Re: Swaro 12 x 50 + Leica Ultravid 12 x 50
Hallo eckyyy-besten Dank für die Einschätzung, die ich gänzlich nachvollziehen kann.
Dennoch habe ich einige Anmerkungen hinzu zu fügen, wenn es erlaubt.
ich hab mich vor rund 1-2 Jahren für das Leica und gegen das Swarovision entschieden
Das Swarovision ist m.W. erst lt. Pressemitteilung vom 19.01.2011 im April auf dem Markt gekommen. Von welchem Swaro sprichst du? Ein Vergleich hat wohl demnach erst nach dem Leica Kauf statt gefunden, nur die objektive Wahl konnte ja zum Zeitpunkt von vor 1-2 Jahren nicht zwischen den besprochenen Gläsern gewesen sein.
.. im absoluten HI-End Bereich der Binos eine Besser/Schlechter Definition nicht mehr so einfach möglich-so finde ich jedenfalls
Ja, dass sehe ich genau so. Wahrnehmen tun wir wohl alle das Selbe, in der Verarbeitung dessen sind wir wohl aber unterschiedlich. Und das ist der springende Punkt. Und so spielt am Ende der persönliche Geschmack eine große Rolle.
Nehmen wir z.B. den für das Swaro 10x50 typischen leichten Globuseffekt. Den einen stört es, den anderen nicht, weil dieser bei dem einen oder anderen Beobachter die Konzentration mehr oder weniger auf sich zieht.
Nehmen wir die den Leica Gläsern so eigens wesentliche Farb/Kontrastwiedergabe. Ich habe 2 Leica Gläser hier, ein Swaro und in den letzten Monaten viel mit diesen Eigenschaften hantiert. Noch gestern war ich im Tierbereich unterwegs und bin immer wieder über die Farbsättigung und deren Kontrast der Leicis überrascht. Vor allem im roten Bereich spielen die Leica Gläser hier auffällig auf.
Doch:
Wenn ich das mit dem Swaro vergleiche, muss ich dem Swaro eine "natürlichere" Farbwiedergabe attestieren. Da ist die Intensität der Farbe wie sie ist, nicht mehr und nicht weniger. Jetzt besteht eben die Möglichkeit, dem einen oder anderen Glas diese Eigenschaft zum Vor-oder Nachteil aus zu legen. Je nachdem, welchen Standpunkt der Betrachter ein nimmt. Wenn ich ehrlich bin, mir gefällt beides
Für dich alls Mittenbeobachter spielt die Randzone eine wohl nicht so gewichtige Rolle, da deine subjektive GF Wahrnehmung nicht für das Objekt gewichtet. Das ist aber nicht bei allen Menschen so. Beobachter mit einem nicht so guten Visus und geschwächter Akkomodationsfähigkeit/breite, wird die Randzone auffälliger. Und genau hier kommt das Swaro oder die Nikon EDG (und wie ich gelesen habe auch ein paar andere auf dem Markt) ins Spiel.
- ...... ist auch nicht gerade absolut "randscharf" wie die Werbung sagt.......
- Was die perfekte Schärfe auf der optischen Achse angehrt, Jupiter und seine Monde hab ich allerdings noch nicht durchs Swarovision gesehen...
welches Modell?, siehe Frage oben.
Oh doch, ist es und das in einem nicht unerheblichen Maß.
Ich habe bis heute Morgen 3 Uhr in der früh für meinen Bericht Mond und Jupiter beobachtet. Mein Notizbuch spiegelt egal wo sich Jupiter im GF befindet ein einwandfreies Bild wieder. Keine Verzeichnung, zum GF Rand hin ein marginaler Hauch Gelb und Blau, innen außen, wie Leica, nur verschoben und früher einsetzend. Wenn überhaupt auf einer Skala von GF Duchmesser 10, würde ich den Schärfeabfall mit ~ weniger als 0,2-0.5mm beschreiben (wird noch vom Stativ aus erneut "gemessen). Kaum wahrnehmbar. Da fallen die Leica sofort raus. Und Sirius als sehr gutes Referenzobjekt brachte keine besonderen Auffälligkeiten.
Die Randzone, nicht unerheblich für stationäre Beobachter (Stativ) von Tieren oder Himmelsobjekten, die z.B. zeichnerisch erfasst werden sollen. Denn hier musst das GF bis zum Rand einsehen und die Beobachtung dokumentieren. Beim Leica kannst die unscharfe Randzone "rausfokussieren" [Bildfeldkrümmung (?)]. Dies entfällt beim Swaro gänzlich! Für vorgenannte Beobachtungspraxis nicht unerheblich, sie unterbricht die Konzentration nicht. Das Swarovski hat auch in der Bildhelligkeit mehr Punkte auf dem Konto, nicht viel aber dennoch. Für die Sicht in einem Schattenbereich ergibt das im Grenzbereich mehr Informationen. Swaro hat hier ganze Arbeit geleistet.
Wie du siehst, man kann sehr unterschiedliche Sichten auf die Dinge werfen und doch zu einem gemeinsamen Siegerergebnis kommen. Beide Gläser (und andere) können sich krönen, in ihren Disziplienen, je nach Anwendergewichtung.