Hi Heiko,
ich hatte letztes Jahr etwas zu diesem "Flickering" geschrieben ... dort habe ich auch die Verfahren erläutert. Du kannst jedes Frequenzanalytische Verfahren zur Untersuchung nutzen. Also auch FFT - aufpassen muss man dabei, dass Lücken in der Beobachtung zusätzliche Frequenzbeiträger liefern (Aliasing).
T CrB Simulation des Sternwindes - allgemein zu Flickering
Wichtig ist, dass man in der Darstellung dann sowohl die Intensität wie auch die Frequenz (oder umgekehrt die Zeitskala der Variation) logarithmisch zeigt.
So erkannt man das Potenzgesetz
S ∝ f ^(-β)
Im Französischen Forum untersuchen sie die Lichtkurve und man sieht, dass es gewisse Trends gibt, die dann ein Auf-und-Ab modulieren. Diese Skalen reichen dann einige Tage oder Wochen lang.
Die Interpretation des gemessenen Faktor Beta zielt dann entweder auf die Variation der Intensität des abströmenden Sternwindes oder aber man verbindet das Flickering mit den Geschehnissen in der Akkretionsscheibe.
Dies pass gut zu den Physik dieser Scheiben, da diese ein Paradebeispiel dafür sind, wir durch Reibung Drehimplus nach außen und Material nach innen transportiert wird. Dieses "Transportphänomen" findet man auch bei Akkretionsscheiben, die in der Zentrum aktiver Galaxien wirken - natürlich höher skaliert, aber es wirkt das gleiche Prinzip. Die Scheibe regelt den gravitativ angetriebenen Massenzustrom in Zentrum - bei TCrB also in Richtung des Weißen Zwergs.
Es gibt es schönes Alltagsphänomen, wo man dieses Prinzip sehen kann - bei "Schüttgütern" - der Physiker sieht da die nicht-lineare Dynamik stochastischer Prozesse. Wenn man Sand herabrieseln lässt, so bildet sich ein Kegel. Dessen Flankenwinkel wächst an, und bei einem bestimmten Wert zeigen dich dann Lawinen, die Sand nach unter transportieren und dabei den Winkel etwas verkleinern. Durch die Zufuhr von Sand (von oben) fluktuiert dieser Winkel um einen Mittelwert. Dahinter steckt die Selbstorganisation des Material, das dann auch bestimmte Muster entstehen lässt. Dabei treten auch die typischen Skaleneffekt auf, es gibt viele kleine und nur wenig große Lawinen. Deren Verhältnis drückt das obige Potenzgesetz aus.
Überträgt man das nun auf die Akkretionsscheibe in T CrB bedeutet dies, dass der Zustrom von Sternwind in der Scheibe auch einen Transport-nach-Innen-Mechanismus bewirkt. Es kann dabei zu Verdichtungen in der Scheibe kommen, so dass einmal kleinere und größere "Spots" gibt, die nach innen rutschen. Durch die resultierenden "Stoßvorgänge" (die es geben muss, weil der Drehimpuls den direkten Zustrom zum WD verhindert) gibt es dann verschieden helle Emissions-Peaks. Und da die Spots in der Größe variieren, variieren auch die Peak-Helligkeiten. Mit diesen verschiedenen Helligkeiten sind dann auch verschieden lange "Abklingzeiten" verbunden, also ein unterschiedlich lange dauerndes Verdunkeln der aufblinkenden Spots. Und diese verschieden lange Spot-Zeitskalen ergeben dann zusammengenommen das beobachtete Flickering
Somit die die messbare Größe Beta eine Maßzahl für die Dynamik in der Scheibe. Die genau Interpretation ist schwierig - sicherlich spielt die Masse der WD eine Rolle, wie auch die aktuelle Roche-Füllgrenze.
Aber bevor ich hier etwas zu weit "off-topic" gerate, stoppe ich hier
Schöne Grüsse,
Michael