Teleskop und Okulare Neueinstieg

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Hallo Ludowica,

da hast Du ein schönes Gerät ausgesucht, gewichtsmäßig ist das auch handlebar.
Das Teleskop steht bei mir im Wohnzimmer, niemals würde ich das in den Keller stellen!
Ein Sucher/Finder ist ja am Teleskop dran, wichtig ist die Abstimmung zueinander, also das Sucher und Teleskop auch immer das gleiche Ziel anvisieren.
Ein Übersichtsokular ist eine schöne Sache, aber man sollte wissen ob man das braucht. Für die Suche im Sonnensystem ist es mE nicht nötig (Planeten und Mond findet man auch mit dem Sucher) und viele der hellen Sterne (Betageuize) findet man auch mit dem Sucher. Schwierig wird es wenn man die Sachen sucht, die mit dem bloßen Auge am Himmel nicht oder nur schwer sichtbar (Albireo) sind.
Für den Beginn würde ich ein Zoom-Okular wählen, damit hat man erstmal ne ganze Menge Möglichkeiten und kann probieren wohin die Reise geht, bzw. was einem besser gefällt. Und dann kann man sich nach und nach (und nach reiflicher Überlegung) weiteres Zubehör zulegen.
Du solltest auch nicht vergessen, dass so ein Newton-Teleskop immer wieder justiert werden will und muss. Daher sollte man bei der Anschaffung auch eine entsprechende Justierhilfe bedenken (zB Baader Laser-Colli )
Ansonsten wie Günther sagt, alles mit Bedacht.
Und ab und an mal drüber nachdenken, was Du grad für ne AP hast, dann erschließen sich die optischen Zusammenhänge mit der Zeit.

MfG Stefan
 
Genau, das wollt ich auch noch fragen: was heißt das denn mit dem Justieren? Die von den Online-Shops schreiben ja, dass sie es frisch justiert schicken und man es dann nicht gleich selbst machen muss. Aber wie justiert man denn? Und wofür genau braucht man das? Was genau erreicht man dadurch?

Was bedeutet das mit der AP? Hab das auch im Text nicht wirklich verstanden.

Könnte es hinderlich sein, wenn meine eigenen Pupillen immer sehr klein sind, auch bei Dunkelheit?

Wie zoomt man denn mit einem Zoom-Okular? Kannn man da am Okular selber drehen? Mir hat das Umstecken bisher aber nichts ausgemacht.

Wie finde ich denn etwas, das ich so am Himmel erstmal nicht sehe? Hilft mir ein Sucher da überhaupt viel? Bzw. da müsste ich mich doch an irgendwelchen umliegenden Objekten orientieren?

Beobachtet Ihr eigentlich mehr im Sommer oder im Winter? Bzw. mehr wenns kalt oder warm ist?

Fragen über Fragen...

Liebe Grüße
L.
 
2fach-Barlow:

Da kommt Sie, die Theorie:
Rein rechnerisch läuft es darauf hinaus, das sich mit der Barlowlinse entweder die Teleskopbrennweite verdoppelt oder die Okularbrennweite halbiert.
Im Ergebnis verdoppelt sich die Vergrößerung.

Und dann kommt die Austrittspupille. Bei einem Okular mit 21mm Brennweite hast Du ohne die Barlow eine AP von 3,5mm mit einer Vergrößerung von 57x
Mit Barlow bekommst du eine Vergrößerung von 104x und eine AP von 1,75

Was kann man mit welcher Austrittspupille sehen:
Lichtschwache Objekte benötigen große AP, für Nebel sagt man als Richtwert benötigt man 3-4mm AP
für Galaxien sollte man so 2,5-3,5mm AP erreichen
für Kugelsternhaufen reichen schon 1mm AP
Mond und Planeten sind besonders lichtstark, ebenfalls 1mm AP

kleiner AP als mm sind dann auch wieder abhängig von der eigenen Sehschärfe.

Grundlegende Berechnungsmöglichkeiten findest Du zB unter Intercon-Spacetec

laß Dich davon nicht erschrecken, das reine Beobachten ist schon sehr interessant und bei dem Shop den Du rausgesucht hast, bist Du in guten Händen, der Herr Kloß berät sehr gut und offen...

MfG Stefan
 
Hallo Ludowica,

nee... das haut so nicht hin. Also mal kurz:

So ein 200/1200 hat einen nutzbaren Vergrößerungsbereich von etwa 30x bis 300x Das entspricht grob Okularen von 40mm bis 4mm. Bei höchster Vergrößerung wird Dir nicht nur das Suchen schwer fallen, viele Objekte passen auch gar nicht mehr ins Bild. Hinzu kommt, das 300x nicht immer nutzbar ist, ohnehin erst nach einer ausreichenden Auskühlphase: Luftunruhe im Tubus und in der Erdatmosphäre ist der Grund dafür.

Darum ist es keine gute Idee, ein Okular für höchste Vergrößerung zu nehmen. Normalerweise wäre eine Art Ausstattung für den Start ein Satz einfacher Okulare, etwa mit den Brennweiten 6mm, 15mm, 32mm. Die Frage ist aber: Was ist bei Deinem jetzigen Gerät schon dabei und kann weiter verwendet werden? Oder willst Du das ggf. vollständig abgeben? Eventuell lohnt das gebraucht verkaufen auch nicht, wenn Du dann lauter Okulare brauchst.
Die oben genannten Brennweiten würden alle gehen, wenn Du sie als Plössls für 20 Euro/Stück gebraucht anschaffst. Oder eben wir schauen, was vorhanden ist.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ludowica,

Könnte es hinderlich sein, wenn meine eigenen Pupillen immer sehr klein sind, auch bei Dunkelheit?
Hinderlich wär's, aber woher willst Du das wissen? Pupillen sind sehr flink, Du kannst nich mit der Taschenlampe nachgucken...

Mach Dir vor der Justage des Dobsons mal keine Bange, erlernbar und Du ahnst nicht, wieviele Leute "mit Werksjustage" schauen. Zeigt allemal mehr, als das jetzige Gerät. Aber es lohnt, das zu lernen, denn dadurch bekommt man erst volle Leistung. Für den Start wäre schon hilfreich, wenn Du bei irgendeiner Beobachtertruppe in der Nähe mal eine Justage erschnorren könntest. Das hält eine ganze Weile, solange Du nicht am Türrahmen hängen bleibst... Vielleicht sind da die langen Wimpern auch mal nützlich?

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ludowica,

so ein Zoom-Okular vereint verschiedene Brennweitenbereiche (häufig 7mm-21mm) in einem Okular, diese Brennweiten sind stufenlos durch drehen am Okular einstellbar. Man kann da preislich völlig austicken, aber:
Hier hilft dann auch wieder die Nachfrage im Shop. (was ist zu empfehlen? kann man das anstelle des Originalzubehörs beilegen?)

Bezüglich Werksjustage hatte ich auch schon Geräte die nicht nutzbar waren. Da ist Svens Vorschlag mit der Beobachtertruppe (Sternwartenverein?) in der Nähe zu erwägen. Zumal man in einem direkten Gespräch viel mehr erfährt als in den tausend Postings hier (wobei das auch weiterhilft).
Die Leute aus Sternwartenvereinen kenne ich als offene Gesellen, sind aber halt eher Nachtaktiv :)


MfG Stefan
 
HAllo Sven,

vielleicht könntest Du noch mit schreiben, was nicht hinhaut, da könnte man das revidieren, korrigieren (muss ja nicht in epische Schreiborgien abgleiten).
Da bekommt man eventuelle Verwirrungen hoffentlich in den Griff.

Gruß Stefan
 
Hallo Stefan,

Achso... ja, der Bezug kommt wohl etwas durcheinander mit gestaffelter Ansicht und Flat Ansicht. Aber ich denke das hat sich im Verlauf und Wechsel der Postings schon geklärt, was man ungefähr an Okularen braucht.

Clear Skies
Sven
 
Oh Mann, wie's aussieht ist mein letzter Text nicht gepostet worden. Weiß jetzt nicht mehr genau, was ich geschrieben hatte.

Zu den Pupillen: Meine Pupillen haben medikamentenbedingt tatsächlich fast immer Stecknadelkopfgröße und reagieren auch nicht auf Licht oder Dunkel, habs schon getestet, da ist nix mehr flink, die sind eng und bleibens dann auch. Zumindest ist das abends meist so, könnte ich eventuell anders legen - wie wirkt sich das denn aus?

Woran merk ich denn, ob ich mein Teleskop justieren muss?

Ich bin ein Bisschen frustriert. Hab den Saturn wieder gefunden und gut scharf stellen können, ging wieder sehr schnell - wenn ich die Sachen seh, krieg ich sie auch schnell ins Rohr. Aber außer Saturn gibts grad nicht soviel an Sichtbarem mit meinem Refraktor, weshalb ich M15 und M13 suchen wollte, aber da tritt das bereits angeschnittene Problem auf - wie find ich was, was man so nicht sieht??? Hab mich an Vega orientiert für M13 und eeeeewig das Hercules-Sternbild gesucht. Die App zeigt mir genau, wo's ist, aber wenn ich in den Himmel an die Stelle schau, erkenn ich einfach nichts von Hercules. Ist ja vermutlich bei den meisten Sachen so, dass man die nicht sieht mit dem bloßen Auge.

Danke für die ausführlichen Antworten. Kommen bestimmt noch paar Fragen.

Gute Nacht
L.
 
Die alten Hasen können darüber natürlich gut lachen, aber ich habe am Anfang Herkules auch lange gesucht: Da gibt's eine Menge Sterne, die ein Viereck bilden. Die Dimensionen am Himmel sind mit einer Karte schlecht vergleichbar. Wenn man ein Sternbild erstmal öfter gesehen hat, findet man es auch leicht wieder. Ich erkenne Herkules an der Asymmetrie.

Ob sich die Augen anpassen, erkennst Du daran, ob Du nach ca. 20 Minuten mehr am Himmel siehst als am Anfang. Du musst aber unbedingt helles Licht vermeiden, auch das smart phone. Ansonsten wird das nichts. Es muss so dunkel sein, dass Du idealerweise am Anfang die Hand vor Augen nicht siehst. Zur Orientierung hilft eine kleine, schwache rote Taschenlampe.

Außerdem gibt es Abende, wo der Himmel schlecht ist, abgesehen von denen mit hellem Mond. Wenn Du vom Sternbild Leier zwei Sterne siehst, dann siehst Du auch sonst eine Menge. Wenn Du alle vier siehst, geht einiges. Da Du Wega nun schon kennst, kannst Du Dich daran orientieren.

Michael
 
Naja so dunkel wirds hier leider nie sein. Ich trag das Teleskop immer schon extra ein Stück vom Haus weg und häng auf der Terrasse alle Solarlichter ab. Wir wohnen hier recht ruhig, aber das Licht der umliegenden Häuser und die zwei Laternen machen schon bisschen hell.

Ich hab einige Sternbilder schon entdeckt, aber Hercules...keine Chance.

Und wenn die Pupillen eng bleiben seh ich halt weniger? Wenn sie sich nicht sofort anpassen bleiben sie so klein, schon oft den Check gemacht.

Was auch ein Problem ist: ich bin ja schon auch immer ne Weile draußen - die ganze Zeot durch ein Auge schauen und eins zukneifen strengt an und gibt bestimmt Falten. Wie macht Ihr das? Ich dachte schon an ne Augenklappe.

Beste Grüße
Ludowica
 
Vielleicht könntet Ihr mir mal EIN Objekt empfehlen, das für mein aktuelles Teleskop geeignet ist und das nicht soo schwer zu finden ist. Ich weiß, es wurden schon einige empfohlen, aber ich konnte mich dann nicht entscheiden und habs dann immer nur kurz probiert, wenns nicht gleich ging. Ich muss mir echt EINS aussuchen und da dann dranbleiben. Welches wäre am geeignetsten?

Greets
Ludowica
 
Hallo Ludowica,

Die Laier ist durch Wega leicht zu finden, im Herkules haben fasst alle Sterne die Helligkeiten ähnlich der andereren Laiersterne
> https://upload.wikimedia.org/wikipe..._map.png/800px-Hercules_constellation_map.png <

und sind dadurch bei mässigem, + aufgehelltem Himmel schwieriger auszumachen.

Ich benutze dann immer ein 8x40 Feldstecher, um die richtigen Einstigssterne, z.B. Xi und Eta auf dessen Verbindungslinie M13 liegt besser zu finden!

Hat man die ausgemacht, kann man diese auch mit bloßem Auge halten und mit dem Sucher anpeilen!

Sind aber die Herkulessterne auch dann mit bloßem Auge nicht zu finden, ist die Suche nach M13 mit 60mm wenig erfolgreich!

Gruß Günter
 
Hallo Ludowica,

die Einschränkungen die von Medikamenten ausgehen kann hier vermutlich niemand sicher einschätzen. Das solltest Du mit dem besprechen, der Dir diese verschreibt.
Immerhin, es scheint ja nicht zur Nachtblindheit zu führen.
Die meisten Sterne-App's haben einen Nachtmodus, es wird dann alles rot dargestellt. Im Nachtmodus wird die Anpassung Deiner Augen an die Dunkelheit nicht gestört.
Ich hab mich auch gerne mal mit dem Pad rausgesetzt und Sterne gelernt. Alles braucht Zeit :)
Dabei hilft das Fernglas auch

Gruß Stefan
 
Amüsanter Thread, weil ich vieles noch gut nachvollziehen kann.

Habe mir gerade in der Apotheke eine Augenklappe für wucherische 1,14 ;) geholt, weil's Zuhalten tatsächlich nervt.
Danke für diesen Anstoß dazu.

 
Na da gibts nichts einzuschätzen, ich weiß ja wie's wirkt und dass die Pupillen definitiv klein bleiben,egal wie dunkel es ist, wenn die Einnahme nicht gerade sehr früh am Morgen ist. Es ging mir nicht darum, Medikamentenwirkungen einzuschätzen sondern wirklich nur darum, was kleine Pupillen beim Teleskopieren für Nachteile haben können - warum sie klein sind, ist ja im Prinzip egal.

War das mit der Augenklappe ein Witz? Also mich hat das Zukneifen letzte Nacht echt angestrengt, beginne dann irgendwann immer, mir das nichtschauende Auge zuzuhalten und wünsch mir in dem Moment immer ne Augenklappe :D

Gibts auch binokuläre Teleskope?

Mal noch ne ganz blöde Frage: Kennt Ihr irgendwelche abgespacten Musikstücke, die man nebenher laufen lassen kann? Irgendwas, das an Weltraum erinnert? Wär bestimmt noch atmosphärischer wenn man den visuellen Eindruck noch mit sowas untermalen könnte - hin und wieder mal. Meistens schätze ich die Stille der Nacht schon eher.

Liebe Grüße
Ludovica
 
Zitat von Ludowica:
...

War das mit der Augenklappe ein Witz? Also mich hat das Zukneifen letzte Nacht echt angestrengt, beginne dann irgendwann immer, mir das nichtschauende Auge zuzuhalten und wünsch mir in dem Moment immer ne Augenklappe :D

...

Liebe Grüße
Ludovica

Nein, ist definitiv kein Witz.
Hab' meine gerade mal ausprobiert. Ist bequem zu tragen weil gewölbt und ggü. einer Schießbrille deutlich einfacher und günstiger.

Nachtrag zum Soundtrack:

Ritt der Walküren aus Apocalypse Now, in Titel 5 reinhören :biggrin: :
https://www.amazon.de/Apocalypse-Now-Various/dp/B0000263H9

Nee, besser Raumschiff Enterprise in der Dauerschleife... :/
https://youtu.be/awH9FvLZUCo

https://www.youtube.com/watch?v=q3a4Cz3tRCU
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ok, ein Objekt, was man gut finden kann? Dann Albireo, ein bunter Doppelstern. Das Sternbild Schwan findest Du sicher gut und bekommst so auch einen Eindruck, wie Karte und Himmel zueinander passen, und Albireo kannst Du mit Deinem Teleskop sicher sehr gut sehen.

Vor allem liegt es nah bei Wega, die Du schon kennst, und mit Wega und dem Schwan als Orientierung hast Du eine Orientierung für ein paar weitere Objekte und wirst sicher auch Herkules bald finden können.

Michael
 
Ok danke. Vega ist für mich mit eines der hellsten Objekte am Nachthimmel und sehr präsent. Trotzdem finde ich die Objekte, die sich quasi über meinem Kopf befinden am schwersten zu finden. Egal, wo man sich hinstellt, man hat immer das Gefühl, direkt drunter zu sein.

Was ist denn dieses ganz helle Objekt im Westen? Bei uns hier immer das erste in der Richtung, das man leuchten sieht und das dominiert in der Richtung auch die meiste Zeit. Laut meiner App müsste es Arcturus sein - ist das möglich? Sah durch die Linsen aber nicht viel anders aus als mit dem Auge.

Kann man Jupiter eigentlich nur im Herbst/Winter sehen, wenns früher dunkel wird?

Danke soweit
Ludovica
 
Moin,

das könnte - abhängig von Uhrzeit / Erddrehung - Arcturus oder Jupiter sein. Planeten "blinken" im Vgl. zu Sternen nicht.

Arcturus / Arktur gehört mit zu den hellsten Sternen an unserem Nordhimmel, wie Vega, Sirius, Capella, Rigel...

Im Okular müsstest Du bei Arktur orange Anteile aufbliten sehen können, die hat Jupiter definitiv nicht.


Zur Orientierung:

Landkarten sind so orientiert, dass man sie gut lesen kann, wenn sie vor einem liegen. Die Drehbare Sternkarte dagegen funktioniert gut, wenn Du sie vor/über Dich hältst, dann kannst Du sie leichter mit dem Himmel vegleichen.
 
Hallo,

wenn die Pupillen klein bleiben kommt natürlich weniger Licht hinein. Aber wir hatten ja am Anfang schon mal über die Austrittspupille (AP)gesprochen. Die AP ist ein Maß für die Abbildungsgröße im Fokuspunkt. Alles was größer ist als die Irisöffnung geht verloren. Daher wird im allgemeinen gesagt, dass AP größer als 7mm nicht sinnvoll sind, weil die Iris kaum größer als 7mm öffnet und diese Öffnungsweite mit zunehmendem Alter auch noch abnimmt.
Für Dich heißt das, wenn Deine Pupillen nicht öffnen ist die für Dich wahrnehmbare AP eben entsprechend klein. Jetzt wäre die Frage wie klein, also mal beim Optiker vorbeigehen, wenn Du's so genau wissen willst.

...das drehbare Sternkarten ein schönes Instrument sind, naja vielleicht. Aber es gibt auch wirklich prima Apps. Da kann man sogar im Dunkeln die Namen lesen, Sternbilder einblenden :applaus: usw
drehbare Sternkarte, bloß wenn der Akku alle ist :pfeif:

Gruß Stefan
 
Hallo Ludowica,

ah, wo anfangen?

Augenklappe: Habe ich seit Jahren in der Kiste, aber...
Also in einem Astrobuch der Altvorderen stand mal drin, ich solle beide Augen offen lassen und lernen, mich auf das Beobachtungsauge zu konzentrieren. Aber ich denke zu Zeiten der Altvorderen war's noch recht dunkel in Deutschland. Ein Auge mit sanftem Finger zuhalten ist so eine Art Not-Methode. Als Newton-Gucker habe ich immer den weißen Tubus vor dem anderen Auge. Darum kleben manche in die Gegend schwarze Veloursfolie. Die Augenklappe - muss ich mir immer noch sanft mit dem Finger andrücken, denn es kommt nahe der Nase immer noch Licht durch, und wenn ich für Extrem-Beoabchtungen die Augenklappe einsetze, dann stört das. Merke: Augenklappe = Extremfall. Aber das bringt was. Probiere es einfach aus, letztendlich muss es für Dich bequem sein.

Nun zur Iris: Oder vielleicht mal kurz zu den ganzen Mechanismen. Damit wir im Dunkeln gut sehen, passiert zweierlei: Erstens geht normalerweise die Iris auf und lässt bei Erwachsenen mit 7mm Durchmesser viel Licht ins Auge. Zweitens baut sich langsam und solange kein weißes Licht drauf fällt eine Dunkeladaption auf - das ist Chemie auf der Netzhaut. 20 Minuten Dunkeladaption einer Beobachtergruppe kann man hervorragend vernichten durch einmal Zigarette anzünden mit Feuerstein anstelle Glüh-Feuerzeug. Dann kommt's drauf an, wie gut man mit der Truppe Freund ist...
Dunkeladaption nutzt also auch dann, wenn die Iris klein ist. Du scheinst vielleicht schon etwas davon zu spüren, weil Du die Lampen abhängst, aber weil von anderen Häusern noch welche da sind, erreichst Du sicher keine tiefe Adaption. Hier hilft ein Beobachtungstuch - kann ein dunkles Handtuch sein. Die Kunst ist, sich da so einzuwickeln, dass man darunter noch Frischluft kriegt, sonst macht's keinen Spaß.

Wenn Deine Iris auf 1mm zu ist, dann hast Du einen Lichtverlust von beinah 50x gegenüber voll geöffneter Iris. Ist einfach Flächenrechnung: 7mm zu Quadrat gegen 1mm zum Quadrat. (Die Pi-Formel für die Kreisfläche kürzt sich raus.)
Klingt katastrophal, aber: Wenn ins Teleskop ein Okular für 1mm AP eingesetzt wird, macht die höhere Vergrößerung das Bild genauso dunkel und es gibt eine ganze Reihe Deepsky-Objekte, die damit problemlos zu beobachten sind! Die Planeten sowieso. Was Dir also passiert ist, dass Deine "Übersichts-Okulare" kein so helles Bild zeigen, wie das andere Sternfreunde gewohnt sind. Der Witz ist: Das ist nicht nur schlecht. Weil: Viele Objekte heben sich mit 1mm AP sehr gut vom Himmelshintergrund ab, weil der dann pechschwarz ist. Bei 7mm AP sieht man sie nicht mehr, weil sie "absaufen", da der Himmelshintergrund grau erscheint.
Also, will sagen: Du kannst Durchaus mit dieser Einschränkung einiges an Beobachtungen machen. Wenn sich bezüglich der Medikamente was "tweaken" lässt, wegen Einnahmezeitpunkt, lass Dich vom Arzt informieren.

Weiter zu Objekten... Gut, das Suchen ist eine Art Hauptdisziplin. Sehr viele Sternfreunde gehen den Weg, sich da elektronisch helfen zu lassen. Leider wieder eine Preisfrage. Bei vielen kleinen Teleskopen geht dann alles Geld in die Elektronik... Was Du machen könntest, wäre die Push+ Dobson-Montierung ins Auge zu fassen. Die hat eine Klemmung für normale GP-Schienen, d.h. da passen viele Teleskope dran, bis maximal 200/1000 Newton. Ich fand die aber im Originalzustand sehr unhandlich und würde mindestens einen Tragegriff nachrüsten. Warum der bei dem Ding wohl fehlt?

Ansonsten ist der Weg, langsam die Sternbilder kennenzulernen. Ich finde heutzutage das Programm Stellarium (kostenlos) dazu interessant, weil es durch das 3D-Szenario auch eine Landschaft darstellt. Das hilft sehr beim Einschätzen der Größen am Himmel.

So, tja... ein Objekt zum Fokussieren drauf. Leicht zu finden auch noch. Ich würde in diesen Monaten M11 vorschlagen. Ein offener Sternhaufen, der beinah so dicht steht, wie ein Kugelsternhaufen. Dazu musst Du den Kopf des Adlers finden. Das geht über das Sommerdreieck. Das Sommerdreieck besteht aus den hellen Sternen Vega, Deneb und Altair. Mit Altair hast Du den Schwanz des Adlers. Der fliegt am Himmel abwärts, Kopf nach Unten. Das sind Sterne mit maximal 4. Größenklasse, die gehen auch aus der Stadt. M11 steht dann etwas unterhalb - schau es Dir in Stellarium an. Nimm die Abstände der Andern Sterne als Hilfe.

Am Winterhimmel wäre es übrigens viel einfacher: Orionnebel, Plejaden, H & Chi...

Ansonsten: Es gibt eine ganze Menge heller Objekte, die man mit höchster Vergrößerung beobachtet. Kleine planetarische Nebel sind oft auch hell. Kugelsternhaufen kommen auch in Frage. Von den größeren Gasnebeln in der Milchstraße sind nur wenige wirklich hell. Das kann ich kaum Einschätzen, eher nach Verdacht ausschließen. Helle Galaxien gibt es auch nicht so oft, aber M82 ist ein Beispiel. Galaxienkerne sind hell, aber machen wohl nicht soviel Spaß. Da müsstest Du mal selbst berichten, wieviel Du siehst, wenn Du sie zu finden gelernt hast.
Jedenfalls 70mm Öffnung und die Begrenzung auf 1mm AP sind heftig.

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen,

Danke nochmal für die Infos.

Also was für ein Okular wäre dann das beste für eine 1-2 mm weite Pupille?

Ich schau mir die Stellarium App noch an, bin mit mobile Observatory aber echt zufrieden. Hält man mit Nachtmodus in den Himmel und sieht dann, wo welche Sterne sind. Drum ärgerts mich ja so, dass ich Herkules trotzdem nicht erkenne.

Der helle Stern im Westen muss Arcturus sein, Jupiter ist um die Zeit immer schon ganz weit unten am Horizont.

Werd mir dann übermorgen auch ne Augenklappe holen. Würde es was bringen, wenn man z. B. kurz reingeht ins Licht, wenn man die Augenklappe dann aufs Beobachtungsauge schiebt, damit das dunkeladaptiert bleibt?

Ich hoff, ich find ne bequeme Augenklappe, die alles abdeckt. Das Problem mit den Wimpern hatte ich komischerweise nicht mehr und kanns auch nicht mehr erzeugen. An den Wimpern hat sich aber nichts geändert. Weiß nicht, was ich da am Anfang falsch gemacht hab.

Viele Grüße
Ludovica
 
Hallo Ludowica,

der helle Stern im Westen ist wahrscheinlich Arktur, er erscheint gelb-rötlich. Zwischen Arktur und Wega liegt der Herkules. Wenn Du das Trapez gefunden hast, das aus etwas schwächeren Sternen besteht, musst Du von Eta Herkulis in Richtung Zeta Herkulis schwenken und dann müsste M13 im Okular sein.

Viele Grüße,

Andreas
 
Braucht sie nicht, hat ja Mobile Observatory und muß nur Jupiter auswählen...
Die App ist für mich gefühlt "1000mal" besser als das Kosmos Jahrbuch.
 
Finde die App momentan auch ausreichend und gerade für Einsteiger gut. Einfacher als Handy in den Himmel halten und Sterne anzeigen lassen kann mans ja nicht haben. Man kann gewünschte Objekte sogar über die Suchfunktion eingeben und die App zeigt dann per Pfeil an, in welche Richtung man es bewegen muss, bis das Ojekt erscheint. Funktioniert allerdings bei schlechter Verbindung manchmal nicht einwandfrei.

Ich hab gestern erst entdeckt, dass die App ja sogar jeden Tag die geeigneten Beobachtungsobjekte vorschlägt :D

Am ersten Tag dachte ich "oh Gott, so viele Funktionen, da steig ich ja nie durch", aber war dann doch irgendwie selbsterklärend und jetzt gehts ganz easy.

Wobei ich mit manchen Grad-Angaben und Diagrammen wirklich nichts anfangen kann.

Kennt Ihr noch ne bessere App? Denke aber nicht, dass ich für meine Zwecke in näherer Zukunft noch ne bessere App brauchen werde.

Clear Skies
Ludovica
 
Hallo,

es bringt nix, wenn Du die Augenklappe auf einem Auge hast und mit dem anderen Auge in's Helle gehst. Die Augen reagieren miteinander, heißt: Wenn das eine Auge auf hell stellt, stellt das andere Auge auch auf hell.

mfg

 
Ok, das hatte ich befürchtet, danke.
Aber für's Durchschauen ist es dennoch komfortabler denk ich.
 
Hallo Stefan,
Zitat von StReiter1309:
Hallo,...es bringt nix...Die Augen reagieren miteinander, heißt: Wenn das eine Auge auf hell stellt, stellt das andere Auge auch auf hell.
wo hast Du denn diese Weisheit her?
Die Augen reagieren auf Helligkeitsreize völlig autark also voneinander unabhängig.
Wäre ja schlimm wenns anders wäre, könnte man ja kaum hinreichend schnell auf Licht ind Schatten reagieren.

Probiers doch einfach aus:
1. Mach mal in einem Zimmer ziemlich dunkel(Rolladen runter).
2. Dann gehst mal auf den sonnenhellen Balkon, hältst dir mit einer Hand ein Auge zu(1Min. genügt).Danach mit zugehaltenen Auge ins dunkle Zimmer zurück und du siehst mit dem hellen Auge so gut wie nichts. Jetzt mach mal die Hand vom zu gehaltenen Auge weg, und...

 
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