Teleskop für Fotografie

Skydancer

#1
Hallo. Ich bin neu hier und Anfänger. Bin auf der Suche nach einem Teleskop mit dem ich mit meiner Eos600d Fotos von Planeten machen kann. Budget Mässig wären jetzt erstmal bis 300 Euro angesetzt. Was könntet ihr mir empfehlen?
 
#2
Hi Skydancer,

Ich bin neu hier und Anfänger. Bin auf der Suche nach einem Teleskop mit dem ich mit meiner Eos600d Fotos von Planeten machen kann. Budget Mässig wären jetzt erstmal bis 300 Euro angesetzt. Was könntet ihr mir empfehlen?
Planeten fotografiert man nicht mit der DSLR. Da hast nen überbelichteten Punkt und drumrum 4000x3000 schwarze Pixel. :(

Für Planetenfotos nimmt man "Planetenkameras", die per USB Kabel mit einem Laptop verbunden sind und von dort aus gesteuert werden. Um scharfzustellen, guckt man sich auf dem Laptopbildschirm das Livebild der Kamera an. Hat man scharfgestellt, klickt man auf "Videoaufnahme". Man braucht auch viel Brennweite. So ab 3 Meter kriegt man dann schön Einzelheiten auf der Planetenoberfläche. Man nimmt nicht blos 1 oder 2 Bilder auf sondern tausende in einem Video. Dabei sollte das Teleskop auf einer parallaktischen Montierung sitzen, die kräftig genug für das Teleskop ist und auf den Himmelspol eingenordet. Und damit der Planet bei der starken Vergrößerung nicht sofort aus dem Gesichtsfeld der Kamera rausläuft, sollte die parallaktische Montierung auch elektrische Motoren an den Achsen haben und eine Steuerung, mit der man kleine Abweichungen korrigieren kann.
Das Video mit den tausenden Bildern wird dann in eine Software gekippt, die automatisch die Bilder analysiert und die scharfen davon (je nach Luftturbulenz zwischen 5 und 75%) dann subpixelgenau übereinander legt, um das Rauschen wegzumitteln. Dieses Summenbild wird dann anschließend mit einem weiteren Programm geschärft, die Farbe und der Kontrast optimiert.

Für die angepeilten 300 EUro kriegst
- entweder so ne Planetenkamera
- oder eine gute Barlow-Linse mit der Du aus einem Teleskop mit 1 Meter Brennweite die notwendigen
3 Meter machst
- oder eventuell eine gebrauchte parallaktische Montierung ohne Motoren/Steuerung
- oder eventuell eine gebrauchte Steuerung samt Motoren
- oder die Stromversorgung für die Montierung und den Laptop im Feld
- oder ein gebrauchtes Teleskop

aber mit Sicherheit nicht alles zusammen. :(

Es tut mir leid, aber da hast Du völlig falsche Vorstellungen, was das Equippment kostet und was da an Aufwand für ein Planetenfoto drinsteckt. Zudem sind die Planeten die nächsten Jahre in einer sehr tiefen Position am Himmel, da gelingen eher selten gute Fotos.

Was für 300 Euro geht ist ein gebrauchtes Dobson-Teleskop, statt Okular die DSLT mit nem 2" Adapter in den Okularauszug und mit viel Glück halbwegs scharfe Schnappschüsse vom Mond machen...
 
#3
Hi Skydancer,
das ist eine coole Auflistung von Sternenfee, finde ich.
Es klingt vll wie ein Schlag in die Magengrube, aber es ist auch ein Stück Hoffnung drin versteckt.
Zudem sind die Planeten die nächsten Jahre in einer sehr tiefen Position am Himmel, da gelingen eher selten gute Fotos.
Das ist so. Und das gibt Dir Zeit zum Sparen.


Von wo aus würdest Du denn die Planeten fotografieren wollen? Von einem hohen Berg aus mit freier Sicht nach Süden? Dann gäbe es schon realistischere Möglichkeiten... auch mit Canon oder mit Smartphone, durch's Okular und mit Barlow (Vergrößerungslinse).
Diese Möglichkeiten haben nichts mit Perfektionsmismus zu tun und die Ergebnisse würden Dich vll sehr demotivieren, weil sie nicht so aussehen wie die, die man in der Zeitung sieht. Oder Deine Ergebnisse werden Dich zu mehr €€-Investition treiben ;) Und dann wär's ja schade, wenn das sowieso enge Budget bereits ausgeschöpft ist.


Hier ein Beispiel, immer vorausgesetzt, dass Du von einer erhöhten Position mit freier Sicht nach Süden fotografierst:

Jupiter 2015/02/08

Im Foto steht schon drin, welche Geräte benutzt wurden.
Im Gegensatz zu Sternenfees richtiger, aber doch auch perfektionistischer Schilderung, hat der User keine motorisierte Nachführung verwendet. Sondern nur einen 40 Sekunden langen Film gedreht, während der Planet von einem Rand der Kamera-Live View zum anderen Rand wanderte. Den Film hat er später mit einer Software bearbeitet, deren Name auch in den Fotodetails unten drunter steht.
Das verwendete Teleskop "114/900" und die "2x Barlow" sind natürlich seeeehr wichtige Details.


Das gibt's sogar für fast neu von Baader / Celestron auf der Schnäppchenliste unter dem Namen "PowerSeeker 114 EQ NewtonReflektor " für 159€. In diesem Paket mit 3x Barlow... 3x statt 2x vergrößert stärker und dieses verringert die mögliche Filmdauer, bevor der Planet aus der Live-View gewandert ist... aber im Prinzip ist es damit ebenfalls möglich. (Nicht "perfekt" - und wegen der niedrigen Planeten-Bahnen zur Zeit auch eher von erhöhtem Standort...)
Wenn's die Canon sein soll, braucht man noch einen Adapter, mit der man sie im Okularauszug befestigen kann: diese 2xBarlow für hier 40€ hat so ein "T2-Gewinde": T-Adapter/Barlow Linse 1-1/4 Zoll mit T-2 Gewinde
Und an der Canon musst Du das Gegenstück dazu anschrauben, einen von diesen hier für Pi mal Daumen 40€
Deine Canon ist sicher recht schwer für den sog. Okularauszug dieses Teleskops, also den Teil, der vorne aus dem Tubus herausragt. Kannste probieren. Falls es gar nicht geht, ist ein Smartphone mit einer Halterung angebracht tatsächlich auch eine Option, jedenfalls bei Planeten!

Falls Du das mit den Planeten erst mal lassen willst, weil deren Umlaufbahnen für uns hier gerade recht ungünstig sind, steht auf der Liste unter dem "Powerseeker 114" noch ein ganz anderes, mit dem Du in die "wide field" Astrofotografie einsteigen könntest: "Celestron AstroMaster 130 EQ MD Newton-Reflektor" . "Wide field" = Sternenfelder, die märchenhaften Pleiaden z.B. den Orionnebel..
Das Stativ, die sog. "Montierung" ist motorisiert. Und das Teleskop ist wie ein Licht-starkes Teleobjektiv zu betrachten.
Der Spass dabei wäre, die Canon da vorne an den Okularauszug dran zu hängen. Statt des Barlow-Adapters von oben suchst Du Dir eine nackte T2-1,25 Einsteckhülse - und den Canon-seitigen T2-Adapter von oben braucht es auch.

Voilà, das sind Deine Möglichkeiten mit Deinem Budget. :)

Nicht perfekt. Weit entfernt. Aber auch nicht unmöglich. Und nachts unter den Sternen zu stehen, zu lernen sich am Himmel zu orientieren, hinterher am Computer mit Software zu fentern und bei der Nachbearbeitung Dein eigenes Hubbel-Teleskop zu entdecken...
Das macht alles wirklich Spass.

Es muss nicht perfekt sein.

Es sei denn, Du willst es perfekt. Dann kostet es aber auch n Zacken mehr als 300€. :):)
 
#4
Nun ich weis nicht wie eine 650d aufnimmt.
Bei der 1200d kann ich auch filmchen in HD und 30b/sek aufnehmen.
unter HD gehen auch 60/sek.
Ist nicht vergleichbar mit Planetencams, aber sollte auch gehen. Wäre ein Anfang.

Mondbilder könnten auch ohne Filmen klappen ... also nur knipsen.
Die Belichtungszeit ist in der Regel kurz genug bei so viel Licht.
Bei Iso 100 ca 1/125
Aber dafür braucht es dann ein ruhiges Seeing und nen hochstehenden Mond.

Die benötigte Brennweite könnte auch ein Mak her geben.

Aber ja .... 300€ passen definitiv nicht.
Nur für die Optik ja ... aber mit Monti eher nicht.

Gruß
Markus
 
#5
Hallo Skydancer,

ich kann mich nur "Fee" und Markus anschließen.
Ich bin seit gut einem Jahr in diesem Hobby tätig und somit auch noch Anfänger.

Ich hatte Anfangs auch die Astrofotografie in's Auge gefasst, dann aber recht zügig gemerkt, das ich da gleich mit zwei Hobbies gleichzeitig anfange. Astronomie und Fotografieren. Und dann auch noch ganz spezielle Objekte, unter ganz speziellen Bedingungen.
Klar halt ich mal gelegentlich das Smartphone an das Okular und mache einen Schnappschuss vom Mond, Saturn oder Jupiter. Wobei das "freihändig" allerdings eine arge Fummelei ist.

Also die Astrofotografie erst mal hinten angestellt und den Fokus auf das rein visuelle Beobachten gelenkt und da hab ich genug zu lernen, zu erfahren und mich mit den Instrumenten auseinander zu setzen.
Lernen sich am Himmel auszukennen. Zu wissen wo ich was finde. OK, bei Planeten, IMHO, hat man das recht schnell raus. Aber den ausgesuchten Planeten dann, bei hoher Vergrößern, schön manuell Nachführen verlangt Übung.

Für mich reicht das rein Visuelle, für den Anfang, vollkommen.
Die Technik der verschiedenen Teleskopbauarten, wie funktioniert welches, was kann ich erwarten usw. usw.
Die verschiedenen Montierungen. Computergestützt oder nicht. Einnorden.
Dann die verschiedensten Okulare, Filter, Barlow, Adapter, Hülsen usw. usw.
Ich experimentiere noch viel rum. Z.B. welches Okular an welchem Instrument unter 1,25" oder lieber doch unter 2"??
Welchen Filter wann und wofür.

Astronomie ist ein tolles Hobby. Ich hatte schon tolle "Wow-Erlebnisse".
Geh es langsam an. Du wirst belohnt.
Das erste mal den Saturn mit seinen Ringen, das war was!! Dann später, Tage später, wieder den Saturn und seine Ringe, aber diesmal mit der Cassini-Trennung, wow.
Das gleiche bei Jupiter. Die Monde. Die Bänder und dann, auch später, der GRF, klasse.
Oder immer wieder den Mond.

Und dann vor kurzem, Orion-Nebel (M42), Andormeda-Galaxie (M31), Maia-Nebel (NGC 1432) und Plejaden (M45).

Ich hab noch nicht wirklich viel gesehen, aber es hat immer großen Spaß gemacht. Und jedes mal kommt ein bisschen mehr dazu. Je mehr ich mein Equipment kennenlerne, welches ich wo und wie einsetze, um so besser wird's.
Klar gibt's auch "Frust". Warum find ich jetzt den Nebel oder den Kugelsternhaufen nicht??
Hast doch GoTo.
Tjaa... da musste ich lernen und feststellen, dass es immer an dem liegt, der vor dem, oder neben, Instrument steht oder sitzt. Mal die Montierung nicht g'scheit in der Waage, mal das Okular nicht ordentlich gesteckt, zu grob eingenordet... Und siehe da, kaum macht man es richtig...

Und Geduld ist angesagt.
Meines erachtens besonders bei DeepSky-Objekten. Halbe Stunde Dunkeladaption sollte schon reichen... aber nix da... je länger Du schaust... :)
 
#6
Hallo Himmelstänzer,

Hallo. Ich bin neu hier und Anfänger. Bin auf der Suche nach einem Teleskop mit dem ich mit meiner Eos600d Fotos von Planeten machen kann. Budget Mässig wären jetzt erstmal bis 300 Euro angesetzt. Was könntet ihr mir empfehlen?
Möglich wäre folgende Ausrüstung, allerdings außerhalb Deines Budgets:
Montierung mit Stativ, z.B. EQ5 (ca. 350 Euro)
Teleskop, z.B. SkywatcherMak (ca. 240 Euro)
Planetenkamera, z.B. ALCCD5L-IIc (ca. 200 Euro) oder eine gebrauchte Philipps TouCam Pro II pcvc840k mit 1,25" Adapter
Barlowlinse (2fach) ca. 80 Euro
Klapprechner
Du siehst, das Hobby ist relativ teuer. Eine günstige Alternative wäre vielleicht der Beitritt zu einem Astroverein, um die dortigen Geräte zu nutzen. Vielleicht hast Du Glück, dass einer in Deiner Nähe ist.

Gruß
Ronald
 
#7
Hallo Skydancer,

die 300 Euro sind schwer einzuhalten, zumindest wenn man nicht zu viele Abstriche machen möchte.

Hier erst einmal die für mich sinvollste günstigste Variante:

1. Eine vernünftige Planetenkamera kostet neu ca. 200 Euro. Ich habe da mit der Asi120mc angefangen.
2. Möglichst große Öffnung für wenig Geld: z.B. GSO 150c - 249 Euro
Voraussetzung für einen Dobson: Selbstbau einer EQ-Plattform
Das muss gar nicht so professionell sein, schau Dir mal meinen dürftigen Selbstbau mit manuellem Nachführhebel an:
Manuelle EQ-Plattform - mein dürftiger Selbstbau

3. gute Barlow. Ich verwende eine Baader Q-Turret Barlow und bin vom Preis-Leistungsverhältnis absolut begeistert. - 49 Euro

Macht neu also ca. 500 Euro. Gebraucht könnte das aber unter 300 Euro möglich sein.

Ansonsten bleibt nur die vorhandene Kamera zu verwenden. Ich habe so angefangen, mit einfacher Digicam durchs Okular gefilmt. Hier eine Übersicht was ich mit unterschiedlichem Equipment erreichen konnte:
Mondkrater mit verschiedenem Equipment

Gruß,
Holger
 
#8
Hallo Skydancer,

ich habe nochmal bei mir nachgesehen und doch noch Testblider vom Mond gefunden.
Hier die einfachste Technik afokal mit Canon Eos 1000D und Tamron 18-200mm Objektiv freihand durch ein Vixen NPL25 fotografiert.
Singleshot verkleinert um Dir den wirklich sehr kleinen nutzbaren Bildausschnitt zu verdeutlichen:
1. mit wenig Zoom:
IMG_4172kompri.jpg

2. mit mehr Kamerazoom:
IMG_4162-kombri.jpg

und den Auschnitt herauskopiert und leicht nachbearbeitet in voller Aufnahmegröße:
1.
IMG_4172_4gs-kompri.jpg

2.
IMG_4162_8p75gs-kompri.jpg


Ohne Objektiv habe ich nicht versucht, mir fehlt auch ein passender Adapter und ob der Backfokus meines Teleskops ausreicht um mit der Canon in den Fokus zu kommen kann ich auch nicht sagen.

Außerdem macht es für mich ja keinen Sinn. Meine Planetenkamera stecke ich einfach in den Okularauszug und kann dann bei voller Sensorfläche mit ca. 30 fps über USB2 aufnehmen.
Bei Planeten ist es noch wichtiger viele Einzelbilder zu sammeln. Daraus wird dann ein Summebild erstellt, welches viel besser nachgeschärft werden kann. Deswegen hatte ich damals mit der Digicam auch in HD-Modus gefilmt.

Gruß,
Holger
 
#9
Hallo Skydancer,

nochmal einen Nachtrag. Falls der Selbstbau einer Plattform nicht in Frage kommt und der Dobson noch zu teuer wäre auch ein 114/900 mm Spiegelteleskop auf parallaktischer Montierung mit Abstrichen denkbar.

Das war mein Einstiegsteleskop, danach kam ein 200/1200mm Dobson, ein deutlicher Auflösungsgewinn aber neu klar über Deinem Budget.
Vielleicht kannst Du uns aber noch mehr über Deine Bedingungen vor Ort berichten.
- Garten, Balkon, Terasse
- Vorerfahrungen
usw...

Gruß,
Holger
 
#10
Außerdem macht es für mich ja keinen Sinn. Meine Planetenkamera stecke ich einfach in den Okularauszug und kann dann bei voller Sensorfläche mit ca. 30 fps über USB2 aufnehmen.
Das kann die Eos600d auch. Und sie kann es auf Karte speichern.
1.920 x 1.080 (29,97, 25, 23,976 B/s)
1.280 x 720 (59,94, 50 B/s)
Man braucht also kein Laptop oder Netbook zum aufnehmen.
Hat glaub ich nen 1,6er Cropfaktor.
Also nen kleineren Chip.

Nachteil evtl der IR Filter. Aber bei Planeten glaub ich, eher zu vernachlässigen.

Ich denke zum beginnen reicht es.
Allerdings sollte man sich dann tatsächlich über den Backfokus der Optik informieren.
Ich musste meinen GSO 150/900 um 2cm am Tubus einkürzen für die 1200d.
ein 150/750 sollte aber so gehen.
Ist dann allerdings nicht unbedingt eine Planetenoptik von der Brennweite her.
Also ohne Barlowlinse.

Ich meine sogar, das mein 70/700 Skylux Refraktor den chip gut bedient hat.
Alles natürlich mit entsprechendem T2-Adapter für die Canon.

Aber das Problem haben ja alle am Anfang.
Ich hatte es auch.
Was ist das richtige für mich? Und was darf es Kosten?

Wie bei allem im Leben.
Wählen sie bitte 2 von folgenden 3 optionen.
NEU-GUT-GÜNSTIG

Gruß
Markus
 
#12
Hallo,

ich glaube wir können uns die Zeit für Ratschläge sparen, Skydancer meldet sich ja nicht. Wieder wurde man eines Besseren belehrt. Wie oft das jetzt schon so abgelaufen ist, ein Forums-Neuling stellt eine Frage, viele wollen helfen und dann kommt keine Reaktion mehr.

Gruß,
Holger
 

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