Nun, die ganzen geschlossenen katadioptrischen Teleskope wie SC, MC, SN, MN usw. haben alle thermische Probleme und sind von der Obstruktion i.d.R. fotografisch ausgelegt.
Auch bekommt man diese Teleskope nur im "Consumerbereich" mit z.T. schlechter mechanischer und Optischer Qualität, allenfalls sehr teuer als Sonderanfertigung.
Auch halten sich die Optimierungs- und Tuningmaßnahmen bei diesen Teleskopen sehr in Grenzen.
Beim Billig-Newton sieht es da natürlich auch nicht viel besser aus, wohin gegen man beim Newton, mit etwas handwerklichem Geschick, viel mehr herausholen kann.
Auch kann man sich seinen Newton selber zusammenstellen lassen, wenn man tiefer ins Portmonee greift und so entweder ein Planetennewton, einen Kompromiss- oder ein Fotografisch ausgelegtes Newton bauen lassen, was quasi nur beim Newton angeboten wird.
Der Newton kommt durch sein Öffnungsverhältnis dem "Allroundteleskop" also für Planeten und DeepSky am nächsten, auch kann die Obstruktion sehr gering gehalten werden, so dass der Kontrast einem gleichgroßen APO nur wenig bis gar nicht nachsteht und das zu einem Bruchteil des Preises.
Nirgends bekommt man so viel Öffnung für sein Geld.
Das Irritierendste an Newton ist die Beobachtungsposition, in der ich weder sitzen noch stehen kann, sondern mich bücken muss. Zu viel Akrobatik. Eine entspannte Beobachtung ist daher nicht möglich.
Ich beobachte mit beiden Teleskopen APO und Newton, von daher weiß ich von was du schreibst, da ich dies schon selber so am Newton erlebt und empfunden habe.
Beim azimutal nachgeführten Newton ist es wichtig, dass ab ca. 12" der Okularauszug horizontal waagerecht ausgerichtet ist.
Auch sollte man eine AZ-GoTo Rockerbox zur Nachführung verwenden, dann variiert der Einblick nur in der Höhe und ist so bequem, wenn nicht sogar bequemer wie beim Refraktor.
Ich sitze dann bequem auf einem Stuhl mit einer Gasdruckfeder, oder bei Horizontnaher Beobachtung auf einem alten Stuhl mit Gewindespindel, welcher sich auf 30cm eindrehen lässt.
Beim Paralaktisch montierten Newton, sollte man Rotationsrohrschellen verwenden.
Jedoch wenn ab 12" der OAZ in 45° steht und dann auch noch evtl. eine EQ-Plattform verwendet wird, welche den OAZ/Einblick z.T. gegen Zenit oder Richtung Boden dreht, ist es klar dass man sich den Hals verrenken muss.
Auch will man ja nicht seinen Blechtubus verbohren und die Hohenräder umsetzen, um den OAZ an die richtige Stelle zu bekommen.
Ein schlechtes Einblickverhalten beim Newton ist also keine Eigenart des Newton, sondern vielmehr dessen Auslegung/Bauart und dessen Nachführung.
Wenn der OAZ horizontal ausgerichtet ist hat man es auch einfacher einen möglichen ADC richtig auszurichten, auch die Objektorientierung ist dabei eine bessere.
LG