichtigt werden. Ignorieren kann man das nicht, da diese Fehler größer als 0,8 Strehl sind.
In unserer Betrachtung hat diese Fehlergröße der Wellenfront Einfluss v.a. bei Teleskopen ab ca. 20 - 24" und größer. Im 24" habe ich ja beispielsweise bei 150x eine AP >4 mm und es wird eine entsprechend große Fläche der Pupille genutzt.
Viele Grüße
Werner