(Un)gleicher Test C9.25 vs 102M

Hallo,

Wird ein ADC sowohl an einem Spiegel-Teleskop als auch an einem Refraktor verwendet?
...
Ein Spiegel und ein APO-Refraktor sind doch farbrein, oder?

In diesem Fall geht es nicht um die Farbreinheit von einem Teleskop, sondern das die Athmosphäre der Erde das Licht der Planeten und Sterne unterschiedlich bricht und es dadurch zu Farbsäumen an Planeten und auch z.B. in Mondkratern kommt.
Diese unterschiedliche Brechung vom roten und dem blauen Lichtanteil ist abhängig von der Höhe (des Planeten) über dem Horizont. Bei geringer Höhe wird der rote und der blaue Lichtanteil stärker gebrochen. Im Okular ist am Planeten auf der einen Seite ein roter Farbsaum und auf der gegenüberliegenden Seite ein blauer Farbsaum zu sehen. Das gleiche ist auch an Mondkratern zu sehen.
Mit einem ADC (Atmospheric Dispersion Corrector) wird mittels verdrehbarer Prismen dieser Effekt ausgeglichen.

Viele Grüße
Gerd
 
Es gibt neben dem Seeing (in der Atmosphäre) noch andere Einflüsse, die ebenfalls die "Vergrößerungsfähigkeit" bei der Sonnenbeobachtung begrenzen können.
stimmt, auch die Aufstellung der Geräte zu nah am Eigenheim. Die Strahlungswärme der Wände des eigenen Hauses habe einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Bildgüte.

Ob Folienfilter oder Herschelkeil kann ich nicht recht beurteilen was besser ist.
etwas länger her, daher könnte meine Aussage auf Grund von heute besseren Folienfiltern keinen Bestand mehr haben, aber Herschelkeil oder Folienfilter ist an sich keine Frage, der Herschelkeil ist eine völlig andere Qualitätsebene. M.E. auch gegenüber Glasfiltern, die auch eingesetzt hatte. Hier zwar nicht sooo deutlich, aber definitiv sichtbar.
 
Hallo Dominique,

das lässt sich so nicht verallgemeinern – vor allem weil viele Glasfilter schlechter sind als eine gute Folie. Der Zeiss Objektivfilter in unserem Verein ist auf Augenhöhe mit dem Herschelkeil, wird aber seit langem nicht mehr hergestellt. Und die Baader Astrosolarfolie ist auch um Welten besser als z.B. die schwarze Folie, die Bresser meinem Messier 90/500 beigelegt hat.

Ich würde so sortieren:
  1. Herschelkeil und gute Glasfilter (Zeiss...)
  2. Gute Filterfolie
  3. billige Glasfilter
  4. billige Filterfolie
Wobei ich die Thousand-Oaks-Glasfilter nicht aus eigener Erfahrung kenne, nur die Berichte auf Cloudy Nights von Leuten, die auf Folie umgestiegen sind.

Clear Skies,
Alex
 
Hallo Alex,
das kann ich so bestätigen,

Der Thousend Oaks Filter war bei mir die schlechteste Wahl. Danach habe ich Baader Folienfilter genutzt, die waren erheblich besser. Seit vielen Jahren nutze ich nun aber Herschelkeile. Ob die Folienfilter schlechter waren kann ich aber nicht sagen, da ich sie nie unter gleichen Bedingungen getestet habe.

Viele Grüße,
Jürgen, der gerne mal wieder die Sonne, oder den Nachthimmel sehen würde. :confused:
 
etwas länger her, daher könnte meine Aussage auf Grund von heute besseren Folienfiltern keinen Bestand mehr haben
Gnade vorweg und ignoriert...... ? :)

Die Folie die ich hatte war von Baader, seinerzeit. Der Glasfilter den ich hatte von XVZ aber seinerzeit teuer und angeblich gut, war aus Erinnerung ein gut bekannter Hersteller, nix 0815. Glas war besser als Folie, sichtbar besser. Keil war besser als Glas, ergo, besser als Folie.
Das die Verallgemeinerung nicht Gültigkeit besitzt liegt in der Natur der Sache. Wenn ich diese Gegenüberstellung anführe, wie eingeschränkt durch ggw. Innovationen, dann gehe ich von einem Qualitätslevel aus, der einen Vergleich auch zulässt.
Da hast also mit deiner Einordnung Recht, trifft aber auf meine Aussagen nur eingeschränkt zu.
Filter aus Glas und auch die Folie haben m.E. ein Problem, sofern Fehler in Oberfläche wie Löcher in Folie und Beschichtungsfehler bei Glas, je nach Menge..... sichtbar.
So meine "historischen" Erfahrungen.
Dein Ranking passt, kenne aber den Zeiss Filter nicht (glaube dir selbstklärend)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, die guten Glassonnenfilter kosteten richtig damals viel Geld. Vor ca. 35 Jahren hat ein Bekannter von mir einen Lichtenknecker Glassonnenfilter.
Der war aus meiner Erinnerung auch richtig gut, aber auch richtig teuer. ;)

Deswegen dachte ich ja später , sowas will ich auch, aber der billige Thousen Oaks war leider nix dazu im Vergleich. Ich denke, da ist heute ein guter Herschelkeil eine gute und preiswertere Methode.
Folienfilter und Glassonnenfilter haben natürlich den Vorteil, dass sie die Hitze erst gar nicht ins Teleskop lassen.

Viele Grüße
Jürgen
 
War auch kein Vorwurf, nur ein Update ;)

Bei den Herschelkeilen hat sich auch einiges getan; ich habe den alten schwarzen Baader Herschelkeil von vor rund 20 Jahren, und im Verein haben wir den neuen Cool Ceramic, der noch etwas weniger Streulicht und mehr Kontrast hat – aber nicht so viel besser ist, dass ich upgraden wollte.
Fotografisch kommt die Folie recht nah an den Herschel ran, visuell sieht man das Streulicht als hellen Himmelshintergrund mehr.

Clear Skies,
Alex
 
Guten Abend !
Ich beobachte die Sonne im Weißlicht ebenfalls mit dem anfangs beschriebenen Vixen 102 M ...
Auch mit Herschelkeil ( 1.25" Version v. Lacerta ), dazu nehme einen drehbaren Polfilter und einen Continuum
Filter ( Baader ) ... Mein Lieblings Okular an dieser Kombi ist das 25 mm Eudiascopic von Baader. Der Continuum
Filter wertet alles noch einmal extrem auf. Erst so wird die Granulation erst richtig deutlich. Für mich mit Abstand
die beste Kombi für Weißlicht-Sonne überhaupt.

Auf Folien oder Glas Sonnenfilter habe ich persönlich keinen Bock mehr. Würde immer Herschel Prismen bevorzugen.
Mein Kumpel nutzt den großen Cool Ceramic von Baader an seinem 145 er Fraunhofer. ( Allerdings ohne Continuum )

Meine Hardware macht im A / B Vergleich mit meinem Kumpel definitiv das bessere Bild !

Würde jedem empfehlen, das Prisma ( egal ob Lacerta, Baader oder ... ) mit einem Baader Continuum Filter zu kombinieren :
Der Unterschied ist ( zumindest für mich ) extremst gewesen ! Ein richtig brutales Upgrade im Weißlicht !

LG
Sascha
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Meiner Erfahrung nach ist ein Herschelprisma deutlich der Baader Filterfolie überlegen. Im direkten Vergleich an gleichem Teleskop bei der gleichen Beobachtung zeigt die Filterfolie einen deutlich aufgehellten Hintergrund um die Sonne herum.
Ein Herschelkeil ist auch flexibler. Ein Herschelprisma kann ich an verschiedenen Teleskopen einsetzen, während eine Filterfolie durch ihren Durchmesser und damit der Größe des Filterhalters auf ein Teleskop begrenzt bleibt.
Einen großen Vorteil habe ich bei der Fotografie der Sonne:
Eine Filterfolie hat einen festen Dämpfungswert. Beim Herschelprisma kann ich die Lichtdämpfung zwischen Beobachtung und der Fotografie, und hier mit verschiedenen Filtern flexibel anpassen. Für die visuelle Beobachtung ist ein ND3.0 Neutralfilter Pflicht. Bei der Fotografie kann ich den ND3.0 durch einen schwächeren Neutralfilter tauschen und somit zu kürzeren Belichtungszeiten kommen, vor allem im Hinblick auf verschiedene Filter und den Schwankungen im Jahresgang (tiefstehende Sonne im Winterhalbjahr/hochstehende Sonne im Sommer) oder der Transparenz der Atmosphäre.

Einen Glasobjektivfilter von Thousand Oaks (ND5) hatte ich ebenfalls schon einmal. Trotz sorgfältiger Lagerung zeigte dieser Filter in wenigen Jahren immer mehr kleine Löcher in der Beschichtung.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo.

Thomas (mars25) hatte ursprünglich die Frage gestellt ob /wieviel ein C11 gegenüber seinem C9,25 auflösungsmässig bringen würde ... und dafür seinen Vergleich angeführt.
Ohne die hier angeführten besseren Erfahrungen mit Herschelkeil anzuzweifeln, ...
und obwohl ich auch Herschelkeil und mehrere h-alpha Teleskope benütze:

... es gibt im Solarchatforum.com regelmäßig Weisslichtaufnahmen mit SC's oder Newton und Astrosolar- oder Baaderfolie, die eine sehr gute Auflösung / Schärfe in der Granulation zeigen, die ein 4 - 5 Zoll Refraktor nicht so ohne weiteres schafft.

Eigene Erlebnisse mit verschiedenen Newton und auch C8 / C11 waren recht unterschiedlich, wobei ich die stärkere Aufhellung des Himmels bei der Folie auch auf andere Ursachen als alleine die Folie zurückgeführt hätte: Streulichtanfälligkeit des Teleskops, ganz schwache Schleierwolken bzw. nicht optimale Transparenz der Atmosphäre (die mit Folie stärker bemerkbar waren) ....

Der Dobson eines Bekannten, und auch ein eigener 6" f/5 die auch mit Folie regelmäßig eine gute Schärfe und gut sichtbare Granulation zeigten, bringen mich dazu hier ein wenig der "Folie- " helfen zu wollen ;-).

Auch die flexible Anpassung der Helligkeit lässt sich mit einem Polfilter in der 2" auf 1 1/4" Reduzierung und Einem in der Okularsteckhülse leicht realisieren .

Auch am 100er APM Bino lässt sich mit Folie die Sonne wunderbar im Weisslicht beobachten.

Von daher würde ich bei Geräten mit 8 oder 9,25 Zoll auch mit Folie Potential sehen, vorausgesetzt es zeigt bei Versuchen mit Folie dass es was taugt, und man möchte sich mit den begleitenden Einflüssen auseinandersetzen.

VG Hermann
 
Hallo Hermann,

Deine Ausführungen sind sicher richtig, aber

... es gibt im Solarchatforum.com regelmäßig Weisslichtaufnahmen mit SC's oder Newton und Astrosolar- oder Baaderfolie, die eine sehr gute Auflösung / Schärfe in der Granulation zeigen, die ein 4 - 5 Zoll Refraktor nicht so ohne weiteres schafft.
Man muss die Anforderungen an Forografie und visuelle Beobachtung doch streng auseinander halten.
Bei der Fotografie kann man die Sonne mit einer tausendel Sekunde aufnehmen. 4000 Bilder stacken und anschließend durch die Bildverarbeitung jagen. Fantastische Auflösungen und Kontraststeigerugen sind damit möglich und jedes Zoll Öffnung mehr bringt da was.

Visuelle Beobachtung kann man damit nicht vergleichen. Und daher sind Erfahrungen mit Instrumenten bei der Forografie kaum auf visuelle Beobachtungen zu übertragen.

Viele Grüße
Jürgen
 
Schon klar Jürgen, diese Dinge sind mir bewußt, und das gilt aber auch für alle ( Folie, Herschelkeil, Newton HS ohne Verspiegelung usw.).

Bei den eigenen Erfahrungen die ich geschrieben hatte, hab ich mich nur auf visuelle Nutzung bezogen.

Aber kein Problem, es sind halt meine Erfahrungen mit dem Thema.

Ich neige auch dazu die eigenen Erlebnisse zu hinterfragen, und kann nur sagen, dass mit diesen zwei Geräten auch die Folie, egal ob Baader- oder AstroSolar, die angeführten "Schwächen" nicht wirklich sichtbar sind, hatte ich mehrfach getestet.

VG
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Die Filterfolie soll nun wirklich nicht verteufelt werden. Diese Folie ist gut zu gebrauchen, sowohl visuell als auch fotografisch.
Visuell und fotografisch sind aber zwei sehr verschiedene Welten. Visuell kann ich mich mit der Vergrößerung oder zwei Polfiltern den Bedingungen anpassen. Fotografisch ist das nicht so einfach, außer man hat ein Arsenal aus verschiedenen Teleskopen, Barlowlinsen und Filtern zu hause, um sich unterschiedlichen Bedingungen anpassen zu können.

Den größten Vorteil in der Fotografie der Sonne sehe ich zu Gunsten einem Herschelprisma darin, das ich nicht an den festen "ND5.0 Deckel" gebunden bin, sondern mich über verschiedene Neutralfilter und/oder Kontrastfiltern den unterschiedlichen Bedingungen anpassen kann.

Von daher würde ich bei Geräten mit 8 oder 9,25 Zoll auch mit Folie Potential sehen, vorausgesetzt es zeigt bei Versuchen mit Folie dass es was taugt, und man möchte sich mit den begleitenden Einflüssen auseinandersetzen.

Bei diesen Teleskopen kommt auch nur eine Filterfolie in Frage. Ein Herschelprisma kann am (Schmidt) Cassegrain nicht angewendet werden. Ausnahmen sind Schmidt-Cassegrains mit "Triband" Beschichtung.

Viele Grüße
Gerd
 
... es gibt im Solarchatforum.com regelmäßig Weisslichtaufnahmen mit SC's oder Newton und Astrosolar- oder Baaderfolie, die eine sehr gute Auflösung / Schärfe in der Granulation zeigen, die ein 4 - 5 Zoll Refraktor nicht so ohne weiteres schafft.

Wie von Anderen schon erwähnt kann man visuell und Foto nicht vergleichen.
Neben den von Jürgen schon erwähnten extrem kurzen Belichtungszeiten sind es vor allem auch die Möglichkeiten moderner Bildbearbeitung die hier den Unterschied machen.
Insbesondere die Kontrastverstärkung kann eben auch aus eigentlich recht Kontrastschwachen Bereichen noch einiges rausholen das unser Auge so eben nicht schafft.
Daher ist der Kontrastmindernde Effekt der Folie bei Foto ebnen weit weniger relevant.

Der Dobson eines Bekannten, und auch ein eigener 6" f/5 die auch mit Folie regelmäßig eine gute Schärfe und gut sichtbare Granulation zeigten, bringen mich dazu hier ein wenig der "Folie- " helfen zu wollen ;-).

Das mag schon sein aber mit gutem APO und Herschelkeil geht eben trotzdem noch mehr.

Auch die flexible Anpassung der Helligkeit lässt sich mit einem Polfilter in der 2" auf 1 1/4" Reduzierung und Einem in der Okularsteckhülse leicht realisieren .

Das nützt einem visuell nur nichts weil die Filterfolie die für die visuelle Beobachtung zugelassen ist ein eh schon recht dunkles Bild erzeugt.
Und ein von vornherein zu dunkles Bild lässt sich mit Polfiltern halt nicht wieder heller machen.

Grüße Gerd
 
Meiner Erfahrung nach ist ein Herschelprisma deutlich der Baader Filterfolie überlegen.

Na so etwas woher denn plötzlich dieser Sinneswandel
Als ich auf die bessere Abbildung mit Herschelkeil hingewiesen hatte war deine Antwort noch.

Die Filterfolien sind ausgereift. Ich würde diese nicht als "billig" bezeichnen.

Grüße Gerd
 
Hallo.

Es ist wohl sinnlos auf Erfahrungen hinzuweisen die vom Mainstream abweichen.

Die Thematik Fotografie versus visueller Beobachtung kenne ich bereits seit es digitale Kameras gibt, da bräuchte es die Hinweise auf sehr kurze Belichtungszeit und Bildbearbeitungsverfahren nicht wirklich.

Auch was gute APOs leisten ist mir bewusst, beobachte ich doch die Sonne schon mehr als 15 Jahre auch mit einem Takahashi TSA 120 und einem Herschelkeil, und auch anderen Teleskoptypen.

Was die Helligkeit mit einem 8 Zoll Newton und ND5 Folie angeht, Gerd irrst du, die wird mit etwas Dämpfung noch angenehmer und die Granulation besser sichtbar.

Auch dass man an einem herkömmlichen SC nur mit Filter, und nicht mit Herschelkeil, die Sonne beobachtet .....

Was mich mehr interessieren würde, aber da ist hier wohl kein Platz, wäre wie man die größeren Öffnungen für die Sonnenbeobachtung nutzen kann bzw. sie optimiert ....

Aber am besten lassen wir es bei dem wie es ist...

Klaren Kopf und klaren Himmel

Hermann
 
Hallo Hermann,

meine Erfahrung ist, dass die Folie etwas mehr Streulicht hat, das fotografisch in der Bildbearbeitung aber gut wegzukriegen ist, und mit (Baader) Folie ebenfalls sehr gute Ergebnisse zu erzielen sind.

Von daher stimme ich Gerd K völlig zu: Die Astrosolar-Folie ist ausgereift und liefert sehr gute Ergebnisse; ein Herschelkeil setzt trotzdem noch etwas Qualität drauf. Wobei die Bildhelligkeit ja nicht nur vom Filterfaktor, sondern auch vom Öffnungsverhältnis abhängt. Und 8"-Apos sind selten... 8" Öffnung muss man aber beherrschen und den passenden Standort dafür haben. Ich hatte mal einen 8"er an der Sonne getestet, den konnte ich an meinem normalen Standort nicht ausreizen, da war das Seeing zu schlecht. An einem guten Standort sieht das schon ganz anders aus, aber da war mir der Aufwand zu hoch, als dass sich das für mich lohnen würde.

Ein SC würde ich trotzdem nicht mit einem Herschelkeil verwenden wollen. Ich habe schon eines gesehen, bei dem das Plastik am Fangspiegelhalter angeschmolzen war, nachdem es ohne Deckel in der Morgensonne stand.

Clear Skies,
Alex
 
Es ist wohl sinnlos auf Erfahrungen hinzuweisen die vom Mainstream abweichen.

Na ja es macht tatsächlich wenig Sinn hier fürs visuelle mit seinen Erfahrungen bei der Fotografie zu argumentieren.
Aber es kann natürlich jeder seine Erfahrungen schildern nur sollte er dann auch damit klarkommen das Andere die abweichenden Erfahrungen gemacht haben und die auch wissen das Erfahrungen mit Foto nicht auf das visuelle bezogen werden können darauf reagieren.

Die Thematik Fotografie versus visueller Beobachtung kenne ich bereits seit es digitale Kameras gibt, da bräuchte es die Hinweise auf sehr kurze Belichtungszeit und Bildbearbeitungsverfahren nicht wirklich.

Du weist das es hier ums visuelle geht aber du argumentierst mit Erfahrungen bei der Fotografie.
Wer das tut sollte sich nicht wundern das Andere dann völlig zurecht darauf hinweisen das man das so nicht vergleichen kann.

Was die Helligkeit mit einem 8 Zoll Newton und ND5 Folie angeht, Gerd irrst du, die wird mit etwas Dämpfung noch angenehmer und die Granulation besser sichtbar.

Wenn das Seeing nur eine für die Öffnung relativ geringe Vergrößerung zulässt und man damit mit großer AP beobachtet mag das sein.
Dann bleibt man aber auch deutlich unter den theoretischen Möglichkeiten der Öffnung und hat damit auch keinen Vorteil gegenüber einer etwas kleineren.

Wer die Möglichkeiten der Öffnung ausreizt und mit entsprechend kleiner AP beobachtet der hat mit ND5 Folie sicher kein zu helles Bild.

Grüße Gerd
 
Ein SC würde ich trotzdem nicht mit einem Herschelkeil verwenden wollen.
Hallo Alex.

Ich hatte auch nirgends angedeutet "das zu wollen" ;-).

Mein Limit mit Herschelkeil ist der 120er Refraktor, damit die Granulation abzubilden geht fotografisch, visuell kann ich sie im 8 Zoll Newton besser erkennen, kämpfe da aber mehr mit den "Umgebungseinflüssen".

Einen 6 Zoll Newton und ein C8 mit Folie kriege ich auch einigermaßen in Griff, suche aber noch immer Verbesserungsmöglichkeiten was die Thermik im Tubus angeht.

Der Dobson des Bekannten, den ich erwähnt habe, der ist ein Phänomen dem ich mit meinen Teilen näherkommen möchte.

Einen offenen Solar Newton mit unbeschichtetem Spiegel möchte ich mir nicht aber mehr antun.

In diesem Faden ist mir halt die breite Ablehnung der Filterfolie aufgefallen, obwohl sich die Fragestellung auf Diese und Öffnungen von 9,25 bzw. 11 Zoll bezogen hatte.
Es wurde hauptsächlich vom Herschelkeil und Refraktoren geschrieben.....

Ich denke aber dass, wenn man auf diese Öffnungen gehen will die Folie ein Thema ist, und man schon einen Weg suchen kann sie zu nutzen.

Viele die hier geschrieben haben, haben eventuell da nicht weitergemacht und ihre ersten negativen Erfahrungen ausgedrückt.

Es wäre halt schön gegenteilige Erfahrungen zuzulassen, und vielleicht auch neugierig zu sein wie Diese entstanden sind.

Ist aber nur meine Sicht, und ich möchte damit aussteigen.

Klaren Himmel.
Hermann
 
In diesem Faden ist mir halt die breite Ablehnung der Filterfolie aufgefallen, obwohl sich die Fragestellung auf Diese und Öffnungen von 9,25 bzw. 11 Zoll bezogen hatte.
Es wurde hauptsächlich vom Herschelkeil und Refraktoren geschrieben.....

Dann lies doch mal den Titel dieses Threads

(Un)gleicher Test C9.25 vs 102M

Es geht hier also auch um einen 102mm Refraktor bei dem mit Filterfolie ein zu dunkles Bild bemängelt wurde und da ist der Hinweis auf die Vorteile des Herschelkeils am Refraktor denke ich mehr als berechtigt.

Grüße Gerd
 
Von daher stimme ich Gerd K völlig zu: Die Astrosolar-Folie ist ausgereift und liefert sehr gute Ergebnisse;

Wobei ausgereift keinerlei Aussage über die Leistungsfähigkeit gegenüber einer anderen Technologie macht.
Blei Akkus sind auch ausgereift und trotzdem sind sie modernen Lithiumionen Akkus deutlich unterlegen.
Ein modernes Elektroauto verwendet daher als Akku für den Antrieb auch keine Blei Akkus mehr.
Auch wenn der Blei Akku noch so ausgereift ist.

Grüße Gerd
 
Hallo Hermann,

ich kann mich noch gut an einen Merkurdurchgang vor der Sonne am 210er Mewlon mit 3.8er Folie erinnern (kann man mit geeigneten Filtern nach Belieben abdunkeln) . Spektakulär! Da hätte man schon einen recht großen Apo mit Herschelkeil gebraucht, um das zu toppen. Wenn also größere Spiegel vorhanden sind, würde ich die auch mit entprechenden Folienfiltern ausstatten. Wie Du schon schreibst, muss man dann eben die Beobachtung selbst optimieren (eher vormittags usw.). Wenn dann die Bedingungen passen, kann man die hohe Auflösung der großen Öffnung genießen. Wenn ein Refraktor (wie beim TO) vorhanden ist, dann gerne auch dort mit Herscheikeil. Das Eine schließt das Andere nicht aus.

CS Jochen
 
Dann lies doch mal den Titel dieses Threads

(Un)gleicher Test C9.25 vs 102M

Es geht hier also auch um einen 102mm Refraktor bei dem mit Filterfolie ein zu dunkles Bild bemängelt wurde und da ist der Hinweis auf die Vorteile des Herschelkeils am Refraktor denke ich mehr als berechtigt.

Grüße Gerd
Schon spannend, was Du aus einer Überschrift alles so rausliest. :ROFLMAO:
 
Hallo Sternen und Sonnenfreunde.

Ich lese hier gespannt mit, und bin begeistert, welche Möglichkeiten es gibt, speziell die Sonne zu beobachten. Mein kleiner Test am Anfang sollte verdeutlichen, welchen Unterschied es macht, mit den 2 Grundverschiedenen Teleskopen die Sonne zu beobachten.
Im Grunde genommen beobachte ich die Sonne schon seit Anfang der 90er Jahre. Sehr viele Jahre mit dem benannten Vixen 102M, und Sonnenfilterfolie. Auch fotografisch habe ich auch schon gute Ergebnisse erzielt.
Seit ein paar Jahren habe ich nun etwas größere Teleskope. Da sind dann Vergleiche interessant, aber jedes Teleskop ist halt anders. An jedem habe ich Filterfolie verwendet.
Nun wird hier viel der Herschelkeil genannt, und das macht mich neugierig. Ich werde mir vielleicht mal einen Herschelkeil zulegen und an meinem ES 127 einsetzen.
Ende November ist in Hattingen wieder Astrotag, vielleicht kann ich mir da mal einen anschauen......., falls einer Angeboten wird.
Aber auch diese speziellen Sonnenfilter (Continuum Sperrfilter) schauen interessant aus......
Gibt ja bald Weihnachtsgeld, da kann ich mir ein bisschen für mein Hobby abzwacken.

Vielen Dank für die vielen Informationen in Bezug auf die Sonnenbeobachtung. Das ist eine sehr interessante Sparte von unserem Hobby. Wie auch schon erwähnt, denke ich über ein Ha Teleskop nach.....

Gruß Thomas
 
Hallo Leute,


bis 8" habe ich selber absolut positive Erfahrungen mit einem GSO CC8, einem 8"f6 Newton und einem Intes MN86 DeLuxe in Verbindung mit der visuellen Baader Folie gemacht. Das gibt zwar möglicherweise etwas weniger Kontrast aber deutlich mehr Auflösung in der Penumbra, der Kontur der Sonnenflecken und auch bei der Granulation als bei 4"...5" Refraktoren.

Was bei der Sonnenbeobachtung mit größerer Öffnung viel bringt: im Frühjahr und Herbst bei "gemütlichen" Temperaturen gibt es oft sehr wenig Seeing das bringt einen größeren Vorteil als eine sehr hoch stehende Sonne im Sommer - bei höherem Sonnenstand hat man zwar weniger AD als bei niedrigerem Sonnenstand aber die läßt sich mittels ADC ausgleichen. Zum ADC: die einfachen bringen schon sehr viel Verbesserung es muß nicht gleich GreatStar oder Gutekunst sein.


Viele Grüße Felix
 
Hallo,

meine Erfahrung ist, dass die Folie etwas mehr Streulicht hat, das fotografisch in der Bildbearbeitung aber gut wegzukriegen ist, und mit (Baader) Folie ebenfalls sehr gute Ergebnisse zu erzielen sind.

Fotografisch fällt das Streulicht der Folie durch die kurzen Belichtungszeiten kaum auf. Fotografisch ist die Folie uneingeschränkt nutzbar. Natürlich ist die Folie genug ausgereift um diese auch visuell uneingeschränkt einzusetzen.

Die von Hermann und sicher auch anderen Sonnenbeobachtern eingesetzte Lichtdämpfung mit zwei einzelnen Polfiltern ist doch gut. Gerade wenn man sich die gesamte Sonne in der Übersicht ansieht, das tue ich immer wieder beim Beobachten, dann ist es doch sehr hilfreich das Licht variabel dämpfen zu können.
Und vor allem:
Jeder hat seine eigene Vorlieben und Empfindungen wie viel Licht im Okular zu hell ist. Von daher würde ich eine variable Lichtdämpfung bei der Beobachtung der Sonne mit Filterfolie nicht verteufeln. Das erinnert an die Aussagen mancher Leute bei der Mondbeobachtung, das hier eine Lichtdämpfung nicht notwendig wäre. Das kann nicht verallgemeinert werden, jeder Beobachter ist anders.

Von daher stimme ich Gerd K völlig zu: Die Astrosolar-Folie ist ausgereift und liefert sehr gute Ergebnisse; ein Herschelkeil setzt trotzdem noch etwas Qualität drauf.

Das ist auch meine Erfahrung zur Filterfolie.
Sie ist ausgereift und uneingeschränkt nutzbar, sowohl visuell als auch fotografisch und liefert gute Ergebnisse. Ein Herschelprisma bietet noch etwas bessere Ergebnisse. Ich kenne beide Welten aus eigener Erfahrung über einige Jahrzehnte.

Nun wird hier viel der Herschelkeil genannt, und das macht mich neugierig. Ich werde mir vielleicht mal einen Herschelkeil zulegen und an meinem ES 127 einsetzen.
Aber auch diese speziellen Sonnenfilter (Continuum Sperrfilter) schauen interessant aus......

Der lohnt sich mit diesem Teleskop auf jedem Fall. Die 1,25" Variante reicht völlig aus, ein 2" Herschelkeil ist zu groß und kostet zu viel Fokusweg.
Neben dem Baader SolarContinuum setze ich auch einen Altair Contrast Booster ein:


Dieser Filter steht dem Baader Filter nichts nach.

Wie auch schon erwähnt, denke ich über ein Ha Teleskop nach.....

Das ist eine ganz andere Welt, vor allem eine spannende Welt. Ich kann dich nur dazu ermutigen über längere Sicht ein H-alpha Teleskop anzuschaffen. Aus eigener Erfahrung weis ich, das zwischen einem 40mm H-alpha Teleskop und einem 80mm H-alpha Teleskop Welten liegen.
Ich würde, falls möglich, auf ein 76mm Heliostar sparen. Ich habe durch eines durchgesehen. Das Bild der H-alpha Sonne ist unbeschreiblich.

Viele Grüße
Gerd
 
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