Teleskopmount und automatischer Nachführung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Guten Abend! Tut mir leid, wenn ich heute nicht antworten kann. Bei uns ist in der Firma eine Megakrise aufgepoppt, die wir sofort lösen müssen. Ich hab alles von Sony. Alpha 7 Serie. Ich setz mich Morgen Nachmittag nach dem Aufstehen oder abends dran.
Susann
 
Hallo Susann

Das ist eine Vollformatkamera. Da sollte es schon ein 2,5" Auszug sein, damit nichts vignettiert. Es geht sicher auch mit 2" Auszügen, aber die Kalibration ist dann entsprechend anspruchsvoller. Je größer die Blende, desto stärker der Effekt. Ansonsten sind die meisten Modelle der Reihe top für Astrofotografie. Meine Erfahrung ist allerdings, dass die Softwareanbindung nicht so stabil ist, wie mit dezidierten Astrokameras. Für einen vollautomatischen Remotebetrieb sind Consumer Kameras daher nicht so gut geeignet. Solange man dabei ist, ist das aber kein Problem.

Wenn deine Kamera große Pixel hat, kannst du ordentlich Brennweite verwenden. Über einen Meter Brennweite macht meiner Erfahrung nach aber auch dann kaum noch Sinn. Mehr Brennweite, heißt aber in der Regel auch ein größeres Teleskop mit mehr Masse und Hebel. Wenn dann mal etwas Wind geht, kann die Montierung ruhig weit weg von ihrer Tragkraft sein und trotzdem Probleme bekommen, während das mit weniger Brennweite und derselben Masse keinerlei Probleme macht.

Das ist dann am Ende auch eine Frage der Kraft. Als groben Test kannst du dir ein Gewicht nehmen und das mit ausgestreckten Armen in der horizontalen vor dich halten. Ein Gewicht, das du so mehrere Sekunden sauber halten kannst, ist auch eins, dass du am Teleskop problemlos bewältigen kannst.

Werd dann bei dem Umi-Mount bleiben. Habe vorhin einen neuwertigen über die Nachrichten angeboten bekommen, der noch dazu ganz nah bei mir wohnt.
Da muss dir halt klar sein, dass das die Katze im Sack ist. Die Montierung ist noch relativ unbekannt und kommt aus dem Direktvertrieb eines winzigen Unternehmens in China. Rein rechtlich hast du Garantieanspruch, praktisch beruht das alles auf Kulanz, da du es rechtlich nicht einfordern kannst. Derjenige der das gebraucht verkauft, kann das Teil eigentlich nur so kurz gehabt haben, dass er es gar nicht richtig nutzen konnte. Da würde ich mich fragen, weshalb der das nun gleich wieder loshaben will. Ich würde mir vor Ort zeigen lassen, dass das komplette Setup überhaupt funktioniert. Also Guiding, Platesolving, Goto usw.

Schau auch erstmal im entsprechenden UMI 17 Thread hier, ob das Gefrickel überhaupt etwas für dich ist.

Das Teil wird hier immer wieder aggressiv gegenüber Anfängern promotet, weil es hauptsächlich billig ist. Aber ich habe bisher genau NULL gute Aufnahmen gesehen, die mit dem Teil gemacht wurden. Man findet nur mal ein paar Testbilder oder Guiding Graphen auf kurzen Zeitskalen, die ich mit meiner angestaubten und btw nicht mal besonders gut laufenden EQ6-R, die nun seit 5 Jahren permanent im Freien steht, locker toppen kann. Aber wenn es um wirklich fertige Bilder geht, halten die sich alle bedeckt. Genug Gelegenheit gab es mittlerweile. Trotzdem kommt da überhaupt nichts außer Testbildern und ein paar Diskussionen wie man das Zeug softwaretechnisch so zusammen frickelt, dass es funktioniert.

Als Anfänger kann ich dir nur raten auf bewährte Lösungen zu setzen. Die sind nicht veraltet, die sind bewährt und haben sich stetig weiter entwickelt. Damit haben sehr viele Leute sehr viele sehr gute Aufnahmen gemacht. Entsprechend hat man in der Community auch die Chance eher Hilfe zu finden, falls doch mal etwas nicht klappt, als bei irgendwelchen Noname Systemen aus Garagenfirmen in China.

Und schaue auch ruhig mal in den Profilen der Leute nach, die dir Ratschläge geben. Wenn da einer selbst erst seit ein paar Monaten unterwegs ist, oder so tut als ob er alles weiß, aber in Sachen Bildern nichts vorzuweisen hast, wäre ich vorsichtig. Bei den Leuten, die hier Bilder zeigen, kannst du dir ein Bild machen, mit welchen Setups die unterwegs sind und wie gut das funktioniert. Bei den anderen ist das wie schon gesagt die Katze im Sack.

Grüße,
Joachim
 
Hallo Joachim

Mit der bewährten Skywatcher EQ8 lief bei mir auf La Palma gar nichts, obwohl ich mehrere Möglichkeiten hatte, weder Eqdir Bluetooth noch USB Eqdir hat zuverlässig funktioniert, wenn 30 Jahre alte Treiber bewährt sind ok, aber die Skywatcher am Komputer zu betreiben beruht nur auf brüchigen Krücken.
Anständige Monti hat USB Anschluss und funktionierende Treiber vom Hersteller.

Gruß Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
Anständige Monti hat USB Anschluss und funktionierende Treiber vom Hersteller.
Ich weiss ja nicht, was du da gemacht hast, über die EQ's sind wohl softwaretechnisch mit die best-unterstütztesten Montierungen überhaupt. Das einzige, was man da falsch machen kann, ist es, den billigsten USB/Serial-Konverter dranzuhängen, den man finden kann.

Anständige Monti hat USB Anschluss und funktionierende Treiber vom Hersteller.
Wenn ich zwischen GreenSwamp, EQMod oder irgendeiner Herstellersoftware wählen darf, dürften die ersten beiden meine erste Wahl sein.
Und was meinst du, was hinter der USB-Buchse bei den meisten Montierungen steckt? Ein simpler USB->Seriell Konverter. Ob ich den nun im Mount drin habe oder draussen dran, spielt für mich keine Rolle.
Allerdings gibt es klassische RS232 bei neuen Montierungen eh so gut wie nicht mehr.

Andererseits: Wenn Gewicht ein wichtiger Punkt ist, sind HarmonicDrives schon spannend. Sie haben aber halt nicht nur Vorteile. Gerade als Anfänger würde ich aber etwas nehmen, was in grösseren Stückzahlen im Gebrauch ist und auch bei einem Händler um die Ecke kaufen. Wenn du eh mit 5-stelligem Einsatz rechnest, dann würde ich nicht gerade einen exotischen China-Mount reinsetzen.
 
Wenn ich zwischen GreenSwamp, EQMod oder irgendeiner Herstellersoftware wählen darf, dürften die ersten beiden meine erste Wahl sein.
Und was meinst du, was hinter der USB-Buchse bei den meisten Montierungen steckt? Ein simpler USB->Seriell Konverter. Ob ich den nun im Mount drin habe oder draussen dran, spielt für mich keine Rolle.
Allerdings gibt es klassische RS232 bei neuen Montierungen eh so gut wie nicht
Es war mal nur Windows das Bluethoot auf Seriell zerschossen hat,
Ja du nimmst eben alles bloß nicht das vom Hersteller, der alte Synatreiber stürtzte ab wenn da sein selbst erstelltes Steuerkreuz benutzt hast. Läuft mit Fremdtreibern besser so Windows will.

Die Umi , na könnte sein wird in irgendeiner Garage zusammengesetzt, die Hardware bekommt man in China schon als Kleinserie günstig. Das bedeutet das Ding könnte so schnell vom Markt verschwinden wie es kam, da ist nicht mal eine eigene Internetseite. Geht wirklich nur über den Preis.
Störend find ich die fehlenden Endschalter

Gruß Frank
 
Ich sag mal danke für die Nachrichten. Ich habe die letzten Tage so an die 25 verschiedenen Produktratschläge für Mount und Teleskop erhalten. Diese werde ich abarbeiten und mich in einem Astroclub umschauen. Diese scheinen einige der angeratenen Gerätschaften zu besitzen. Aber selbst dort gibt es Diskussionen zwischen den harmonischen Mount Befürwortern und Gegnern. Auch was die Wahl des richtigen Beginnerteleskops ist. Ich schau mir mal die vorhandene Ausrüstungen dort an und entscheide mich dann. Man zeigt mir dann auch, wie die Geräte aufzubauen sind und wie man sie mehr oder weniger leicht einnordet und bedient. Zwo Asi Air und die Software NINA werden betrieben. Also alles, was ich mir in meiner Liste notiert habe.
Viele Grüße
Susann
 
Ich geb auch mal meinen Senf dazu:
An deiner Stelle würd ich mit der Brennweite nicht so hoch gehen! Sehr sehr viele Nebel sind perfekt mit rund 300-500mm Brennweite abzulichten. Ein 80er APO Douplet mit F7 reicht dafür also dicke! Mit 0.8 reducer ist das ganze dann schon fast perfekt. An das ganze hängst du dir erstmal eine gebrauchte Systemkamera mit H-Alpha modifiziertem APSC-Sensor - zumindest, wenn du nicht das Geld für ne Astrocam ausgeben möchtest. Bei der Brennweite jenseits der 250mm kommst du leider wohl kaum ums Guiding herum. Sprich in den sauren Apfel musst du leider beißen, und da auch noch Geld in die Hand nehmen. Ich persönlich liebe meine ASIair plus, die es als Kombi mit Guidescope und Guidecam zu kaufen gibt. Darauf achten, dass du dann aber nachher nur ZWO Kameras damit betreiben kannst, und du bei den DSLRs zwar ebenfalls viele damit ansteuern kannst, du aber eben beim Gebrauchtkauf einer Kamera auf die Kompatibilität achten musst.
Schwieriger wirds bei der Nachführung.
Solange du die 5kg nicht überschreitest, kannst du eigentlich entspannt zur sehr günstigen Star Adventurer GTI greifen. Die arbeitet super mit der ASIair zusammen! Evtl. macht es Sinn beim Teleskop die Brennweite sogar eher nur bei Rund 300mm zu wählen, dann hast du gar keine Probleme…

Es geht IMMER größer höher weiter! Aber mit obiger Ausrüstung kannst du SEHR VIELE schöne Objekte wunderbar ablichten!!
 
Aber selbst dort gibt es Diskussionen zwischen den harmonischen Mount Befürwortern und Gegnern.
Ja, das war zu erwarten ;-) Ich würde weder das eine noch das andere grundsätzlich empfehlen. Es kommt halt ganz darauf an, was dir wichtig ist. Für "dicke Teleskope" ist eine "klassische" Montierung wohl immer noch das beste, wenn das Equipment aber nicht allzu schwer ist, sind die schon eine Überlegung wert.

Wichtig bei den ganzen Empfehlungen: Überlege dir, was die Person, die etwas empfohlen hat, vermutlich macht und ob das für dich passt. Denn was für den einen Anwendungsfall perfekt ist, muss für einen anderen nicht so toll sein.

In jedem Fall mal ins Thema Guiding einlesen.

CS, Daniel
 
Aber selbst dort gibt es Diskussionen zwischen den harmonischen Mount Befürwortern und Gegnern.
Es geht nicht um harmonisch oder parallaktisch. Das sind beides bewährte Systeme, mit denen Leute nachweislich erfolgreich gute Astrofotos gemacht haben. Diese Systeme haben beide ihre Vor- und Nachteile. Es geht darum, ob das Produkt bewährt ist oder nicht.

Bei einem Astroclub vorbei zu schauen, ist sicher eine gute Idee. Da kannst du die Teile auch mal in die Hand nehmen und für dich entscheiden, ob du mit dem Gewicht umgehen kannst. Das Gewicht der Montierung finde ich nicht mal so gravierend. Meine mobile Montierung wiegt aufgebaut so 15-20kg. Die Trage ich einfach inklusive Stativ und Gegengewicht in trockene, wenn ich sie den Tag darauf wieder verwenden will. Da kann man auch mal anstoßen. Die ist nicht so empfindlich. Mein Fototeleskop kommt mit allem auf 11-12kg. Da wollte ich nicht mehr jonglieren. Da ist nämlich alles empfindlich. Wenn dir das wegrutscht oder anstößt, kann es teuer werden.

Mein Fototeleskop hat übrigens 1m Brennweite. Die nutze ich aber so gut wie nie. Auch nicht mit der Vollformat. Ich arbeite immer bei ca. 800mm. In 90% bringt mir die volle Brennweite eher Nachteile, da ich wegen des Seeings keine bessere Auflösung hinbekomme und weniger Signal durch die kleine Blende habe. Das Bild mit der vollen Brennweite ist also in 9 von 10 Fällen schlechter als das mit dem Reducer. Selbst die 800mm sind in der Hälfte der Fälle zu viel, wenn die Kamera kleine Pixel hat. Mit den großen Pixeln der Canon R kann ich die 800mm aber fast immer voll ausnutzen.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben