Teleskop für Mondbeobachtung

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Hallo Toni,

wenn du auf absolut kompromisslose Ausnutzung gegebener Öffnung hinaus willst oder musst, landest du bei obstruktionslosen Spiegelsystemen oder beim Vollapo.

Ansonsten gib dem farbreinen Spiegelsystemen für die Obstruktionseinflüsse ein halbes bis ein Zoll Öffnung mehr als dem APO wenn du unbedingt einen Vergleich suchst und gut ist das.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther,

nöö, ist weniger Vergleich als eine weitere Möglichkeit und im Prinzip ja genau eine DER Spielwiesen des Schiefspieglers. Das natürlich unbesehen zu den Möglichkeiten des Anwenders, der lange Ausleger des Kutters will ja auch etwas Platz und wackelfreie Montage haben, klar.

Wirst lachen, mir selbst geistert da seit einiger Zeit ein Newton 8" f/8 durch den Kopf, der mich einfach nicht loslässt. Dann aber nicht aus Standardbrocken, sondern schon genau gerechnet und gebaut. Mhh, mal sehen, bislang bin ich mein Geld in den Hobbies schon immer irgendwie losgeworden.
 
Hallo Toni,

das schweift nun ziemlich von Thema ab, oder auch nicht wenn man bedenkt, was Du da für ein grundsätzliches Thema anschneidest.

Beim APO werden die letzten Prozentpunkte zur optischen und mechanischen Spitzenklasse (un)verhältnismäßig teuer und genau das passiert beim (Parabol)Newton auch.

Dabei ist klar, dass man sowohl durch Farbfehlerreduzierung bis zur Nachweisgrenze, also auch annähernd perfekte Spiegelqualität, geringe Obstruktion und optimale Auslegung gegenüber dem günstigeren Massenprodukt nicht zu einer Öffnungssteigerung sondern "nur" zu einer besseren Ausnutzung der gegebenen Öffnung kommt.

Ich selbst bin ein absoluter Befürworter von guten Optiken mit guter, anwendungsbezogener Auslegung und gehöre zu den Ersten, die einen einen verbesserungswürdigen und -fähigen Zustand auch verbessern.
Abseits von Kugelspiegeln und zu hoffnungslos zu kurzen Achromaten gilt dabei aber auch die Feststellung, dass Du mit einem richtig gut konzipierten und durchdachten, visuell ausgelegten 8" f/8 Newton einen ähnlich guten 10" f/5 von der Abbildungsgüte her niemals erreichen wirst und dass der Versuch schon mit manchem 10" f/5 (f/4,8) Seriennewton aus China, der eben die garantierten Qualitäten erreicht, schwierig wird.

Analog gilt das auch für Refraktoren, wobei hier dem günstigen 5" ED Refraktor gegenüber dem 4" f/7 APO der Spitzenklasse eventuell eher ein deutlich entspannteres Öffnungsverhältnis zugestanden werden sollte.

Geht man, gerade beim Newton (aber nicht nur), vom Leistungsgewicht oder auch vom grundsätzlichen Transport-/Montierungsaufwand/-volumen aus, machen die großen, langen Teile eigentlich keinen Sinn mehr, ähnlich wie bei den langen FHs die Luft aufgrund der Verfügbarkeit von günstigen ED-Gläsern immer dünner wird.

Allerdings kann man sich (und auch Anderen) mit solchen Teleskopen ganz wunderbar vor Augen führen, was machbar ist.
:cool:
Gruß
*entfernt*
 
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Schönen guten Abend!

Wieder interessante und lehrreiche Beiträge, Danke!!!

Den Schiefspiegler würde ich gerne außen vor lassen, trotz der offensichtlich ausgezeichneten Eignung für die Mondbeobachtung: Bei AOK habe ich keine Preise gefunden und jene bei Wolterscope sind bei 200mm mit meinem geplanten Budget nicht realisierbar trotz letzer Aktualisierung der Homepage (=Preisbasis) 2015!!.

Ich möchte auch wirklich was 'von der Stange' und von einer renommierten Firma (Garantie, Ersatzteile, Zubehör). Ich will nichts basteln oder umbauen.

Liebe Grüße Klaus
 
Zitat von Sven_Wienstein:
Hallo Klaus,

...

Ich würde der Bildorientierung eine niedrigere Priorität einräumen bzw. diese Anforderung einfach fallen lassen, denn damit entspannt sich das ganze optische System (siehe die Beiträge vor mir) und es gibt dann viele Sternfreunde, die ihre erfolgreichen Systeme einbringen können.

... denn ein Bino-Adapter stöpselt sich letztendlich in einen Zwölfzöller genauso einfach wie in einen Fünfzöller, und wenn man dem aus den Weg gehen will, dass eine perfekte Korrektur den Glasweg im Prisma berücksichtigen muss: Ein GWK mit entsprechendem verlängerungsfaktor vor dem Prisma drückt den Fehler bald unter die Beugungsgrenze. Wer eine f/4-Optik (also eine extreme Wahl) mit einem 3x GWK ausrüstet, schickt f/12 durch die Prismen, was eben deutlich im unkritischen Bereich liegt. Man kann sich vorstellen, dass es mit f/6 dann sowas von unkritisch wird... Das zeigt sich in der Praxis vor allem dadurch, dass an solchen entspannten Kombinationen eine simple (aber hochwertige) Barlow den echten GWK prima vertreten kann.

Clear Skies
Sven


Hi, Sven!

Ich werde, wie empfohlen, die Bildorientierung fallen lassen; eine ev. spätere Aufrüstung, aber nicht ausschließen :-).

Den zweiten Absatz verstehe ich leider nicht. Geht ein Bino auch ohne GWK, Glasweg-Korrektor? Ist eine lange Brennweite (ab welchem f/x) geeigneter für ein Bino? Ich dachte ein MAK ist wegen der längeren Brennweite und Hauptspiegelfokussierung besonders für Bino geeignet?

Liebe Grüße Klaus
 
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Hallo Klaus,


im Bietebord sind zur Zeit zwei 8" SCs zu haben, eins glaube ich von APM im Kundenauftrag eines von privat. Komplett mit Gabelmontierung - das wäre eine Lösung die Dein Budget nur zum Bruchteil aufbraucht und mehr Spielraum für Bino + Okulare läßt. Alternativ gibt es von Lajos die "Newton ohne Namen" und von Wolfi die UNC oder ONTC Newtons - beide basieren auf Großserienteilen sind aber individuell optimiert aufgebaut und ebenfalls eine Fertiglösung. Da man bei hauptsächlich Mond den Tubus nur selten in den Schellen drehen muß entfällt der Nachteil den ein parallaktisch montierter Newton bei einer Deep-Sky Exkursion kreuz und quer über den Himmel hat: unschöne Einblickpositionen. Wie Sven schrieb mit Barlow oder GWK ebenso Bino-tauglich aufbaubar.

Ansonsten gibt es noch die Maksutovs von Skywatcher und Intes. Intes ist "etwas" robust und es sind keine Leichtgewichte dafür gibt es eine besonders niedrig obstruierte Version speziell für Mondsüchtige :super:

Oder Du bleibst beim Apo... :/

Wie gesagt, Dein Budget reicht für eine Nobel-Lösung, am besten ist einfach mal durch was größeres schauen und sehen bei welcher Öffnung der Aha-Effekt einsetzt. "Die" ultimative Empfehlung gibt es nicht da vieles vom eigenen Anspruch abhängt. Ich persönlich würde das Geld in einen höchstwertigen Spiegelsatz stecken (Kann denn Öffnung Sünde sein :smiley64: ) und damit erstmal im Bastelkeller verschwinden...


Viele Grüße Felix
 
Hallo Klaus,


Geht ein Bino auch ohne GWK, Glasweg-Korrektor? Ist eine lange Brennweite (ab welchem f/x) geeigneter für ein Bino? Ich dachte ein MAK ist wegen der längeren Brennweite und Hauptspiegelfokussierung besonders für Bino geeignet?

Ja stimmt, im Detail:

Der GWK oder die Barlow macht aus dem angespannten f4 Newton Strahlangang einen entspannten mit f10...f12 je nach Faktor - der ist dann wie beim Mak leicht durch das Bino zu leiten weswegen auch Maks und SCs dafür gut geeignet sind.

Zum einen "paßt" der schlanke Strahlenkegel besser unvignetiert durch die Prismen zum anderen wird die Refraktion durch die Prismen immer geringer je entspannter das Öffnungsverhältnis ist.


Viele Grüße Felix
 
Zitat von *entfernt*GMS:
Hallo Toni,

wenn du auf absolut kompromisslose Ausnutzung gegebener Öffnung hinaus willst oder musst, landest du bei obstruktionslosen Spiegelsystemen oder beim Vollapo.

Ansonsten gib dem farbreinen Spiegelsystemen für die Obstruktionseinflüsse ein halbes bis ein Zoll Öffnung mehr als dem APO wenn du unbedingt einen Vergleich suchst und gut ist das.

Gruß
Günther

Zitat von Felix42:
Hallo Klaus,

... Da man bei hauptsächlich Mond den Tubus nur selten in den Schellen drehen muß entfällt der Nachteil den ein parallaktisch montierter Newton bei einer Deep-Sky Exkursion kreuz und quer über den Himmel hat: unschöne Einblickpositionen. Wie Sven schrieb mit Barlow oder GWK ebenso Bino-tauglich aufbaubar.

Ansonsten gibt es noch die Maksutovs von Skywatcher und Intes. Intes ist "etwas" robust und es sind keine Leichtgewichte dafür gibt es eine besonders niedrig obstruierte Version speziell für Mondsüchtige :super:

Viele Grüße Felix

Lieber Günther, lieber Felix!

Nach Durchsicht der vielen Anregungen muss ich gestehen, dass ein MAK mit Gabelmontierung hinsichtlich der kompakten Bauweise schon sehr verlockend ist. Ist bei diesem Gerätetyp (und beim SC) eigentlich auch eine regelmäßige Justierung wie beim Newton nötig?

Ich habe gelesen, dass z.B. die Abschattung beim Celestron EDGE-HD 800 (203/2032 Schmidt Teleskop) 34% beträgt. Bedeutet dies, dass die nutzbare Öffnung dann nur 134mm (=203mm - 34%) beträgt. Also ca. 8" zu ca 5,4". Irgendwie habe ich da noch einen Denkfehler?!

Liebe Grüße Klaus
 
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Hallo Klaus,


wenn man einen Newton für 300,- Euro kauft und im Kofferraum spazieren fährt sollte man öfters mal nach der Justierung schauen das stimmt. Wenn Du Dir einen gescheiten Newton kaufst und fast stationär betreibst hast Du mit Justierung nicht mehr oder weniger Arbeit als beim Mak oder SC. Am besten halten meines Wissens nach die Maks von Intes die Justierung. Aber: das ist wenn man es zweimal gemacht hat und die Grundjustierung stimmt in drei Minuten erledigt. Von allein verstellt sich da nix nur beim auf die Montierung setzen oder herumpöngeln durch leichte unvermeidbare Erschütterungen. Keine Panik, wenn ein Apo nicht justiert ist brauchst Du unter Umständen einen der sich auskennt beim SC oder Mak oder Newton reicht fast immer ein einfacher Justierlaser bzw ein Stern und ruhige Luft.

Die Abschattung ist in % bezogen auf den Durchmesser angegeben, auf die Fläche bezogen ist es weniger. Die Auflösung bleibt auch wie beim 8" Teleskop nur die Kontrastübertragung (salopp: Schärfe) leidet. Allerdings hat beim normalen C8 das Blendrohr auch noch vignetierende Effekte das ist nicht nur der Sekundärspiegel. Im Endeffekt kann man aber wie schon angedeutet eines machen: mehr Öffnung hinstellen und dann die Vergrößerung nicht ausreizen bis zum Anschlag. Heißt ein C9,25 bringt bei 250x etwas mehr Schärfe als ein C8, ein C11 schüttelt 250x aus dem Ärmel usw...das ist auch der Grund warum ein halbwegs guter Newton oder ein gutes SC mit 8" einen 4" Apo visuell unter Umständen völlig abhängt was die Detailwiedergabe angeht. Dafür braucht der Newton evtl einen Komakorrektor bzw. eine komakorrigierende Barlow. Der Apo liefert halt bei Bedarf größere Felder wegen der geringeren Brennweite da punkten SC und Mak nicht gerade - egal am Mond.

Ob es speziell einen Mak Gabelmontiert gibt weiß ich nicht aber SCs mit Gabel oder Einarmmontierung sind übliche Kombinationen. Ein Mak ist aber durch die kurze Bauweise auch problemlos auf einer relativ leichten Montierung gut montiert.


Viele Grüße Felix
 
Fertig in der Gabel mit Nachführung und GoTo gibt es die SC von Celeron oder Meade. Justieren ist da recht einfach und selten nötig, wenn man nicht gerade ständig mit dem Gerät durch die Gegend fährt.

Maks gibt es aus China üblicherweise auf mittelmäßigen parallaktischen Montierungen, bei Intes darf man sich selbst um eine geeignete Montierung kümmern. Portabilität steht bei Dir ja nicht so im Vordergrund, aber es gibt auch welche, die mit internen Akkus/Batterien funktionieren, wenn man die Kabelei nicht möchte.

Wenn Du die aufrechte, seitenrichtige Darstellung fallen lässt, gibt es ein paar abgewinkelte Binoviewer, z.B. aufgearbeitete Zeiss-Teile vom Binoexperten Denis Levatić, da spart man Zenitspiegel und letztlich Lichtweg.

Ich halte es nicht für einen Fehler, mit einem Astrohändler zusammenzuarbeiten. Wenn man eine gute Vorstellung von seinen Zielen hat, lässt man sich kaum etwas aufschwatzen, kann aber vom Erfahrungsschatz des Händlers profitieren.

Viele Grüße,
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

Wenn man eine gute Vorstellung von seinen Zielen hat, lässt man sich kaum etwas aufschwatzen, kann aber vom Erfahrungsschatz des Händlers profitieren.
Da würde ich aber den Begriff "Händler" stark selektiv betrachtet wissen wollen. Es gibt durchaus ein paar Läden, bei denen diese Aufgabenstellung einen teuren Fehlkauf von T wie Teleskop über E wie Equipment bis M wie Montierung zur Folge hat. Was ich schon für völlig verquere Zusammenstellungen berichtet bekommen habe... Es gibt ein paar Läden, bei denen wirklich etwas dabei herauskommt und vermutlich eine Zusammenstellung die nicht komplett ist, weil der Händler ehrlich sagt, dass spezielle Teile bei wem anders beschafft werden müssen.

Jedenfalls, wenn ich mir den Threadverlauf so anschaue, würde ich sagen: Mit Händlerberatung wird das nix. Ich glaube man muss schon froh sein, wenn nach einer grundsätzlichen Systementscheidung die wenigstens mit einer sinnvollen Zusammenstellung durchgezogen wird, so dass man weiß, dass damit am Ende gut beobachtet werden kann. Wenn die Beobachtung am Ende Spaß macht, könnte Leistung sekundär sein.

Gegen einen großen Mak spricht übrigens erstmal das Gewicht und dann sind die Dinger auch noch teuer, auch wenn hier Gewicht ein Thema ist. Bei Mak und SC will unbedingt Auskühlung bedacht sein. Selbst Kuppeln werden tagsüber auch mal warm.

Meine ganz persönliche Monderfahrung:
- Mein 5" Apo kühlt zeitig aus (braucht aber als Triplett seine Zeit) und macht dann Spaß, bleibt aber in der machbaren Vergrößerung zurück gegenüber
- schon einem 6" f/8 Newton, der kaum langsamer auskühlt.
- Mein 8" f/5 Newton blubbert erstmal herum kommt dann aber später tiefer, als die kleineren Geräte - nur braucht's da sehr passend gewählte Okulare und vielleicht den Komakorrektor
- Mein 12" f/4 Newton blubbert wegen Wärme und trotz Lüftung länger, als ich Mond gucke, bzw. bräuchte bessere Luft, als ich sie in der Stadt meistens bekomme. Und für Mond wiederum lade ich nicht das Auto voll, denn wenn der Mond schön steht für Mond, leuchtet der alles andere zu.
- Dann sind da noch Mak-Erfahrungen. 5" ist auch noch ausgekühlt im Zeitrahmen, 6" muss man vorgekühlt unterbringen, sonst kommt der gefühlt nie ins Gleichgewicht.
Dieser Tage fand ich ziemlich bezeichnend, wie ein 4,5" SD Apo mit wirklich Top-Abbildung einfach von einem 6" f/8 Newton versemmelt wurde, weil die größere Öffnung einfach mehr Detail brachte. Da sind dann in dem kleinen Gerät bestimmte Bergspitzen im Schatten einfach punkte, und bei dem größeren sieht man, dass der eine Punkt eher Pyramidenform hat, und ähnliches. Ändert nichts daran, dass dieser Apo sowas von schön abgebildet hat und ein Traum von einem Teleskop ist - aber halt 4,5 Zoll und nicht 6 Zoll. Das ist irgendwie so wie der Spruch, dass der eleganteste Florett-Fechter ein Problem mit einer einfachen Mistgabel bekommen kann...

Clear Skies
Sven
 
Ich dachte da an einen Wiener Händler, der an vielen Stellen (auch hier im Forum) einen kompetenten Eindruck hinterlässt...

Wenn man einen (zumindest Intes-Micro) Mak oder ein SC heute neu kauft ist doch ein Lüfter immer drin, oder?

Mal abgesehen davon, dass man das jeweils deutlich verbessern kann. Aber ich denke da an Klaus‘ Anfordrung, dass er eigentlich kein Projekt möchte, sondern ein fertiges Gerät.

Viele Grüße,
Sebastian
 
Hallo Sebastian,


die Intes haben glaube ich Lüfter die SCs zumindest teilweise nur Lüftungsöffnungen. Es gibt da aber von Celestron oder Baader so einen Kühluftschnorchel mit einem kleinen Lüfter der durch das Blendrohr lüftet da Klaus das Teleskop halbwegs kühl lagert und Zeit zum Auskühlen einplant sehe ich da weniger ein Problem. Von daher könnte auch der 180mm Mak von Skywatcher eine Option sein. Der hat vielleicht nicht die optische Qualität wie der Intes mit 6" aber 30mm mehr Öffnung.

Am sinnvollsten dürfte der Blick durch ein paar Teleskope sein evtl. gibt das den Ausschlag oder mehr Fragen. Wenn Du an den gleichen Wiener Händler denkst wie ich sicher eine gute Anlaufstelle.


Viele Grüße Felix
 
Hi,

wieder interessante Beiträge, danke sehr!

Zitat:
"Wenn man eine gute Vorstellung von seinen Zielen hat, ..." [daran arbeite ich dank eurer Unterstützung gerade :-)) Deshalb sind mir eure Anregungen, Erfahrungen und Empfehlungen so wichtig.]

"... lässt man sich kaum etwas aufschwatzen, kann aber vom Erfahrungsschatz des Händlers profitieren.
[Natürlich werde ich noch das Beratungsservice meines Wiener Händlers in Anspruch nehmen und werde auch dort kaufen. Dies hat ja bereits bei meiner Erstaustattung super funktioniert.]

Aufgrund eurer Empfehlungen sammle ich gerade Infos zum:

Celestron EDGE-HD 800 (203/2032 Schmidt Teleskop) OTA

Hat ein Auflösungsvermögen von 0,68“, was wohl deutlich über den in Wien zu erwartenden Sichtbedingungen liegt.
- f/10 damit hätte ich bei 200x noch 1mm AP
- nur 7 kg
- (passive) Hauptspiegelbelüftung eingebaut

Ich habe im Forum gesucht, Meldungen waren alle positiv auch bzgl. Binoeinsatz.

Würde ich somit in die engere Wahl ziehen, wenn keine nachteiligen Erfahrungen vorliegen?!

Liebe Grüße Klaus
 
hallo Klaus,

gute Diskussion, geb auch meine my 2 cents Senf dazu :-)

ich selbst bin eigentlich Newton Fan (je größer desto besser... allgemeines Motto der visuellen Astronomie), aber ich habe auch ein paar Apos die ich gerne verwende - insbesondere für Mond und Planeten. Warum das? Weil das zumeist herrschende Seeing einen großen Newton auch nicht mehr auflösen läßt - das Bild ist zwar heller, aber nicht mehr Detail. Zudem setzt die Obstruktion den Kontrast etwas runter, und Newtons sind auch etwas empfindlicher bei Seeing. Der Apo hat gar nicht die Auflösung, das Seeing aufzulösen, und daher ist das Bild wie gezeichnet (böse gesagt, das ausgefranste ist rundgelutscht). Ein 120/900 ED Zweilinser mit einem Bino bestückt ist eine sehr sehr schöne Sache am Mond spazieren zu gehen. Ein Dreilinser ist theoretisch besser, aber entweder teurer oder qualitativ öfters doch nicht so prickelnd. Und ein 6kg Scope geht immer, auch in den Außenbezirken Wiens.

Bino: Großfeldbino brauchst du keines für den Mond! Das Großfeldbino bring dir, daß du mit 24mm Okularen 68° auch noch bis zum Rand ausgeleuchtet bist, das normale Bino schafft es bis 20mm. Aber beim Mond hast du kein 24mm Okular, sondern entweder 5-7mm oder mit einem Glaswegkorrektor 15- maximal 20mm. So habe ich meine schönsten Mondbeobachtungen gemacht - 19mm Panos und 2,7x GWK im normalen Bino am 120mm Refraktor. Nur aus dem Raumschiff ist schöner!

Das 8" edgeHD ist auch super, geht auch sehr gut mit dem Bino, der Refraktor hat aber früher scharf - SC ist eine Thermosflasche. Und du musst es heizen, sonst ist die Schmidtplatte zugetaut sobald es scharf hat. Taukappe hilft nur eine Stunde bei unserer Feuchte. Lies Uncle Rod Mollise dazu, ein SC Fan. Die 33% Obstruktion machen durch Beugung hie und da Artefakte am Mond: Bei hellen Kontrastgrenzen sieht man dann die verschmolzenen Beugungsringe als Doppellinien nebenher laufen. Aber dazu muß das Seeing gut sein. Sonst verschwindet das. Es hat kaum mehr Kontrastdurchmesser als der 120mm Apo. Wenn du aber auch Deepsky machen willst - Öffnung zählt hier besonders, dann ist es vorzuzuiehen.

lg Tommy
 
Hallo Klaus,

ich habe keine eigene Erfahrung mit dem Grossfeldbino, ein zwei mal Gastspechteln ist da zu wenig.
Mein umgebauter Mikroskopansatz nutzt nicht mal 1 1/4 zoll, das ist aber selbst mit den 30er Plössls nicht zu bemerken.

Von daher und ansonsten stimme ich Tommy zu.

Gruß
Günter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi, Tommy!

Danke für deinen Beitrag.

1. Ja, das Seeing macht mir hinsichtlch der Nutzbarkeit die größten Sorgen. Leider kann man ein gutes Seeing nicht mit Aufpreis dazu bestellen.

Nach den Infos, die ich bisher gefunden habe, wird der APM Doublet-SD-APO 140 f/7 auch in die engere Wahl kommen. (Ich habe den Esprit 120/840 f/7 (Triplet) aber auch noch nicht abgeschrieben.)

2. (Eigentlich wollte ich die Diskussion über die Okulare noch nicht starten, weil ich ein wenig Sorge habe, mich zu überfordern.) Das Bino habe ich gewählt, weil ich bei 2000m Brennweite mit dem Baader Zoom Okualar Mark IV 8-24mm mit Klickstop einen Vergrößerungsbereich von ca. 85x (Mond etwa formatfüllend für Überblick) bis 250x abdecken würde. Die Qualität dürfte ja stimmen und mit meinem Mark III bin ich sehr zufrieden. Außerdem könnte ich so die bestmögliche Vergrößerung unter den gegebenen Seeing-Bedingungen ausnutzen ohne ständig die Okulare zu wechseln oder das passende nicht zu besitzen.

3. Danke für die Info mit der Heizung, werde den Artikel suchen. Und die Obstruktion ...

Liebe Grüße Klaus

 
Hallo Klaus,

das mit der Heizung kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen... Bei mir ist es auch so, dass ich je nach Ausrichtung des ACFs mal länger mal weniger lang mit der Taukappe hinkomme. Aus diesem Grund habe ich mir eine kleine Heizung für die Schmidtplatte aus Konstantan selbt gebaut und zwar genau auf die Größe der Schmidtplatte berechnet. https://13parsec.de/index.php/bastelecke/taukappenheizung-im-eigenbau?showall=1&limitstart=

Seitdem ist in Sachen Tau Ruhe! Das gleiche gilt aber bei mir auch für meinen 80er ED APO und je größer die Frontlinse wird, desto eher bekommst du auch da Probleme.
 
Hi, Günter, bitte entschuldige den vorherigen Namenstypo!
Danke.

Hi, Tommy !

Habe vergessen zu fragen, welches Bino du verwendest bzw. welches du empfehlen würdest?
(Kann meine Beiträge am Pad nicht ändern)

Danke, Klaus



 
Hallo Klaus,

kein Problem, auf dem Handy klappts ja bei mir mit den eigenen Namen nicht.... :/

Ich will noch völlig systemunabhängig präzisieren, dass auch ich bei Dir die größtmögliche Öffnung nicht unbedingt als erstrebenswert ansehe, denn um sie auch definitiv zu nutzen muss man dann doch schon einige Anstrengungen unternehmen.

Mit einem 5-Zöller verpasst Du am Mond möglicher Weise das System der Triesnecker Rillen, mit einem 12-Zöller der im Seeing blubbert tut man sich da aber auch schwer.

Gruß
*entfernt*
 
Ja Klaus,
diese beschi..ene Worterkennung war aktiviert und ich bin halt nicht der große Handynator :biggrin:
Gruß
*entfernt*
 
Hi, Markus!

Danke für die Hinweise. Ja, Bastler sollte man sein.

Hab mir auch gleich die Fotos vom Mond auf deiner Seite angesehen, beeindruckend!
Ich nehme an, du hast die Aufnahmen mittels Nachbearbeitung aufgerichtet?

Interessant wäre, wie viele Binnenkrater im Krater Plato du „visuell“ zählen kannst? Weil dein 8“ ACF ja mit dem 8“ EdgeHD doch vergleichbar wäre.
Eine Nahaufnahme von Clavius wäre natürlich auch noch ein Leckerbissen. Nur für den Fall, dass für die Deep-Sky-Aufnahmen der lästige Mond eh alles überstrahlt.
Werde jedenfalls noch öfter Gast auf deiner Seite sein!

Liebe Grüße Klaus
 
Zitat von *entfernt*GMS:
......Mit einem 5-Zöller verpasst Du am Mond möglicher Weise das System der Triesnecker Rillen......

Hallo Leute,

das ist nicht wirklich wahr, ein guter 5-Zöller sollte keine Mühe mit den Triesneckerrillen haben. Hier ein Bild von mir (AstroPhysics EDF-130/780mm, 3x TS-Apo-Barlow, f=2340mm, QHY-132 Farbkamera, AZEQ-6 Montierung auf Gußsäule).

http://www.coyote-point-observatory...oon_April_3_2017/GodinDembowski-3_cropped.jpg

(Bild anklicken zum Vergrößern)


Grüße, Gerd
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Klaus,


das ist der Grund aus dem manche Beobachter auf Schiefspiegler oder Newtons mit sehr wenig Obstruktion setzen da bleibt vom Öffnungsvorteil des Reflektors weniger auf der Strecke. Den Schiefspiegler muß man aber noch mehr wollen als einen Newton der vergleichsweise unkomplizierter ist.

SCs und Maks sind in erster Linie sehr kompakt so daß sich relativ viel Öffnung leicht auf eine Montierung setzen läßt dafür ist die Obstruktion meistens etwas höher. Von Intes Micro gibt es einen 6" mit etwas weniger Obstruktion das sind aber "nur" 6" im Vergleich zu den 8" des SC...hier ein Link zu den Intes Micro Geräten: http://www.apm-telescopes.de/de/teleskope/spiegelteleskope-optik-tubus/maksutov-cassegrain.html

Evtl wäre noch ein c 9,25 eine Alternative: der Vorschlag geht in die Richtung Öffnung ist durch nichts zu ersetzen außer durch mehr Öffnung...solange man mit dem Handling und dem Auskühlverhalten klar kommt. Das C 9,25 ist dabei nur moderat unhandlicher und langsamer ausgekühlt als das 8" SC bringt aber über 1" mehr Öffnung mit und setzt sich damit etwas ab.

Beim 5" Apo hättest Du halt ein Handling ähnlich wie jetzt, etwas mehr Aufwand aber auch mehr Leistung. Beim SC mit 8...9,25" hält sich der Mehraufwand noch in Grenzen aber man hat nicht immer etwas von dem mehr an Öffnung. Größerer Apo... ?)


Oder praktisch gedacht: wenn das Spektiv bleibt kann das ja weiterhin bei suboptimalen Bedingungen zum Einsatz kommen und das größere Gerät wenn es sich lohnt...? Dann relativiert sich der Mehraufwand...


Viele Grüße Felix
 
Hallo Klaus,

gaaaanz dünnes Eis! Wenn Du mal rundrum liest bemerkst Du, was ich meine. Ich versuche es trotzdem. ;)

Ich kenne weder den 140er APM noch das 200er Edge HD.

Ich habe die Triesnecker Rillen mit 5" Refraktoren nicht geknackt und auch mit einem 130er PDS Newton nicht.

Mit meinem gerade beugungsbegrenzt arbeitenden 8" f/6 Newton sah ich sie schon, da hatte der noch lange nicht den verlängerten Iso-Tubus und der FS hatte noch 50 mm Durchmesser, also 25% Obstruktion linear und nicht 40 mm, 20%.
Ich rede hier über die visuelle, sichere Sichtung eines Rillensystems und nicht von der Ahnung einer eventuellen Linienstruktur durch leichte Unterschiede ind Grautönen.

https://www.astrobin.com/236604/?nc=

Man braucht dazu ruhige Luft, ein gutes, gut konditioniertes Teleskop, das richtige Mondalter (Beleuchtungssituation), die richtige AP und Vergrößerung, viel Zeit und Begeisterungsfähigkeit.

Mit meinem 12-Zöller und den obigen weiteren Zutaten ist das schon deutlich leichter und detailreicher, auch ein Binoansatz hilft, wenn man denn beidäugig kann, das hatten wir aber schon.

Dafür stehe ich bei mir, für mich und mit diesen Gerätschaften gerade.
Wie das bei Dir, mit Deinem Visus und mit den genannten Gerätschaften ist kann ich nicht wissen. Ich kann aber mutmaßen, dass es mit den Triesenecker Rillen und einem sehr guten 140er APO ebenso für eine gute Sichtung langt, wie mit einem ausgekühlten 8" SC bei dem die Qualität stimmt.

Solche Fotos wie oben gibts auch mit kleinerer Öffnung, von daher kommt sicher bald wieder Mecker von irgendwo, aber eine Kamera funktioniert eben etwas anders als die Augen.
Licht sammeln, Seeing einfrieren, Nachschärfen, Bilder addieren klappt eben mit den Augen nicht, da zählt die Augenblickswahrnehmung.
Da kommt dann wahrscheinlich auch noch jemand der das bei 400 fach mit einen 114er Kugelspiegel oder 100er zu-kurz-FH kann, aber da bin ich schachmatt. Nicht Jeder hat so tolle Augen. :respekt:

Ich habe Dir schon zwei Refraktor-Links auf Tommys Blog verpasst.
Hier mal was zu SC, RC und Co.

http://interferometrie.blogspot.de/2013/01/10-rc-gso.html

Ich denke, der Tommy wird Dich sehr gut beraten, schlicht weil er einfach keinen Grund hat es nicht zu tun.
Vorsicht, ich bin da befangen, wir kennen uns recht gut. :cool:

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,
normalerweise halte ich mich aus solchen unfruchtbaren Ja-nein-doch-nein Diskussionen ja raus, aber hier muß ich doch mal eine Ausnahme machen. Als jahrzehntelanger Mondbeobachter kann ich sicher sagen, dass die Triesneckerrillen absolut mit 5" (hier speziell einem obstruierten Mak IM M500) zu machen sind - und da meine ich sehen, nicht ahnen!
Nur am Rande angemerkt.

Gruß
Thorsten
 
servus Klaus,

ich habe da einen unserer Lacerta Binoansätze, baugleich William, hat gute Transmission und ist ein gutes Standardteil. Das Großfeld ist ein TV das ich mal ergattert habe.

Es ist gut so spezielle Fragen in die Runde zu stellen, weil die Erfahrungen verschieden sind. Ich hab zwar eine Menge Teleskope und Erfahrungen, aber immer nur meine :-) Alles kenne auch ich nicht, zB hatte ich einen 140er f/7 Apo zwar mal getestet (mit Lunt Branding), aber durch keinen wirklich guten live durchschauen können. Der ist halt auch schon recht groß für einen FPL-53 2-linser, da könnte etwas mehr Farbe im Spiel sein als bei 120mm f/7,5.

Den 150er Esprit kenne ich aber ganz gut, und da fängt es bereits leicht zu blubbern mit dem Seeing. Der ist sehr gut farbrein, das ruhige Bild der kleineren Apos hat er nicht mehr ganz.

lg Tommy
 
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