Teleskopwahl hauptsächlich Planeten vom Balkon

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tonabnehmer

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Hallo Sternenfrenude,

nach langem Hin und Her und einigen Gesprächen mit meiner Freundin haben wir uns aus verschiedenen Gründen vom transportabelen Teleskop verabschiedet. Wir wollen nun viel mehr ein Teleskop anschaffen, dass dort eingesetzt wird, wo wir realistischerweise am ehesten und häufigsten spechteln: der heimische Balkon. Von dort wollen wir uns hauptsächlich auf Mond und Planeten und ggf. Sonne konzentrieren. Im Winter auch den Orionnebel.

Das nächste Teleskop soll im Wesentlichen vier Bedingungen erfüllen:

1) sehr gute Eignung für Mond- und Planetenbeobachtung

2) deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Lidl
Ich möchte am Jupiter mehr sehen als nur die beiden Hauptbänder. Der GRF ist mir im Lidl noch verborgen geblieben. Am Mars habe ich im Lidl nichtmal eine Polkappe eindeutig erkennen können. Das geht sicher besser. Am Mond sollen fantastische Spaziergänge möglich sein.

3) kompakte Abmaße, da wir nicht viel Stauraum haben
Ein Mak wäre super, ein 6" f/6 Newton schon das Maximum.

4) mit Montierung sollte das Teleskop nicht mehr als 500 Euro kosten, die absolute Obergrenze liegt mit längerem Sparen bei 850 Euro

Dazu habe ich folgende Fragen:

a) Montierung
Für die hohen Vergrößerungen nimmt man am besten eine parallaktische Montierung. Macht das auf einem Balkon mit Blickrichtung Süden Sinn? Das Einnorden würde ja nur grob erfolgen können.

b) Motorsteuerung
Eine Motorsteuerung führt das Teleskop ständig automatisch nach, so daß das Objekt stets im Blickpunkt bleibt? Gibt es Motorsteuerungen auch in leise? Ein Freund von mir hat einen Meade Mak 90 mit GoTo und den Lärm möchte ich meinen Nachbarn nicht durch's Schlafzimmerfenster jagen. Eine manuelle Bedienung der Motorsteuerung stelle ich mir für Mondspaziergänge sehr schön und entspannt vor. Könnte ich damit von Krater zu Krater schwenken und von Meer zu Meer?

c) Teleskopwahl
Im Auge habe ich derzeit einen Mak 127 auf EQ3-2. Die teurere Variante wäre ein Mak 150 auf EQ5. Lohnt sich der deutlich teurere Mak 150 gegenüber dem Mak 127 oder ist der Mak 127 schon eingroßer Schritt nach dem Lidl? Würde ich mich beim Mak 127 vielleicht in einem Jahr ärgern das ich den Mak 150 nicht gekauft habe? Für einen Mak spricht auch die Möglichkeit, Bino Ansätze ohne Probleme verwenden zu können. Später vielleicht eine interessante Option.
Die alternativen (preislich), die ich derzeit sehe, sind Newtons. Ein 6" f/5 dürfte wohl für meinen Zweck ein eher schlechtes Öffnungsverhältnis gegenüber einem Mak 127 haben, dafür aber das Plus an Öffnung. Wie seht Ihr das? Und wie wäre ein 6" f/6 Newton gegenüber dem Mak 127 einzuordnen. Und wie wären beide Newtons im Vergleich zum Mak 150?
Dann wären da noch die langen FHs. Preislich auf dem Niveau der Newtons, jedoch mit weniger Öffnung und Farbfehler. Dafür ohne Obstruktion und besserem(?) Kontrast.

Ich bedanke mich für Eure Engelsgeduld!

CS,
Marcus
 
Hallo Marcus,

hier gab es eine ähnliche Fragestellung, vielleicht hilft das ja schonmal weiter: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/729397/Teleskopwahl_fur_die_Gro_stadt#Post729397

Ansonsten: der 6"f6 GSO Newton mit der Rockerbox von Günther *entfernt* bietet in dieser Größe das beste Preis-Leistungsverhältnis, fehlt nur ein stabiler Tisch/Kiste zum Rockerbox draufstellen und man kann sehr bequem beobachten. Bei Vergrößerungen von 200x und mehr mit der Hand nachzuführen hört sich viel schwerer an als es ist, ich denke das hat fast jeder nach wenigen Abenden im Griff. Der f6 Newton bietet größere Felder als der Mak und läßt sich sehr leicht visuell optimieren, Veloursauskleidung, evtl Lüfter, das "übliche" halt. Günther hat seinem noch einen kleineren 40mm Fangspiegel spendiert, dann hat man ein ziemlich gutes visuelles Teleskop ohne viele Kompromisse einzugehen und es bleibt bei eurem angedachten Budget noch genügend Geld für vernünftige Okulare (Gebrauchtmarkt im Auge behalten). Wäre meine Empfehlung. Ich denke ein Stativ mit Montierung auf einem Balkon ist eher weniger praktikabel als so ein von der Größe noch überschaubarer Dobson.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Marcus,
Zu 1) Wie wäre es denn mit einem Refraktor z.B mit diesem
oder mit diesem ?

2) Kann ich nichts zu sagen, weil ich nicht weiß welches Teleskop du meinst.

3) Die dürften ähnliche Maße wie ein 6" Newton haben.

4) Das 102/1000 liegt dann ja wohl so gerade im Budget :)

a) Also ich richte meine Montierung auch immer nur mit einem Kompass aus und stell dann noch die Gradzahl ein, also ich benutze keine Polsucher und das klappt eigentlich trotzdem ganz gut. Wenn ich die mal nicht ganz so genau ausgerichtet hab muss ich eben noch ein bisschen nach korigieren.

b)Also Nachführmotoren halten das Objekt normaler weise im Blickpunkt (kommt natürlich dann drauf an wie genau man die Montierung ausgerichtet hat). Diese GoTo Motoren sind lauter da sie ja auch richtig schnell laufen, Nachführmotoren sind deutlich leiser (so weit ich weiß), da sie auch viel langsamer laufen. (Ich habe mir die, zu der Mon2 passenden, Nachführmotoren gekauft. Die sind sehr leise und sie laufen auch schnell genug um damit den Mond ab zufahren.)

CS
Felix
 
Hallo Felix,

die von Dir genannten Teleskope haben Achromate als Objektiv und sind bekannterweise nicht für hohe Vergrößerungen, wie sie für Planeten erforderlich sind, geeignet (Farbfehler). Sie sind gut für die Übersicht und die Betrachtung größerflächiger Deep-Sky-Objekte.

Gruß

Kurt
 
Hallo Kurt,

wenn er vom Balkon Planeten mit hoher Vergrößerung beobachten will, wird der Farbfehler(bei F9,8) für ihn wohl dass geringere Problem darstellen ;-)

Hallo Marcus,

diesen haben auch einige User hier:

http://www.teleskop-express.de/shop...02-1100mm---2--Crayford---Deluxe-Version.html

Sind damit, laut eigenen Aussagen, sehr zufrieden.
Eine stabile Montierung darf`s aber sein!

Das Ausrichten der Montierung geht bei mir genau so problemlos wie bei Felix.


VG,
Michael
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Micha,

vergiss nicht daß das Teleskop handlich sein soll und ein 6"f6 das Maximun darstellt, damit fallen Refraktoren eigentlich aus - außer ein ED der bei erträglicher Baulänge wenig Farbfehler zeigt. Ist nur leider nicht so richtig kompatibel mit dem angedachten Budget, zumindest bei vernünftiger Öffnung. Ich halte in diesem Fall ein Spiegeldings für sinnvoller, Mak oder Newton sei dahingestellt, vor allem durch das mögliche Mehr an öffnung. Ob paralaktisch oder nicht ist Geschmackssache, ich würde mich nicht auf einem Balkon mit Stativ und evtl Tubus umschlagen herumärgern wollen, außerdem: bei Planeten geht es um hohe Vergrößerungen, da ist es auch wieder Geschmackssache ob man sich eher mit einer fast immer zu wackeligen Montierung eines Standartpaketes herumschlägt die automatisch nachführt oder mit dem Schubsen beim Dobs nicht klarkommt...muß man ausprobieren.

Marcus,

läuft unter dem Strich auf dieselbe Empfehlung wie immer hinaus: Volkssternwarte oder andere Beobachter in der Nähe suchen, selber ausprobieren!


Viele Grüße Felix
 
Hallo Michael,

da hast Du sicher recht. In diesem Fall ist der Farbfehhler nur eine von mehreren Unzulänglichkeiten. Nur, wenn man mich nach einem Planetenteleskop fragen würde, käme ich niemals auf die Idee, einen Achromat vorzuschlagen. Diejenigen die damit zufrieden sind, haben vielleicht noch nie durch ein hochwertiges Gerät geschaut. Ich wäre jedenfalls nicht zufrieden. Vielleicht bin ich verwöhnt (u.a. TEC 140 APO).

Gruß

Kurt
 
Hallo,

danke für die ersten Antworten. Ein Achromat käme prinzipiell in Frage. Die Frage ist, wie schlägt sich ein 4" Achromat im Vergleich zum anvisierten 5" Mak und den anderen genannten?

Danke und Grüße,
Marcus
 
Hallo Kurt und Felix,

>>
-- Wenig Farbfehler durch längere Brennweite ...

-- Einschiebbare Taukappe. Transportlänge ist dadurch kürzer, als bei einem "normalen" f/10 Refraktor

-- Tubuslänge: 98cm

-- Tubusgewicht: 5.4 kg ... <<

Klar, Marcus muss wissen, ob so ein Gerät für ihn noch transportabel ist. Die Besitzer dieser Geräte scheinen jedoch sehr zufrieden mit ihnen zu sein. Deshalb auch mein Hinweis darauf. Dass es langbrennweitige Achromate kaum noch gib, wird auch hier im Forum immer wieder beklagt. Dann sollte man die wenigen, welche noch gebaut werden, auch mal empfehlen. Gerade für den gewünschten Einsatzzweck. Eine stabile Montierung mahnte ich bereits an (Natürlich kommt es auf die Größe des Balkons an). Diese mag vom Gewicht her höher sein als eine Rockerbox, aber dafür ist sie ja auch zerlegbar. Ob es Markus liegt, besonders bei hohen Vergrößerungen, seinem Zielobjekt hinterherzuschubsen, muss er selbst ausprobieren. Deshalb ist der Rat, eine Beobachtergruppe aufzusuchen, nicht verkehrt.

VG,
Michael

Ps.: Für Marcus noch einen Link:

http://www.balkonsternwarten-netzwerk.de/portal.php

Pps.: Kurt, ich habe eine wunderschönen Jupiter durch einen 130er Zeiss OPA gesehen. Ein Traum!
Trotz dem schmeiße ich meine kleine 63mm Röhre und den 130er Billignewton nicht weg. Noch nicht! ;)
 
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Hallo Micha,

keine Frage, ein fast f11 ist schon nicht schlecht, für Planeten müßte es aber eigentlich schon etwas noch längeres sein wie z.B. der Antares 105/1500, aber das lange Ding bezahlbar auch nur halbwegs vernünftig zu montieren...das wird frühestens ab HEQ5, besser EQ6 etwas. Eine geliehene CAM hatte bei meinem 80/1500 Refraktor keine Chance mal mit dem Wackeln auf zu hören, war schlicht Grützkram damit zu beobachten ;). Jetzt sitzt der lange Refraktor auf etwas das ich sehr billig schnappen und als sehr frühe ALT 5 identifizieren konnte, klappt prima! Aber wem soll man so etwas für den Balkon empfehlen?

Das Dilemma: an Jupiter z.B. wird der Farbfehler nicht unbedingt auffallen, aber wenn man das erste mal durch ein Teleskop ohne Farbfehler schaut sieht man was man vorher alles nicht gesehen hat - und dann kommt die Entäuschung und das nächste Teleskop...und: 100mm Öffnung zeigen natürlich mehr als ein Lidlskope, aber ein 5" oder 6" Spiegel ist nochmal deutlich leistungsfähiger.

Ein halbwegs handlicher Refraktor der sicher nicht schlecht für Planetenbeobachtung geeignet ist wäre dieser hier, allerdings leider nicht mehr im Budget...: http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p2423_Aktion-Neugeraet---Skywatcher-PRO-ED-102-900mm-OTA.html ein 100mm f9 ED sollte nahezu farbrein sein solange man nicht sinnlos immer weiter vergrößert.


Viele Grüße Felix
 
Was ist eigentlich mit dem 90er ED?
Gibt`s den noch?

Wie du sagst: Es geht um ein transportables Teleskop und Beobachtung vom Balkon (Stadt?). Da ist eh nix mit "Höchstleistungen"
Ich habe auch nichts gegen Newtons oder Maks. Aber es liegt auch nicht jeden (mich eingeschlossen ;( ) zu justieren und optimieren(Newton). Ist ja auch nicht kostenlos zu haben bis auf die Anleitung ;-). Und der Mak ist zu speziell (ok, für seinen Zweck. Aber: bleibt`s dabei)+ längere Auskühlzeit.
Eine Rockerbox auf dem Balkon mit Tischchen oder Kiste drunter? :gutefrage: Du stehst vorn an der Balkonbrüstung! Es gilt striktes Alkoholverbot! :totlach2: Da ist eine Montierung angenehmer (sicherer :/ ), natürlich nur, wenn diese ausreichen dimensioniert ist und es der Balkon zulässt.

VG,
Michael
 
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Hallo,

wenn ein 105/1500 Antares zu lang für eine günstige Montierung und den Balkon, aber zur Beobachtung von Planeten gut ist, könnte man ja über einen Faltrefraktorselbstbau nachdenken. Wolfi hat dieses Objektiv im Angebot. Mit zwei passenden Fangspiegeln, einem Okularauszug und einer EQ 5 sollte das noch im Budget liegen.

Gruß André
 
Hallo Marcus,
nach meinen Erfahrungen macht sich ein MC an Planeten sehr gut. Ich habe einen Vixen Fl80, der eignet sich auch hervorragend als Balkongerät. Kurzbauend, kommt mit kleiner Montierung aus. Aber leider vertrage ich kaum noch eine AP kleiner 0,5 - da ist dann eben bei 160-fach Schluss.
Aus diesem Grund habe ich mir ein 6" MC zugelegt. Schönes helles, scharfes Bild bis über 200-fach, dazu noch farbfehlerfrei. Die GP trägt den Mak (5,5kg) ohne zu murren.
Wie sich dazu beispielsweise ein 5" Skywatcher macht kann ich nicht sagen. Meiner ist ein Intes.
Gebraucht erworben lagen Mak und GP unter der von Dir angegebenen Schmerzgrenze von 850,- Euro.
Gestern Abend hatte ich mit meinem 6" f/5 Reisedobson Epsilon in der Leier betrachtet. Sauber getrennte Doppelsterne bei ca. 200-fach, auch den Saturn habe ich damit noch in guter Erinnerung. Wenn der Spiegel gut ist, sollte also der von Dir angesprochene f/6 eine gute Option sein.
Übrigens, mit 6" und einem UHC-Filter kann man in der Stadt auch Deep Sky-Objekte erspähen, die man mit einem 4" Refraktor kaum noch sieht.

Zuvor hatte ich auch geglaubt, obstruktionsbehaftete Optiken seien nichts für Planetenbeobachtungen - erst recht, wenn es sich um Cassegrains und Newtons mit schneller als f/6 handelt.
Wenn es dir gelingt, einen selektierten Chinanewton zu erhalten, wird Dich das Gerät bestimmt nicht für den von Dir avisierten Einsatzzweck enttäuschen.
ist der Mak 127 schon ein großer Schritt nach dem Lidl?
Gar keine Frage, ein 5" Mak sollte eine doppelte Vergrößerung gegenüber dem Lidl erzielen.

Viel Glück!
Hans-Jürgen
 
Hallo Michael,

keine Ahnung ob es den 90mm ED noch gibt, mir war nur vor kurzem der 100/900 aufgefallen, für den jetzigen Schnäppchenpreis ein sehr schönes Teleskop!

die Justage ist beim Newton halb so wild. Klar, beim ersten mal gehen da schon zwei oder drei Stunden druaf, das ist halt der Preis für die große günstige Öffnung. Aber: normalerweise halten vor allem die kleineren Newtons die Justage recht lange und gut ohne ständig nachjustiert zu werden, das heißt einmal im Jahr einen Newton-Fan mit einer Kanne Kaffee bestechen und gut ist... :/

Ich bin auch irgendwo Refraktorfan, etwas größeres als der 80/1500 z.B. der Antares 105/1500 oder ein 5"f15 auf der ALT wäre was ganz feines. Nur die Tatsache daß es beim Newton viel mehr Leistung für viel weniger Geld gibt hat mich zum Spiegel getrieben.


Viele Grüße Felix


P.S.: Balkonien ist immer kompromissbehaftet, entweder man fällt mit dem Dobson über die Brüstung oder verwickelt sich im Stativ und haut sich mit dem Gegengewicht den Schädel ein...ideal wäre ein platzsparende fest montierte Säule mit einer azimutalen Montierung (so grob Richtung Giro) mit etwas kurzem (Mak oder ED ) drauf...
 
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Hallo zusammen,

hier scheint sich ja die Refraktor Fraktion versammelt zu haben ;-)

Also von Gewicht/Hebel und daraus resultierend die Montierungsanforderungen kommen eigentlich nur die Refraktoren um 100mm Öffnung in Frage. Ob eine EQ5 einen Antares Elite 127 mit 8kg und 115cm ausreichend hält, weiß ich nicht. So oder so, das Ding ist schon ein Brummer und mit zwei Personen auf dem Balkon dann doch eher unhandlich.

Ob ein 4" Refraktor mit einem 5" Mak mithalten kann, ist fraglich. Vermutlich wiegen sich im für den Refraktor günstigsten Fall die Vor- und Nachteile gegeneinander auf. Vergleich: http://www.astro-foren.de/archive/index.php?t-6678.html. Oder sehe ich das falsch?

Der 4" f/9 ED liegt preislich nah beim 6" Mak. Wer hat denn hier die Nase vorn?

Der 6" f/6 Newton auf Rockerbox ist mit Abstand die preiswerteste Variante bei ordentlich Öffnung. Jedoch fehlt hier die Möglichkeit eine motorisierte Nachführung einzubauen und ein Bino Ansatz ist komplizierter.

@ Hans-Jürgen
Danke für den Tip mit dem Intes im Biete-Forum. Meine Anschaffung soll jetzt durchgeplant werden, aber wegen den Finanzen erst im Herbst erfolgen.

Danke und CS,
Marcus
 
Hallo Marcus,

beim Vergleich 4"f9 ED gegen 6" Mak wird der Mak vorne liegen. 4" Refraktor gegen 5" Mak wird genauso ausgehen.

Zum 6"f6 Newton stellt sich die Frage ob man eine motorisierte Nachführung wirklich braucht. Ich beobachte auch Mond und Planeten mit einem 8"f6 bei hohen vergrößerungen und habe eine Nachführung noch nicht wirklich vermißt. Google mal nach EQ-Plattform bzw. äquatorialplattform, das wäre eine Variante eine Rockerbox zu verwenden und trotzdem eine Nachführung mit Motor zu haben. Mehr Komfort beim Beobachten bietet ein Nachführung natürlich, die Frage ist auf welcher Montierung ein 6"f6 wirklich stabil getragen wird. Matthias hat sich die Mühe gemacht und etliches zusammen getragen, hier: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/550992/Welche_Monti_nutzt_ihr#Post550992 ist der dazugehörige Thread, da wirst Du auch den Link zu der entstandenen Übersichtsseite finden.

Mal ne Frage: wie groß ist Dein Balkon? Dann kann man eher abschätzen was Sinn macht und was nicht...


Viele Grüße Felix
 
Hallo,

dann werde ich die Refraktor-Fraktion mal komplettieren. *g*

Ich bin selbst Balkonspechtler und vom Mond- und Planetenvirus befallen, Deep Sky ist bei mir eher ein "Betriebsunfall". Ich fahre instrumentell zweigleisig:

Mein Hauptgerät ist ein Meade 8'' ACF. Es bietet atemberaubende Beobachtungen an Mond und Planeten, jedoch sprengt es das Budget um ein Vielfaches, scheidet also aus. Aber es ist vom Handling her mit einem MAK vergleichbar, und ich kann sie aus Erfahrung (Russentonne, Celestron C90) nur empfehlen.

Als Zweitgerät nutze ich zum Schnellspechteln einen SkyWatcher 70/900 mm FH auf EQ-2. Die Stabilität ist grenzwertig, aber visuell noch akzeptabel. Es hat zwar nicht die Leistung eines größeren Teleskops, zeigt aber an Mond und Planeten (und offenen Sternhaufen) genug Details, dass die Beobachtung wirklich Freude bereitet (das ist letztendlich von den individuellen Ansprüchen abhängig, die man selbst ausloten muss). Seit ich dieses Gerät habe, bin ich erklärter Refraktor-Fan, das Beobachtungsfeeling ist perfekt: Aufbauen in fünf Minuten, und ohne Verzögerung durch Auskühlzeit sofort loslegen.

Größere Geräte beinhalten zwar eine längere "Zwangspause" zum Auskühlen, versenken aber den kleinen Refraktor in Bezug auf Auflösung und Grenzgröße.

Ich halte kleine bis mittlere MAKs für den Balkon für den vernünftigsten Kompromiss, zumal man dort seeingbedingt ohnehin nur sehr, sehr selten das Potential eines Achtzöllers erreicht, sechs Zoll müsste man öfters ausnutzen können. Hiermit habe ich auf meinem Balkon jedoch keine Etrfahrung.

Ein echter Balkon-Geheimtipp wäre das hier: http://www.teleskoplager.de/Telesko...-90-1250-Table-Top-Tischstativ-Reflektor.html

Samit habe ich kürzlich bei einem Sternfreund Mond uns Planeten beobachtet und war erstaunt, wie weich und schwingungsarm die Montierung auf einem Gartentisch lief. Exaktes Fokussieren und Nachführung war problemlos.

CS und VG Christian

Edit: das verlinkte Teleskop nutzte ich in der Black Diamond-Version.
 
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Hallo zusammen,

bei gleicher Montierung bekomme ich beim Mak mehr Öffnung. Einen 5" Mak bekomme ich auf eine EQ3; ein 4" Refraktor sollte eher auf EQ5 montiert werden. Die obstruierten 5" des Mak sind den unobstruierten 4" des Refraktors mindestens ebenbürtig. Die Refraktoren mit f/8 - f/10 haben dazu immer noch mindestens einen geringen Farbfehler, den man ggf. mit Fringkillern ausgleichen könnte. EDs/Apos sind schick, aber im Preis/Leistungsverhältnis dem Mak ebenfalls unterlegen. Die Linsen wären somit aus dem Rennen. Ich lasse mich aber gern eines besseren belehren, falls jemand noch gute Argumente für die Linse hat.

Bleibt noch der 6" f/6 Newton als Alternative zum 5" Mak. Auf Rockerbox die preiswerteste Möglichkeit um an eine große Öffnung zu kommen. Der f/6 Newton ist ja von seiner Brennweite her nicht gerade ein Planetenspezialist und mehr ein Allrounder. Wie ist den das Plus an Öffnung gegenüber dem Mak zu bewerten? Sind hier sichtbar mehr Details an den Planeten zu erwarten oder Punktet doch der Mak mit seiner langen Brennweite und der besseren Verwendung Planetenfreundlicher Okulare?

Danke und CS,
Marcus
 
Hallo Marcus,

noch eine Überlegung zur Montierung (z.B. für den Newton):

Wenn du daheim vom Balkon aus betrachtest, kannst du ja eine motorisierte EQ-Montierung einsetzen (falls du das brauchst).
Und zum verreisen kannst du dir ja eine zusätzliche Rockerbox besorgen/bauen, damit es kompakt bleibt.

Somit wäre ein bequemes Beobachten am Balkon aus möglich und du müsstest nicht auf ein kompaktes Reisegerät verzichten. Und wenns noch kompakter sein soll: es gibt auch Gitterrohrtuben.

Viele Grüße,

Martin

 
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Hallo Marcus,

wenn so ein 6" F/6 Newton auf dem Balkon geht und überhaupt von der Größe her passt, dann ist er das Gerät mit dem größten Potenzial, aber auch das Gerät welches am besten beherrscht werden will, um das Potenzial auch nutzen zu können. Mechanisch, optisch und thremisch muss man einen Newton im Griff haben und das gilt gerade für die Planetenbeobachtung an einen nicht optimalen Standort.

Eine parallaktische Montierung ist dabei auch auf dem Balkon entbehrlich.
Wenn ich mit meinem 6" F/6 Dobson mal auf den Balkon gehe, steht er auf einem stabilen Holzhocker und schaut so mit dem Drehpunkt über das Geländer. Ich beobachte dann im Stehen.

Je nach Balkonüberdachung, -tiefe und -breite ergibt sich ein Nachteil des Newtoneinblicks.
Während Teleskope mit Heckeinblick am sinnvollsten mit der Montierung direkt auf der Balkonbrüstung sitzen, muss ein Newton so weit von der Brüstung nach innen gerückt werden, dass man beim Einblick auf horizontnahe Objekte nicht zu weit über die Brüstung hinaus muss.
Dadurch verliet man möglichen Schwenkbereich auf einen seitlich und oben überbauten Balkon.

Gruß
*entfernt*
 
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Hallo,

Zitat von *entfernt*GMS:
Je nach Balkonüberdachung, -tiefe und -breite ergibt sich ein Nachteil des Newtoneinblicks.
Während Teleskope mit Heckeinblick am sinnvollsten mit der Montierung direkt auf der Balkonbrüstung sitzen, muss ein Newton so weit von der Brüstung nach innen gerückt werden, dass man beim Einblick auf horizontnahe Objekte nicht zu weit über die Brüstung hinaus muss.
Dadurch verliet man möglichen Schwenkbereich auf einen seitlich und oben überbauten Balkon.

Aus diesen Gründen würde ich mir für den Balkon NIEMALS einen Dobson anschaffen. Vor zwei Jahren, als bei mir ein Neukauf anstand, habe ich ebenfalls mit dem 8'' f/6 geliebäugelt. Um den Platzbedarf auf meinem Balkon auszuloten, habe ich ein 1:1-Modell aus Pappe gebaut und das Ganze dann zu Gunsten eines Teleskops mit deutscher Montierung verworfen.

Mein Balkon ist zwar sechs Meter lang, aber nur gut 1,1 Meter breit mit einer gut einen Meter hohen Brüstung. Auf einen Tisch stellen, um eine bessere Übersicht zu erhalten, ist mir zu instabil und zu gefährlich (Leiter in Zenitnähe erforderlich und die Gefahr, über die Brüstung zu stürzen).

Zu allem Überfluss wird mein Balkon auf der Südseite durch eine 2 Meter hohe Klinker-Mauer begrenzt, so dass man mit Dobson nur eingeschränkt Mond und Planeten beobachten kann.

Die Deutsche Montierung ist trotz der Enge sehr gut und sicher betreibbar.

CS und VG Christian
 
Hallo,

aus eigener Erfahrung sage ich, dass ich Planeten und den Mond am liebsten nachgeführt mit dem 127er Mak anstatt mit dem 250er Dobson beobachte.
Die meiste Zeit kann der Dobson sein Potential (Öffnung) wegen dem Seeing eh nicht ausspielen...

Ich würde empfehlen, sich den Mak und die Montierung im Gebrauchtmarkt zu besorgen.
Eine EQ5 ist ab 100€ drin, den 127er Skywatcher-Mak bekommt man ab 150€ (man muss nur warten können).
...auch eine EQ3 trägt den Mak noch gut.

Gruß Norbert
 
Hallo Micha,

ja, der Thread ist interessant. Tommy schreibt dort:

"Ich habe sehr genau verglichen mein C6, einen 150/900 Newton und einen 120/900 ED - am Planeten zeigen die beiden letzteren etwa gleich viel, das C6 kann nicht ganz mithalten."

Von der optischen Leistung her spricht es ja sehr für den Newton, so ich ihn denn im Griff habe. Für den Mak spricht der Heckeinblick und damit verbunden ein größerer Schwenkbereich entlang des Himmels und generell die angenehme Größe mit allen weiteren Vorteilen.

Hier hat übrigens jemand ähnliche Gedanken gehabt wie ich und beim Mak rät Sven eindringlich zur parallaktischen Montierung mit Nachführung:

http://forum.astronomie.de/phpapps/...p/topics/78258/Suche_passendes_Reise_Balkonte

Ich denke die Entscheidung muss ich wohl selbst treffen. Christians Idee mit der Simulation eines Newtons mittels 1:1 Modell aus Papier hatt ich schon überlegt und werde das mal ausprobieren.

Weitere Fragen kommen bestimmt ;-)

Vielen Dank erstmal bis hier und CS,
Marcus
 
Hallo Marcus,

mach dir Dein eigens Bild und überprüfe Deine Möglichkeiten. Wir wissen nicht wie Dein Balkon aussieht, es kann also störende Einschränkungen geben, die zum Teleskop mit Heckeinblick führen, muss aber auch nicht sein.

Auch eine parallaktische Montierung wird eigentlich nur empfohlen, weil sie eben grundsätzlich mit einer automatischen (motorischen) Nachführung in Verbindung gebracht wird.
Das können auch azimutale Montierungen, die entsprechend ausgerüstet sind und auch für Dobsons gibt es EQ-Plattforemen und Dobdrive.

Absolut ist also nichts, außer das was Du für Dich willst.

Gruß
*entfernt*

 
Hallo Günther,
Ihr seid verwöhnt! :/

Es ist auch ohne motorische Nachführung eine Erleichterung. Man braucht nämlich nur an einer Welle zu drehen um dem Objekt zu folgen. Vielleicht mal an der zweiten etwas korrigieren.
Auch beim Bierchen aus dem Kühlschrank holen ist eine Parallaktische Montierung hilfreich. Das Objekt der Begierde (Ich meine nicht das Bier!) wird leichter wieder gefunden, wenn es denn mal dem Beobachter vorausläuft. Aber wie Du schon schreibst:
Entscheiden muss Marcus selbst was ihm besser liegt. Je nach seinen Möglichkeiten und Vorlieben.

VG,
Michael
 
Hallo,

ich nehme den 6" f/6 Newton aus dem Rennen. Er ist sicher ein schöner Allrounder für Später aber leider nicht das kompakte Gerät, dass ich für meinen Balkon suche.

Neben den MC gibt es ja auch noch die SC und die RC. Ich finde im Netz leider nur wenig darüber, welche Bauart für meine visuellen Mond- und Planetenambitionen am besten geeignet sind. Wie sind denn Eure Erfahrungen?

Danke uns CS,
Marcus
 
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