Überstrahlende Sterne am Rand

Dane Vetter

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

aktuell konnte ich für zwei Nächte auf den Emissionsnebel SH2-140 halten, und wollte jetzt mal kurz einen Zischenstand einsehen. Ich habe da gleich die Gelegenheit genutzt, und mal mit FBPP Script in PI einen schnellen Stack zu machen. Was nebenbei bemerkt, ganz gut geklappt hat, und die beiden Nächte in ca. 10 Minuten fertig gestackt waren.

Ich musste dann beim Ergebnis feststellen, dass mir an mehreren Seiten helle Streifen ins Bild kommen. Zuerst dachte ich an mögliche Lightleaks, was mir aber bei der Anzahl auch etwas merkwürdig erschien. Ich habe dann mal bei Telescopius kurz die Region angeschaut, und gesehen, dass an den jeweiligen Positionen auch außerhalb des Bildes hellere Sterne zu finden sind. Deswegen vermute ich schon, dass es von anliegenden helleren Sternen kommt.

Das ist natürlich ziemlich ätzend, und da muss ich vielleicht auch mein System (LZOS 152 mit Riccardi Flattner, ASI 2400MC Pro) hinterfragen, weshalb das so extrem anfällig ist. In dem Ausmaß habe ich das noch nie erlebt. Wobei ich mit einem anderen System auch schon solche Ansätze hatte, wobei dezenter.

Abgesehen von der Ursache frage ich mich aber nun auch, ob ich diese Strahlen irgendwie per EBV losbekomme, ohne dass die eigentlichen Informationen in den betroffenen Bereichen zu sehr darunter leiden. Hat da jemand einen guten Tipp?

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Hat jetzt nichts mit EBV zu tun, aber bezüglich der Ursache werde ich heute Nacht mal einen Test machen, um potenzielles Streulicht auszuschließen. Wie es scheint, könnte ich das Glück einer dritten Nacht haben. Ich werde mal weiter aufnehmen, auch wenn ich nicht weiß, ob ich das Endergebnis retten kann.

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Hallo Dane,
ich hatte selbiges Problem mit meinem ESPRIT 150. Die Taukappe ist meiner Meinung nach zu kurz, jedenfalls für meine Lage.
Ich wohne im Dorf und habe manchmal ein wenig Lichteinfall (kurze Beleuchtung beim Nachbarn). Eine Taukappenverlängerung aus Moosgummi hat geholfen. Seitdem ist es vorbei mit Spikes und Lichtspielen in den Bildern.
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CS
Chris
 
Hat zwar auch nur bedingt mit der EBV zu tun aber ich würde sich auf eine Taukappen setzen. Moosgummi ist schön billig als Material und isoliert etwas. 3D gedruckte sind stabiler sollten aber dringend lackiert werden.

Für streulicht Tests stelle ich meine Ausrüstung bei Tag hin, nehme ein 5 min dark bei ISO 6400 und (sofern anwendbar) offener blende auf und leichte dabei alles aus diversen Winkeln mit meiner hellsten Taschenlampe an. Wenn dann kein Licht im Bild ist weiß ich, dass ich keine Probleme habe. Andernfalls gehe ich mit isolierband bewaffnet auf die Suche.

Sofern du einige Bilder ohne die Reste der Sterne hast könntest du probieren, das mittels LocalNormalization in den Griff zu kriegen, wobei die etwas zu fein dafür sind vermute ich. Eine bessere Idee habe ich leider nicht...

CS Gerrit
 
ich habe das leider bei meinem 16" SCT auch. Helle Sterne etwas außerhalb des Gesichtsfelds verursachen helle Bögen im Bild. Taukappe oder auch Müllsack um die Kamera machen keinen Unterschied. Wahrscheinlich müsste man die inneren Blenden besser matt lackieren. Vor dem Eingriff schrecke ich aber zurück.

CS, Markus
 
Hallo zusammen,

danke euch für den Input. Also ich habe mal Quick&Dirty die letzte Nacht mit dem übergezogenen Verhüterli gestackt und mal übertrieben gestretcht. Die Überstrahlung ist immer noch vorhanden. Somit kann ich schon mal ein Lightleak am Imagetrain selbst ausschließen.

Fremdlicht durch die Straßenlampe, welche in die Taukappe leuchtet, ist hier bei mir eigentlich auszuschließen. Da genau bei diesem Objekt, was über den Norden wandert, die Öffnung am optimalsten von der Straßenlampe abgeneigt ist.

Es geht wohl schon in die Richtung, dass es von den helleren Sternen am Bildrand kommt. Was dann natürlich echt übel wäre, da sich das ja kaum vermeiden lässt.

Ein anderer Aspekt, den ich noch im Hinterkopf habe, wäre der OAG und das Prisma, was hineinragt. Vielleicht kann hierdurch eine Streuung bei hellen Sternen am Rand entstehen?

Ich kann mir ja irgendwie kaum vorstellen, dass ein fünfstelliges Teleskop mit ein paar hellen Sternen am Bildrand nicht klarkommt. Wir reden hier ja nicht von einem Alnitak, der da gleich daneben ist.

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Ich hatte damit auch mal Probleme. Hat ewig gedauert bis ich die Ursache hatte. In meinem Fall war es eine Straßenlaterne, die diese Probleme aber nur verursacht hat, wenn sie genau senkrecht zur Kamera stand. Denn nur genau dann kam das Lichtleck zur Geltung.

Herausgefunden habe ich das , indem ich nachts mit laufender Kamera aus allen Richtungen um das komplette Setup gelaufen bin. Selbst da hat es ewig gedauert, weil genau an der Stelle nie ein Leck vermutet hätte. Bei mir war es die Verschraubung von Kamera und Filterrad.

Gelöst habe ich das Problem mit selbstklebenden Filzbändern. Seitdem ist das weg. Vorher hatte ich ewig den OAG und helle Sterne außerhalb des Bildfeldes im Verdacht, da die Laterne so weit weg war. Normalerweise kann ja nichts mehr passieren, wenn die Laterne mehr als 90 Grad weg ist.

Grüße
Joachim
 
Hi Joachim,

ja in der Vergangenheit hatte ich mal etwas Ähnliches. Das ist wohl der klassische Fall zwischen Kamera und Filterrad, oder Filterrad und OAG. Deswegen gibt es da z.B. bei Zwo auch solche Zwischenlagen, welche ich bei mir in der Mono im Einsatz habe:

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In meinem Beispiel habe ich ja beim letzten Versuch alles von Kamera bis zum OAZ bedeckt, und erhalte unverändert das gleiche Ergebnis. :unsure:
 
Hallo zusammen,

bei dem Thema bin ich leider nicht ganz weiter gekommen. Ich habe mir in den vergangenen Tagen mal ein paar mal Gedanken über die Ursache gemacht. Irgendwie habe ich die Vermutung, dass die Reflexion nahe am Sensor entstehen muss. Davon gehe ich einfach mal aus, da der seitliche Strahl recht konzentriert und auch kontrastreich ist. Deswegen vermute ich irgendwie, dass die Ursache nach an der Fokusebene sein müsste. Vielleicht liege ich auch total falsch.

Bei meinen beiden OSC Kameras habe ich noch aus früheren Zeiten einen Baader UFC verbaut, welcher aber nicht mehr wirklich zum Einsatz kommt. Diese Filterschublade befindet sich direkt an der Kamera, weswegen das mein erster Anlaufpunkt ist.

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Ich habe mir hierzu mal die Filterschublade angesehen, welche den engeren Teil im Lichtkanal bildet. Die Schubladen haben ein 2" Gewinde, welches aktuell nicht mit einem Filter ausgestattet ist. Das Gewinde ist zwar wie die gesamte Schublade geschwärzt, aber nicht wirklich mattiert. Wenn man dort durchschaut, und von hinten ein Licht kommt, kann das durchaus je nach Winkel leicht reflektieren. Vielleicht wird ja dadruch das Licht der seitlichen prägnanten Sterne etwas in den Sensor hinein reflektiert. Sozusagen so etwas wie Querschläger.

Ich habe nun etwas Black 3.0 Farbe genommen, und mal das Gewinde mit zwei Lagen überstrichen, was die Reflexion etwas abdämpft.

Ich habe mir hierzu einen Versuchsaufbau gemacht, bei dem ich großflächig Licht von einem seitlichen Winkel hereinkommen lasse.

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Hier ohne Farbe:
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Hier eingeschwärzt:

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Hier noch mal im Ausschnitt der Gewinde:

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Ich hätte auch einfach die Schublade weglassen können, und die Öffnung mit einem Klebestreifen überkleben. Aber immer kommen dadurch silberne Magnete frei, welche normalerweise von der Schublade verdeckt werden.

Ich muss hierzu aber noch Gelegenheit finden, das zu testen.
 
Interessante Ideen und versuche zur Lösung.

Hast du denn mal in stellarium oder so geguckt, wie weit der nächste helle Stern in der Richtung entfernt ist? Je weiter weg der ist, desto weiter vorne müsste die Ursache liegen, da das Licht sonst nicht bis nach hinten käme.

CS Gerrit
 
Hi Gerrit,

den Gedanken hatte ich auch kurz, als ich mich nach dem potenziellen Übeltäter umgesehen hatte. Für mich ist es da aber schwierig, einen greifbaren Zusammenhang mit den Distanzen zu finden. Nach meiner Einschätzung vom Bildausschnitt, ist der Übeltäter schon weiter entfernt. Vom Winkel her würde ich den hier vermuten, der dann mit dem prägnanteren Lichtstrahl in der Flucht sein könnte: Stellarium Web Online Star Map

In einer älteren Aufnahme vom Gammelfisch, welche ich bis heute nie wirklich fertiggestellt habe, hatte ich ein ähnliches Phänomen. Es war etwas schwächer. Hier wurde der gleiche Imagetrain (Ab dem Rotator mit den Rändelschrauben oberes Beispiel) an einem CF-155 Apo angeschlossen. Die obere Aufnahme ist mit dem gleichen Imagetrain an einem LZOS 152 anstanden. Deswegen würde ich in dem Fall das Teleskop mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ausschließen. Auch hier könnten etwas entferntere Sterne in der Flucht der Strahlen liegen.

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In beiden Beispielen gibt es aber im Umfeld noch weitere hellere Sterne, weshalb mir das auch wieder etwas komisch erscheint. Aber vielleicht sind diese ja in genau einer Position, in der es eben zu einem Querschläger auf den Rand des Sensors kommt.

Das ist natürlich wild spekuliert, und wer weiß was die eigentliche Ursache ist...
 
Hm, interessant.

Die Seite von stellarium läd bei mir auf dem Handy nicht all zu gut. Einen Laptop habe ich mir aber nicht mit in den Urlaub genommen, das kann ich mir also erst zuhause genauer anschauen.

Aber da der Stern schon eher hell sein müsste dürfte es da ja eigentlich nicht all zu viele Kandidaten geben.

Ich habe letztens eine Seite gefunden auf der ein recht guter Versuch beschrieben wurde, um streulicht im System zu analysieren. Ich gucke morgen mal ob ich den link noch finde, vielleicht hilft dir das ja.

CS Gerrit
 
Hallo Gerrit,

besten Dank für den Link. Ich muss gestehen, ich stelle mich etwas schwer an, den Inhalt des relativ kurzen Artikels zu verinnerlichen. Im Grunde kann ich das mit meinem Setup wohl dank der Filterschublade problemlos, in dem ich in die Schublade eine schwarze Pappe mit einem feinen Loch einklebe. Bei dem Artikel habe ich aber Probleme, was die Auswertung des finalen Bildes angeht. Da steht dann einfach links "Streulicht an den Objektivanschlüssen von Korrektor und Reducer", und oben "Streulicht vom Blendrohr". Beim Blendrohr kann ich es nachvollziehen, da ist die Komplette Wand hell, aber das am Rand? Dass das vom Korrektor kommt? Da hätte ich keine Ahnung. :D

Aber ich kann ja mal mit dem Zirkelschneider was ausschneiden und einfügen. Ein Test sollte ja einfach machbar sein. Mal sehen ob man irgendwas daraus deuten kann.
 
Ja, der Artikel ist schon eher komprimiert geschrieben.

Vielleicht hilft eine Aufnahme von hinten durch das Teleskop hindurch ohne die vordere Abdeckung und eine vergleichsaufnahme mit der beschriebenen Technik. So kann mann vielleicht einen Zusammenhang zwischen den Positionen der Bauteile herstellen.

CS Gerrit
 
So, mal wieder ein paar Versuche gemacht, die mich wieder daran erinnert haben, wie gerne mir das Hobby doch Erbrochenes von unten in den Mundraum spült....

Also bezüglich diesem Lochblenden bzw. Pinhole Test:

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Irgendetwas erscheint hier durchaus ungleichmäßig in der Ausleuchtung. Die Frage ist hierbei, was ist das? Hier gilt auch zu hinterfragen, ob vielleicht mein brauner Moosgummi vielleicht Licht zurück reflektiert, und für eine Aufhellung sorgt. Was aber wohl nicht sein sollte, denn laut dem Bericht sollte man auch glänzende Aluminiumfolie nutzen können.

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Also da weiß ich nicht genau, wie das zu deuten ist. Aber vielleicht könnte das ein Anzeichen sein. Keine Ahnung.
 
Desweiteren habe ich jetzt einfach mal den Aufbau genutzt, und habe das Pinhole wieder entfernt, und einfach mal die Kamera von der Filterschublade abgeschraubt, und mit einer normalen DSLM mit 100 mm Makroobjektiv mal aus der Distanz rein fotografiert.

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Hier habe ich mal alles bis zum Riccardi Flattner abgeschraubt
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Grundsätzlich fängt hier ab einem gewissen Winkel jedes schwarz eloxierte Aluteil an zu reflektieren.

Hier der Part mit OAG und Filterschublade:

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Hier der Adapter am Flattner:

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Auch hier fehlt mir eine eindeutige prägnante Stelle, welche auffallend ist.
 
Merkwürdig.

Auf dem Bild mit pin hole gebe ich dir recht, das ist eindeutig unregelmäßig und ist auf einer Seite merklich stärker ausgeprägt.

Dem Vergleichsbild kann ich ebenfalls nichts ansehen.

Unsere Analysen sind also identisch.

Kann es sein, dass ein ungleichmäßiges pinhole einen Einfluss hat? Wenn ich mit einer nadel ein Loch wo rein steche, dann immer leicht schief, genau 90 grad schafft man ja praktisch nie. Dann ist die Rückseite von dem Objekt ja auf einer Seite leicht mehr angehoben als auf der anderen Seite. Das könnte die einfallswinkel vom Licht beeinflussen.

Kannst du eine Serie von Bildern machen bei der du das pinhole in 90 grad Abständen drehst? Damn könnten wir das safe Aus schließ.

CS Gerrit
 
Servus Zusammen, ich schmeiße hier mal meine Erfahrungen mit dem Phänomen in den Ring, die vorhanden sind, aber nie analysiert wurden, weil ich das als gegeben akzeptiert habe. Ich habe bei Aufnahmen mit meinem Doppelsetup (2x Omegon Pro Apo 72/400) unter Verwendung des Reducers bei f3.9 genau solche Artefakte, wenn ich im Randbereich des Frames einen hellen Stern habe (siehe Ausschnitte meines Orion Mosaiks im Anhang). Dabei kann ich Streulicht und Licht Lecks im imagetrain ausschließen und habe es mir bis Dato mit Lichtbeugung/Reflexionen bei der niedrigen Blende am Reducer erklärt, da mir das Phänomen ohne Reducer nie untergekommen ist. Hoffe es kann etwas zur Lösung des Rätsels beitragen.
Ps: die Bilder zeigen übrigens zweimal die flares ein und des selben Sterns, nur in unterschiedlichen panels des Mosaiks. ;)
Viele Grüße Ben
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Hallo zusammen,

danke euch für den Input. Das mit dem Pinhole drehen kann ich vielleicht noch ausprobieren, um sicher auszuschließen, dass es nicht von der Qualität des Loches abhängt.

Bezüglich dem Beispiel mit dem Reducer kann ich sagen, dass ich bei meinem System kein Reducer einsetze, nur ein Flattner, und das Öffnungsverhältnis bei f/8 liegt.

Was ich mir gerade überlege, ob ich die hellen Kanten der geraden Flächen im Imagetrain nicht doch mit Black 3.0 ausmale. Ich will das eigentlich ungerne machen, aber vielleicht haben doch die hellen Ringe in meinen Bildern einen Einfluss, wenn sich in dem Winkel am Rand ein Heller Stern befindet.

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Was ich in diesem Zug machen könnte, ich schneide eine runde Scheibe an schwarzen Moosgummi aus. Und zwar nur etwas kleiner als die Öffnung, welche 152 mm beträgt. Also z.B. 140 mm, und klebe das mal auf meine Flatleuchte, so dass die Scheibe mittig abdunkelt, und ein heller Ring entsteht. Diese Helle Ring am Rand, würde dann theoretisch die hellen Sterne am Rand des Bildfeldes "simulieren". Wenn ich dann noch mal von hinten durchschaue, zeigen sich vielleicht genau die potentiellen Übeltäter an einer präziseren und eingrenzbaren Position. Jetzt wird einfach der ganze Kanal mit Licht geflutet, und alles was irgendwie reflektieren kann, macht das auch.

Unterm Strich habe ich hierbei aber Zweifel was die glänzenden Teile im inneren angeht. Das sind ja eigentlich alles Standardteile wie der ZWO OAG-Z, der Baader UFC, die üblichen Verlängerungshülsen. Die sind alle immer nur schwarz eloxiert und neigen bei starken Licht in einem bestimmten Winkel eben zu reflektieren. Da müssten ja viel mehr Probleme haben.

Was bei mir natürlich der Fall ist, dass ich mit großen Vollformatsensoren arbeite, und mein Imagetrain an engster Stelle auf M54 konstruiert ist. Da wäre das nächste größere wie M68 vielleicht praktischer.
 
So, heute mal wieder eine neue Runde. Diesmal habe ich die glatten Engstellen mit mehreren Lagen überstrichen. Das wirkt jetzt schon deutlich matter.



Den Pinhole Test habe ich nun mal erneut durchgeführt, und dieses Mal das Pinhole gedreht. Und ja, die erscheinende Ausleuchtung bewegt sich mit.

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Das Loch muss also extrem präzise sein, am besten wohl mit einem Laser durch geschossen. :D Ich habe dann eine 1,5 mm dicke Nadel genommen, und damit das Loch, was wohl weniger als 0,5 mm groß war, nun weiter aufgestochen. Das Loch ist immer noch nicht perfekt rund, aber eben größer. Ich wollte wissen, wie es dann aussieht. Da kommt nun mehr zum Vorschein, wie das Foto zeigt. Aber ja, keine Ahnung was das aussagen soll. Keine Ahnung, was die helleren Ringe darstellen sollen. OAG, Filterschublade, Adaption beim Flattner.... was auch immer. Ich halte den Test nicht wirklich für aussagekräftig und zielführend. Aber mir fehlt da auch mehr Hintergrundwissen, um den Kaffeesatz zu lesen. :)

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Vielleicht habe ich zum Wochenende Glück, und kann eine erneute Session zu dem Objekt machen, und prüfen ob das schwärzen etwas gebracht hat.
 
Hallo Dane,

wenn die Einstrahlungen aus feinen Linien bestehen wie in Deinem Foto oben links und rechts, dann handelt es sich um hellere Sterne, die außerhalb des Sensorfeldes, aber noch innerhalb des Bildfelds vom Teleskop liegen. Die Sterne konnte ich in meinen Problemfällen immer eindeutig identifizieren, wie z.B. bei M 51.

Mit etwas Photoshop-Übung, die ich bei Dir natürlich voraussetze, bekommt man die Einstrahlungen aber weg. In meinem Fall habe ich die Sterne entfernt und das sternlose Feld um M 51 gesäubert. Hier aber nur das ursprüngliche Problemfoto.

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Grüße
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

danke für deinen beispielhaften Hinweis. Ich habe da auch schon so ein paar Ideen, wie ich das in Photoshop los bekommen kann. Die Variante mit Sternelos hatte ich da auch auf dem Schirm, und gut zu hören, dass das so auch bei dir funktioniert hat.

Hast du denn bei dir die Ursache ausfindig gemacht bzw. konntest du dir in der Hardware irgendwie Abhilfe schaffen?
 
Hallo Dane,

leider konnte ich die Ursache nicht beseitigen, habe aber auch zwischenzeitlich meine kameraseitige Ausrüstung gewechselt. Wie es jetzt damit an meinem 8" Newton aussieht, kann ich leider noch nicht beurteilen. Es konnte aber keinesfalls ein OAG-Prisma die Ursache sein, da ich mit meiner ehemaligen 10Micron-Montierung unguided fotografiert hatte.
 
Vielen Dank Jürgen, für den Hinweis bezüglich dem OAG. Ich war gestern kurz davor, den auch mal kurz einen neunen Anstrich zu verpassen, aber ich habe es mal sein gelassen. Das zeigt mir, das der OAG wohl weniger die Ursache sein kann. Möglich ist ja vieles, aber ich würde dann meine Suche erstmal wo anders fortsetzen.
 
Hallo Dane,

ich hoffe das artet jetzt nicht zur Phantomjagt aus :eek:. Eigentlich wäre das nun die passende Stunde wo G.Düring aus der Hecke springt und uns die Welt der gebeugten Photonen erklärt. Und ich denke das es eine ganz simple Erklärung dazu gibt.
Vermutlich ist das ausgeleuchtete Bildfeld bei deinem LZOS dermaßen groß, das eben Photonen die auf dein Sensorfenster strahlen auch daneben landen und durch die Optik entsprechend abgebildet werden. Dazu gehören eben auch Beugungsmuster an Sternen verursacht durch die Öffnung.
Aber auch nur die Vermutung eines Halb-Experten.

CS,
Franz
 
Hallo Franz,

bei meiner Vermutung geht es auch in die Richtung, dass über den größeren Bildkreis grellere Sterne außerhalb vom Sensorfeld irgendwo im nahen Umfeld aufschlagen, und dann eben in den Sensor streuen. Mit meiner anstreicherei versuche ich nun den Übeltäter ausfindig zu machen. Es gibt durchaus potentielle Flächen, welche zwar schwarz eloxiert sind, aber eben nicht Matt oder gerillt sind. Diese Lichtstreuung ist auch sehr schwach, und einem einem einzelnen gestreckten Lightframe kaum zu erkennen.

Vielleicht geht das auch wirklich wie in deiner Vermutung, und die potentielle Quelle sitzt direkt an der Kamera am Sensorfenster. Das wäre sicher einer der nächsten Punkte, welche ich prüfen würde. Aber dann müssten ja viele andere auch das Problem haben. Ja ich weiß nicht.

Bei einer anderen Kamera, einer ASI6200MC Pro anstatt der hier gezeigten ASI 2400MC Pro, habe ich auch Reflektionen am Rand, welche aber ganz anders aussehen. -> ZWO ASI6200 MC Pro - Reflexionen am Rand

Auch hier muss ich noch weitere Experimente machen. Der schwarze Rahmen sowie das Glas wurde dort von mir schon ausgetauscht.

Vielleicht verbindet beide Probleme die gleiche Ursache. Beide Kameras haben den gleichen Imagetrain mit Filterschublade, OAG, Adaptionen. Und ich glaube immer noch, das hier der Hund vergraben ist.

Eine Adapterplatte, welche ich zum anbringen des OAG-L an die Filterschublade nutze, welche eine der engsten Stellen bildet, kann ich glänzen. Die habe ich innen auch gestrichen.
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Der Baader UFC ist bei mir auch so ein Kandidat. Die Filterschublade hat ein 2" Gewinde, und bildet unmittelbar vor dem Sensor eine Engstelle, wenn auch nur sehr dünn. Die 2" sollten direkt vor dem Sensor kein Problem darstellen, zumal das ja wirklich nur ein Innengewinde ist, ganz ohne Filter, welche enger wäre. Aber an dem 2" Gewinde gibt es auch ganz leicht reflektierende Flächen in verschiedensten Winkeln durch den Gewindegang.

Ich halte immer noch an der Vermutung fest, dass die Ursache nahe am Sensor liegen muss, aufgrund der recht scharfen Lichtstrahlen. Weiter von der Fokusebene weg, müsste dass dann eher ein weicher Verlauf/Gradient sein.

Ein anderer Aspekt der für mich mit hineinfließt. Vor der ASI6200MC Pro und ASI 2400MC Pro und ASI 6200MM Pro, hatte ich sozusagen die APS-C Varianten, die ASI2600MC Pro und ASI2600MM Pro. Ich hatte dort noch nie solche Probleme, bei identischen Aufbau vom Imagetrain. Ich habe dort die gleichen Adaptionen genommen, nur habe ich alles von M48 auf M54 aufgeweitet.
 
Hallo zusammen,

ich habe gerade mal schnell die 5 Stunden von vergangener Nacht gestackt, und ich konnte das Ergebnis kaum erwarten. Das waren die längsten 7 Minuten. :D

Ich kann es nicht glauben! Ich muss ja fast schon Freudentränen unterdrücken! Das Problem scheint weg zu sein! Es lag also tatsächlich im Inneren das Imagetrains, und die Lichtquelle waren tatsächlich die außenliegenden Sterne, und es waren wohl tatsächlich die Teile, welche ich vermutet habe, oder eines der drei Teile, die nahe an der Fokusebene liegen. Das ist jetzt halt die Frage, welches das ist. Aber da mache ich keine weitere Studie daraus, sondern werden im anderen identischen Imagetrain bei allen drei Teilen auch wieder den Pinsel schwingen.

Ich würde fast wetten, es müsste vom ungenutzten 2" Gewinde der Filterschublade kommen, weil das einfach am nächsten zum Sensor wäre.

Screenshot 2024-08-09 182223.jpg


Und vermutlich wird diese Lösung bei meinem anderen identischen Imagetrain bei der ASI6200MC Pro mit großer Hoffnung zwar nicht gleiches, aber dafür identisches Problem lösen: ZWO ASI6200 MC Pro - Reflexionen am Rand

Da ich nun auch Aufnahmen ohne Reflexionen habe, könnte ich dies in die Bearbeitung einfließen lassen, um die Reflexionen wegzuarbeiten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

mal wieder ein Update von meiner Seite, was mich mal wieder viel gekostet hat. :)

Seit Ewigkeiten hatte ich mal eine klare Nacht, mit der ich mit einem System auf den altbekannten Orionnebel gezielt habe. Auch wenn es am Ende für die finale Version nicht bei einer Nacht bleiben sollte, habe ich mal zum ersten Einblick mal die Daten gestackt. Mit großem Schreck musste ich feststellen, dass wieder eine ziemlich große Reflexion im Bild habe, obwohl ich das Problem wie oben zu sehen identifizieren und beheben konnte. Ich dachte, ich werde nun endgültig wahnsinnig. Die Gefühle haben ich aber kurz danach wieder gelegt, als ich aus dem Baader UFC die Schublade herausgezogen habe. Ich hatte leider eine Schublade eingesetzt, bei der ich das Gewinde nicht, wie oben gezeigt, geschwärzt habe.

Ich habe nun abschließend durch den ungewollten Gegentest die Gewissheit, dass das Gewinde der Schublade hier ebenfalls einen Einfluss hat, wenn nicht sogar hauptsächlich. Der Rest vom Imagetrain ist ja wie oben beschrieben geschwärzt, und wird keinen Einfluss mehr haben.

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Zu berücksichtigen ist hier auch zu dem abschließenden und verifiziertem Fazit mein Aufbau, der letzten Endes aus einem Vollformatsensor besteht, und der Schublade mit M48, welche hier sicher einen gewissen "glänzenden" Flaschenhals bietet. Der Rest bewegt sich auf M54.

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Hallo Dane,

auch ich habe mit solchen Reflexionen zu kämpfen. Mal sind sie da, mal nicht. Wenn diese Reflexionen auftauchen, dann sind diese bei max. 3 aufeinander folgenden Subs zu sehen, dann nicht mehr!
Ich arbeite mit Filterwheel und OAG und vermute irgendwo dort die Ursache. Warum dann solche Reflexionen mal auftauchen und mal nicht, und wenn, dann nur für 2 Subs, entzieht sich bisher meiner Kenntnis.
Astrofotografie halt

CS Michael
 
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