Trümmerwolke?

maximilian

Mitglied
Hallo!

Wenn erstmal diese 12000 Satelliten im Orbit sind und dann noch die der Konkurrenten, welche die Gesamtzahl auf 60.000 bringen (siehe eines der Postings weiter oben) sollen, dann wird die Suche nach einem Startfenster für „echte“ Weltraummissionen eine richtige Herausforderung.

Das Gute daran ist, dass das Thema „Bedrohung durch Asteroiden“ keines mehr ist: Bis diese sich durch die „Musksche Wolke“ gekämpft haben, sind sie durch Stöße so weit abgebremst, dass sie für die Erde keine Gefahr mehr darstellen :p

Ebenfalls lustig wird es, wenn doch irgendwann zwei dieser Satelliten kollidieren. Bzw. ein socher Satellit mit etwas anderem. Die anschliessende Kettenreaktion wird nichts Intaktes mehr in den niedrigen Erdorbits zurücklassen. Und uns einen jahrzehntlangen Sternschuppenregen bescheren.

Viele Grüße
Maximilian
 

Mafir

Mitglied
Hallo,
ich habe gerade versucht, den Starlink Trail von meinem Balkon mit Südblick aus dem lichtverseuchten Berlin-Lichtenberg heraus zu beobachten. Da laut Heavens-Above das zeitlich ungefähr mit dem Durchgang der ISS zusammenfiel, gab es auf alle Fälle was zu sehen. ;) Tatsächlich konnte ich zwischen 22:59 Uhr und 23:23 Uhr neben der superhellen ISS (kurz vor Schluss gegen 23:22 Uhr, heller als Jupiter) mehrere Beobachtungen machen:
1. mehrere "undefinierbare" (d. h. nicht wirklich lokalisierbare) Lichtblitze für Sekundenbruchteile zu Beginn kurz nach 23:59 Uhr
2. einen Satelliten, der mit relativ gleichmäßiger Helligkeit (heller als Arktur, also vermutlich heller als 0,3mag) um 23:06 Uhr, hierbei könnte es sich um die Falcon Oberstufe gehandelt haben, die mit dem Startlink Trail "mitfliegt"
3. ca. eine Handvoll "Flares" im Abstand weniger Sekunden nacheinander, scheinbar aus dem Nichts schnell heller und dann wieder schnell dunkler werdend, Sichtbarkeitsdauer der einzelnen Flares vielleicht 3 Sekunden, Helligkeit in der Spitze ebenfalls deutlich heller als Arktur (der ca. 10 Grad entfernt am Himmel stand.)
Die Helligkeitsspitzen haben mich ziemlich erschrocken. Dass die Dinger so deutlich mit bloßem Auge aus der lichtverseuchten Großstadt sichtbar sind, hätte ich nicht erwartet...
CS Marco
 

AntonBoettcher

Mitglied
Hallo,
hatte mich gestern abend gegen 23Uhr auch auf die Jagd begeben.
Liegestuhl im Garten und ausnahmsweise mal nicht in Badehose
sondern mit Jacke hatte ich mich auf die Lauer gelegt.
Wie Marco schon beschrieb sah ich diese Objekte auch.
Sie flogen zwischen Benetnash und Arktur durch von WSW nach ONO
Von Perlenkette kann man nicht mehr reden denn die Abstände
werden schon größer. Auch der Verlauf ist schon leicht versetzt.
Mal schauen wie sich das weiter entwickelt.

Traurige Grüße,
Anton.
 

Okke_Dillen

Mitglied
Man kann nur hoffen, daß beim Weltraumschrott berücksichtigt wurde/wird, daß die vielen Apparate mit ihrer Gesamtzahl garnicht mal so sehr Geschosse sind, sondern vor allem Ziele bei der gesamt-Angriffsfläche... :oops:
Danach... sinds dann Geschosse...:rolleyes:

Raketenstarts nach "draußen" hätten in Zukunft sehr enge Zeitfenster... hmm... ob da alles zuende gedacht wurde? :unsure:
Angesichts des "großen Hallo", das gerade umgeht, ist eher zu befürchten, daß nicht bis zuende gedacht wurde, sonst hätte diese Überlegung eine Rolle gespielt:
Die anschliessende Kettenreaktion wird nichts Intaktes mehr in den niedrigen Erdorbits zurücklassen. Und uns einen jahrzehntlangen Sternschuppenregen bescheren.
Genau. Der Begriff "Kettenreaktion" wird dabei sehr anschaulich vorgeführt werden. Sie wird an einer Stelle anfangen und sich innerhalb der betroffenen Orbithöhe kontinuierlich ausbreiten. Der Anblick dürfte spektakulär werden.
Immerhin tröstet:
Das Gute daran ist, dass das Thema „Bedrohung durch Asteroiden“ keines mehr ist: Bis diese sich durch die „Musksche Wolke“ gekämpft haben, sind sie durch Stöße so weit abgebremst, dass sie für die Erde keine Gefahr mehr darstellen :p
:LOL: „Musksche Wolke“ ... der Ausdruck ist paßt!


Wenn so ein großer Eingriff in die Umwelt und die Restraumfahrt geplant wird, muß es doch eine Begutachtung geben. Bedarf es denn da keiner Gednehmigung? Oder macht das dieselbe Behörde, die auch MCAS (die "ich-hab-Recht-und-der-Pilot-kann-nicht-eingreifen-Software" der Boeing 737 Max) freigegeben hat?

Gruß und... CS!!
Okke
 

Astrovi

Mitglied
Irgendwie erinnern mich die Machenschaften des Elon Musks an die Taten eines James Bond-Bösewichts oder an die Installation von Skynet im letzten Terminator-Film. Laufen wir also doch auf diese Dystopie zu ?
Jedenfalls scheinen wir Menschen an vielen Stellen an die Grenzen des Wachstums zu stoßen, dort wo Aktivitäten des Einen, die Aktivitäten des Anderen behindern. Diese Entwicklungen müssen betrachtet, bewertet und geregelt werden. Ist das ökonomische Interesse Musks , Amazons etc. und das 5G-Internet auf hoher See wichtiger zu bewerten als die Astronomie ? Ist der Individualverkehr wichtiger als die Gesundheit der Menschen ? Ist der Artenschutz wichtiger als das unbedingte Wachstum der Wirtschaft ( in meiner Stadt wird gerade darüber diskutiert, eine Naturschutzfläche in Gewerberaum umzuwandeln.... Es sieht schlecht aus für die dort lebende Zauneidechse. Sie hat kaum Stimmrecht.)
Ich könnte noch viele Beispiele bringen, auch hinsichtlich der Lichtverschmutztung…...
Oftmals schränken einseitige Entwicklungen den Handlungsraum ein. Eine Gesellschaft ist gut beraten, sich möglichst viele Optionen frei zu halten. Und ich glaube, dass die Astronomie bereichernder ist als zig Tausend Satelliten , die den Blick auf die Sterne erschweren.
Sternfreundliche Grüße,
Christian
 

Auriga_HH

Mitglied
Wieviele Leute sind den heute noch der Astronomie zugetan? Besonders bei den Jüngeren geht der Blick doch selten nach oben sondern zunehmend nach unten - aufs Handy. Und da kann man doch die schönen Hubble-Bilder genießen.

Sterne sieht man da nur noch, wenn eine Laterne im Weg steht. Die echten Sterne werden für die Masse immer unwichtiger, selbst für die Navigation braucht man sie nicht mehr.

Nachdenkliche Grüße
Helmut
 

Henning81

Mitglied
Hallo,

Gestern Abend konnte man von Nordbrandenburg aus die Starlink Trail-Kette mit dem
10x42 Fernglas beobachten.
Anhand von Heavens Above, und mit deren Daten grob übereinstimmend, konnte ich
das Fernglas im Sessel sitzend auf den Bootes ausrichten und etliche der Satelliten beobachten.
Einige flogen paarweise, leicht versetzt. Leider hatte ich die beeindruckende, zusammenhängende Kette wetterbedingt verpasst. So blieben mir maximal vier Satelliten auf einmal, aber in rascher Folge doch viele, die alle den gleich Kurs hatten.
Ich konnte ganz grob zwei Gruppen erkennen. Zunächst eine etwas südlicher verlaufende,
dann, ich glaube auch zeitlich nach dem Durchgang der ISS, eine Gruppe mit etwas nördlicherer Bahn. Beide Gruppen liefen aber durch den Bootes.
Die ISS lief viel weiter südlich durch, so auf 20 Grad über Horizont.
Aufgrund technischer Schwierigkeiten mit der Sesselsteuerung gelang mir eine Verfolgung der Raumstation erst kurz vor dem Abtauchen in den Erdschatten, wo ich ihr jedoch noch weit folgen
konnte.
Mit Kritik halte ich mich einfach mal zurück und beobachte das Erdengeschehen mit dem neutralen Staunen eines Tierfilmers.

CS,
Henning
 

udosie

Mitglied
Mich interessiert einmal, ob es eine Prognose gibt, in welchen Monaten das Thema besonders und wann weniger akut sein wird. Bei 50-51 Grad nördl. Breite, in Abhängigkeit von der Sonnenreflexion in den genannten alternativen Höhen. Das lässt sich errechnen. Ich habe dazu selbst wenig Neigung. Aber alle jene, die davon leben, uns Teleskope und Fotozubehör zu verkaufen, sollten sich des Themas evtl. mal annehmen. Satelliten zu beobachten und zu fotografieren wird sicher nicht das große neue Hobby werden und macht sich werblich auch nicht so gut.
Gruß Udo
 

Dysnomia

Mitglied
Die Monate von Mai bis August werden in mittleren Breiten zum Problem. Da werden die Dinger gut von der Sonne beleuchtet und fliegen vor allem munter in der Sommermilchstraße herum. Nördlich von 50 Grad werden die Satelliten in der Zeit der weißen Nächte praktisch die gesamte Nacht beleuchtet.
 

udosie

Mitglied
Vielen Dank. Wir werden an der Preisentwicklung für neues und gebrauchtes Equipment ja auch hier im Forum erkennen, ob sich unser Hobby allmählich erledigt. Es wäre bitter, sich nur noch mit Sonne, Mond, Planeten zu befassen.
 

GrafAstro

Mitglied
Die Frage die ich mir stelle ist, inwieweit diese Satelliten-Schwemme die Erkennung von potentiell gefährlichen Asteroiden beeinflussen wird. Ich habe die Befürchtung, dass dann der eine oder andere Brocken unerkannt bleiben könnte...
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo,

ich würde die Flinte nicht gleich ins Korn werfen und das Hobby aufgeben. Sicher ist, man muß sich anpassen. Wenn es so kommt, daß bald bis zu 60.000 Satelliten von verschiedenen Gruppierungen (nicht nur Musk) über uns hinwegschwirren, dann wird es beim Astrofotografieren zu bestimmten Zeiten in bestimmten Himmelsregionen keine Minute geben in denen nicht ein oder mehrere angestrahlte Satelliten durchs Bild huschen. Entweder man bekommt die Spuren durch Algorithmen in den Griff - ich denke, das ist möglich - oder man verlegt sich auf Kurzbelichtungen und sortiert aus. Je größer das Gesichtsfeld, um so größer wird das Problem sein. Aber viele der geplanten Bahnen liegen über den Bahnen astronomischer Satelliten. Die hätten also auch im Weltraum ein Problem.
Trotzdem mache ich mir Sorgen, daß wir langsam aber sicher auf ein Kessler-Syndrom zusteuern, welches den erdnahen Weltraum dann auf lange Zeit unbenutzbar macht. Da sind die Sorgen der Astrofotografen dann unbedeutend dagegen.

Gruß

Heiko
 

Maiko

Mitglied
Hallo,

habe einen Flare von mindestens Venushelligkeit um 22Uhr53 für ca 10 Sekunden halb zwischen Arktur und Westhorizont gesehen (es gab etliche Wolken). Ein Starlinksatellit?

CS Maiko
 

P_E_T_E_R

Mitglied
SpaceX says 60 Starlink satellites will grow harder to see

Astronomers fear the constellation of broadband-beaming satellites, which could one day grow to as many as 12,000, could ruin scientific observation of the skies from telescopes.

Until now, Musk had downplayed the concerns - earning criticism along the way.

But on Friday, the company seemed to address the issue.

SpaceX announced that "all 60 satellites have deployed their solar arrays successfully, generated positive power and communicated with our ground stations."

But the statement then said that "the observability of the Starlink satellites is dramatically reduced as they raise orbit to greater distance and orient themselves."
 

VisuSCor

Mitglied
Let's wait and see.

Gut ist auf jeden Fall, dass das Problem 'so früh' (wir haben ja schon einiges an 'Trafic' da oben) erkannt und publik gemacht wurde. Spätestens jetzt wird sich auch die Politik damit befassen müssen wie man das Ganze reglementiert, damit vor lauter Kommerz nicht die Wissenschaft auf der Strecke bleibt.

Ob sich dabei jemand um die Hobbyastronomen schert bleibt abzuwarten.

CS Oli
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

But the statement then said that "the observability of the Starlink satellites is dramatically reduced as they raise orbit to greater distance and orient themselves."
Wie? Wenn sie in einem höheren Orbit sind sieht man sie länger und besser! Nicht schlechter. Herr Musk scheint sich an seinem Präsidenten zu orientieren wenn es um das Erschaffen von alternativen Fakten geht. Ganz ganz oben auf meiner Verwünschungsliste steht dieser Mensch jetzt.

Grüße
Maximilian
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Wilder Westen und Goldrausch in Kombination:

Does Starlink Pose a Space Debris Threat?

Who “owns” the orbits – whoever comes first?

According to the Outer Space Treaty there is no appropriation of space. But of course if you put a large constellation into a certain orbit, it means that a lot of coordination is required with anybody else who wants to operate near that constellation or even has to pass through those orbital regions. You can take this even further: If an object of a constellation fragments for whatever reason, these fragments will not remain limited to the region of the constellation itself. It will affect operators below and above. So from this perspective, putting a large number of satellites in orbit does influence the other activities that can take place.
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Es gibt jetzt ein Memorandum der Royal Astronomical Society zu dem Thema:

RAS statement on Starlink satellite constellation

Darin wird nicht nur der potentiell negative Effekt auf erdgebundene astronomische Forschungen genannt, sondern auch der drohende Verlust des Nachthimmels als kulturgeschichtliches Erbe der Menschheit:

Given the scale of these projects, there is also the prospect of a significant and lasting change to the views of the night sky until now enjoyed throughout human history and prehistory. The night sky is part of the cultural heritage of humanity, and the Society believes that it deserves protection.
 

Dysnomia

Mitglied
Ja, der musksche Satellitenschrott auf niedrigen Orbits verschwindet sehr schnell in der Erdatmosphäre aber was ist mit den zukünftigen Starlink Satelliten auf höheren Orbits?
 
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