US Rückkehr zum Mond

Das dürfte mit den Bahnebenen zu tun haben. Die müssen passen. Und da die Erde rotiert, bewegt sich der Startplatz üblicherweise zweimal am Tag durch die gewünschte Ebene der Erdumlaufbahn. Ich finde da ist plusminus eine Stunde schon recht tolerant.
Thorsten

PS: Wenn ich mich richtig erinnere, variiert der Startazimut in den zwei Stunden um über 60 Grad. (Kann mich aber täuschen.)
 
Startabbruch am Montag wegen fehlerhaftem Temperatur-Sensor?

The issue that halted the launch on Monday was a liquid hydrogen line that did not adequately chill one of the rocket’s four core-stage engines, part of the preparations needed before ignition.

The temperatures of three of the engines were approaching the target of minus 420 degrees Fahrenheit, while the other one was about 40 degrees warmer, said John Honeycutt, the program manager overseeing development of the Space Launch System rocket. Without a chill down, the temperature shock of supercold propellants could crack the metal engine parts.

However, Mr. Honeycutt said, the warmer reading might just have been the result of an errant sensor. He said engineers were analyzing other data that could verify that the engines actually were all cold enough.

“The way the sensor is behaving doesn’t line up with the physics of the situation,” Mr. Honeycutt said. “And so we will be looking at all the other data that we have, to use it to make an informed decision whether or not we’ve got the engine, all the engines chilled down or not.”


The New York Times
 
o_O können die jetzt noch an dem Teil arbeiten? Das ist doch wie der Ritt auf ner Bombe? Und ne 203mm-Leitung kann ich nicht per "Meditation" abdichten.

CS
Jörg
 
Oh-oh, ein No-Go wird empfohlen, meldet soeben der Livestream... :(

NOCH...läuft der Countdown aber...

PS: Zeitkoordinate war t-2:52
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo!
können die jetzt noch an dem Teil arbeiten? Das ist doch wie der Ritt auf ner Bombe?
Frag mal die Astronauten, die da beim nächten Flug oben in der Kapsel sitzten sollen :)
Und ne 203mm-Leitung kann ich nicht per "Meditation" abdichten.
Nein, aber die Schrauben an einem Flasch nachziehen, der durch den Temperaturabfall geschrumpft ist, geht schon. Am Space Shuttle wurde bis zu drei Stunden vor dem Start noch gearbeitet.

Grüße
Maximilian
 
Hi Maximilian,

das "Passagierabteil" hat ja seine Schutzmechanismen, so im Bereich der Tanks und Triebwerke wäre mein Innenleben beunruhigter. Aber wenn das so abgesichert ist dass das sicher machbar ist dann paßt das ja. Hat mich nur gewundert, da das Betanken ja begonnen hat.

CS
Jörg
 
Schade ...

das wird die Öffentlichkeit nicht gerne sehen, langsam wächst der Druck dass sie die vorhandenen Probleme und Fehler finden bevor sie einen Start ansetzen, das wirft kein besonders gutes Licht auf die Sache.

CS
Jörg
 
Hallo!
... langsam wächst der Druck dass sie die vorhandenen Probleme und Fehler finden bevor sie einen Start ansetzen, ...
Ich bin überzeugt davon, dass sie der Meinung waren die Probleme und Fehler bereits gefunden zu haben, bevor sie diesem Starttermin angesetzt haben.

Was ich hoffe ist aber, dass sie dem Druck der Öffentlichkeit nicht nachgeben und den nächsten Startverusch auf Teufel komm raus durchziehen so wie seinerzeit beim Challenger.

Grüße
Maximilian

PS: Diese Artemis-Startveruche sollten sich eigentlich die Leute mal anschauen, die bei uns gerade Wasserstoff als Energieträger politisch durchsetzen wollen. Ich kann ja verstehen dass damit für die Industrie mehr Geld zu verdienen ist als mit Akkus und Kabeln, aber man kann auch ganz kläglich scheitern damit.
 
Moin,

ja, das ist ein heikles Zeug. Ich arbeite gerade an einem Telekommunikationsprojekt, da möchte man an die 50 Sendestellen mit Netzersatz ausstatten, da war anfangs Brennstoffzelle mit Wasserstoff auch Thema - bis man sich mal mit Anwendern unterhält und lernt, was es da zum Erfolg alles braucht. Das ist schon alles eine sehr feingliedrige Technik. Brennstoffzelle ist da immer noch ein Thema, aber mit Methanol, das ist einfacher zu handhaben.

CS
Jörg
 
Hallo!
Brennstoffzelle ist da immer noch ein Thema, aber mit Methanol, das ist einfacher zu handhaben.
Das ist erprobte Technik ohne viele Komplikationen. Methanol/Luft Brennstoffzellengeneratoren kann man schon seit Jahren sozusagen von der Stange kaufen (wenn auch noch nicht im Baumarkt), die Geäte sehen aus wie andere motorbetriebene Stromerzeuger auch. Methanol lässt sich einfach erzeugen (auch auf nachhaltige Weise) und beliebig lang ohne Aufwand lagern. Die Handhabung ist sicher und unproblematisch. Der Wirkungsgrad ist nicht toll, aber der von Wasserstoffbrennstoffzellen ist auch nur dann gut, wenn man den Aufwand für die Verflüssigung unterschlägt und die Verluste durch Verdunstung und Diffusion verschweigt...

Grüße
Maximilian
 
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Reaktion: ThN
Ich frage mich, was es für einen Grund gibt, den Wasserstoff durch ein 8“-Rohr zu pumpen statt durch ein paar kleinere? Würde da an einer Stelle eine Undichtigkeit auftreten, macht man die zu und lässt die anderen bisschen länger laufen. Sonst macht man ja andere Systeme auch redundant.
 
Moin,

das wird seine Gründe haben, mehrere kleinere Röhren haben z.B. einen höheren Durchströmungswiderstand, will man den kompensieren, braucht man mehr Rohr, das macht alles größer und schwerer, mehr Dichtflächen usw., da kann ein dicker Flansch schon netter sein. Aber das kann man von außen ohne detaillierte Kenntnis der Konstruktion nicht beurteilen.

CS
Jörg
 
Hallo!

Das ist erprobte Technik ohne viele Komplikationen. Methanol/Luft Brennstoffzellengeneratoren kann man schon seit Jahren sozusagen von der Stange kaufen (wenn auch noch nicht im Baumarkt), die Geäte sehen aus wie andere motorbetriebene Stromerzeuger auch. Methanol lässt sich einfach erzeugen (auch auf nachhaltige Weise) und beliebig lang ohne Aufwand lagern. Die Handhabung ist sicher und unproblematisch. Der Wirkungsgrad ist nicht toll, aber der von Wasserstoffbrennstoffzellen ist auch nur dann gut, wenn man den Aufwand für die Verflüssigung unterschlägt und die Verluste durch Verdunstung und Diffusion verschweigt...

Grüße
Maximilian
Moin,

gerade das Dichthalten der Flaschenbatterie ist eine diffizile Sache, wenn das "normale" Servicefirmen machen, die nicht mit maximaler Sorgfalt und Sauberkeit arbeiten, wird das nix.

CS
Jörg
 
PS: Diese Artemis-Startveruche sollten sich eigentlich die Leute mal anschauen, die bei uns gerade Wasserstoff als Energieträger politisch durchsetzen wollen. Ich kann ja verstehen dass damit für die Industrie mehr Geld zu verdienen ist als mit Akkus und Kabeln, aber man kann auch ganz kläglich scheitern damit.
Wasserstoff für den Normalbürger halte ich für keine gute Idee. Selbst wenn der nicht mit -252°C kaltem Zeugs hantieren muss (oder alternativ mit 700bar Druck), alle Verbindungen dicht zu kriegen ist bei den kleinen Molekülen halt ganz offensichtlich nicht trivial.
Er wird aber sicher seinen noch grösseren Platz in der chemischen Industrie bekommen, vor allem bei Reduktionsprozessen die bisher noch mit Kohlenstoff arbeiten.
Aber wo auch immer es geht, wird (batterie-)elektrisch den Vorrang bekommen. Billiger in der Herstellung und einfacher im Handling und besser im Wirkungsgrad.

Methanol lässt sich einfach erzeugen (auch auf nachhaltige Weise) und beliebig lang ohne Aufwand lagern.
Da stellt sich die Frage wo das C "nachhaltig" herkommt. Letztlich muss es aus dem CO2 der Atmosphäre kommen, also entweder Pflanzen (ineffizient und Konkurrenz zur Nahrungserzeugung) oder irgendwie ausge"filtert" (ziemlich aufwändig, auch energetisch vermutlich nicht sonderlich effizient). Die easy Speicherbarkeit und Handling ist, wie du sagst, ein enormer Vorteil.
Als Option für die letzten 5% Stromerzeugung für's 100%-erneuerbar-Ziel durchaus ein Kandidat.

Ich frage mich, was es für einen Grund gibt, den Wasserstoff durch ein 8“-Rohr zu pumpen statt durch ein paar kleinere? Würde da an einer Stelle eine Undichtigkeit auftreten, macht man die zu und lässt die anderen bisschen länger laufen. Sonst macht man ja andere Systeme auch redundant.
Naja, dann hätte man wahrscheinlich pausenlos mit Undichtigkeiten zu kämpfen. Und Schnittstellen macht man immer so einfach wie möglich. Bei mehr als einer Leitung verliert man z.B. den rotatorischen Freiheitsgrad der Verbindung, man muss also woanders nochmal ein irgendwie flexibles Teil vorsehen. Oder so...
Redundant sind vor allem sicherheitsrelevante Teile. Wenn so ein Schnellverschluss undicht ist kann man ja den Start abblasen. :whistle:

Bis die ihre Rakete mal hochkriegen, ist Musk auf dem Mars...
Vorausgesetzt sie explodiert nicht beim nächsten Test schon auf der Rampe... :eek:

Gruss
Thorsten
 
Hallo!

Habe gerade ein schönes Zitat von Robert Gilruth (bei der NASA verantwortlich für die bemannten Flüge von Mercury bis Apollo - Robert Gilruth – Wikipedia) gesehen: "People will only realise how hard it was to do this the first time when they try to do it the second time."

Der Mann ist schon über 20 Jahre tot, hat die Sache aber sehr realistisch eingeschätzt. Und das gilt für alle: Die Probleme im Umgang mit kryogenen Treibstoffen waren, sind und werden immer dieselben sein. Und eine Rakete mit über 30 Triebwerken macht es auch nicht einfacher.

Grüße
Maximilian
 
Der ist gut der Spruch! :y:

Und es gilt auch umgekehrt, wie meine Schwiegermutter sagt:
"Si algo sale bien, al final nadie preguntará cuánto ha tardado."
"Wenn etwas klappt, dann fragt hinterher niemand mehr wie lange es gedauert hat."
So wird es auch bei Artemis I sein (wenn es denn klappt).

Gruss
Thorsten
 
Das Handling von kryogenen Treibstoffen ist natürlich anspruchsvoll, und wenn man da von 8" Transferlines für LH2 hört, dann sträuben sich auch mir die Nackenhaare, obwohl ich im Beruf an zahlreichen Großforschungslabors immer wieder auch mit diesem Zeugs zu tun hatte.

Die genauen Umstände des Lecks sind ja nicht ganz klar. Ich vermute mal, dass es sich dabei um bereits verdampfte Flüssigkeit, also um gasförmiges H2 handelt. Das ist schon gefährlich genug. Wenn der Sauerstoff aus der Umgebungsluft dort ausfriert, baut sich da nämlich eine potentielle Bombe auf.

Eigentlich sollte doch die NASA, die ja seit Apollo und den Spaceshuttles bereits Jahrzehnte von Erfahrung mit dieser Technik hat, das im Griff haben. Andererseits hat es in letzter Zeit bei der LH2 Technik und Infrastruktur am Startplatz auch viele Neuerungen und Umwälzungen gegeben, deren Kinderkrankheiten anscheinend noch nicht ausgestanden sind.

Innovative Liquid Hydrogen Storage to Support Space Launch System

COST-EFFICIENT STORAGE OF CRYOGENS
 
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news update gegen 22:00

https://www.youtube.com/watch?v=GNpR8yPumJ4

hatte mal in einer He-verflüssigung gearbeitet, die belieferten Fachgruppen haben sich immer die Augen gerieben wenn sie ihre He Verluste bezahlen mussten.

so ein Kryoleck ist alles andere als lustig da friert alles ein Inklusive der Sicherheitsventile.....
 
Zuletzt bearbeitet:
Da stellt sich die Frage wo das C "nachhaltig" herkommt.

Mit Methanol geht mehr als gemenhin bekannt:

[/OT] ?

@artemis: schade, drücke weiterhin die Daumen, daß es beim nächsten Mal klappt!
 
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